2013


Hohe Auszeichnung für das ENL-Projekt „Bestandsstärkung der Wechselkröte (Bufo viridis) im nördlichen Landkreis Greiz“ des NABU Gera-Greiz e.V.

(05.12.2013)

(image-box-old: 2013/131205.jpg text: Plakette layout: vertical)

Das im Mai 2012 gestartete ENL-Projekt wird am 29.11.2013 durch Herrn Dipl.-Biol. Ulrich Scheidt (Kustos für Herpetologie und Mammalogie am Naturkundemuseum Erfurt) namens der Deutschen Bundessstiftung Umwelt (DBU) als „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ gewürdigt. Damit wird das mit hohem Engagement rein ehrenamtlich umgesetzte Naturschutzprojekt, welches nach der sensationellen Wiederentdeckung der als ausgestorben geltenden Wechselkröte im August 2011 in Brahmenau vorbereitet wurde, geehrt.

Für diese in Thüringen hochgradig bedrohte Amphibienart wurden bisher 15 neue Laichgewässer im nordöstlichen Landkreis Greiz angelegt oder optimiert. Zusätzlich wurden verschiedene Landlebensräume gemäß den Lebensraumansprüchen der Wechselkröte aufgewertet, indem z.B. Naturstein- und Totholzhaufen angelegt sowie Flächen entbuscht wurden. Vorbereitend erfolgte eine intensive Untersuchung des Projektgebietes, die Grundlage für die Planung der Lebensraumverbesserungen war. Zugleich gelangen während der Betreuung des westlich von Hirschfeld auch in diesem Jahr wieder errichteten Amphibienschutzzaunes weitere bemerkenswerte Nachweise.

(image-box-old: 2013/131205-4.jpg text: Feierliche Übergabe position: left)

Dank der realisierten Maßnahmen konnte das Vorkommen der Wechselkröte nicht nur gesichert, sondern auch die weitere Wiederbesiedlung des nordöstlichen Landkreises Greiz erfolgreich gefördert werden. Die ENL-Projektförderung endet im November 2013. Die Projektfortführung wurde bei der Stiftung Naturschutz Thüringen beantragt.

In der Mitteilung über die Auszeichnungsvergabe wird seitens der DBU hervorgehoben, dass das Projekt „in beispielhafter Weise zur Vermittlung von biologischer Vielfalt beiträgt. Das Engagement des NABU Gera-Greiz e.V. für die biologische Vielfalt hat die Juroren und Jurorinnen sehr beeindruckt. Mit der Auszeichnung erhält der NABU Gera-Greiz e.V. die Bestätigung, dass er sich vorbildlich für die biologische Vielfalt in Deutschland einsetzt. Er setzt ein bedeutendes Zeichen für das Engagement in diesem Bereich und trägt dazu bei, mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu motivieren.“ Ab dem 29.11.2013 wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.un-dekade-biologische-vielfalt.de vorgestellt.

An dieser Stelle sei allen Projektmitarbeitern für ihre unermüdliche Arbeit gedankt, ebenso allen Einwohnern der Verwaltungsgemeinschaft „Am Brahmetal“, die durch Hinweise und Fundmeldungen halfen, die Verbreitung zu präzisieren oder auf andere Art zum Gelingen des Projektes beitrugen.

Hintergrund

(image-box-old: 2013/131205-5.jpg text: Auszeichnung layout: vertical)

Das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 wurde von den Vereinten Nationen als „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgerufen. Die Dekade soll die Umsetzung des UN-Übereinkommens von 1992 unterstützen, deren Ziel es ist, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu soll auch das gesellschaftliche Bewusstsein gefördert werden. Genau hier setzt die deutsche UN-Dekade an: Sie möchte mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, unserer natürlichen Lebensgrundlage, gewinnen. Ein Schwerpunkt ist daher die Auszeichnung von vorbildlichen Projekten. Die Mitwirkenden setzen sich für die biologische Vielfalt ein, indem sie sie schützen, nachhaltig nutzen oder ihren Wert vermitteln. Denn die Erhaltung der „Biologischen Vielfalt“ ist die Grundlage einer langfristig gesicherten Existenz des menschlichen Lebens auf der Erde. Biologische Vielfalt ist alles, was zur Vielfalt der belebten Natur beiträgt: Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen – einschließlich der Wechselwirkungen zur unbelebten Umwelt, innerhalb der Arten und zwischen den Arten – sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt ihrer Lebensräume. Mehr Informationen finden Sie unter www.un-dekade-biologische-vielfalt.de.


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


„Wir geben Ronneburg Bäume zurück“

Thüringer Allgemeine-Artikel vom 25. November 2013
(28.11.2013)

Nabu Altenburger Land und Unterstützer beim Arbeitseinsatz für das Streuobstwiesenprojekt.

(image-hero-old: 2013/131128.jpg text: Die Ronneburger Reiner Schwielke und Horst Knebel mit Nabu-Vertreter Nico Kießhauer (von links).
Foto: Elke Lier)

Ronneburg. Der Apfelbaum "Kaiser Wilhelm" und der Birnbaum "Madame Verté", beides alte Sorten, wurden am Sonnabend mit knapp 100 anderen hochstämmigen Obstbäumen in die Ronneburger Erde versenkt.

"Damit setzen wir unser Streuobstwiesenprojekt zum Naturerbe fort", erklärt Nico Kießhauer, stellvertretender Vorsitzender vom Nabu Altenburger Land. Nach der Entbuschung des etwa acht Hektar großen alten Wiesengrundstückes, das mit Schafen beweidet wird, reaktiviert der Nabu mit Hilfe seiner Stiftung Naturschutz Thüringen eine alte Naturlandschaft. "Seltene Tierarten wie der Steinkauz, vom Aussterben bedrohte Schmetterlinge und Käfer finden durch die extensive Nutzung hier wieder Lebensraum" beschreibt der Nabu-Vertreter das Ziel der Aktion.

Mit-mach-Gründe

Unterschiedliche Leute folgten aus unterschiedlichsten Gründen diesem Aufruf zu sieben Stunden Arbeitseinsatz bei neblig-nasskaltem Novemberwetter. Zu den 15 Freiwilligen, die die großen Bäume in vorbereitete Pflanzlöcher eingruben und ihnen mit starken Pfosten Halt gaben, gehörten die beiden Ronneburger Rainer Schwielke (72) und Horst Knebel (69). "Wir haben gegen die Baumrodung in der Ronneburger Straße der Jugend gestreikt und wollen nun Baum-Ersatz schaffen."

Grit Ruhland (33) promoviert in Weimar über die Uranbergbaufolgelandschaft. Die junge Frau, die Bäume zu den Pflanzlöchern schleppt, erzählt: "Ich will diese Landschaft kennenlernen, mich für das gesellschaftliche Projekt auch mit körperlicher Arbeit einsetzen und so einen praktischen Zugang zum Thema finden."

Aus dem sächsischen Neukirchen war der Pomologe Albrecht Herziger angereist. Der Sammler von 160 alten Apfelsorten brachte seine jahrelange Erfahrung um den richtigen Baumschnitt mit: "Aus den Bäumen soll doch auch mal was Richtiges wachsen, mir liegt das einfach am Herzen. Es werden ja auch Staatsgelder für den Naturschutz eingesetzt."

