2012 (1)


Hirschkäfer und Wechselkröte auf der Spur

NATURSCHUTZ in Thüringen 2/2012 mit Bericht aus dem Kreisverband Gera-Greiz
(17.07.2012)

(image-box-old: 2012/120701.jpg text: Deckblatt des Einlegers „NATURSCHUTZ in Thüringen“ 2/12 position: left layout: vertical)

Das aktuelle Mitgliedermagazin des NABU Thüringen steht ab sofort mit folgenden Themen zum Herunterladen bereit: Urwälder für Thüringen, Eingriffe in Schutzgebiete, Projekt Umweltschulen, Wiesenbrüter in Gefahr, Schwalbenprojekt, Hilfe für die Wechselkröte, Umgang mit Wespen uvm.

Einleger „NATURSCHUTZ in Thüringen“ 2/12


Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs …

Verständnis für Artenschutz am und im Kirchgebäude muß immer wieder neu eingeworben werden
(13.07.2012)

(image-box-old: 2012/120713.jpg text: Dohlen auf der Wetterfahne von St. Petri zu Dorna
Foto: M. Scholz, NABU Gera-Greiz e.V. layout: vertical)

Der Satz „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs […]“ wird vielen Naturfreunden aus dem wunderschönen Film "Die Heiden von Kummerow" nach dem gleichnamigen Roman von Ehm Welk bekannt sein. Daß es sich hierbei um eine für das Verständnis der Schöpfungsverantwortung aus christlicher Sicht wesentliche Aussage aus dem Alten Testament handelt, ist weit weniger bekannt. Ebenso ist das Wissen der Kirchgemeinden um die Verantwortung für den Artenschutz gebäudebewohnender Arten am eigenen Kirchgebäude vielerorts gering. Zahlreiche Vorurteile erschweren Dohlen, Schleiereulen, Turmfalken oder Fledermäusen die Quartiernahme unter dem Kirchendach. Mitunter ist es tatsächlich schwierig, sich für Schmunzeln oder Kopfschütteln zu entscheiden. Z.B. dann, wenn erzählt wird, daß Dohlen das Mauerwerk von Kirchenwänden aufhacken würden oder der Kot der Turmfalken das Dach zerstören würde. Wie oft sind Unwissenheit oder Unkenntnis, gepaart mit Vorurteilen und Bequemlichkeit, ein großes Hindernis, wenn es gilt, die (Eigen-) Verantwortung der Kirchgemeinden für die Bewahrung der Schöpfung oder den Artenschutz am Kirchgebäude – zwei Formulierungen für ein und den selben Sachverhalt – in die Tat umzusetzen. Deshalb muß seitens des NABU immer wieder geduldig für die Belange der Quartieransprüche gebäudebewohnender Arten geworben werden. Wie heißt es doch: „Steter Tropfen höhlt den Stein!“ – im Gegensatz zur Dohle, die keine Mauern aushöhlt …


„Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“ (I. Kant)

Das Wort „Minister“ ist lateinischen Ursprungs und bedeutet „Diener“
(12.07.2012)

Ein Lehrstück unverblümter ministerieller Lobbyarbeit ist dieser Tage in Thüringen zu erleben. Die Bestandsentwicklung der Feldmaus wird von den Landwirten als bedrohlich eingeschätzt. Wohlgemerkt: Stets nur geschätzt! Aufgrund dieser Schätzungen macht sich der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Forsten, – oh, fast wäre es in Vergessenheit geraten – auch noch für Umwelt und Naturschutz für die Zulassung weiterer Gifte und vereinfachter Ausbringungsmethoden stark, so lt. gestriger DAPD-Meldung (OTZ, 12.07.2012).

Und: Es existiert kein objektives, neutrales und öffentlich einsehbares Gutachten einer unabhängigen Fachbehörde oder eines öffentlich bestellten Gutachters, in welchem die tatsächliche Populationsentwicklung verifizierbar erfaßt wird.
Doch aufgrund der Schätzungen soll tonnenweise Gift auf die Felder gestreut werden. Gift, das im Boden verbleibt, Gift, das in das Grundwasser gelangt, Gift, das im Staub der Felder im Herbst vom Acker in die Dörfer geweht wird, Gift, dessen Bestandteile über die Nährstoffaufnahme der Kulturpflanzen auch in die menschliche Nahrungskette gelangen können. Welche Untersuchungen gibt es zur Verweildauer und Abbaubarkeit des Giftes im Boden oder im Wasser? Wie soll ausgeschlossen werden, daß das Gift oder dessen Bestandteile in die menschliche Nahrungskette gelangen? Wer trägt die Kosten der Grundwasserbelastung usw.?

Die OTZ vom 12. Juli bietet (Thüringen, Seite 2) eine weitere Kostprobe: Bislang unterliegt die Giftausbringung strengen Auflagen: So darf nur ein Wirkstoff (Zinkphosphid) unterirdisch, d.h. direkt in die Mäusebaue, ausgebracht werden. Minister Reinholz, in dem offensichtlich ein Till Eulenspiegel steckt, regte nun an, daß (Zitat) "in Thüringen ... jetzt versucht werden (solle), den Wirkstoff in Pappröhrchen auf den Feldern auszubringen. Diese Röhrchen erfüllten die Vorschrift der verdeckten Ausbringung." Was ist bei Regen, wenn die Pappe durchweicht? Wer hält Wildtiere (Rehe, Feldhasen, Füchse, Rabenvögel usw.) von den Röhrchen fern? Wenn das Thema nicht so ernst wäre, könnte man Herrn Minister Reinholz für einen Karnevalsorden vorschlagen. Doch diese versuchte Aushebelung der Vorgaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit durch einen Thüringer Minister sollte eher durch die Ministerpräsidentin (mindestens) öffentlich gerügt werden. Vielleicht wäre dies auch ein Anlaß, dieses verantwortungsvoll zu führende Ministerium mit einem kompetenten Kopf auszustatten – eben einem Minister als Diener des Volkes mit der Verpflichtung zu allgemeinen Wohlfahrt, nicht aber der Gewinnabsicherung einzelner Gruppen auf Kosten der Allgemeinheit!

Ältere Informationen zu dieser Problemetik finden Sie weiter unten.


Über den Dächern Geras

Hilfe für die Mauersegler
(11.07.2012)

(image-hero-old: 2012/120711-2.jpg text: Herr Peetz (WBG Union, hinten) und Herr Hilbert (Fa. Hilbert & Vogel) bei der Montagefestlegung der Mauersegler-Nistkästen am Block Neubauerstraße 22-24
Foto: S. Schoplich, NABU Gera-Greiz e.V. position: left)

Mauersegler sind derzeit oft zu sehen und zu hören, wenn sie im rasanten Flug über Gera kreisen. Keine andere Vogelart ist so gut an das Leben in der Luft angepaßt – selbst den Schlaf verbringen die Mauersegler in großen Höhen und dabei segelnd. Nur zum Ablegen der Eier und zum Bebrüten dieser sowie zur Fütterung der Jungen berühren sie den Boden, sprich den Nistplatz. Früher waren dies v.a. Felswände, in manchen Regionen auch Höhlenbäume. Heutzutage sind es vorwiegend hohe Gebäude, deren Spalten im Dachbereich gerne von Mauerseglern als Brutplatz genutzt werden. Und hier liegt das Problem: Die vielerorts notwendige Dach- und Fassadensanierung, neuerdings auch die Fassadendämmung, erfolgt(e) oft ohne Beachtung der Belanges des Schutzes gebäudebewohnender Arten – wie eben dem Mauersegler, der Dohle, des Turmfalken u.a.m. Nistplätze wurden und werden zerstört oder unzugänglich gemacht, aus Gleichgültigkeit oder Unwissenheit. Zahllose Quartiere wurden so ersatzlos beseitigt.

(image-box-old: 2012/120711-3.jpg text: Die montieren Nistkästen am Giebel der Neubauer-Straße 24
Foto: S. Schoplich, NABU Gera-Greiz e.V.)

Um so erfreulicher ist daher das Engagement der WBG UNION eG aus Gera, die aus freien Stücken – und dabei kurz entschlossen – die Gerüststellung im Zuge der Fassadensanierung am Wohnhaus in der Theodor-Neubauer-Straße 20-24 in Gera-Bieblach nutzte, um am 2. Juli nach Beratung durch den NABU Gera-Greiz sechs witterungsbeständige Mauersegler-Holzbetonnistkästen (Fabrikation Fa. Pröhl, Kummer bei Schmölln) an der Gebäudeostseite durch die Firma Hilbert & Vogel GbR (Gera-Zwötzen) fachgerecht montieren zu lassen. Ein Schritt in die richtige Richtung, der Schule machen sollte … Der NABU sagt: Danke!


Die Kirchhofsmauer in Dorna

Verborgene Wunder der Natur entdecken – Einladung der Kirchgemeinde Dorna
(11.07.2012)

(image-box-old: 2012/120711.jpg text: Unterscheinbar und faszinierend: Flechten auf der Dornaer Friedhofsmauer
Foto: J. Rettig (Gera) position: left)

Der Gemeinderat der Kirchgemeinde Dorna ist für seine hohe Wertschätzung der Belange des Naturschutzes bekannt. Wir möchten daher ebenfalls zu dieser Veranstaltung einladen und veröffentlichen nachfolgend den Pressetext der Kirchgemeinde Dorna:
„Mauern aus Natursteinen sind Lebensraum verschiedenster Pflanzen und Tiere. Ein besonders schönes Beispiel hierfür ist die alte Kirchhofsmauer in Dorna. Auf ihr wachsen nicht nur Moose und Farne, sondern auch verschiedene, oft unscheinbare Flechten. Manche siedeln hier schon seit Jahrzehnten. In diesem Jahre wurden mehr als 37 verschiedene Flechtenarten festgestellt. Diese Mauer bietet nicht nur Tieren wie Eidechsen Unterschlupf, sondern ist auch Lebensraum vieler kleiner wirbelloser Tiere und damit alles in allem eindrückliches Beispiel der Artenvielfalt Gottes reicher Schöpfung auf kleinstem Raum. Um diese Wunderwerke der Natur zu bestaunen, laden wir am Freitag, den 24. August 2012 um 19.00 Uhr in die Kirche St. Petri zu Dorna ein.
Herr Rettig (Gera) wird einen abwechslungsreichen Vortrag über Flechten halten. Im Anschluß wird der NABU Gera-Greiz die Kirchen zu Dorna, Pölzig, Röpsen, Schwaara und Wernsdorf für ihr Engagement hinsichtlich des Schutzes gebäudebewohnender Arten mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ auszeichnen. Geistlich umrahmt wird das Ganze durch eine kurze Andacht mit Pfr. Thriemer, für kulinarische Freuden wird der Gemeindekirchenrat sorgen.

Wir freuen uns sehr auf Ihr Kommen.“ – Der Gemeinderat der Kirchgemeinde Dorna


Feldherpetologische Literaturdatenbank aktualisiert

(06.07.2012)

Soeben wurde die „Schriftenschau für den Feldherpetologen“ – die Literaturdatenbank auf www.amphibienschutz.de – aktualisiert. Bislang waren v.a. nur Publikationen ab 1990 online abrufbar. Mit dieser Aktualisierung sind nun auch Publikationen ab 1980 zur Online-Suche freigeschaltet. Damit sind jetzt zusätzlich mehr als 1.000 Publikationen aus dem Zeitraum 1980 bis 1990 abrufbar! Die Datenbank umfasst damit aktuell 7.336 Literaturstellen und 5.558 Autoren. Die Volltextsuche ergab insgesamt 36.542 Stichworte. Für insgesamt 1.491 Literaturstellen sind Referate abrufbar.

Jeder hat die Möglichkeit, an der Literaturdatenbank mitzuarbeiten. Neue Literaturstellen und/oder neue Referate können per Formular eingegeben werden und werden automatisch an das Naturkundemuseum Erfurt weitergeleitet. Die Daten werden dort geprüft und dann mit der quartalsweisen Aktualisierung in die Datenbank aufgenommen.

Viel Spaß bei der Literatursuche unter: www.amphibienschutz.de/literatur/index.html!


Fünf Empfehlungen (nicht nur) für die Studenten des Fachs „Planungs- und Naturschutzrecht“ der Hochschule Osnabrück

Plädoyer für starken Naturschutz
(01.07.2012)

Der Geschäftsführer der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (www.egeeulen.de), Herr Wilhelm Breuer, hat zum Abschluss des Lehrauftrages im diesjährigen Sommersemester den Studenten im Fach „Planungs- und Naturschutzrecht“ an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück Empfehlungen für den Berufsweg ans Herz gelegt, die zwar (noch) nicht sprichwörtlich sind, aber vielleicht auch anderen Naturschützern etwas zu sagen vermögen.

