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Aktuelles


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Kauziges in Dorna

(15.01.2018)

Waldkauz (Strix aluco) – Vogel des Jahres 2017
Foto: Torsten Pröhl/fokus-natur.de

Die Kirchgemeinde Dorna und der NABU Gera-Greiz e.V. laden am Freitag, den 26. Januar 2018 um 18 Uhr zu einem weiteren Vortrag zum Thema Naturschutz ein. Der bekannte Naturfotograf Torsten Pröhl hält diesen im beheizten Gemeinderaum (direkt unterhalb der Kirche in 07554 Gera, Dorna Nr. 2).

Foto: Torsten Pröhl/fokus-natur.de

In diesem Jahr geht es um den Waldkauz und all seine, oft im Verborgenen lebenden Verwandten. Herr Pröhl hat wieder fotografische Leckerbissen zusammengetragen – insbesondere auch von Arten, die in unseren Breiten nicht vorkommen. Der Besucher erfährt zudem allerlei über den Lebensraum und natürlich dessen Gefährdung, denn der Vogel des Jahres 2017 braucht intakte Laubwälder mit ausreichend großen Bruthöhlen, um sein Küken großzuziehen. Wichtig ist ein stets ausreichender Totholzanteil, denn zur Aufzucht nutzt er gern ausgefaulte Astlöcher oder Stümpfe umgeknickter Bäume. Zu sehen sein wird auch der Steinkauz, der wiederum extensiv bewirtschaftete Streuobstwiesen benötigt. Leider werden diese in unseren kleinen Ortschaften immer seltener, obwohl sie einen besonders schützenswerten Lebensraum darstellen. Und durch diese Einblicke in das Leben der Käuze erhalten Sie wie immer Anregungen, wie und mit welchen Maßnahmen jeder von uns im eigenen Verantwortungsbereich zum Naturschutz beitragen kann.

Freuen Sie sich auf unterhaltsame, lehrreiche und wunderbar bebilderte 90 min.. Der Eintritt ist frei; eine Kollekte wird erbeten – nach Abzug der Nebenkosten kommt diese der Naturschutzarbeit direkt vor Ort zu Gute. Es ist ratsam, das Auto im Dorf abzustellen und die letzten Meter bitte zu Fuß zu gehen.


Annett Scholz vom Gemeindekirchenrat Dorna


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„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 3/2017 erschienen

Die Feldhamster-Schwerpunktgebiete in Thüringen & das letzten Vorkommen des Rostroten Wimperfarns in Thüringen
(10.01.2018)

Deckblatt

Der Feldhamster, unser farbenprächtigster Nager, ist vom Aussterben bedroht! – Thüringen wirkt diesem Trend aktiv entgegen. Die Ausweisung von 35 Feldhamster-Schwerpunktgebieten ist eines der eingeleiteten Maßnahmen. In diesen Gebieten kann nachhaltiger Feldhamsterschutz betrieben und Schutzmaßnahmen gezielt gelenkt werden. Sie bilden somit die Voraussetzung für die langfristige Erhaltung der Art und die Verbesserung des FFH-Erhaltungszustandes. Kerstin Mammen & Ubbo Mammen stellen die Genese der Feldhamster-Schwerpunktgebiete in Thüringen ausführlich vor und geben Hinweise zu den Informationsmöglichkeiten über diese Gebieten.

Auch für den Rostroten Wimperfarn sind dringend Maßnahmen umzusetzen. Die Art gilt in Mitteleuropa als ein stark gefährdetes und im Rückgang befindliches Eiszeitrelikt. In Thüringen gibt es derzeit nur noch ein Vorkommen über das Stefan Jeßen, Lutz Lehmann & Werner Westhus berichten. Welche Faktoren für die Gefährdung verantwortlich sind und wie der Rostrote Wimperfarn geschützt wird beschreiben die Autoren in ihrem Beitrag. Eine regelmäßige Pflege und Förderung ist die einzige Chance für dieses letzte Vorkommen der Art in Thüringen.

Einer weiteren in Thüringen vom Aussterben bedrohten Art – der Gelbbauchunke – widmet sich Madlen Schellenberg. Dieser kleinen Unke stehen ihre ursprünglichen Lebensräume, wie überschwemmte Bach- und Flussauen, Wildsuhlen und Windwürfe in Quellbereichen, kaum noch zur Verfügung. Sie muss fast ausschließlich in Sekundärlebensräume, wie Bergbaugruben oder auf Truppenübungsplätze, ausweichen. Für ihre Masterarbeit untersuchte die Autorin das durch die militärische Nutzung ehemalige individuenstarke Vorkommen im Gebiet des heutigen Nationalparks „Hainich“. Madlen Schellenberg erhielt für diese Arbeit den Masterpreis der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. Günter Köhler berichtet über diese Preisverleihung.

In seinem Beitrag informiert Klaus Michael Böhm über die neue Rechtsprechung zur Problematik Windkraft und Artenschutz, Heiko Korsch & Rolf Knebel geben den Startschuss für die Aktualisierung der Offenlandbiotopkartierung in Thüringen und Alexandra Schubert stellt die EU-Verordnung über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten und deren Umsetzung in Thüringen vor. Thomas Schlufter, Ralf Müller & Jürgen Pusch schützen Wanderfalke und Uhu gegen eine der zuvor thematisierten Arten – dem Waschbär. Durch die Schaffung von Nisthilfen für beide Arten sichern die Autoren deren erfolgreiches Brüten. Bettina Ermer lädt den Leser auf eine Entdeckungstour auf dem Fledermauslehrpfad in Ranis ein und Lutz Wolfram weist auf die Internetseite „Natürlich Vogtland“ hin, die vielfältige Informationsmöglichkeiten bietet. Wolfgang Sauerbier gratuliert Norbert Röse zu seinem 80. Geburtstag und Jochen Wiesner würdigt Martin Görner, der das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland erhielt. Literaturempfehlungen runden auch dieses Heft ab.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


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Ein Jahresrückblick

(17.11.2017)

Januar

  • 09.01.2017 – Vortrag: „Naturfotos vom Feinsten – auch als Mittel der Dokumentation.“ in der Gaststätte "Ratskeller (Tonne)" in Zeulenroda.
  • 15.01.2017 – Internationale Wasservogelzählung an der Zeulenroda- u. Weidatalsperre.
  • 28.11.2016 – Offenen Vorstandssitzung des NABU Gera-Greiz e.V. in den Museumsstuben Gera.

Februar

  • 03.02.2017 – Vortrag „Naturschutz in unserer ostthüringer Heimat“ in der Kirche St. Petri in Gera-Dorna.

    Kirche zu Dorna
    Foto: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.

  • 12.02.2017 – Internationale Wasservogelzählung an der Zeulenroda- u. Weidatalsperre.
  • 14.02.2017 – Vortrag: „Naturparadies Kostarika“ im ehemaliges Kino Zeulenroda
  • 18.02.2017 – Arbeitseinsatz des NABU Gera-Greiz im NSG Frießnitzer See

    Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

  • 25.02.2017 – Nistkastenkontrolle im Greizer Park

    Foto: NABU Regionalgruppe Greiz


März

  • 11.03.2017 – Biotop-Pflege des Wechselkröten-Laichgewässers bei Hirschfeld
  • 11.03.2017 – NABU Landesvollversammlung Thüringen in der Fachhochschule Erfurt
  • 12.03.2017 – Internationale Wasservogelzählung an der Zeulenroda- u. Weidatalsperre
  • 13.03.2017 – offene Vorstandssitzung des NABU Kreisverbandes Gera-Greiz e.V. in der Gaststätte Museumsstuben Gera
  • 14.03.2017 – Vortrag: „Mongolei – Wiedersehen nach 50 Jahren“ in der Gaststätte „Ratskeller (Tonne)“ in Zeulenroda.
  • 31.03.2017 – NABU-Präsident Olaf Tschimpke besucht den Frießnitzer See

    Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.


April

  • 06.04.2017 – Vortrag: „Mit Gift, Fallen und Schrot gegen Krummschnäbel“ im Sparkassenkommunikationszentrum Gera

    Foto: Das Komitee gegen den Vogelmord e.V.

  • 11.04.2017 – Vortrag: „Die Wildnis vor unserer Haustür“ im ehemaliges Kino Zeulenroda
  • 17.04.2017 – Osterspaziergang des NABU Gera-Greiz e.V. und des NABU Schmölln am Frießnitzer See
  • 20.04.2017 – „Ortsgruppenvollversammlung 2017“ der NABU-Ortsgruppe Zeulenroda in der Gaststätte „Ratskeller (Tonne)“ in Zeulenroda.
  • 21.04.2017 – 23.04.2017 – Ornicamp „für die ganze Familie“ des NAJU-Thüringen in der Jugendherberge Plothen
  • 24.04.2017 – offene Vorstandssitzung des NABU Kreisverbandes Gera-Greiz e.V. in der Gaststätte Museumsstuben Gera
  • 29.04.2017 – „Ornithologische Wanderung am Frießnitzer See“

    Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.


Mai

  • 01.05.2017 – Saisoneröffnung der Naturschutzinformation Greiz Waldhaus

    Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

  • 03.05.2017 – 05.05.2017 – Elementares Naturerleben "Wildlife" der NAJU-Thüringen im Leutratal bei Jena
  • 09.05.2017 – Vortrag: „Neues von der Flussperlmuschel“ in der Gaststätte "Ratskeller (Tonne)" in Zeulenroda.
  • 12.05.2017 – 14.05.2017 – "Stunde der Gartenvögel"
  • 12.05.2017 – 14.05.2017 – Wildlife-Kurs „Leben auf der Waldinsel“ des NAJU-Thüringen im Waldhaus Lichtenau
  • 13.05.2017 – „Ringelnatter, Schlingnatter & Co“; Bei einer Exkursion auf der Deponie in Weißendorf, lernen wir den Lebensraum der Nattern, Vipern und Ottern kennen. Eine Veranstaltung der NAJU Zeulenroda auf der Deponie Weißendorf.

    Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

  • 14.05.2017 – Tour-Natur 2017 "Vogelstimmenwanderung" durchgeführt von Ingo Eckardt an der Vorsperre Zeulenroda/Riedelmühle

    Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

  • 21.05.2017 Beringungsaktion der Dohle am Büffelstall im NSG Frießnitzer See/Struth

    Foto: Ingo Eckardt, NABU Gera-Greiz e.V.


Juni

  • 09.06.2017-11.06.2017 – Ornicamp "Nestflüchter" des NAJU-Thüringen im NSG Herbstlebener Teiche
  • 09.06 - 10.06.2017 – „Langer Tags der Natur“
  • 10.06.2017 – Infostand des NABU Gera-Greiz e.V. zum Umwelttag und Umweltfest in Geras Neuer Mitte vor dem KuK
  • 10.06.2017 – Natur entdecken – Sinne schärfen, Natur mit allen Sinnen erleben: Experimente, Erlebnisse, Erfahrungen machen. Rätsel, Rauschen, Rumtoben, Basteln, Bauen, Bienen helfen. Schnuppern, Spüren, Spaß haben. In der NABU Naturschutzinformation Greiz Waldhaus.

    Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

  • 18.06.2017 – Hüttenfest am NaturErlebnisHaus Leutratal

    Foto: Jürgen Ehrhardt, NABU Thüringen


Juli

  • 09.-13.07.2017 – Wildlife-Girls "Walderleben für Mädchen" :NAJU-Thüringen
  • 10.07.2017 – 14.07.2017 – Feriencamp im Plothener Teichgebiet „Wald, Wasser & Wildnis erleben“: NAJU-Thüringen
  • 29.07.2017 – 02.08.2017 – Wildlife-Kurs "Als Waldfamilie in der Natur" :NAJU-Thüringen

August

  • 19.08.2017 – 5. „Fledermausnacht in Triebes“ NAJU-Zeulenroda
  • 25.–27.08.2017 – Familien-Ornicamp „Adlerschrei“ NAJU-Thüringen

September

  • 15.09.2017-17.09.2017 – Fledermauscamp "Nachtkobolden auf der Spur" NAJU-Thüringen
  • 16.09.2017 – "Kreisvollversammlung 2017" NABU-Kreisverband Gera-Greiz e.V. in Ronneburg mit Exkursion in die „Neue Welt“

    Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

  • 18.09.2017-30.09.2017 – Gemeinsam gegen die Plastikflut in Gewässern „Trashbusters H²O“ NAJU-Thüringen
  • 22.09.2017 – 24.09.2017 – Workshops, Vernetzung, Naturschutzeinsätze „Aktiv sein in der NAJU“
  • 24.09.2017 – Wahl des 19. Deutschen Bundestages
  • Ergebnise im Wahlkreis Gera – Greiz – Altenburger Land Ergebnis
    Erststimme:
    Das Direktmandat gewann V. Vogel (CDU) mit 30,4%.
    AFD: 27,3%, Die Linke: 18,7%, SPD: 11,8%, FDP: 5,6%, Grüne: 2,1%, Sonstige: 4,1%
    Zweitstimme:
    CDU: 27,3%, AFD: 27,1%, Die Linke: 17,4%, SPD: 11,4%, FDP: 8,2%, Grüne: 2,7%, NPD: 1,2%, Piraten: 0,4%, Sonstige: 5,9%

Oktober

  • 02.10.2017-06.10.2017 – Wolfscamp in der Lausitz „Auf den Spuren der Wölfe“: NAJU-Thüringen
  • 07.10.2017 – Wiesenpflege „Kölbelwiese“

    Foto: Ortsgruppe Zeulenroda

  • 10.10.2017 – Vortrag „Helmut Drechsler - Zum 100 Geburtstag“ im Ratskeller Zeulenroda
  • 13.10.2017-15.10.2017 – Workcamp „Grünes Band Aktiv“: NAJU-Thüringen
  • 15.10.2017 – Internationale Wasservogelzählung an der Zeulenroda- u. Weidatalsperre NABU-Ortsgruppe Zeulenroda
  • 20.10.2017-22.10.2017 – Ornicamp „Kranich“ NAJU-Thüringen

November

  • 20.10.2017 – NABU-Stammtisch Greiz
  • 09.11.2017 – Vortrag: „Kunaschir, umkämpfte Vulkaninsel und Heimat des seltenen Riesenfischuhus“ im beheizten Gemeinderaum unterhalb der St. Petri Kirche Gera-Dorna.
    Referent: Peter Romanow aus Lesnoj (Russland)

    Foto: Peter Romanow

  • 10.11.2017-12.11.2017 – Hogwarts im Leutratal „Die geheime Zauberschule“ NAJU-Thüringen
  • 11.11.2017 – Abfischen am Großen Teich in Kauern

    Foto: NABU Gera-Greiz e.V.

  • 12.11.2017 – Internationale Wasservogelzählung an der Zeulenroda- u. Weidatalsperre NABU-Ortsgruppe Zeulenroda
  • 14.11.2017 – Vortrag: „Tschukotka. Das Land, wo der Tag beginnt“ im ehemaligen Kino Zeulenroda.
    Referent: Peter Romanow aus Lesnoj (Russland)

    Foto: Peter Romanow

  • 27.11.2017 – öffentliche Vorstandssitzung des NABU Gera-Greiz
  • 27.11.2017 – EU verlängert Zulassung von Glyphosat für 5 Jahre.
    18 der 28 EU-Länder stimmten für einen entsprechenden Vorschlag. Auch Deutschland votierte für die Verlängerung. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU lässt seinen Vertreter für die Zulassung stimmen, obwohl Bundesumweltministerin Barbara Hendricks von der SPD gegen die Verlängerung der Zulassung war.
    Dieser bestehende Dissens hätte eigentlich dazu führen müssen, das Deutschland gegen die Zulassung stimmt.
    NABU-Beitrag zum Thema: Torschlusspanik bei Agrarminister Schmidt? Ja“ zu fünf weiteren Jahren Glyphosat sorgt für Empörung

Dezember

  • 12.12.2017 – Öland – Insel der Orchideen, Orhoceren und Runensteine im Ratskeller Zeulenroda
  • 15.12.2017 – NABU-Stammtisch Greiz
  • 17.12.2017 – Internationale Wasservogelzählung an der Zeulenroda- u. Weidatalsperre NABU-Ortsgruppe Zeulenroda
  • 24.12.2017 – Heiligabend, gehört für viele zu den schönsten Stunden des Jahres
  • 25.&26.12.2017 – Weihnachten, Zeit der Beisinnlichkeit im Kreise der Familie
  • 31.12.2017 – Silvester

Wir freuen uns darauf, den einen oder anderen zu einer unseren vielfältigen Veranstaltungen wiederzutreffen!

Vorschau auf 2018:

  • offene Vorstandssitzung des NABU Gera-Greiz e.V.
    am 12. März 2018 ab 19:00 Uhr
  • Vierte NABU|naturgucker-Kongress in Kassel
    vom 23. bis 25. November 2018

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Abfischen am Großen Teich in Kauern

(17.11.2017)

Am vergangenen Samstag trafen sich gut 20 ehrenamtliche Helfer nahe Kauern, um den Großen Teich von Fehlbesatz zu befreien. Durch falsch verstandene Tierliebe gelangen jedes Jahr aufs Neue sog. invasive Arten in unsere Teiche und richten großen Schaden an. Goldfische, Giebel und dergleichen mutieren und vermehren sich derart schnell, dass einheimische, allesamt schützenswerte Arten und insbesondere deren Nachwuchs, wie Kröten- und Forschlaich, Libellenlarven und sogar Jungvögel, kaum eine Chance zum Überleben bekommen. Deshalb war auch dieser Einsatz notwendig und wie sich herausstellte, auch richtig. Gut geschützt stiegen 9 Männer mit Kescher und Fischnetz bewaffnet zu insgesamt 5 Fischzügen in den Resttümpel.

Geborgen werden konnten neben wenigen Karpfen und Schleien ein Koi, eine Gelbwangen-Schmuckschildkröte und eine Vielzahl an Giebeln und Goldfischen. Koi und Schildkröte, die hier unser jüngster Helfer, Levin vom NABU Altenburg e. V., in den Händen hält, finden im Zeulenrodaer Tiergehege ein neues und artgerechtes Zuhause. In heimischen Teichen haben diese nichts zu suchen und wer Tiere aussetzt, kann wohl kein verantwortungsbewußter Tierhalter sein. Alles in allem trotz Kälte und Novembergrau ein erfolgreicher Tag für den Natur- und Artenschutz und an dieser Stelle ein Dankeschön an die Aktiven vor Ort aus Greiz, Zeulenroda, Altenburg und Gera.


Andreas Martius und Annett Scholz vom Vorstand des NABU Gera-Greiz e.V.


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Kunaschir – umkämpfte Vulkaninsel und Heimat des seltenen Riesen-Fischuhus

Vortrag am 9. November 2017 um 19 Uhr in der St. Petri Kirche Dorna
(01.11.2017)

Riesenfischuhu (Bubo blakistoni)
Foto: Peter Romanow

Erleben Sie mit dem russischen Naturfotografen Peter Romanow seinen ersten Besuch der 1200 km langen, zu Russland gehörigen Inselkette (die Kunaschir-Insel) der Kurilen. Die mehr als 30 großen und kleinen Inseln vulkanischen Ursprungs verbinden wie eine Brücke die russische Halbinsel Kamtschatka mit der japanischen Insel Hokkaido und trennen den Pazifik vom Ochotskischen Meer. Der immer noch andauernde Kurilenkonflikt ist ein Territorialkonflikt zwischen Japan und Russland. Gegenstand des Konflikts sind die südlichsten Inseln des Kurilen-Archipels, die von Japan beansprucht werden. Ständige Bewohner gibt es nur auf vier Inseln.