Das Geraer Ehepaar Viktoria und Jürgen Krause, beide 65, plagt sich mit Wurzelballen des zweiten Birnbaumes ab. "Wir wollen was für die Natur tun", sagt sie, die Nabu -Mitglied ist. Er ergänzt: "Ich habe beim Nabu schon viel gelernt, Flecken um Gera mit seltenen Kräutern entdeckt und weiß nun, wie gut Brenneselsamen schmeckt."

Die in Ronneburg gepflanzte alte Apfelsorte "Kaiser Wilhelm" wurde übrigens 1875 vom Monarchen verkostet und für gut befunden.

Elke Lier / 25.11.13


Textquelle und Volltext

Thüringer Allgemeine-Artikel vom 25. November 2013: „Wir geben Ronneburg Bäume zurück“


NABU kritisiert Brüsseler „Lobby-Haushalt“ 2014-2020

Tschimpke: Prinzip „Gießkanne“ bleibt – Subventionen auf Kosten der Natur
(25.11.2013)

NABU Pressedienst NR. 142/13 – 20.11.2013

„Straßburg. Der NABU hat die vom Europaparlament gebilligten Beschlüsse zur Neuordnung der EU-Subventionen für 2014-2020 als „eine riesige verpasste Reformchance“ kritisiert. Die Bundesregierung hat dazu beigetragen, dass auch für die kommende Förderperiode keine ökologische Haushaltreform zustande gekommen ist. Die Vorschläge der EU-Kommission für eine Agrarwende hat die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner nach Kräften ausgebremst. Der NABU fürchtet, dass insbesondere im Bereich der Landwirtschaft nun bis zum Ende des Jahrzehnts viele weitere Milliarden Euro an Steuergeldern zur Verarmung und Zerstörung der Natur beitragen werden.

„Nur weil die deutsche Bundeskanzlerin keinen Krach mit der Agrarlobby riskieren wollte, bleibt uns die verschwenderische Subventionsgießkanne erhalten. Die neuen Umweltauflagen des Greenings wurden fast bis zur Unkenntlichkeit verwässert“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Gleichzeitig fristeten die zielführenden effizienten Förderprogramme im Agrar- und Umweltbereich auch in der kommenden Haushaltsperiode weiter ein Schattendasein.

Trotz eindeutiger Aufforderung durch den Deutschen Bundestag und den Bundesrat hatte sich die Bundesregierung bei den Brüsseler Haushaltsverhandlungen nicht für eine Aufstockung des anerkannt hochwirksamen Umweltförderprogramms LIFE eingesetzt. Konstantin Kreiser, NABU-Experte für die EU-Haushaltspolitik: „Dies ist ein erschreckender Beweis dafür, dass es der Regierung von Anfang an nur um die Deckelung der eigenen Beiträge ging und nie um den Abbau schädlicher Subventionen die zu einem wichtigen Teil aus deutschen Steuergeldern bestehen.“

Im Ergebnis gibt die EU nun kaum mehr als 0,3 Prozent ihres Budgets für LIFE aus, während weiterhin das Hundertfache (30 Prozent, knapp 280 Milliarden Euro) als Direktsubventionen an Landwirte fließen – nahezu unabhängig davon, wie diese mit Boden, Wasser und Artenvielfalt umgehen. Selbst die verbliebene Möglichkeit, bis zu 15 Prozent der Direktzahlungen in gezielte Förderprogramme im ländlichen Raum umzuwandeln, will Deutschland nach dem Willen von Bund und Ländern nur marginal mit weniger als fünf Prozent nutzen. Der NABU appelliert an die Unterhändler von SPD und Union, dass diese Zahl durch die Koalitionsvereinbarung der neuen Bundesregierung noch nach oben korrigiert wird.“

Weitere Infos: www.nabu.de/themen/naturschutz/finanzierung


NABU-Pressestelle, E-Mail: presse@nabu.de


Vortragsveranstaltung zur neuen Baumschutzsatzung der Stadt Gera

(19.11.2013)


(image-box-old: 2013/131119.jpg text: Kalte Eiche Gera-Ernsee
Foto: Klaus Schultheiß)

Gera, am 14.11.2013

Die Gehölzfreunde in der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V. laden zu einer Vortragsveranstaltung zur neuen Baumschutzsatzung der Stadt Gera am Donnerstag, 28.11.2013, 19.00 Uhr, in den Barocksaal des Museums für Naturkunden ein.

Die neue Baumschutzsatzung soll nach Beratung in den zuständigen Gremien – Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss sowie im Stadtrat – in Kürze in Kraft treten. In den bisherigen Aussprachen zeigte sich, dass es eine Reihe von Unklarheiten, aber auch unterschiedlichen Auffassungen zum Baumschutz im Allgemeinen und zu Problemen des Einzelnen, besonders der Eigentümer, dazu gibt.

Wir haben deshalb den zuständigen Fachdienstleiter für Umwelt in der Stadtverwaltung Gera, Herrn Konrad Nickschick eingeladen, um die Festlegungen und besonders die Neuerungen der zu erwartenden Baumschutzsatzung zu erläutern. Zugleich werden auch Mitglieder des Naturschutzbeirates und vom Grünen Haus für die Beantwortung von Fragen und für Diskussionen anwesend sein.

Baumschutz und Naturschutz sind ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, beides dient dem Gemeinwohl. Gera ist eine grüne Stadt, aber es bedarf wirksamer Schutzmaßnahmen, damit dies auch in Zukunft, für unsere Kinder und Enkel, erhalten bleibt. Deshalb sind alle interessierten Bürger zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.

Bereits um 18 Uhr treffen sich die Gehölzfreunde in der Museumsklause des Museums für Naturkunde, um über den Plan für 2014 zu beraten. Auch hierzu sind interessierte Gäste herzlich willkommen.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Schultheiß
Sektion Gehölzkunde“


Pflanzung einer Streuobstwiese

Helfer gesucht!
(17.11.2013)

Der NABU Altenburger Land führt am kommenden Sonnabend, den 23.11.2013 ab 9.00 Uhr, die Pflanzung der Streuobstwiese bei Ronneburg durch. Es sollen 100 Hochstammbäume gepflanzt werden. Die Pflanzlöcher sind vorbereitet und die Bäume mit Ballen einschließlich Mäuseschutz brauchen "nur" wieder eingegraben werden! Es wäre schön, wenn viele Helfer kämen, um alle Bäume schon am Sonnabend in die Erde zu bekommen. Treffpunkt ist direkt an der Fläche: Zufahrt über die Ortsumgehung Ronneburg in Richtung Reust, rechts Richtung Ronneburg und nach ca 300m wieder rechts in den Feldweg und noch ca 300m weiterfahren – wer sich nicht auskennt, bitte einfach melden unter 0170/3031086 (Nico Kießhauer).

Bitte noch ein paar Spaten/Schaufeln, eventuell noch eine kleine Treppenleiter und Vorschlaghammer für die Baumpfähle mitbringen!
Für einen kleinen Mittagssnack wird gesorgt!
Bitte weitersagen!