Fünf Empfehlungen


Sonderausstellung „Fremde Federn“ im Museum für Naturkunde Gera

Ausstellungseröffnung am 5. Juli 2012
(28.06.2012)

Die neue Sonderausstellung „Fremde Federn. Das Kleid der Vögel – eine geniale Erfindung der Natur“ des Museums für Naturkunde Gera wird am Donnerstag, den 5. Juli 2012, um 17.00 Uhr eröffnet. Die fachliche Einführung wird Herr Dr. Dietrich von Knorre (Jena) halten. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem:

Informationsblatt/Flyer


Turmfalkennachwuchs

Das Jahr 2012 verspricht, ein gutes Turnfalkenjahr zu werden
(20.06.2012)

(image-box-old: 2012/120620.jpg text: Junge Turmfalken im Röpsener Kirchturm
Foto: K. Schutze (Kirchgemeinde Röpsen))

Frau Katherina Schultze aus Röpsen (Stadt Gera) hatte sich, zusammen mit ihrem Vater, vor längerer Zeit für den Einbau eines Turmfalken- und Schleiereulennistkastens in die Röpsener Kirche eingesetzt und wurde hierbei vom NABU unterstützt. Den schönsten Lohn für solche Mühen zeigt das beigefügte Foto vom 14. Juni, welches den diesjährigen Röpsener Turmfalkennachwuchs zeigt.

Auch von vielen anderen Brutplätzen, die sich oft in Kirchtürmen befinden, werden in diesem Jahr Bruten gemeldet; mehr als in den Jahren zuvor. Das Jahr 2012 verspricht, ein gutes Turmfalkenjahr zu werden.


Von den Launen der Natur

Wasserstand im Kauernschen Teich steigt allmählich
(17.06.2012)

(image-box-old: 2012/120616.jpg text: Der Wasserstand im Kauernschen Teich steigt allmählich
Foto: Christiane Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V. position: left)

Überall litt die Natur durch die anhaltende Trockenheit im Frühjahr, doch für die notwendige Entschlämmung des Kauernschen Teiches war dieses widrige Wetter ideal. Die Arbeiten konnten vorzeitig abgeschlossen werden.
Die Niederschläge der vergangen Wochen haben zu einem ganz allmählichen Ansteigen des Wasserspiegels geführt. Bei einer Begehung am 15. Juni konnten viele hunderte frisch metamorphosierter Erdkröten im Uferbereich beobachtet werden, die in die Landlebensräume wechseln. (Wie an dieser Stelle bereits berichtet, konnten zur Übergabe des entschlämmten Teiches am 18. April viele Laichschnüre der Erdkröte entdeckt werden.) Nun bleibt zu hoffen, dass Petrus in den nächsten Wochen für ergiebige Niederschläge sorgt, die den Himmelsteich, so die alte Bezeichnung für Gewässer, die nur durch Niederschlagswasser gefüllt werden, wieder bis zum Rand füllen.

(image-box-old: 2012/120617.jpg text: Junger Erdkrötennachwuchs am Kauernschen Teich
Foto: Christiane Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V.)

Aus leider gegebenem Anlaß möchte der NABU erneut um die Achtung der Natur bitten: Lagerfeuer oder Zelten usw. sind am Kauernschen Teich nicht gestattet; ebenso sind Hunde nur angeleint auf dem Weg zu führen. Der Kauernsche Teich ist als Flächennaturdenkmal gesetzlich geschützt und als Ort der Ruhe der Natur vorbehalten. Den Schutzgebietsbetreuern Frau Kinast und Herrn Höselbarth, die mit unendlicher Geduld und Engelszungen immer wieder auf die Einhaltung der Schutzbestimmungen achten, soll hierfür ausdrücklich gedankt werden.


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


Schlingnatter-Exkursion 30. Juni 2012

(13.06.2012)

(image-box-old: 2012/120613.jpg text: Schlingnatter oder Glattnatter (Coronella Sustriaca)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Neu im Angebot ist eine Schlingnatter-Exkursion im Gebiet zwischen den Talsperren von Zeulenroda für den 30. Juni.

Details und Anfahrskizze unter www.amphibienschutz-thueringen.de/termine/


Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ wird forgesetzt

(11.06.2012)

(image-box-old: 2012/120611-2.jpg text: Übergabe der Schwalbenhaus-Plakette an Herrn Wieland Strauß
Foto: Dirk Höselbarth)

Am 04. Juni 2012 überreichte Dirk Höselbarth für den NABU-Kreisverbandes Gera-Greiz e.V. Herrn Wieland Strauß aus Meilitz (Ortsteil von Wünschendorf) die NABU-Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“. Damit wurde Herr Strauß für sein langjähriges Engagement für die Schwalben Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Im Gehöft von Herrn Strauß sind aktuell 68 Nester der Mehlschwalbe und 10 Nester der Rauchschwalbe zu finden. Die Vögel sind dort nicht nur willkommene Gäste, sondern Herr Strauß bietet den Vögeln auch noch Lehm zum Nestbau an.

(image-box-old: 2012/120611.jpg text: Schwalbennester in Meilitz
Foto: Dirk Höselbarth)

Weiter finden auf dem Grundstück von Herrn Strauß auch Meisen, Bachstelzen, Hausrotschwänze und sogar Stockenten einen Brutplatz.


Ein Dank an die Standbetreuer!

Zweitägiger NABU-Informationsstand im Agrarmuseum Blankenhain/Sachsen
(05.05.2012)

(image-box-old: 2012/120505.jpg text: NABU-Stand im Agrarmuseum Blankenhain
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.)

Dank des freundlichen Entgegenkommens der Veranstalter war es möglich, zum diesjährigen Korbmacher- und Spezialitätenmarkt im Agrarmuseum Blankenhain (bei Werdau/Sachsen) einen Informationsstand des NABU Gera-Greiz am 28.-29. April einzurichten. Den Standbetreuern Viktoria Krause, Detlef Krüger, André Oehler und Lutz Wolfram sei für die geleistete Arbeit gedankt! Solide Öffentlichkeitsarbeit für den NABU ist immer wieder wichtig, um unsere Anliegen allgemein bekannt zu machen.


Schwäne brüten am Birkhäuser Teich

(24.04.2012)

(image-box-old: 2012/120424.jpg text: Brütender Schwan am Birkhäuser Teich
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.)

Der für den Birkhäuser Teich zuständige NABU-Schutzgebietsbetreuer Lutz Wolfram beobachtet seit Tagen die seit langem erste Brut eines Schwanenpaares am Rande des Schilfgürtels am Birkhäuser Teich.


Spannendes und abenteuerreiches Kinderzeltlager!

(22.04.2012)

Liebe Eltern, liebe NABU-Mitglieder,

auch in diesem Jahr bieten wir naturinteressierten Kindern von 8 bis 12 Jahren spannende und abenteuerreiche Tage in unserem Kinderzeltlager in den Sommerferien. Unsere Zelte bauen wir diesmal vom 18. bis 26. August am Stausee Kelbra am Kyffhäuser auf. Hier gibt es viel zu Entdecken: Barbarossahöhle, Königspfalz, Naturlehrpfad, Naturpark Kyffhäuser, Wildgehege, Wiesen und Wälder. Spiel und Spaß kommen natürlich auch nicht zu kurz. Da wir in unserem Betreuerteam einen Rettungsschwimmer haben, steht dem Baden im Stausee auch nichts im Weg. Ausführliche Infos können Sie der Anlage entnehmen. Noch sind Plätze frei – spätestens bis zum 20. Juli ist eine Anmeldung möglich.

Viele Grüße vom NAJU-Team aus Leutra.

Weitere Infos unter www.NABU-Thueringen.de (NABU Thüringen e.V., Leutra Nr. 15 in 07751 Jena-Leutra, Tel.: (03641) 605704, E-Mail: lgs@NABU-Thueringen.de).


Informationsblatt und Anmeldeformular


Hilfe für die Glücksboten

NABU Thüringen sucht Schwalbenfreunde und gibt Tipps zur Schwalbenhilfe
(22.04.2012)

Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren – so lautet ein altes Sprichwort. Auch im Altertum erfreuten sich Schwalben großer Beliebtheit, und sie durften sogar an Tempeln und Staatsgebäuden brüten. Doch heutzutage wird es ihnen vielerorts schwer gemacht, und die Schwalbenbestände gehen seit Jahren zurück. Um den glücklosen Glücksboten zu helfen, hat der NABU Thüringen das Projekt "Hier sind Schwalben willkommen!" ins Leben gerufen.

Tino Sauer, der Koordinator des Projektes, erklärt: "Aus Angst vor Verschmutzung werden Nestbauversuche von Mehlschwalben an Hausfassaden unterbunden oder die Nester gar zerstört. Rauchschwalben, die man auch unter der Bezeichnung "Stallschwalbe" kennt, erleiden ein ähnliches Schicksal. Denn Viehställe, in denen Rauchschwalben normalerweise brüten, wurden aus Hygienegründen verschlossen." Wer Schwalben unterstützen möchte, dem empfiehlt der Naturschützer, Schwalbenpfützen anzulegen und künstliche Nisthilfen anzubringen. "Schwalben fehlt oft geeignetes Nistmaterial zum Nestbau. Daher ist es sinnvoll, eine Lehmpfütze anzulegen. Die Pfütze muss vor allem zur Nestbauzeit von Mai bis Juni feucht gehalten werden. Ist der Boden eher sandig, dann hilft es, lehmiges Material in die Pfütze einzubringen", rät der Schwalbenexperte.

Wer sich durch Kotschmutz belästigt fühlt, sollte ein einfaches Kotbrett unterhalb des Nestes montieren. Dazu eignet sich ein etwa 30 Zentimeter breites Brett, welches zirka 60 Zentimeter unterhalb des Nestrandes angebracht wird. Wichtig ist, dass die Schwalben einen freien Anflug zu ihren Nestern haben. Es empfiehlt sich, die Kotbretter erst anzubringen, wenn die Jungen geschlüpft sind. Sonst kann es sein, dass die Schwalben die Nester nicht mehr annehmen. "Künstliche Nisthilfen für Mehl- und Rauchschwalben können mit etwas Geschick selbst gebaut oder im Fachhandel gekauft werden. Es nutzt aber nichts, den Schwalben ein Nest anzubieten, wenn die örtlichen Bedingungen ungünstig sind", gibt Sauer zu bedenken. Wer sich für den Schwalbenschutz einsetzt, dem verleiht der NABU Thüringen jetzt schon im zweiten Jahr die Plakette "Hier sind Schwalben willkommen!". Mit der Plakette möchte der NABU denjenigen danken, die ihr Haus oder sogar ihre ganze Gemeinde schwalbenfreundlich gestalten. In den kommenden Wochen können sich wieder Schwalbenfreunde für die Plakette bewerben. Das Faltblatt zum Projekt mit einer Bauanleitung für Schwalbennisthilfen kann kostenlos beim NABU Thüringen bestellt werden. Außerdem stellt der NABU Schwalbennisthilfen für einen Unkostenbeitrag von 5 Euro pro Stück plus Portokosten zur Verfügung. Nähere Informationen, Bewerbungsunterlagen und Tipps zum Schwalbenschutz finden sich auch auf der Internetseite des NABU Thüringen unter www.NABU-Thueringen.de oder sind über den NABU Thüringen, Leutra 15, 07751 Jena, Tel.: 03641/605704, E-Mail: Lgs@NABU-Thueringen.de erhältlich. Das Projekt wird von der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen unterstützt.

thueringen.nabu.de/projekte/schwalben/aktuelles


Raumordnungsplan Ostthüringen genehmigt

Carius: Fortschreibung der Regionalpläne schafft Interessenausgleich
(21.04.2012)

Quelle: www.thueringen.de/de/tmblv/presse/pm/63270/uindex.html

Medieninformation
„‚Die Fortschreibung der regionalen Raumordnungspläne schafft den notwendigen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Interessen bei der Nutzung unserer Landschaftsräume. Sie trägt dazu bei, zukünftige Herausforderungen – wie beispielsweise den demografischen Wandel, die Energiewende und die weitere wirtschaftliche Entwicklung einer Region – zu bewältigen. Mit der Genehmigung des dritten Regionalplans sind wir bei der Aktualisierung der Raumordnungspläne nun weit vorangekommen‘, sagte heute (Montag) der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, bei der Übergabe des Genehmigungsbescheides an die Präsidentin der Regionalen Planungsgemeinschaft Ostthüringen, Martina Schweinsburg, in Eisenberg.

‚Der Regionalplan Ostthüringen hat die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt und einen angemessenen Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen herbeigeführt‘, so Landesentwicklungsminister Carius weiter. ‚Er enthält als erster Regionalplan in Thüringen bereits 10 Standorte für raumbedeutsame Freiflächenanlagen zur Solarstromerzeugung. Ausgewiesen wurden hierbei nur baulich bereits vorbelastete Gebiete, wie beispielsweise ehemalige Deponien. Darüber hinaus wurden Optionen zur Nachnutzung von 25 regional bedeutsamen Konversions- und Brachflächen entwickelt. Die Nutzungsmöglichkeiten reichen von der Siedlungsentwicklung, über die Land- und Forstwirtschaft bis zur Renaturierung. Durch eine Flächenvorsorge von über 500 Hektar für vier größere Industriestandorte in Ostthüringen sichern wir aber auch die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region.‘

Die Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen umfasst die Landkreise Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Holzland, Saale-Orla, Greiz und Altenburger Land sowie die kreisfreien Städte Jena und Gera. Ein Regionaler Raumordnungsplan ist ein fachübergreifendes Plandokument für die künftige räumliche Regionalentwicklung. Er macht Vorgaben für die Kommunen und viele Fachbehörden. Kernelemente sind die Bestimmung von Räumen für die Landwirtschaft, Tourismus und Rohstoffgewinnung, für Windenergie, Hochwasserschutz und Freiraumsicherung. Der Plan bestimmt zentrale Orte, Achsen für die Infrastruktur wie beispielsweise Verkehrsverbindungen und Flächen zur Ansiedlung von Gewerbe und Industrie.