Seine Bilder zeigen eine Natur von unbändiger Kraft: Panoramen gewaltiger Vulkane, relativ unberührte Landschaften, ergreifende Tierbeobachtungen und das Leben der Menschen.

Der NABU Gera-Greiz e.V. freut sich auf ein Wiedersehen:
Der Vortrag findet am Donnerstag, den 9. November 2017 um 19 Uhr im beheizten Gemeinderaum der Kirchgemeinde Dorna in 07554 Gera-Dorna, Dorna Nr. 1 (direkt unterhalb der St. Petri Kirche Dorna) statt.
Es ist ratsam, den PKW mgl. im Ort abzustellen und die letzten Meter zu Fuß zu gehen. Der Eintritt ist frei; eine Spende zur Deckung der Unkosten wird erbeten.


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Glück für die Heide im Pöllwitzer Wald: Revitalisierungsmaßnahmen werden fortgesetzt

Pressemitteilung des Naturkundemuseum Mauritianum
(24.10.2017)

Herbst-Impression aus dem Pöllwitzer Wald
Foto: E. Endtmann

2016 startete am Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg das ENL-Projekt „Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald“. Ziel des von Freistaat Thüringen und EU finanzierten Projektes zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL) war es, die Heidekraut-Bestände einer Pilotfläche auf dem ehemaligen militärischen Übungsgelände im Pöllwitzer Wald (Landkreis Greiz) zu revitalisieren. Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Flächeneigentümer, der Naturerbe GmbH, einer gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt(DBU) und den zuständigen Forst- und Landkreisverwaltungen wurde dieses Projekt im September 2017 erfolgreich abgeschlossen. Am 06. Oktober 2017 konnte nun das Folgeprojekt „Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald II“ seine Arbeit aufnehmen. Wiederum stehen der nach EU-Recht geschützte Lebensraum der Zwergstrauchheide und seine bestandsgefährdeten Pflanzen- und Tierarten im Fokus. Dazu zählen u.a. verschiedene Bärlapparten aber auch Heidelerche und Kreuzotter.

Esel als Landschaftspfleger im Pöllwitzer Wald
Foto: E. Endtmann

Knappe Kassen führten in der Vergangenheit trotz vielfältiger Bemühungen dazu, dass die durch den militärischen Übungsbetrieb bis etwa 1990 freigehaltenen Heideflächen verbuschten. Von ehemals etwa 33 ha festgestellter Heide können heute lediglich 10 ha als Heide angesprochen werden. Ca. 20 ha gelten als Heideentwicklungsfläche. Dort sind die charakteristischen Arten zwar noch erhalten, doch aufgewachsene Birken, Fichten und Kiefern beschatten die Flächen zu sehr. In den kommenden Jahren soll deshalb versucht werden, den offenen Charakter aller Heideflächen wieder herzustellen. Dazu werden zunächst maschinelle Pflegemaßnahmen wie z.B. eine Entkusselung aber auch die Entnahme von Einzelgehölzen und kleineren Gehölzgruppen ausgeführt. Danach sind tierische Landschaftspfleger die wichtigsten Akteure. Schafe, Ziegen und Esel sollen zukünftig die teuren Pflegeeinsätze eindämmen. Während Ziegen gern das frische Laub aufkommender Birken verbeißen, bevorzugen Schafe das zwischen Heidekraut, Blau- sowie Preiselbeere aufkommende Gras und Esel fressen selbst hartblättrige Gräser, die von anderen Weidetieren eher verschmäht werden. Durch ihre unterschiedlichen Vorlieben helfen die Tiere, die Heideflächen aufzulichten und damit eine Naturverjüngung zu initiieren. Dass dies möglich ist, kann derzeit im Bereich der ehemaligen Lehrgrenze im Pöllwitzer Wald beobachtet werden. Wie wäre es mit einem Spaziergang dorthin?


Ansprechpartner
Dr. Elisabeth Endtmann & Gitte Baumkötter
Naturforschende Gesellschaft Altenburg / Naturkundemuseum Mauritianum
Am Wehrrasen 16 A
04626 Schmölln OT Großstöbnitz

Ansprechpartner Öffentlichkeitsarbeit: Cordula Winter


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Kreisvollversammlung des NABU Gera-Greiz 2017

(23.09.2017)

Da die Fläche des Landkreises Greiz (845,97 km2) und der Stadt Gera (152,19 km2) zusammen eine Fläche von 998,16 km2 haben, führt der NABU Kreisverband Gera-Greiz e.V. seine Kreisvollversammlungen jedes Jahr in einer anderen Region des Gebietes durch. So fand die Veranstaltung in diesem Jahr im nordöstlichen Bereich des Landkreises Greiz, in Ronneburg statt.

Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

Ronneburg ist eine Stadt mit einer langen Geschichte – sie wurde im Jahr 1209 erstmals urkundlich erwähnt. Die erste Heilquelle wurde schon im Jahr 1666 entdeckte und als Radiumbad und Kurort besitzt Ronneburg eine fast zweihundertjährige Tradition. Im Bergbau hat Ronneburg auch eine lange und wechselhafte Geschichte. So wurde in dem Gebiet schon frühzeitig auf Grund der geologischen Gegebenheiten nach Erzvorkommen gesucht. Im zweiten Weltkrieg wurde die Physikalisch-Technische Reichsanstalt (PTR) nach massiven alliierten Luftsangriffen von Berlin nach Ronneburg verlegt und die Reichs-Radium-Reserve im Wert von über 3 Millionen Dollar in einem der alten Stollen eingelagert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in den 50ziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit dem Uranerzbergbau im Ronneburger Revier begonnen. Mit dem Entstehen des Uranerzbergbaus entstand auch die Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut. Mit Ende der DDR wurde 1990 der Uranbergbau eingestellt und die Sanierung des Gebietes begann. So entstand die „Neue Landschaft“, welche im Jahr 2007 Bestandteil der Bundesgartenschau der Städte Gera und Ronneburg war.

Die „Neue Landschaft“ war dann auch Bestandteil der Führung im Anschluss der Kreisvollversammlungen. Aber nun erst einmal eine Zusammenfassung der Versammlung.

Um sich über die geleistete Arbeit des NABU Gera-Greiz e.V. zu informieren, kamen am Samstag den 16. September 2017 um 10:00 Uhr etwa 30 NABU Mitglieder und Gäste in die Gaststätte „Zum Schützenhaus“ nach Ronneburg. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden des Kreisverbandes gab es einen Abriss der 2016/2017 umgesetzten Projekte und Veranstaltungen. Für einen abwechslungsreichen und nicht zu trockenen Rechenschaftsbericht sorgten hierbei mehrere Präsentationen der Aktiven. Auf diese Art bekamen die Anwesenden einen bildlichen Einblick in die Arbeit der Betreuer der Naturschutzinformation Greiz Waldhaus, welche am „Langen Tag der Natur“ mit einem abwechslungsreichen Programm etwa 250 interessierte Besucher nach Greiz Waldhaus lockten.

Einen weiteren Einblick gab es in die zeitaufwändige, aber abwechslungsreiche Arbeit der Ornithologen aus Zeulenroda bei ihren Tätigkeiten als Beringer, bei der Mitgestaltung vieler NAJU-Kamps in Thüringen so wie deren Arbeit beim NAJU Zeulenroda. Aber auch über die vielen anderen Aktionen und Projekte wurden den Anwesenden berichtet. So wurden 2017 wieder mehrere Infostände gestaltet, das Streuobstwiesenprojekt bei Hirschfeld weitergeführt, ein für gefährdete Amphibien wichtiger Tümpel bei Hirschfeld mühevoll wiederhergerichtet und gepflegt und die Gestaltung des Pfarrgartens Dorna weiter vorangebracht. Aber auch Projekte wie die im Frühjahr betreuten Amphibienschutzzäune, das Edelkrebsprojekt und die seit 11 Jahren betriebene Steinkauzaufzuchtstation kamen in dem Bericht nicht zu kurz. Interessant waren auch die Fakten zum Naturschutzgebiet Frießnitzer See/Struth. So konnte man erfahren, dass der Bestand der Wasserbüffel inzwischen auf 20 Tiere angewachsen ist und 2017 in dem Gebiet eine Untersuchung der Artenvielfalt der Zikaden durchgeführt wurde. Auch für 2017 noch anstehende Aufgaben wurden benannt. Es ist geplant, den Frießnitzer See im November durch einen Fischereibetrieb abfischen zu lassen. Abgefischt werden soll 2017 auch der Große Teich bei Kauern durch den Bewirtschafter des Teiches in Zusammenarbeit mit dem NABU Gera-Greiz e.V. Wer sich an dieser Aktion beteiligen möchte, kann sich gern beim Vorstand melden.

Im Anschluss des Rechenschaftsberichtes wurde der Kassenbericht und weitere vereinsinterne Tagesordnungspunkte besprochen, unter anderem die Wahl der Vertreter für die NABU Landesvertreterversammlung Thüringen 2018 in Erfurt. Nach Abschluss des bürokratischen Teils der Versammlung und der Diskussionsrunde folgte der erfreulichste Teil – die Auszeichnung langjährig aktiver Mitglieder. So wurde in diesem Jahr dem Greizer Ehepaar Renate und Wolfgang Reißmann durch die Landesgeschäftsführerin des NABU Thüringen, Frau Dipl.-Ing. Kirsten Schellenberg, die NABU Ehrennadel in Silber überreicht.

Nach dem Mittagessen führte die schon zur Tradition gewordene Exkursion die Anwesenden, wie schon oben erwähnt, in das Gebiet der „Neuen Welt“ Ronneburg. Besichtigt wurden u. a. die Volieren der Steinkauzaufzuchtstation.


