NABU baut in Bad Köstritz einen Artenschutzturm für Vögel

OTZ-Beitrag vom 27. September 2018

29.09.2018

Nabu Gera-Greiz e.V. initiiert einen Artenschutzturm in Bad Köstritz. Das CWK Chemiewerk überlässt ein altes Trafohäuschen zum Umbau.

Kerstin und Konrad Schmeißer zeigen das Trafohaus unweit der Elster in Bad Köstritz, welches zum Artenschutzturm umgebaut werden soll.
Foto: Peter Michaelis

Bad Köstritz/Greiz. Um etwas gegen die weltweit stetig zurück gehende Artenvielfalt zu tun, hat sich der Naturschutzbund Nabu Gera-Greiz ein großes Projekt auf die Fahnen geschrieben. Er will auf Bad Köstritzer Flur einen stattlichen Artenschutzturm bauen und damit den Lebensraum der Tiere in der Region zu erweitern.

„Die nächsten Artenschutztürme, die uns bekannt sind, stehen in Untitz und Schmölln“, berichtet Konrad Schmeißer. Der Geraer ist mit seiner Frau Kerstin seit mehr als vier Jahren im Nabu aktiv. „Wir sind für die Erhaltung der Natur ganz allgemein, lieben aber Fledermäuse und Vögel im besonderen“, begründen die beiden ihr Engagement für das neue Projekt, das vor allem auf Vögel abzielt.

Bei ihrer Suche nach einem geeigneten Platz für den Artenschutzturm stießen die Nabu-Leute auf das alte Trafohäuschen auf einem Feld in Bad Köstritzer Gebiet, direkt an der Weißen Elster gelegen. „Dieser ruhig gelegene Standort auf der Feldflur ist ideal. Das Trafohaus wurde zu DDR-Zeiten recht stabil gebaut, so dass wir es ausbauen können“, so Schmeißer. Er freut sich, etwas Bestehendes nutzen zu können. Abgesehen davon, wer hätte einen kompletten Neubau finanzieren können?

Nutzungsvertrag mit dem CWK steht

Also gingen die Mitglieder des Nabu Gera-Greiz zu den bekannten Artenschutztürmen der Region und beobachteten dort, was es alles braucht für eine funktionierende Wohnstätte für diverse Vögel und Insekten. Ein entsprechender Nutzungsvertrag für das Trafohäuschen in Bad Köstritz hatte der Nabu bereits mit dem ortsansässigen CWK Chemiewerk Bad Köstritz schon vor etwa vier Jahren verabredet, dem das Grundstück mit dem kleinen Gebäude gehört. „Jetzt endlich kommen wir zur Umsetzung dieser Idee, nachdem wir um das Objekt herum schon Fledermäuse ausgemacht haben“, berichten die Schmeißers.

Beide freuen sich schon auf den Einzug von Schleiereulen, Schwalben, Turmfalken und Fledermäusen sowie von Staren und Singvögeln. Wahrscheinlich sollen auch Mauersegler hier einen neuen Platz finden, auch für sie werde man spezielle Öffnungen zum Einfliegen in den Turm schaffen. Überhaupt muss nun erst einmal gebaut werden. Die fünf Türen des Gebäudes werden verschlossen, alte Eisenanbauten entfernt und dann kommt ein neues Spitzdach auf das jetzt noch abgeflachte Haus. Das Dach ist vor allem für Fledermäuse und Schleiereulen nötig, die kleine, dunkle Räume zum Schlafen bevorzugen. „Insgesamt etwa 50 verschiedene Nistkästen sollen am Ende den Artenschutzturm zum neuen Zuhause für die Bewohner machen. Zum Teil werden sie außen hängend angebracht, andere befinden sich im Innern des Turmes“, verrät Konrad Schmeißer.

Weil neben Gartenrotschwänzchen auch zahlreiche Insekten und Hornissen das Trafohaus schon jetzt bevölkern, planen Konrad und Kerstin Schmeißer auf jeden Fall auch ein Insektenhotel als Bestandteil des Artenschutzturmes. Auch sprechen sie von Plänen für eine Schautafel oder sogar Führungen für Schulklassen und Interessierte – doch das ist noch Zukunftsmusik.

Ausbau des Trafohauses ab Ende des Jahres

Erst einmal soll der Turm ab Ende Oktober/Anfang November ausgebaut werden und ab 2019 zweimal jährlich von den Nabu-Mitgliedern kontrolliert werden. Im Verein Gera-Greiz, der momentan rund 1300 Mitglieder zählt (vor zwei Jahren waren es noch 700 Unterstützer), hofft man darauf, dass Vandalismus kein Thema sein wird und vertraut auf die Bevölkerung, die das Artenschutzprojekt wohlwollend aufnimmt.

Finanziert werden soll das Vorhaben aus 85 Prozent Fördermitteln des Landes Thüringen, die vordergründig die Handwerker- und Bauleistungen decken. Den Rest wird der Nabu Gera-Greiz in Eigenleistung für Fassadenfarbe und die Nisthilfen aufwenden. Dabei wären sie über jeden gespendeten Euro für das Projekt froh, denn es müssen noch einmal rund 5000 Euro zusammenkommen. Auf folgendem Spendenkonto können Naturfreunde und Befürworter des Artenschutz-Projektes in Bad Köstritz ihre Unterstützungen an den Empfänger Nabu Gera-Greiz e.V. hinterlassen:

Sparkasse Gera-Greiz
IBAN: DE12 8305 0000 0000 0951 25
Verwendungszweck: Spende Artenturm Bad Köstritz“

Christine Schimmel / 27.09.18


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