Mit dem Regionalplan Ostthüringen wird nach Südwestthüringen und Mittelthüringen der dritte Regionalplan genehmigt. Die Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen hat in ihrer Planungsversammlung am 28. März 2012 beschlossen, eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden durchzuführen und den Regionalplan anschließend zur Genehmigung vorzulegen. Der noch fehlende Teil Windenergie des Regionalplans Südwestthüringen liegt derzeit dem Ministerium zur Prüfung vor.“


Abschluss der Entschlämmungsarbeiten am Kauernschen Teich

(18.04.2012)

(image-box-old: 2012/120418.jpg text: Landrätin M. Schweinsburg und NABU-Landesvorsitzender M. Jessat bei der feierlichen Abschlussveranstaltung
Foto: S. Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V. position: left)

Der Abschluss der Entschlämmungsarbeiten am Kauernschen Teich wurde am 18. April durch den NABU-Landesvorsitzenden M. Jessat den anwesenden Gästen (Foto), darunter Landrätin M. Schweinsburg, Vertretern des bautechnischen Planungsbüros, der ausführenden Baufirma, der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Greiz, der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt und Mitgliedern des NABU Kreisverbandes Gera-Greiz e.V. dargestellt. Das Gesamtprojekt, welches aus Mitteln des Förderprogramms „Entwicklung Natur und Landschaft“ durch die EU und den Freistaat Thüringen maßgeblich gefördert wurde, konnte vorbildlich umgesetzt werden. Seitens der Landrätin M. Schweinsburg wurde dem NABU für die geleistete Arbeit gedankt und der Wunsch nach weiterer Zusammenarbeit zum Wohle der Entwicklung des Landkreises Greiz unterstrichen. Der NABU wiederum konnte diesen Dank erwiedern, da die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Behörden und Firmen in kollegialer und verlässlicher Weise erfolgte.

Ausführliche Pressemitteilung Kauernscher Teich


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


31. Deutscher Naturschutztag 2012

Ein Artikel der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.
(11.04.2012)

Quelle: www.egeeulen.de/inhalt/nachrichten.php

März 2012
„In einem halben Jahr – vom 17.-21. September 2012 – findet in Erfurt der 31. Deutsche Naturschutztag statt. Das Leitthema lautet "Neue Energien – Neue Herausforderungen: Naturschutz in Zeiten der Energiewende". Die Energiewende als bislang eher auf Deutschland beschränktes Phänomen ist es gewiss wert, beim diesjährigen Deutschen Naturschutztag diskutiert und mehr noch reflektiert zu werden. Das wäre eine echte Herausforderung. Immerhin hat noch keine politische Wende schon nach so kurzer Zeit so unübersehbar das Gesicht der bundesdeutschen Landschaft gezeichnet wie die Förderung der regenerativen Energien Wind, Biogas und Photovoltaik. Dabei ist ihr Anteil an der Energieversorgung nach wie vor eher marginal.

Allerdings darf gefragt werden, ob die Veranstalter hierfür ein unvoreingenommenes Programm bieten werden. Veranstalter sind nämlich neben dem Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) zwei Mitveranstalter, die bei diesem Thema aus ihren Vorfestlegungen kaum herausfinden dürften:

    1. Das Bundesamt für Naturschutz, welches als dem Bundesumweltministerium nachgelagerte Behörde in dieser Frage kaum frei agieren kann.
    1. Der Deutsche Naturschutzring (DNR), der seit Jahren mit einer beispiellosen Imagekampagne für die gewünschte gesellschaftliche Akzeptanz der Windenergiewirtschaft sorgt. Am ehesten könnte noch das Umweltministerium des gastgebenden Landes Thüringen etwas Wein ins Wasser gießen. Die Landesregierung in Erfurt leistet sich nämlich einen bislang vergleichsweise kritischen Standpunkt zumindest zum Ausbau der Windenergiewirtschaft im Wald.

Die Haltung des BBN dürfte in der Sache so ganz ausgemacht nicht sein. Ein Großteil seiner Mitglieder ist in staatlichen Stellen abhängig beschäftigt oder profitiert gutachtend und planend von dem als "Energiewende" apostrophierten Landschaftswandel, den viele Landschaftsplaner "als Chance begreifen und mitgestalten" möchten. An Stelle des Quer-, Um-, Vor- oder wenigstens Nachdenkens werden die Erwartungen der Politik oft nur mitvollzogen und die Gewinnerwartungen mitgenommen. Das eine des Auskommens und das andere der ideellen Überzeugung wegen.

Der als ein Grund für die Energiewende bemühte Klimawandel war übrigens das Thema des vorletzten Naturschutztages 2008 und "eine neue Herausforderung für den Naturschutz im Umbruch". Der diesjährige Deutsche Naturschutztag wird den Verfechtern der Energiewende ein breites Forum und den Kritikern eher keines bieten. Alles andere wäre eine Überraschung, die dem Naturschutz in Deutschland zwar zu wünschen wäre, auf die er aber kaum mehr hoffen darf.“


Zehn Jahre Flächenkauf im Dienste der Natur

NABU Stiftung Nationales Naturerbe feiert Jubiläum
(09.04.2012)

Berlin – Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe feiert am Ostermontag ihr 10-jähriges Gründungsjubiläum. Am 9. April 2002 rief der NABU die Stiftung als rechtlich selbständige Stiftung ins Leben. Aufgabe der NABU-Stiftung ist vorrangig der Erwerb von Naturschutzflächen, um diese dauerhaft für bedrohte Tiere und Pflanzen zu bewahren und zu entwickeln.

Seit ihrer Gründung hat die NABU-Stiftung bereits 12.100 Hektar Land für die Natur erworben, eine Fläche so groß wie die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern oder die Inseln Sylt und Amrum zusammen. „Zehn Jahre sind für eine Stiftung ein kleiner Schritt, für die Natur konnten wir aber bereits einen riesengroßen machen“, sagte Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung und treibende Kraft bei deren Gründung.

Der Flächenbesitz der NABU-Stiftung in einem Wert von ca. 4,8 Millionen Euro verteilt sich auf rund 200 Schutzgebiete in ganz Deutschland. Rund zwei Drittel ihrer Flächen entlässt die NABU-Stiftung langfristig aus der Nutzung, so dass sich naturnahe Wälder, kleinere Seen, Schilfröhrichte und Moore zu naturnahen Lebensräumen mit hoher Artenvielfalt entwickeln können. Ihre Landwirtschaftsflächen lässt die NABU-Stiftung unter naturschutzfachlichen Vorgaben durch ortsansässige Betriebe bewirtschaften, um sie für die Tiere und Pflanzen der Kulturlandschaft als Lebensraum zu erhalten und aufzuwerten. Insbesondere in Ostdeutschland besitzt die NABU-Stiftung umfangreiche Nadelholzforste, die sie durch waldbauliche Arbeiten in naturnahe Laubmischwälder zurückverwandelt.

Getragen wird der Flächenbesitz u. a. durch das Stiftungskapital, das durch Zustiftungen von naturverbundenen Menschen auf mittlerweile 3,9 Millionen. Euro gewachsen ist. Für ihre Naturschutzarbeit erhielt die NABU-Stiftung seit ihrer Gründung rund 5,1 Millionen Euro Spendengelder.

Den Schwung aus ihrem Jubiläum will die NABU-Stiftung für den Erwerb von 470 Hektar im und am Naturschutzgebiet „Salziger See“ bei Eisleben in Sachsen-Anhalt nutzen. Weite Schilfröhrichte, kleine Seen, Feuchtgrünland, Binnensalzstellen und Steilhänge mit Trockenrasen und Streuobstwiesen prägen eines der artenreichsten Gebiete in Mitteldeutschland. Hier haben stark bedrohte Arten wie Rohrdommel, Rohrweihe, Blaukehlchen und Wachtelkönig einen Rückzugsraum gefunden und blühen seltene Pflanzen wie Frühlingsadonisröschen, Kuhschelle und Strand-Aster.

Neben 419 Hektar aus dem bundeseigenen Flächenpool des sogenannten „Nationalen Naturerbes“, die sie entgeltlos übernehmen kann, gehören zum Flächenpaket 51 Hektar Acker, für den sie den Verkehrswert zahlen muss. Für das zu erwerbende kompakte Areal aus verschiedenen Seen, weiten Schilfröhrichten, Grünland, Acker und Trockenhängen erarbeitet die NABU-Stiftung ein Entwicklungskonzept. Während die Seen, Schlammfluren und Schilfröhrichte beruhigt und dauerhaft ungenutzt bleiben, sollen das Feuchtgrünland, die Trockenhänge sowie die Ackerflächen ökologisch bewirtschaftet werden. Um den Flächenkauf für ihr Jubiläumsprojekt im Umfang von rund einer Million Euro schultern zu können, wirbt die NABU-Stiftung um Spenden für den „Salzigen See“. Durch weitere Flächenübernahmen auch aus dem Pool des Nationalen Naturerbes will die NABU-Stiftung bis Ende kommenden Jahres auf etwa 15.000 Hektar anwachsen. Zur dauerhaften Absicherung der erworbenen Naturschutzflächen ist der weitere Aufbau des Stiftungskapitals eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre.

Für Rückfragen:
Christian Unselt, Vorsitzender NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Tel. 0172-9991292.
Im Internet zu finden unter www.naturerbe.de


Freude in Dorna über erstes Dohlenbrutpaar

Nestbau in den 2010 eingebauten Nistkästen in der Glockenstube am 31. März
(02.04.2012)

(image-box-old: 2012/120402-2.jpg text: Dohle (Corvus monedula)
Foto: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V. position: left)

Große Freude in St. Petri zu Dorna über Gera: „Dorna´s erste Dohlenstaffel beim Nestbau!“ Hatte es im Vorjahr noch den Anschein, daß die neu geschaffenen Dohlenquartiere längere Zeit leer stehen würden, ließen diese putzigen Gesellen doch nicht zu lange auf sich warten – siehe Foto. Fast zeitgleich erschien die neue Ausgabe des „Heimatboten“ Nr 1/2012, hrsg. vom Heimatverein Röpsen/Dorna/Negis e.V. (nicht zu verwechseln mit dem Greizer Heimatboten), in dem ein informativer Bericht von Josef Lumpe (Greiz) und Sebastian Schopplich) über den Vogel des Jahres 2012 informiert.

Und auch im Kirchturm der Kirche zu Brahmenau-Groitschen bauen vier Dohlenpaare emsig, ebenso am benachbarten Hochspannungsmast. Es könnte ein gutes Jahr für die Dohle und ihre Freunde und Förderer werden …


Die Natur hautnah erleben – Wildlife-Waldleben Veranstaltungen der NAJU Thüringen 2012

(02.04.2012)

(image-box-old: 2012/120402.jpg text: Auf einer Wildnistour – die Natur hautnah erleben
Foto: Naturschutzjugend Thüringen/naju-thueringen.de position: left)

Die Naturschutzjugend (NAJU) Thüringen bietet auch in dieser Saison wieder viele erlebnisreiche Veranstaltungen im Rahmen des Projektes „Wildlife–Waldleben“ an. Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 26 Jahren sind dazu eingeladen, mit raus in Wald und Wiese zu kommen und diese unmittelbar zu erleben. Angeboten werden Wochenendkurse, Touren und eine Familienfreizeit im Sommer.

Vom 18.-20. Mai startet dazu im Thüringer Holzland bei Neustadt/Orla ein „Waldläufer“ Kurs. Drei Tage ist die Kleingruppe mit Rucksäcken unterwegs und entdeckt die heimische Natur. Die Gruppe verpflegt sich dabei selbst, die Teilnehmer lernen Tierspuren kennen, sich in der Natur zu orientieren und schulen die eigene Wahrnehmung. Teilnehmen können Interessierte ab 13 Jahren.

Im Sommer vom 27.-29. Juli folgt dann eine „Waldfamilie“ Veranstaltung. Junge Familien mit Kindern bis 7 Jahre leben auf diesem Kurs ein Wochenende lang im Wald und erleben diesen. Das gemeinsame Leben in der Natur steht dabei im Mittelpunkt. Die Kinder können den ganzen Tag draußen spielen, essen und den Wald erforschen, während die Erwachsenen Zeit und Raum haben für Naturwahrnehmung, Orientierung und Austausch zu dem einfachen Leben in der Natur.

Im Herbst vom 21.-23. September findet dann noch ein „Waldinsel“ Kurs bei Jena statt. Bei einer Waldinsel steht auch das einfache Leben in der Natur im Mittelpunkt. Gemeinsam verbringen Kinder und Jugendliche ein Wochenende im Wald, schlafen unter Wetterschutzplanen, bauen einfache Gebrauchsgegenstände aus Naturmaterialien und ernähren sich u. a. von selbst gesammelten Kräutern. Auch Spaß und Spiel kommen nicht zu kurz. An einem Waldinselkurs teilnehmen können Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren.