8
„Natur entdecken – Sinne schärfen“

Eine Veranstaltung zum „Langen Tag der Natur“
(19.06.2017)

Im Rahmen des „Langen Tags der Natur“ organisierten am vergangenen Samstag (10. Juni, 11–17 Uhr) aktive NABU-Mitglieder in Greiz die Veranstaltung „Natur entdecken - Sinne schärfen“ mit zalhreichen Naturerlebnisse für alle Sinne. Aufgebaut in kleinen Stationen wurden hübsche Fledermäuse und schicke Masken gebastelt, Samenbomben aus herlichem Matsch hergestellt und Düfte wie „Zucker und Zimt“ in Duftsäckchen gezaubert. In der „Zapfen-Schule“ konnten Zapfen zu den passenden Ästen durch fachkundige Unterstützung zugeordnet werden und auch allerhand Gartenkräuter und -Gebüsche wurden jedem Interessierten präsentiert.

Die blühende Mäh-Wiese als Abenteuer-Spielplatz nahmen kleine und große Erforscher freudig an. Mit Becherlupen wurden kleine Lebewesen von Erdläufer über Weberknechte bis hin zu Hummeln studiert sowie verschiedene Blumen und Gräser betrachtet, beschnupperten und angetastet. Anschließend stand das Heu des letzten Jahres aufgehäuft für jede sinnliche Wahrnehmung zur Verfügung – schnuppern, eintauchen, hineinspringen, hochwerfen …


Ein anderer Höhepunkt war der Stand des lokalen Imkervereins, welcher mit einem Bienenschaukasten das arbeitende Bienenvolk direkt vor Ort allen Neugierigen zeigte. Dabei erzählten junge Nachwuchsimker begeistert von ihrem Beruf und luden zum Kosten des eigenen Honigs und dem Erstellen von Kerzen aus Wachsplatten ein.


Doch nicht nur die Veranstalter gaben ihr Bestes um den Tag so schön wie möglich zu gestalten (für selbstgebackende Kuchen und Kaffee war gesorgt), sondern die Natur selbst machte auch mit. Die Sonne schien den ganzen Tag, was auf der Benjeshecke hinter der Naturschutzinformation sowohl Ringelnatter als auch Waldeidechse zum Sonnen hervorlockte, sodass jeder Besucher die Tiere aus nächster Nähe beobachten konnte.

Es war ein herrlichen Tag, wir bedanken uns bei allen Helfern und Unterstützern!


Text: Marianne Soerensen, NABU Gera-Greiz e.V.


9
Tag der langen Natur des Nabu Thüringen in Waldhaus

OTZ-Beitrag vom 12. Juni 2017
(07.04.2017)

Tag der langen Natur des Nabu Thüringen: In der Naturschutz-Information in Waldhaus konnte man Natur mit allen Sinnen erleben.

Thomas Franke vom Naturschutzbund Gera
Foto: Janine Friedrich

Mohlsdorf-Teichwolframsdorf. Mit dem langen Tag der Natur vom 9. bis 10. Juni machte der Naturschutzbund (Nabu) und die Stiftung Naturschutz Thüringen gemeinsam mit anderen Akteuren und Partnern auf die zu erhaltene Natur aufmerksam. Auch die Nabu-Mitglieder aus Greiz beteiligten sich. Am Samstag konnten man in der Naturschutz-Information in Waldhaus die Natur entdecken und mit allen Sinnen erleben.

Vor allem für die Kinder gab es Stände und Mitmach-Aktionen: "Was Kinder nicht kennen, können sie nicht schützen", sagt Thomas Franke von der Nabu Gera-Greiz. Der gelernte Landschaftsgärtner, der jetzt als Zerspaner arbeitet, hatte in seiner Werkstatt eigens für den Tag eine Fledermaus aus einer Hackschnitzelplatte hergestellt und als Puzzle aufbereitet. Auch um die Naturschutz-Information herum hängen Fledermauskästen. Dass auf einer Wiese nicht nur Gras wächst, sondern auch Leben darin ist, davon konnten sich die Kinder mit einer Becherlupe überzeugen. Franke und seine Nabu-Freunde erklärten, woher Heu seinen charismatischen Duft hat. Für eine kleinen Naturschützerin pflückten sie Ruchgras von der blühenden Wiese. "Beim Reiben der Blüte verbreitet sich der typische Duft von Heu", so Franke. Auch wie es sich anfühlt, in einen Heuhaufen zu springen, konnten die Kinder ausprobieren.

In kleinen Duftsäckchen konnte man darin enthaltene Kräuter und Gewürze, wie zum Beispiel Liebstöckel – auch Maggikraut genannt – erraten.

Wolfgang und Renate Reißmann stellten Wildfrüchte aus ihrem Garten vor. Auch Zapfen konnte den jeweiligen Tannen zugeordnet werden.

Der Imkerverein Langenwetzendorf war mit einem Stand und Bienenschaukasten sowie Honig zum Kosten vor Ort.

Der Greizer Naturschutzbund wünscht sich weitere Mitglieder. Wer auch ein Schützer der Natur werden möchte, meldet sich bei Thomas Franke unter Telefon (0172) 6035968 oder unter Email green-t.franke@web.de

Janine Friedrich / 12.06.17


Text- und Bildquelle

OTZ-Beitrag vom 12. Juni 2017: Tag der langen Natur des Nabu Thüringen in Waldhaus


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Gentechnik-Newsletter Thüringen II/2017

(06.06.2017)

Gestern erschien die erste Ausgabe des Gentechnik-Newsletters 2017, welcher vom Thüringer Ökoherz e.V. und dem Förderverein Deutsches Bienenmuseum Weimar e.V. herausgegeben wird.

Der Thüringer Ökoherz e.V. wünscht Ihnen eine spannende und aufschlussreiche Lektüre!


Gentechnik-Newsletter Thüringen II/2017


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Ornithologische Wanderung am Frießnitzer See

(05.05.2016)

Der NABU- Kreisverband Gera-Greiz e.V. lud am vergangenen Samstag zur ornithologischen Führung rund um den Frießnitzer See ein. Zahlreiche interessierte Gäste aus nah und fern folgten dieser Einladung – bis zum Kyffhäuserkreis. Unter fachmännischer Führung von Frau Kinast und Herrn Eckardt konnte so manche Rarität in Flora und Fauna beobachtet werden, wie z.B. Kuckuck, Rohrammer, Rohrweihe und Bekassine. Besondere Aufmerksamkeit erregten wie immer die beliebten Wasserbüffel, welche friedlich im Familienverband in unmittelbarer Nähe grasten.

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, bei der auch naturfachliches Wissen untereinander rege ausgetauscht wurde. Eine Wiederholung der Veranstaltung wäre wünschenswert.


Text & Foto: Annett Scholz/NABU Gera-Greiz e.V.


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Dem Retter sei Dank…

(27.04.2017)

Braunes Langohr (Plecotus auritus)

In den Abendstunden des 16. März 2017 entdeckte Helmut Voigt aus Gera-Negis in den Fängen seiner Katze ein ungewöhnliches Beutetier: es war eine Fledermaus, die sich an jenem lauen Vorfrühlingsabend vielleicht das erste Mal in diesem Jahr auf Nahrungssuche begab. Aufgrund ihres Zustandes wurde sie zu Harry Weidner, einem Fledermausschützer aus Großenstein, gebracht.

Er bestimmte sie als Braunes Langohr, Plecotus auritus. Braune Langohren sind mittelgroße Fledermäuse mit auffällig großen Ohren, die etwa die Hälfte des Körpers groß sein können. Selbst der Ohrdeckel ist meist größer als die Ohren anderer einheimischer Arten. Der Körper bei Braunen Langohren misst 4–5 cm; die Flügelspannweite beträgt 25–30 cm.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich fast über ganz Europa. Sie lebt bevorzugt in Laubwäldern und Parks, wird aber auch häufig im menschlichen Siedlungsraum gefunden. Ihre bevorzugte Nahrung sind Schmetterlinge. Findet man in Gebäuden nur die Flügel von Schmetterlingen auf Dachböden liegend, so ist dies oftmals ein Hinweis auf einen nächtlichen Hangplatz dieser Art. Braune Langohren sind meist ortstreu: sie überwintern unweit ihrer Sommerquartiere. Langohren ziehen nur ein Jungtier im Jahr auf. Gebäudesanierungen, Lebensraumzerstörungen und der Einsatz chemischer Bekämpfungsmittel haben alle Fledermäuse in den Status der geschützten Arten gebracht.

Nach einigen Tagen der Pflege konnte das Tier ohne Verletzungen und in einem guten Ernährungszustand in die Freiheit entlassen werden – den Rettern sei Dank!


Text & Foto: Annett Scholz/NABU Gera-Greiz e.V.


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Aktiv im Verband!

(24.03.2017)

Liebe Mitglieder,

viel ist erreicht worden in den letzten Jahren und der Kreisverband Gera-Greiz hat sich stabilisiert. Trotzdem: Wir überaltern und sind immer noch zu wenig Aktive.

Da es uns als Vorstand nicht möglich ist, jedes Mitglied aufzusuchen und um Mitarbeit zu bitten, hier nochmals unser Appell: Wer mehr tun möchte, als nur Beitrag zu bezahlen, der melde sich!

Niemand wird verpflichtet und je nach Eignung und Interesse kann sich jeder Mann/Frau/Kind einbringen.

Der Vorstand


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Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes Gera-Greiz im Gebiet Frießnitzer See

OTZ-Beitrag vom 04. März 2017
(08.03.2017)

Gehölze verschnitten, Weidezaun umgesetzt, Müll beräumt: Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes Gera-Greiz im Gebiet Frießnitzer See.

