2011


NABU: Studie belegt weltweites Versagen der Gentechnik

Korruption und falsche Versprechungen diskreditieren die Gentechniklobby
(18.12.2011)

NABU Pressedienst 07.12.2011 — Berlin. Angepriesen als Wundermittel für Ertragssteigerungen und Waffe gegen den Welthunger, hat sich die Gentechnik in der Landwirtschaft nach Erkenntnissen der neuen Studie „The GMO emperor has no clothes“ als das genaue Gegenteil erwiesen. Der NABU hat den Report heute in Berlin vorgestellt. Er wurde von verschieden zivilgesellschaftlichen Organisationen aus der ganzen Welt zusammengetragen und ist eine Abrechnung mit den Versprechen der Agrogentechnik-Industrie. „Tatsächlich steigert gentechnisch verändertes Saatgut weder die Ernteerträge, noch bekämpft es den Welthunger oder reduziert den Einsatz von Pestiziden“, fasst die prominenteste Autorin der Studie und Trägerin des alternativen Nobelpreises Vandana Shiva das Ergebnis zusammen. Stattdessen habe die Gentechnik weltweit zu einer Konzentration und Monopolisierung des Saatgutmarktes in nie gekanntem Ausmaß beigetragen und trotz 30 Jahre Forschung und 13 Jahre kommerziellen Anbaus keine signifikanten Ertragssteigerungen gebracht.

Im Gegenteil: Beikräuter, die gegen Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat resistent sind, nehmen zu. Diese Mittel werden zusammen mit herbizidresistenten Pflanzen eingesetzt und führen zu „Superunkräutern“, die erhebliche ökonomische Schäden in den USA verursachen. Die betroffene Fläche hat sich in den letzten vier Jahren verfünffacht. Neun neue resistente Beikräuter traten in Brasilien in den letzten Jahren auf. Als Folge wird nicht nur die Dosierung von Glyphosat erhöht, es werden auch zunehmend giftigere Pestizide in unübersichtlichen Mischungen eingesetzt. Nach den Pflanzen entwickeln sich zunehmend auch Resistenzen bei Schadinsekten wie dem Baumwollkapselbohrer, der eigentlich mit gentechnisch veränderter Baumwolle bekämpft werden sollte.

Die Lobbyisten der Chemie- und Saatgutunternehmen, wie Monsanto, Bayer & Co, sind weltweit in Zulassungsbehörden, den Agrarministerien und ausgerechnet den großen Stiftungen vertreten, die den Hunger in Afrika bekämpfen wollen. Dieses Konzept der „Revolving Doors“ fällt unter den Begriff Korruption. In den USA zahlen die Biotechnologiekonzerne dreistellige Millionenbeträge an die Kongressabgeordneten. In Europa oder Deutschland planen die Biotechnologiekonzerne über eigens eingerichtete Beratungskommissionen wie „Plants for the Future“ oder den Bioökonomierat millionenschwere Forschungsprogramme mit.

„Um millionenschwere Forschungs- und Entwicklungsförderungen gentechnisch veränderter Pflanzen zu begründen, wird immer wieder die Sicherung der Welternährung herangezogen. Dabei sind sich fast alle einig, dass viel mehr robuste, regional angepasste und bodenerhaltende Landnutzungskonzepte nötig sind“, sagte NABU-Gentechnikexpertin Steffi Ober. Gentechnik trage heute nicht zur Welternährung bei, sondern fließe als Genmais oder Gensoja in den Tank oder Futtertrog. Über 80 Prozent der Welternährung werde tatsächlich durch Kleinbauern geleistet, die auf günstige low input-Systeme statt auf teures Saatgut, Pestizide und Dünger angewiesen sind. Mehr noch: „Studien beweisen, dass der ökologische Landbau in Afrika die Erträge glatt verdoppelt und noch dazu zur Sicherung der Bodenfruchtbarkeit beiträgt“, so Ober.

Die vollständige Studie auf Englisch finden Sie unter www.navdanyainternational.it.

Pressefotos und weitere Informationen sind erhältlich unter nabu.de/themen/gentechnik/studien/14404.html


Für Rückfragen:
Dr. Steffi Ober, NABU-Gentechnikexpertin, Tel. 030-284984-1612, E-Mail: Steffi.Ober@NABU.de


NABU kritisiert EU-Umweltpolitik: Vorschlag der EU zur Naturschutzförderung völlig unzureichend

– mindestens ein Prozent des EU-Haushalts für das LIFE-Umweltprogramm gefordert
(18.12.2011)

Berlin/Brüssel — Die Europäische Kommission hat heute in Brüssel ihren Vorschlag für eine Neuauflage des EU-Umweltförderprogramms „LIFE“ ab 2014 vorgestellt. Mit jährlich knapp 460 Millionen EUR soll damit der Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in ganz Europa unterstützt werden.

In einer ersten Reaktion begrüßt der NABU zwar die Fortschreibung von LIFE, kritisiert jedoch scharf, dass die Kommission diesem äußerst erfolgreichen Programm die nötige deutliche Aufstockung verweigert. Während der allergrößte Teil des künftigen EU-Haushalts (insgesamt über eine Billion Euro für die Jahre 2014-2020) auch weiterhin in die Agrar-, Wirtschafts- und Infrastrukturförderung fließen soll, wird LIFE nur ein Anteil von 0,3 Prozent des EU-Budgets zugestanden.

Der NABU fordert gemeinsam mit vielen deutschen und internationalen Umweltverbänden eine Erhöhung dieses Anteils auf mindestens 1 Prozent (etwa 1,5 Milliarden Euro jährlich). Dadurch würde zum Beispiel in den deutschen Bundesländern endlich die nötige Anschubfinanzierung für das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 zur Verfügung stehen. Andernfalls bliebe es eine Illusion, das Artensterben in Europa bis 2020 stoppen zu wollen, so wie es die Staats- und Regierungschefs der EU beschlossen haben.

„Statt die immer knapper werdenden öffentlichen Mittel gezielt dort einzusetzen, wo sie der Gesellschaft am meisten nutzen, will die Barroso-Kommission weiter in großem Umfang umweltschädliche Subventionen verteilen. Man kann die Finanzen Europas nicht dauerhaft sanieren, wenn man Milliarden für Agrarfabriken und Autobahnen ausgibt und es dabei versäumt, einen Rettungsschirm für die biologische Vielfalt, die Lebensgrundlage des Menschen, aufzuspannen. Mit vergleichbar geringem Einsatz könnte hier Großes bewirkt werden“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Miller fordert die Bundesregierung und die deutschen EU-Parlamentarier daher auf, sich in den laufenden Etatverhandlungen für eine deutliche Stärkung von LIFE einzusetzen. Gleichzeitig betont der NABU-Bundesgeschäftsführer aber auch die Notwendigkeit, unabhängig davon alle anderen Bereiche des EU-Haushalts ökologisch verträglich auszurichten, insbesondere die Agrarpolitik.

In Deutschland wurden seit 1992 knapp 300 Projekte mit etwas mehr als 250 Millionen Euro durch LIFE gefördert. Dabei hat sich immer wieder gezeigt, dass LIFE mit wenig Geld viel erreicht, nicht nur für den Erhalt bedrohter Arten und Lebensräume, sondern auch für den Schutz von Klima, Böden und Gewässern. Auch der Europäische Rechnungshof hat die große Bedeutung von LIFE gewürdigt.

LIFE ermöglicht zum Beispiel die Rettung des größten Moorgebiets Südwestdeutschlands am Federsee. Dort führt der NABU gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Tübingen, dem Landkreis Biberach und anderen Partnern Maßnahmen zur Wiedervernässung des international bedeutsamen Moores durch. Er hilft damit nicht nur bedrohten Tier- und Pflanzenarten, sondern durch die Bindung von Kohlendioxid im Torf auch dem Klimaschutz. Gleichzeitig wird in die Erhaltung von archäologischen Denkmälern und den nachhaltigen Tourismus investiert.


Für Rückfragen: Konstantin Kreiser
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de


Offener Brief an Umweltminister Reinholz

(05.12.2011)

Sehr geehrter Herr Minister Reinholz,

in der vergangenen Woche haben Sie die Publikation „Natürlich gedacht“ der Öffentlichkeit präsentiert. Mit der Broschüre soll eine Bilanz über 20 Jahre Umweltschutz in Thüringen gezogen werden und den Menschen gedankt werden, die sich in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten aktiv für den Umweltschutz in Thüringen eingesetzt haben.

Mit großer Verwunderung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Thüringer Umweltbewegung in dieser Bilanz nicht zu Wort kommt. Obwohl viele der heute in den Thüringer Umweltverbänden engagierten Menschen sich bereits zu DDR-Zeiten unter schwierigsten Bedingungen für den Schutz ihrer Heimat eingesetzt haben, findet sich für deren Engagement kein Platz in der 62-seitigen Broschüre Ihres Hauses. Die Publikation offenbart im Gegenteil eine verzerrte Wahrnehmung der Entwicklung des Umweltschutzes während der vergangenen zwei Jahrzehnte in Thüringen.

Luftreinhaltung steht, anders als in der Publikation behauptet, keineswegs in Thüringen auf der Agenda ganz oben, jedenfalls nicht in der Landeshauptstadt Erfurt, sowie in Weimar und Mühlhausen. Hier werden seit Jahren die Grenzwerte für krebserregenden Feinstaub überschritten. Gegen die von den Umweltverbänden immer wieder geforderte Einrichtung von Umweltzonen, wehren sich die Stadtverwaltungen im engen Schulterschluss mit der Industrielobby.

Die Erfurter Abfallwirtschaft als „ökologisch mustergültig“ zu bezeichnen, weil hier von „Anfang an eine ökologisch geprägte Philosophie“ geherrscht habe, ist eine kaum zu überbietende Dreistigkeit gegenüber 33.404 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Erfurt. Diese mussten bekanntlich mit ihrer Unterschrift in einem Bürgerentscheid nach jahrelangen zähesten Auseinandersetzungen gegen den Willen von Politik und Verwaltung der Stadt Erfurt den Bau einer Mechanisch-Biologischen Behandlungsanlage erzwingen. Thüringer Umweltverbände haben gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Erfurt den Bürgerentscheid auf den Weg gebracht.

Die Tatsache, dass beim Kapitel Wismut-Sanierung der kirchliche Umweltkreis Ronneburg mit keiner Silbe Erwähnung findet, ist entlarvend für die Haltung, die Sie, Herr Minister Reinholz gegenüber zivilgesellschaftlichen Umweltgruppen in Thüringen einnehmen. Seit über 20 Jahren begleiten die Mitglieder des kirchlichen Umweltkreises Ronneburg kritisch-konstruktiv die Sanierung des ehemaligen Wismutgeländes. Im Jahr 1990 hat der Umweltkreis erstmals Behörden, Politik, Bürger und Wismut an einen Tisch gebracht, um die Sanierung der geschundenen Landschaft voran zu treiben. Seitdem hat sich der Umweltkreis mit seiner Fachkompetenz ein sehr hohes Ansehen bei allen Beteiligten erworben. Trotzdem findet das herausragende Engagement dieser Gruppe in der Publikation Ihres Hauses keine Würdigung.

Es ist eine Verhöhnung der Menschen, die sich in ihrer Freizeit für Natur- und Artenschutz in Thüringen einsetzen, wenn ausgerechnet der Vorstandssprecher der LEG, Herr Andras Krey, in der Publikation als Retter der Gelbbauchunken in Thüringen präsentiert wird. Jahrelang hat die LEG mit der Unterstützung Ihres Hauses eine vernünftige Lösung für den Schutz eines der wertvollsten Waldgebiete in Thüringen blockiert. Bis heute will die LEG wertvolle Teile des Waldgebietes meistbietend verkaufen, auch auf die Gefahr, dass das Naturschutzgroßprojekt „Hohe Schrecke“ scheitert.

Geradezu grotesk ist die Darstellung des Pörzbergtunnels bei Schaala als gelungenen Ausgleich zwischen Mobilitätsansprüchen und Lebensqualität. Die unerträgliche Verkehrsbelastung müssen die Bewohner von Schaala und Eichfeld zwar nicht mehr erdulden. Der Preis dafür ist aber die brutale und irreparable Zerstörung der Landschaft durch einen völlig überzogenen Straßenbau. Ein ganzes Tal wurde durch den dreispurigen Neubau der „Entlastungsstraße“ zerstört und ein ehemals freifließender Bach ist vollständig unter der neuen Asphalttrasse begraben.

In der Thüringer Umweltbewegung sind Menschen engagiert, die mit wenig Mitteln, meistens in ihrer Freizeit und oft genug gegen den Widerstand von Politik und Verwaltung trotzdem große Erfolge bei der Gestaltung einer lebenswerten Umwelt in Thüringen erzielen. Allein im Artenschutz sammeln die Mitglieder der Verbände über viele Jahre hinweg ehrenamtlich Daten, welche sie den Landesbehörden unentgeltlich zur Verfügung stellen. Nur aufgrund dieser Daten ist der Freistaat in der Lage, seiner Aufgabe zur Sicherung biologischen Vielfalt in Thüringen nach zu kommen.

Sehr geehrter Herr Minister Reinholz, auch Ihre Partei betont gerne die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements als wichtige Stütze für die Gesellschaft. Der Rückblick auf 20 Jahre Umweltschutz in Thüringen wäre eine gute Gelegenheit gewesen, das ehrenamtliche Engagement von Menschen in der Thüringer Umweltbewegung angemessen zu würdigen. Diese Gelegenheit haben sie verstreichen lassen.

Für die Thüringer Umweltverbände

Volker Kögler (Vorstand AHO Thüringen)
Ron Hoffmann (Landesvorsitzender BUND Thüringen)
Grit Tetzel (Landessprecherin Grüne Liga Thüringen)
Mike Jessat (Landesvorsitzender NABU Thüringen)


Offener Brief


Eine Empfehlung zum richtigen Füttern der Vögel im Winter

NABU Gera-Greiz gibt Tipps zum richtigen Vogelfüttern
(04.12.2011)

(image-box-old: 2011/111204.jpg" text: Amsel (Turdus merula)
Foto: Frank Derer/NABU position: left)

Mit den ersten Nachtfrösten beginnt die Zeit des Vogelfütterns. Der NABU Gera-Greiz rät, den gefiederten Freunden spätestens ab diesem Zeitpunkt zusätzliche Nahrung anzubieten. Denn bei Frost und Schnee ist es für Vögel schwierig, ausreichend Nahrung zu finden. Doch richtiges Füttern will gelernt sein und fängt schon bei der Auswahl des Futterspenders an. Kirsten Schellenberg, die Landesgeschäftsführerin des NABU Thüringen, empfiehlt: "Futtersilos sind eine gute Wahl. In ihnen verdirbt das Futter nicht und ist vor Nässe und Witterungseinflüssen geschützt. Außerdem schützen die Silos das Futter, im Gegensatz zu den offenen Futterhäuschen, vor Verunreinigung durch Vogelkot. Dadurch wird die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern weitgehend verhindert."
Bei herkömmlichen Futterhäuschen ist wegen der Verschmutzungsgefahr die regelmäßige Reinigung mit heißem Wasser und die tägliche Gabe von nur kleinen Mengen Futter besonders wichtig. Des weiteren ist beim Aufstellen eines Futterhäuschens der Mindestabstand von zwei Metern zur nächsten Glasscheibe zu beachten. Damit es Katzen schwer haben, sollte die Futterstelle frei und an einer für Vögel überschaubaren Stelle angebracht werden. Die Wahl des Futters richtet sich nach der Vogelart. Für Körnerfresser, wie Finken, Sperlinge und Ammern eignen sich Sonnenblumenkerne und handelsübliche Freiland-Futtermischungen. Weichfutterfressern wie Amsel, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle, kann man mit Haferflocken, Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren die harte Zeit erleichtern. In kleinen Holzgestellen lassen sich zum Beispiel Äpfel feststecken. Für Allesfresser wie Meisen sind die bekannten Meisenknödel oder Meisenringe sowie Drahtbehälter mit Erdnüssen das richtige Angebot.

"Salzige Nahrung, wie Speck oder Salzkartoffeln, dürfen auf keinen Fall gefüttert werden. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt. Besonderes Augenmerk sollte auf die Herkunft der Sämereien gelegt werden. Billige Futtermischungen sind oft mit Samen der Allergie auslösenden Ambrosie oder anderen nicht erwünschten Pflanzen verunreinigt", betont Schellenberg.

Die Winterfütterung sollte jedoch vor allem als Ergänzung zu einer möglichst naturnahen Gestaltung des eigenen Umfelds – sprich des Gartens oder Kleingartens – gesehen werden. Denn bei entsprechender Anlage und Pflege ist der Garten eine reiche Futterquelle. Hecken und Gebüsche aus Sträuchern wie zum Beispiel Weißdorn, Mehlbeere und schwarzer Holunder, bieten Singvögeln Unterschlupf, Schutz vor Räubern und Nahrung.

Der NABU empfiehlt, das Füttern von Vögeln als Naturerlebnis zu genießen. Insbesondere Kinder sind regelrecht begeistert, wenn sich die verschiedensten Vogelarten an der Futterstelle einfinden. Bei der bundesweiten Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" vom 6.- 8.1.2012 können alle Vogelbeobachtungen an den NABU gemeldet werden. Mit den Daten will der NABU herausfinden, wo die einzelnen Arten vorkommen, wie häufig sie sind und wie sich der Klimawandel auf die Wintervögel auswirkt.


Weitere Infos unter www.NABU-Thueringen.de (NABU Thüringen e.V., Leutra Nr. 15 in 07751 Jena-Leutra, Tel.: (0 36 41) 60 57 04, E-Mail: lgs@NABU-Thueringen.de).


Liebe Naturfreunde in Gera und Greiz

Aktuelle Protestaktion gegen die Zugvogeljagd in Italien
(29.11.2011)

Hallo liebe Naturfreunde in Gera und Greiz,

das Komitee gegen den Vogelmord hat vor einigen Tagen eine aktuelle Protestaktion gegen die Jagd auf Pieper und Finken in Italien gestartet. Empfänger unserer vorgefertigten Mail ist der neue italienische Umweltminister Corrado Clini. Gleichzeitig haben wir ein (ziemlich schockierendes) Youtube-Video zum Thema veröffentlicht, um die Menschen etwas aufzurütteln.
Wir haben eine echte Chance, die neue Regierung in Rom in unserem Sinne zu beeinflussen. Dort möchte man vieles anders und besser machen, als unter Berlusconi. Wir sind dafür aber auf rege Teilnahme angewiesen. Hätten Sie Interesse, die Protestaktion ein wenig unter Ihren Mitgliedern und Interessenten zu streuen? Es würde den Zugvögeln sehr helfen.
Die Protestaktion finden Sie hier: www.komitee.de/content/protest/finkenjagd-italien
Weitere Infos und das Video gibt´s hier: www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/italien/zugvogel-massaker-am-colle-san-zeno

Wenn Sie möchten, können Sie sich ohne Rücksprache alle Bilder und Texte zum Thema von unserer Internsetseite kopieren. Sollten Sie weitere Fotos oder mehr Infos benötigen, melden Sie sich bitte bei uns!

Vielen Dank und beste Grüße aus Bonn
Alexander Heyd


Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)
Bundesgeschäftsstelle
An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Germany
Internet: http://www.komitee.de


Kleiner Informationspunkt

Bioladen "Sonnentau" im Südbahnhof Gera unterstützt NABU
(28.11.2011)

(image-box-old: 2011/111128_kopie.jpg text: NABU-Regal im Bioladen "Sonnentau"
Foto: C. Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V. layout: vertical)

Vor wenigen Tagen wurde durch die Tischlerei Schmilag (Gera) im Bioladen "Sonnentau" im Geraer Südbahnhof ein Regal moniert, welches ausschließlich mit aktuellen NABU-Materialien zum Mitnehmen bestückt wird. Somit ist es Dank des Entgegenkommens der Inhaberin, Frau A.-K. Schmidt, der an dieser Stelle für ihre Unterstützung gedankt werden soll, möglich, die Kunden des Bioladens über unsere Arbeit zu informieren und bestehende Projektmaterialien wie z.B. zum "Vogel des Jahres" öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Denn in Anbetracht der heutigen medialen 'Dauerberieselung' ist es mitunter schwierig, den berechtigten Anliegen des NABU Gehör und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Informationspunkte wie dieser sollen nach Möglichkeit an weiteren, ausgewählten Standorten eingerichtet werden.


Kleine Schritte

Projekttafel aufgestellt
(27.11.2011)

(image-box-old: 2011/111127.png text: Die ENL-Tafel am Kauernschen Teich layout: vertical)

Am 22. November wurde durch B. Rehse und C. Kummer am Kauernschen Teich die ENL-Projekttafel montiert, die obligat bei Inanspruchnahme von Fördermitteln aus dem Fonds "Entwicklung von Natur und Landschaft" (abgekürzt "ENL"), zu stellen ist. Die Tafel gibt Auskunft über das Projektanliegen ("Revitalisierung des Flächennaturdenkmals Himmelsteich bei Kauern"), den Projektträger – die NABU Stiftung NATIONALES NATURERBE Berlin und als Kooperationspartner den NABU Gera-Greiz – sowie über die Zielstellung des Projektes.


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


Bauplan Steinkauzröhre

Vielfach nachgefragter Bauplan nun abrufbar
(13.11.2011)

Der vortreffliche Vortrag im März diesen Jahres im Naturkundemuseum Gera von Daniel Scheffler über "seine" Steinkäuze in der fränkischen Röhn und dem Grabfeld ist vielen Teilnehmern noch immer in Erinnerung. Oft wurde nach dem Bauplan für die einfach zu handhabende Steinkauzröhre gefragt. Aufgrund vielfältiger Verpflichtungen im Naturschutz war es dem Referenten nicht eher möglich, diesen zu Papier zu bringen.

Hier ist der Bauuplan abrufbar:
Bauanleitung der Steinkauzröhre – "Grabfeldgau"


„Öko-Energie kann auch ein Fluch sein“

(13.11.2011)

(image-box-old: 2011/111113.jpg text: Michael Succow
Foto: Michael Succow Stiftung)

Quelle: www.fr-online.de/energie/interview-mit-naturschutz-papst-succow--oeko-energie-kann-auch-ein-fluch-sein-,1473634,11136802.html

Die Energiewende in Deutschland bringt auch neue Belastungen für die Natur. Naturschutz-Papst Michael Succow spricht im FR-Interview über Windräder im Wald, Stromtrassen und den Maisanbau für Biogas.

Verspargelung der Landschaft, gigantische Hochspannungsleitungen quer durch die Natur, boomender Maisanbau für Biogas-Anlagen – ist das der Preis, der für Atomausstieg und Energiewende gezahlt werden muss? Naturschutz-Papst Michael Succow sagt: Wir müssen von der Natur retten, was zu retten ist. Das bedeutet, die Energiewende verträglich zu machen.

Herr Professor Succow, gefallen Ihnen Windräder?

Nein. Sie verschmutzen den Horizont. Sie erzeugen störende Rotorgeräusche. Sie verursachen bei Sonne unangenehme Licht- und Schatteneffekte. Das gefällt mir nicht. Wo sie stehen und sich drehen, wird man keine Erholung finden. Mir persönlich geben die weiten Landschaften mit hohem Himmel und großem Horizont Kraft, in denen der Kirchturm noch die höchste Erhebung ist. In unserem überhitzten, lauten Mitteleuropa haben immer mehr Menschen Sehnsucht nach Ruhe, Stille, Weite. Deswegen muss es von Windkraftanlagen unbelastete Regionen geben. Wir dürfen sie nicht unserem Strom- und Energiehunger opfern.

Wollen Sie die Energiewende stoppen?

Keineswegs. Wir brauchen die erneuerbaren Energien. Das ist ja wohl inzwischen dem Letzten klar. Deswegen, keine Frage: Die Windkraftanlagen werden Teile unserer Landschaften mitbestimmen. Aber es muss nun darum gehen, sie konzentriert in Windparks anzulegen und in Gebieten, die bereits in ihrer Naturausstattung entwertet sind. Also etwa in Industriegebieten, in Regionen, die durch Straßen- und Bahntrassen zerschnitten sind.

Wie soll der Ausgleich zwischen Energiewende und Naturschutz geschehen?

Wir haben in den Bundesländern Großschutzgebiete, die bis zu 25 Prozent der Fläche ausmachen – Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks. Diese Gebiete müssen von Windkraftanlagen komplett frei bleiben. Daran darf nicht gerüttelt werden. Diese Naturräume sind nicht vermehrbar, und sie werden für Menschen in der zunehmend technisierten Welt an Bedeutung gewinnen.

Was schlagen Sie vor?

Der Staat muss Vorrangflächen ausweisen für Windkraft und die Anlagen dort konzentrieren. Zwei Prozent der Landesfläche reichen dafür aus. Es wäre so möglich, deutlich mehr Windstrom zu ernten als heute – auch, weil neue Anlagen inzwischen höher sind und mehr leisten. In Gebieten, wo wie in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Sachsen-Anhalt bereits viele Anlagen stehen, sollte dem sogenannten Repowering – dem Ersetzen alter Anlagen durch neue – der Vorzug vor der Neu-Errichtung von Anlagen gegeben werden. Und dort, wo Windräder in der Vergangenheit zu nahe an Siedlungen gebaut wurden, sollte man sich nicht scheuen, sie wieder abzubauen. Das ist immerhin ein Vorteil der Windkraftanlagen gegenüber den Atomkraftwerken. Man kann sie in einer Woche wieder beseitigen.

Was halten Sie von dem Konzept, Windanlagen mitten in Wälder zu platzieren? Dort benötigen sie wenig Platz, und Siedlungen sind meist weit entfernt. Länder wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz treiben das voran.

Windkraft im Wald muss in Schutzgebieten und in naturnahen Wäldern, die eine hohe ökologische Ausgleichs- und Stabilisierungsfunktion haben, generell tabu sein. Allerdings wird es zukünftig mehr Forst-Äcker geben, in denen Nutzholz für Bau, Industrie und Biomasse-Kraftwerke wächst. Und in diesen Holzplantagen kann man Windräder notfalls aufstellen.

Wie stehen Sie zur Offshore-Windkraft in Nord- und Ostsee? Von dort soll ja bald ein Viertel unseres Stroms kommen.

Das sehe ich eher positiv. Wenn die Offshore-Windparks einmal gebaut sind, entstehen damit auch Ruheräume für die Fische, wo sie vor der grassierenden Überfischung geschützt sind. Dort können sie ihre Kinder groß ziehen, ohne dass irgendjemand dort Fangnetze hineinwirft. Die Sorge, dass Vögel gefährdet werden, erscheint mir unbegründet.

Sie sehen keine Gefahr?

Ornithologen berichten, dass die Offshore-Windparks beim Vogelzug über die Ostsee von kleinen Vögeln als Rastplatz genutzt werden könnten, wenn Sturm oder Nebel herrschen. Dazu müssten die Windanlagen mit Rastvorrichtungen ausgerüstet sein, wo etwa die Rotkehlchen, Buchfinken und Braunellen einen Ruheplatz finden können. Das ist ein kleiner Nebeneffekt der Offshore-Parks, der mich versöhnlich stimmen könnte.

Große Offshore-Kapazitäten bedingen aber, dass viele Kilometer Stromtrassen gebaut werden müssen, um die Elektrizität zu den Ballungszentren, ins Ruhrgebiet und nach Süddeutschland zu bringen. Das bringt neue Konflikte mit dem Siedlungs- und Naturschutz.

Richtig. Allerdings gibt es Möglichkeiten, sie zu entschärfen. So hat Niedersachsen gesetzlich festgelegt, Stromtrassen in der Nähe von Wohngebieten und in Schutzgebieten als Erdkabel zu verlegen. Das ist zwar etwas teurer, aber durchaus tragbar. Ein Negativbeispiel ist demgegenüber die große oberirdische Stromtrasse, die in Brandenburg quer durch das Biosphären-Reservat Schorfheide-Chorin gebaut werden soll. Das muss verhindert werden. Das ist Raubbau an der Natur. Vorrang muss haben, den Ökostrom dezentral zu gewinnen, zu verbrauchen und zu speichern, etwa zukünftig in den Batterien von Elektroautos. Dann ist es nicht nötig, das ganze Land von Nord nach Süd mit immer mehr Stromtrassen zu durchziehen.

Hat sich Ihre Haltung zur Energiewende in den vergangenen Jahren geändert – etwa aufgrund von Fukushima?

Nicht erst durch Fukushima. Bis Mitte der 90er Jahre waren meine Maßstäbe in puncto Naturschutz deutlich strikter. Ich habe dann allerdings erkannt, dass eine Energiewende kommen muss und dass wir bestimmte Eingriffe in die Landschaft tolerieren müssen. Inzwischen haben fast alle Menschen verstanden, dass weder die Atomkraft noch die fossilen Energien eine Zukunft haben dürfen. Die Atomkraft ist zu gefährlich, das liegt auf der Hand. Und das Verfeuern des Kohlenstoffs, den die Natur in Form von Kohle, Erdöl und Erdgas mit gutem Grund in die Erdkruste entsorgt hat, befeuert einen schnellen Klimawandel, der die menschliche Zivilisation bedroht. Ich erlebe mit Freude, dass viele Menschen im Ausland, und da gerade die jüngere Generation, die deutsche Energiewende als Vorbild sehen.