Interessierte junge Menschen ab 16 Jahren können sich auch über diese Veranstaltungen hinaus beim Arbeitskreis (AK) Wildlife in Thüringen beteiligen, mit Gleichgesinnten die heimische Natur entdecken und dabei selbst viel über das Leben in der Natur lernen. Der Arbeitskreis unterstützt die Wildlife-Veranstaltungen aktiv und trifft sich regelmäßig.

Das Projekt „Wildlife-Waldleben“ in Thüringen wird unterstützt von der Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland. Weitere Informationen unter Tel.: 03641-215410, E-Mail: wildlife@naju-thueringen.de oder www.naju-thueringen.de


Nachholtermin: Naturwissenschaftliche Kolloquium

im Mauritianum Altenburg am 15. Mai um 18 Uhr
(21.03.2012)

(image-box-old: 2012/120402.jpg text: Eurasische Luchs, auch Nordluchs genannt (Lynx lynx)
Foto: Mauritianum Altenburg/mauritianum.de)

„Der Luchs in Sachsen – Die Suche nach dem Phantom?“

Zum nächsten Naturwissenschaftlichen Kolloquium lädt das Naturkundliche Museum Mauritianum Altenburg am 15. Mai ein. Diplombiologin Jana Zschille (TU Dresden/Tharandt) wird über das Luchs-Monitoring in Sachsen Auskunft geben. Bereits gegen Mitte des 19. Jahrhunderts war der Eurasische Luchs in allen deutschen Mittelgebirgen ausgerottet. Seit den 1960er Jahren gibt es aber Hinweise, dass die größte Katze Mitteleuropas wieder sächsische Landschaften, vor allem das Oberlausitzer Bergland, die Sächsische Schweiz, das Erzgebirge und das Vogtland, durchstreift. Da zum Beutespektrum des heimlichen Jägers Haus- und Wildtiere gehören, hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft ein Luchs-Erfassungsprogramm in Auftrag gegeben. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen vor allem dazu beitragen, potentiellen Interessenkonflikten frühzeitig entgegentreten zu können.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.
Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg
Parkstraße 1
04600 Altenburg

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Dipl.-Biol. Kathrin Worschech, Tel.: 03447 8903 07, E-Mail: worschech@mauritianum.de


Baubeginn Revitalisierung Teich Kauern am 13.03.2012

(16.03.2012)

(image-box-old: 2012/120316-2.jpg text: Baubeginn der Revitalisierung des Kauernschen Teichs
Foto: R. Fehse/BIT Tiefbauplanung GmbH (www.bit-tiefbauplanung.de))

Bilder vom Baubeginn

Am 13. März begannen die Entschlämmungsarbeiten des Kauernschen Teiches.


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


Unbegründete Sorgen um Flora und Fauna des Kauernschen Teiches

Entschlämmung in möglichst kurzer Zeit, um Eingriff in den Naturhaushalt zu minimieren
(13.03.2012)

(image-hero-old: 2012/120313.jpg text: Der Kauernsche Teich im Oktober 2011, schon weitestgehend abgelassen
Foto: André Oehler, NABU Gera-Greiz e.V.)

Der Kauernsche Teich ist ein überregional bedeutsames Gewässer für viele Vogelarten, lokal auch als Laichgewässer für Amphibien sowie u.a. als Lebensraum für viele Libellenarten. Diese naturschutzfachliche Wertigkeit war für den NABU Anlaß, den Teich zu erwerben, um ihn dauerhaft für den Naturschutz zu sichern. Der Schutz dieses kleinen Paradieses ist mit hohem Aufwand verbunden, die der NABU verantwortungsvoll leistet. Nun scheint aus Sicht mancher Naturfreunde dort zur Zeit Ungeheuerliches zu geschehen: Der Teich wurde im Herbst 2011 abgelassen, zudem wurden an zwei Stellen Bäume gefällt. Warum?

Die Einbettung des Teiches in die umgebende Ackerflächen ist problematisch. Aufgrund des geringen Pufferstreifens (Grünstreifen) führt der starke Materialeintrag zur fortschreitenden Verschlammung. Nach Auskunft von Ornithologen, die seit vielen Jahrzehnten dieses Gewässer betreuen, liegt die letzte grundhafte Entschlämmung viele Jahrzehnte zurück, weshalb die Verlandungszonen immer größer wurden – die Wasserfläche hingegen immer kleiner. Der Vergleich aktueller Luftbilder mit alten Landkarten um 1900 zeigt zudem, daß der Teich vor einhundert Jahren gut ein Drittel größer war, als heute.

Daher ist die grundhafte Entschlämmung – geschätzte 8.000m³ Sediment müssen entfernt werden – das einzige Mittel, um den Teich zu Revitalisieren. D.h. nicht nur der Schlamm als unerwünschte Füllmasse muß entfernt werden, sondern zgl. werden damit Faulstoffverbindungen fachgerecht entsorgt, die sich negativ v.a. auf die Vegetation auswirken, da der normale Stoffwechsel des Gewässerkörpers gestört wird (z.B. durch die Bildung von Schwefelwasserstoffverbindungen).

Die Entschlämmung eines Gewässers dieser Größe ist nur mit Räumtechnik möglich. Die Frist zwischen Ablassen und Beginn des Schlammaushubs muß mehrere Monate betragen, um den Wasseranteil des Schlamms zu reduzieren, da dieser sonst nicht 'greifbar' ist. Die Räumfahrzeuge benötigen eine Zuwegung, daher die punktuellen Baumfällungen. Weiterhin ist das Abflußbauwerk defekt. Die Instandsetzung ist nur im abgelassenen Zustand möglich. Unterbliebe diese Reparatur, bestünde die Gefahr der Überflutung und Unterspülung des Dammes.

Seit vielen Jahren auffällig war die geringe Nachwuchsrate bei Wasservögeln und Amphibien. Beim Abfischen des Kauernschen Teiches war das Erstaunen seitens des NABU groß, da u.a. ein Dutzend kapitaler Hechte gefischt wurde – die aber im Kauernsche Teich nicht zu suchen haben, da dieser vorrangig dem Vogel- und Amphibienschutz gewidmet ist. Das ungefugte Einsetzen von Fischen – der Hecht frißt als Raubfisch alles, was er überwältigen kann – erklärte die geringen Nachwuchsraten.

Die o.g. Arbeiten sollen bis Ende April 2012 abgeschlossen sein, so daß – in Anhängigkeit von den Niederschlägen, die den Teich allmählich wieder befüllen werden – spätlaichende Amphibien noch ihr angestammtes Laichgewässer nutzen können. Frühlaichende Arten wie z.B. die Erdkröte können dies in diesem Jahr nicht im Kauernschen Teich tun. Dies geschieht in der Natur bei natürlichen, flachen Gewässern oft, wenn diese in der Laichzeit austrocknen. Der etwaige Bestandseinbruch in diesem Jahr wird im Jahr 2013 infolge der dann optimierten Bedingungen – keine Freßfeinde, größerer Wasserkörper usw. – mehr als ausgeglichen werden.

Sämtliche Arbeiten am Kauernschen Teich werden durch die untere Naturschutzbehörde Greiz und den NABU selbst überwacht. Fazit: Die Arbeiten erfolgen nicht gegen sondern für den Naturschutz! Nur durch dieses Arbeiten kann der Kauernsche Teich für kommende Generationen als ein Stückchen intakter Natur bewahrt werden.


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


„Hoher Besuch“ zu Gast bei unserem Kreisverband

Kurzbesuch des Vorstandsvorsitzenden der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe am 03.03.2012
(07.03.2012)

Christian Unselt, Vorstandsvorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und zgl. NABU-Vizepräsident, besuchte am 03. März unsere Region, um den Fortgang bzw. die Vorbereitung umfangreicher Revitalisierungsmaßnahmen in Augenschein zu nehmen.

Erster Besuchsort war der Kauernsche Teich, der bereits in Vorbereitung der Entschlämmung abgelassen und abgefischt wurde (inkl. Einsammlung und Zwischenhälterung der Teichmuscheln), auch wurden zwei Zufahrten für die Baufahrzeuge geschaffen. Bei einer Begehung des gesamten Areals durch Ch. Unselt und die projektbegleitenden NABU-Aktiven unseres KV wurden zudem diverse Angelsehnenreste, eine illegal eingebrachte Reuse, Plasteeimer, viele Silvesterböllerverpackungen und selbst eine GST-Nebelgranate eingesammelt. Dies zeigt, wie dringend notwendig die Aufklärungsarbeit des NABU für den Schutz der Natur und die extensive Nutzung (nicht nur) dieses Gewässers ist, denn die Natur ist kein Müllabladeplatz. Ebenso sind Angeln und illegaler Fischbesatz nicht gestattet! – Die Finanzierung des Projektes namens "Revitalisierung FND Himmelsteich bei Kauern" erfolgt zum Großteil über über Mittel aus dem Fonds "Entwicklung Natur und Landschaft" (ENL) in Thüringen sowie in Eigenleistung durch NABU-Aktive aus Gera und Ronneburg, die hier systematisch die vorkommenden Artengruppen Vögel, Libellen und Amphibien erfassen.

Die nächste Station war der Frießnitzer See, ebenfalls abgelassen und mitsamt des Umlandes ein bedeutendes Schutzgebiet, in welchem der NABU-Stiftung größere Flächen gehören. Um ihrer Verantwortung für die Erhaltung unseres Naturerbes gerecht zu werden, befinden sich hier umfangreiche Maßnahmen zur Renaturierung in Vorbereitung (Entschlämmung, extensive Beweidung u.a.m.), über die später an dieser Stelle ausführlich berichtet werden soll.

Letzter Besuchsort war der Birkhäuser Teich, ebenfalls ein bedeutendes Schutzgebiet, welches u.a. einen Erlenbruchwald und ein bedeutendes Moorfroschvorkommen beherbergt. Auch hier muß als Hauptmaßnahme zur Revitalisierung entschlämmt werden, was als ein Projekt mit dem Frießnitzer See umgesetzt werden soll.

Ch. Unselt zeigte sich sichtlich beeindruckt mit der Arbeit unseres Kreisverbandes und sprach allen NABU-Mitgliedern seinen Dank für die bisher geleistete Arbeit aus, die ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung des Naturerbes in unserer Region ist.


Jahresrückblick 2011 des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN)

Hochglanzbroschüre zeichnet falsches Bild
(06.03.2012)

(image-box-old: 2012/120306.jpg text: Die Broschüre "Jahresrückblick 2011" des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN)
Foto: TMLFUN layout: vertical)

Die Broschüre "Jahresrückblick 2011" des TMLFUN malt ein helles Bild der Entwicklung von Land- und Waldwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz in Thüringen. Wunderbare Fotos lassen das Herz jedes Naturfreundes höher schlagen: Lichte Buchenwälder im Frühjahr, der Bauerngarten des Kultur- und Kräuterhofes Posterstein (Altenburger Land), Flüsse, die nicht begradigt sind und frei fließen dürfen – die Pforte des Paradieses scheint in Thüringen zu stehen.

Doch leider wird jeder im Naturschutz tätiges NABU-Mitglied fast täglich ungeschminkt die wahre Entwicklung vor Augen geführt. Zwei Alarmmeldungen der letzten Tage: Beseitigung von Bieberburgen und Vernichtung ihrer Lebensräume bei Porstendorf nahe der Saale oder die Rohdung von Feldgehölzen im Altenburger Land. Dazu immer noch der unverminderte Pestizid- und Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft usw. usf. – der "offizielle" Naturschutz ist in Thüringen das "fünfte Rad am Wagen".

Ein Schnappschuß aud der Broschüre: Die unnötige und umweltfeindliche Asphaltierung von Feldwegen als Teil der weiteren Ausräumung der Landschaft und Vernichtung von z.B. temporären Kleingewässern, die für manche Amphibienarten von hoher Bedeutung sind, wird auf S. 28 mit einem Kostenumfang von ca. 6 Mio. Euro als "Ländliche(r) Wegebau zur Strukturverbesserung" verkauft und behauptet, daß diese u.a. (man staune!) auch "als Grundlage für touristische Entwicklungspotenziale" dienen … – Schade um das Papier, auf dem die Broschüre gedruckt wurde!


Vom Artenschutzkonzept zum Biotopverbund oder Warum ein Museum Tümpel gräbt

Vortrag am 22.3.2012, 19 Uhr im Museum der Natur Gera
(05.03.2012)

(image-box-old: 2012/120305.jpg text: Dunkler Wiesenknopfameisenbläuling in den Pleisewiesen Windischleuba-Remsa
Foto: M. Jessat/mauritianum.de)

Vortrag am 22.3.2012, 19 Uhr im Museum der Natur Gera
Veranstalter: Naturschutzbund (NABU) Gera-Greiz e.V.

Schon vor 50 Jahren registrierte der Altenburger Schmetterlingskundler Egon Jungmann, dass die einst verbreiteten Wiesenknopf-Ameisenbläulinge in den Auen des Altenburger Landes aussterben. Jetzt sind nur noch Relikte vorhanden. In ganz Europa drohen die Arten auszusterben, so dass die Europäische Union diese unter Schutz stellte. Das Naturkundemuseum Mauritianum in Altenburg dokumentiert seitdem die Bestände der Falter. Doch zuschauen, wie eine Art verschwindet, wollten die „Mauritianer“ nicht. Mit Hilfe von EU- und Landesmitteln und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe als Partner wurden Projekte zur Rettung der Schmetterlinge, aber auch anderer europaweit bedrohter Arten, aufgelegt. Nach nur drei Jahren wachsen die Schmetterlingsbestände wieder an. Zahlreiche Kleingewässer sind neu in der Landschaft entstanden, Bäche erhielten wieder ihren normalen Lauf und Weißstörche neue Nistplätze.