440.000.000 Jahre Leben – Schriftstein-Tiere, Krötenköpfe und Wollhaarnashörner in Ostthüringen

Beeindruckende naturgeschichtliche Ausstellung
(20.10.2013)

(image-hero-old: 2013/131020-2.jpg text: Großer Nadelbaumzweig (Culmitzschia florinii), Fundort Gera-Trebnitz
Erdzeitalter Oberperm (Zechstein))

„Inhalt der neuen Sonderausstellung im Museum für Naturkunde Gera ist eine unvorstellbar lange Zeit der erdgeschichtlichen Vergangenheit im Osten Thüringens. Dass es früher dort völlig anders aussah und längst ausgestorbene Pflanzen und Tiere lebten, ist der reizvolle Gedanke der Schau. Einige Erdzeitalter haben das Gebiet besonders geprägt und in seltenen Fällen Überreste vergangenen Lebens hinterlassen, von denen das Museum für Naturkunde etwa 10.000 Stück als Fossilien aufbewahrt. Die schönsten und aussagekräftigsten bezeugen in der neuen Ausstellung, welche faszinierenden Geschöpfe vor Jahrmillionen die Lebensräume an Land und im Wasser besiedelten. […]“

Zum Weiterlesen: Pressemitteilung


Terminankündigung Wildkatzen-Vortrag

(20.10.2013)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Naturfreunde,

anbei erhalten Sie eine Ankündung zu einem Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe des NABU SHK e.V.:

Freitag den 25.10.2013 um 19.00 Uhr in Maua im "Golden Schiff"
Vortrag: Wildkatzen im Saale-Holzland? – Ergebnisse und Berichte zum ersten Wildkatzen-Nachweisprojektes im Saale-Holzland
Referent: Silvester Tamás M.A. (SGB) www.felis-lupus.de/projekte-1.html

Sie sind recht herzlich eingeladen!
Für die Vorplanung der Platzkapazitäten bitte ich um eine kurze Rückmeldung via E-Mail!

Beste Grüße,
Silvester Tamás (SGB)


  1. Stellv. Vorsitzender NABU-SHK e.V.
    Marktstr. 6
    07774 Dornburg/Saale

Der Wild-Apfel – Baum des Jahres 2013

Vortragsveranstaltung der Gehölzfreunde in der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V.
(20.10.2013)


„Die Geraer Gehölzfreunde laden am Donnerstag, dem 24. Oktober 19 Uhr, im Barocksaal des Museums für Naturkunde zur traditionellen Veranstaltung zum Baum des Jahres ein. Dem für 2013 gekürten Wild-Apfel widmen sich an diesem Abend als bekannte Referenten wieder die Hochschuldozentin Dr. habil. Helga Dietrich aus Jena und der Geraer Baumfotograf Uwe Conrad.

Mit dem Wildapfel steht diesmal eine vom Menschen fast vergessene Wildobstbaumart im Mittelpunkt. Zwar kennt jeder den Apfelbaum, den Wildapfel aber wohl nur die wenigsten. Er gehört zu den seltensten Baumarten und ist stark gefährdet. Es gibt viel Interessantes über ihn zu berichten. Anders als bei Kulturbirne oder -kirsche stammt der Kulturapfel nicht von der heimischen Wildform ab, sondern von asiatischen Wildäpfeln.

Die gelblich-grünen Früchte ähneln zwar unseren Kulturäpfeln, sind aber deutlich kleiner und runder und enthalten keinen roten Farbstoff in der Schale. Frisch sind sie ungenießbar, herb und hart – daher auch der Name Holzapfel. Erst in gedörrtem oder gekochtem Zustand sind die Holzäpfelchen schmackhaft und aromatisch.

(image-box-old: 2013/131020.jpg text: 400-jähriger Wild-Apfel bei Schlegel (Lkrs. Lobenstein)
Foto: Klaus Schultheiß)

Die Verbreitung des Wildapfels erstreckt sich über ein großes Areal – fast ganz Europa außer Nordskandinavien und Nordrussland sowie Teilen Spaniens und Griechenlands. Andererseits findet man ihn sehr selten. Er ist konkurrenzschwach gegenüber anderen Wildbaumarten und findet auch kaum wirtschaftliche Verwendung. Verbreitungsschwerpunkte sind noch intakte Auenwälder und einige Mittelgebirge, z. B. Erzgebirge und Schwäbische Alb. Im "Holzäppel-Gebirge" um Geising und Glashütte stehen in einer Höhenlage von etwa 800 m noch fast 1000 Wildäpfel in den Wäldern und auf Steinrücken.

Der Wildapfel wird meist nur etwa 100 Jahre alt, die Kulturäpfel dagegen nur halb so alt. Einer der stärksten Bäume befindet sich mit 1,10 m Durchmesser bei Glashütte im Osterzgebirge, ein 400-jähriger Baum steht am Rennsteig bei Schlegel. Im Garten des Generationenspielplatzes „Am Wald“ in Gera-Dürrenebersdorf wurde in der Sammlung der „Jahresbäume“ schon für 2013 der Wild-Apfel gepflanzt.

Vor der Veranstaltung zum Baum des Jahres treffen sich die Gehölzfreunde bereits um 18 Uhr zu aktuellen gehölzkundlichen Problemen in der Klause des Museums für Naturkunde. Auch hierzu sind – wie immer – interessierte Gäste herzlich eingeladen.

Klaus Schultheiß
Sektion Gehölzkunde“


Sichere Wanderwege für Fischotter in Thüringen: Erster Spatenstich an einer Brücke bei Berga

Biotopverbundprojekt der DUH ermöglicht den bedrohten Tieren die sichere Brückenunterquerung – Leiterin des Umweltamtes des Landkreises Greiz startet Umbauarbeiten
(11.10.2013)

(image-hero-old: 2013/131011.jpg text: Fischotter (Lutra lutra)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

„Um den seltenen Fischotter in Thüringen vor dem Tod durch Straßenverkehr zu schützen, bauen die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) und das Flussbüro Erfurt im Freistaat gemeinsam mit der Naturschutz- und Straßenbauverwaltung zahlreiche Brücken um. Am heutigen Dienstag begannen die Umbauarbeiten der ersten Brücke in Thüringen am Pöltschbach bei Berga im Landkreis Greiz. Der scheue Wassermarder galt in Thüringen seit Mitte der 1970er Jahre als ausgestorben, kehrte aber seit den späten 1990er Jahren von Osten kommend zurück. Heute besiedelt er vor allem im Norden und Osten des Bundeslandes wieder die Flüsse Unstrut, Helme, Weiße Elster, Pleiße und deren Nebengewässer.

Die Leiterin des Umweltamtes des Landkreises Greiz, Kathrin Zschiegner, eröffnete gemeinsam die Baustelle bei Berga mit dem ersten Spatenstich. „Wir freuen uns, dass der seltene Fischotter endlich wieder im Landkreis Greiz heimisch ist und wollen dazu beitragen, dass die Art sich weiter erholt", betonte Frau Zschiegner. Dass sich der Fischotter im Landkreis langsam wieder heimisch fühlt, belegen Aufnahmen einer Fotofalle, die von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie betreut wird. „Mit unseren Brückenumbauten wollen wir zeigen, dass mit verhältnismäßig wenig Geld viel für den Artenschutz erreicht werden kann“, erläuterte DUH-Bundesgeschäftsführer Michael Spielmann. „Wir hoffen, dass dieser Umbau der Auftakt für viele weitere in Thüringen sein wird.“

In den nächsten Wochen werden unter der Brücke entlang des Gewässers zwei Uferstreifen, so genannte Bermen, eingebaut. Der Fischotter kann so künftig gefahrlos unter der Brücke hindurchwandern und muss nicht die vielbefahrene Straße überqueren. Der Umbau erfolgt in enger Abstimmung mit dem Landratsamt und berücksichtigt den Hochwasserschutz und die Verkehrssicherheit. Die Baumaßnahmen am Pöltschbach, einem Zufluss der Weißen Elster, werden von der Firma „Der Grünmacher“ aus Wünschendorf durchgeführt. „Durch den Brückenumbau möchten wir auch herausfinden, welche Bauweise besonders effektiv zu realisieren ist und wie die Fischotter die neuen Durchgänge annehmen“, erläutert Stephan Gunkel vom Flussbüro Erfurt, der das Projekt fachlich begleitet.