Sie drücken also ein Auge zu?

Nein, man muss schon genau hinschauen, um Fehlentwicklungen zu vermeiden, nicht nur bei der Windkraft. Bei der Biomasse-Nutzung zum Beispiel gibt es eine gravierende Fehlentwicklung – den boomenden Mais-Anbau für die Biogas-Produktion. Diese sogenannte Vermaisung der Landschaft im Namen der Öko-Energie ist ein Fluch, sie muss dringend gestoppt werden, denn sie hat mit nachhaltiger Landwirtschaft nichts zu tun. Mais fördert die Erosion, zerstört die Bodenfruchtbarkeit und den Humus, erfordert viel Pestizide und Kunstdünger, zudem bietet er nur wenigen Organismen Lebensraum. Das ist subventionierte Unvernunft.

Darf Biomasse überhaupt in großem Stil für Öko-Energie genutzt werden?

Durchaus, aber anders. Am sinnvollsten ist es, Gartenschnitt und Lebensmittelabfälle für die Biogas-Gewinnung zu nutzen. Auch gut gemanagte Holzäcker sind in Ordnung, wenn sie auf Böden angelegt werden, die zur Lebensmittelerzeugung nicht taugen. Es sind, anders als beim Mais, immerhin Dauerkulturen, in denen Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren entstehen und der Boden durch neu entstehenden Humus verbessert wird. Ein riesiges Potenzial liegt aber auch in der Revitalisierung der Niedermoore, die heute generell entwässert, trockengelegt sind. Wenn man sie wieder vernässt, entsteht dort viel Biomasse – und zwar zweifach: unterirdisch in der Wurzelmasse, die das Treibhausgas CO2 bindet, oberirdisch in den schnell wachsenden Schildröhrichten und Erlenbruchwäldern, die ohne Schädigung des Ökosystems geerntet und genutzt werden können. Pilotprojekte für diese „Paludikultur“ gibt es in der Ukraine, in Weißrussland, aber auch in China. Auch bei uns gibt es Regionen, wo diese Renaturierung sehr sinnvoll wäre, etwa in Norddeutschland.

Wo zum Beispiel?

Etwa in Niedersachsen, wo Dauer-Maisanbau ausgerechnet in Niedermooren stattfindet, die dadurch sukzessive zerstört werden. Auf den entwässerten Flächen wird Gülle aus den unzähligen Tierproduktionsanlagen ausgebracht. Das bewirkt einen Torfabbau von drei bis vier Zentimetern jährlich, was riesige Mengen des darin gespeicherten Kohlendioxids freisetzt. Zudem wird das Grundwasser stark belastet. Diese Art der Landwirtschaft ist nicht mehr zu akzeptieren, und die nachfolgenden Generationen werden es bitter bezahlen müssen.

Das Gespräch führte Joachim Wille

© Frankfurter Rundschau


Moorerlebnispfad im Pöllwitzer Wald in Planung

(13.11.2011)

(image-hero-old: 2011/111113-2.jpg text: Wollgras im Pöllwitzer Wald
Foto: Untere Naturschutzbehörde Greiz)

Artikel auf OTZ.de lesen


Eine gelungene Überraschung

Vortrefflicher Kalender "Vielfalt der Natur im Landkreis Greiz 2012"
(09.11.2011)

(image-hero-old: 2011/2011-115.jpg text: Deckblatt des Kalenders (Quelle: Landratsamt Greiz))

Eine gelungene Überraschung wurde den Mitgliedern des Naturschutzbeirates zur Sitzung am 13. Oktober präsentiert. Unter dem Titel "Vielfalt der Natur 2012" gestaltete das Regionalmanagement der Region Greiz in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Greiz einen Jahreskalender für das Jahr 2012, der ein echter "Hingucker" ist. Faszinierende Fotografien der Naturfotografen Frank Leo und Tosten Pröhl (www.fokus-natur.de) werden in Verbindung mit einer bestimmten Landschaft bzw. Region (z.B. die Streuobstwiesen bei Bad Köstritz oder das Vogtländische Oberland) unseres Landkreises verwoben, so daß nicht nur hervorragende Aufnahmen zu bewundern sind, sondern zudem Wissenswertes über die naturräumliche Ausstattung des Landkreises vermittelt wird.

Und im Vorwort heißt es: "In unserem hochtechnisierten und schnelllebigen Alltag mag uns ab und an der Sinn dafür verloren gegen, was da an Einmaligem und Erhaltenswertem – faktisch vor unserer Haustür, wächst kreucht und fleucht. … Genießen Sie Natur pur – ein ganzes Jahr lang." Der Kalender wurde am 13. Oktober als Dank an alle zu Beginn der Beiratssitzung mit der Plakette "Fledermausfreundlich" ausgezeichneten Bürger übergeben.

Den möglichen Bezug erfragen Sie bitte im Regionalmanagement der Region Greiz (Zeulenrodaer Straße 42-44 in 07973 Greiz, Tel. 03661/611-450, Fax 03661/611-222, siehe auch www.region-greiz.de/regionalmanagement/index.html).


Ausstellungen "Der Gartenrotschwanz – Vogel des Jahre 2011" und Wildkatzen-Ausstellung des BUND im Landratsamt Greiz

(08.11.2011)

(image-hero-old: 2011/111108.jpg text: OTZ-Artikel vom 22. Oktober 2011 – bitte klicken, um den Artikel betrachten zu können!)

Beide Ausstellungen sind bis zum 02. Dezember 2011 im Landratsamt Greiz (Dr.-Scheube-Str. 6 in Greiz) zu besichtigen.


OTZ-Artikel vom 22. Oktober 2011


Neuerscheinung: „Die Gewässer Thüringens“

(07.11.2011)

(image-hero-old: 2011/111107.jpg text: Titelseite der Neuerscheinung: „Die Gewässer Thüringens“ position: left layout: vertical)

"Dieses Buch vereint die in jahrzehntelanger Forschung und praktischer Arbeit gewonnenen Kenntnisse zu den Fließ- und Standgewässern Thüringens. Ausgehend von den naturräumlichen Gegebenheiten und Besonderheiten des Landes werden die Gewässer in der heutigen Kulturlandschaft betrachtet und bewertet. Neben den hydrologischen Angaben der Gewässer wird der Bogen von den Biotopen über die Pflanzenwelt, die Fauna bis hin zum Naturschutz und der Gewässerpflege sowie der EU-Wasserrahmenrichtlinie geschlagen.

Es wird ein faktenreiches Gesamtbild über die Fischfauna und die Fischregionen Thüringens dargestellt. Ziel ist es, den Blick auf die Gesamtheit der Gewässer und die komplexen Wechselbeziehungen zu ihrem Umland sowie zu den lebenden Organismen zu schärfen.Die Aufgaben des Natur- und Artenschutzes sind, wie die der Landschaftspflege an Gewässern, umrissen. Zahlreiche Farbfotos, Karten und Tabellen veranschaulichen die jeweiligen Ausführungen.

Das Buch kostet 35,00 € plus 5,00 € Versand."
Bestellungen: www.ag-artenschutz.de

Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V.
07745 Jena, Thymianweg 25


Inhaltsverzeichnis zur Neuerscheinung „Die Gewässer Thüringens“


Dank Mitarbeit vieler Naturfreunde weitere Wechselkrötenvorkommen erfaßt

(06.11.2011)

(image-box-old: 2011/111106.jpg text: Wechselkröten (Bufo viridis)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Dank der positiven Resonanz auf die Bitte, Beobachtungen der Wechselkröte zu melden, konnten inzwischen weitere Vorkommen in Baldenhain, Bröckau, Pölzig und Reichstädt erfaßt werden. Wir danken allen Naturfreunden, die uns unterstützt haben und bitten darum, auch im kommenden Jahr die Augen offen zu halten, denn die Suche nach der Wechselkröte geht weiter …


Dringender technischer Hilferuf

Funktionsfähiger, gebrauchter Gefrierschrank gesucht
(05.11.2011)

(image-box-old: 2011/2011-02.jpg text: Steinkauz (Athene noctua)
Foto: Leo/fokus-natur.de position: left layout: vertical)

Die ständigen Mitarbeiter des Steinkauzzucht- und Auswilderungsprojektes erhalten ca. zweimonatlich die Futterlieferung, die tiefgefroren geliefert und aufbewahrt werden muß, um aus ihr die täglich notwendige Futtermenge zu entnehmen, aufzutauen und zu verfüttern. Bei einer Projektmitarbeiterin im Landkreis Greiz hat ein noch aus DDR-Zeiten stammender Gefrierschrank ("Gefrierwürfel") nun die 'Hufe hoch gerissen', d.h. ist irreparabel defekt. Ersatz ist nicht vorhanden.

Daher wird dringend ein gebrauchter, aber funktionsfähiger Gefrierschrank gesucht, möglichst als Spende oder Geschenk für den NABU. Wer kann helfen? (Die knapp bemessenen Projektmittel ermöglichen nicht den Kauf eines neuen Gefrierschrankes.)

Helfer melden sich bitte beim NABU Gera-Greiz (siehe Kontakt). Wir bedanken uns herzlich im Voraus!


Die Suche nach der Wechselkröte im Raum um Dorna, Brahmenau, Pölzig und Großenstein – Bitte um Mithilfe

(09.10.2011)

(image-box-old: 2011/2011-40.jpg text: Wechselkröte (Bufo viridis)
Foto: Leo/fokus-natur.de position: left layout: vertical)

Infolge der Ausräumung unserer Landschaft sind viele, einst selbstverständlich in unserer Region heimische Tier- und Pflanzenarten verschwunden, da ihr Lebensraum völlig zerstört oder nachhaltig geschädigt wurde. Hiervon besonders betroffen sind die Amphibien, also Frösche, Kröten und Molche, die (relativ) wenig mobil und zugleich sehr anfällig gegenüber vielfältigen Umweltverschmutzungen und –veränderungen sind. Wie viele kleine Gewässer wurden seit Beginn der Meliorations- und Flurbereinigungsmaßnahmen ab etwa 1965 beseitigt? Wer kennt noch die alten, von Hecken gesäumten Feldwege in der Landschaft? Oder die heute unsichtbaren – weil verrohrten – Bachläufe, eingefasst von Kopfweiden? Oder die kleinen Dorfteiche?

Eine früher in unserer Region häufige Art ist die Wechselkröte (Bufo viridis), oft auch als Grüne Kröte bezeichnet. Sie galt bis zum August 2010 in unserer Gegend als ausgestorben, da seit Jahrzehnten keine Nachweise mehr vorlagen. Am 05. August 2010 wurde ein (wahrscheinlich weibliches) Alttier, welches dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen war, in der oberen Ortslage Groitschens (Brahmenau) aufgefunden. Dieser überraschende Fund stellte in Fachkreisen eine kleine Sensation dar, da, wie bereits erwähnt, die Wechselkröte im Landkreis Greiz als ausgestorben galt und thüringenweit nur noch im nordöstlichen Altenburger Land intakte Vorkommen bekannt sind. In der Roten Liste Thüringens wird die Wechselkröte in der Kategorie 1 – „Vom Aussterben bedroht“ – geführt. Doch erfreulicherweise gelangen in diesem Jahr ab Mitte April in Groitschen drei Lebendnachweise, weitere Beobachtungen erfolgten in Hirschfeld und am nordöstlichen Rand Pölzigs. Auch Anfang Oktober wurde die Wechselkröte in Groitschen gesichtet. Aufgrund der Robustheit der Art sind auch noch zu herbstlicher Jahreszeit Wechselkrötenbeobachtungen möglich.

Die Wechselkröte ist etwa so groß wie die (noch) zahlreich vorkommenden Erdkröten, aber behender beim Klettern und Springen. „Die Oberseite ist auf hellgrünlichem, beigefarbenem, manchmal fast weißem Grund hell- bis dunkelgrün gefleckt. In der Rückenmitte ist manchmal eine helle Längslinie zu erkennen. … Vor allem bei den Weibchen sind die größeren Warzen an den Körperflanken orange bis rötlich gefärbt. Die Unterseite ist hellgrau bis weißlich, manchmal ungefleckt, oft aber mit kleineren dunkelgrünen Flecken besetzt. …
Die Wechselkröte ist eine Steppenart, unempfindlich gegenüber Trockenheit, Wärme, Kälte und erhöhtem Salzgehalt des Laichgewässers. In Mitteleuropa besiedelt sie Erdaufschlüsse verschiedenster Art, Trocken- und Halbtrockenrasen, … dringt in lichte Waldbestände ein. Die Kröten graben Röhren in das lockere Erdreich, in denen sie sich auch zu mehreren oder in Gesellschaft mit der Kreuzkröte tagsüber verbergen. Verstecke werden auch unter größeren Steinen, Brettern oder ähnlichem bezogen. Sie überwintern in frostfreien Quartieren an Land. Als Laichgewässer dienen flache, vegetationsarme Gewässer. … die Nahrung … besteht hauptsächlich aus Ameisen, Lauf- und Rüsselkäfern, Spinnen und Larven von Weichkäfern.“ (A. und C. Nöllert „Die Amphibien Europas“, Stuttgart 1992)

Infolge der bemerkenswerten Nachweise ist zu vermuten, daß in weiteren Orten im Brahmetal und seinem Umland Wechselkrötenvorkommen bestehen. Der NABU Gera-Greiz e.V. bittet daher nachdrücklich alle Naturfreunde, Beobachtungen von Wechselkröten zu melden, auch Totfunde! Die Bestandsdaten werden an den Verein Amphibien- und Reptilienschutz Thüringen e.V. weitergeleitet, der als zuständiger Landesfachausschuß des NABU Thüringen alle Angaben sammelt und auswertet. Meldungen richten Sie bitte an den NABU Gera-Greiz e.V. (c/o Sebastian Schopplich, Groitschener Berg 12 in 07554 Brahmenau, Tel. 036695/31325, E-Mail: info@Gera-Greiz.NABU-Thueringen.de).

Bereits vorab möchten wir allen Naturfreunden, die uns unterstützen werden, für ihre Hilfe herzlich danken!


zum Sachstand des Vorkommens der Wechselkröte in Thüringen

Wir danken den Herren Nöllert, Naumann und Scheidt für die Genehmigung der Wiedergabe des Artikels.


Zu zarte Kritik

Pressemitteilung des BUND zur Biodiversitätsstrategie der Landesregierung spricht tiefgreifende Probleme nur unzureichend an an
(07.10.2011)

Pressemitteilung des BUND Thüringen vom 7. Oktober 2011

Viel zu zart und nicht weitgreifend genug ist die in der BUND-Pressemitteilung geäußerte Kritik an der gegenwärtigen Landespolitik, die natürlich die übergeordnete Bundespolitik einschließt.

Erinnert sei an die Subventionierung der industriellen Landwirtschaft, die für ihre ‚Anti-Biodiversitätsarbeit‘ noch gefördert wird. Nur eine tiefgreifende Umstellung u.a. der Landwirtschafts-, Verkehrs-, Bildungs- und Energiepolitik, die auch die notwendige Aufklärung hierüber öffentlich zu vermitteln vermag, kann langfristig – und wohl gerade noch rechtzeitig genug – Abhilfe schaffen. Ebenso ist die erhebliche personelle Aufstockung der Naturschutzbehörden ein logischer Schritt, der aber bei der gegenwärtigen Form der unteren und oberen Naturschutzverwaltung auch die Korrektur der Verwaltungsstrukturmängel infolge der Abschaffung der Staatlichen Umweltämter im Jahr 2007 erforderlich macht. – Hier große Fortschritte zu erwarten, hieße, an Wunder zu glauben – leider.


Erste Darstellung der (un-)vergessenen Geschichte des Instituts für Landschaftsforschung und Naturschutz (ILN) der DDR

Abwicklung zum 31.12.1991 – Weiterführung des ILN war seitens der Entscheidungsträger des bundesdeutschen behördlichen Naturschutzes nicht erwünscht
(03.10.2011)

(image-box-old: 2011/111003.png layout: vertical)

Im Rahmen der Veranstaltung zum zwanzigjährigen Bestehen des Instituts für Umweltgeschichte und Regionalentwicklung e.V. an der Hochschule Neubrandenburg (IUGR e.V. – siehe www.iugr.net) wurde in Halle, dem einstigen Sitz der Hauptstelle des ILN, durch L. Bauer, L. Reichhoff und U. Wegener – in Anwesenheit vieler ehemaliger Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des ILN – die erste und zgl. auch beachtlich umfassende Darstellung der Arbeit und der Geschichte des ILN vorgestellt. Herausgeber ist das IUGR e.V., die Redaktion lag in den Händen von H. Behrens, L. Reichhoff, U. Ruge und U. Wegener; mitgewirkt haben 24 weitere, ehemals im ILN tätige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Die einleitende Beschreibung der Geschichte des ILN stammt aus der Feder von H. Behrens.

Vorgelegt wurde eine profunde Beschreibung sowohl der Forschungsbereiche als auch der Forschungsergebnisse. „Die Forschungsgeschichte dieses Leitinstituts für den Naturschutz und die Landschaftspflege in der DDR spiegelt in beeindruckender Weise landschaftsökologische Entwicklungsprobleme in der DDR – insbesondere in den Agrar- und Forstlandschaften sowie den Bergbaufolgelandschaften -, den forschungsseitigen Umgang damit und die enormen Forschungsleistungen wider, die die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des ILN unter zum Teil widrigen materiellen und häufig auch schwierigen politischen Rahmenbedingungen erbrachten.“ (S. 9)

Die im ILN erarbeiteten Studien zu gravierenden Problemen des Umwelt- und Naturschutzes, stellen größtenteils auch heute noch den aktuellen Stand der Forschung dar, wurden aber im Zuge der Wiedervereinigung, parallel zur Schließung des Institutes, offiziell nicht zur Kenntnis genommen. Es wäre daher wünschenswert, dass es infolge der vorliegenden Publikation über das ILN in naher Zukunft möglich sein wird, die Forschungsberichte des ILN durch das IUGR e.V. zu veröffentlichen, möglichst kommentiert durch die einstigen Bearbeiter.

Jedem Interessenten der Geschichte des Natur- und Umweltschutzes in der DDR ist die Rezeption dieses Buches wärmstens zu empfehlen. Zgl. reiht sich diese Darstellung nahtlos ein in die bereits beachtliche Publikationsreihe des IUGR e.V.

Lutz Reichhoff und Uwe Wegener:
„ILN – Institut für Landschaftsforschung und Naturschutz Halle. – Forschungsgeschichte des ersten deutschen Naturschutzinstituts“

Das Buch erschien im Steffen-Verlag Friedland (www.steffen-verlag.de) und kann dort direkt bestellt oder über den Buchhandel bezogen werden: ISBN 978-3-942477-10-9, Preis 17,80 Euro.


„Kampf für die Umwelt unter kritischer Aufsicht“ (Mitteldeutsche Zeitung, 29.09.2011)


Nachtrag zu obiger Buchvorstellung

Obwohl die Schließung des ILN und schon zuvor der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland (fast) über 20 Jahre zurückliegen, zeigen heftige und kritische Reaktionen hinsichtlich der Buchvorstellung, dass auch innerhalb des ILN die 'natürlichen' Grundprobleme der DDR-Gesellschaft (absolute SED-Herrschaft und -Hierarchie, Einflußnahme auf und Beobachtung der Arbeit des ILN durch das MfS, Diskreditierung abweichender Standpunkte u.a.m.), die heute mitunter 'ausgeblendet' werden, voll zum Tragen kamen und daher die Erschließung der Geschichte des ILN mit o.g. Publikation erst am Anfang stehen kann, wenn die gesamte Geschichte, d.h. auch die gesellschaftliche Einbindung des ILN betrachtet werden soll. Das Wirken des ILN war selbstverständlich eingefügt in das staatliche Gesamtgefüge samt subtiler oder offener Repressivmöglichkeiten und die wissenschaftliche Arbeit war keinesfalls nur unpolitische, naturwissenschaftliche Tätigkeit auf einer einsamen Insel, sondern unterlag allen Zwängen und Restriktionen des normalen DDR-Alltags. Insofern soll die Buchvorstellung nicht falsch verstanden werden als retrospektiv unkritisch-nostalgische Sichtweise. – Kritische Hinweise dieser Art zeigen, dass im Hinblick auf die politische Einordnung des ILN noch heute erheblicher Diskussionsbedarf besteht.


Schwalben willkommen

Erste Plaketten im Landkreis Greiz und der Stadt Gera übergeben
(03.10.2011)

(image-box-old: 2011/2011-106_kopie.jpg text: Mehlschwalbennester im Hof der Familie Höring-Piehler
Foto: Johann Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V. position: left layout: vertical)

Am 02.10. wurde an die Familie Höring-Piehler in der Lindenstraße in Nauendorf (bei Großenstein) durch den stellvertretenden Kreisstellenvorsitzenden die Plakette und Urkunde "Schwalben willkommen" überreicht. Mittels einfachster Hilfestellung – einer im Sommer stets gefüllten Pfütze und kleiner, selbst gefertigter Schwalbenestbaubrettchen – wird es den Schwalben ermöglicht, Nester zu bauen und erfolgreich zu brüten. Im Herbst werden die (im Bild nicht sichtbaren) Kotbretter gereinigt und der Kot als Dünger verwendet. So einfach und unkompliziert ist es, Schwalben zu helfen …

Übrigens wird die NABU-Plakette "Schwalben willkommen" in guter Nachbarschaft am Hoftor montiert werden: Neben der Plakette "Fledermausfreundliches Haus" der IFT.


Erste Planung für Krötenzaun bei Hirschfeld im kommenden Jahr – Helfer gesucht

(03.10.2011)

(image-box-old: 2011/2011-105.jpg text: Die Straße westlich von Hirschfeld, die 2012 durch einen Amphibienzaun gesichert werden soll
Foto: Sebastian Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V. position: left)

In diesem Jahr waren wieder - trotz des relativ geringen Verkehrsaufkommens – auf der Straße am Hirschfelder Streuobstwiesenteich zahlreiche Verkehrsopfer unter den heimischen Amphibien zu beklagen, v.a. – soweit noch erkennbar – Erdkröten und Grasfrösche.
Am 29.09. erfolgte daher zwischen der UNB Greiz, der Gemeinde Hirschfeld und dem NABU Gera-Greiz eine erste Vorortbegehung zur Planung der Aufstellung und Betreuung eines 200m langen Krötenzaunes im kommenden Frühjahr.

Helfer, die uns bei dieser Arbeitunterstützen möchten, können sich melden bei

  • dem Bürgermeister der Gemeinde Hirschfeld, I. Giebner, Tel. 036695/20767,
  • der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Greiz, A. Martius, Tel. 03661/876-605,
  • dem NABU Gera-Greiz über S. Schopplich, Tel. 0365/4204317 oder vorstand@nabu-gera-greiz.de.

Hornissennest wächst weiter

(29.09.2011)

(image-box-old: 2011/2011-104.jpg text: Nest von Hornissen (Vespa crabro)
Foto: Christiane Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V. layout: vertical)

Das ruhige und freundliche Herbstwetter begünstigt den Weiterbau des Hornissennestes auf der Hirschfelder Streuobstwiese. Das Foto zeigt den Zustand am 29. September 2011.

(image-box-old: 2011/2011-104-2_kopie.jpg text: Nest von Hornissen (Vespa crabro)
Foto: Christiane Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V. position: left layout: vertical)


Havarie in Schweinezuchtanlage Alkersleben – Intensivtierhaltung kann nicht artgerecht sein

Presseerklärung der SPD-Landtagsabgeordneten Mühlbauer
(27.09.2011)

Quelle: Presseservice der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag

Massentierhaltung ist nicht artgerecht und kann es auch nicht sein.

Dieses Fazit zieht Eleonore Mühlbauer, die Sprecherin für Landwirtschaft und Tierschutz der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, nachdem sie sich intensiv mit den Hintergründen einer Havarie in der Schweinezuchtanlage Alkersleben im Sommer dieses Jahres befasst hat. Dabei waren mehrere tausend Ferkel qualvoll verendet.“

Weiterlesen: Pressetext „Massentierhaltung ist nicht artgerecht und kann es auch nicht sein.“

Der NABU Gera-Greiz begrüßt diese kritische Stellungnahme als eine Stimme der Vernunft wider die Agrar-Lobby. Dies auch in Anbetracht der Tatsache, daß momentan im Nordosten der Stadt Gera gegen den erklärten Willen der Bevölkerung des Dorfes Söllmnitz (1993 nach Gera eingemeindet) zwei Mitte 1989 aufgrund schwerer Betriebsmängel stillgelegte Güllebecken gigantischen Ausmaßes (Gülle ist ein zwangsläufiges Abprodukt der Schweinemasthaltung) in einem nichtöffentlichen Genehmigungsverfahren wieder reaktiviert werden sollen – trotz fundierter Einwände bezüglich bau- und immissionsschutzrechtlicher, naturschutzfachlicher sowie kommunaler Probleme. Selbst die Kirche, die man im Dorf lassen sollte, ist gefährdet, da der Gülletransport aus Mörsdorf (bei Stadtroda) per Tankwagen den Ort Söllmnitz queren würde und unmittelbar an der gotischen Kirche, die bereits heute erhebliche Risse aufweist, vorbeiführen würde. Die Vervielfachung der Bauschäden wäre damit gewiß. Zudem hatte der NABU erhebliche artenschutzrechtliche Bedenken geltend gemacht, da die ehemaligen Güllebecken u.a. vom Laubfrosch als Laichgewässer genutzt werden und das unmittelbar umliegende Gelände eine lokale Zauneidechsenpopulation beherbergt, beides streng geschützte Arten gemäß Anhang IV der FFH-Richtlinie. Diese Bedenken wurden von den zwei NABU-Mitgliedern im Naturschutzbeirat der Stadt Gera dort energisch vertreten; mit dem Ergebnis, daß infolge der gröblichen Mißachtung der Belange des Naturschutzes beide Mitglieder protestierend aus dem Naturschutzbeirat austraten. Ein Gespräch zwischen dem NABU Gera-Greiz und dem Fachdienst Umwelt der Stadt blieb ergebnislos.

Die Durchsetzung umweltschädlicher Wirtschaftsinteressen eines einzelnen Agrarbetriebes gegen die betroffene Bevölkerung erinnert bitter an die Mißachtung der Belange des Umwelt- und Naturschutzes vor 1990. Es bleibt zu hoffen, daß die weitgehenden Einsichten bezüglich des Natur- und Umweltschutzes, die die Landtagsabgeordnete Mühlbauer in ihrer Stellungnahme vom 26.09.11 vertritt, auch in Gera wahrgenommen und umgesetzt werden.


Die Lasur soll als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden

Eine (fast) unendliche Geschichte
(26.09.2011)

(image-box-old: 2011/2011-55.jpg text: Die Exkursionsteilnehmer auf der Lasur (Exkursion am 28. Mai)
Foto: Dirk Höselbarth, NABU Gera-Greiz e.V.)

Gera will Flächen bei Zwötzen und Pforten zum Naturschutzgebiet machen

Die Stadt Gera will beim Thüringer Landesverwaltungsamt die Ausweisung der Flächen bei Zwötzen und Pforten als Naturschutzgebiet beantragen. Der Geraer Stadtrat soll dazu am 6. Oktober beschließen.

Gera. Im Glauben der Geraer ist die Lasur seit jeher ein Naturschutzgebiet. Das ist jedoch nicht so. Ein Beschluss zur Unterschutzstellung für das bisherige Landschaftsschutzgebiet Lasur sei unauffindbar. Das sei bei der Fortschreibung des Landschaftsplanes für die Stadt Gera festgestellt worden, erläuterte der Umwelt-Fachdienstleiter Thomas Kiel am Dienstagabend den Stadträten im Bau- , Umwelt- und Verkehrsausschuss.

Es gebe aus dem Jahr 1943 eine vorläufige Sicherstellung für den Naturschutz auf der Lasur. Die Vorläufigkeit hat jedoch ein Ende. Eine dauerhafte rechtliche Regelung gebe es nicht, sagte Kiel. Der Naturwert und die Schutzwürdigkeit des Gebietes bei Zwötzen und Pforten ist indes unumstritten. Seit mehr als 200 Jahren wird das Gebiet als "Hausberg der Geraer Naturforscher" genutzt.

Vor fünf Jahren wurde im Naturkundemuseum öffentlich ein naturschutzfachliches Gutachten zur Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit der Lasur vorgestellt, das die Untere Naturschutzbehörde in Gera Anfang 2006 in Auftrag gegeben hatte. Die Spezialisten Dr. Hartmut Sänger, Andreas Weigel und Frank Burger stellten damals umfangreiches Datenmaterial vor. Neben historischen Daten wurden Biotoptypen sowie Farn- und Blütenpflanzen kartiert, Pilze erfasst und vor allem der bisher weitestgehend unbekannte Bestand an Käfern und Wildbienen untersucht. Auch die Daten zu Brutvögeln, bereitgestellt von den Geraer Ornithologen, und eine umfassende Erhebung zu Schmetterlingen aus dem Jahr 1996 waren mit eingeflossen. So konnten unter anderem 455 Farn- und Blütenpflanzen, 129 Pilze, 82 Brutvögel, 319 Käfer, 109 Wildbienen und 293 Schmetterlinge nachgewiesen werden, darunter viele seltene und besonders geschützte Arten. Aus Sicht der Gutachter waren diese Ergebnisse aufgrund des kurzen Untersuchungszeitraumes nur die "Spitze des Eisberges".