Der Museologe Mike Jessat, NABU-Landesvorsitzender und Direktor des Naturkundemuseum Mauritianum in Altenburg, berichtet über diese Projekte, denn „Es ist nicht normal, dass ein Naturkundemuseum Tümpel graben lässt – aber es hat Zukunft“, so Jessat.


Ohne Worte

Der nachfolgende Artikel zeigt einmal mehr den tatsächlichen Stellenwert des Naturschutzes in Thüringen jenseits medialer Präsentationstermine.
(03.03.2012)

(image-box-old: 2012/120303.jpg text: Baumfällung in Gera Alt-Untermhaus. 200 Hektar im ehemaliger Fürstenwald sind Nationales Naturerbe und sollen an Thüringen übertragen werden. Doch das Land ziert sich mit Geschenken vom Treuhand-Nachfolger BVVG.
Foto: TLZ/tlz.de position: left)

Thüringen ziert sich mit Annahme von 1270 Hektar Naturschutzflächen

Quelle: www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Thueringen-ziert-sich-mit-Annahme-von-1270-Hektar-Naturschutzflaechen-220351115

Das Land Thüringen soll 1270 Hektar Naturschutzflächen übertragen bekommen, ziert sich aber mit der Annahme des Geschenks von der BVVG. Die Treuhand-Nachfolgerin erzielte im Vorjahr 38 Millionen Euro mit dem Verkauf von einst volkseigenem Acker und Wald.

Erfurt. Der Freistaat müsse sich mal entscheiden, ob er die Flächen für das nationale Naturerbe nun haben will oder nicht, sagte Markus Meyer, Niederlassungsleiter der BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH in Thüringen, gestern in Erfurt. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen sei das Thema bereits vom Tisch. Die BVVG übertrug im Vorjahr rund 8800 Hektar Fläche in ausgewiesenen Naturschutz- und FFH-Gebieten unentgeltlich an die Länder. So spendabel ist Treuhand-Nachfolgerin in aller Regel nicht. Durch den Verkauf von ehemals volkseigenem Acker und Wald erzielte sie im Auftrag des Bundes 2011 allein in Thüringen einen Erlös von 38 Millionen Euro. Die Zielmarke von 40 Millionen Euro wurde nur dadurch verfehlt, dass aufgrund verzögerter Raumplanung der Flächenverkauf für einen Windpark verschoben werden musste, sagte Meyer.

Flächen zur Nutzung erneuerbarer Energien werden der BVVG momentan aus den Händen gerissen. Das Interesse für Windrad- und Photovoltaik-Standorte sei ungebrochen, bestätigte der Niederlassungschef. Für die Standortfläche eines Windrades werde zwischen 300 000 und eine Million Euro geboten. Die Verkaufspreise für Acker- oder Grünland hingegen lägen bei durchschnittlich 10 386 Euro pro Hektar. In den Altbundesländern wechseln Agrarflächen für durchschnittlich 18 719 Euro/ha den Besitzer. Sehr gefragt sind die Waldflächen im BVVG-Angebot. Im Vorjahr wurden 670 Hektar Wald an den Mann gebracht, 2012 sollen es rund 2000 Hektar sein. Nach dem seit 2010 geltenden 2. Flächenerwerbsänderungsgesetz wird Alteigentümern die Möglichkeit eröffnet, Flächen zu deutlich günstigeren Konditionen als bisher zu kaufen. Sie unterwerfen sich dann allerdings einem 15-jährigen Weiterveräußerungsverbot. Auch Pächter von Agrarflächen mit Vier-Jahres-Verträgen erhalten eine Kaufoption. Der Grünen-Abgeordnete Frank Augsten kritisierte die Landesregierung für ihre "Tatenlosigkeit" bei der Übertragung von Naturschutzflächen, die jedoch recht zersplittert sind.

Volkhard Paczulla / 21.02.12 / OTZ


Zeitschrift RANA 13 erschienen

Feldherpetologischer Literaturhinweis
(02.03.2012)

(image-box-old: 2012/120302.jpg text: Das dreizehnte Heft der RANA
Foto: RANA/www.rana-internet.de/media/RANA_13.jpg layout: vertical)

Im Jahr 1983 erschien RANA 1 als "Mitteilungsblatt für den praktischen Amphibien- und Reptilienschutz in Berlin, Hauptstadt der DDR". Das kleine Heftchen mauserte sich zu einem nun jährlich erscheinenden Mitteilungsblatt und wird gemeinsam durch die Fachverbände Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen herausgegeben und erscheint einmal jährlich. Das Heft sehr empfehlenswerte Heft 2012 ist jetzt erschienen und enthält u.a. folgende Beiträge:

MÖCKEL, R.: Die Reptilien (Reptilia) im Altkreis Calau (Niederlausitz)
SCHWARZENBERG, U.: "Legenot" bei Ringelnattern (Natrix natrix) im Lübecker Naturschutzgebiet "Wakenitz" (Schleswig-Holstein)
MANZKE, U. & WINKLER, C.: Amphibien als Wirt des Medizinischen Blutegels (Hirudo medicinalis) – Literaturauswertung und Aufruf zur Mitarbeit
ARNOLD, A.: Beobachtungen zur Fortpflanzung des Moderlieschens (Leucaspius delineatus) in drei Sekundärbiotopen (Teich, Kiesgrube, Gartenteich)
HESSELKAMP, B.: Aktuelle Verbreitung des Laubfrosches (Hyla arborea) im Artland, nördlicher Landkreis Osnabrück
KRÜTGEN, J.: Erdkröte (Bufo bufo) als Nahrung einer Kugelspinne (Araneae, Theridiidae)
PLÖTNER, J., T. OHST & Y. GRÄSER: Zum Vorkommen des amphibienpathogenen Hautpilzes Batrachochytrium dendrobatidis in Berlin und Brandenburg
BREHM, K., C. WINKLER & S. RATHGEBER: Winterfund einer Schlingnatter (Coronella austriaca) im Wilden Moor bei Osterrönfeld (Schleswig-Holstein)

Der Verkaufspreis des Einzelheftes beträgt 5,00 EUR (zzgl. Versandkosten). Im Abonnement kostet das Einzelheft 4,00 EUR (zzgl. Versandkosten). Weitere Informationen, Bezug und Abo unter: www.rana-internet.de


Keine Entwarnung

Rote Listen Thüringens am 20.02.2012 vorgestellt
(01.03.2012)

Keine sustantielle Verbesserung des Artenschutzes in Thüringen. Dieses (unausgesprochene) Fazit muß man nach der gestrigen Vorstellung (am 20. Februar) der Roten Listen Thüringens ziehen. Positive Beispiele, d.h. Arten, die zumeist Dank des permanenten Einsatzes ehrenamtlicher und hauptberuflicher Naturschützer positive Bestandstrends zeigen, können nicht über die gravierenden negativen Folgen der landwirtschaftlichen, infrastrukturellen etc. Sackgassenpolitik (nicht nur) in Thüringen hinwegtäuschen. Eine Fortsetzung u.a. der bisherigen Agrarpolitik ist dringend notwendig – aber momentan nicht in Sicht. Denn jenseits öffentlichkeitswirksamer Termine wie dem gestrigen ist das tatsächliche ministerielle Interesse für den Naturschutz gering …

[Zitatbeginn]Aktuelle Rote Listen für Thüringen: 40 Prozent der Arten gelten als gefährdet
Reinholz: „Bis 2020 die Hälfte aller vom Aussterben bedrohten Arten retten“

Quelle: thueringen.de/de/tmlfun/aktuell/presse/61905/uindex.html

In Thüringen gelten derzeit 40,8 Prozent der Tier- und Pflanzenarten sowie 51,2 Prozent der heimischen Pflanzengesellschaften als gefährdet. Das geht aus den aktuellen Roten Listen des Freistaats hervor. „Trotz einiger positiver Entwicklungen bleiben die Zahlen alarmierend. Deshalb muss es unser Ziel sein, bis 2020 mindestens die Hälfte aller in Thüringen vom Aussterben bedrohten Arten zu retten, so wie es unsere Biodiversitätsstrategie vorsieht. Dazu brauchen wir das Engagement aller“, sagte Umweltminister Jürgen Reinholz heute anlässlich der Vorstellung der Roten Listen.
Zwei Drittel der untersuchten Tier- und Pflanzengruppen weisen heute weniger gefährdete Arten auf als im Jahr 2001, so zum Beispiel Vögel, Libellen und Heuschrecken. Dagegen finden die Experten bei einem Viertel der Gruppen, wie bei Farn- und Blütenpflanzen, deutlich mehr gefährdete Arten als 2001 (plus 12,3 Prozent). Manche Bestände wie die der Fledermausart Kleine Hufeisennase haben sich dank intensiver Schutzbemühungen leicht stabilisiert.
Die Roten Listen werden alle zehn Jahre im Auftrag des Freistaats unter Federführung der Landesanstalt für Umwelt und Geologie für verschiedene Artengruppen erarbeitet. Für die aktuelle Fassung wurden knapp 17.000 Arten untersucht und nach bundesweit einheitlichen Kriterien in Gefährdungsklassen eingestuft. Die nötigen Daten wurden von hunderten, größtenteils ehrenamtlich tätigen Fachleuten erhoben.
Die im Oktober 2011 beschlossene Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt hat das Ziel gesetzt, bis zum Erscheinen der nächsten Roten Listen im Jahr 2020 mindestens die Hälfte der heute vom Aussterben bedrohten Arten in ihren Beständen zu sichern. Dazu sind unter anderem Projekte des Arten- und Lebensraumschutzes und Förderprogramme für bedrohte Arten der Agrarlandschaft vorgesehen.

Anne Holl
Stellv. Pressesprecherin [Zitatende]


Naturschutzreport 26 – Rote Liste Thüringen

Quelle: tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/np/nr_26/content.html

Naturschutzreport 26
„Die Roten Listen Thüringens – Gefährdungskategorien und Gefährdung der Arten und Biotope
Der vorliegende Sammelband enthält 54 Rote Listen. Insgesamt 16.814 Arten (315 Wirbeltiere, 7.343 Wirbellose, 3.885 Pflanzen und 5.271 Pilze) 686 Pflanzengesellschaften und 76 Biotoptypen wurden hinsichtlich ihrer Gefährdung überprüft.
Die 93 Autoren sind die besten Kenner der Thüringer Tier- und Pflanzenwelt, die meisten sind Mitglieder ehrenamtlicher Fachvereinigungen, von denen die landesweiten Basisdaten erfasst werden.
Als in Thüringen gefährdet oder bereits ausgestorben wurden 3.455 Tierarten (45%), 1.903 Pflanzenarten (49%), 1.510 Pilzarten (29%), 351 Pflanzengesellschaften (51%) und 68 Biotoptypen (89%) in die Rote Liste aufgenommen.
Die Veränderungen zu den Roten Listen aus dem Jahr 2001 sind bei einigen Gruppen erheblich. Sie sind vor allem auf die methodischen Änderungen, einen verbesserten Kenntnisstand und nur zum Teil auf eine geänderte Gefährdungssituation zurückzuführen. Positive Entwicklungen wurden bei den Arten unserer Fließgewässer dokumentiert, die auf die deutlichen Verbesserungen der Wasserqualität reagieren (Mollusken, Libellen, Eintags-, Stein- und Köcherfliegen, Wasserkäfer). Durch einen Rückgang gefährdeter Arten zeichnen sich auch Flechten aus, meist infolge der Verbesserung der Luftqualität. Für mehrere Arten konnte die Bestandssituation auch durch Naturschutzmaßnahmen verbessert werden (Kleine Hufeisennase, Fischotter, Luchs, Schwarzstorch, Wanderfalke, Uhu). Ausgesprochen kritisch ist die Situation nach wie vor bei Arten, die an Lebensräume der Agrarlandschaft mit extremen Standortbedingungen gebunden sind, wie sehr trockene, nasse oder nährstoffarme Biotope.

Rote Listen in Thüringen
Obwohl bereits Ende des 19. Jahrhunderts mehrfach auf Verluste in der Thüringer Pflanzen- und Tierwelt hingewiesen worden ist, werden systematische Verzeichnisse der gefährdeten Pflanzen und Tiere Thüringens erst seit etwa 35 Jahren erarbeitet. Die Zusammenstellung Roter Listen hat für die Farn- und Blütenpflanzen die längste Tradition. Für diese Artengruppe wurde die erste Fassung bereits 1977 verfasst. Es folgten die Roten Listen gefährdeter Moosarten und Großpilze. Unter den Tiergruppen waren es die Tagfalter, für die 1990 eine erste Fassung erstellt wurde. Anschließend (1991) erschienen die Roten Listen der gefährdeten Libellen und Heuschrecken.