Das Projekt wird vom Freistaat Thüringen mit Mitteln der Europäischen Union aus der „FörderInitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen 2007 – 2013 (FILET)“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.

Hintergrund:

Der Fischotter ist heute vor allem im Osten Deutschlands wieder häufiger anzutreffen. Seine Rückkehr in den Freistaat ist vermutlich vor allem durch eine nachlassende Schadstoffbelastung der Umwelt gefördert worden. In Thüringen wurden keine Fischotter ausgesetzt.

Der Fischotter gilt in Thüringen nach der Roten Liste als stark gefährdet (Kategorie 2) und in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands als noch immer vom Aussterben bedroht (Kategorie 1). Der Grund: Viele der Tiere sterben bei dem Versuch, befahrene Straßen zu überqueren. Vor allem junge Rüden legen bei der Erkundung neuer Lebensräume weite Strecken zurück – nicht selten wandern sie entlang von Flüssen und Bächen mit bewachsenen Ufern bis zu 20 Kilometer in einer Nacht. Doch obwohl der Otter ein guter Schwimmer ist, scheut er sich, unter dunklen Brücken hindurch zu schwimmen oder zu waten. Stattdessen weicht er bevorzugt auf den Uferstreifen aus, um trockenen Fußes unter Brücken und Durchlässen hindurch zu gelangen. Wenn dies nicht möglich ist, versucht er die Straße zu überqueren – ein Unterfangen mit oft tödlichem Ausgang. Von den zehn bisher in Thüringen tot aufgefundenen Ottern kamen alle durch den Straßenverkehr ums Leben, fünf starben direkt an Brückenbauwerken.

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) stellt mit ihrem Netzwerk „Lebendige Flüsse“ seit 1997 eine Anlaufstelle für alle engagierten Umweltverbände, Organisationen und Bürgerinitiativen im Bereich des Fließgewässerschutzes dar. Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro „Flussbüro Erfurt“, dessen Tätigkeitsschwerpunkte in den Bereichen Gewässerschutz und naturnahe Gewässerunterhaltung liegen, führt die Umweltschutzorganisation das Fischotterprojekt in Thüringen durch. Unterstützt wird sie außerdem von der Diplombiologin Maria Schmalz, die seit 2001 im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie das sogenannte Otter-Netz Thüringen betreut, ein standardisiertes Erfassungsnetz für Otternachweise. Frau Schmalz ist Mitglied in der „Otter Specialist Group“ der IUCN, der Naturschutzorganisation der Vereinten Nationen.“

Berga, Dienstag, 08.10.2013

Für Rückfragen:

Ercan Ayboga, Projektmanager Fischotterschutz
Mobil: 0163 7577847, E-Mail: ayboga@duh.de

Daniel Eckold-Hufeisen, DUH Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: eckold-hufeisen@duh.de


Text- und Bildquelle

Pressemitteilung der Deutsche Umwelthilfe e.V.

Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz


NABU: Strommasten sind noch immer Todesfalle für Vögel

Tschimpke: Viele Netzbetreiber sind Pflicht zur Umrüstung nicht nachgekommen – bessere Kontrollen der Länderministerien notwendig
(10.10.2013)

Berlin. Eine Umfrage des NABU bei den für Naturschutz zuständigen Ministerien der Länder zeigt: Bundesweit sind zehntausende Strommasten noch immer nicht ausreichend für Vögel gesichert. Und das, obwohl mit Beginn des Jahres 2013 die gesetzliche Frist für alle Netzbetreiber abgelaufen ist, ihre Mittelspannungsmasten vogelsicher umzurüsten. „Ab diesem Jahr sollte in Deutschland erstmals kein einziger Storch oder Rotmilan mehr an einem Mittelspannungsmast sterben müssen. Doch die Realität sieht anders aus: Auch in diesem Jahr werden wieder tausende Vögel Opfer des Stromtods. Denn die Netzbetreiber sind ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht ausreichend nachgekommen“, kritisierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Mittelspannungsmasten stellen für Vögel eine Gefahr dar, wenn sie mit ihrem Körper stromführende Leitungen und Mastteile gleichzeitig berühren. Dies kann beispielsweise beim Landeanflug der Fall sein. Rund sechs Ampere Strom fließen dann ungehindert durch ihren Körper und verursachen Verbrennungen und den sogenannten Stromtod. Besonders Greifvögel, Störche und Eulen sind hiervon betroffen. „Es gibt klare technische Vorgaben und erprobte Verfahren, um das Leben der Vögel zu schützen. Viele Netzbetreiber nutzen diese jedoch nicht“, so Tschimpke. Dabei schreibe das Bundesnaturschutzgesetz nicht nur die Entschärfung kritischer bestehender Masten vor, sondern auch den vogelsicheren Neubau.

Wie die Umfrage des NABU zeigt, sind lediglich drei Bundesländer den Anforderungen weitgehend nachgekommen. In Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg sind die meisten Masten bereits frühzeitig nachgerüstet worden. Allerdings mangelt es auch hier an ausreichenden Kontrollen, ob die alten Umrüstungen tatsächlich ihren Zweck erfüllen. In anderen Ländern, wie etwa Rheinland-Pfalz, ist derzeit jeder dritte Mast gar nicht gesichert. Zudem ließen einige Länder große Wissenslücken zum Stand der Umrüstung erkennen. So antworteten etwa Sachsen und Brandenburg ausgesprochen vage – nach Ansicht des NABU ein Anzeichen für ein hohes Umrüstungsdefizit. Nahezu keine Gefahr droht Vögeln in den drei Stadtstaaten sowie in Schleswig-Holstein. Hier sorgen Erdkabel und vergleichsweise wenige Freileitungen für ein sichereres Fliegen.

Übereinstimmend teilten die meisten Länder mit, zunächst in EU-Vogelschutzgebieten mit den Umrüstungen begonnen und sie dort abgeschlossen zu haben. Gleiches gilt für Gebiete, in denen gefährdete Großvogelarten nachgewiesen sind. Auf diese Weise konnten vor allem in Bayern, Thüringen, Schleswig-Holstein, Hessen und Niedersachsen bedrohte Arten besser geschützt werden. Allerdings zeigte sich, dass viele Netzbetreiber ihre Umrüstungen allein mit diesem Schritt als ausreichend betrachten und nicht entschieden genug ihre Masten flächendeckend entschärfen. Darüber hinaus setzen viele Netzbetreiber weiterhin auf veraltete und als unwirksam erwiesene Technik. „Die meisten Länder haben uns eine fristgemäße Umrüstung gemeldet. Doch nur die wenigsten von ihnen fordern von den Netzbetreibern auch die neuesten technischen Standards einzuhalten, die der Verband der Elektrotechnik vorschreibt. Deshalb stehen vielerorts noch Masten mit alter oder vollkommen untauglicher Ausrüstung“, so Eric Neuling, NABU-Experte für Stromnetze.