Mit Unterstützung des Geraer Naturschutzbeirates wollte die Untere Naturschutzbehörde schon damals mit der vorgelegten Datenbasis die Unterschutzstellung der Lasur als Naturschutzgebiet bei der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt beantragen. Das war vor fünf Jahren. Jetzt will die Stadt Gera per Stadtratsbeschluss am 6. Oktober bekunden, dass die Lasur vom Landesverwaltungsamt als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird. Der Oberbürgermeister soll beauftragt werden, die Bekundung gegenüber dem Landesverwaltungsamt abzugeben und sich dafür einzusetzen, dass der Wille der Stadt auch von der Oberen Naturschutzbehörde umgesetzt wird. Der Bauausschuss stimmte dem Vorhaben zu.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Jörg Dannenberg, der sich der Stimme enthalten hatte, bat zuvor allerdings darum, dass der Beschlussvorlage noch vor der Ratssitzung Grundstückskarten beigefügt werden, auf denen ersichtlich ist, an welchen Stellen die Lasur bereits bebaut ist. Damit solle sicher gestellt werden, dass bereits Bestehendes bewahrt bleiben kann, wenn der Naturschutz für die Lasur in Kraft treten wird. Der Flächennutzungsplan, auf den Kiel verwies, sei im Detail dazu nicht aussagekräftig genug, so Dannenberg.“

Angelika Munteanu / 22.09.11


Textquelle

Thüringer Allgemeine-Beitrag vom 22. September 2011: Gera will Flächen bei Zwötzen und Pforten zum Naturschutzgebiet machen


Neuer Vorstandsvorsitzender und Stellvertreter gewählt

Berichtigung eines redaktionellen Irrtums
(21.09.2011)

Am 17.09. fand die diesjährige Jahresmitgliederversammlung des Kreisverbandes Gera-Greiz statt. Wie bereits vorab angekündigt, trat der bisherige Vorsitzende Peter Kindermann (Gera) familiärer Gründe halber von seinem Amt zurück. Dieses übernimmt nun der bisherige stellvertretende Vorsitzende, Andreas Martius (Zeulenroda), während der bisherige Beisitzer Sebastian Schopplich (Brahmenau) die Stelle des stellvertretenden Vorsitzenden übernahm.

Herrn Peter Kindermann, nunmehr nur ’einfaches’ NABU-Mitglied, ist für die langjährige Arbeit als Vorstandsvorsitzender, die er zusätzlich zu seiner ebenfalls ehrenamtlichen Arbeit als Stadtverordneter der Stadt Gera (Bündnis 90/Die Grünen) leistete, zu danken.

Ab dem 19. September lautet die neue Postanschrift des Kreisverbandes wie folgt:

NABU Kreisverband Gera-Greiz e.V.
Johannes-R.-Becher-Straße 66
07546 Gera

Tel./Fax: 03 65 / 42 04 31 7
E-Mail: info@gera-greiz.nabu-thueringen.de


Umbesetzungen im Vorstand des Kreisverbandes

(image-hero-old: 2011/2011-100-2.jpg text: Panoramabild – Blick vom Teufelsberg.
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.)

Am 17.09. fand die diesjährige Jahresmitgliederversammlung des Kreisverbandes Gera-Greiz statt. Wie bereits vorab angekündigt, trat der bisherige Vorsitzende Peter Kindermann (Gera) familiärer Gründe halber von seinem Amt zurück. Dieses übernimmt nun der bisherige stellvertretende Vorsitzende, Andreas Martius (Zeulenroda), während Peter Kindermann als Beisitzer weiterhin dem Vorstand angehören wird, da der bisherige Beisitzer Sebastian Schopplich (Brahmenau) die Stelle des stellvertretenden Vorsitzenden übernahm.

Ab dem 19. September lautet die neue Postanschrift des Kreisverbandes wie folgt:

NABU Kreisverband Gera-Greiz e.V.
Johannes-R.-Becher-Straße 66
07546 Gera

Tel./Fax: 03 65 / 42 04 31 7
E-Mail: info@gera-greiz.nabu-thueringen.de

(image-box-old: 2011/2011-100.jpg text: Wanderung des NABU bei Weißendorf
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V. position: left)

An die Mitgliederversammlung schloß sich die von A. Martius geführte Exkursion durch das Flächennaturdenkmal "Teufelsberg" und den Geschützten Landschaftsbereich "Um die Hammermühle" sowie über die naturschutzgerecht sanierte Deponie bei Weißendorf an. Der Weg führte u.a. durch einen naturnahen, trockenen Hangwald mit Felsanteilen, entlang eines strukturreichen Bachlaufes vorbei an artenreichen Feuchtwiesen und verdeutlichte die Schönheit und Schutzwürdigkeit unserer Heimat.

Die nächste öffentliche Vorstandssitzung findet am 10. Oktober in den Museumsstuben Gera, Beginn wie immer um 19.30 Uhr, statt.


Zweites Clomazone-update

Deutschlandfunk – 12.09.2011: dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1552382

Schwindel, Atemnot und kranke Pflanzen
Verlieren Clomazone-haltige Unkrautvernichter ihre Zulassung?

Pestizide mit dem chlorophyllhemmenden Wirkstoff Clomazone können Gesundheitsbeschwerden und Ernteausfälle bewirken. Nun soll die Zulassung des Unkrautvernichters ausgesetzt werden. Doch die Herstellerfirmen Syngenta und BASF verzögern die Entscheidung.

Von Verena Kemna

Unzählige Pflanzenschutzmittel enthalten Clomazone. Ein Unkrautvernichter, der verhindert, dass die Pflanzen Chlorophyll bilden können, sodass sich grüne Pflanzenteile weiß verfärben. Winterraps, Ackerbohne, Futtererbse, Möhre, Gemüsefenchel und Blumenkohl sind nur einige der Ackerfrüchte, die üblicherweise mit dem Unkrautvernichter besprüht werden. Die Gefahren für Nachbarflächen sind vielfältig. Der Wind kann Bestandteile übertragen. Bei höheren Außentemperaturen wird der Wirkstoff gasförmig und verflüchtigt sich. All das sei den Zulassungsbehörden seit Langem bekannt, erklärt Carina Weber, Geschäftsführerin vom Pestizid-Aktions Netzwerk PAN.

„Also die Zulassungsbehörde hat ja Sicherheitsstandards auferlegt, um Mensch und Umwelt zu schützen. Das heißt, die Gefahren sind nicht neu und schon im September 2001 gab es bereits dort in der Region, wo jetzt die Probleme aufgetreten sind, in Mecklenburg-Vorpommern, Gesundheitsbeschwerden und Ernteausfälle durch Pestizide mit dem Wirkstoff Clomazone.“

Das Szenario scheint sich zu wiederholen. Obwohl Mischungsverhältnis, Tagestemperatur und der Abstand zu benachbarten Kulturflächen genau geregelt sind, haben Anwohner im Landkreis Vorpommern-Greifswald unmittelbar nach der Rapsaussaat über Schwindel und Atemnot geklagt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat daraufhin ein Ruhen der Zulassung angeordnet. Doch der Widerspruch von Firmen wie Syngenta und BASF hat aufschiebende Wirkung. Das bedeutet, die clomazonehaltigen Unkrautvernichter dürfen bis auf Weiteres verkauft und angewandt werden. Die Bundesregierung müsste die Zulassungsbehörden besser unterstützen, fordert PAN-Geschäftsführerin Carina Weber.

„Damit die Behörden sich gegen die Interessen multinationaler Konzerne auch tatsächlich durchsetzen können. Denn zu den Vertreibern clomazonehaltiger Pestizide gehören die Weltmarktführer der Pestizidindustrie.“

Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert auch das Pestizid-Aktions Netzwerk PAN ein Verbot von Clomazonen, doch Carina Weber bleibt skeptisch.

„Wir sehen hier wieder, dass dieser Versuch durch Auflagen, die Auswirkungen gefährlicher Pestizide gewissermaßen zu bändigen, dass das immer wieder nicht funktioniert."

Hans-Gerd Nolting, beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, zuständig für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, fühlt sich dagegen keineswegs von der Bundesregierung im Stich gelassen.

„Die Entscheidung werden wir fällen und die können wir auch ohne jegliche Einflussnahme von außen fällen.“

In den nächsten zwei Wochen werde das BVL Stellungnahmen der zuständigen Firmen, des Bundesamts für Risikobewertung sowie der Landesbehörden in Mecklenburg-Vorpommern prüfen. Nach bisherigen Erkenntnissen seien Pflanzen auf Nachbarflächen in der Vergangenheit nicht nachhaltig geschädigt worden. Hans-Gerd Nolting räumt ein, dass die Anwohner in Klein Jasedow hätten bereits vor zehn Jahren schon einmal über gesundheitliche Beschwerden geklagt haben.

„Da heißt es unter anderem, dass man sich durch die Pflanzenschutzmittel, die in der Nachbarschaft ausgebracht worden sind, unwohl fühlt, Kinder seien häufig krank. Es soll Beeinträchtigungen der Lebensqualität geben, psychische Beeinträchtigungen, Depressivität.“

Symptome, die sich durch die Toxizität der Pestizide nicht erklären ließen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit werde die Zuordnung der Symptome eingehend prüfen und dann entscheiden. Fest steht schon jetzt, dass die Sicherheitsabstände zu Nachbarkulturen von derzeit fünf Metern erweitert werden, um Blattverfärbungen in Nachbargärten zu verhindern.

„Also hier wird es sicherlich Änderungen geben, ob das bis zu einem Widerruf der Zulassungen führt, das kann ich heute noch nicht abschätzen, aber das wird in den nächsten 14 Tagen entschieden werden.“

Audio On Demand | Beiträge zum Nachhören | für diesen Beitrag: ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/09/12/dlf_20110912_1142_ba1ad074.mp3

Weitere Informationen

Pestizid-Aktions-Netzwerk: "Pestizidindustrie kippt das Ruhen der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Clomazone – PAN fordert ein endgültiges Verbot"
pan-germany.org/deu/~news-1118.html


Aktion „Schwalben willkommen“ im Landkreis Greiz und der Stadt Gera

Rauchschwalbe (Hirundo rustica). Foto: Leo/fokus-natur.de Rauchschwalbe (Hirundo rustica). Foto: Leo/fokus-natur.de

Im Frühjahr dieses Jahres hatte der NABU Thüringen die Aktion „Schwalben willkommen“ gestartet. Auch im Bereich unseres Kreisverbandes wurde gut ein Dutzend Anträge gestellt, die z.Z. bearbeitet werden. Der NABU Gera-Greiz bittet die Antragsteller noch um etwas Geduld, da alle Arbeiten im Kreisverband ausschließlich ehernamtlich erfolgen und die Arbeitslast momentan leider nur wenig Raum für diese Aktion lässt. Die zuständigen Ornithologen im NABU Gera-Greiz wollen aber im Herbst auch in unserer Region die Plaketten und Urkunden übergeben. Wir bitten daher alle Antragsteller, denen wir bereits an dieser Stelle für ihr Engagement im Schwalbenschutz danken, welches auf vielen Fotos, die den Anträgen beigefügt waren, eindrucksvoll zu sehen ist, noch um etwas Geduld.


Biogasanlagen ökologisch katastrophal

Agrargas-Anlagen nicht energieeffizient, Klimaschutzbilanz miserabel
(13.09.2011)

Biogasanlage. Foto: Ingo Ludwichowski BiogasanlageFoto: Ingo Ludwichowski

Besser kann keine Marketing-Agentur arbeiten: Der Begriff "Biogas" hat sich in der Öffentlichkeit festgesetzt, dabei ist hier nichts "BIO" sondern es wird mit hohem Energieaufwand und in massiv umweltschädigender Produktionsweise der Rohstoff für die Agrargas-Produktion erzeugt, zumeist Mais.Die Ökobilanz der Mais-Produktion und des Transportes zu den Anlagen ist schon für sich miserabel. Doch die Agrargas-Anlagen selbst setzen der umweltschädlichen Bilanz die Krone auf. Dabei darf nicht vergessen werden daß diese "Bio-" Produktion nichts anderes ist, als die profitable Subventionsabschöpfung, die hinsichtlich der ökologisch negativen Folgen sehenden Auges staatlich garantiert wird.

Tatsächlich zukunftsfähig Nachhaltigkeit aber sieht anderes aus: Schluß mit der energieverschwendeten Lebensweise, hin zu bewußter Nutzung der natürlichen Ressourcen und nachhaltiger Produktion.

Pressemitteilungen

Quelle: Hamburger Abendblatt (abendblatt.de/region/article2018612)

Neumünster. Der Naturschutzverband Nabu bescheinigt Biogasanlagen eine miese Öko- und Energiebilanz. Eine Untersuchung [*] habe ergeben, dass solche Anlagen weder besonders energieeffizient arbeiten, noch einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten, teilte der Nabu-Landesverband
Schleswig-Holstein am Mittwoch mit. Zudem gefährdeten sie durch den Maisanbau Boden, Grundwasser, Seen und Fließgewässer sowie die Biodiversität. "Sie sind ohne Wenn und Aber umweltschädlich", heißt es.
Ausnahmen bildeten nur Anlagen, die Rest- und Abfallstoffe verwerteten sowie Abwärme sinnvoll einsetzten. Diese gebe es in Schleswig-Holstein aber kaum. Im Norden waren Ende 2010 etwa 420 Biogasanlagen mit einer durchschnittlichen Leistung von 500 Kilowatt in Betrieb, im Bau oder
genehmigt.
Als sogenanntes Gärsubstrat nutzen laut Nabu ungefähr 90 Prozent der Anlagen ganz überwiegend Mais, der im Land zur Energieproduktion auf 100 000 Hektar
angebaut werde. Das entspricht der Fläche des Kreises Plön. Häufig werde der Mais über weite Strecken geliefert; bei den wenigsten Anlagen werde die
Abwärme sinnvoll genutzt.
"So ist der Energiegewinn nicht viel größer als der Energieverbrauch. Windkraft- und Photovoltaikanlagen arbeiten deutlich effizienter",
analysierte der Nabu. Geradezu miserabel falle die Klimaschutzbilanz aus. "Agrargasanlagen, für die Mais auf ehemaligen Grünlandflächen angebaut wird,
haben eine schlechtere Treibhausgasbilanz als moderne Gaskraftwerke zu verzeichnen." Der Mais belaste das Grundwasser mit Nitrat und gefährde als
Monokultur durch Humusabbau die Bodenqualität. (abendblatt.de/dpa)


NABU Schleswig-Holstein
(schleswig-holstein.nabu.de/themen/energie-verkehr/energie/14111.html)

Kein Beitrag zum Klimaschutz, ökologische Auswirkungen katastrophal
NABU präsentiert Hintergrundbericht zu Agrargasanlagen

Hey, 5. September 2011 – Biogasanlagen arbeiten weder besonders energieeffizient noch leisten sie einen positiven Beitrag zum Klimaschutz. Zudem gefährden sie durch den Maisanbau Boden, Grundwasser, Seen und Fließgewässer sowie die Biodiversität. Sie sind ohne Wenn und Aber umweltschädlich. Dies ist das Fazit einer umfangreichen, mit aktuellen Daten und Fakten unterlegten Recherche des NABU Schleswig-Holstein. Ausnahmen bilden nur Anlagen, die Rest- und Abfallstoffe verwerten sowie die Abwärme sinnvoll einsetzen – doch die gibt es hierzulande kaum.
In Schleswig-Holstein waren Ende 2010 etwa 420 Biogasanlagen mit einer durchschnittlichen Leistungsgröße von 500 kW in Betrieb, im Bau oder genehmigt. Als Gärsubstrat nutzen ungefähr 90 % weit überwiegend Mais als mit Abstand produktivste NawaRo-Pflanze, sodass Energiemais inzwischen auf rund 100.000 ha angebaut wird – eine Fläche so groß wie der gesamte Landkreis Plön.
Der NawaRo-Anbau ist energieintensiv, häufig wird der Mais über weite Strecken antransportiert und damit viel Treibstoff verbraucht, bei den wenigsten Anlagen erfolgt eine sinnvolle Abwärmenutzung. So ist der Energiegewinn nicht viel größer als der Energieverbrauch. Windkraft- und Photovoltaikanlagen arbeiten deutlich effizienter.

Schlechte Klimaschutzbilanz

Geradezu miserabel fällt die Klimaschutzbilanz aus, bei der nicht nur der aus dem hohen Energieeinsatz resultierende CO2-Ausstoß zu einzurechnen ist. Ist für den Maisanbau Grünland umgebrochen worden, wie dies vor allem auf der schleswigschen Geest, dem Konzentrationsbereich für Agrargasanlagen, gang und gäbe ist, wird beim Abbau der organischen Bodensubstanz so viel vom Treibhausgas CO2 freigesetzt, dass dies von den Anlagen selbst über Jahrzehnte nicht mehr wettzumachen ist. Agrargasanlagen, für die Mais auf ehemaligen Grünlandflächen angebaut wird, haben eine schlechtere Treibhausgasbilanz als moderne Gaskraftwerke zu verzeichnen. Aber auch für Anlagen, die auf den ersten Blick eine bessere Klimaschutzeffizienz aufweisen müssten, weil die Energiepflanzen im nahen Umfeld und auf Ackerboden angebaut werden, ergibt sich bei umfassender, globaler Betrachtung eine erheblich schlechtere Bilanz: Aufgrund der üppigen EEG-Subventionen verdrängen die Nachwachsenden Rohstoffe (NawaRo) wie Energiemais vor allem große Kontingente des Futtermittelanbaus aus Deutschland – und zwar hauptsächlich nach Argentinien und Brasilien. So wird im Zuge des Biogasbooms in Südamerika verstärkt Soja für deutsche Viehbestände angebaut. Dafür werden dort riesige Grünländereien bis hin zu Waldland in Äcker umgewandelt, was zur Emission gewaltiger Kohlendioxidmengen aus dem Boden führt. Im Ergebnis können somit unsere Biogasanlagen zwar helfen, die deutsche Klimaschutzstatistik aufzupolieren. Dafür verschlechtern sie aber die Treibhausgasbilanzen anderer Länder enorm.

Maisanbau hat hohes Potenzial für Umweltbelastung

Unter allen Anbauformen besitzt der Maisanbau das größte Potenzial an Umweltbelastungen: Er belastet das Grundwasser durch Nitrateinträge. Im Winter und Frühjahr werden von den kahlen Maisäckern Nährstoffe in die Seen und Bäche abgeschwemmt, zumal Maisäcker in der Regel übermäßig vor allem mit Stickstoff versorgt werden. Zudem gefährden die Monokulturen durch Humusabbau die Bodenqualität. Nicht zuletzt führt der Biogasboom mit seinen Maisäckern zur weiteren Verarmung von Flora und Fauna der Agrarlandschaft. Der Nutzungsdruck ist so groß, dass bis unmittelbar an Knicks, Wege und Kleingewässer geackert wird – für die Natur bleibt da kein Platz. Infolge des Grünlandrückgangs ist selbst ein bislang so häufiger Vogel wie der Star seltener geworden. Die mancherorts um die Maisfelder angelegten Blühstreifen sind dagegen nur Kosmetik.
Nicht von ungefähr sehen mittlerweile die Fachbehörden des Natur- und Gewässerschutzes, so auch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, sowie Forschungsinstitute wie das die Bundesregierung in Agrarfragen beratende Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut die Entwicklung im Agrargassektor als problematisch an.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Zum 1. Januar 2012 gelten neue Sätze für die Einspeisevergütung nach dem EEG. Kleine, hofnahe Biogasanlagen zur Verwertung von Gülle und Mist werden zukünftig kräftiger gefördert. In dieser Reststoff- und Bioabfallverwertung liegt die große Chance der Biogaserzeugung, einen tatsächlich positiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Doch wird die Verwendung nachwachsender Rohstoffe weiterhin stark subventioniert. So wird die "Vermaisung" unserer Landschaft mit allen ihren negativen Folgen noch lange nicht ihr Ende finden.

Hintergrundpapier

Das 16-seitige Hintergrundpapier "Agrargasanlagen und Maisanbau – eine kritische Umweltbilanz" des NABU Schleswig-Holstein finden Sie unten zum Download. Sie können das gedruckte Papier auch beim NABU Schleswig-Holstein, Färberstr. 51, 24534 Neumünster, mailto:info@nabu-sh.de anfordern.

Für Rückfragen
Fritz Heydemann, Tel. 04522-3971
Ingo Ludwichowski, Tel. 0160-96230512

Agrargasanlagen und Maisanbau – eine kritische Umweltbilanz


Geflügelte Baukünstler

Hornissen bauen großes Nest außerhalb eines Fledermauskastens weiter
(11.09.2011)

Nest von Hornissen (Vespa crabro) Nest von Hornissen (Vespa crabro) Foto: Christiane Schopplich/NABUGera-Greiz

Häufig kommt es vor, dass Hornissen Nist- oder Fledermauskästen zum Bau ihrer Waben nutzen. Zumeist erfolgt, wenn der zu enge Raum des Nist- oder Fledermauskastens ausgebaut ist, in unmittelbarer Nähe der Bau weiterer Waben in einer geeigneten Kunst- oder Naturhöhle. Auf einer Streuobstwiese bei Hirschfeld bot sich zur Apfelernte ein ungewöhnliches Bild: der Wabenbau setzte sich außerhalb der Fledermausröhre fort.

Nest von Hornissen (Vespa crabro) Nest von Hornissen (Vespa crabro) Foto: Christiane Schopplich/NABUGera-Greiz

Änderung der Landwirtschaftspolitik?

In Thüringen (noch) undenkbar: Landwirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg fordern gravierende Änderung der biodiversitätsvernichtenden herkömmlichen Landwirtschaft incl. der zgl. notwendigen Änderung der politischen Rahmenbedingungen
(11.09.2011)

Das bitter nötige Umdenken in Hinblick auf die gängige Landwirtschaftspoltik zeigt die beigefügte Pressemitteilung auf. Die Einsicht, daß die industrielle Landwirtschaft in ihrer herkömmlichen Wirtschaftsweise bundesweit eine rasante Verarmung an Biotopen und Arten verursacht, muß endlich ein Umdenken in der Politik bewirken, sofern diese nicht lobbyistisch der Agrarwirtschaft tributpflichtig ist. Tatsächlich verantwortungsvolle Politik beweist u.a. sich in der vorausdenkenden und verantwortungsvollen Wahrung der menschlichen Lebensgrundlagen, auch für zukünftige Generationen.

Pressemitteilungen

Quelle: http://www.umwelt.nrw.de/ministerium/presse/presse_aktuell/presse110907.php

20-Punkte-Programm der Agrarministerin und Agrarminister Baden-Württembergs, Nordrhein-Westfalens und von Rheinland-Pfalz zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013


Trotz gesundheitlicher Beschwerden von Anwohnern nach der Anwendung von Clomazone-haltigen Pestiziden legen SYNGENTA und BASF gegen das behördlich angeordnete vorläufige Ruhen der Zulassung Widerspruch ein

Was zählt die Gesundheit der Menschen?
(10.09.2011)

Nicht neu: In diversen Werbeanzeigen u.a.m. zeigt sich die Firma BASF stets dem Wohl der Menschen und seiner Nutztiere und -pflanzen verpflichtet. Sei es die Sorge des Schäfers bei Parasitenbefall seiner Schafherde oder der stirnrunzelnde Kleingärtner, der Gartenschädlinge rasch und arbeitsarm loswerden möchte (angemerkt: und ohne gründlich nachzudenken) – BASF hat für jeden Bedarf etwas parat, natürlich auch für agroindustrielle Großanwender. Wird das Geschäft trotz erheblicher Verdachtsmomernte auf negative Beeinträchtigung der (nicht nur) menschlichen Gesundheit gestört, hat aber plötzlich nicht mehr die Sorge um das Wohl der Menschen Vorrang, sondern der weitere Verkauf der höchstwahrscheinlich nicht ungefährlichen Pestizide – Pardon "Pflanzenschutzmittel".

Pressemitteilungen

Bundesamt stoppt Pflanzenschutzmittel
Ostsee-Zeitung – 07.09.2011 (ostsee-zeitung.de/vorpommern/index_artikel_komplett.phtml)

Klein Jasedow/Berlin (OZ) – Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat mit sofortiger Wirkung das Ruhen der Zulassung Clomazone-haltiger Pflanzenschutzmittel angeordnet. Die Unkrautvernichter dürfen zurzeit nicht mehr verwendet und eingeführt werden.
Die Behörde reagiert damit auf mehrere Beschwerden aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. Dort wurde Ende August, unter anderem in Klein Jasedow bei Lassan, ein Clomazone-haltiges Mittel auf Rapsfeldern versprüht. Mehrere Anwohner klagten über gesundheitliche Beschwerden wie Schwindel und Atemnot. Außerdem verfärbten sich viele Pflanzen weiß.
Die Firmen Syngenta und BASF haben Widerspruch gegen das Ruhen der Zulassung der Pflanzenschutzmittel eingelegt. Bis spätestens Ende der Woche wird mit einer Entscheidung über den Widerspruch gerechnet.


BUND für Verbot von Herbizid-Wirkstoff Clomazone
www.ostsee-zeitung.de/nachrichten/mv/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=3231156

Schwerin (dpa/mv) – Das Unkrautbekämpfungsmittel Clomazone gehört nach Ansicht der Umweltorganisation BUND verboten. Ein Sprecher des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern äußerte sich am Mittwoch in Schwerin froh darüber, dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Zulassung des Mittels ausgesetzt habe. Das Bundesamt teilte allerdings mit, gegen die Entscheidung hätten die Zulassungsinhaber Widerspruch eingelegt. Dieser habe aufschiebende Wirkung. Die Mittel dürften daher bis auf weiteres wieder vertrieben und angewendet werden.
Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass das Pflanzenschutzmittel für Raps bei Einwohnern in Vorpommern, unter anderem in Klein Jasedow, zu Atembeschwerden führte. Nach Angaben des BUND sind die Beeinträchtigungen im Landkreis Vorpommern-Greifswald keine Einzelfälle.

Lesen Sie weiter
Information des BUND: dpaq.de/zRqYR
Mitteilung des Bundesamtes: dpaq.de/jwtuR


Herbizid Clomazone verbieten!
BI Landwende – 08.09.2011 de.indymedia.org/2011/09/315643.shtml

Nach 2001 und 2003, 2004 und 2007 hatte im August dieses Jahres erneut ein Dorf in der Nähe der Insel Usedom in Vorpommern unter den Folgen eines Clomazone-haltigen Herbizids zu leiden. Der Wirkstoff Clomazone unterbindet die Chlorophyll-Bildung in Pflanzen. Das Herbizid wird auf frisch eingesäten Rapsfeldern ausgebracht, um bestimmte Kräuter vor der Keimung der Rapspflanzen zu bekämpfen.
Bereits im Jahr 2001 gab es in Mecklenburg-Vorpommern über 50 Fälle, in denen ökologisch wirtschaftende Betriebe und Privatgärten durch Clomazone geschädigt wurden. Das Mittel verbreitete sich zum Teil über Hunderte von Metern in der Landschaft und färbte auf den Biofeldern die Pflanzen weiß. Die erste Ernte des damals neu gegründeten Betriebs Kräutergarten Pommerland eG wurde auf diese Weise vernichtet. Aktive Bürgerinnen und Bürger aus der Region Lassaner Winkel gründeten seinerzeit die Bürgerinitiative "Landwende" und brachten die Fälle in die Öffentlichkeit, was zu schweren örtlichen Auseinandersetzungen führte. Immerhin bestand die Zulassungsbehörde auf einer Umformulierung des Mittels.
Dennoch wiederholte sich das Schadensbild im Jahr 2004 in gleichem Ausmaß. 2003 und 2007 wurden ähnliche Auswirkungen, doch in geringerem Umfang festgestellt.
Nun, 10 Jahre nach der ersten Havarie, ist ein Endpunkt erreicht: Nachdem das Clomazone-haltige Mittel Colzor Trio der Firma Syngenta am 21. August in der Nähe der Ortschaft Klein Jasedow gespritzt worden war, färbten sich Vogelmiere, Giersch, Kerbel, Salat-Saat, Rosentriebe, Brombeer- und Himbeerblätter und weitere Pflanzen, die noch junge Triebe hervorbringen, weiß. Einwohner litten, wie jedes Mal, wenn ein derartiges Herbizid versprüht wurde, tagelang unter Atemwegsbeschwerden, Kreislaufbeschwerden, Übelkeit und depressiver Stimmung.
Die Bürgerinnen und Bürger des am meisten betroffenen Dorfs Klein Jasedow wandten sich an das Landwirtschaftsministerium, das Gesundheitsamt, das Landespflanzenschutzamt und die Naturschutzbehörden. Anders als in den früheren Jahren wurden diesmal die Beschwerden ernstgenommen. Der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, wandte sich mit einem Brief an die Bundesministerin Ilse Aigner und forderte sie auf, eine erneute Prüfung des Mittels zu veranlassen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erließ eine "Ruhensanordnung", die die weitere Anwendung Clomazone-haltiger Mittel bis auf weiteres untersagt.