Da sich die Roten Listen mit der Zeit zu einem unersetzlichen Arbeitsmittel des Naturschutzes in Thüringen entwickelt hatten, veröffentlichte die damalige Thüringer Landesanstalt für Umwelt (TLU) 1993 einen nutzerfreundlichen Sammelband Roter Listen. Vor zehn Jahren konnte ein weiterer Sammelband veröffentlicht werden, der neben den Überarbeitungen bestehender Roter Listen viele weitere Artengruppen umfasste (TLUG 2001). Nach wiederum 10 Jahren kann nun der dritte Sammelband und bei einigen Roten Listen schon die vierte oder sogar fünfte aktualisierte Fassung vorgelegt werden.

Rote Listen sind wissenschaftliche Fachgutachten, die das aktuelle Ausmaß der Gefährdung von Arten und Lebensräumen bewerten und dokumentieren. Als Argumentations- und Entscheidungshilfe haben sie sich zu einem unersetzlichen Instrument der täglichen Naturschutzarbeit entwickelt. Ihr Erfolg beruht auf einem einfachen Kategoriensystem, das die komplexe Gefährdungssituation der heimatlichen Natur auf wenige leicht verständliche Stufen reduziert. Rote Listen sind ein Maß für den Zustand der Natur und für die Veränderungen der biologischen Vielfalt. Zudem geben sie wertvolle Hinweise auf die Ursachen des Wandels der biologischen Vielfalt.

Darüber hinaus ist die Bedeutung Roter Listen als Entscheidungshilfe und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Naturschutzes hervorzuheben. In den letzten Jahren hat daneben die Erhaltung der biologischen Vielfalt als zentrales Ziel des Naturschutzes wesentlich an Bedeutung gewonnen. Der Freistaat Thüringen besitzt seit Oktober 2011 eine eigene Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Die darin formulierten Ziele stützen sich u.a. auf die grundlegenden Informationen der Roten Listen Thüringens.

Die biologische Vielfalt wird allgemein in genetische Vielfalt, Artenvielfalt und Lebensraumvielfalt differenziert. Wenn Arten ausgerottet oder Lebensräume vernichtet werden, geht biologische Vielfalt unwiederbringlich verloren. Die Einschätzung der Gefährdung von Arten und Lebensräumen ist daher eine unverzichtbare Grundlage für alle Maßnahmen zur Erhaltung der Biodiversität. Rote Listen stellen eines der gebräuchlichsten "Messinstrumente" für die Veränderung der Biodiversität eines Raumes dar. Sie sind dementsprechend auch eine unverzichtbare Grundlage für die Festlegung von Maßnahmen zur Sicherung der Biodiversität.“


NAJU-Veranstaltungsprogramm 2012

(19.02.2012)

Liebe NAJU´s, Eltern und Naturfreunde,

endlich ist es so weit – unser Veranstaltungsprogramm für dieses Jahr ist fertiggestellt und hängt als PDF an. Die gedruckte Version liegt ab Ende Februar in unserem Büro und ausgewählten Bibliotheken, Museen und Naturparkinfos bereit.

Auch 2012 haben wir für euch ein breit gefächertes Angebot: Zeltlager in den Ferien, Outdoorkurse für Abenteuerlustige, Wochenendveranstaltungen für Familien, actionreiche Seminare sowie Camps zur Vogelbeobachtung, speziell für Mädchen und über Insekten. Weiterhin könnt ihr dem Programm interessante Infos über unser NaturErlebnisHaus im Leutratal, Fortbildungen für Multiplikatoren, den Wettbewerb "Erlebter Frühling" und Mitmachmöglichkeiten entnehmen. Also gleich reinschauen und anmelden!

Viele Grüße vom NAJU-Team aus Leutra.

PS: Gerne könnt ihr unser Programm auch Freunden und Bekannten weiterleiten und/oder empfehlen. Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen.


Naturschutzjugend Thüringen
Leutra 15
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NAJU-Veranstaltungsprogramm 2012


Windenergieanlagen über Wald?

Ein Artikel der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.
(28.01.2012)

(image-hero-old: 2012/120128.jpg text: Windenergieanlagen im Wald
Foto: © Michael Papenberg)

Quelle: egeeulen.de/inhalt/nachrichten.php

„‚Windenergieanlagen über Wald‘, so überschrieb das Bundesamt für Naturschutz kürzlich sein Positionspapier zu der Frage, inwieweit Windenergieanlagen im Wald einen Platz haben können – ganz so, als könne der Wald unter den Rotoren seine Identität behalten. Das Bundesamt kann sich eine Ablehnung der Anlagen im Wald schon aus politischen Gründen nicht leisten, steht es doch gerade bei diesem Thema unter dem Erwartungsdruck des ihm vorgesetzten Bundesumweltministeriums. Immerhin ist das Amt um Schadensbegrenzung bemüht, plädiert für einen Ausschluss der Anlagen wenigstens in bestimmten Kategorien von Wald und sieht reichlich Forschungsbedarf für Folgenabschätzung und -bewältigung. Das ist nicht der schlechteste Standpunkt.

Die großen Umweltorganisationen sehnen die Öffnung des Waldes für die Windenergiewirtschaft geradezu herbei. Das gilt auch für beträchtliche Teile der Forstwirtschaft. Staatliche, kommunale und private Waldbesitzer rechnen sich jährliche Platzmieten im fünf- und sechsstelligen Bereich aus. Pro Anlage versteht sich. Auf der regionalen und lokalen Ebene stellen sich die Dinge allerdings mitunter anders dar. Während in den räumlich wie in der Sache bisweilen entrückten Geschäftsstellen der Verbände die konkrete Natur an Ort und Stelle in der Gefahr buchstäblich distanzierter Wahrnehmung steht, leisten sich die örtlichen Aktivisten tendenziell einen stärker am Naturschutz orientieren Standpunkt. Ein Beispiel dafür ist die gemeinsame Stellungnahme der Naturschutzverbände im Kreis Euskirchen. Wir veröffentlichen diese Stellungnahme an dieser Stelle als Muster für eine gelungene Kooperation der Naturschutzverbände. Vielleicht mögen andere Organisationen anderenorts sich daran ein Beispiel nehmen. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie die Stellungnahme lesen möchten.“


Hilfe für die Dohle

Holzbeton-Nistkastenmontage bei Ronneburg
(27.01.2012)

(image-box-old: 2012/120127.jpg text: Holzbeton-Nistkastenmontage bei Ronneburg
Foto: Dieter Hoffmann & Reinhold Kochinka, NABU Gera-Greiz e.V.)

Am 23. Januar 2012 wurde durch die NABU-Aktiven Dieter Hoffmann und Reinhold Kochinka die Voraussetzung für die Entstehung einer neuen Dohlenkolonie nahe Ronneburg geschaffen. Fünf Holzbeton-Nistkästen der Firma Naturschutzbedarf Strobel (Kummer bei Schmölln) wurden nach dankenswerter Weise erteilter Genehmigung der Stadtverwaltung Ronneburg nahe des ehemaligen"Weltentor"-Geländes in einem Altgehölzbestand angebracht.

Die fachkundige Wahl des Standortes erfolgte in Zusammenarbeit mit Klaus Lieder, Vorsitzender des Landesfachausschusses Ornithologie beim NABU Thüringen.

(image-box-old: 2012/120127-2.jpg text: Foto: Dieter Hoffmann & Reinhold Kochinka, NABU Gera-Greiz e.V. position: left layout: vertical)

Nun heißt es "Daumen drücken!", damit die Nistkästen möglichst bald von den Dohlen entdeckt und angenommen werden. Denn das angrenzende weite Grünland bildet als Nahrungsquelle eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Ansiedlung des "Vogels des Jahres 2012". – Der Vorstand des NABU Gera-Greiz dankt allen am Projekt Beteiligten für ihr Engagement!


Erfreuliche Zufallsbeobachtung

Raubwürger am Kauernschen Teich beobachtet
(24.01.2012)

(image-box-old: 2012/120124-2.jpg text: Nördlicher Raubwürger (Lanius excubitor)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Am 18. Januar konnte der Naturfreund Christoph Kummer während der für die Umsetzung des Revitalisierungsvorhabens des NABU notwendigen Baumfällarbeiten (Schaffung der Zufahrt für das Räumgerät zur Durchführung der Entschlämmung) einen Raubwürger beobachten.
Diese Beobachtung zeigt, wie wichtig Biotope wie der Kauernsche Teich (samt angrenzendem Gehölzstreifen) als sog. ‚Trittsteine‘ in der ausgeräumten Agrarlandschaft sind.


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


Nächste Zusammenkunft der Gehölzfreunde in der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V.

am Donnerstag, dem 26. Januar 2012, 18.00 Uhr
(13.01.2012)

Liebe Gehölzfreunde,

wir möchten zur ersten Veranstaltung im Jahr 2012 mit dem Vortrag von Herrn Manfred Fleischer herzlich einladen – verbunden mit guten Wünschen für 2012: vor allem Gesundheit, Schaffenskraft und viele interessante dendrologische Eindrücke und Erlebnisse.


Pressetext


Aufruf zur Demo: Wir haben es satt

Mitteilung der NABU-Bundesgeschäftsstelle (Berlin)
(12.01.2012)

Liebe Landesverbände,

der NABU-Bundesverband unterstützt die Kampagne und die Demo: "Wir haben es satt". Deshalb rufen wir euch auf, am Sonnabend, den 21.01.2012 dazu beizutragen, dass der NABU gut sichtbar mit Fahnen und Kind & Kegel mit marschiert (eignet sich hervorragend als Familienausflug). Wie letztes Jahr treffen wir uns vorab in der Bundesgeschäftsstelle um 10.45 Uhr am Empfang ... Es wäre prima, wenn ihr in den Landesverbänden breit mobilisieren könnt, die Bündnisse vor Ort stellen Busse bereit. Ihr findet die Abfahrtermine auf der Homepage (s.u.)!

Wir freuen uns über eine rege Beteiligung!

Herzliche Grüße,
Steffi Ober


Zur Erläuterung: www.wir-haben-es-satt.de/start/home/

Wir haben es satt! Demo am 21.01.2012 – Start: 11:30 Uhr, Berlin Hauptbahnhof (Washingtonplatz)

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Während der letzten "Internationalen Grünen Woche" im Januar 2011 waren bereits mehr als 22.000 Menschen auf der Straße, um gemeinsam gegen Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Megaställen zu protestieren. In den kommenden Monaten werden die Weichen gestellt für eine Neuausrichtung
der EU-Agrarpolitik bis 2020. Doch die Bundesregierung blockiert noch immer eine echte Reform. Daher gehen wir wieder auf die Straße! Damit der Demonstrationszug noch größer und noch bunter wird, brauchen wir euch! Seid dabei, wenn es am 21.1.2012 heißt:

Wir haben es satt! Wir wollen Bauernhöfe statt Agrarindustrie! Für eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft und Respekt vor den Tieren! Für das Menschenrecht auf Nahrung!


Otto Dix retrospektiv. Zum 120. Geburtstag

Ausstellung vom 3. Dezember 2011 – 18. März 2012 in Gera
(11.01.2012)

(image-box-old: 2012/120111-Plakatentwurf.jpg text: Offizielles Plakat zu: Erkundungen im Elstertal position: left layout: vertical)

Seit Jahren wird die Selbstdarstellung der Stadt Gera, die auf eine in vielfacher Hinsicht reiche – und heutzutage leider weitestgehend unterbelichtete – Geschichte zurückblicken kann, nach außen hin auf die Person und das Werk des Malers Otto Dix reduziert: „Otto-Dix-Stadt Gera“. (Ein Schelm, der an die „Wilhelm-Pieck-Stadt Guben“ oder an Karl-Marx-Stadt denkt?) – Dix ist unbestritten einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Sein Leben und sein Werk sind eine überaus faszinierende Facette des 20. Jahrhunderts als dem „Jahrhundert der Extreme“ (Eric Hobsbawm). Und so wurde bereits sein 120. Geburtstag zum Anlass genommen, im Otto-Dix-Haus am Mohrenplatz in Gera-Untermhaus und in der Orangerie eine vortreffliche Ausstellung zu präsentieren, die neben den hochwertigen Geraer Sammlungsbeständen auch zahlreiche Leihgaben zeigt, z.B. aus dem Bestand der Otto-Dix-Stiftung Vaduz.

Der Besuch dieser Ausstellung sei jedem kunstsinnigem Leser wärmstens empfohlen! Zumal wahrscheinlich in 5 Jahren zu Dix’ 125. Geburtstag (leider) nicht schon wieder eine derartig hochkarätige Ausstellung möglich sein wird. (Früher wurden Jubiläen von Persönlichkeiten wie Dix ohnehin stets in fünfundzwanzigjährigen Abständen gewürdigt, doch die Entscheidungsträger in der Stadtverwaltung Gera konnten offensichtlich nicht noch bis 2016 warten.)

Parallel zu dieser hervorragenden, von der Stadt Gera nach Kräften und zu Recht auch überregional intensiv beworbenen Ausstellung, gibt es ein ebenso sehenswertes Ausstellungs-Mauerblümchen im Museum für Naturkunde Gera, dem leider – unverständlicher Weise – weitaus weniger öffentlich verordnete Aufmerksamkeit zuteil wird:

„Erkundungen im Elstertal. Otto Dix und seine Geraer Künstlerfreunde.
Eine Sonderausstellung vom 10. Dezember 2011 bis zum 28. Mai 2012 im Museum für Naturkunde Gera“.