Der Grund ist: Die Qualität der Umrüstungen lässt sich anhand der Meldungen der Netzbetreiber an die Bundesländer nicht überprüfen. So berichten Vogelschützer immer wieder von falsch gesicherten Masten in Schutzgebieten oder gänzlich ungesicherten außerhalb. Angesichts der schleppendenden Entwicklung fordert der NABU von den Bundesländern, die Kontrollen zu verschärfen. „Zehn Monate nach Ablauf der gesetzlichen Frist ist es ein unhaltbarer Zustand, wenn weitere Vögel sterben müssen, ehe ein nicht entschärfter Mast als kritisch eingestuft wird. Jedes weitere Jahr Verzögerung bei der Umrüstung zieht erhebliche Verluste für die Vogelwelt nach sich. Alle untauglichen Masten müssen daher schnellstmöglich ausgetauscht werden – notfalls mithilfe von neuen gesetzlichen Fristen oder Bußgeldern“, so Neuling.

Die gesamte Bilanz mit einem Überblick über den Stand der Umrüstung in den einzelnen Bundesländern finden Sie unter: www.NABU.de/tiereundpflanzen/voegel/forschung/stromtod

Für Rückfragen:
Eric Neuling, NABU-Experte für Stromnetze und Naturschutz, Tel. 030-284984-1812


Steinkauztagung in Römhild am 9. November 2013

(07.10.2013)

„Liebe Eulenfreunde,

gerne möchte ich Euch zur Steinkauztagung am 09.11.2013 nach Römhild ins wunderschöne Thüringer Grabfeld einladen.

Mit besten Grüßen!“


Daniel Scheffler
LBV Kreisgruppenvorsitzender Rhön-Grabfeld
Schustergasse 4, 97645 Ostheim – OT Urspringen
Tel. 09779 / 858485
E-Mail: scheffler_daniel@gmx.de


Schweinemast in Deutschland auf Kosten der Tropenwälder

(30.09.2013)

Das Futter für die Schweinemast in Deutschland kommt vorrangig aus Brasilien und Argentinien – Statistisches Bundesamt erfaßt den deutschen Flächenverbrauch im Ausland

Der hörenswerte Beitrag von Sven Kästner beleuchtet einen traurigen Aspekt der globalen Auswirkungen der deutschen Landwirtschaft.

Quelle, Volltext und Audiospur: www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/2257533/


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ 2/2013 erschienen

(10.07.2013)

(image-box-old: 2013/130925.jpg text: Deckblatt)

Das aktuelle Heft bietet erneut profunde Informationen über die staatliche und ehrenamtliche Naturschutzarbeit in Thüringen:

„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 2/2013 erschienen

Das Thüringer Förderprogramm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ & Kiesgrube bei Etzelbach als bedeutendes Feuchtbiotop gesichert

Mit einem Artikel von E. REISINGER zum Förderprogramm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL) startet eine Reihe von Beiträgen, die aufzeigen, dass Naturschutzarbeit durch Nutzung öffentlicher Förderinstrumente erfolgreich anspruchsvolle Naturschutzziele umsetzen kann. Der Beitrag zieht eine Zwischenbilanz und zeigt Möglichkeiten und Wege auf, wie Lösungen in Zusammenarbeit mit Landbesitzern und Landnutzern sowie den Behörden gefunden werden können, um besonders schutzwürdige Naturräume zu erhalten, zu erweitern und miteinander zu vernetzen. Mit diesem Förderinstrument kann das ländliche Natur- und Kulturerbe sowie der Freizeit- und Erholungswert ländlicher Räume aufgewertet und die im Rahmen der Biodiversitätsstrategie festgelegten Ziele des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz verwirklicht werden. E. REISINGER stellt in diesem Heft ausgewählte Beispiele für erfolgreichen Biodiversitätsschutz in Thüringen vor: Projekte zur Entwicklung von Lebensräumen (Wiesenbrüterschwerpunktgebiete, Sanierung Frießnitzer See), Projekte zum Schutz von Arten (Fischotter, Rebhuhn, Wechselkröte) und Projekte zur Umweltbildung (Moorerlebnispfad Pöllwitzer Wald). Diese Beispiele sollen weitere Engagierte motivieren, neue innovative Konzepte zu entwickeln und zu beantragen.

Der Beitrag von G. HÖPSTEIN zur Sicherung einer Kiesgrube im Saaletal bei Etzelbach als „Naturerbe“ der NABU-Stiftung stellt eine weitere Erfolgsgeschichte dar – hier zur Schaffung und Erhaltung von Lebensraum für bedrohte Arten. Die ehemalige Kiesgrube konnte erworben und bereits bei der Planung der Rekultivierung als artenreiches Standgewässer gestaltet werden. Dieses Beispiel zeigt ebenfalls, dass wirtschaftliche Entwicklungen und Belange des Naturschutzes sich nicht zwangsläufig widersprechen müssen.

M. GROßMANN et al. liefern im vorliegenden Heft den zweiten Teil der Untersuchungen zur Waldentwicklung im Nationalpark Hainich. Sie stellen Ergebnisse der ersten Wiederholung der Waldinventur im Untersuchungszeitraum (2000–2010) vor. Sie beschreiben u. a., wie sich der Wald im Nationalpark auf seinen Weg zum „Urwald mitten in Deutschland“ entwickelt. Dazu werden u. a. Baumbestand nach Arten und Alter, durchschnittlicher Holzvorrat, durchschnittlicher Totholzvorrat und Verjüngungssituation zwischen erster und zweiter Waldinventur verglichen.
Weitere Artikel beschäftigen sich mit einem Urteil nach Tierschutzgesetz (M. MARTIUS), der Überwachung der Vogelbestände in den EG-Vogelschutzgebieten in Thüringen als neue Aufgabe für die Vogelschutzwarte (S. JAEHNE), einer aktuellen Bestandsaufnahme der Eiben des Singer Berges nach fast 25 Jahren (A. POTHMANN) sowie dem Bericht über die 19. Internationale Eibentagung in Thüringen (R. HAUPT & K. KAHLERT). Beiträge zur Ehrung für ihr Engagement im Naturschutz über ULRICH SCHEIDT (Verleihung des Bundesverdienstkreuzes) und HEINZ HILDEBRANDT (Ehrenamtspreis der SPD-Fraktion) beschreiben die besonderen Leistungen beider Preisträger. In einem Nachruf wird auf die persönlichen und wissenschaftlichen Leistungen von Dr. JÖRG SAMIETZ erinnert. Das Heft schließt mit Hinweisen zu neuer Literatur.
Die Zeitschrift "Naturschutz und Landschaftspflege in Thüringen" erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit unter
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhalt des Jahrgangs
Leseprobe des LNT


„Naturschutzgeschichte(n) – Lebenswege zwischen Ostseeküste und Erzgebirge“

(08.09.2013)

(image-box-old: 2013/130908.jpg text: Buchcover layout: vertical)

Im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projektes „Zeitzeugen als Quelle für Bildung und Forschung – Das Beispiel Naturschutz in der DDR“ erschien kürzlich das Buch „Naturschutzgeschichte(n) – Lebenswege zwischen Ostseeküste und Erzgebirge“ (steffen-verlag.de/sachbuch/1065/naturschutzgeschichten?c=13) im Steffen Verlag. Es wurden 31 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die jahrzehntelang beruflich wie ehrenamtlich im Naturschutz zwischen Ostseeküste und Erzgebirge tätig waren, gebeten, über ihre Lebenswege nicht nur im Naturschutz zu berichten.