Ein junger Helfer beim Arbeitseinsatz in Frießnitz.
Foto: Lutz Wolfram

Frießnitz. Naturfreunde sind kürzlich dem Aufruf des Naturschutzbundes (Nabu) Gera-Greiz gefolgt und beteiligten sich am Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet Frießnitzer See. Die ortsansässigen Harth-Pöllnitzer erhielten tatkräftige Unterstützung aus Gera, Zeulenroda und Greiz. Besonders fleißig half der Naturschutznachwuchs, beseitigte altes Laub und beräumte den Müll rund um den Aussichtsturm am Seeufer.

Die etwas älteren verschnitten unterdessen verschiedene Gehölze und setzten einen Weidezaun um. Dies war erforderlich, weil die Wasserbüffel, auf ihrem Weg zu den "Grasmäharbeiten" den Damm des Struthbaches zum See in Mitleidenschaft gezogen hatten. Ist diese Form der Bodenbearbeitung an anderer Stelle im Naturschutzgebiet ausdrücklich erwünscht, um die Landschaft für bodenbrütende Vögel und andere Offenland bevorzugende Tiere freizuhalten, bleibt ein Damm ein Damm und hat die wichtige Funktion, das Bett des Baches zu begrenzen und den unkontrollierten Abfluss des Bachwassers in den See zu verhindern. Und da mit den Büffeln naturgemäß kein Arbeitsgespräch zu führen ist, wurde ihnen mit dem Umsetzen des Zaunes der Weg zum Damm kurzerhand abgeschnitten. Hier packten kräftige Männer an und die Arbeit konnte fachmännisch zum Abschluss gebracht werden.

Ein erfolgreicher Arbeitseinsatz, der zeigt, wie vielfältig Naturschutzarbeit ist, der nachweist, wie jeder, der Freude an einer solchen Betätigung hat, sich nach seinen Möglichkeiten einbringen kann und der einmal mehr die wirksame Verknüpfung des Naturschutzgebietes Frießnitzer See mit dem Nabu Gera-Greiz deutlich macht.

Die Ergebnisse der Naturschutzarbeit lassen sich bei der nächsten öffentlichen Führung mit dem Schwerpunkt "Ornithologisch betonte Wanderung vom Beobachtungsturm bis zum Wasserbüffelstall" am Samstag, dem 29. April anschauen.“

Lutz Wolfram / 04.03.17


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OTZ-Beitrag vom 4. März 2017: Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes Gera-Greiz im Gebiet Frießnitzer See


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„Naturschutz geht uns alle an“

OTZ-Beitrag vom 25. Februar 2017
(08.03.2017)

Naturschützer setzen sich für nachhaltigen Umgang mit bedrohten Tierarten und Lebensräumen ein.

Auch die schwindende Population an Steinkäuzen in Ostthüringen bereitet den Naturschützern der Nabu-Ortsgruppe Zeulenroda Sorgen. Um dieses und weitere wichtige Projekte vorantreiben zu können, benötigt der Verein auch in Zukunft engagierte Mitglieder.
Archivfoto: Eckhard Jüngel

Zeulenroda-Triebes. Neues Jahr, neuer Kampf für den Naturschutz – so die einhellige Meinung der Mitglieder im Naturschutzbund (Nabu) der Ortsgruppe Zeulenroda-Triebes. Gut, das Jahr 2017 ist zwar schon knapp zwei Monate alt, die Probleme und Themenfelder sind aber oft die gleichen wie in der Vergangenheit. Und auch der unermüdliche Einsatz der im Kreisverband Gera-Greiz knapp 300 eingetragenen Naturschützer reißt nicht ab.

Vor allem um Nachhaltigkeit geht es bei ihrem Engagement für Mensch und Natur, bestätigt Nabu-Mitglied Eckhard Titz. Auch in diesem Jahr steht die Pflege von Feuchtwiesen und Streuobstwiesen der Region im Vordergrund, die nachgepflanzt werden müssen, um so den bedrohten Lebensraum beispielsweise von Steinkäuzen zu sichern. Schutztürme für bedrohte Vogelarten sollen entstehen, Teiche und Gewässer wie der Frießnitzer See sollen weiterhin - extensiv bewirtschaftet werden, und auch fachlich ist man gewillt, den Naturschutzbehörden künftig intensive Unterstützung anzubieten.

Im Rahmen ihrer fachkundigen Vortragsreihe, erstellt die Nabu-Ortsgruppe Zeulenroda jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm, um interessierten Besuchern die Möglichkeit zu geben, mehr über aktuelle Problemfelder zu erfahren, ausgewählte Schutzgebiete kennenzulernen oder einfach um Fragen zu stellen und - Antworten zu erhalten.

Gemeinsam stark machen für Natur und Mensch

All das funktioniert aber nur, wenn sich auch jedes Mitglied eigenverantwortlich einbringt und aktiv an der Gestaltung des Naturschutzbundes interessiert ist, gibt Eckhard Titz mit auf den Weg. Hier ist seiner Meinung nach noch mehr Initiative - gefragt, damit der Wirkungsgrad des Vereins vergrößert werden kann sowie der Einfluss auf politische Entscheidungen steigt. Schließlich sei es das gemeinsame Ziel aller Unterstützer, sich für bedrohte Tierarten und deren gefährdete Lebensräume stark zu machen. Dass sich der Einsatz lohnt, zeigen die bereits erfolgreich angeschobenen Großprojekte. So konnte der Frießnitzer See in umfangreichen Arbeiten revitalisiert werden oder der Bestand an Wechselkröten durch die Erschließung neuer Laichgewässer und einer breiten Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden.

"Aufgrund von Unwissenheit realisieren viele Menschen gar nicht, welchen Schaden unachtsames Verhalten in der Natur zur Folge haben kann", mahnt Titz. Um jene Unwissenheit und im schlimmsten Fall irreparable Schäden zu vermeiden, schreiben sich Eckard Titz sowie die Mitglieder der Ortsgruppe Zeulenroda auch auf die Fahnen, die Leute besser zu informieren und Aufklärung zu leisten. "Was man nicht kennt, das vermisst man auch nicht", beschreibt Titz das Dilemma vieler bedrohter Tierarten. "Naturschutz geht uns alle an, und die Auswirkungen haben letztlich auch alle zu tragen", so sein Appell. Am 14. März findet im Ratskeller von Zeulenroda der nächste Vortrag zum Thema "Mongolei" statt.“

Christoph Dolata / 25.02.17


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OTZ-Beitrag vom 25. Februar 2017: „Naturschutz geht uns alle an“


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Nistkastenkontrolle im Greizer Park

(06.03.2017)

Am 25. Februar 2017 kontrollierten und reinigten NABU-Aktive im Greizer Park Dutzende Nistkästen. Dabei wurden die Hinterlassenschaften früherer Bewohner, so auch ein Hornissennest und ein verlassenes Kohlmeisengelege sowie alte Nester entfernt. Dies ist notwendig, um den Parasitenbefall gering zu halten. Die Gruppe, die sich über neue Mitstreiter freuen würde, trifft sich jeden dritten Freitag im Monat zum Stammtisch in der Gaststätte „Glück auf“.

Bei Interesse stehen Torsten Franke (green-t.franke@web.de) und Marianne Soerensen (mariannems@yahoo.com) als Kontaktpersonen zur Verfügung.


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Alle helfen mit – 1. Arbeitseinsatz des NABU Gera-Greiz e.V. 2017

(23.02.2017)

Die Tage werden länger, die Sonne schleckt mit ihren wärmenden Strahlen die letzten Schneereste weg und die Natur erwacht zu neuem Leben. Auch die Menschen werden aktiv, besonders die Naturfreunde, die am Sonnabend, den 18. Februar 2017, dem Aufruf des NABU Gera-Greiz gefolgt sind und am Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet Frießnitzer See teilnahmen. Die ortsansässigen Harth-Pöllnitzer erhielten tatkräftige Unterstützung aus Gera, Zeulenroda und Greiz. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, half besonders fleißig der Naturschutznachwuchs, beseitigte altes Laub und beräumte den Müll rund um den Aussichtsturm am Seeufer. Dafür ein respektvolles Dankeschön!

Die etwas älteren Naturfreunde verschnitten unterdessen verschiedene Gehölze und setzten einen Weidezaun um. Dies war erforderlich, weil die tierischen Naturschützer, die Wasserbüffel, auf ihrem Weg zu den „Grasmäharbeiten“ den Damm des Struthbaches zum See in Mitleidenschaft gezogen hatten. Ist diese Form der Bodenbearbeitung an anderer Stelle im Naturschutzgebiet ausdrücklich erwünscht, um die Landschaft für bodenbrütende Vögel und andere Offenland bevorzugende Tiere freizuhalten, bleibt ein Damm ein Damm und hat die wichtige Funktion, das Bett des Baches zu begrenzen und den unkontrollierten Abfluss des Bachwassers in den See zu verhindern. Und da mit den Büffeln naturgemäß kein Arbeitsgespräch zu führen ist, wurde ihnen mit dem Umsetzen des Zaunes der Weg zum Damm kurzerhand abgeschnitten. Hier packten kräftige Männer an und die Arbeit konnte entsprechend fachmännisch zum Abschluss gebracht werden.

Ein erfolgreicher Arbeitseinsatz, der zeigt, wie vielfältig Naturschutzarbeit ist, der nachweist, wie jeder, der Freude an einer solchen Betätigung hat, sich nach seinen Möglichkeiten einbringen kann und der einmal mehr die wirksame Verknüpfung des Naturschutzgebietes Frießnitzer See mit dem NABU Gera-Greiz deutlich macht.

Wer sich die Ergebnisse der Naturschutzarbeit vor Ort und die vielfältige zu jeder Jahreszeit reizvolle Landschaft des Naturschutzgebietes Frießnitzer See selbst anschauen möchte, dem sei die nächste öffentliche Führung mit dem Schwerpunkt „Ornithologisch betonte Wanderung vom Beobachtungturm bis zum Wasserbüffelstall“ am 29. April 2017 empfohlen.