Im Einführungstext zu dieser gediegenen Ausstellung heißt es:

„Mit der Ausstellung gewährt das Museum einen Einblick in die Themenwelt ‚Natur’ im Schaffen der Geraer Maler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen selten präsentierte Arbeiten von Otto Dix, etwa ein Skizzenbuch aus der Zeit um 1906, Landschaftsdarstellungen der Spätimpressionisten Paul Neidhardt (1873-1951) und Hermann Paschold (1879-1965) sowie Arbeiten der Dix`schen Künstlerfreunde Kurt Günther (1893-1955), Alexander Wolfgang (1894-1970), Paul Weiser (1877-1967), Hans Rudolph (1905–1993) und Rudolf Schäfer (1912-1973). Für die Geraer Maler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die vielgestaltige Ostthüringer Landschaft im Tal der Weißen Elster – mit ihren Nebenflüssen, Hügeln, Hochflächen und Steilhängen – kein unwesentliches Thema. Über die vom industriellen Wachstum geprägte Stadt hinaus, durchstreiften und erkundeten sie die heimatliche Natur, erlebten Elster- und Gessental sowie Zaufensgraben, kamen zur ‚Kalten Eiche’ bei Ernsee oder durch bunte Feldblumenwiesen.

Einige Geraer Künstler wuchsen mit ihrem Schaffen weit über den Status eines Heimatmalers hinaus. Sie erlangten überregionale Bedeutung und konnten sich – wie Otto Dix – in den damaligen deutschen Kunstzentren Dresden und München etablieren. Insbesondere die Spätimpressionisten Paul Neidhardt und Hermann Paschold lenkten die Blicke der nachfolgenden Generation auf die ‚Natur vor der Haustür’ und wurden so zu Lehrern für die Nachfolgenden wie den jungen Kurt Günther.

Von Otto Dix existieren vor allem Naturstudien aus seiner Jugendzeit, auch mit Tiermotiven wie dem Moschusbock, der als Käfer in alten Weiden und Pappeln der Flussauen anzutreffen ist. Dort, an den nahen Ufern der Elster und im angrenzenden Stadtwald, waren auch die Plätze seiner Kindheit. Dort betrieb Dix seine botanischen und zoologischen Studien, sammelte und bestimmte Vögel, Käfer, Schmetterlinge und Pilze. Nochmals finden sich sehr sensible Naturdarstellungen im Schaffen der Geraer Maler aus der Zeit des Nationalsozialismus. Ihre Darstellungen der Realität waren als ‚entartete Kunst’ geächtet, in innerer Emigration wandten sich Maler wie Otto Dix und Kurt Günther einer annähernd ‚heilen Landschaft’ zu und erkundeten die sie umgebende Natur.

Vollständig wird die Ausstellung aber erst durch die gelungene Ergänzung mit den realen Naturobjekten. Zu Skizzenblättern und Landschaftsdarstellungen gesellen sich originale Tier-Präparate. Der Besucher erhält zum Beispiel Einblick in die Insektensammlung des Berthold Schnappauf (1907-1977) aus Gera-Langenberg mit den Moschusböcken aus dem Elstertal. Auch den auf Dix-Bildern – oft in allegorischer Verknüpfung – zu findenden Krähenvögeln steht der Besucher gegenüber. Schaufenster in die heimische Landschaft stellen ebenso die aufwendigen Kleindioramen des Geraer Tier-Präparators Richard Hönnicke (1891-1970) aus den 1930er Jahren dar. Und naturgetreu sind auch Sperber, Kolbenente, Mauersegler, Eisvogel und andere Bewohner heimischer Natur zu sehen.“ (Quelle: (link: http://www.gera.de/sixcms/detail.php?id=139777&_lang=de&_style=2 text: www.gera.de/sixcms/detail.php?id=139777&_lang=de&_style=2 target: _blank class: arrow))

Der Besuch dieser Ausstellung ist unbedingt ebenso lohnenswert, wie der o.g. Ausstellung im Dix-Haus und der Orangerie Gera. Das Museum für Naturkunde Gera (Nikolai berg 2 in 07545 Gera, Tel 0365/53003) hat dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 – 18 Uhr geöffnet. Auch diese hervorragende Ausstellung wird in absehbarer Zeit in Gera ihresgleichen suchen. Deshalb: Zögern Sie nicht, sich diese anzusehen!


Urteil zu Artenschutz und Eingriffsregelung

Ein Artikel der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.
(10.01.2012)

(image-hero-old: 2012/120110.jpg text: Waldohreule (Asio otus)
Foto: © Rosl Rößner)

„Auch im vergangenen Jahr hat die Rechtsprechung Natur und Landschaft in einer Vielzahl von Urteilen zum Recht verholfen. Natur und Landschaft sind ja keineswegs rechtlos, sondern ihr Schutz ist eine in Deutschland durch Gesetze für Staat und Bürger verpflichtende Aufgabe. Das gilt auch und gerade für die Zulassung von Infrastrukturprojekten. Allerdings wird dieses Recht oft fehlerhaft oder unzureichend angewandt. Das Vollzugsdefizit naturschutzrechtlicher Vorschriften ist das ungelöste Problem des Naturschutzes, nicht ein Mangel an Vorschriften.

Verantwortlich dafür sind die Stellen, die unter Vernachlässigung naturschutzrechtlicher Maßstäbe und mitunter von Gutachtern schlecht beraten über die Zulassung von Eingriffen entscheiden. Die Naturschutzbehörden trifft eine Mitschuld, wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – auf diese Maßstäbe nicht aufmerksam machen und ihre Beachtung nicht anmahnen. Zu diesen Gründen zählt der Druck aus Wirtschaft und Politik, der die Wahrnehmung dieser Aufgabe erschwert. Das ist die Stunde der Naturschutzverbände. Der Gesetzgeber weiß um die Schwäche und Schwachstellen in den Naturschutzbehörden einerseits und die Stärke der Kontrahenten andererseits. Um der öffentlichen Sache des Naturschutzes willen, hat er die Naturschutzverbände mit Mitwirkungs- und Klagerecht ausgestattet.

Auf diesem Klagerecht beruht das Urteil vom 14.07.2011 des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG 9 A 12.10); ein von einem sächsischen Naturschutzverband erstrittenes Urteil, das die Planungspraxis aufgeschreckt hat. Streitbefangen war der Planfeststellungsbeschluss für den Bau der Ortsumgehung Freiberg im Zuge zweier Bundesstraßen. Das Gericht kam zu dem Urteil, dass der Beschluss wegen naturschutzrechtlicher Fehlbeurteilungen rechtswidrig sei und nicht vollzogen werden dürfe.

Der Beschluss weist nach dem Urteil des Gerichts entscheidungserhebliche artenschutzrechtliche Mängel auf. Die Planfeststellungsbehörde hatte eine Verletzung der artenschutzrechtlichen Tötungsverbote verneint, das Gericht ein infolge der Straße signifikant gesteigertes Tötungsrisiko aber nicht ausschließen können. Die von der Behörde zum Ausschluss von Risiken vorgesehenen Maßnahmen hielt das Gericht für ungeeignet. Das Gericht ließ sich auch von einem vorgesehenen Monitoring nicht beeindrucken, welches die Maßnahmen hatte begleiten sollen. Das Monitoring stelle kein zulässiges Mittel dar, um die behördlichen Ermittlungsdefizite und Bewertungsmängel zu kompensieren, umso weniger, weil offenbliebe mit welchen Mitteln nachträglich zu Tage tretenden Eignungsmängeln des Schutzkonzeptes begegnet werden solle.

Auch bei anderen Bauvorhaben geht der Streit oft darum, ob Tierverluste z. B. infolge neuer Verkehrswege oder an Windenergieanlagen sozialadäquat und dann hinzunehmen sind oder das Tötungsrisiko signifikant steigt. An dieser Grenze entscheidet sich die artenschutzrechtliche Zulässigkeit des jeweiligen Vorhabens. Keine andere Grenze im deutschen Naturschutzrecht ist so hart umkämpft. An ihr messen sich die Gutachter – engagierte und solche, die sich engagieren lassen. Am Ende sind es oft die Gerichte, die die Mängel aufdecken. Insofern ist das Urteil so ungewöhnlich nicht.

Wenn die EGE hier das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts herausstellt, dann eines anderen Umstandes wegen. Das Gericht hatte auch festgestellt, dass die Planung bereits den Anforderungen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung nicht gerecht werde und auch deswegen mängelbehaftet sei. Unter diesen Voraussetzungen könne das Vorhaben nicht als zulässiger Eingriff angesehen werden. Diese Feststellung ist entscheidend, weil die artenschutzrechtlichen Vorschriften – nach der Verknüpfung von Artenschutzrecht und Eingriffsregelung im Bundesnaturschutzgesetz – bekanntermaßen nur im Falle eines zulässigen Eingriffs gelockert sind.

Das Urteil rückt damit die Eingriffsregelung in den Vordergrund und stärkt ihre Bedeutung. Die Eingriffsregelung wird in der Praxis vielfach unzureichend angewandt, insbesondere wenn die Eingriffsfolgen nicht ausreichend ermittelt, die Vermeidungs- und Kompensationspflichten gerade für den Schutz von Arten nicht ausgeschöpft werden. Das Urteil stellt klar, dass solche Mängel auf die Anwendung des Artenschutzrechts zurückwirken.

Die zulässigen Eingriffen in § 44 Abs. 5 BNatSchG eingeräumten Ausnahmen von den artenschutzrechtlichen Schädigungs- und Störungsverboten kann ein Vorhaben, das die Anforderungen der Eingriffsregelung verfehlt, nicht in Anspruch nehmen. Unter diesen Voraussetzungen können die artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände auch dann erfüllt sein, wenn trotz des Eingriffs die ökologische Funktion der vom Eingriff betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätte im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt wird. Und unter diesen Umständen können die Verbote auch nicht auf die europäischen Vogelarten und die Arten des Anhanges IV der FFH-Richtlinie beschränkt werden. Beachtlich sind dann vielmehr alle besonders und streng geschützten Arten. Das sind in Deutschland immerhin ca. 2.585 Arten und insofern deutlich mehr Arten, als beispielsweise manche Bundesländer als ‚planungsrelevant‘ bezeichnen. Zu diesen Ländern zählt Nordrhein-Westfalen, das in einer Veröffentlichung "Geschützte Arten" die Anzahl auf nur 213 (!) Arten beschränkt hat. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sollte insofern insbesondere dort genau gelesen werden. Aber sicherlich nicht nur dort.

Das Urteil hat die Planungspraxis überrascht und mache Personen in den Behörden und Planungsbüros unsanft geweckt. Dabei ist dieses Urteil nur konsequent: Der Bundesgesetzgeber hatte im Jahr 2007 die artenschutzrechtlichen Schädigungs- und Störungsverbote auf die europarechtlich geschützten Arten beschränkt, weil er im Falle zulässiger Eingriffe den Schutz der anderen entscheidungserheblichen Arten von der rechtmäßigen Anwendung der Eingriffsregelung erwartet. Die Straßenplanung in Sachsen aber hatte die Vorschriften der Eingriffsregelung, die auch einen Mindestschutz von Arten entfalten sollen, vernachlässigt. Der Fall belegt, dass Naturschutzverbände ein wichtiges Korrektiv für das Naturschutzhandeln sein können. Schade nur, dass sie so oft ihre Möglichkeiten nicht nutzen. Zu diesen Versäumnissen zählt das Zurückziehen erfolgversprechender Klagen gegen Geldzahlungen.“

Quelle: Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.


Verabschiedung von Herrn Frank Creutzburg aus dem Vorstand des NABU Gera-Greiz

(03.01.2012)

Herr Frank Creutzburg, viele Jahre als Beisitzer im Vorstand des NABU Gera-Greiz tätig und stets ein verläßlicher Ansprechpartner in den verschiedensten Belangen der Naturschutzarbeit, schied zum 31.12.2011 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand des NABU Gera-Greiz aus, da er zu diesem Zeitpunkt seine Tätigkeit im Museum für Naturkunde Gera beendete.
Egal, weshalb man ihn um Rat fragte – seien es entomologische Fragen, die Suche nach alter Regionalliteratur oder die Vorbereitung eines Vortrages im Museum für Naturkunde Gera u.v.a.m. – immer konnte der Fragesteller eine Antwort erwarten.
Wir danken ihm für sein stets offenes Ohr für die Belange der hiesigen Naturschutzarbeit. Da Herr Creutzburg in Jena wohnt, wird er nun im NABU Jena seine Arbeit fortführen. Wir hoffen, daß die Kontakte zum NABU Gera-Greiz nicht verloren gehen werden und wünschen ihm alles Gute für seine weitere Arbeit. – Lieber Frank: Danke!


„Genetische Vielfalt ist ganz entscheidend für unser Überleben“

Umweltforscher Joachim Spangenberg über das Artensterben
(01.01.2012)

Quelle: www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1639681/
Als MP3-Datei zum Anhören: ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/29/dlf_20111229_0646_2326b4a9.mp3

29.12.2011 · 06:50 Uhr
Das Gespräch führte Mario Dobovisek

Eigentlich sollte nach Plänen der UNO das weltweite Artensterben bis 2010 gestoppt sein. Jetzt ist die Frist bis 2020 verlängert worden. Joachim Spangenberg vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung nennt vier Maßnahmen, die das Verschwinden von Lebewesen aufhalten können.