Helfen Sie mit, das Herbizid Clomazone verbieten zu lassen
Das ist ein großer Erfolg für zivilgesellschaftliches Engagement! Allerdings erst ein Teilerfolg. Clomazone – ein Stoff, dessen Gesundheitsverträglichkeit für Menschen nie unter den realen Bedingungen in direkter Nachbarschaft zu großflächigem agrarindustriellem Anbau untersucht worden ist, muss EU-weit aus den Herbiziden verschwinden. Das Problem: Mecklenburg-Vorpommern ist bisher das einzige Bundesland, in dem eine Sensibilität der Einwohner für Schadensauswirkungen von Clomazone zu verzeichnen ist. Um die Position von Mecklenburg-Vorpommern in dieser Sache zu stärken, ist es nun wichtig, dass Betroffene in den übrigen Bundesländern aufmerksam ihre Gärten und Felder beobachten und entsprechende Schäden melden.
Wurde in Ihrer Nähe Raps ausgesät und unmittelbar danach gespritzt? Entdecken Sie helle Verfärbungen an sogenannten Zeigerpflanzen wie Vogelmiere, Melde, Brombeeren, Himbeeren, langen Blattgräsern, Rosengewächsen und jungen Pappeln? Auch frische Löwenzahntriebe und Brennnesseln zeigen Verfärbungen. Wie weit ziehen sich diese weiß gewordenen Pflanzen in umliegenden Gärten oder öffentliche Plätze?
Wenn Sie Schäden dieser Art entdecken:

  • Rufen sie das zuständige Pflanzenschutzamt an und bitten Sie umgehend um einen Ortstermin zur Aufnahme des Schadensbilds. Melden Sie den Schaden dem Landwirtschaftsministerium. Berichten Sie von den bekannten Fällen in Mecklenburg-Vorpommern und ermuntern Sie die Beamten, beim Minister für ein Verbot von Clomazone zu plädieren.
  • Informieren Sie Biobauern in Ihrer Umgebung und fragen Sie, ob sich diese in der Vergangenheit an weiß gefärbte Kräuter wie z.B. Vogelmiere im Spätsommer erinnern. Bitten Sie die Ökobetriebe, bei solchen Fällen Beschwerde beim Pflanzenschutzamt und Landwirtschaftsministerium einzulegen.
  • Wenn Sie selbst von Clomazone-Schäden betroffen sind: Bringen Sie in Erfahrung, wann das Mittel ausgebracht wurde und dokumentieren Sie eventuelle Gesundheitsbeschwerden von Ihnen und Ihren Nachbarn in der fraglichen Zeit (ca. 10 bis 14 Tage nach Ausbringen des Mittels.). Setzen Sie sich deswegen mit Ihrem Hausarzt und den Gesundheitsämtern in Verbindung. Es ist wichtig, den Arzt aufzusuchen, denn die vermeintliche leichte Spätsommergrippe könnte eine Auswirkung des Spritzmittels sein. Da die Gesundheitsbeschwerden als "unspezifisch" gelten, kann nur über dokumentierte Arztbesuche eine zeitliche Übereinstimmung mit dem Ausbringen der Chemikalie festgestellt werden.

Für die Kommunikation vor Ort ist wichtig zu verstehen, der örtliche Landwirt in der Regel keine Schuld an der Abdrift des Mittels trägt. In den allermeisten Fällen wird es entsprechend den technischen Vorschriften und "nach guter fachlicher Praxis" angewendet. Die Abdrift ist Ergebnis der chemischen Eigenschaften des Wirkstoffs Clomazone, das einen hohen Gasdruck bereits bei relativ niedrigen Temperaturen aufweist. Das Problem sind also nicht unmittelbar die Landwirte, sondern die Herstellerfirmen und allen voran die Zulassungsbehörden.
Besorgte Bürgerinnen und Bürger in allen Bundesländern können jetzt dazu beitragen, Clomazone aus unserer Umwelt verschwinden zu lassen. Diese Nachricht sollte in so viele Netzwerke wie möglich weitergeleitet werden. Auf www.landwende.de werden wir Sie auf dem Laufenden halten.

www.landwende.de


In großen Teilen Deutschlands immer noch zu hohe Nitratkonzentration im Grundwasser

Industrielle Landwirtschaft ignoriert Schadstoffproblematik
(09.09.2011)

Gülle versprühender Traktor. Foto: Pröhl/fokus-natur.de Gülle versprühender TraktorFoto: Pröhl/fokus-natur.de

Die Problematik ist alt, die zugehörigen Tatsachen und Wirkungskreisläufe sind seit langem bekannt: Die zu hohe Belastung des Grundwassers u.a. mit Nitrat als Folge der massiven Düngung und der Gülleausbringung durch die industrielle Landwirtschaft. Gülle ist ein Gemisch aus den Exkrementen der tierfabrikmäßigen (v.a.) Schweine- und Rinderhaltung, versetzt mit u.a. Antibiotika, Hormonen, anderen Futter-"Zugaben" sowie Desinfektionsmitteln, die notwendig sind, um derartige Bestandskonzentrationen von Rindern oder Schweinen infektionsfrei zu halten und auch rasch zur Schlachtreife zu bringen. Ein Cocktail, der bei anderer Herkunft als Sondermüll gelten würde, doch die Privilegierung der industriellen Landwirtschaft vollbringt hier erstaunliches: Gülle ist nicht (mehr) Gülle, sondern "wertvoller Wirtschaftsdünger", der zwei Probleme löst: Die Erzeugtierfabriken werden ihre Abprodukte los, die ausbringenden Landwirtschaftsbetriebe sparen Geld beim Zukauf von anderen Düngemitteln. Rücksicht auf die Umwelt und die Einwohner der umliegenden Dörfer wird nicht genommen. Zwar gibt es die Wasserrahmenrichtlinie, doch Papier ist bekanntlicherweise geduldig und politischerseits ist keine tatsächliche Problemlösung möglich und gewollt.
Dies ist die eine Seite der Medaille: Die andere liegt bei dem "mündigen Bürger", auch "Verbraucher" genannt. Für ihn ist es normal, soviel Fleisch konsumieren zu können, wie er möchte. Täglich Schinken, im Sommer an (nicht nur) den Wochenende Grillen ohne Mengenbegrenzung – diese in Deutschland weit verbreitete Ernährungsweise ermöglicht erst die Profitabilität der Tierfabriken. Erst eine Änderung unserer ressourcen- und energieverschwendenden Lebensweise (Stichwort: zunehmende Übergewichtigkeit in Deutschland) würde hier eine tatsächliche Änderung möglich machen.

VSR-Gewässerschutz veröffentlicht Karte zu den Nitratkonzentrationen im Grundwasser
Schwerpunktbereiche im Nordsee-Einzugsgebiet werden deutlich

(Geldern, 4. 9. 2011) Seit mehreren Jahrzehnten untersucht der VSR-Gewässerschutz die Flüsse, Bäche sowie das oberflächennahe Grundwasser im deutschen Einzugsgebiet der Nordsee. In seinem Projekt "Nitratbelastungen unserer Gewässer" werden diese Daten im Hinblick auf die Eutrophierung der Nordsee ausgewertet. Eine der Ursachen dieser Überdüngung liegt im zu hohen Nährstoffgehalt der zufließenden Flüsse. Über 60 % der Nitratfrachten in Maas, Rhein, Ems, Weser und Elbe werden wiederum über das Grundwasser eingetragen. Daher werden neben den Flüssen auch die oberflächennahen Grundwasserleiter untersucht. Hier greifen die Gewässerschützer auf natürliche Quellen sowie auf von privaten Brunnennutzer dem Verein zur Verfügung gestellten Proben zurück. Die Ergebnisse aus den Jahren 2006 – 2010 wurden nun von der Dipl.-Kartographin Ulrike Vaasen in einer Karte dargestellt.

Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) legt einen Wert von 50 Milligramm pro Liter im Grundwasser als Obergrenze der Nitratbelastung fest. Dieser wird in vielen Regionen weit überschritten. Bei der Auswertung der Ergebnisse stellten die Gewässerschützer einige extrem belastete Schwerpunkte im Nordseegebiet fest, bei denen zu einem großen prozentualen Anteil die Vorgaben der WRRL überschritten wurden, zum Teil um das doppelte:

  • im Maaseinzugesgebiet die angrenzenden Bereiche zum Niederrhein mit den deutschen Nebenflüssen Rur, Schwalm und Niers;
  • im Rheineinzugsgebiet die Bereiche Vorderpfalz und Rheinhessen, sowie das bayerische Einzugsgebiet des Mains oberhalb von Würzburg;
  • im Emseinzugsgebiet die Regionen der rechten Nebenflüsse Hase und Leda;
  • im Wesereinzugsgebiet vor allem das Gebiet der Aller;
  • im Elbeeinzugsgebiet der Bereich der Saale und Mulde, sowie die Magdeburger Börde und die nördlich anschließende Altmark.

In diesen Belastungsbereichen werden aus der Landwirtschaft bzw. aus dem Gartenbau zu große Mengen an Dünger, Gülle oder Gärreste aufgebracht, sodass diese nicht ausreichend von den Pflanzen aufgenommen werden können. Oft ist in diesen Regionen der Nitratabbau im Boden bzw. im Grundwasserleiter sehr gering. Insbesondere sandige Böden führen zu einer stärkeren Nitratauswaschung ins Grundwasser.
Hohe Nitratkonzentrationen stellen nicht nur in den Flüssen, sondern auch bei der Nutzung des Grundwassers ein großes Problem dar. Besonders Eigentümer von Häusern und Gartenlauben ohne Anschluss an die öffentliche Trinkwasserversorgung sind auf sauberes Grundwasser für die Eigenversorgung angewiesen. Nach Trinkwasserverordnung darf die Nitratkonzentration nicht über 50 Milligramm pro Liter liegen. Aber auch das Wasser aus den Gartenbrunnen ist für viele Bürger nicht uneingeschränkt nutzbar. Bereits ab 25 Milligramm pro Liter kommt es beim Auffüllen eines Fischteiches zur erhöhten Algenentwicklung und ab 100 Milligramm ist es so belastet dass es beim Gießen zur Nitratbelastung in bestimmten Gemüse wie z.B in Salat, Rote Beete oder Spinat kommen kann.
Der VSR-Gewässerschutz fordert daher, dass auch außerhalb der Wasserschutzgebieten der Trinkwasserversorgung das Grundwasser flächendeckend vor Nitrateinträgen geschützt werden muss. In Wasserschutzgebieten führen Kooperationen zwischen Wasserversorgern und Landwirten dazu, dass der Eintrag von Nitrat ins Grundwasser reduziert wird. Außerhalb dieser Bereiche haben die Verordnungen und Gesetze, mit denen die Landwirtschaft zu einer bedarfsgerechten Düngung und damit geringeren Nitratauswaschung gebracht werden sollte, aber bisher ihr Ziel verfehlt. Der ökologische Landbau führt hingegen nachweislich zu einem wesentlich geringeren Nitratauswaschung und muss daher dringend stärker unterstützt werden, damit der Nitrateintrag aus den Flüssen in die Nord- und Ostsee reduziert wird und das oberflächennahe Grundwasser wieder von Bürgern ohne die großen Einschränkungen benutzt werden kann.
Die Nitratkarte kann auf der Homepage der Gewässerschützer unter www.VSR-Gewaesserschutz.de/15.html eingesehen werden oder auch als gefaltetes Plakat im Format DIN A1 gegen eine Unkostenerstattung von 13 Euro in der Geschäftsstelle der Gewässerschutzorganisation bestellt werden.

Geldern, den 4. September 2011

Dipl.-Phys. Harald Gülzow
Pressesprecher

Der direkte Kontakt: 0170 3856076

Weitere Informationen über unsere Arbeit finden Sie unter www.VSR-Gewaesserschutz.de


Mais und Molch versöhnen: Amphibienschutz in der Landwirtschaft

Mitteilung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vom 08.09.2011
(09.09.2011)

(image-box-old: 2011/2011-40.jpg text: Wechselkröte (Bufo viridis)
Foto: Leo/fokus-natur.de position: left layout: vertical)

Eine umfassende Studie über mögliche Habitatverbesserungen zugunsten der in der hiesigen Agrarlandschaft vorkommenden Amphibien wurde durch die DBU gefördert. Die Ergebnisse sind in profunder Darstellung, der eine weite Verbreitung und Kenntnisnahme zu wünschen ist, in dem Band zusammengefaßt. Das Thema wird umfassend und behandelt und zudem versucht auch, die heute Agrotechnik verständlich und Verständnis erheischend, darzustellen.
Die Ergebnisse der mehrjährigen Arbeit sind beachtlich und es wäre zu wünschen, daß die Übertragung bzw. Anwendung der Ergebnisse auf unsere Region "einfach so" möglich wäre. Doch hier ist die Anwendungsgrenze erreicht, da für Umsetzung in die Praxis eine (zwar geringe und zudem nicht extra honorierte) Flächenstillegung bzw. -ausgliederung aus der intensiven Nutzung erforderlich wäre. Soviel Entgegenkommen dürfte bei den Landwirtschaftsbetrieben in der hiesigen Gegend der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen gleichen, leider.

Zum Buch: dbu.de/123artikel31830_335.html

Pressemitteilung – Mais und Molch versöhnen: Amphibienschutz in der Landwirtschaft


Schleichende Gefährdung der Eschenbestände

Pressemeldung des TMLFUN vom 01.09.2011
(05.09.2011)

Gemeine Esche (Fraxinus excelsior L.) Gemeine Esche (Fraxinus excelsior L.) Foto: Sebastian Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V.

Nach Mitteilung des TMLFUN breitet sich der Pilz Weißes Stengelbecherchen (Chalara fraxinea KOWALSKI) in Thüringen weiter aus. Bislang liegen über diesen Pilz, der erstmals 2006 (der Zeitpunkt der Entdeckung ist umstritten) in Polen nachgewiesen wurde, aber dessen Ursprung anderen Orts vermutet wird, wenig Erkenntnisse vor. Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an das Ulmensterben infolge des Befalls durch die Ophiostoma-Schlauchpilze, die flächendeckend die Wirtsbäume befallen und diese massiv schädigen – bis hin zum Absterben des befallenen Baumes. Neben der ursächlichen Einschleppung der Pilze aus anderen Erdteilen (die Ophiostoma-Schlauchpilze stammen aus dem ostasiatischen Raum) werden auch Klimaveränderungen (Temperaturanstieg, abnehmende Niederschlagsmengen) sowie auch die Schwächung infolge massivem Pestizid-Einsatzes in der industriellen Land- bzw. Forstwirtschaft als begünstigende Co-Faktoren diskutiert. Die letzteren Co-Faktoren werden seit Jahrzehnten durch den NABU kritisiert, da die Nutzung des Waldes als industriell zu bewirtschaftendem (Plantagen-) Holzlieferant immer wieder das Auftreten und die Verbreitung verschiedenster schädigender Käfer oder Pilze begünstigt, die in Monokulturen optimale Lebensbedingungen finden, im Gegensatz zum naturnah und nachhaltig genutztem Wald, bei Akzeptanz des sensiblen "Ökosystems Wald". Doch ein Umdenken ist nicht in Sicht …

Folgend die die Pressemitteilung des TMLFUN vom 01.09.2011:

Zweig mit Fiederblatt der Gemeinen Esche Zweig mit Fiederblatt der Gemeinen Esche Foto: Sebastian Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V.
„Eschentriebsterben in Thüringer Wäldern weiter auf dem Vormarsch

Borkenkäfer-Befall geringer als erwartet Das so genannte Eschentriebsterben hat im Vergleich zum Vorjahr in Thüringen deutlich zugenommen: So verdoppelte sich der Anteil der erkrankten Eschen in einigen überwachten Forstrevieren. Anfang August 2011 wiesen 64 Prozent aller erfassten Eschenflächen in Thüringen Schadsymptome der Krankheit auf. Der erwartete Anstieg des Borkenkäfer-Befalls blieb dagegen aus.
Im Sommer 2011 waren 13.206 Hektar Eschenfläche vom Eschentriebsterben befallen. Auch wenn fast zwei Drittel davon nur gering betroffen sind, kann von Entwarnung keine Rede sein. Auffallend ist die Zunahme der Krankheit vor allem bei alten Bäumen.
Es besteht nach wie vor ein hohes Infektionsrisiko mit dem Krankheiterreger, dem Pilz Weißes Stengelbecherchen (Chalara fraxinea KOWALSKI), dessen Sporen durch den Wind verbreitet werden. In den vergangenen Jahren hat sich die Krankheit von Polen aus nach ganz Nord- und Mitteleuropa ausgedehnt. In Thüringen wurde sie zum ersten Mal im Februar 2009 an einer Pflanzenprobe aus dem Forstrevier Weimar nachgewiesen. Befallene Bäume verkahlen an den Triebenden und können später ganz absterben. Noch ist wenig über die Erkrankung und die Möglichkeiten der Bekämpfung bekannt. Vorerst werden im Staatswald keine Eschen neu gepflanzt, und die Förderung von Pflanzungen im privaten oder Körperschaftswald ist ausgesetzt.
Ein Rückgang ist hingegen beim Borkenkäfer-Befall zu verzeichnen: Der Buchdrucker, die gefährlichste Borkenkäfer-Art, breitete sich nicht so stark in den Fichtenbeständen aus wie noch Anfang Juni befürchtet. Bis Juli meldeten die Reviere 5.659 Festmeter Befall an stehenden Bäumen, was nur der Hälfte des Befalls im Vorjahreszeitraum entspricht. Die Fachleute führen die Entwicklung auf die wechselhafte und feuchte Witterung des Sommers zurück. Die gute Wasserversorgung stärkt die Abwehrkraft der Fichten. Zwar ist der frische Borkenkäferbefall deutlich zurückgegangen, doch der Bestand an Käfern ist nach wie vor hoch und könnte sich bei günstigen Witterungsbedingungen sprunghaft vermehren.
Andreas Maruschke
Pressesprecher“


Gartenrotschwanz-Matinee in der Musikschule „Heinrich Schütz“ Gera

Konzert und Vortrag zum „Vogel des Jahres 2011“ anläßlich der Ausstellungseröffnung – eine gelungene Verbindung von Musik und Naturschutz
(04.09.2011)

Die im Konzert mitwirkenden Schüler und Lehrer, sowie Herr Baum (ganz links) Die im Konzert mitwirkenden Schüler und Lehrer, sowie HerrBaum (ganz links) Foto: Sebastian Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V.

Am 04. September 2011 fand im großen Konzertsaal der Musikschule „Heinrich Schütz“ in Gera eine Matinee anlässlich der Eröffnung der Wanderausstellung des NABU-Landesverbandes Thüringen zum Gartenrotschwanz, dem „Vogel des Jahres 2011“, statt.
Musikalisch wurde das anspruchsvolle Programm von Schülern verschiedener Fachbereich der Musikschule gestaltet. Neben der Darbietung traditioneller Lieder und Musikstücke zum Thema Vogelwelt wurde ein musikalischer Bogen von Debussy bis Monquet gespannt, der das hohe Leistungsniveau der teilnehmenden 16 Musikschülerinnen und Musikschüler unter Beweis stellte.

Faszination Gartenrotschwanz- Konzertbesucher besichtigen die Ausstellung Faszination Gartenrotschwanz- Konzertbesucher besichtigen die Ausstellung Foto: Sebastian Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V.

Als Referent konnte der Ornithologe Jürgen Baum aus Brahmenau gewonnen werden, der auf kurzweilige und anregende Weise den Jahreszyklus des Gartenrotschwanzes erläuterte und zudem Vögel, die ebenfalls im Lebensraum des Gartenrotschwanzes anzutreffen sind, vorstellte.
Das Programm fand große Resonanz und nach der Matinee wurde aus dem Publikum spontan der Wunsch geäußert, auch im kommenden Jahr dem heute noch nicht bekannten „Vogel des Jahres 2012“ – dann schon (fast) traditionell eine solche Matinee zu widmen.

Ausstellungseröffnung in der Musikschule Gera – Konzerteinladung

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Musikschule bis zum 30. September besichtigt werden. Der NABU-Landesverband Thüringen und der NABU Gera-Greiz bedanken sich bei dem Lehrerkollegium der Musikschule für die Aufgeschlossenheit gegenüber dem „Vogel des Jahres 2011“ und wünschen der Musikschule auch weiterhin gutes Gelingen bei der bemerkenswert engagierten musikpädagogischen Arbeit, die weit über die Grenzen der Stadt Gera hin ausstrahlt.

Kleiner Vogel mit großen Ansprüchen: Der Gartenrotschwanz – Vogel des Jahres 2011


Artenerfassung am Kauernschen Teich

Tatkräftige Unterstützung der NABU-Stiftung "Nationales Naturerbe" durch ehrenamtliche Naturschutzarbeit
(31. August 2011)

Der Kauernsche Teich Foto: Dirk Höselbarth, NABU Gera-Greiz e.V.

Das Flächenaturdenkmal "Kauernscher Teich" wurde Mitte diesen Jahres durch die NABU-eigene Stiftung "Nationales Naturerbe" zwecks dauerhafter Sicherung für den Naturschutz erworben. Nun werden Maßnahmen (Entschlämmung, Ablaufsanierung u.a.m.) vorbereitet, um den Teich naturschutzfachlich aufzuwerten. Die Förderung dieser Arbeiten wird durch die im April begonnene, mehrjährige Artenerfassung der Artengruppen Vögel, Amphibien und Libellen begleitet, die durch die NABU-Mitglieder Fritz Schätzle, Klaus Lieder, Ingeburg Kinast, Dieter Hoffmann, Victoria Krause und Dirk Höselbarth erfolgt. Die Artenerfassung, die naturschutzfachlich an die TLUG gebunden ist, wird als Bestandteil des Förderprojektes den notwendigen finanziellen Eigenanteil der NABU-Stiftung spürbar entlasten, da diese Erfassungsarbeit als eigene Leistung des NABU diesem gutgeschrieben wird. Daher sein an dieser Stelle den o.g. NABU-Mitgliedern, wie auch allen weiteren, hier nicht genannten, Helfern bei diesem wichtigen Projekt, herzlich gedankt für ihre Arbeit zugunsten des Naturschutzes!


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


Ausstellungseröffnung in der Musikschule Gera

Konzerteinladung
(27. August 2011)

Konzerteinladung

Großes Mückenfledermaus-Wochenstubenquartier in Gera

Bislang größtes bekanntes Vorkommen in Mitteleuropa entdeckt
(22. August 2011)

Die Interessengemeinschaft Fledermausschutz und -forschung Thüringen leitete folgende Mitteilung weiter:

Seltene Mückenfledermaus in Gera entdeckt
thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Seltene-Mueckenfledermaus-in-Gera-entdeckt-1067576921

Die Fledermausschützern gelang Anfang Juli in Gera eine kleine Sensation. Im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) Jena waren die Experten ein Wochenende lang auf der Suche nach der seltenen Mückenfledermaus im Raum Gera. Diese winzige Fledermausart – ihr Körper ist nur halb so groß wie ein Daumen und vier Gramm schwer – wurde erst vor wenigen Jahren von der Zwergfledermaus als eigenständige Art unterschieden, da sie u.a. höhere Ultraschallrufe als diese ausstößt. Ihre Vorkommen und ihre Lebensweise sind noch nahezu unbekannt.

Die Fledermausfreunde konnten am Ufer der Weißen Elster die Tiere mit Netzen fangen und mit Miniatursendern ausstatten. Ein Weibchen flog über 3,6 Kilometer zu einem städtischen Gebäudekomplex am Stadtwald im Zentrum Geras, wo es sein Fortpflanzungsquartier bezogen hatte: Unter einer Blechverkleidung eines Daches saß es mit über 860 anderen Mückenfledermaus-Müttern und Jungtieren im Wochenstubenquartier.
"Die Geraer können sich über den Fund dieser großen Kolonie sehr freuen und glücklich schätzen: Schließlich erbeuten die Mückenfledermäuse Nacht für Nacht hunderte von Stechmücken und andere Insekten im Elstertal",
sagt Martin Biedermann, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Fledermausschutz und -forschung Thüringens.

Bisher seien derart große Ansammlungen von Mückenfledermäusen in Mitteleuropa nicht bekannt. Daher trage Thüringen nun besonders große Verantwortung für die Erhaltung dieser geschützten, seltenen Tierart. Die Geraer Stadtverwaltung sichert zu, den Standort zu erhalten und erforderliche Unterhaltungs- oder Sanierungsmaßnahmen nur behutsam und
in enger Zusammenarbeit mit den Thüringer Fledermausschützern vorzunehmen. Die spaltenbewohnenden Tiere kämen übrigens mit extrem wenig Platz aus. 25 und mehr Weibchen mit ihren Jungtieren ruhten am Tage in einem Raum so groß wie ein städtisches Telefonbuch. Bei der Nutzung des Gebäudes sei nicht einmal besondere Rücksichtnahme
erforderlich. Das Flachdach befinde sich in Überkopfhöhe und die Tiere störten sich nicht an den Menschen, die das Gelände tagsüber nutzen, heißt es von seiten der Stadt. Deswegen sei die große Ansammlung wohl lange unentdeckt geblieben. Gera gilt übrigens als fledermausfreundlich. Über 100 Hausbesitzer wurden bislang dafür ausgezeichnet, dass sie den Tieren Unterschlupf bieten.
17.08.11 / OTZ"


Ultraschallexperten auf Insektenjagd – 15. Europäische Fledermausnacht in Thüringen

Mitteilung des NABU Thüringen
(22. August 2011)

Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) Foto: Peter Hildebrandt/NABU Neumünster

Sie sind die Meister des Ultraschalls – doch in keiner Arztpraxis zu finden. Die Rede ist von Fledermäusen, die besonders jetzt im Spätsommer gut bei
ihren rasanten Flugmanövern beobachtet werden können. Im Rahmen der 15. Europäischen Fledermausnacht, der sogenannten Batnight, vom 27. auf den 28.
August bieten viele Ortsgruppen des Naturschutzbundes (NABU) in Thüringen Exkursionen, Vorträge und Mitmachaktionen für alle großen und kleinen
Fledermaus-Freunde an.

Fledermäuse sind gar nicht so leicht zu entdecken, da sie nachts und in der Dämmerung aktiv sind. Oftmals kann man sie nur als schnelle, dunkle
Silhouette wahrnehmen, wenn sie über Gewässern und blumenreichen Wiesen oder in Wäldern rasend schnell Insekten nachstellen. Bei ihren nächtlichen
Ausflügen verlassen sich die kleinen Säugetiere komplett auf die Echoortung. Sie stoßen dabei Töne mit einer bestimmten Wellenlänge aus und können sich
anhand der reflektierten Schallwellen ein Bild von ihrer Umgebung machen. Mit dieser Methode werden auch kleinste Insekten im Blattwerk oder in der
Luft ausgemacht, zielgenau erfasst und verfolgt. Fledermäuse zeigen dabei auch äußerlich schon Anpassungen an ihre besondere Navigationstechnik:
Hautfalten im Gesicht fokussieren den Ultraschall und große, nach vorn gerichtete Ohren fangen viele der reflektierten Geräusche ein. Die
Frequenzen der ausgesendeten Töne liegen außerhalb des Hörfrequenzbereichs des Menschen, so dass es einiger Technik Bedarf, um das Knacken, Singen und
Klicken der Tiere zu hören.

Wer selber einmal die Rufe der Fledermäuse hören möchte, ist herzlich eingeladen, eine der vielen Veranstaltungen der 15. Europäischen Batnight zu
besuchen. In Thüringen werden folgende Exkursionen und Vorträge von NABU-Gruppen und Fledermausexperten angeboten:
Die Kobolde der Nacht einmal von Nahem betrachten, dies können die Besucher der "6. Fledermausnacht des Ilm-Kreises" in der Kirche St. Otmar in Dosdorf
am 19.08. um 19.30 Uhr. Auf dem Programm stehen ein Fledermaus-Vortrag sowie die Live-Übertragung von Bildern aus der Wochenstube im Kirchendachstuhl.
Am 20.08. organisieren die "Sielmanns Natur-Ranger" die "12. Jenaer Fledermausnacht". Interessierte Fledermausfreunde sind um 19.00 Uhr ins
"Grüne Haus", Schillergässchen 5, in Jena zu einem Vortrag "Geheimnisvolle Welt unserer heimischen Fledermäuse" mit anschließendem Mitmachangebot für
Kinder, eingeladen. Desweiteren beginnt um 21.00 Uhr an der Wasserpumpstation an der Paradiesbrücke in Jena eine Fledermauswanderung
durch die Oberaue.
Wer den Ausflug des "Großen Mausohrs" aus der Kirche in Jena-Kunitz beobachten möchte, der kommt am 27.08. um 21.30 Uhr nach Kunitz zur Kirche.
Kinder im Alter von 7-12 Jahren haben außerdem die Möglichkeit, am Kindercamp "Erlebnis Fledermaus" der Naturschutzjugend (NAJU) Thüringen vom
09.09. bis zum 11.09. in Ershausen teilzunehmen. Hier wird das Leben der Fledermäuse sprichwörtlich "auf den Kopf gestellt". Der Beitrag für
Verpflegung und Unterkunft beträgt 30€ für NAJU-Mitglieder bzw. 40€ für Nicht-Mitglieder. Anmeldungen zu dem Kindercamp: Naturschutzjugend
Thüringen, Leutra 15, 07751 Jena, Telefon: 03641- 215410.