Text und Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.


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Landwirtschaft verursacht massenhaftes Tiersterben

Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom 27. Oktober 2016
(03.11.2016)

Die Artenvielfalt in Deutschland hat weiter abgenommen, Hauptursache laut WWF: intensive Landwirtschaft.
Foto: Leo/fokus-natur.de

  • Die Bestände vieler Tierarten haben sich weltweit seit 1970 mehr als halbiert. Derzeit schrumpfen die Populationen um etwa zwei Prozent pro Jahr.
  • Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Umweltorganisation WWF, der "Living Planet Report".
  • Die Umweltschützer machen unter anderem die intensive Landwirtschaft für das Massensterben verantwortlich, aber auch Überfischung oder Urbanisierung.

„Die Bestände vieler Wirbeltierarten haben sich in den vergangenen 40 Jahren weltweit im Schnitt mehr als halbiert, jedes Jahr schrumpfen die Populationen um weitere zwei Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der "Living Planet Report" der Umweltorganisation WWF und der Zoologischen Gesellschaft London. Die biologische Vielfalt, erfasst durch den sogenannten "Living Planet Index", sei seit 1970 um 58 Prozent gesunken. Bis 2020 drohe ein Minus von 67 Prozent.

Für die Studie beobachten Forscher langfristig die Populationen von 3700 Wirbeltierarten, dazu zählen Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien. Zwei Drittel der untersuchten Bestände seien besorgniserregend geschrumpft. Besonders dramatisch sei der Rückgang demnach in Flüssen oder Seen: Die Populationen von Reptilien oder Fischen in Süßwasser schrumpften demnach zwischen 1970 und 2012 durchschnittlich um 81 Prozent. Bei den an Land lebenden Arten betrug der Rückgang mehr als ein Drittel.

An Land verschlechtere sich der Lebensraum rapide, beklagt der WWF - nicht nachhaltige Landwirtschaft, Verkehrsprojekte und das Heranwachsen neuer Siedlungen und Gewerbegebiete lassen den Tieren immer weniger Raum. In den Weltmeeren setzt vor allem die Überfischung den Arten zu. Aber auch der Klimawandel trägt bereits zum Verschwinden von Arten bei. Besonders im Meer zwingen höhere Temperaturen viele Tiere dazu, ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete zu verlassen.

Jede dritte heimische Art ist im Bestand gefährdet

Den Daten zufolge spielt sich das Massensterben nicht nur in entlegenen Weltregionen ab. Etwa jede dritte der 32 000 in Deutschland heimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sei in ihrem Bestand gefährdet, warnt der WWF. Rebhuhn und Kiebitz etwa gelten bereits als sehr selten. 5,6 Prozent der heimischen Arten sind bereits ausgestorben. Dafür macht der WWF vor allem eine zu intensive Landwirtschaft verantwortlich. So leidet die Biodiversität etwa unter dem Stickstoffüberschuss infolge des Einsatzes von Kunstdünger. Auch importiert der deutsche Agrarsektor besonders viel Soja aus Südamerika, um Fleisch zu erzeugen. Dafür wird im Ausland eine Anbaufläche von zwei Millionen Hektar gebraucht, das entspricht der Gesamtfläche von Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt.

Die Naturschützer werfen der Bundesregierung vor, den Klimaschutz nicht mehr ernsthaft zu verfolgen. Bei der konkreten Umsetzung von internationalen Klimavereinbarungen gehe der deutschen Politik die Luft aus, sagt Christoph Heinrich vom WWF Deutschland. "Der Entwurf des Klimaschutzplans 2050 wird gerade bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt."

Wie der Bericht zeigt, verbraucht die Menschheit pro Jahr rechnerisch die Ressourcen von 1,6 Erden. Zum Beispiel wird mehr Holz in den Wäldern geschlagen als nachwachsen kann. Leben die Menschen weiter wie bisher, wären demnach im Jahr 2030 zwei Erden nötig, um den jährlichen Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.“

©Süddeutsche.de/chrb/dpa/fehu


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Süddeutsche Zeitung-Artikel vom 27. Oktober 2016: Landwirtschaft verursacht massenhaftes Tiersterben


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Wie Rotkäppchen dem Wolf schadet – Wissenswertes gab es in Triebes

OTZ-Beitrag vom 10. Oktober 2016
(17.10.2016)

Wie erkenne ich einen Wolf? Was macht ihn aus? Und was hat er mit seiner Darstellung in den Märchen wirklich gemein? Diesen und anderen Fragen ging ein Vortrag am Sonnabend in Triebes nach.

Claus Hermann aus Reichenbach mit Stoffwolf Alan und Kindern, die den Vortrag interessiert verfolgten.
Foto: Katja Krahmer

Zeulenroda-Triebes. 15 kleine wie große Gäste folgten der Einladung am Sonnabendnachmittag an den Triebeser Stau, wo sich im Vereinsheim der Angler alles rund um den "Lupus canis canis", den Wolf drehte. "Wir hatten die Idee, weil wir oft auf das Thema angesprochen wurden", berichtete Veranstalterin Uta Wagner, die mit Claus Hermann aus Reichenbach einen fachkundigen Referenten eingeladen hatte.

Der Nabu-Wolfsbotschafter führte anschaulich in die Welt des Wolfes ein, stellte klar, dass das Tier aus dem Märchen wenig mit dem in der Realität gemein hat, und lieferte so einige wissenswerte Informationen. So erfuhren die Teilnehmer, dass der Wolf nicht nur gut hören und sehen, sondern auch schwimmen kann. Dass er lebenslang monogam bleibt und in das Territorium seines Rudels keinen weiteren Wolf hinein lässt. Dass seine Losung meist Haare und Knochenstücke enthält und bis zu 40 Zentimeter lang sein kann. Und dass er von der Evolution her für die Jagd prädestiniert ist. An einem Beispiel erläuterte Hermann, dass der Wolf in der Nahrungskette benötigt wird: "Aufgrund des großen Nahrungsangebotes, etwa Mais, vermehrt sich das Schwarzwild sehr stark", erläuterte Hermann. Der Wolf sei dazu auserkoren, den Bestand aufrecht zu erhalten, indem er etwa das kranke Wild durch seine Hetz selektiert.

Bei seinen Ausführungen bediente sich der Reichenbacher immer wieder seiner Handpuppe Alan und gestaltete den Vortrag damit auch für die Kinder unter den Gästen sehr anschaulich. Das gelang schließlich auch durch die mobile und interaktive Ausstellung des Nabu über den Wolf, die Hermann mitgebracht hatte.

Diese ist ab morgen und bis 16. Oktober auch im Städtischen Museum Zeulenroda zu sehen. Des Weiteren wird es unter dem Titel "Rotkäppchen lügt ..." am Dienstag, dem 11. Oktober, von 10 bis 15 Uhr, einen Aktionstag mit Claus Hermann geben, bei dem der Wolfsbotschafter mit vielen Spielen, Erklärungen und Informationen zur aktuellen Situation der Wölfe im Vogtland aufwartet.“

Katja Krahmer / 10.10.16


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OTZ-Beitrag vom 10. Oktober 2016: Wie Rotkäppchen dem Wolf schadet – Wissenswertes gab es in Triebes


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Naturfreunde kämpfen weiter um Schutzstatus für die „Lasur“

OTZ-Beitrag vom 19. September 2016
(26.09.2016)

In dem artenreichen Gebiet im Südosten Geras trafen sich am Sonnabend Mitglieder des Naturschutzbundes Gera-Greiz mit der Thüringer Umweltministerin Anja Siegensmund.

Die aus Gera stammende Umweltministerin Anja Siegesmund (vorn links) mit ihrer einstigen Biologielehrerin Ingeburg Kinast in der Lasur.
Foto: Marcel Hilbert

Gera. Die "Lasur" in Gera steht auf einer Liste potenzieller Gebiete, die einen Naturschutzstatus erhalten können. Diese Aussage habe sie nach Rücksprache mit dem Landesverwaltungsamt erhalten. Und damit wollte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) beim Vor-Ort-Termin am Sonnabend, zu dem sich der Naturschutzbund (Nabu) Gera-Greiz traf, den Geraer Naturfreunden den Rücken stärken, die sich seit Jahren für die Unterschutz-Stellung des Gebietes im Südosten der Stadt stark machen.

Allerdings, schränkte Siegesmund auch gleich ein, dauere so ein Verfahren seine Zeit, weil in der Behörde nur wenige Mitarbeiter mit der Prüfung und Ausweisung solcher Gebiete im ganzen Freistaat betraut seien. Deshalb auch, meinte später ein Mitglied des Nabu, müssten die Geraer nicht nur die Schutzwürdigkeit der "Lasur" nachwiesen, sondern auch die Schutzbedürftigkeit, zum Beispiel wegen drohender Gefährdungen.

Die "zweifelsfreie" Schutzwürdigkeit brauche niemand mehr nachzuweisen, meinte er und verwies auf Ausführungen von Wolfgang Klemm vom Naturschutzbeirat Gera und Ingeburg Kinast vom Nabu. Sie hatten von Hunderten nachgewiesenen Tier- und Pflanzenarten in der "Lasur" berichtet, von denen wiederum zahlreiche besonders geschützt seien oder gar auf der Roten Liste stünden. Orchideen, Waldvöglein, Braunroter Sitter oder Nestwurz waren nur einige Beispiele, die genannt wurden. "Eine Menge Arten sind schon verschwunden", sagte Wolfgang Klemm: "Wir bemühen uns um den Schutzstatus, eh auch die letzten Arten verschwinden."