Ihre Erfahrungen spiegeln den Alltag des Naturschutzes wider, den Spagat zwischen Begeisterung für die Natur , Widerstand, Anpassung und Resignation, zwischen Ideologie, Parteiherrschaft und wissenschaftlicher Erkenntnis, zwischen Theorie und Praxis. Ihre Berichte werden durch einen Abriss der Naturschutzgeschichte der DDR ergänzt. Dieses Zeitzeugenbuch ist auch ein Beitrag zur Aufhellung eines Teils der Alltagsgeschichte der DDR und trägt damit dazu bei, geschichtspolitische und erinnerungskulturelle Defizite in der Analyse der DDR-Geschichte abzubauen: Bisher herrscht die öffentliche Dokumentation staatlicher Gewalt gegenüber Andersdenkenden immer noch vor. Dagegen bleiben die Dialektik von Widerstand und Anpassung sowie die Interaktion von Herrschaft und Gesellschaft deutlich unterbelichtet. Dadurch werden die Bindungskräfte des Gesellschaftssystems der DDR und vor allem die Bedeutung und der Identifikationswert des Alltags unterschätzt.

Gleichzeitig entstand die Internetseite zur Geschichte des Naturschutzes in der DDR bzw. Ostdeutschland: www.naturschutzgeschichte-ost.de


Hilfe für einen kanalisierten Fluß möglich?

Arbeitskreis heimische Auenwälder (AHA) sucht ehrenamtliche Mitarbeiter
(27.08.2013)

Wir bitten um freundliche Beachtung der beigefügten Pressemitteilung des AHA vom 03. August: Presseerklärung


Naturschutzarbeit muß glaubwürdig sein und bleiben

Forschungsdaten offen legen und Konsequenzen ziehen
(20.08.2013)

Unter der Überschrift "Wenn die Gondeln Trauer tragen" legt die Europäische Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen, kurz EGE (siehe www.egeeulen.de), den Finger direkt in die Wunde: Die Einbehaltung von schockierenden Daten über die Schlagopferzahl an Windkraftanlagen erinnert bitter an die Geheimhaltung negativer Umweltdaten in der DDR. Ebenso wie die EGE verlangen wir die Übergabe der Daten an die Öffentlichkeit sowie die unverzüglichen Konsequenzen gemäß Bundesnaturschutzgesetz!

Lesen Sie hier die Mitteilungen der EGE:

Wenn die Gondeln Trauer tragen (Juli 2013)

„Erinnern Sie sich? Im März 2013 hatte die EGE den Bundesumweltminister (BMU) mit Ergebnissen aus einem von seinem Hause geförderten Forschungsvorhaben konfrontiert, in dessen Verlauf hohe Fledermausopferzahlen an Windenergieanlagen festgestellt worden waren. Schon an im ersten Teil des Forschungsvorhabens untersuchten 30 Anlagen wurden Verluste von durchschnittlich mehr als neun Fledermäusen je Anlage zwischen Juli und September eines Jahres und bis zu 57 tote Fledermäuse an einer einzigen Anlage ermittelt. Die EGE verlangte die nachträgliche Festlegung von Abschaltzeiten für die betreffenden Anlagen.

Mitte Juni 2013 schrieb das BMU der EGE, zur Aufklärung der Sache nichts beitragen zu können. Die EGE möge sich stattdessen an den Leiter des Forschungsvorhabens Prof. Dr. Michael Reich von der Universität Hannover wenden. Das ist inzwischen geschehen. Der Antwort von Prof. Dr. Reich zufolge ist den Anlagenbetreibern zugesichert worden, die gewonnenen Daten nur in anonymisierter Form zu veröffentlichen.

Die Opferzahlen sind teilweise so hoch, dass nachträgliche Betriebsbeschränkungen wegen der Verletzung des Tötungsverbotes des § 44 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes angeordnet werden müssten. Genau solche nachträglichen Auflagen hatten die Anlagenbetreiber ausschließen wollen und deshalb ihre Zustimmung zu den Untersuchungen an die Anonymisierung geknüpft.

Die EGE hält eine solche Vereinbarung für rechtswidrig und jedenfalls für keine Rechtfertigung, die Daten zu verschleiern. Die EGE fordert mit Berufung auf das Umweltinformationsgesetz nach wie vor die Bekanntgabe der betreffenden Anlagen, um nachträgliche Betriebsbeschränkungen durchsetzen zu können. Die EGE hat sich deshalb erneut an das BMU gewandt. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie das Schreiben der EGE an den BMU lesen möchten. Von NABU, BUND oder DNR hat man in der Sache bisher nichts gehört.“


Wenn die Gondeln Trauer tragen II (August 2013)

„Das Verschleiern und Vertuschen von Fakten hat Methode in Deutschland – nicht nur beim Doping im Sport, Ausspähen der Bürger oder Spenden an Parteien. Die Verschleierung von Daten ist auch Geschäftsvereinbarung des mit 1,1 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium (BMU) geförderten Forschungsvorhabens der Universität Hannover. Das Forschungsvorhaben dient fraglos dem besseren Schutz von Fledermäusen, die in besorgniserregend hoher Zahl an den Anlagen ums Leben kommen. Den Ergebnissen des Forschungsvorhabens zufolge sterben an den 25.000 Windenergieanlagen in Deutschland eine Viertelmillion Fledermäuse in einem einzigen Sommer.

Dem Forschungsvorhaben haftet indessen ein Makel an: Damit die Betreiber der für das Forschungsvorhaben zufällig ausgewählten Anlagen nicht nachträglich mit Betriebsbeschränkungen konfrontiert werden können und vor Gewinneinbußen geschützt sind, hat ihnen die Universität Hannover mit Billigung des BMU Diskretion zugesichert. Die Anlagenstandorte werden nicht bekanntgemacht.

Die EGE hatte dieses Gebaren kritisiert und sich mehrfach (zuletzt am 22.07.2013) an das BMU gewandt, es möge den im Rahmen des Forschungsvorhabens bekanntgewordenen hohen Verlusten nachgehen und für die betreffenden Einzelanlagen die Festlegung befristeter Abschaltzeiten veranlassen. Nachdem eine Antwort des BMU ausgeblieben ist, wendet sich die EGE in einer Presseinformation an die Medien. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie die Presseinformation lesen möchten.“


Eine Bürde für viele Generationen

Altlasten des Uranbergbaus aus der Thüringer Allgemeinen/Ostthüringer Zeitung
(20.08.2013)

„Seelingstädt. Sie wird wahrscheinlich noch neun bis zehn Jahre dauern, die Sanierung der größten Wismut-Deponie – der Industriellen Absetzanlagen von Culmitzsch. Jahrzehntelang wurden die giftigen Rückstände aus der Seelingstädter Uranaufbereitung in den ehemaligen Tagebau gepumpt, sodass riesige Schlammteiche entstanden sind. Wie sie einmal aussehen sollen, wenn die Schadstoff-Schlämme trockengelegt sind, dazu laufen hinter den Kulissen bereits die Gespräche und Planungen. Zuletzt kamen die Betroffenen gestern beim Landesverwaltungsamt in Weimar zusammen.