Wer mehr über die Ultraschalljäger und den Fledermausschutz an Gebäuden erfahren möchte, für den liefert die NABU-Broschüre "Fledermausschutz an
Gebäuden" wichtige Informationen. Der Broschüre kann gegen einen Unkostenbeitrag von 3 Euro in Briefmarken beim NABU Thüringen, Leutra 15,
07751 Jena, Tel.: 03641/605704, E-Mail: mailto:Lgs@NABU-Thueringen.de, bestellt werden. Weitere Infos zu Fledermäusen und zur Aktion finden sich auch unter
www.NABU-Thueringen.de.


Ungewöhnliche Lobgesänge machen stutzig

Thüringer Landwirtschaftsminister Reinholz entdeckt Streuobstwiesen
(15. August 2011)

Sommerliche Streuobstwiese Sommerliche Streuobstwiese Foto: Michaela Steininger/NABU Gäu-Nordschwarzwald

Streuobstwiesen sind unverzichtbare Kulturlandschaftselemente, deren Erhaltung, Pflege und Wiederherstellung höchste Priorität haben muß, denn Streuobstwiesen sind einer der artenreichsten Lebensräume in Mitteleuropa. Doch bisher waren sie, was u.a. den ministeriellen Förderblick betraf, eher Stiefkinder der Kulturlandschaftspflegeförderung und fielen seit 1990 thüringenweit und hektarweise dem Bau von z.B. Eigenheimsiedlungen, Gewerbegebieten, Straßen oder einfach der industriellen Landwirtschaft zum Opfer.
Auch heute sind sie vielerorts akut bedroht. Denn die gegenwärtige Landwirtschaftsförderung macht es möglich, daß von buchstäblich weither (Spanien, Polen usw.) geholte Äpfel preiswerter verkauft werden, als Äpfel von Thüringer Streuobstwiesen. So ist die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen zumeist eine Herzenssache von Naturfreunden, lokalen Initiativen oder Nebenerwerbslandwirten. Denn die geringen Fördersätze lassen eine angemessene, kostendeckende Pflege und extensive Bewirtschaftung, d.h. Mahd oder Beweidung, nicht zu. Auch die wenigen noch vorhandenen Berufsschäfer in Thüringen wissen hiervon ein Lied zu singen!
Eine Änderung ist nicht in Sicht und der im Thüringer Gesamthaushalt verschwindend geringe Förderbetrag von 1 Mio. Euro ist schöner Schein. Denn: Welcher Betrag wird gleichzeitig ausgegeben für die Förderung der industriellen Landwirtschaft, deren Intensivierung immer aggressiver vorankommt? Was wird gegen den Grünlandumbruch, dem auch Streuobstbäume anheim fallen, tatsächlich getan? Die Förderprogramme für Natur- und Kulturlandschaftspflege (NALAP bzw. KULAP), über die die Streuobstwiesenpflege gefördert werden kann (nicht muß!) werden Jahr für Jahr ausgedünnt. Ohne den Einsatz v.a. der Naturschutzverbände, regionaler Streuobstinitiativen und Liebhaber alter Obstsorten wäre die Thüringer Streuobstbilanz heute noch viel bescheidener, als sie ohnehin schon ausfällt. Deshalb kannn nur eine adäquate Förderung der Streuobstwiesenpflege die großen Verantwortung, die Steuobstwiesenbesitzer für die biologische Vielfalt in Mitteleuropa tragen, gerecht werden!


Quelle: thueringen.de/de/tmlfun/aktuell/presse/57403/uindex.html

Reinholz: Streuobstwiesen wichtig für Naherholung, kulturelle Identität und biologische Vielfalt

Thüringen verfügt aktuell über mehr als 1.600 Hektar Streuobstwiesen.
„Wir fördern die Erhaltung von Streuobstwiesen, weil sie einen wesentlichen Beitrag zur Naherholung, kulturellen Identität und zur biologischen Vielfalt leisten“, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz. Als geschützte Biotope werden sie bei der aktuell laufenden Biotopkartierung Thüringens erfasst. Sie sind geprägt durch hochstämmige Obstbäume. In Thüringen sind dies vor allem Äpfel, Pflaumen und Zwetschgen, Süßkirschen und Birnen. Streuobstwiesen kommen in allen Naturräumen Thüringens vor, werden mit zunehmender Höhenlage in den Mittelgebirgen Thüringens aber seltener und fehlen in den Kammlagen. In den Niederungen der reliefarmen, oftmals ausgeräumten Bereiche des Ackerhügellandes sind sie zwar selten, dort aber um so wichtiger als ästhetische Bereicherung der Landschaft mit einem hohen Erlebniswert. In einigen Orten, wie z. B. in Tiefengruben im Weimarer Land, finden alljährliche Obstmärkte oder Obstfeste statt, bei denen das Obst oder daraus erzeugte Produkte wie Obstweine, Gelees oder Obstkuchen angeboten werden.
Die Hauptvorkommen der Streuobstwiesen liegt in den mittleren Lagen reich strukturierter Hügelländer, so im Grabfeld, im Umfeld des Kyffhäuser oder in der Rhön. Streuobstwiesen befinden sich meist in unmittelbarer Ortsrandlage. Sie stellen deshalb insbesondere in überwiegend ackerbaulich genutzten Landschaften meist die ortsnächsten Räume dar, die zur Erholung besonders geeignet sind.
Streuobstwiesen sind ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Blüten und Früchte ziehen viele Insekten an und die oft höhlenreichen Bäume bieten Nistmöglichkeiten für viele Vogelarten. Auch der Gartenrotschwanz, der Vogel des Jahres 2011, kommt schwerpunktmäßig in hochstämmigen Obstgärten vor. Solche Bestände sind damit wichtige Elemente zur Erhaltung unserer biologischen Vielfalt. Je nach Größe und Zustand können die Streuobstwiesen von lokaler oder sogar landesweiter Bedeutung sein.
Da die Nutzung von Streuobstwiesen unter den derzeitigen agronomischen Rahmenbedingungen wenig attraktiv ist, sind sie vielerorts von der Nutzungsaufgabe bedroht. In der Roten Liste Thüringens werden sie daher in der Kategorie „stark gefährdet“ geführt. Um diesen Trend zu begegnen, bietet der Freistaat Thüringen zur Erhaltung und Pflege der Streuobstwiesen Vertragsnaturschutzprogramme an: Die entsprechende KULAP-Maßnahme richtet sich dabei an Landwirte, während mit NALAP Verbände, Vereine, Kommunen und Privatpersonen gefördert werden können. Im Jahr 2010 wurden über diese beiden Programme knapp 1 Mio. Euro an Fördermitteln für die Pflege von 2.584 Hektar Streuobstwiesen ausgereicht. Damit leisten die Teilnehmer am Vertragsnaturschutz einen wichtigen Beitrag für den Fortbestand dieses einzigartigen Lebensraumes. Weiterhin werden insbesondere über das Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL) auch Projekte zur Erhaltung von Streuobstwiesen gefördert, so im Thüringer Grabfeld oder im Weimarer Land. Mit Hilfe dieser Projekte werden auch Vermarktungswege für Streuobst aufgebaut und so das Interesse an der Nutzung der Streuobstwiesen wiederbelebt. Andere Projekte widmen sich schwerpunktmäßig der Erhaltung alter, regionaltypischer Obstsorten.


Tiergehege Zeulenroda unterstützt NABU- Steinkauzprojekt

Steinkauzpaar am 09. August in Zeulenroda übergeben
(12. August 2011)

Am 09. August übergab Ingo Eckardt (Vorstandsmitglied im NABU Kreisverband Gera-Greiz) im Tiergehege Zeulenroda an den Förderverein Tiergehege Zeulenroda-Triebes e.V. (Ernst-Thälmann-Allee 11 in 07937 Zeulenroda-Triebes) ein Steinkauzpaar aus dem Zuchtbestand des NABU Kreisverbandes Altenburger Land (aus dem Betreuungsbereich unseres Kreisverbandes).
Die fachkundige Betreuung und artgerechte Haltung dieses Steinkauzpaares obliegt nun dem Tiergehege Zeulenroda, das alle Voraussetzungen hierfür geschaffen hat. Zukünftig ist geplant, jährlich die aus dieser Zucht stammenden Jungvögel in der Region um Brahmenau auszuwildern.
Beide NABU Kreisverbände drücken dem Tiergehegeverein Zeulenroda die Daumen, damit die Neuankömmlinge sich rasch in ihre neue Umgebung eingewöhnen. – Es ist zudem möglich, eine Tierpatenschaft für die Steinkäuze über den Tiergehegeverein abzuschließen.

Allen Naturfreunden und interessierten Bürgern sei hiermit ein Besuch im Zeulenrodaer Tiergehege wärmstens empfohlen.

Interessenten, die das Steinkauzprojekt unterstützen möchten, melden sich bitte bei Ingo Eckardt unter 036628/83244 oder der 0175/7791588,
oder schreiben an info@gera-greiz.nabu-thueringen.de.

Bildergalerie

Klicken Sie auf die Bilder, um diese in größerem Format betrachten zu können.
Fotos und Bildtitel: Ingo Eckardt, NABU Gera-Greiz e.V.


„Fallenjagd in Deutschland – Tödliche Gefahr“

Neue Reportage des ZDF-Magazins Zoom
(12. August 2011)

(image-box-old: 2011/110812.jpg text: Mit einem Ei beködertes Tellereisen – eine tödliche Falle für Katzen, Füchse, aber auch den Menschen (vor allem spielende Kinder)
Foto: Komitee gegen den Vogelmord e.V. layout: custom)
Der Autor Manfred Karremann geht darin Fällen von illegaler Fallenjagd nach, und recherchiert, warum diese gefährlichen Fallen nicht verboten sind. Er trifft außerdem Menschen, die durch solche Fallen – zum Teil schwer – verletzt wurden. Zusammen mit Mitarbeitern des Komitees gegen den Vogelmord (Komitee gegen den Vogelmord e.V. target: _blank) entdeckte das Team in der Nähe von Bonn eine illegale Totschlagfalle und stellt den Fallensteller zur Rede.

Zur Reportage:
zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1406388/ZDFzoom-Toedliche-Gefahr

Der Beitrag zeigt überzeugend, dass u.a. diese Art der Jagd ethisch nicht zu rechtfertigen ist und auch in Deutschland – analog zu Österreich oder zur Schweiz – ein Verbot sowohl der Anwendung als auch des Besitzes von Nöten ist.


Exkursion zur Mitgliederversammlung

Jahresmitgliederversammlung des NABU Kreisverbandes Gera-Greiz am 17.09.2011

Anschließenden Exkursion in die nähere Umgebung
(Streckenlänge ca. 6km)

Die Jahresmitgliederversammlung unseres Kreisverbandes wird am Sonnabend, den 17.09.2011 ab 10.00 Uhr in der Gaststätte "Turnerheim" bei Weißendorf stattfinden. Im Anschluß ist eine Exkursion (Streckenlänge ca. 6km) in die nähere Umgebung vorbereitet. Hierbei werden das Flächennatur- denkmal "Teufelsberg" und der Geschützte Landschaftsbereich "Um die Hammermühle" sowie die naturschutzgerecht sanierte Deponie bei Weißendorf durch A. Martius vorgestellt. Wer noch keine Schlingnatter gesehen hat – hier dürfte es klappen, denn der Weg führt durch einen naturnahen, trockenen Hangwald mit Felsanteilen, entlang eines strukturreichen Bachlaufes vorbei an artenreichen Feuchtwiesen … im Tal der Weida zwischen den Talsperren (siehe Karte).
Die Gaststätte "Turnerheim" erreicht man einfach: Straße Triebes-Zeulenroda, rechts ab nach Weißendorf, erste Kreuzung mit großer Linde links abfahren, nach 350m ist das am Ziel erreicht.
Die Einladungen werden fristgerecht per Post an die Mitglieder verschickt.


Karte zur anschließenden Exkursion (Streckenlänge ca. 6km)


Erste Untermieter in St. Petri zu Dorna (bei Gera) werden flügge

Erste Turmfalkenbrut seit Jahrzehnten

Junge Turmfalken im Ausflug des Turmfalkenkastens Junge Turmfalken im Ausflug des Turmfalkenkastens Foto: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.

Seit Ende Juli sind die vier jungen Turmfalken im Dornaer Kirchturm täglich zu sehen. Noch etwas unbeholfen, verbessert sich ihre Flugfähigkeit täglich.


Umweltdaten frei zugänglich

Nur eine Seite der Medaille …

sind die – im Gegensatz zur den Jahren vor 1990, als Daten dieser Art paranoid als Staatsgeheimnis eingestuft wurden, um die allgegenwärtige sichtbare Umweltzerstörung bzw. Schadstoffbelastung nicht offiziell einzugestehen – frei zugänglichen Daten.
Die andere Seite der Medaille glänzt nicht: Der hierzulande enorme Energie- und Rohstoffverbrauch auf Kosten der sog. Dritten Welt oder der Produktion in 'Schwellenländern' (Stichwort: "Made in China"), die fast nur auf automobile Fortbewegung (oder via Luftverkehr) ausgelegte Verkehrspolitik, die rücksichtslose Intensivierung der Landwirtschaft usw. usf. Doch kritische Reflexion ist nicht bequem. Daß die "Umweltsituation in Thüringen … kontinuierlich besser" wird, ist bestenfalls eine Halbwahrheit.


Quelle: http://www.thueringen.de/de/tmlfun/aktuell/presse/57140/uindex.html

Neue Umweltdaten für Thüringen im Internet
Reinholz: Umweltsituation in Thüringen wird kontinuierlich besser

Erstmals sind alle Umweltdaten, die in Thüringen seit der Wende kontinuierlich gemessen, überwacht und jährlich zusammengefasst werden, in neuer, interaktiver und nutzerfreundlicher Form im Internet nachzulesen. Während sie in den vergangenen Jahren noch als Online-Publikation hochgeladen waren, kann der interessierte Nutzer nun direkt zu den einzelnen Punkten navigieren.
Hier geht es direkt zu den Umweltdaten 2011: http://www.tlug-jena.de/de/tlug/uw_bericht/2011/natur/
Die Daten geben Auskunft über den Zustand von Luft, Wasser, Boden und weiteren Indikatoren, die die Situation der Umwelt beschreiben. Die Daten sind Arbeitsgrundlage für Städte und Gemeinden, Wissenschaftler, Schüler und Studenten sowie zur Information der interessierten Bürger gedacht.

„Seit der Wende überwachen und messen wir die Umweltdaten, die wir jährlich zusammenfassen und bekannt geben. Festzustellen ist, dass sich die Umweltsituation in Thüringen seither deutlich verbessert hat. Diese Tendenz hat sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt“, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz. Zur positiven Entwicklung tragen unter anderem Artenhilfsprogramme,
Abfallvermeidungs- und -verwertungsstrategien, die Erkundung und Beseitigung von Altlasten, der Bodenschutz, der Schutz vor Lärm und ionisierenden Strahlen sowie die Förderung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen bei.

Die Umweltdaten sind ab sofort unter http://www.tlug-jena.de/de/tlug/uw_bericht/2011/natur/ einsehbar. Weitere (tagesaktuelle) Umweltinformationen aus dem Freistaat sind im neuen www.umweltportal.thueringen.de abrufbar.

Andreas Maruschke,
Pressesprecher


Im Amtsblatt für den Landkreis Greiz vom 2. Juli 2011 wurde auf den Seiten 51-53 offiziell die Ausschreibung zum Wettbewerb um den "Umweltpreis des Landkreises Greiz 2011" veröffentlicht. Aus diesem Grund möchten wir nochmals auf den diesjährigen, fakultativen Bewerbungsschwerpunkt Streuobstwiese hinweisen und jeden Streuobstwiesenbesitzer ermutigen, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen.

Auslobung des Umweltpreises 2011 des Landkreises Greiz mit dem Schwerpunkt Streuobstwiesen

In diesem Jahr erstmalig thematische Ausrichtung: Die Streuobstwiese als eigenständiges naturschutzbezogenes Wettbewerbsthema

Blühende Streuobstwiesen sind wie ein Stückchen Vorhof zum Paradies. Foto: Pröhl/fokus-natur.de
Blühende Streuobstwiesen sind wie ein Stückchen vom Vorhof zum Paradies … Foto: Leo/fokus-natur.de

„Im Jahr 2011 wird nunmehr zum sechzehnten Mal der Wettbewerb um den Umweltpreis des Landkreises Greiz durchgeführt. In diesem Jahr gibt es eine wesentliche Neuerung hinsichtlich der thematischen Ausrichtung. Neben dem „klassischen“ Teilnahmeangebot, das unverändert weiter besteht, wird die „Streuobstwiese“ als eigenständiges, naturschutzbezogenes Wettbewerbsthema ausgeschrieben.

Der Kerngedanke dieses Spezialwettbewerbs zielt auf die Wertschätzung von Naturausstattungen und Lebensräumen ab, die den Landkreis prägen. Das Sich-bewusst-machen, welchen Schatz an „blühenden Landschaften“ wir haben, die Sensibilisierung für deren Schönheiten und ihre ökologische Bedeutung, soll befördert werden. Der Gedanke „Was man wertschätzt, dafür setzt man sich auch ein“ soll einen erlebbaren Bezug bekommen.

Konkret wird der Fokus auf schützens- und erhaltenswerte Biotope gerichtet; 2011 geht es um die Streuobstwiese, die im Landkreis Greiz (immer noch) häufig anzutreffen ist und in bestimmten Regionen, z.B. in der Gegend um Bad Köstritz, geradezu ein Markenzeichen darstellt. Wesentlicher Hintergrund ist auch, dass die Streuobstwiesen zu den gesetzlich geschützten Biotopen gehören und damit grundsätzlich zu erhalten sind und nicht beeinträchtigt werden dürfen. Eigentümer bzw. Nutzer von Streuobstbeständen sollen diesbezüglich auch über diesen modifizierten Umweltpreis-Wettbewerb informiert und sensibilisiert werden.

Für den „Streuobstwiesen-Preis“ bzw. eine entsprechende Anerkennung können sich alle Eigentümer bzw. Nutzer von Streuobstwiesen, die sich im Landkreis Greiz befinden, bewerben. Als Streuobstwiese gilt ein flächiger Bestand von mindestens 10 Hochstamm-Obstbäumen auf extensiv genutztem Grünland, das gemäht oder beweidet wird. Die untere Naturschutzbehörde hat für die Bewerbung eine Beschreibungshilfe (Anlage) erstellt, die von der Internetseite des Landkreises Greiz herunter geladen werden kann oder auf Anforderung (03661-876601) zugeschickt wird. In dieser Beschreibungshilfe „Streuobstwiese“ werden die fachlichen Kriterien für eine Streuobstwiese (charakteristische Bestandteile, Ausprägungsformen, Nutzungsweisen) in einer für jedermann verständlichen Form benannt. Diese müssen für die „Wettbewerbs-Streuobstwiese“ gegeben sein und in der Beschreibung dargestellt werden.
Kurze Schilderungen zur Historie des Bestandes, zu alten Kultursorten, zu Form und Motivation der Nutzung, von Aktivitäten zu Pflege und Erhalt sowie zu ökologisch aufwertenden Maßnahmen (z.B. Nistkästen), zur Wertschätzung des Streuobstbestandes sind gewünscht. Fotos sollten ebenfalls beigefügt werden. Natürlich kann eine Bewerbung auch formlos erfolgen.“

Beschreibungshilfe Streuobstwiese  (50_76_Beschreibungshilfe Streuobstwiese.pdf | 136 KB)
Text: Dr. Karli Coburger, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Greiz

Streuobstwiesen sind seit langem ein Arbeitsschwerpunkt des NABU:
Artikel: "Dramatischer Verlust von Streuobstwiesen"  (8. Seite.pdf | 1,41 MB)


Wildlife-Ferienlager vom 12.-17. August

der Naturschutzjugend (NAJU) Thüringen: Eine erlebnisreiche Wildlife-Outdoor-Veranstaltung für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien vom 12.-17. August bei Neustadt/Orla in Thüringen.
(08. Juli 2011)

Wie lange muss man bohren, bis ein Feuer entsteht? Wie lange muss man bohren, bis ein Feuer entsteht?Foto: NAJU

Leben in der Natur – Wildlife Ferienlager vom 12.-17. August 2011

Nur mit dem Nötigsten ausgerüstet, wollen wir eine Woche in der Natur leben. Wir richten unser Lager im Wald ein und werden vieles was wir brauchen, aus Naturmaterialien selbst bauen: Essschalen und Löffel, Isomatte aus Gras, Laubbett und ­-schlafsack, Natur­unterkünfte usw. Selbst gesammelte Pflanzen ergänzen unseren Speiseplan, wir kochen Wildkräutertees und backen unser Brot am wärmenden Lagerfeuer.

Lager auf der Wiese Lager auf der WieseFoto: NAJU

Nachts schlafen wir in unseren Natur­unterkünften bzw. in einfachen Zeltplanen­ Biwaks. In der Woche lernen wir viele wichtige Survival­ Techniken zum Leben in der Natur. Auch Spiel und Spaß kommen nicht zu kurz. Das Projekt "Wildlife-Waldleben" in Thüringen wird unterstützt von der Heidehof Stiftung GmbH, dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, der Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland sowie dem NABU Landesverband Thüringen.

Ausbrennen der Löffel Ausbrennen der Löffel Foto: NAJU

Weitere Informationen zum Projekt, den Camps und Anmeldungen unter Tel.: 03641-215410, E-Mail: wildlife@naju-thueringen.de oder www.naju-thueringen.de.

Naturschutzjugend Thüringen
Projekt "Wildlife-Waldleben"
Leutra 15
07751 Jena
www.naju-thueringen.de

Wir helfen der Haselmaus auf die Sprünge!

(08. Juli 2011)

Haselmaus (Muscardinus avellanarius) Foto: Leo/fokus-natur.de

Das Team von fokus-natur.de unterstützt die „Große Nussjagd“ des NABU Thüringen durch die Bereitstellung von kostenlosem Bildmaterial und die Betreuung von Nistkastenrevieren. Dabei konnten in diesem Jahr schon zwei neue Vorkommen der Art für Ostthüringen nachgewiesen werden.


Steinkauzberingung 2011 abgeschlossen

Beringung von 25 Steinkäuzen in Vorbereitung der diesjährigen Auswilderung
(04. Juli 2011)

Am 02. Juli wurden durch Frank Köhler (Beiersdorf bei Pölzig) unter Mithilfe von Sebastian Schopplich 25 Steinkäuze in Vorbereitung der diesjährigen Auswilderung mit Ringen der Vogelwarte Hiddensee beringt. Die sechstellige Nummer incl. der Angabe der Herkunfts-Vogelwarte (Vogelwarte Hiddensee) ist für jeden Steinkauz sozusagen ein Personalausweis und wird – im Falle eines Wiederfangs – später einmal über die Herkunft der kleinen Eule Auskunft geben können.

Beringung eines Steinkauzes (Athene noctua) in der Ronneburger Zuchtanlage. Foto: R. Kochinka/NABU Gera-Greiz Beringung eines Steinkauzes (Athene noctua) in der Ronneburger Zuchtanlage Foto: R. Kochinka, NABU Gera-Greiz e.V.

Zudem wurden in diesem Jahr erstmals zwei Gelege freilebender Steinkäuze im Untersuchungsgebiet, deren Bebrütung aber aufgrund unbekannter Störungen aufgegeben wurde, festgestellt. Bei der Kontrolle von Steinkauzröhren gelang der Wiederfang eines im Vorjahr beringten Steinkauzes. Weiteren Nachweise sind durch Kotspuren, Feder- und Gewöllefunde gesichert. Trotz des bedauerlichen Brutabruchs ist damit ein erster Nachweis der initialen Etablierung der einer Polpulation erbracht, was in Anbetracht der Härte des letzten Winters besonders efreulich ist.

Das Steinkauzprojekt ruht nach wie vor auf den Schultern weniger, sehr engagierter NABU-Aktiver, weshalb Interessenten, die dieses Projekt unterstützen möchten, immer willkommen sind. Bitte melden Sie sich unter info@gera-greiz.nabu-thueringen.de oder (nur abends) Tel. 036695/31325.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Artikel: "Dramatischer Verlust von Streuobstwiesen"  (8. Seite.pdf | 1,41 MB)


EU-Haushaltsentwurf ignoriert umweltpolitische Aufgaben

EU-Peanuts für den Natur- und Umweltschutz. Die Chance, die Weichen zugunsten einer tatsächlich nachhaltigen Entwicklung zu stellen, wurde bewußt verfehlt. Es soll weiterhin auf Kosten kommender Generationen gelebt werden.
(30. Juni 2011)

Autobahnen – in Deutschland fast überall sichtbares Zeichen für eine völlig verfehlte Verkehrspolitik Autobahnen – in Deutschland fast überall sichtbares Zeichen für eine völlig verfehlte Verkehrspolitik Foto: NABU/Helge May

„Es ist unmöglich, mit diesem Etat-Entwurf die von der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten beschlossenen Ziele im Natur- und Klimaschutz zu erreichen’, kritisiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke den gestern Abend von der EU-Kommission in Brüssel vorgestellten EU-Haushaltsentwurf für die Jahre 2014 bis 2020. Der NABU fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, in den nun anstehenden Verhandlungen für deutliche Nachbesserungen zu sorgen. Mit dem Haushaltsentwurf wendet sich Kommissionspräsident Barroso gegen genau die umweltpolitischen Herausforderungen, die er in vielen Reden selbst benannt hat. Damit beugt sich die Kommission den starken Wirtschaftsinteressen und wagt weder den schnellen Abbau umweltschädlicher Subventionen, noch die nötige Aufstockung der zielgerichteten Förderung von Maßnahmen im Natur- und Klimaschutz. Ein seriöser Umgang mit Steuergeldern sieht anders aus – zumal die gigantischen Folgekosten einer falschen Umweltpolitik auch noch die nächsten Generationen schultern müssen.

Umweltschädliche Agrarsubventionen bleiben

Der NABU kritisiert insbesondere, dass der Haushaltsentwurf keine Mittelumschichtung im Agrarhaushalt vorsieht: ‚Die Kommission will weiterhin den allergrößten Teil der Agrarsubventionen in Höhe von 58 Milliarden Euro auf eine ökologisch oft schädliche und sozial fragwürdige Art ausgeben.’ Stattdessen fordert der NABU, die ländliche Entwicklung als ‚zweite Säule’ der Agrarpolitik deutlich aufzuwerten, denn nur so werden die echten Leistungen von Landwirten für die Gesellschaft belohnt.Enttäuschend ist zudem, dass das einzige direkte umweltpolitische Förderinstrument der EU, das sogenannte LIFE-Programm, weiter ein Schattendasein fristen soll. Bislang gibt die EU für LIFE nur 0,23 Prozent ihres gesamten Haushalts aus, künftig soll es mit etwa 450 Millionen Euro pro Jahr zwar etwas mehr sein, doch angesichts der selbstgesteckten Ziele und zusätzlichen Aufgaben durch den Klimawandel ist das bei weitem nicht ausreichend, erklärt der NABU. Allein der Stopp des verheerenden Verlusts der biologischen Vielfalt benötigt mindestens eine Milliarde Euro im Jahr – auf der anderen Seite würde der ungebremste Verlust der biologischen Vielfalt die europäischen Volkswirtschaften mehr als eine Billion Euro bis 2050 kosten, das hat eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission festgestellt.

Artensterben ist mit neuem EU-Haushaltsentwurf nicht zu stoppen

‚Der künftige EU-Haushalt wird entscheidend beeinflussen, wie Europas Landschaften, Meere und Ökosysteme im Jahr 2020 aussehen und ob es gelingt, das Artensterben wie vereinbart zu stoppen. Aber mit dem heute vorgelegten Etat-Entwurf wäre das Erreichen dieses Ziels eine blanke Illusion’, betont Tschimpke. ‚Wenn die Bundesregierung ihre eigene Glaubwürdigkeit und die der EU nicht aufs Spiel setzen möchte, dann müssen die Kanzlerin und die Mitglieder des Europäischen Parlaments deutliche Verbesserungen des Entwurfs durchsetzen’, erklärt der NABU-Präsident.“Download:
Wie der EU-Haushalt die Zukunft nachhaltig gestalten kann

Effizientes Lobbying der industriellen Landwirtschaft:

NABU Pressediest: NABU: Barroso plant Bankrott für Naturschutz und ländlichen Raum – und blamiert die europäischen Umweltminister  (EU-Agrarpolitik_NABU-Barroso-plant-Bankrott-für-Naturschutz.pdf | 179 KB)


Neue Uhu-Voliere im Tiergehege Zeulenroda am25. Juni eingeweiht

Rege Unterstützung durch engagierte Bürger und Naturfreunde
(28. Juni 2011)

Am 25.06. konnte die großräumig gestaltete und den heutigen Anforderungen an die Uhu-Haltung gerecht werdende Voliere zur Freude aller Förderer des Zeulenrodaer Tiergeheges eingeweiht werden.

Die vormalige Uhu-Voliere soll für die artgerechte Haltung und Zucht des Steinkauzes umgestaltet werden. Das Zeulenrodaer Tiergehege beabsichtigt, mit Unterstützung des NABU-Kreisverbandes Altenburger Land e.V. dessen Steinkauzzucht- und Auswilderungsprogramm zu unterstützen. Vor Ort werden die Tiergehegemitarbeiter dabei durch NABU-Aktive des Kreisverbandes Gera-Greiz unterstützt.
Wir wünschen allen Mitarbeitern des Tiergeheges in Zeulenroda und dem Förderverein für das neue Projekt gutes Gelingen und ebensoviel Unterstützung und Sympathie aus der Bevölkerung, wie für das Uhu-Volieren-Projekt.