Um diesen Schutzstatus der "Lasur" – auch "Roter Hang" genannt wegen der Farbe des als "Rotliegend" bezeichneten Gesteins – werde laut Klemm im Prinzip seit 1935 gekämpft, mit mal mehr mal weniger Intensität. So sei man nach dem Krieg lange davon ausgegangen, dass die "Lasur" ein Naturschutzgebiet ist, ehe die fehlende Aktenlage dies widerlegt habe. 2006, so Klemm habe man für ein rund 53 Hektar umfassendes Gebiet der "Lasur" ein Schutzwürdigkeits-Gutachten in Auftrag gegeben, das 2010 vorlag.

Anja Siegesmund, die wie erwähnt um Verständnis für die Dauer des Verfahrens warb, erklärte aber auch, dass das formale Verfahren nur das eine sei. Das andere sei der Diskussionsstand. "Wie ist die öffentliche Meinung dazu?", fragte sie und regte eine öffentliche Diskussion dazu mit entsprechenden Behördenvertretern im Ortsteilrat Zwötzen an. Diese Idee soll nun wohl aufgenommen werden, hieß es.“

Marcel Hilbert / 19.09.16


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OTZ-Beitrag vom 19. September 2016: Naturfreunde kämpfen weiter um Schutzstatus für die „Lasur“


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Der NABU Thüringen verurteilt illegale Greifvogelverfolgung

Straftaten gegen Greifvögel müssen effektiv registriert, aufgeklärt und geahndet werden
(19.08.2016)

Mäusebussard im Fangkorb
Foto: Komitee gegen den Vogelmord

„Der NABU Thüringen nimmt den Tot der vier Milane bei Clingen, im Kyffhäuserkreis, zum Anlass, um auf die Problematik der illegalen Greifvogelverfolgung aufmerksam zu machen.

Von Zeugen wird vermutet, dass die Tiere durch menschlichen Einfluss ums Leben gekommen sind.
Obwohl alle Greifvogelarten in Deutschland seit den 1970er Jahren unter strengem Schutz stehen, werden immer noch jedes Jahr Hunderte Greifvögel illegal verfolgt. Vergiftungen, Fang, Abschuss und die Zerstörung von Nestern verhindern die weitere Erholung der durch jahrhundertelange Verfolgung dezimierten Bestände und die Wiederbesiedlung verwaister Brutgebiete.

Seit 2004 haben NABU und das Komitee gegen den Vogelmord 869 Straftaten gegen Greifvögel dokumentiert, bei denen 1373 Vögel von 18 verschiedenen Greifvogel- und drei Eulenarten bundesweit getötet wurden. Die Dunkelziffer unentdeckter Taten ist wesentlich höher. Laut NABU müssen Straftaten gegen Greifvögel effektiv registriert, aufgeklärt und geahndet werden.“


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OTZ-Beitrag vom 17. August 2016: Unbekannte erschlugen vier geschützte Milane bei Clingen


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Bisher einmalige Straftat in Thüringen: Storchennest störte in Windkraftgebiet – jetzt ist es weg

Artikel aus der Thüringer Allgemeinen vom 13. August 2016
(15.08.2016)

Brutplatz der geschützten Vögel hätte Bau von 212 Meter hohen Windrädern verhindert. Umweltbehörde sieht Zusammenhang. Polizei ermittelt.

Schwarzstorch (Ciconia nigra)
Foto: Pröhl/fokus-natur.de

Kraftsdorf. Hans Heindel steht vor der Kiefer, die wieder aussieht wie jede im Wald. "Hier war der Schwarzstorch-Horst", sagt der 73-Jährige, der den Brutplatz kürzlich entdeckte. "Da oben, in 15 Meter Höhe. Das waren Profis. Nichts ist mehr da, es gibt auch keine Kletterspuren." Die Polizei ermittelt.

Der Kriminalfall von Kraftsdorf, Landkreis Gera, ist ein Rätsel. Man weiß nur eines: wem es nützt, wenn solch ein Horst verschwindet. Wo der Schwarzstorch brütet, darf in der Regel im Abstand von drei Kilometern kein Windrad errichtet werden.

Für Kraftsdorf wurde überlegt, 62 Hektar als Vorrangfläche auszuweisen. Mehrere über 200 Meter hohe Windräder wurden schon beantragt. Erst sollten zwei rotieren, später bis zu 20. Das war der Plan, bevor man wusste, wo genau der Schwarzstorch brütet. Dieses Wissen veränderte alles: Der Brutplatz hätte jedes Windrad weit und breit verhindert.

Windkraftanlagen sind wie Gelddruckmaschinen – für Betreiber wie für Flächeneigentümer. In Thüringen können sie mit Pachteinnahmen von 35000 bis 75000 Euro jährlich rechnen. Bei einer Pachtdauer von 20 Jahren kann sich das auf 1,5 Millionen Euro summieren.

Den Betreibern winkt noch höherer Gewinn, zumal die Windräder selbst dann Einnahmen garantieren, wenn die Rotoren ruhen. Deshalb geben sich Vertreter von Betreiberfirmen bei Flächeneigentümern oft die Klinken in die Hand. Auch in Kraftsdorf sei das so.

Zufall? Sabine Nagler glaubt daran nicht. "Ich sehe einen direkten Zusammenhang", sagt die Sachgebietsleiterin der unteren Naturschutzbehörde des Saale-Holzland-Kreises: Seit 13 Jahren zog es den Schwarzstorch frühjahrs wie sommers in die Region. "Bisher ist nie etwas passiert. Jetzt, da die Bauanträge für die Windkraftanlagen vorliegen, wird der Horst entfernt."

In Kraftsdorf leben auch Skeptiker, die zweifeln, dass dort ein Schwarzstorch brütete. "Ich habe ihn noch nicht gesehen. Man kann auch etwas erfinden, wenn man das braucht", sagt Andreas Rothe – Eigentümer einer Fläche, die Windkraftbauer gern hätten.

Der Schwarzstorch, als scheuer Waldbewohner bekannt, brüte wohl kaum in Sichtweite einer viel befahrenen Autobahn, gibt Rothe zu bedenken.

Drei Menschen, kannten den genauen Standort

Ungewöhnlich sei das tatsächlich, räumt Wolfgang Jeschonnek ein, Gründungsmitglied der renommierten Arbeitsgruppe Artenschutz und einer der erfahrensten Ornithologen des Landes: "Ich kann bestätigen, dass der Schwarzstorch in dieser Kiefer gebrütet hat. Der Horst war frisch und relativ klein. Der Schwarzstorch hat ihn vermutlich das erste Mal benutzt."

Nur drei Menschen, zunächst jedenfalls, kannten den genauen Standort: Heindel, Jeschonnek und Sabine Nagler.

Dabei blieb es aber nicht. "Ich musste die exakten Koordinaten der unteren Naturschutzbehörde des Nachbarkreises mitteilen", sagt Sabine Nagler. "Die hatten schon gedrängelt."

Im Juli gab es dann noch die Versammlung, in der die Bürgerinitiative das Ende aller Windkraftpläne freudig mit der Botschaft verkündete: "Bei uns brütet ein Schwarzstorch."

"Das war ein Fehler", sagt Heindel. "Auch viele Windkraftfreunde waren im Raum."

Was in Kraftsdorf geschah, passiert seit Jahren in ganz Deutschland, so oder ähnlich: Wo Windräder geplant sind, verschwinden plötzlich streng geschützte Vögel, die den Bau verhindern könnten. Dutzende Fälle hat die Deutsche Wildtierstiftung dokumentiert. Vor einem Jahr gab es erste Fälle in Thüringen. Das war rund um Weira und betraf junge Milane.

Auch bei Kraftsdorf brüten Milane. Der Weg zum Windradbau bleibt deshalb verstellt.“

Frank Schauka / 13.08.16


Textquelle

Thüringer Allgemeine-Artikel vom 13. August 2016: Bisher einmalige Straftat in Thüringen: Storchennest störte in Windkraftgebiet – jetzt ist es weg


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Ehrenamt im Joch der DBU

(24.04.2016)

Die Moorrenaturierungsflächen im Pöllwitzer Wald sind u.a. Habitat der Kreuzotter. Hier ist die Bewirtschaftung auf ein Minimum reduziert. Doch andernorts im Pöllwitzer Wald fehlt diese Rücksichtnahme auf die Belange der Natur – obwohl die DBU Flächeneigentümerin ist.
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

Die „DBU Naturerbe GmbH“, eine Untergliederung der „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ (DBU), einer Stiftung der Bundesrepublik Deutschland, hat für die ehrenamtliche Forschungsarbeit auf stiftungseigenen Fläche eine Festlegung erlassen (siehe die Hervorhebungen in der PDF im Anhang), die aus unserer Sicht eine völlig unverhältnismäßige und größtenteils (Ausnahme sind z.B. Munitionsaltlastenflächen) unbegründete Bevormundung und Knebelung der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit z.B. im Pöllwitzer Wald bedeutet.

Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

Wie diese Monopolisierung der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit und der Forschungsdatenverwendung mit dem Umweltinformationsgesetz und dem gemeinwohlverpflichteten Kernanliegen der DBU in Übereinstimmung gebracht werden kann, bleibt ein großes Rätsel, so wie auch die Art und Weise der Bewirtschaftung hiesiger DBU-Flächen, die die Distanz zur naturnahen Waldbewirtschaftung schmerzlich aufzeigt.