Gemeinden wie Seelingstädt oder Gauern, aber auch Umweltverbände erheben Einwände gegen die bisher vorliegenden Pläne. Das betrifft vor allem die Fragen, wie viel Niederschlagswasser einmal auf die Deponie niedergehen wird, wie viel versickert, dann durch die radioaktiven Schlämme dringt und aufwendig gefasst und gereinigt werden muss oder wie viel Wasser von der 241 Hektar großen Anlage in die Bäche abfließt.

Derzeit gehe die Entwurfsplanung davon aus, dass die Einzugsgrößen von Fuchs- und Culmitzschbach denen der Zeit vor dem Bergbau entsprechen. Doch die Landschaft habe sich durch die Sanierung, durch Verdichtung und Drainage verändert, urteilen die betroffenen Dörfer. Deshalb erwarten sie, dass deutlich mehr Wasser von dem Hochplateau in die Bäche strömen wird.

"Der Untersuchungsraum ist bislang zu eng gesteckt", sagt Katrin Dix, Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Wünschendorf. Daher sei es auch in Anbetracht des Elster-Hochwassers vom Juni nötig zu untersuchen, welche Wassermassen von der abgedeckten Deponie in den Fuchs- und Culmitzschbach und von dort weiter in die Weiße Elster fließen. Ziel sei es, so wenig Wasser wie möglich durch das enge Fuchstal und durch Wolfersdorf und Endschütz zu schicken. Dazu könnte Wasser vom Fuchsbach in die Culmitzsch-Aue übergeleitet werden, so der Vorschlag der Gemeinde Seelingstädt.

Das befürwortet auch der Kirchliche Umweltkreis Ronneburg. "Die Wismut konzentriert sich bisher allein auf das Fuchstal", kritisiert Hans-Dieter Barth vom Umweltkreis. Damit verschlechterte sich die Hochwassersituation für Wolfersdorf, und der Bergbausanierer nehme auch in Kauf, dass sich das Wasser seinen Weg suche und man dann nachbessern müsse.

Die Krux dieser Mammut-Sanierung: Einerseits soll möglichst wenig Wasser von der fertigen Deponie aus in die Bäche fließen, andererseits soll ebenso möglichst wenig Wasser in der Deponie versickern. Das zu verhindern, ist Aufgabe der Abdeckschicht. Der Umweltkreis kritisiert die Entwurfsplanung auch in diesem Punkt. Er fordert: Der Deckel, der auf die trocken gelegten Schlämme kommt, soll dichter werden und mineralisch, also auch aus Ton oder Lehm bestehen. "Nach der aktuellen Planung wird mehr Wasser versickern als es eigentlich müsste", so Hans-Dieter Barth. Mit den Folgen, das wohl über Jahrzehnte das eindringende Wasser gefasst und gereinigt werden muss. Dabei sei eine möglichst trockene Verwahrung der Schlämme das erklärte Ursprungsziel der Sanierung gewesen, erinnert der Umweltkreis.

In Culmitzsch lagern 85 Millionen Kubikmeter giftige Schlämme, deren radioaktives Langzeitpotenzial der Umweltkreis mit dem niedersächsischen Atommülllager Asse vergleicht. Es entstehe Deutschlands größte radioaktive Deponie – und der Abstand zum nächsten Dorf beträgt 200 Meter. "Die Menschen der Region müssen damit leben und das für die nächsten Jahrhunderte", betont Hans-Dieter Barth.“

Katja Schmidtke / 14.08.13


Textquelle


Rückzugsankündigung von Monsanto unglaubwürdig

(21.07.2013)

Berlin (18. Juli 2013): Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in der Ankündigung des Gentechnikkonzerns Monsanto, Zulassungsanträge für den Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen in der Europäischen Union zurückziehen zu wollen, keinen Grund zur Entwarnung.

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: „Wir halten den von Monsanto angekündigten Rückzug aus der EU für Theaterdonner. Monsanto will vor allem aus der öffentlichen Negativwahrnehmung verschwinden, um dann hinter den Kulissen bei den Verhandlungen um das Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU umso effektiver lobbyieren zu können. Ziel von Monsanto ist es natürlich nach wie vor, den EU-Markt mit seinen Produkten zu erobern.“

Monsantos Rückzugsankündigung sei unglaubwürdig, solange nicht auch der Wiederzulassungsantrag für den Gentech-Mais Mon 810 zurückgenommen werde. Zudem halte das Unternehmen auch an 46 Zulassungsanträgen für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel fest, die als Importe auf die EU-Märkte gelangen sollen. Völlig unverständlich sei, warum Monsanto seine Zulassungsanträge für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen erst in den nächsten Monaten zurückziehen wolle und dies nicht sofort umsetze.

Moldenhauer: „Ein echter Rückzug aus Europa sieht anders aus. Für niemanden in der EU sollte es jetzt Entwarnung geben. Gerade beim Freihandelsabkommen muss sich die EU jetzt umso stärker gegen Einflüsterungsversuche der Gentech-Industrie zur Wehr setzen.“

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnik-Expertin, Tel.: 030-27586-456, heike.moldenhauer@bund.net


Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen erscheint im 50. Jahrgang

(10.07.2013)

(image-box-old: 2013/130710.jpg text: Deckblatt layout: vertical)

Das Heft 1 des 50. Jahrganges der "Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen" (LNT) ist erschienen. Wenn Sie das Heft selbst noch nicht in der Hand gehalten haben, können Sie sich hier im Inhaltsverzeichnis und im folgend beschriebenen Heftinhalt über die Themen informieren und in einer Leseprobe erste Textpassagen nachlesen.

Das Redaktionskollegium blickt auf fünf Jahrzehnte kontinuierlichen Erscheinens zurück, wobei der Fokus auf den letzten zehn Jahren liegt, aber auch die angestrebte Entwicklung Berücksichtigung findet. Die Abbildung aller Umschlagsseiten des letzten Jahrzehnts veranschaulicht die Vielfältigkeit der Einzel- aber vor allem auch der Sonderhefte.

Auch im Jubiläumsheft werden wissenschaftliche und anwendungsbezogene Informationen dem Leser verständlich aufgearbeitet. So geben Manfred Großmann, Michael Hornschuh & Andreas Henkel Einblick in die "Untersuchungen zur Waldentwicklung im Nationalpark Hainich". Durch die Wiederholung der Waldbiotopkartierung von 1998/99 können Veränderungen in Umfang und der Waldzusammensetzung im Nationalpark erfasst werden. Anhand der gewonnenen Daten werden die bisherigen Managementmaßnahmen beurteilt sowie erste (vorsichtige) Trends hinsichtlich der Waldentwicklung abgeleitet.
Im Anschluss an die "Information des TMLFUN über die rechtliche Bewertung von Maßnahmen auf Feld- und Wegrainen", verdeutlicht Frank Wengerodt die bedeutenden Funktionen der Feld- und Wegraine in unserer intensiv genutzten Agrarlandschaft. Gerade diese Strukturen sind grundlegend für eine große Artenvielfalt z. B. der Vogelfauna und Ackerwildkräuter. In seinem Artikel betont Wengerodt den Handlungsbedarf für Thüringen. Ergänzend diskutiert ein Beitrag von Catharina Druckenbrod & Stefan Meyer über die Steigerung der Biodiversität auf Ackerflächen im Rahmen von Eingriffsvorhaben mittels integrativer Verfahren zur Förderung gefährdeter Offenlandarten durch naturschutzfachliche Aufwertung.