Prestige hilft dem Naturschutz meist wenig

Deutsche Buchenwälder als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt. Die Erfolgsmeldug: schlagzeilenträchtig, öffentlichkeitswirksam, vermarktungsfähig, folgenlos.
(27. Juni 2011)

Buchenhallenwald. Foto: NABU/Tom Kirschey Buchenhallenwald Foto: NABU/Tom Kirschey

Hilft dies der geschundenen Natur, die in Deutschland einem immer stärkeren Nutzungsdruck ausgesetzt ist, tatsächlich? Natürlich ist jeder Hektar Land, der als Schutzgebiet ausgewiesen werden kann, eine Oase für die Natur – vorausgesetzt, die Schutzgebietsbestimmungen werden eingehalten. Doch ist die deutsche Gesamtbilanz bescheiden, da die gegenwärtige Landes- und Bundespolitik den gesetzlichen, d.h. staatlichen Naturschutz systematisch entmächtigt, da er stört bei der privatwirtschaftlichen Gewinnsteigerung bzw. der Umsetzung der hierfür notwendigen z.B. Straßenbaumaßnahmen.
Da ist solch eine "prestigeträchtige" Meldung ein Erfolg, der fast nichts kostet. Werden deshalb z.B. die Lehrpläne der Thüringer Schulen geändert und die Kinder über die Grundzüge der sensiblien und faszinierenden Ökosysteme der Thüringer Altbuchenwälder im Biologieunterricht unterrichtet? Wohl kaum, denn das Unterrichtsfach Biologie heißt in Thüringen heute "Mensch/Natur/Technik" und hat andere Schwerpunkte …

„Gemeinsame Pressemeldung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN)

UNESCO: Deutsche Buchenwälder sind Weltnaturerbe Bedeutender Tag für Naturschutz in Deutschland

Das Welterbekomitee der UNESCO hat auf seiner 35. Sitzung in Paris entschieden, die "Alten Buchenwälder Deutschlands" in die Liste des Welterbes
einzuschreiben. "Dies ist ein großer Tag für den Naturschutz in Deutschland. Unsere Buchenwälder stehen nun auf einer Stufe mit weltweit so bedeutenden
Stätten wie dem Yellowstone Nationalpark, den Galapagos Inseln oder dem Wattenmeer. Das ist ein großer Erfolg unserer Bemühungen für den Schutz der
Buchenwälder in Deutschland, die die natürliche Vegetation unseres Landes prägen", sagte dazu Bundesumweltminister Norbert Röttgen.
Anfang des Jahres 2010 hat Deutschland die Aufnahme herausragender alter Buchenwälder in die prestigeträchtige Welterbeliste der UNESCO beantragt.
Dabei handelt es sich um ausgewählte Waldflächen in fünf Schutzgebieten:

  • Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Serrahn im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg)
  • Nationalpark Hainich (Thüringen)
  • Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen).

Diese Gebiete repräsentieren die wertvollsten Relikte großflächiger naturbelassener Buchenwälder in Deutschland. Sie ergänzen hervorragend das seit 2007 bestehende UNESCO-Weltnaturerbe Buchenurwälder der Karpaten, mit denen die deutschen Gebiete nun eine gemeinsame Stätte bilden.
Das UNESCO-Welterbeübereinkommen stellt herausragende, einmalige Natur- und Kulturgüter unter weltweiten Schutz. Nach der Fossilienfundstätte Grube Messel (eingeschrieben 1995) und dem Wattenmeer (2009) sind die Buchenwälder die dritte Weltnaturerbestätte in Deutschland.
Weiterführende Hinweise: www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de

Hrsg: BMU-Pressereferat, Alexanderstraße 3, 10178 Berlin
Redaktion: Dr. Christiane Schwarte (verantwortlich)
Thomas Hagbeck, Jürgen Maaß, Frauke Stamer
Tel.: 030 18 305-2010. Fax: 030 18 305-2016
E-Mail: presse@bmu.bund.de – Internet: bmu.de/presse


Die Vermarktung kann gesteigert werden: Ohne Kommentar können Sie hier die Pressemitteilung des _Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz_ lesen:

Pressemitteilung TMLNU zum Weltnaturerbe Hainich  (Pressemitteilung TMLNU zum Weltnaturerbe Hainich.pdf | 197 KB)


Vom Nutzen des Protestes

Bundesjustizministerin verwirft geplante Bagatellisierung von Umweltstraftaten
(23. Juni 2011)

Habicht – illegal ausgehorstet. Dieses frevelhafte Tun bleibt ein Straftatbestand. Habicht – illegal ausgehorstet. Dieses frevelhafte Tun bleibt ein Straftatbestand. Foto: NABU/B. Sunderhaus

„Liebe Natur- und Tierfreunde,
nachdem wir erst vorletzte Woche mit der Stromtod-Kampagne eine große Protestaktion erfolgreich abschließen konnten, hier noch eine Erfolgsmeldung:
Die Bundesregierung hat ihr Vorhaben zur Bagetellisierung des deutschen Umweltstrafrechts zurückgenommen. Ein entsprechendes Gesetz war in
diesem Frühjahr vorgelegt worden – Straftaten wie der Vogelfang wären demnach künftig nur noch Ordnungswidrigkeiten gewesen. Das Komitee gegen
den Vogelmord hatte das Vorhaben der Bundesregierung öffentlich gemacht und sowohl die Fraktionen im Bundestag als auch die Mitglieder des
Umweltausschusses angeschrieben und gebeten, sich für eine Ablehnung des Gesetzeswentwurfes einzusetzen.
Das Abgeordnetenbüro der Justizministerin teilte nun mit, dass 'es durch die Änderung der Vorschriften faktisch zu einer Entkriminalisierung
kommen würde. Dies würde auch aus Sicht der Bundesregierung das falsche Signal darstellen. Deswegen soll im weiteren Gesetzgebungsverfahren
nicht am Entwurf zu § 71 Absatz 5 festgehalten werden.'

Mehr zu dem tollen Erfolg lesen Sie hier:
www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/artenschutz/bagatellisierung-umweltstraftaten

Beste Grüße

Alexander Heyd (Geschäftsführer)“

Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)
Bundesgeschäftsstelle
An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Germany
Tel.: +49 228 66 55 21
Fax : +49 228 66 52 80
Email: komitee@komitee.de


Papier ist (unbegrenzt) geduldig

Landtags-Drucksache 5/2828 vom 31.05.2011, beinhaltend die "Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Augsten (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und die Antwort des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz" zum Thema

        <br>(22. Juni 2011)
Der europäische Laubfrosch (Hyla arborea) – Opfer der Biotopzerschneidung und -zerstörung Foto: NABU/Oscar Klose

"Schaffung eines Biotopverbundes in Thüringen"

Die Antwort auf die Anfrage (Klicken Sie bitte hier, PDF-Datei | 164 KB) von Dr. F. Augsten läßt die Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategie in Thüringen in einem rosigen Licht erscheinen. Daß dem nicht so ist, erfährt jeder engagiert im Naturschutz tätige Bürger täglich, oft in einer wenig erfreulichen Art und Weise. Der Flächenverbrauch für Straßen, Gewerbe- oder neue Wohn- gebiete, Windenergieanlagen usw. setzt sich unvermindert fort, die Biotopzerstörung und -zerschneidung hält an. Die industrielle Landwirtschaft bringt weiterhin Pestizide in gewaltigen Mengen aus. Die auf Gewinn ausgerichtete Waldbewirtschaftung kennt nur die Motorsäge. Beide Wirtschaftsbereiche fördern beispielhaft die unvermindert anhaltende Artenverarmung der Naturräume. Die geltende Naturschutzgesetzgebung wird oft kleingeredet, verdrängt oder bewußt mißachtet. Die in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber der u.a. Naturzerstörung verursacht eine kontinuierliche Zunahme der Arten, die in den "Roten Listen" geführt werden, mögen auch einzelne Erfolge wie z.B. beim Schutz des Wanderfalken einen gegenteiligen Eindruck vermitteln. Die anhaltend negative Bestandsentwicklung z.B. der Amphibien (nicht nur) in Thüringen spricht eine deutliche Sprache.


Windenergieanlage befristet stillgelegt

Aktueller Beitrag der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (21. Juni 2011)

Windkraftanlage – trügerische Idylle vor agrarindustriellem Rapsfeld Foto: NABU/Norman Schiwora

Quelle: http://egeeulen.de/inhalt/nachrichten.php

„Erinnern Sie sich? Im letzten Jahr war es in einem Windpark in Ostfriesland für Wiesen- und Rohrweihen zu gefährlichen und tödlichen Zwischenfällen gekommen. In diesem Jahr hat der Landkreis Aurich auf die Gefahr reagiert und eine Windenergieanlage befristet stillgelegt, in deren Nähe Wiesenweihen brüten. Der von namhaften Rechtsanwälten und Gutachtern der Windenergiewirtschaft unterstützte
Anlagenbetreiber hielt die Entscheidung des Kreises für nicht gerechtfertigt. Das Gericht hat die Kritik zurückgewiesen. Die befristete Stilllegung sei zu Recht verfügt worden. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei | 116 KB), wenn Sie die Presseinformation des Verwaltungsgerichts Oldenburg zu diesem Fall lesen möchten.

Übrigens hatten auch Vertreter der großen Naturschutzverbände wie manche für die Windenergiewirtschaft tätige Gutachterbüros des Naturschutzes zuvor ein Kollisionsrisiko für Wiesenweihen immer wieder für unwahrscheinlich gehalten. Der Naturschutzbehörde ist im vorliegenden Fall auch deshalb ausdrücklich zu danken, weil sie mit der Unterstützung der großen Naturschutzverbände nicht rechnen konnte. Die Verbände sind eher die Verbündeten der Windenergiewirtschaft.“

Weitere Informationen unter www.egeeulen.de.


NABU fordert Verbot des Unkrautkillers „Roundup“ in Haus- und Kleingärten

Tschimpke: Aggressives Pflanzengift ist nicht ungefährlich für Mensch und Tier (18.06.2011)

Glyphosat GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) Glyphosat-GHS-Gefahrstoff-kennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP)

Glyphosat ist das weltweit von der industriellen Agrarwirtschaft am meisten eingesetzte Herbizid, es ist so beliebt wie umstritten. Unter dem Handelsnamen „Roundup“ wird es nun auch den
deutschen Kleingärtnern angepriesen, als Wundermittel für blitzsaubere Rosenbeete und unkrautfreie Gartenwege. Die Werbung suggeriert, dass „Roundup“ völlig unproblematisch sei. Dabei darf das aggressive
Pflanzengift laut zuständigem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) maximal einmal pro Jahr für Zierpflanzen, Rasen und Obstbau angewandt werden, es darf auf gar keinen Fall in die
Hände von Kindern gelangen und es ist auch für Goldfische und Lurche im Gartenteich schädlich. „Aber kaum einer liest das Kleingedruckte und ein gefahrloser Einsatz kann nicht sichergestellt werden“, erklärt
NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Deshalb fordert der NABU, als Deutschlands mitgliederstärkster Umweltverband, ein völliges Verbot von Roundup in Haus- und Kleingärten.
„Unkrautkiller, vor allem Totalherbizide wie Roundup, haben im Kleingarten nichts verloren“, erklärt Tschimpke. „Die chemische Unkrautbekämpfung ist mit dem naturgemäßen Gärtnern, dem sich immer mehr
deutsche Kleingärtner verpflichtet fühlen, nicht vereinbar. In Gärten ohne Gift fühlen sich Mensch und Tier am wohlsten.“ In der kürzlich veröffentlichten Studie „Glyphosat und Agrogentechnik“
warnt der NABU-Bundesverband vor den Gefahren des Unkrautkillers für die Natur und den Menschen. Die Risiken sind auch dem Bundesamt bekannt: In einer Verordnung verbot das BVL im vergangenen Jahr die Verfütterung und
Einstreu von Getreide, das mit Glyphosat und dem Hilfsstoff Tallowamin behandelt wurde, aus Sorge um mögliche gesundheitliche Schäden für Nutztiere. „Es ist absurd, dass Familien im Garten weniger geschützt
werden als Rinder und Pferde, die nicht mehr mit tallowaminbehandeltem Getreide in Kontakt kommen dürfen, deshalb müssen tallowaminhaltige Pestizide für den Garten sofort verboten werden“ fordert Olaf Tschimpke.
Aber auch Roundup, das kein Tallowamin enthält, widerspricht völlig einem ökologisch verantwortungsvollen Umgang mit unserer artenreichen Natur. „Das angebliche Unkraut, das Roundup radikal vernichtet, dient
vielen Lebewesen als Nahrung und Lebensraum. Und die Artenvielfalt unserer Natur und Gärten ist auch die Existenzgrundlage des Menschen“, betont der NABU-Präsident.

Für Rückfragen:
Dr. Steffi Ober, NABU-Expertin für Agrogentechnik, Tel. 0172-52 54 198


Hilfe für Mauersegler

Geraer Familie hat ein Herz für die Mauersegler (16.06.2011)

Mauersegler (Apus apus) beim Anflug an den Nistkasten Foto: Grit Pape, NABU Gera-Greiz e.V.

Die zahlreichen Mauersegler-Quartierverluste im Zuge der Sanierung v.a. von Gründerzeithäusern im weiteren Umkreis der Schillerstraße in Gera veranlaßte Familie Pape nicht nur, in dieser Angelegenheit bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Gera mit der Bitte um Unterstützung vorstellig zu werden, sondern bewog sie auch, selbst Nistkästen zu bauen, um diesen faszinierenden Flugakrobaten zu helfen. Mauersegler sind die wohl am besten an ein Leben in der Luft angepaßten Vögel überhaupt mit einer erstaunlichen Lebensweise (Deutsche Gesellschaft für Mauersegler e.V.).

Ein Blick auf die grünen Hinterhöfe an der Hohen Straße Foto: Grit Pape, NABU Gera-Greiz e.V.

Um die Anzahl der Nistkästen zu erhöhen und langlebige Holzbeton-Nistkästen verwenden zu können, stellte Familie Pape kürzlich einen Förderantrag bei der Stiftung Naturschutz Thüringen (www.stiftung-naturschutz-thueringen.de). Der NABU Gera-Greiz drückt die Daumen, dass dem Antrag entsprochen werde möge!


In die Fotofalle getappt

Wildkatze bei Greiz fotografiert (14.06.2011)

Im Rahmen des Wildkatzenprojektes der Freien Schule Elstertal gelang ein fotografischer Wildkatzennachweis.

Zum Artikel: http://www.tlz.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/In-die-Fotofalle-getappt-1828920879


Nachlese zum Herrentag

Nilgänse bei Caasen beobachtet (14.06.2011)

Nilgänse (Alopochen aegyptiacus). Foto: Leo/fokus-natur.de Nilgänse (Alopochen aegyptiacus) Foto: Leo/fokus-natur.de

Die seit Jahren beobachtete Ausbreitung der Nilgans, auch in unserer Region, bestätigte sich am 02. Juni, als durch NABU-Mitglieder ein Nilganspaar an den Caasener Teichen (unweit Pölzig) beobachtet wurde.
Nach Mitteilung des Vereins Ostthüringer Ornithologen wurden im Jahr 2010 im Gebiet des Landkreises Greiz sechs Nilgansbruten gemeldet.
Die Folgen der Ausbreitung dieser Art werden kontrovers diskutiert.


Infobrief 36/2011 des NABU-Kreisverbandes Altenburger Land e.V.

Informationen aus dem Altenburger Land

Heutige Themen

Museumsnacht am 18.06.2011

Am 18.06.2011 findet die 12. Altenburger Museumsnacht statt, an der u.a. auch das Mauritianum beteiligt ist. Gemäß der aktuellen Sonderausstellung "Oase, Zelt und Zwischenraum" lautet das Motto "Impressionen aus Afghanistan". Die Museumsmitarbeiter laden zu einer Zeitreise in das Land am Hindukusch ein. Bei Tee aus dem Samowar berichtet der Leipziger Ethnologe Olaf Günther über seine Forschungsreisen nach Afghanistan.
Der Film "Nomads Land" dokumentiert das Leben der Nomaden.
Außerdem zeigt der Altenburger Astronomieverein "Bernhard Schmidt", wie Sternenpositionen zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Mittelasien bestimmt wurden.
Für Kinder stehen viele Mitmachaktionen zum Thema Wolle und Wollverarbeitung auf dem Programm.
Die Museumsnacht beginnt 18:00 Uhr und endet gegen Mitternacht.
Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 6 €, der für Kinder bis 12 Jahre 0,50 €. Er gilt fürs Mauritianum sowie für alle anderen an der Museumsnacht beteiligten Museen.

Langer Tag der Natur am 24. und 25.06.2011

Vom 24. bis 25. Juni 2011 organisiert der NABU Thüringen den landesweiten "Langen Tag der Natur". Der NABU Altenburger Land, das Mauritianum sowie verschiedene Projekte mit NABU-Unterstützung beteiligen sich daran mit folgenden Veranstaltungen:

Freitag, 24.06.2011, 20 Uhr bis ca. 21.30 Uhr, Treffpunkt Gasthaus Straßenschänke Langenleuba-Niederhain
Wiesenexkursion für Familien
Auf dem Weg entlang des Badeteiches werden durch Mitarbeiter des ENL-Projekts Biotopverbund Pleißen- und Wieraaue heimische Tierarten und ihre Lebensräume vorgestellt. Am Eichberg können sich die Exkursionsteilnehmer mit dem Insektenkescher selbst als Forscher versuchen. Außerdem lässt sich ein Insektenpräparator bei der Arbeit über die Schulter schauen. Jedes Kind darf am Ende der Veranstaltung ein selbst gebasteltes Andenken mit nach Hause nehmen.

Freitag, 24.06.2011, 22 Uhr bis ca. 23.30 Uhr, Treffpunkt Gasthaus Straßenschänke Langenleuba-Niederhain
Lichtfang am Eichberg – Einblicke in die Welt der Nachtschmetterlinge
Die Mitarbeiter des ENL-Projektes Biotopverbund Pleißen- und Wieraaue stellen die Ziele ihres Projektes auf dem Gebiet zwischen Badeteich und Viadukt vor. Sie locken nachtaktive Insekten mit speziellen Lichtquellen an und stellen die Nachtfalterfauna der Region vor. Bitte Taschenlampen mitbringen! Die Veranstaltung ist auch für Kinder ab 6 Jahre geeignet

Sonnabend, 25.06.2011, 9:00 Uhr, Treffpunkt Parkplatz an der Jugendherberge Windischleuba
Exkursion auf die Pleißewiesen Remsa-Windischleuba
Die 70 ha großen Pleißewiesen wurden im Jahr 2008 von der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe erworben und das ENL-Projekt Pleißeaue Altenburger Land führt seitdem Renaturierungsmaßnahmen durch. Ziel ist der Erhalt und die Wiederherstellung der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Die Projektmitarbeiter informieren über den Stand der Dinge und stellen die Auenwiesen mit ihren Lebewesen vor.
Die Veranstaltung ist auch für Kinder ab 6 Jahre geeignet.

Sonnabend, 25.06.2011, 10:00 Uhr, Treffpunkt Mauritianum Altenburg
Wasser als Kultur- und Naturraum
Zum Thema "Gewässer um Altenburg – Wasser als Kultur- und Naturraum" führen NABU und ADFC eine Radtour durch.
Gefahren wird weitestgehend auf ruhigen Straßen und Wegen ohne Kfz-Verkehr. Die ca. 40 km lange Tour ist damit auch für Familien mit Kindern geeignet. An einer schönen Stelle wird gemeinsam gepicknickt. Mitfahrer, die mit der Bahn anreisen und eventuell etwas später eintreffen, können sich unter 0173 79 34 191 oder altenburg@adfc-thueringen.de melden. Mit dem Start wird dann gewartet.

Sonnabend, 25.06.2011, 10:00 Uhr, Treffpunkt Mauritianum Altenburg
Eine Yogastunde im Grünen
Wir wollen Naturerleben und körperliche Aktivitäten miteinander verbinden. Tatkräftige Unterstützung erhalten wir durch Frau Abeysinghe, eine erfahrene Yogalehrerin aus Altenburg. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Mauritianum, umgeben von Naturklängen, statt. Bitte eine Unterlage, eine Decke und etwas zu Trinken mitbringen! Die Veranstaltung ist für jedes Alter (Kinder ab 4) geeignet.

Sonnabend, 25.06.2011, 11:00 Uhr, Treffpunkt Parkplatz an der Jugendherberge Windischleuba
Unter der Grasnarbe
Das Mauritianum beschäftigt sich im GfAW-Projekt "Landschaft im Wandel und ihre Biodiversität" mit der Sichtbarmachung des Landschaftswandels in der Region seit dem Beginn der menschlichen Besiedlung. Begeben Sie sich mit den Projektmitarbeitern auf die Suche nach Paläomäandern (alten Flussschlingen) und entdecken Sie die unter der Grasnarbe verborgenen Geheimnisse.
Die Veranstaltung ist auch für Kinder ab 4 Jahre geeignet.

Weiter Informationen auch zu anderen Veranstaltungen im Kreis sowie in ganz Thüringen finden sich im Internet unter www.Langer-Tag-der-Natur.de

Wir haben in den letzten Wochen eine eigene Emailadresse in Betrieb genommen und sind jetzt wie folgt zu erreichen:
NABU Altenburger Land e.V.
Parkstraße 1a
04600 Altenburg
altenburg@nabu-thueringen.de
Die neue Mailadresse dient ab sofort auch als Absender für den Infobrief.

Bis zum nächsten Mal,
Uwe Andersch

Kleingedrucktes
Um den Informationsfluss in unserem Kreisverband in Gang zu halten, erscheint in loser Folge dieser Infobrief.
Die Koordination habe ich (Uwe Andersch, Vorstandsmitglied) übernommen.
Aus Kostengründen kann der Versand ausschließlich per E-Mail, eventuell noch per Fax, erfolgen.
Zum Schutz der E-Mailadressen sind die E-Mailempfänger als BCC-Adressen angegeben und werden daher nicht angezeigt. Als Empfänger ist nur die E-Mailadresse des Kreisverbandes (altenburg@nabu-thueringen.de) zu erkennen.
Die Adressen für die Infobriefe haben wir allmählich gesammelt. Wir gehen davon aus, dass noch weitere NABU-Mitglieder des Kreisverbandes E-Mailadressen haben. Wir sind deshalb dankbar, wenn wir weitere Adressen erhalten.

Der Infobrief soll

  • alle Mitglieder über die Aktivitäten des Vereins informieren,
  • aus der Arbeit des Vorstandes berichten und
  • Informationen der Vereinsmitgliedern für alle anderen Vereinsmitglieder (z.B. über eigene Aktionen, besondere Sichtungen, Ideen …) verbreiten. Dazu reicht es, mir die Artikel zu mailen. Ich werde mich um zügige Veröffentlichung bemühen.

Uwe Andersch
Wallstraße 35
04600 Altenburg
Tel: 03447 / 31 31 48
Fax: 03212 – 103 7534
E-Mail: uwe.andersch@arcor.de


NABU Altenburger Land e.V.
Parkstraße 1a
04600 Altenburg
altenburg@nabu-thueringen.de
altenburg.nabu-thueringen.de


Ohne Worte

Die ungeplante, lediglich kapitalgesteuerte Standortbildung der Biogasanlagenerrichtung oder -erweiterung wird in Thüringen weiterhin unkritisch gefördert (11. Juni 2011)

Biogasanlage. Foto: NABU/Ingo Ludwichowski Biogasanlage Foto: NABU/Ingo Ludwichowski

Die nachfolgende Pressemitteilung zeigt, wie ungesteuert und lediglich den Kapitalinteressen folgend die Förderung der sog. erneuerbaren Energien mit all ihren negativen Begleiterscheinungen stattfindet. Der 'Markt' wird es schon richten, wobei die Natur 'auf der Strecke' bleibt. Bemerkenswert ist zudem die plötzliche Flexibilität, mit der zusätzliche Fördergelder ermöglicht werden. In Anbetracht jährlich geringer werdender Mittel für die Kulturlandschaftspflege (Stichwort KULAP und NALAP) und der stetigen personellen Ausdünnung der TLUG kann nur auf eine ähnliche (Förder-) Mittelerhöhung zugunsten des Naturschutzbereiches gehofft werden, wobei ein Sprichwort sagt: "Die Hoffnung stirbt zuletzt!"

Quelle: thueringen.de/de/tmlfun/aktuell/presse/55809/uindex.html

„Mehr Geld für Agrarinvestitionen in Thüringen

‚Ich freue mich sehr, dass wir weitere Investitionen unserer Landwirte im Jahr 2011 mit zusätzlich sieben Millionen Euro bewilligen können. Durch Umschichtungen ist es uns gelungen, den Finanzrahmen für Bewilligungen von Investitionszuschüssen in diesem Jahr auf insgesamt 34 Millionen Euro deutlich zu erhöhen’, sagte heute Thüringens Agrarminister Jürgen Reinholz.

Dank der zusätzlichen Fördergelder werden in diesem Jahr mindestens drei Viertel aller Antragsteller bei ihren geplanten Investitionen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen unterstützt. Dazu Minister Reinholz: ‚Damit können wir alle beantragten Investitionen in Biogasanlagen fördern. Das ist besonders erfreulich mit Blick auf den, von uns mit Nachdruck verfolgten, raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien, der maßgeblich von der Bioenergie getragen wird.’

Die Investitionsbereitschaft der Thüringer Landwirte und die Nachfrage nach Fördermitteln hat seit dem Sommer 2010 ein bislang ungewohnt hohes Niveau erreicht. Diese – an sich positive – Tatsache führte aber dazu, dass bereits im Jahr 2010 nicht mehr jeder Förderantrag berücksichtigt werden konnte. Förderprioritäten mussten getroffen werden. Die verfügbaren 29 Millionen Euro Fördergelder wurden komplett bewilligt, für 147 Investitionsvorhaben bis 2012.
Nicht berücksichtigte Anträge gingen gemeinsam mit den Neuanträgen in das Auswahlverfahren für das Jahr 2011 ein. Zum Stichtag (31.01.2011) waren es 186 Anträge und ein beantragtes Fördervolumen von 41,4 Millionen Euro.

Hintergrundinformationen:

  1. Das AFP 2007 ist ein wichtiger Bestandteil der FILET (FörderInitiative Ländliche Entwicklung Thüringen). Mit Mitteln des Freistaats, des Bundes (aus der Gemeinschaftsaufgabe für die Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)) und des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) werden Modernisierungsprozesse in landwirtschaftlichen Unternehmen unterstützt. Knapper werdende öffentliche Mittel führen dazu, dass nicht mehr jedem Förderantrag entsprochen werden kann.

  2. Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket wurde seit Herbst 2010 auf den massiven Antragsüberhang reagiert. Hierzu zählen einschneidende Schritte, wie die Reduzierung der Förderintensität bei Milchmaßnahmen und die Einführung eines Stichtages für Antragstellungen im Jahr 2011. Zudem verständigte sich das TMLFUN mit dem Berufsstand zu Grundsätzen des Auswahlverfahrens 2011, um aus den zum Stichtag vorliegenden Anträgen eine objektive Priorisierung der zu fördernden Projekte zu treffen.

  3. Möglich wurde die außerordentliche Aufstockung des Bewilligungsrahmens 2011 zugunsten des AFP durch komplexe Mittelumschichtungen und Umfinanzierungen innerhalb der FILET. Das Gros der zusätzlich bereitgestellten Gelder kommt den Milchinvestitionen zugute. Die abschließende Entscheidung war erst möglich, nachdem die Mittelzuweisung des Bundes aus der GAK vorlag und Klarheit über diesen wichtigen Kofinanzierungsbestandteil der FILET – also auch von AFP-Maßnahmen – bestand.

  4. Da zunächst nur ein Teil der Haushaltsmittel des Jahres 2011 verbindlich zugewiesen werden konnte, erhielten Anfang März zunächst 78 Antragsteller von der Thüringer Aufbaubank die Zusage, dass ihre als besonders prioritär eingestuften Projekte mit einem Zuschussvolumen von 15,9 Mio. Euro bewilligt werden können. Dank dem erhöhten Finanzrahmen erhält nun die Reservegruppe komplett (61 Antragsteller) die Bewilligungen für 2011.

Madlen Domaschke
Stellv. Pressesprecherin“


Naturschutztag des Landkreises Greiz am 22. Juni

Der 14. Naturschutztag ist dem Thema „Wismut – einst Uranerzbergbau mit Umweltfolgen; heute Erholungslandschaften und Naturoasen“ gewidmet

Die einstmals weithin sichtbaren Kegelhalden sind aus der Landschaft verschwunden. Foto: Leo/fokus-natur.de
Die einstmals weithin sichtbaren Kegelhalden sind aus der Landschaft verschwunden Foto: Leo/fokus-natur.de

Das Umweltamt im Landratsamt Greiz lädt mit folgender Mitteilung zur Teilnahme am diesjährigen Naturschutztag ein:

"Nach nunmehr 20-jähriger Sanierungstätigkeit der WISMUT GmbH sind die Arbeiten zur Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranbergbaus in Teilen des Landkreises Greiz sowie benachbarter Gebiete erfolgreich abgeschlossen. Die Sanierungsergebnisse können sich sehen lassen – nicht nur auf regionaler sondern auch auf nationaler und internationaler Ebene erfahren sie große Wertschätzung, wie das Fachsymposium Ende Mai in der Bogenbinderhalle Ronneburg gezeigt hat. Vor diesem Hintergrund wollen wir den diesjährigen Naturschutztag ausrichten: ,Wismut – einst Uranerzbergbau mit Umweltfolgen; heute Erholungsland- schaften und Naturoasen'. Nach einem einführenden Fachvortrag wird es wieder interessante Exkursionspunkte mit sicherlich spannenden Diskussionen geben. Kommen Sie und machen Sie mit. Wir würden uns freuen."