Mario Dobovisek: Jeden Tag verschwinden bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten, so vermelden es jedenfalls die Vereinten Nationen in ihrem Bericht zur Artenvielfalt. Das Artenaussterben ist normal, schließlich entstehen auch immer wieder neue, doch die Bilanz sieht düster aus. Täglich wird unsere Natur ein bisschen ärmer. Das Artensterben zu stoppen, um die Vielfalt zu fördern, haben sich deshalb die Vereinten Nationen einst auf die Fahnen geschrieben. Heute vor 18 Jahren trat deren Biodiversitätskonvention in Kraft. Bis 2010 sollte das Artensterben eigentlich gestoppt werden. Auf ihrer Konferenz in Nagoya vor einem Jahr mussten jedoch alle Beteiligten ihr Scheitern eingestehen, darunter auch Jochen Flasbarth, der Präsident des deutschen Umweltbundesamtes, der die Konferenz damals eröffnete.

Dobovisek: Die Weltgemeinschaft habe ihre Ziele verfehlt, sagte Flasbarth, wir verlören nach wie vor unsere Artenvielfalt, den Reichtum und das Kapital unseres Planeten. Jedes Jahr würden Urwälder von der Größe Griechenlands gerodet und Korallenriffe verschwinden, wenn wir nicht gegen den Klimawandel angingen. Das war wie gesagt vor einem Jahr, im sogenannten UNO-Jahr der Biodiversität. Die Frist wurde kurzerhand verlängert: Bis 2020 nun soll das Artensterben aufgehalten werden, und zu mir ins Studio gekommen ist Joachim Spangenberg vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Guten Morgen!

Joachim Spangenberg: Guten Morgen!

Dobovisek: Sie haben gemeinsam mit Ihren Kollegen Szenarien für das Artensterben in Europa entwickelt. Wo stehen wir in zehn Jahren, wenn die Politik so weitermacht wie bisher?

Spangenberg: Zunächst eine Vorbemerkung: Die biologische Vielfalt ist natürlich mehr als das Artensterben nur. Biologische Vielfalt ist die genetische Vielfalt, das heißt, jeder, der sich Hühner oder Hunde anschaut, sieht, dass es ganz viele verschiedene Rassen gibt, ähnlich gilt das für Nahrungsmittel. Also diese genetische Vielfalt ist ganz entscheidend für unser Überleben, und zweitens wie angesprochen die Artenvielfalt, und drittens die Vielfalt der Ökosysteme. All das gehört zur biologischen Vielfalt und sollte geschützt werden. Zur Frage, wo wir stehen in zehn Jahren: Ein ganzes Stückchen tiefer, als wir jetzt stehen, was den Vorrat an biologischer Vielfalt in dieser Welt angeht, denn es gibt bisher keinerlei Anzeichen dafür, dass der Trend umgekehrt wird, was Herr Flasbarth in Nagoya angesprochen hat. Der Verlust der Wälder geht unvermindert weiter, der Verlust an Korallenriffen ist nach wie vor eklatant, und Vorschläge, wie sie in Australien gemacht worden sind, durch ein riesengroßes Sonnendach über dem Great Barrier Reef die Sonnenstrahlung abzuhalten, sind eher menschliche Hybris als wirkliche Lösungen.

Dobovisek: Was muss also geschehen, um bis 2020 das Artensterben zumindest einmal aufzuhalten?

Spangenberg: Die entscheidenden Maßnahmen müssten darauf abzielen, die Faktoren, die Artensterben und biologische Vielfaltsverluste verursachen, gezielt anzugehen. Und die haben eine ganz klare Reihenfolge, erstens geht es um die Art der Landnutzung. Das ist in Europa Landwirtschaft, Forstwirtschaft et cetera. Zweitens sind zu nennen die invasiven Arten, die sonst nur in anderen Kontinenten vorkommen, zum Beispiel durch Handel, als blinde Passagiere bei uns eingeschleppt werden, dort sich niederlassen, und weil sie keine natürlichen Feinde haben, Ökosysteme destabilisieren und einheimische Arten verdrängen. Und das dritte große Problem ist der Klimawandel, der ist noch nicht das Entscheidende, wird es aber wahrscheinlich bis Mitte des Jahrhunderts sein, und das vierte zu ist die Chemisierung unserer Umwelt und unserer Landwirtschaft.

Dobovisek: Sie haben viele Probleme jetzt angesprochen. Eines möchte ich einmal herausgreifen: der zunehmende Verbrauch von Flächen für Ackerbau und Viehzucht trägt maßgeblich zum Artensterben bei. Täglich werden weltweit rund 36 Fußballfelder Waldflächen gerodet, zum Teil auch mithilfe von öffentlichen Mitteln. Die Europäische Union fördert ja auch den nicht gerade umweltfreundlichen Ackerbau in der Europäischen Union. Wie passt das zusammen?

Spangenberg: Das passt gar nicht zusammen. Wir haben zurzeit zwei sehr getrennte Diskurse. Zum einen gibt es im Rahmen der Wirtschaftskrise den Diskurs: Wir brauchen Wachstum um jeden Preis! Und zum zweiten, wir haben den Diskurs: Wir brauchen eine ökologische Gestaltung unserer Umwelt. Und diese beiden kommen nicht zusammen. In dem ersten Diskurs werden Maßnahmen ergriffen, die dem zweiten in den Rücken fallen. Und insofern ist es völlig korrekt, dass sie die Landnutzung als Erstes angesprochen haben, weil es der Hauptfaktor ist. Und in dem Bereich sehen wir ja, was passiert ist. Der europäische Agrarkommissar hat – verblüffend genug für einen Agrarkommissar, einen Vorschlag gemacht, dass in Zukunft eben nicht mehr die Mengenproduktion gefördert werden soll, sondern die gesamte Produktion, nur dann, wenn sie entsprechenden ökologischen Kriterien Genüge tut. Das Ergebnis ist, dass er von keinem einzigen Mitgliedsstaat Zustimmung bekommen hat. Und jetzt bleibt abzuwarten, ob das europäische Parlament in der Lage ist, dafür zu sorgen, dass wirklich die Interessen der Allgemeinheit und nicht die von irgendwelchen Partikularinteressen geprägten Positionen der Regierungschefs sich durchsetzen.

Dobovisek: Gehen also Deutschland und geht die Europäische Union nicht mit einem positiven Beispiel voran, wie sie es ja immer für sich in Anspruch nehmen?

Spangenberg: Das ist eine schwierige Frage. Es gibt einige Länder, die Tropenwaldländer sind, die versuchen, Maßnahmen zu ergreifen. In Brasilien werden nach wie vor massiv Wälder abgeholzt, und die zeitweiligen Rückgänge des Verlustes an Tropenwald sind durch aktuelle Entwicklungen schon wieder überholt. Die Europäische Union hat in vielen Bereichen nichts mehr zu tun. Primärwälder haben wir nicht mehr, die haben wir über die letzten Jahrhunderte bereits vernichtet. Da gibt es nichts mehr zu schützen. Das sind 1,5 Prozent der Gesamtfläche, glaube ich, noch insgesamt. Das heißt also, dass die Europäische Union da, wo es um Kulturlandschaften geht, tätig werden kann und muss, und das sind halt landwirtschaftliche Nutzflächen. Dort gibt es mit der Förderung von Agrarausgleichsmaßnahmen und ein bisschen ökologischem Landbau sicherlich ein paar positive Beispiele. Insofern kann die EU im internationalen Vergleich teilweise der Einäugige unter den Blinden sein, aber sehend ist sie weiß Gott nicht.

Dobovisek: Und trotzdem wird ja auch die Europäische Union, egal welcher Schritt dort unternommen wird, international, auf großer internationaler Ebene immer wieder gebremst. Wir haben es zuletzt beobachtet auf der Klimaschutzkonferenz von Durban, da wird dem Kapitalismus immer Vorrang gegeben, der Wirtschaft wird Vorrang gegeben. Kann denn überhaupt in diesem kapitalistischen Umfeld zwischen Schwellenländern und zwischen Industrieländern überhaupt der Artenschutz vorangetrieben werden und der Klimaschutz?

Spangenberg: Wenn das eine Frage für die nächsten 50 Jahre ist, dann habe ich keine Kristallkugel, aus der ich die Zukunft hervorlocken könnte, und sagen, wie es weitergeht. Kurzfristig ist es so, dass wir natürlich in der Lage sind, unsere Wirtschaften auch anders zu gestalten. Das heißt zum Beispiel, dass wir die Form der Landnutzung ändern können, dass wir die Form der Planung ändern können.

Dobovisek: Das heißt, Ökologie und Ökonomie müssen sich nicht ausschließen.

Spangenberg: Das ist eine Frage der gesellschaftlichen Organisation. Wenn ich sehe, wie die amerikanischen Diskurse sind – dort wird immer diskutiert, Markt gegen Staat, und der Staat ist böse, also muss der Markt das übernehmen, wir müssen privates Kapital auch für den Naturschutz organisieren. Wenn man das tut, glaubt man, dass man mit privatem Eigennutz in der Lage ist, öffentliche Güter zu schützen. Ich habe ganz arge Zweifel, ob das funktioniert. Der Diskurs in Europa ist zum Glück ein anderer: Hier geht es darum, dass der Staat und die Politik in die Pflicht genommen werden müssen. Und das ist dringend erforderlich, denn die gegenwärtigen Prioritätensetzungen sind eben nicht so, dass sie eine Vereinbarkeit hervorbringen würden. Man hofft im Wesentlichen im Rahmen einer grünen Ökonomie und ähnlichem auf technische Lösungen. Die sind sicherlich unverzichtbar, aber eben nicht ausreichend.

Dobovisek: Ist denn der Verlust der Artenvielfalt überhaupt noch unumkehrbar und abzustoppen, selbst wenn wir sofort nachhaltige Politik ansetzen würden?

Spangenberg: Das ist wie bei einem Auto, das auf einer hohen Geschwindigkeit ist, und wo sie plötzlich anfangen, auf die Bremse zu treten. Natürlich steht das nicht sofort. Aber es gibt die Möglichkeit, die politischen Prioritäten so zu setzen, dass nicht nur der Artenschwund, sondern auch der Verlust an biologischer Vielfalt insgesamt deutlich verlangsamt und dann zum Stillstand gebracht wird. Wie weit das Ziel der Europäischen Union, dass Verluste wieder wettgemacht werden, letztlich realistisch ist, wird sich im Einzelfall zeigen müssen, aber zumindest der Verlust kann aufgehalten werden, wenn die Prioritäten anders gesetzt werden.

Dobovisek: Schauen wir uns mal zu guter Letzt unter den vielen Arten – so sagt es zumindest der WWF – den Verlierer des Jahres an, das sind die Nashörner in diesem Jahr. Drei Unterarten des Java-Nashorns in Vietnam, das westliche Spitzmaulnashorn und das nördliche Breitmaulnashorn in Afrika sind demnach ausgestorben. Mal ketzerisch gefragt: Was haben uns diese Nashörner gebracht?

Spangenberg: Das ist ein bisschen eine ketzerische Frage, nicht wahr? Ich könnte jetzt genau so provokativ antworten und sagen: Als ich da in Urlaub war, habe ich sie gesehen und das war schön! Mir hat das was gebracht, und Sie waren zu spät da. Wenn man das weniger zynisch betrachtet, kommt man dazu, dass es eben nicht darum geht, dass ein einzelnes Nashorn oder eine einzelne Spezies da verschwunden ist, sondern erstens sind diese Nashörner die Spitze des Eisberges und damit auch ein Symptom. Sie sprachen eben die ökonomischen Interessen an, da geht es im Wesentlichen um Wilderer, die den Nashörnern die Hörner absägen und diese als Wunderheilmittel in Asien verkaufen, und das ist ein deutliches Zeichen, dass dieses Geldinteresse deutlich durchschlagskräftiger war als alle Schutzbemühungen. Auf der anderen Seite ist es so, dass Nashörner in einem Ökosystem eine bestimmte Rolle spielen, die nicht so leicht von anderen Tieren übernommen werden kann. Das heißt, wenn bestimmte Arten aussterben, kann das zu einer Destabilisierung ganzer Systeme führen. Das passiert eben heutzutage überall und weltweit, deswegen Biodiversität auch Schutz der Ökosysteme. Und die sind nun mal unsere Lebensgrundlage.

Dobovisek: Heute vor 18 Jahren trat die Biodiversitäts-Konvention der Vereinten Nationen in Kraft. Joachim Spangenberg vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, vielen Dank für das Gespräch!

Spangenberg: Bitte, bitte!

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Zum Internationalen Jahr der Biodiversität 2010 sendeten mehrere Formate des Deutschlandradios Beiträge über das Artensterben. Alle damals gesendeten Beiträge, die auch heute noch aktuell sind, finden Sie in unserem Schwerpunkt www.dradio.de/aktuell/1151653/


Kontakt

NABU-Kreisverband
Gera-Greiz e.V.

c/o Ingo Eckardt
Franz-Philipp-Straße 9
07937 Zeulenroda-Triebes
Tel.: 03 66 28 / 83 24 4
Mobil: 0175 / 779 158 8
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