Erteilung einer Forschungsgenehmigung und Genehmigung von ehrenamtlichen Datenerhebungen auf DBU-Naturerbeflächen


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Artenrückgang in Europa oder „Eine ökologische Katastrophe im ländlichen Raum“

Beitrag des Deutschlandfunks vom 12.01.2016
(15.01.2016)

„Rebhuhn, Feldlerche, Kiebitz und andere Arten seien bald für immer aus Deutschland und Europa verschwunden, warnt Konstantin Kreiser vom Naturschutzbund. Er fordert im DLF ein Ende der "pauschalen Gießkannensubventionen" für Landwirte und eine Neuausrichtung der EU-Förderpolitik.“

Ganzer Beitrag: www.deutschlandfunk.de/artenrueckgang-in-europa-eine-oekologische-katastrophe-im.697.de.html?dram:article_id=342256

Lutschetal (zwischen Brahmenau und Schwaara)
Foto: Leo/fokus-natur.de

Konstantin Kreiser im Gespräch mit Britta Fecke

[…]

Britta Fecke: Bei den Impressionisten waren sie ein beliebtes Motiv, Mohnblumen, die ein Weizenfeld rot färbten, Kornblumen, die sich im Wind wiegten, blau wie das Meer. Diese Motive findet man bei Monet, Renoir, auf französischen, spanischen oder deutschen Getreideflächen sieht man sie kaum noch. Wenn, dann beim Biobauern. Doch ein Großteil der europäischen Ackerflächen wird inzwischen konventionell bewirtschaftet und das beinhaltet eine derart intensive Nutzung des Bodens, einen so hohen Einsatz von Pestiziden, chemischem Dünger und Gülle, dass Kamille, Kornblume und Co. keine Chance mehr haben, […]
Zur Stunde wird in Berlin die europäische Studie zur Artenerosion in Europas Agrarlandschaften vorgestellt. Einer der Referenten ist Konstantin Kreiser, Teamleiter für EU-Naturschutzpolitik beim NABU. Herr Kreiser, wie steht es denn um die Biodiversität auf europäischen Äckern und landwirtschaftlich genutzten Grünlandflächen?

Konstantin Kreiser: […] Wir haben es mit einem sich tatsächlich beschleunigenden Artenschwund zu tun, vor allem in der landwirtschaftlich geprägten Landwirtschaft. Denn während unsere Naturschutzgebiete und auch EU-finanzierten Artenhilfsprogramme zu wirken beginnen, macht die Art, wie unser Land überwiegend bewirtschaftet wird, diese Erfolge zum großen Teil wieder zunichte, oder wie gesagt verschärft sogar das Artensterben weiter. Wir haben Bestände von Arten, die früher jeder kannte, die häufig waren, wie das Rebhuhn, das auch gern gegessen wurde, das in Kochbüchern auftaucht, wie die Feldlerche, den Kiebitz. Diese Bestände befinden sich im freien Fall. In den letzten 25 Jahren sind 94 Prozent der Rebhühner bei uns verschwunden, ein Drittel der Feldlerchen, drei Viertel der Kiebitze. […]

60 Milliarden Euro Steuergeldern pro Jahr – ohne Gegenleistung

Fecke: Wie hat sich denn die EU-Förderpolitik geändert in den letzten zehn Jahren, sodass das Artensterben damit einhergehen konnte?

Kreiser: Die EU-Förderpolitik, die EU-Agrarpolitik wird im Prinzip alle sieben Jahre reformiert und überprüft und diskutiert und immer wieder wurde daran herumgeschraubt. Zunächst einmal wollte man die Butterberge und Milchseen eindämmen, hat dann nicht mehr die direkte Produktion gefördert, sondern verteilt die Steuergelder jetzt pro Hektar. Es ist jetzt so: Ein Hektar Agrarfläche erhält in Deutschland circa 300 Euro vom Steuerzahler, egal was dort passiert, ohne wesentliche Gegenleistungen. Gleichzeitig schaffen wir es nicht, nicht mal die 80 Euro pro Hektar aufzubringen, die ein Naturschutzgebiet bräuchte, um wirklich geschützt zu werden. […]“


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Landwirte zerstören sich selbst

Umweltexperten schlagen Alarm: Der Agrarsektor zerstört seine eigenen Produktionsgrundlagen. Unter anderem ist die Belastung des Grundwassers mit Nitraten hoch.
(20.10.2015)

Foto: Pröhl/fokus-natur.de

„Die Gabe der Weissagung wurde für Kassandra zum Fluch. Niemand schenkte ihr Glaube, bis ihre unheilvollen Warnungen schließlich eintraten. Eine ähnliche Erfahrung hat Wolfgang Haber hinter sich. 1985 legte der Landschaftsökologe als Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) ein erstes Gutachten zu den gravierenden Auswirkungen der modernen Landwirtschaft auf Artenvielfalt und Ökosysteme, auf die Qualität der Böden und des Grundwassers, auf Belastungen für Lebensmittel, Seen und Flüsse vor. Kernbotschaft: Ohne tiefgreifende Veränderungen zerstöre der Agrarsektor – auch seinen eigenen – Lebensgrundlagen.

Nun, 30 Jahre später, kommen Haber, SRU und Umweltbundesamt (UBA) in einer Studie zu dem Ergebnis, dass die Kassandrarufe von einst weitgehend ungehört verhallt sind. Dem Gutachten zufolge hat es nur in wenigen Punkten, etwa der Pestizidbelastung in Lebensmitteln und Gewässern, messbare Verbesserungen gegeben. In ökologisch zentralen Bereichen wurde die Lage dagegen schlechter.

Artenvielfalt bedroht

„Anlass zum Feiern gibt es nicht, eine Erfolgsbilanz kann man das wirklich nicht nennen“, bedauert UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Die Artenvielfalt geht laut UBA bis heute weiter zurück. Beispiel Feldvögel: Mehr als 40 Prozent der Arten, die 1980 auf Deutschlands Äckern anzutreffen waren, seien verschwunden. Auch die absolute Zahl der Tiere habe sich annähernd halbiert. Ähnliches gilt, so das UBA, für Insekten, Wildkräuter, wirbellose Bodenbewohner und Mikroorganismen.

„Nicht viel besser stehe es um die Belastung des Grundwassers durch Nitrat, betont Alois Heißenhuber, emeritierter Agrarökonom der TU München. Ungeachtet regionaler Fortschritte habe die Gesamtbelastung zugenommen. Insbesondere in Bundesländern mit hohem Nutztierbestand hätten die Nitrateinträge ein nicht mehr tragfähiges Ausmaß erreicht. Denn die Massentierhaltungsbetriebe produzierten nitrathaltige Gülle in Mengen, die die Aufnahmekapazität ortsnaher Anbauflächen bei Weitem übersteigen. Das Material werde betriebsnah in viel zu hohen Mengen ausgebracht und verunreinige das Grundwasser weit über die Grenzwerte hinaus.

Auf der Bremse

„Wir brauchen Vorgaben, die die Betriebe zu einer ökologisch vertretbaren Verwendung des Gülle zwingen und wir brauchen wirksame Kontrollen der Vorschriften“, fordert Heißenhuber.

SRU-Generalsekretär Christian Hey kritisierte: „Deutschland steht immer auf der Bremse, wenn es darum geht, die EU-Agrarpolitik stärker an den Interessen von Umwelt und Verbrauchern auszurichten.“ Noch immer zahle die EU jährlich 50 Milliarden Euro ohne Gegenleistungen in Form nachhaltigen Wirtschaftens an die Landwirte. Mit dem Gießkannenprinzip, nach dem die EU 300 Euro pro Hektar und Jahr an die Betriebe ausschütte, müsse Schluss sein. Hey: „Öffentliche Mittel dürfen nur noch für öffentliche Güter ausgegeben werden, nicht länger als voraussetzungslose Einkommenszuschüsse für die Landwirte.““

12.10.2015 / Stefan Sauer


Textquelle

Frankfurter Rundschau-Beitrag vom 12. Oktober 2015: Landwirte zerstören sich selbst


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Neue Publikation des Museums für Naturkunde Gera

(24.07.2015)

Titelbild (rechts): Museum für Naturkunde Gera im Schreiberschen Haus, Foto: Frank Hrouda, 2014
Abbildungen Rückseite: siehe unten

Am 23. Juli wurde der interessierten Öffentlichkeit das Heft 39 der renommierten Publikationsreihe des Museums für Naturkunde Gera vorgestellt. Das lang erwartete Heft enthält u.a. mehrere interessante Beiträge zum Thema "Das Museum für Naturkunde Gera und seine Sammlungen". Erstmalig steht das Museum selbst mit seinen Sammlungen in den Mittelpunkt. Präsentiert werden sowohl interessante zoologische und mineralogische Sammlungen als auch Sammlerpersönlichkeiten mit ihren Biografien – damit können vor allem bedeutende Neuzugänge bekannt gemacht werden. Wichtige Beiträge widmen sich auch der herausragenden Bausubstanz von Schreiberschem Haus, dem heutigen Museum für Naturkunde, und dem Turmhaus im Botanischen Garten, ebenso der wissenschaftlichen Museumsbibliothek und Naturschutzthemen wie dem Fischotter um Gera oder einer Blut-Buche als Totholzbiotop im Botanischen Garten.


Abbildungen Rückseite:

  • Goldschwanzsylphe (Sappho sparganura Shaw, 1812), Familie Kolibris, Männchen,
  • Standpräparat, Sammlung Feustel, Museum für Naturkunde Gera, Inv. Nr. IA4/79, s. S. 36, Foto: F. Hrouda
  • Quarz Var. Bergkristall (Fadenquarz), Kleine Windgälle (Berg), Maderanertal, Kanton Uri, Schweiz, 3,9 x 3,5 cm, Sammlung Schröder, Museum für Naturkunde Gera, Inv. Nr. 680/81 2730, s. S. 4, Foto: F. Hrouda
  • Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata Linnaeus, 1761), Sammlung Museum für Naturkunde Gera, Foto: Foto-Schmidt Gera
  • Fischotter (Lutra lutra Linnaeus 1758), Männchen, gefunden 06.04.2011, Gera-Rubitz, Standpräparat, Sammlung Museum für Naturkunde Gera, Inv. Nr. IA5/442, s. S. 47, Foto: F. Hrouda

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