Interessenten können sich telefonisch unter 03661/876-601, per E-Mail () oder schriftlich (Amt für Umwelt, Dr. Scheube-Straße 6 in 07973 Greiz) anmelden. Das anspruchsvolle Tagesprogramm kann jedem Naturfreund empfohlen werden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Einladung zum 14. Naturschutztag des Landkreises Greiz am 22. Juni 2011
(Anschreiben Einladung.pdf | 136 KB)

Naturschutztag 22. Juni 2011: Tagungs- und Exkursionsprogramm  (Programm.pdf | 149 KB)


NABU Thüringen gibt Ergebnisse zur "Stunde der Gartenvögel" bekannt

Thüringer haben eifrig gezählt (Pressedienst des NABU Thüringen)

Haussperling (Passer domesticus) – auch Spatz genannt. Foto: Pröhl/fokus-natur.de Haussperling (Passer domesticus) – auch Spatz genanntFoto: Pröhl/fokus-natur.de

Jena, 03. Juni 2011

Was piept denn da im Garten? Dies galt es am zweiten Maiwochenende bei der „Stunde der Gartenvögel“ herauszufinden. Mit einer Rekordbeteiligung von
über 2.000 Menschen und 47.724 beobachteten Vögeln schloss die diesjährige Aktion des NABU in Thüringen ab. Im Altenburger Land haben im Vergleich zu
den anderen Landkreisen die meisten Vogelfreunde (168) gezählt. Bei den Städten hatte Erfurt mit 197 Teilnehmern die höchste Beteiligung. „Wir
freuen uns, dass wir dieses Jahr über 2000 Menschen für die Aktion begeistern konnten. Dies ist das beste Ergebnis seit Beginn der Aktion,
zeigt sich Kirsten Schellenberg, die Landesgeschäftsführerin des NABU Thüringen, begeistert.

Den ersten Platz belegt der Haussperling mit 7.984 Sichtungen, gefolgt von Amsel (4.560), Star (4.264) und Mehlschwalbe (3.845). Weiter in der
Platzierung folgen Kohlmeise, Blaumeise, Elster, Mauersegler, Grünfink und Hausrotschwanz.

Als Spitzenreiter wurde der Haussperling in diesem Jahr häufiger gesichtet als im letzten Jahr. Ob es sich hierbei allerdings um einen Trendwende
handelt bleibt abzuwarten. In den letzten 20 Jahren befand sich der Spatz eher im Abwärtstrend. Der Verlust von Nistplätzen in geschützten Hohlräumen
in oder an Gebäuden und der Mangel an Nahrung entziehen ihm die Lebensgrundlagen. Die Veränderungen der dörflichen Strukturen im
Siedlungsbereich, wie zum Beispiel die Aufgabe von Tierhaltung und die ausgeräumte Agrarlandschaft, machen ihm das Leben schwer.

Der bundesweiten Tendenz entsprechend ist bei der Amsel in Thüringen ein Abwärtstrend festzustellen. Bei dem trocknen Wetter im Frühjahr hatten es
die Tiere schwer, ausreichend Regenwürmer für ihren Nachwuchs zu finden. Mehlschwalben hingegen wurden am Beobachtungswochenende häufiger gesichtet
als im Vorjahr. Dass sich die Bestände der Schwalbe allerdings stabilisieren, ist daraus nicht abzulesen. Ein Grund für die häufigeren
Sichtungen können die Wetterbedingungen an dem Wochenende gewesen sein. Im Gegensatz zum nasskalten Vorjahr nutzten die Schwalben die günstige
Witterung, um Nahrung und Nistbaumaterial einzufliegen.

Der NABU Thüringen lobt das Engagement der vielen Vogelfreunde, die sich eine Stunde Zeit genommen hatten und mit großer Sorgfalt ihre Beobachtungen
aus Dörfern und Städten festhielten und dann meldeten. Vorbild ist der britische "Big Garden Birdwatch", der nach mehr als 30 Jahren über
Veränderungen häufiger Vogelarten recht genau Auskunft geben kann. Überdies weckt der Aufruf bei vielen eine regelrechte Begeisterung für die Vogelwelt,
was nicht zuletzt eine wichtige Voraussetzung für erfolgreichen Vogelschutz ist.

Wer wissen möchte wie viele Vögel in seinem Landkreis oder seiner Stadt gezählt wurden, findet die Ergebnisse unter www.NABU-Thueringen.de.

Jürgen Sünkel, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Landesverband Thüringen e.V.
Tel.: (0 36 41) 60 57 04
Fax: (0 36 41) 21 54 11
E-Mail: Juergen.Suenkel@NABU-Thueringen.de
www.NABU-Thueringen.de

Pressetext, 03.06.2011: NABU Thüringen gibt Ergebnisse zur "Stunde der Gartenvögel" bekannt  (110601_PM_Stunde der Gartenvögel Ergebnissel.pdf | 94,3 KB)


28 Stunden "Natur pur"

Erster "Langer Tag der Natur" für ganz Thüringen (Pressedienst des NABU Thüringen)

Titelbild der Broschüre zur Aktion Titelbild der Broschüre zur Aktion; klicken um die Broschüre als PDF zu betrachten (ebenfalls am Ende der Pressemitteilung einzusehen)

"Natur pur" lautet das Motto des ersten "Langen Tages der Natur" für ganz Thüringen. Vom 24. bis 25. Juni 2011 möchte der NABU Thüringen gemeinsam mit
der Stiftung Naturschutz Thüringen und einer Vielzahl von Partnern und lokalen Akteuren den Menschen im Lande die Schönheit der thüringischen Natur
näher bringen. Als Schirmherrin für die Aktion konnte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht gewonnen werden.

Mittlerweile sind 75 Veranstaltungen für die beiden Tage gemeldet. Ob in Nord-, Mittel-, Südwest- oder Ostthüringen, in jeder Region gibt es
Interessantes zur erleben.

Dr. Volker Sklenar, Minister a.D. und Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Thüringen, sagt: "Ich bin der festen Überzeugung, dass
durch den "Langen Tag der Natur" das Bewusstsein für einen schonenden und nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt entwickelt und gefördert wird. Denn
nur derjenige, der die Natur in seiner eigenen Umgebung kennt, kann diese auf Dauer schätzen und schützen lernen."

Beim "Langen Tag der Natur" bekommen Jung und Alt, Schulklassen und Familien in zahlreichen Einzelveranstaltungen die Gelegenheit, sich über Flora und
Fauna, prägende Landschaften, interessante Orte und den Erhalt der Landschaft zu informieren. In 28 Stunden "Natur pur" wird es Natur und
Naturschutz zum Anfassen geben.

Kirsten Schellenberg, die Landesgeschäftsführerin des NABU Thüringen, erklärt zu den Veranstaltungen: "Wer an diesen Tagen Lust auf Natur hat, kann beispielsweise in Rathsfeld an einer Entdeckungsreise zur geheimen Tierwelt des Waldbodens teilnehmen oder sich der Radtour durch die Fahner Höhe anschließen. Fotofreunde kommen bei der Fotopirsch am Forstamt in Creuzburg auf ihre Kosten, und wer schon immer etwas über Fledermäuse wissen wollte, der schließt sich der Fledermaussuche in Zella-Mehlis an. Vogelfreunde sind in Dreba und Orchideenfreunde im Leutratal gut aufgehoben."

Entstanden ist die Idee eines solchen Tages, der ganz im Zeichen der Natur steht, in der Wartburgregion. Hier fand 2010 der erste "Lange Tag der Natur" statt. "Die Begeisterung, mit der die Aktion in der Wartburgregion aufgenommen wurde, hat uns ermuntert, diese auf ganz Thüringen auszuweiten. Wir möchten mit dieser Aktion allen Interessierten das Tor zur Natur öffnen, hinter dem sich ein unermesslicher Schatz versteckt hält," so Schellenberg. Auch jetzt können noch Veranstaltungen über die Internetseite des NABU Thüringen gemeldet werden. Nähere Infos zu den Veranstaltungen in den einzelnen Regionen erhalten Sie unter www.Langer-Tag-der-Natur.de oder direkt beim NABU Thüringen, Leutra 15. 07751 Jena, Tel.: 03641/605704, E-Mail: Naturtag@NABU-Thueringen.de.


Jürgen Sünkel, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Landesverband Thüringen e.V.
Tel.: (0 36 41) 60 57 04
Fax: (0 36 41) 21 54 11
E-Mail: Juergen.Suenkel@NABU-Thueringen.de
www.NABU-Thueringen.de


Broschüre zum Langen Tag der Natur in Thüringen


Der Große Schillerfalter ist der „Schmetterling des Jahres 2011“

Großer Schillerfalter (Apatura iris). Foto: Leo/fokus-natur.de Großer Schillerfalter (Apatura iris) Foto: Leo/fokus-natur.de

Die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) – neben dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) eine der großen Umweltschutzorganisationen in Deutschland – haben den Großen Schillerfalter (Apatura iris Linnaeus, 1758) zum Schmetterling des Jahres 2011 gekürt. Warum?

Der Große Schillerfalter ist einer der größten und schönsten einheimischen Tagfalter, zugleich jedoch auch ein bedrückendes Beispiel für die Bedrohung der Arten und ihrer Lebensräume – so das Kuratorium in seiner Entscheidung. Denn der immer seltener werdende Schmetterling ist auf naturnahe Mischwälder angewiesen, in denen die Sal-Weide wächst. Die Weide dient ihm zur Eiablage sowie als Futterpflanze für die Schmetterlingsraupen. In forstlichen Monokulturen, die einseitig mit Fichten oder Kiefern bepflanzt sind, kann der Schmetterling nicht (über-) leben.

Jochen Behrmann, Geschäftsleiter des BUND in Nordrhein-Westfalen erklärte hierzu am 09. Dezember des vergangenen Jahres:

"Mit dem ‚Schmetterling des Jahres’ wollen wir auf die Bedrohung natürlicher Lebensräume für Schmetterlinge aber auch andere Tiere und Pflanzen aufmerksam machen. Der Bestand des Großen Schillerfalters geht zurück, weil junge Weidenbüsche häufig von Förstern entfernt werden. Damit wird jedoch dem Schmetterling wie auch anderen Insekten die Lebensgrundlage entzogen." Insgesamt gelten nur 20 Prozent der Bestände hiesiger Falterarten als dauerhaft gesichert. So sind der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Greiz seit dem Jahr 2000 nur 8 Meldungen des Vorkommens des Großen Schillerfalters bekannt geworden. Diese befinden sich im Greizer Teil Werdauer Waldes und im Bereich den ehemaligen MUNA westlich von Bad Köstritz nahe der Kreisgrenze zu Tautenhain. Im Bereich der Stadt Gera ist der dortigen Unteren Naturschutzbehörde die einst häufige Art nur noch als im Zeitzer Forst vorkommend bekannt.

Mit über sieben Zentimetern Flügelspannweite bei den Weibchen gehört der Große Schillerfalter zu den größten Schmetterlingen Europas. Die blau schillernden Flügel der Männchen, nach denen der Schmetterling benannt ist, sind auf winzige Luftkammern in den Flügelschuppen zurückzuführen. Die weiblichen Schmetterlinge haben eine dunkelbraune Färbung. Charakteristisch sind bei Weibchen und Männchen weiße Flecken auf den vorderen Flügeln sowie eine weiße Binde und ein kleiner Augenfleck auf den hinteren Flügeln.

Der Große Schillerfalter gehört zu den wenigen Schmetterlingen, die sich nicht von Blütennektar ernähren, sondern von tierischen Produkten wie Exkrementen und Aas. Die meiste Zeit hält sich der Falter in Baumwipfeln auf. Am späten Vormittag fliegt er hinab, um an feuchtkühlen Waldrändern, auf Lichtungen oder Waldwegen Wasser und Nahrung aufzunehmen. Der Große Schillerfalter hat einen ausgeprägten Geruchssinn. Zur Beobachtung kann er durch stark riechenden Käse angelockt werden.

Im Sommer finden sich Männchen und Weibchen zur Paarung in den Wipfeln markanter Eichen oder Buchen, die den Wald überragen. Das Weibchen legt seine Eier einzeln an die Blätter von niedrigen Sal-Weiden ab. Sind die Raupen geschlüpft, klettern diese an die Spitze der Blattoberseite. Von dort fressen sie das Blatt beidseitig ab und lassen nur die mittlere Blattader unversehrt. Die mit ihrer bräunlichen Färbung gut getarnten Raupen überwintern nahezu ungeschützt an den Spitzen der Weidenzweige. Im Mai verpuppen sich die Raupen, zwei bis drei Wochen später schlüpfen die Schmetterlinge. Sie fliegen bis Ende Juli, in kühleren Regionen auch länger. Der Große Schillerfalter ist in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas sowie Asiens zuhause. In der Roten Liste Thüringens ist der Große Schillerfalter mit der Gefährdungsstufe 3 vermerkt und nach dem Thüringer Naturschutzgesetz streng geschützt.

Seitdem Jahr 2003 wird der "Schmetterling des Jahres" von der Stiftung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gekürt, um – analog des vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) ausgewähltem „Vogel des Jahres“ – auf die Artenvielfalt und ihre zunehmende Bedrohung aufmerksam zu machen. Auch die Kampagne "Abenteuer Faltertage" des BUND, die seit 2005 jährlich durchgeführt wird, dient dem Schutz der Schmetterlinge. Dabei werden unter Mithilfe der Bevölkerung leicht erkennbare Schmetterlingsarten gezählt.

Sollten Sie den Großen Schillerfalten beobachten und ggf. mit Hilfe eines Fotos sein Vorkommen im Landkreis bzw. der Stadt Gera aufzeigen können, wären wir Ihnen für eine Meldung dankbar. Bitte mailen Sie an umweltamt@landkreis-greiz.de für den Bereich des Landkreises Greiz bzw. umwelt@gera.de für den Bereich der Stadt Gera oder an rosenkaefer@gera-greiz.nabu-thueringen.de.

Sebastian Schopplich, NABU Gera-Greiz


NABU unterstreicht die Schutzwürdigkeit der Lasur bei Gera

Exkursion am 28. Mai führte durch ein Naturkleinod

Die Exkursionsteilnehmer auf der Lasur. Foto: Dirk Höselbarth/NABU Gera-Greiz Die Exkursionsteilnehmer auf der LasurFoto: Dirk Höselbarth, NABU Gera-Greiz e.V.

Während der vom NABU geführten Exkursion am 28.05. wurden den Teilnehmern die vielfältigen Lebensraumtypen auf der Lasur wie z.B. naturnahe Laubwaldbestände,
Hecken, sowie Trocken- und Halbtrockenrasen mit den typischen Pflanzen- und Tierarten vorgestellt. Beeindruckend waren für die Exkursanten solche botanischen
Besonderheiten wie Türkenbundlilie oder Orchideen wie z.B. Großes Zweiblatt, Weißes Waldvöglein, Braunroter Sitter und Vogelnestwurz. Letzterer ist eine Orchidee
ohne Blattgrün, die große Bestände im Gebiet bildet. Auch typische Vogelarten wie Neuntöter, Rotmilan oder Gartengrasmücke wurden beobachtet. Zudem konnten die
Teilnehmer das laute Betteln junger Buntspechte in ihrer Baumhöhle erleben.

Alle Naturfreunde waren davon überzeugt, dass die Lasur in Gänze mit ihrer wertvollen Naturausstattung dringend des angemessenen gesetzlichen Schutzes bedarf,
damit diese natürliche Vielfalt auch für zukünftige Generationen bewahrt werden kann. – Bereits im Oktober 2006 hatte die Stadt Gera öffentlich ein umfangreiches
Lasur-Schutzwürdigkeitsgutachten vorgestellt (www.gera.de/sixcms/detail.php?_nav_id1=10226&_lang=de&id=25375), jedoch erfolgte bislang keine Ausweisung als Schutzgebiet.


Ornithologische Berichte aus dem mittleren Elstertal

Neuerscheinung: 3. Band, 2. Heft, Teil 1 & 2 (März 2011)

Ornithologische Berichte aus dem mittleren Elstertal, 2. Heft – Deckblatt

Das neue Heft der Ornithologischen Berichte aus dem mittleren Elstertal wurde von Josef Lumpe und Klaus Lieder erarbeitet. Die Bestandsentwicklung der
im Landkreis Greiz und der Stadt Gera vorkommenden Brutvogelarten wird einschließlich eines Rückblicks auf 200 Jahre ornithologischer Forschung in unserer
Region umfassend dargestellt. Jedem ornithologisch interessierten Naturfreund kann diese profunde Arbeit wärmstens empfohlen werden. Auftraggeber der Arbeit
ist der Verein Ostthüringer Ornithologen Greiz e.V. (www.ornithologen-greiz.de), über
den auch der Bezug möglich ist (alternativ auch direkt über Herrn Josef Lumpe: joseflumpe@yahoo.de).

Auszug: Ornithologische Berichte aus dem mittleren Elstertal Heft 2 – Inhalt und Einleitung
(2010 OB Heft 2 C Bestandsentwicklung Nonpasseriformes_Inhalt-Einleitung.pdf | 132 KB)


Einladung zur Filmvorführung und Diskussionsrunde „Neue Energie in Bürgerhand“ am 17.06.2011 in Gera

durch das Bündnis 90/Die Grünen

Der NABU auf der großen Anti-Atom-Demo am 06.09.2009 in Berlin Foto: NABU/Elmar Große Ruse

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

wir laden Sie ganz herzlich ein zur Filmvorführung „Neue Energie in Bürgerhand“ mit anschließender Diskussionsrunde am 17. Juni 2011 ab 19:00 Uhr im Clubzentrum COMMA in 07545 Gera, Heinrichstraße 47.

Eine überwältigende Mehrheit der Menschen in unserem Land wünscht weiterhin den starken Ausbau und die unverminderte Förderung erneuerbarer Energien.
Laut FORSA-Umfrage würde es die Bevölkerung begrüßen, wenn sich die Politik stärker für erneuerbare Energien engagierte. Denn damit würden die Energiekostensinken
und Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der eigenen Region entstehen. Teure Energieimporte aus dem Ausland werden unnötig.

„Neue Energie in Bürgerhand“ – ein authentischer Dokumentarfilm als Impuls für zukunftsweisende Gespräche. BürgerInnen und Macher der Erneuerbare-Energie-Kommunen
Zschadraß (Sachsen), Dardesheim (Sachsen-Anhalt) und Wildpoldsried (Bayern) berichten von ihrem finanziellen Erfolg und dem Gewinn an Lebensqualität. Ihr Beispiel
macht Mut, sie zeigen, wie die Umstellung gehen kann. Ein Experte der Agentur für Erneuerbare Energien erläutert, an wen man sich beratend wenden kann.

Zur Diskussion im Anschluss an den Film wollen wir mit Fachleuten für den Bereich Erneuerbare Energie aus Thüringen darüber sprechen, welche Potenziale erneuerbare
Energien für die Kommunen haben, wie ökologische und soziale Ziele gemeinsam erreicht werden können und welche weiteren Schritte jetzt erfolgen müssen.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen

Infoservice der Bundestagsfraktion
Bündnis 90/Die Grünen
Platz der Republik 1, 11011 Berlin“


Dem unbedarften Zeitgenossen mag es beim Lesen solcher Ankündigungen scheinen, als wäre auch bei einem vollständigen Übergang zu den „erneuerbaren Energien“ die
heutige, maßlose Energie- und Ressourcenverschwendung infolge unserer Lebensweise uneingeschränkt fortführbar. Dass dem nicht so ist, zeigt erneut der folgende Beitrag, den wir mit
freundlicher Genehmigung der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (www.egeeulen.de) veröffentlichen.
Die Notwendigkeit der generellen Abkehr von der Atomenergie bleibt eine dringende gesamtgesellschaftliche Aufgabe, ebenso der Übergang zu einer tatsächlich nachhaltigen
Lebensweise.

Grünlandumbruch und kein Ende

Feuerlibelle (Crocothemis erythraea). Foto: Pröhl/fokus-natur.de Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) Foto: Pröhl/fokus-natur.de

Dauergrünland ist für den Schutz von Boden, Wasser, Klima, Landschaftsbild und Biodiversität außerordentlich wichtig. Es hat nicht zuletzt eine große Bedeutung
für die im Offenland jagenden Eulenarten Uhu, Sumpfohreule, Schleiereule und Steinkauz, denn die Kleinsäugerdichte ist auf Grünland höher als auf Ackerland. Zudem
sind Kleinsäuger auf kurzrasigem Grünland viel leichter zu erbeuten. Ein Charaktervogel des Grünlandes ist das Braunkehlchen (im Bild), das deshalb auch den Namen
Wiesenschmätzer trägt und zu den gefährdeten Brutvogelarten in Deutschland zählt.

Die Nutzung des Dauergrünlandes ist nicht nur erheblich intensiviert worden, sondern die Dauergrünlandfläche ist in allen Bundesländern auch weiterhin rückläufig.
Gründe sind die Aufgabe der Weidewirtschaft und der ungebremste Energiepflanzenanbau. Für dieses Ziel gerät immer mehr Grünland unter den Pflug.

So verringerte sich die Dauergrünlandfläche beispielsweise in Niedersachsen von 1,1 Mio. ha im Jahr 1984 auf 704.798 ha im Jahr 2009. Das ist ein Rückgang um 36 %
in 25 Jahren. Allein zwischen 2003 und 2009 verringerte sich die Fläche um 9,8 %. Der größte Teil ist zu Ackerland umgewandelt worden.

In mehreren Bundesländern ist der Dauergrünlandanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche so dramatisch zurückgegangen, dass die Landesregierungen aufgrund der
Vorschriften des Gemeinschaftsrechts ein Umbruchverbot verhängen mussten. Das betrifft die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen
und seit Anfang 2011 auch Nordrhein-Westfalen.

Landwirten kann in diesen Bundesländern auf Antrag eine Ausnahme von dem Verbot gewährt werden, wenn der Antragsteller eine gleichgroße Ackerfläche neu als Dauergrünland
anlegt oder widmet. Die Entscheidung über die Zulässigkeit des Umbruchs trifft die Landwirtschaftsverwaltung. Beschränkungen aufgrund anderer Rechtsvorschriften in
Bezug auf den Umbruch von Dauergrünland (z. B. des Naturschutz- und Wasserrechts) bleiben unberührt. An der Entscheidung über die Zulässigkeit des Umbruchs ist
die untere Naturschutzbehörde zu beteiligen.

Die EGE hat erhebliche Zweifel, ob diese Vorschriften in der Praxis beachtet werden. Das gilt insbesondere für § 5 Abs. 2 Nr. 5 BNatSchG. Danach ist ein Umbruch
von Grünland auf erosionsgefährdeten Hängen, in Überschwemmungsgebieten, auf Standorten mit hohem Grundwasserstand sowie auf Moorstandorten zu unterlassen. Dort
widerspricht der Umbruch der guten fachlichen Praxis.

Sofern die Bestimmung des § 5 Abs. 2 Nr. 5 BNatSchG nicht schlichtweg ignoriert wird, setzt die Landwirtschaft viel daran, die im Gesetz genannten vier Standorte
nach ihren Vorstellungen zu definieren, um auf diese Weise die Bestimmung zu unterlaufen. Aus aktuellem Anlass macht die EGE die Naturschutzbehörden und -verbände
auf diese Lage aufmerksam. Diese Behörden und Verbände sollten keinerlei Verstöße gegen diese Vorschrift dulden.

Ist Grünland rechtswidrig umgebrochen worden, kann die Naturschutzbehörde die Wiederherstellung des früheren Zustandes anordnen. Verstößt der Umbruch gegen Cross-Compliance-Regelungen,
können von dem betreffenden Landwirt Direktzahlungen zurückgefordert werden. Kommt es infolge des Umbruchs von Dauergrünland zu Schäden an bestimmten gemeinschaftsrechtlich
geschützten Arten und Lebensraumtypen, können nach dem Umweltschadensrecht Haftungspflichten ausgelöst werden.

Auch in Süddeutschland schwindet das Grünland. Die Grünen im Bayerischen Landtag haben gerade vor diesem Verlust gewarnt. Im vergangenen Jahr seien im Freistaat
fast 5.000 ha Grünland unter den Pflug gekommen, um dort Mais anzubauen. In 18 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten betrage der Grünlandverlust im Vergleich
zum Jahr 2005 mehr als 5 %. Das ist die Schwelle, ab der – wird sie landesweit erreicht – das Bundesland ein Umbruchverbot erlassen muss.

Dass ausgerechnet die Grünen diese Entwicklung bedauern, ist bemerkenswert, denn es ist die von ihnen favorisierte vermeintlich umweltfreundliche Energieerzeugung
auf dem Acker, die den Grünlandverlust forciert. Insofern sollten die Grünen nicht für das Melden eins Brandes Anerkennung erwarten, den sie selbst mit entfacht haben.


Exkursion in das Naturschutzgebiet Lasur

des NABU Gera-Greiz am Samstag den 28. Mai 2011

Pressemitteilung des NABU Gera-Greiz:

Der NABU Gera-Greiz führt am Samstag den 28.5.2011 eine Exkursion in das Naturschutzgebiet Lasur durch. Treffpunkt ist Samstag der 28.5.2011, 9.00 Uhr
am Artenschutzturm im Gessental. Der Artenschutzturm befindet sich eingangs des Radwegs (Gera-Ronneburg) im Gessental in Gera-Pforten.
Es sind neben den NABU-Mitgliedern alle Naturschutz-Interessierte eingeladen!

Das Naturschutzgebiet Lasur ist sowohl von dem dort vorhandenen Pflanzenbestand als auch ornithologisch sehr vielfältig. Es soll aufgezeigt werden, daß ökologisch wertvolle Gebiete sich in unmittelbarer Stadtnähe befinden.
Geführt wird die Exkursion durch den Leiter der ornithologischen Gruppe im NABU Dirk Höselbarth, der das Gebiet sehr gut kennt.

Peter Kindermann, Vorstand NABU Gera-Greiz


Haselnuss-Sammelaktion fand guten Anklang – Auswertung der zweiten Saison der „Großen Nussjagd“ in Thüringen

Flyer Das Flyer Vordergrundbild

NABU Thüringen – P R E S S E D I E N S T
Jena, den 24.05.11

Fleißige Helfer haben im Freistaat über 5500 Haselnüsse gesammelt. Kinder, aber auch viele erwachsene Naturfreunde machten sich auf, um unter
Haselnusssträuchern nach Fraßspuren der Haselmaus zu suchen. Mit dieser großen Sammelaktion möchten der NABU Thüringen und das Naturkundemuseum
Mauritianum den kleinen Bilch im Freistaat genauer lokalisieren, um ihm anschließend gezielt helfen zu können.

Die nun schon in der zweiten Runde stattfindende "Großen Nussjagd" ergab 3 neue Haselmausnachweise anhand von Fraßspuren, und zwar in Vesser,
Schleusingen und Zella-Mehlis. Zusätzlich lieferten engagierte Nistkastenbetreuer 4 Nachweise durch direkte Sichtung. So konnten Haselmäuse
zum Beispiel im thüringischen Teil der Rhön und im Ilm-Kreis nachgewiesen werden Am eifrigsten gesammelt wurde im Saale-Holzland-Kreis und im
Altenburger Land.

„Es war spannend, die netten Briefe mit den schicken Fotos, Gedichten, Geschichten und selbstgemalten Bildern zu öffnen und zu lesen. Immerhin
haben sich an dieser Runde fast 500 Sammlerinnen und Sammler beteiligt und auch die Sichtungen der Nistkastenbetreuer sind für uns sehr wichtig,“ freut
sich Franziska Hermsdorf, die sogenannte Schlaumaus aus dem Naturkundemuseum Mauritianum in Altenburg, welche die Post und die Daten zur Nussjagd auswertet.

Seit Anfang Mai stehen auch die Gewinner des Preisausschreibens fest. Den ersten Preis in der Kategorie ‚Schule' gewann die Grundschule Rodberg, den
zweiten Preis die Grundschule "Albert Schweitzer" aus Weimar und den dritten die Grundschule Heringen. In der Kategorie ‚Kindergärten' geht der erste
Preis an den katholischen Kindergarten Leinefelde in Birkungen, der zweite an die Kindertagesstätte "St. Johannes" in Jena und der dritte an die
Kindertagesstätte "Kindervilla" in Bad Frankenhausen. Bei den Familien zählen zu den ersten drei Gewinnern die Familie Pöhlmann aus Plaue, die
Familie Kirchmeier aus Hildburghausen und die Familie Pfitzmann aus Auleben. In der Erwachsenengruppe gewann Frau Zieger aus Sömmerda, Herr Sitz aus
Wingerode und Frau Schmidt aus Nobitz. Herzlichen Glückwunsch! Allen Gewinnern des Preisausschreibens winken spannende Preise, die zu
Naturerlebnissen anregen.
Die zweite Runde der Nussjagd ist nun vorbei, das heißt aber noch nicht, dass die "Große Nussjagd" in Thüringen damit beendet wäre! Ab August dieses
Jahres startet eine neue Runde, und alle können wieder mitmachen.

Denn für uns ist die Datenerfassung noch nicht abgeschlossen, und auch die
Artenschutzmaßnahmen für die Haselmaus sollen weitergehen. Mittlerweile sind im Rahmen der Aktion schon über 800 einheimische Sträucher und Bäume mit
Unterstützung von Fielmann und in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten gepflanzt worden. Des weiteren wurden etliche Nisthilfen für
Haselmäuse im Land aufgehängt, die nachweislich gut angenommen wurden. Dies sei aber noch nicht genug, um das Vorkommen der Haselmaus in Thüringen
wirklich langfristig zu sichern, so die Schlaumaus.

Nähre Infos zur Aktion finden Sie unter www.nussjagd-thueringen.de.

Jürgen Sünkel
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Thüringen e.V.
Tel.: (0 36 41) 60 57 04
Fax: (0 36 41) 21 54 11
E-Mail: Juergen.Suenkel@NABU-Thueringen.de
www.NABU-Thueringen.de

Pressetext des NABU Thüringen vom 24.05.2011: Haselnusssammelaktion fand guten Anklang  (110524_PM_Haselnusssammelaktion_fand_guten_Anklang1.pdf | 57,8 KB)


Die Feuerlibelle ist die „Libelle des Jahres 2011“

Feuerlibelle (Crocothemis erythraea). Foto: Pröhl/fokus-natur.de Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) Foto: Pröhl/fokus-natur.de

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat gemeinsam mit der Fachgesellschaft der Libellenkundler, der Gesellschaft deutschsprachiger
Odonatologen (GdO), die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) zur „Libelle des Jahres 2011“ gekürt. Zukünftig soll jährlich eine „Libelle des Jahres“
gewählt werden, um auf diese faszinierende Insektengruppe, aber ebenso auf vom Menschen verursachte Veränderungen in der Natur und deren zumeist negativen
Folgen aufmerksam zu machen. Bezüglich der Auswirkungen des Klimawandels ist die Feuerlibelle ein besonders eindrucksvolles Beispiel, ähnlich z.B.
des Bienenfressers – einer Vogelart die bis vor wenigen Jahrzehnten in unserer Region nicht vorkam, inzwischen aber als Brutvogel u.a. im Landkreis Greiz etabliert ist.

In der Pressemitteilung des BUND vom 23. Mai heißt es hierzu: „Die Feuerlibelle ist die erste Libelle des Jahres überhaupt. Sie reagiert auf klimatische
Änderungen sehr sensibel und ist aufgrund ihrer grellroten Farbe für jeden leicht zu erkennen. Dass sie inzwischen auch bei uns vorkommt, ist ein klarer Beleg für die zunehmende Erderwärmung.
Ursprünglich kam die Feuerlibelle nur in Afrika und rund ums Mittelmeer vor. Mitte der 1980er Jahre wurde sie zunächst in Rheinland-Pfalz heimisch und breitete
sich von dort in ganz Deutschland aus. Mittlerweile kommt sie auch in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein vor. 'Die Klimaerwärmung ist ganz klar
die Ursache für die Ausbreitung der Feuerlibelle in Deutschland', sagte Dr. Jürgen Ott, Feuerlibellenexperte der GdO. Die Feuerlibelle sei eine wärmeliebende
Art und erschließe sich ihren Lebensraum nach der vorherrschenden Temperatur. Diese sei in Deutschland seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Durchschnitt
um 1,1 Grad angestiegen. 'Durch die Einwanderung neuer Arten aufgrund des Klimawandels verändert sich die Zusammensetzung von lokalen und regionalen
Artengemeinschaften teilweise massiv. Vor allem heimische Arten, die in Mooren, Gebirgen und an Quellen vorkommen, drohen so möglicherweise verdrängt zu werden.'

Um mehr Informationen über die aktuelle Verbreitung der 'Libelle des Jahres 2011' zu bekommen, ruft der BUND gemeinsam mit der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen im Rahmen der 'Aktion Feuermelder' dazu auf,
beobachtete Feuerlibellen zu melden. Sichtungen können in eine Internet-Datenbank unter www.bund.net/feuermelder eingetragen werden.“

Es ist anzunehmen, daß die Feuerlibelle bereits heute auch in Ostthüringen verbreitet ist. Die Mitarbeit bei der Erfassung wird helfen, diesbezügliche Wissenslücken üner das Auftreten der Feuerlibelle auch im Landkreis Greiz und dessen Umgebung zu beseitigen.


Ein Schlaglicht auf die auch heute in Deutschland noch aktuelle Wilderei …

wirft der nachfolgende Beitrag vom 19. Mai 2011

„Liebe Natur- und Tierfreunde,
'Wenn Jägern zu Gejagten werden – Deutsche Wilder auf frischer Tat erwischt' – das ist der Titel des neuesten Komitee-Videos. Zu sehen sind
Komitee-Mitarbeiter, die deutsche Jäger in flagranti bei der Verwendung illegaler Vogelfallen stellen. Erstmals ist auch das Video zu sehen, mit
dem der "Wilderer von Disternich" überführt wurde.
Das sehenswerte Video (5 Minuten) finden Sie hier:
komitee.de/content/aktionen-und-projekte/deutschland/youtube-video
In Sachen Greifvogelschutz gibt es auch eine wirklich gute Nachricht aus Nordrhein-Westfalen Umweltminister Remmel hat auf Antrag des Komitees gegen den
Vogelmord die Aushorstung von Habichten zur "Beizjagd" (Falknerei) verboten! Wir werden nun versuchen, diesen richtungsweisenden Schritt
auch in allen anderen Bundesländern durchzusetzen.

Beste Grüße

Alexander Heyd (Geschäftsführer)“

Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)
Bundesgeschäftsstelle
An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Germany
Tel.: +49 228 66 55 21
Fax : +49 228 66 52 80
Email: komitee@komitee.de

Internet: www.komitee.de

Internationale Aktionen für unsere Zugvögel:

Helfen Sie mit – Spenden Sie mit!
Spendenkonto Nr. 042 000 000,
BLZ 20070024 (Deutsche Bank Hamburg)


Neue Wege in der extensiven Beweidung von Feuchtgebieten …

beschreitet unser Nachbarkreisverband „Altenburger Land e.V.“

Hausbüffel (Bubalus bubalus arnee fulvus bubalis). Foto: NABU Altenburger Land e.V. Karpatenbüffel in RumänienFoto: NABU Altenburger Land e.V.

Der NABU Altenburger Land e.V. ist bekannt für seine innovative, unorthodoxe
Vorreiterrolle bei der Umsetzung wichtiger Naturschutzaufgaben, wie z.B. dem Flächenerwerb inklusive deren naturschutzfachlicher Aufwertung.
Seit einigen Monaten werden zur Beweidung großer Feuchtgebiete aus Rumänien stammende Karpatenbüffel eingesetzt. Damit wird zugleich eine seltene
Nutztierrasse erhalten. Weitere Informationen finden Sie hier:
Karpatenbüffel im Altenburger Land

„Der Karpatenbüffel gehört zu der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla) und – wie alle Mitglieder der Familie Horrnträger (Bovidae) – zu den Wiederkäuern
(Ruminantia). Die Unterfamilie der Büffel sind die Rinder (Bovinae). Dann spaltet sich die Gattung in Asiatische Büffel (Bubalus) und in die Untergattung
Wasserbüffel oder auch Indische Büffel genannt (Bubalus bubalus arnee) auf Kerr, 1792. Aus dem Indischen Büffel entstand im Laufe der Züchtung der
Hausbüffel (Bubalus bubalus arnee fulvus bubalis). Die Nachkommen dieses Hausbüffels bildeten zuerst den Schlag der Karpatenbüffel, der heute als
eigenständige Rasse betrachtet werden soll.“
(Quelle: (link: http://www.karpaten-bueffel.eu/index.php?/pages/karpatenbueffel.html text: http://www.karpaten-bueffel.eu/index.php?/pages/karpatenbueffel.html target: _blank))


Bestürzender Rückschritt der Strafvorschriften des Deutschen Artenschutzrechtes in Planung

Wir veröffentlichen nachstehend eine Mitteilung des Komitees gegen den Vogelmord vom 13. Mai 2011

Der Erlenzeisig (Carduelis spinus): wurde früher wegen des schönen Gesangs oft als Stubenvogel gehalten. Foto: Leo/fokus-natur.de Der Erlenzeisig (Carduelis spinus): wurde früher wegen des schönen Gesangs oft als Stubenvogel gehaltenFoto: Leo/fokus-natur.de

„Liebe Natur- und Tierfreunde,

die Bundesregierung plant, wichtige Strafvorschriften im deutschen Artenschutzrecht außer Kraft zu setzen. Zukünftig sollen zahlreiche
bisher strafbare Delikte wie z.B. das Nachstellen oder Fangen von geschützten Vogelarten nur noch als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Dies sieht ein unter Federführung von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) entwickelter Entwurf eines
„Strafrechtsänderungsgesetzes“ vor, über den in den nächsten Wochen im Parlament abgestimmt werden soll. Der Bundesrat hatte die geplante
Änderung bereits verworfen, die schwarz-gelbe Regierung scheint aber fest entschlossen, das Artenschutzrecht zum Wohle von Tierhändlern,
Vogelfängern und Wilderern zu verwässern.

Das Komitee gegen den Vogelmord hat heute eine Pressemeldung zu dem Thema veröffentlicht und ruft alle Umweltverbände dazu auf, bei der
Bundesregierung Protest einzulegen. Der Deutsche Naturschutzring (DNR) wurde eingeschaltet, die Abgeordneten des Umweltausschusses im Deutschen
Bundestag und die Fraktionsvorsitzenden der Parteien in Berlin werden in diesen Tagen vom Komitee umfänglich informiert.

Mehr zu dem skandalösen Vorhaben der Bundesregierung lesen Sie hier:
http://www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/artenschutz/bagatellisierung-umweltstraftaten

Beste Grüße aus Bonn,
Alexander Heyd

Weitere Informationen:
Alexander Heyd (Geschäftsführer)
Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)
Bundesgeschäftsstelle
An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Germany

Internet: http://www.komitee.de
Email: komitee@komitee.de
Tel.: +49 228 66 55 21
Fax : +49 228 66 52 80

Internationale Aktionen für unsere Zugvögel:

Helfen Sie mit – Spenden Sie mit !
Spendenkonto: Konto Nr.042 000 000,
BLZ 20070024 (Deutsche Bank Hamburg)”


Schwierigkeiten mit der Wahrheit oder zweierlei Maß?

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes beklagt – zu Recht, möchte man meinen – den ungebremsten Flächenverbrauch in Deutschland,
der natürlich auch zuungunsten der heimischen Landwirtschaft erfolgt. Was er jedoch tunlichst verschweigt, ist der nicht geringe 'Eigenanteil'
der industriellen Landwirtschaft am Flächenfraß, da die landwirtschaftlichen Betriebe nicht nur im Außenbereich von Dörfern und Gemeinden
priveligiert, d.h. ohne nennenswerte Einschränkung, nach Herzenslust bauen dürfen. Insbeondere in Norddeutschland werden fast immer gegen
den Widerstand der örtlichen Bevölkerungsmehrheit neue Biogasanlagen und riesige Tierfabriken incl. der zugehörigen Gülle-Speicher,
Verbindungsstraßen und weiterer Infrastruktur gebaut. Riesige Siloanlagen liegen wie Fremdkörper in der Landschaft. Auch das profitable
Geschäft mit der Windenergie wird gerne genutzt. In den Gewerbegebieten, die alle auf der grünen Wiese errichtet wurden, finden sich häufig
großflächige Niederlassungen bekannter Agrarfahrzeugbauer. Bitter anzumerken ist auch die Versiegelung einst
lebensreicher Areale: Vielerorts wurden und werden die Feldwege, die nun als "landwirtschaftliche Wege" bezeichnet werden, asphaltiert!
In Thüringen ist sogar die staatliche Förderhöhe kommunaler Straßenprojekte im Dorfbereich an die Einbeziehung "landwirtschaftlicher Wege"
gebunden: Wird der Feldweg mit einbezogen (sprich: asphaltiert), steigt die Förderung! Welche Gemeindevertretung wird oder kann hier in
Anbetracht der oft schwierigen kommunalen Kassenlage ablehnen? Zum Schluß bekommt auch noch der ungeliebte Naturschutz sein Fett weg, sind
doch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ebenso mit Schuld am Flächenverbrauch und damit landwirtschaftsfeindlich.

Frischer Asphalt für die industrielle Landwirtschaft. Foto: Leo/fokus-natur.de
Frischer Asphalt für die industrielle LandwirtschaftFoto: Leo/www.fokus-natur.de

Sonnleitner zeigt sich als Meister der Lobby-Arbeit und ist offenbar unwillig, kritsch vor der eigenen Haustür zu kehren …
Konträr-kritische Denkanstöße hierzu finden sich u.a. im Heft "Studienarchiv Umweltgeschichte" Nr. 15 (2010), siehe auch www.iugr.net, wo Prof. Dr. Behrens u.a.
im Hinblick auf o.g. Problematik vermerkt: "Dabei bleiben klassische Problemzusammenhänge aktuell, etwa die Rückkehr der industriellen
Massentierhaltung, die in Ostdeutschland in der Zeit der 'Wende' weithin an Akzeptanz verloren hatte und wieder auflebt, in Ignoranz gegenüber
den ethisch-moralischen, gesundheitlichen vor allem stofflich-energetischen Problemzusammenhängen dieser Tierp r o d u k t i o n oder
–e r z e u g u n g , mit der die bäuerliche Tierh a l t u n g weltweit zum Untergang verurteilt ist – ein Prozess, der immer noch anhält.
In all diesen Zusammenhängen wird bisher immer 'systemimmanent' agiert und diskutiert und zu selten die Frage nach einer im Sinne der Nachhaltigkeit
erforderlichen "neuen" Arbeits- und Lebensweise und deren gesellschaftliche Konsequenzen gestellt" (S. 71).

Asphalt oder Getreide – Verlust von Landwirtschaftsflächen alarmierend

Quelle: www.bauernverband.de/index.php?redid=152813&amp;mid=415639

Präsidenten Sonnleitner und Vogel starten Flächenverzehr-Uhr im Internet

Die Bauern in Deutschland haben zwischen den Jahren 1992 und 2009 über 780.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche verloren, die für Wohn-,
Verkehrs- und Wirtschaftsbauten benötigt wurden. Hochgerechnet auf den Flächenertrag fehlt somit alle zehn Jahre eine komplette Getreideernte
in Deutschland. Auf dieses Problem für die Bauern und die Gesellschaft haben der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd
Sonnleitner, und der Präsident Sächsischen Bauernverbandes (SLB), Wolfgang Vogel, aufmerksam gemacht. „Diese Flächen sind für die Erzeugung
von Nahrungs- und Futtermitteln oder auch zur Erzeugung von Bioenergie unwiederbringlich verloren“, betonte Sonnleitner anlässlich der
Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Sächsischen Landesbauernverbandes in Weinböhla.

Gemeinsam starteten die beiden Präsidenten eine internetbasierte Flächenverzehr-Uhr, die den Flächenverbrauch im Freistaat Sachsen anzeigt.
Danach sind der sächsischen Landwirtschaft seit 1991 etwa 38.400 Hektar Nutzfläche verloren gegangen. Dies entspricht der Betriebsfläche von
rund 340 sächsischen Bauernhöfen mit einer durchschnittlichen Fläche von 113 Hektar je Hof. „Auf der verlorenen Fläche könnte die jährliche
Brotversorgung von vier Millionen Menschen und damit von allen Einwohners Sachsens sichergestellt werden“, betonte Präsident Vogel.

Vogel sagte weiter, dass die Gründe für den Flächenverbrauch zunehmend auch im Bau von Telekommunikations- und Energietrassen liegen würden.
Zusätzlich zu den Bauvorhaben würden landwirtschaftliche Flächen auch für naturschutzrechtliche Ausgleichmaßnahmen herangezogen, die zum
Beispiel beim Neubau von Straßen zu leisten seien.

Die Flächenverzehr-Uhr des Sächsischen Landesbauernverband finden Sie unter www.slb-dresden.de/flaechenuhr im Internet.


Die Naturschutzjugend (NAJU) gestaltet einen Nistkasten-Wettbewerb für Kinder

Das NAJU-Logo Das NAJU-Logo
Pressemitteilung – Berlin, 15.3.2011

Eine Villa für Frau Piep und Herrn Matz
Die Naturschutzjugend startet einen Nistkasten-Wettbewerb für Kinder

Meisen und Sperlinge haben noch die Qual der Wahl: sie sind die ersten, die anfangen nach geeigneten Brutplätzen zu suchen und ihr
Nest zu bauen. Zugvögel wie der Gartenrotschwanz oder der Trauerschnäpper haben es schwerer: treffen sie im April in ihren Brutgebieten
ein, sind die besten Plätze schon vergeben.
Die Naturschutzjugend ruft daher zur NABU Aktion „Die Stunde der Gartenvögel“ alle Kinder auf, sich gegen die Wohnungsnot unter Vögeln
einzusetzen und Nistkästen zu bauen.
Ein paar Holzbretter, eine Hand voll Schrauben, eine Säge und eine Prise Geschick und Phantasie und schon kann´s losgehen! Die NAJU
freut sich über Fotos von selbstgeschreinerten und dekorierten Nistkästen. Aber: grelle Farben und stinkende Lacke sind tabu! Die
Piepmatz-Villa darf nur mit Naturmaterialien dekoriert werden. Denn – Frau Piep und Herr Matz müssen in ihr neues Zuhause natürlich auch einziehen wollen.
Die Architekten der zwei kreativsten Nistkästen gewinnen eine Kamera für ihre Piepmatz-Villa. Die Nominierten der Plätze 3-13 können
sich über lebenslange Abos der Kinderzeitung „Willi wills wissen“ freuen.
Der Wettbewerb startet im März. Bis zum 22. Mai 2011 können die Fotos der Nistkästen per Post oder Email geschickt werden an:
Meike Lechler
Charitéstraße 3
10117 Berlin
Email: meike.lechler@naju.de

Zu dem Wettbewerb gibt es ein Faltblatt für Kinder mit einer Nistkasten-Bauanleitung und hilfreichen Tricks und Tipps. Es kann kostenfrei
unter www.naju.de herunter geladen werden. Gegen einen Betrag von einem Euro wird es auch verschickt.

Hintergrund:
Viele Vögel finden häufig keine geeigneten Brutplätze mehr. Das liegt daran, dass alte und morsche Bäume oft beseitigt werden, die
Vögeln und vielen anderen Tieren einen Wohnraum bieten würden.
Künstliche Nisthilfen anzubringen ist also dort sinnvoll, wo Naturhöhlen fehlen oder es keine Brutnischen an Gebäuden gibt. Auch im
Winter erfüllen Nistkästen eine wichtige Aufgabe: so nutzen Meisen, Kleiber, Eichhörnchen und Schmetterlinge die Kästen als warme Schlafstube.
Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine bundesweite Aktion des NABU. Große und kleine VogelfreundInnen quer durch die Republik werden
aufgerufen, vom 14.-15. Mai die Vögel in ihrem Garten oder im örtlichen Park zu beobachten, zu zählen und dem NABU/LBV zu melden. Ziel
ist ein möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu erhalten. Die Aktion wird von einem breiten Angebot
an vogelkundlichen Führungen für Kinder und Erwachsene begleitet. (NAJU)

Für Rückfragen und Bestellungen: Meike Lechler, Telefon: 030/ 284 984 19 23, Email: meike.lechler@naju.de


Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft zur „Stunde der Gartenvögel 2011“:

Vom 13. bis 15. Mai heimische Vögel beobachten, melden und Preise gewinnen …

Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus). Foto: Leo/fokus-natur.de Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) Foto: Leo/fokus-natur.de

Der NABU ruft Naturfreunde in ganz Deutschland auf, vom 13. bis 15. Mai eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten, vom Balkon aus
oder im Park zu beobachten, zu zählen und für eine gemeinsame Auswertung zu melden. Die „Stunde der Gartenvögel“ findet bereits zum
siebenten Mal statt und soll dazu anregen, sich aus den heimischen vier Wänden hinauszuwagen, um das Naturspektakel vor der Haustür
einmal näher zu betrachten.

Nach dem Prinzip der „Citizen Science“, der Forschung für Jedermann, gilt: Je mehr Teilnehmer Meldungen abgeben, umso aussagekräftiger
sind die Ergebnisse. Wie haben zum Beispiel Zaunkönig, Goldammer und andere Kleinvögel den harten Winter überstanden? In wie vielen
Gärten kommt der „Vogel des Jahres 2011“, der selten gewordene Gartenrotschwanz, noch vor? Im vergangenen Jahr meldeten 40.000 Vogelfreunde
mehr als 800.000 Beobachtungen. Von den Ergebnissen erwarten die Vogelkundler wichtige Hinweise zur Situation der Vogelwelt in Städten
und Dörfern. Sinnvolle und notwendige Schutzstrategien können anschließend darauf aufbauen.

Und so wird es gemacht: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die man im Laufe einer
Stunde gleichzeitig beobachten kann. Die Beobachtungen können per Post, Telefon (kostenlose Rufnummer am 14. und 15. Mai jeweils von
10 bis 18 Uhr: 0800/1157115) oder einfach per Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden. Unmittelbar nach der Eingabe
werden die Daten auf interaktiven Karten online dargestellt. Auch die Ergebnisse der Vorjahre sind so abrufbar. Den Teilnehmern winken
auch in diesem Jahr attraktive Preise, darunter hochwertige Ferngläser, Nistkästen, Einkaufsgutscheine und DVDs u.a.m. Teilnahmeschluss
ist der 23. Mai. Im Bereich der VG „Am Brahmetal“ sind Teilnahmebögen erhältlich

  • in _Pölzig_ in der Löwen-Apotheke und im Pfarramt,
  • in _Großenstein_ im Blumenladen Lochmann und im VG-Amtsgebäude
  • in _Brahmenau_ in der Grundschule und im Kindergarten sowie im Bäckerladen Erler

Über die“ Stunde der Gartenvögel“ berichtet auch „Die große Vogelschau“ im Deutschlandradio Kultur vom 9. bis 14. Mai. Das Programm
gibt es ab dem 1. Mai unter www.dradio.de. Täglich von 15:50 – 16:00 Uhr beantwortet ein NABU-Vogelkundler Hörerfragen rund um Vogelthemen.
Hotline: 0800/22542254.

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.NABU.de und www.stunde-der-gartenvoegel.de oder beim

NABU Landesverband Thüringen e.V.
Leutra 15
07751 Jena-Leutra
Tel. 03641/605704
E-Mail: lgs@nabu-thueringen.de
www.nabu-thueringen.de
gera-greiz.nabu-thueringen.de


Bemerkenswerter Fund einer Wechselkröte in Brahmenau (Ortslage Groitschen)

(image-box-old: 2011/2011-40.jpg text: Wechselkröte (Bufo viridis)
Foto: Leo/fokus-natur.de position: left layout: vertical)

Am 29. April fanden die NABU-Aktiven Johann und Sebastian Schopplich (Brahmenau) im letzten Dämmerlicht eine einjährige Wechselkröte mitten auf der Dorfstraße sitzend im oberen Groitschen, lebend und unversehrt. Bereits Anfang August 2010 hatte Sebastian Schopplich eine leider dem Straßenverkehr zum Opfer gefallene adulte Wechselkröte an fast der selben Stelle gefunden. Völlig ungeklärt ist bisher die Herkunft (Laichgewässer und Sommerlebensraum) der Tiere.
In der herpetologischen Literatur finden sich die letzten Nachweise der Wechselkröte für das Gebiet nördlich von Gera um 1950. Die Wechselkröte steht in Thüringen auf der Roten Liste, Stufe 1 ("Vom Aussterben bedroht") und galt im Landkreis Greiz und der Stadt Gera als nicht mehr vorkommend, wie fast überall in Thüringen, denn nennenswerte Vorkommen existieren nur noch im gewässereichen nordöstlichem Bereich des Altenburger Landes.

Beide Zufallsfunde sollen Anlass sein, systematisch nach weiteren Vorkommen dieser seltenen Amphibienart zu suchen und möglichst rasch Maßnahmen zum Schutz ihres Lebensraumes einzuleiten.

Zum Artensteckbrief Wechselkröte (Bufo viridis) der TLUG


Fast unbemerkt auf leisen Pfoten in den Landkreis Greiz zurückgekehrt: Die Wildkatze

Information über ein Umweltpädagogisches Projekt des BUND Thüringen

Wildkatze (Felis silvestris) Foto: Leo/fokus-natur.de

Vor allem im südlichen Bereich des Landkreises Greiz werden seit Jahren Nachweise der Wildkatze erbracht. Da der Schutz der Natur nicht das Privileg nur einer Organisation ist, berichten wir an dieser Stelle gerne über das Projekt der Freien Schule Elstertal.

Pressetext des BUND vom 15.04.2011: Thüringer Grundschüler helfen beim Schutz der Wildkatze im Elstertal
(2011_04_15_WildkatzeGreiz.pdf | 95,2 KB)


Jede fünfte einheimische Libellenart vom Aussterben bedroht: Experten tagten in Lübeck

www.nd-online.de/artikel/194131.html

Großes Moosjungfern-Männchen (Leucorrhinia pectoralis). Foto: Leo/fokus-natur.de Großes Moosjungfern-Männchen (Leucorrhinia pectoralis) Foto: Leo/fokus-natur.de

28.03.2011 / Umwelt

Hubschrauber unter den Insekten

Experten: 20 Prozent der einheimischen Libellenarten vom Aussterben bedroht

Von Dieter Hanisch, Lübeck

Die Libelle rückt zunehmend in den Fokus der Forschung, denn sie ist ein exzellenter Indikator für den Wandel von Natur, Umwelt und Klima. Die
eleganten Insekten standen vergangene Woche im Mittelpunkt der 30. Tagung der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) in Lübeck.

Ihre Flugeigenschaften machen die Libellen zu Hubschraubern unter den Insekten. Die Biologen ziehen einen lateinischen Bezug auf die kräftigen
Mundwerkzeuge der Tiere vor und nennen die Libellen "Odonata". Ein Schwerpunkt der GdO-Tagung war die Kartierung des Bestands für einen
Deutschland-Atlas. Europäische Nachbarn wie Polen, Großbritannien oder Tschechien haben bereits solch eine Bestandsaufnahme, während Deutschland
hinterherhinkte.

Gemeine Smaragdlibelle. Foto: Pröhl/fokus-natur.de Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea) Foto: Pröhl/fokus-natur.de

Inzwischen fehlen nur noch die Daten aus Hamburg und Sachsen-Anhalt. Deutschlandweit hat die GdO 81 Arten dieser faszinierenden Flieger
registriert, die eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometern erreichen können. Weltweit sind rund 4700 Arten bekannt, die
Flügelspannweiten bis zu 190 Millimeter aufweisen können. Seit 150 Millionen Jahren existieren diese Insekten mit dem so biegsamen Leib und einem so
praktischen Flugapparat. Die geschickten Flieger können in der Luft zum Stillstand kommen, weil sich beide Flügelpaare unabhängig voneinander
bewegen lassen, was dann auch eine blitzartige Änderung der Flugrichtung ermöglicht.

Natürliche Feinde von Libellen sind in erster Linie Eisvögel, Baumfalke und Eidechse. Allein diese Aufzählung zeigt, dass das Vorkommen von Libellen ein
Indiz intakter Ökosysteme ist. Inzwischen ist auch der Mensch durch die Veränderung von Landschaften zu einem Feind der Libelle geworden, sei es
durch Flussbegradigungen für die Schifffahrt oder das Trockenlegen von Mooren. Umgekehrt profitieren die wenigen Flieger aber auch von der
verbesserten Wasserqualität von Rhein, Elbe und Mulde in den letzten 25 Jahren, wie sich am Libellennachwuchs feststellen lässt. Trotzdem sind 20
Prozent der hier lebenden Arten vom Aussterben bedroht.

Neben eher sesshaften Arten mit kleinen, begrenzten Lebensräumen gibt es auch Wanderlibellen, die Hunderte von Kilometern zurücklegen. Aufgrund der
Klimaerwärmung hat beispielsweise die Rote Feuerlibelle, die ursprünglich aus dem mediterranen Raum stammt, ihr Aufenthaltsgebiet bis hoch nach
Dänemark ausgedehnt. Die Wanderzüge können heutzutage mit modernster Technik verfolgt werden, indem am Chitin-Skelett winzige Sender samt Batterie, die
höchstens 0,3 Gramm wiegen, angebracht werden. In Italien und in den USA kennt man bereits entsprechende Versuchsreihen.

Kontakt

NABU-Kreisverband
Gera-Greiz e.V.

c/o Ingo Eckardt
Franz-Philipp-Straße 9
07937 Zeulenroda-Triebes
Tel.: 03 66 28 / 83 24 4
Mobil: 0175 / 779 158 8
vorstand@nabu-gera-greiz.de

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