Darüber hinaus enthält das Jubiläumsheft Beiträge über die epiphytischen Moose im Nationalpark Hainich von Jan Eckstein und Markus Preussig, über das Wildkatzendorf in Hütscheroda von Manfred Großmann und über ein Projekt zum Schutz des Feuersalamanders im Thüringer Wald von Martin Schmidt, Dierk Conrady und Adrian Jost. Martin Hellmann informiert weiterhin über die Verleihung des Thüringer Stifterpreises an die Stiftung Fledermaus. Abschied wird von Rainer Feldmann genommen.

Inhalt des Jahrgangs
Leseprobe des LNT


Gepanzerten Geweihträgern auf der Spur

NABU und TLUG rufen zur Hirschkäfersuche auf
(05.07.2013)

(image-box-old: 2013/130705.jpg text: Hirschkäfer (Lucanus cervus)
Foto: Tim Mattern, NABU)

Hirschkäfer sind in Thüringen stark gefährdet. Um mehr über ihre Verbreitung zu erfahren, rufen der Naturschutzbund (NABU) Thüringen und die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) zur Hirschkäfersuche auf.

Mit bis zu 80 mm Länge sind Hirschkäfer die größten unter den heimischen Käferarten. Den Namen verdankt er seinen geweihähnlichen Oberkiefern, die man auch Mandibeln nennt. Hirschkäfer sind in Deutschland sehr selten geworden und in Thüringen stark gefährdet. Um mehr über die Vorkommen des Insekts zu erfahren bitten NABU und TLUG darum, Hirschkäfer zu melden.
Zu finden sind die Tiere in Eichen- und Eichen-Hainbuchenwäldern mit einem hohen Anteil an morschem und totem Holz. Aber auch Gärten und Parks mit altem Baumbestand bieten diesen Insekten Lebensraum. Er ernährt sich dort von ausfließenden Säften „blutender Bäume“. Deshalb ist auch der Erhalt von alten Bäumen und die Belassung von Totholz in der Landschaft so wichtig.
Aufgrund der besonderen Entwicklungsbedingungen ist es schwierig, den Hirschkäfer überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Denn das Larvenstadium kann bis zu sieben Jahre dauern. Dabei werden sie im letzten Stadium bis zu 12 Zentimeter groß, um sich danach in einem selbstgebauten, etwa hühnereigroßen Kokon, der sogenannten „Puppenwiege“, in der Erde zu verpuppen. Der fertige Käfer schlüpft zwar bereits im Herbst, überwintert aber noch in diesem Kokon. Erst im Frühjahr gräbt er sich nach oben und lebt nur noch wenige Wochen. Die meiste Zeit seines Lebens verbringt der Hirschkäfer also in der Erde.
Deshalb ist die Auswertung von Zufallsfunden eine wichtige Grundlage für die Ausweisung der Verbreitungsgebiete, beziehungsweise Bewertung der Vorkommen. Denn er ist eine der wenigen Käferarten, für die als Art der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie europaweit Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
Jeder kann mithelfen dem Käfer auf die Spur zu kommen. Am besten können Hirschkäfer in der Dämmerung zwischen Ende Mai und Anfang August in alten Eichenwäldern beziehungsweise in Waldnähe beobachtet werden. In seltenen Fällen werden Hirschkäfer aber auch tagsüber gesichtet. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Tiere in Ruhe gelassen werden. Der NABU und die TLUG sind an allen Beobachtungen interessiert, dabei können auch Meldungen aus früheren Jahren sehr interessant sein. Fehlen dürfen nicht Angaben wie Ort, Beobachtungsdatum und Anzahl der Tiere. Auch Angaben zu möglichen Beeinträchtigungen oder sonstige Beobachtungen zum Lebensraum sind sehr hilfreich aber keine Bedingung. Fotos helfen weiterhin, die Funde richtig einzuschätzen.
Neben dem Hirschkäfer kommen in Thüringen auch weitere stattliche Käferarten vor, die gelegentlich mit Hirschkäferweibchen verwechselt werden, zum Beispiel der Nashornkäfer, der Balkenschröter, der Eremit, der Sägebock oder auch der Lederlaufkäfer. Im Zweifelsfall wird von Seiten der TLUG Unterstützung angeboten, aber um Fotos beziehungsweise Detailinformationen zu den Beobachtungen gebeten, da nur sichere Nachweise für die TLUG brauchbar sind.

Hirschkäfermeldebogen, Artensteckbrief und weitere Informationen finden Sie unter: www.NABU-Thueringen.de oder www.tlug-jena.de/de/tlug/umweltthemen/natur_und_landschaft/artenschutz/


Mitteilung des ART e.V.

(05.07.2013)

Am Sonnabend, den 6. Juli 2013, findet das Bestimmungsseminar Amphibienlarven in Erfurt statt. Das Programm ist unter www.amphibienschutz-thueringen.de/termine/ zu erhalten. Da nur eine begrenzte Platzzahl haben, ist eine Anmeldung ist bis zum 1. Juli erforderlich! Für ART-Mitglieder ist die Teilnahme kostenlos, Nichtmitglieder müssen einen Unkostenbeitrag von 15,00 Euro zahlen. ART-Mitglieder erhalten die Teilnahmebestätigung unmittelbar nach Anmeldung, die anderen jedoch erst am 3. Juli.

Die geplante Schlangenexkursion in Ostthüringen findet am Sonnabend, den 13. Juli 2013 statt. Treffpunkt ist der Parkplatz in Neuärgerniß. Die Schlangenexkursion erfolgt wieder unter der bewährten Leitung von Andreas Martius und besteht aus zwei Teilen:

  1. FFH-Gebiet Pöllwitzer Wald mit neuem Moorpfad und optimierten Kreuzotterhabitaten
  2. Wie schon im Vorjahr: Sanierte Deponie Weißendorf, Schlingnatter und Ringelnatter Sekundärbiotop mit jährlicher Bestandsaufnahme der Schlingnatter durch Dachpappenauslegung.

Eine Anfahrtsskizze für den Treffpunkt findet sich ebenfalls unter: www.amphibienschutz-thueringen.de/termine/


Ulrich Scheidt
Amphibien- und Reptilienschutz, Thüringen (ART) e.V.
www.amphibienschutz-thueringen.de
Tel. 0361-655 5686, E-Mail: ulrich.scheidt@erfurt.de


Wundersame Wunderlichkeiten II

Klartext für die Klientel und Nebelkerzen für die Allgemeinheit
(05.07.2013)

Textquelle

„27.06.2013 Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz

Medieninformation

Agrarreform auf der Zielgeraden – Reinholz: „Licht und Schatten für die Thüringer Landwirte“

Thüringens Agrarminister Jürgen Reinholz hat die gestrige Einigung in Brüssel zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa begrüßt. „Endlich sind Entscheidungen gefallen, leider auch aus Thüringer Sicht unerfreuliche. Doch unsere Landwirte brauchen Planungssicherheit, inhaltlich wie auch finanziell“, sagte Reinholz. Das Plenum des Europaparlaments muss den Vereinbarungen noch zustimmen, damit die Agrarreform umgesetzt werden kann.
Nach fast drei Jahren der Verhandlungen haben sich gestern der Agrarrat, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission zu wichtigen Eckpunkten der Gemeinsamen Agrarpolitik bis zum Jahr 2020 geeinigt. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum in Thüringen rund zwei Milliarden Euro für die Jahre bis 2020 zur Verfügung zu stellen. „Erwartungsgemäß gibt es finanzielle Einschnitte, aber voraussichtlich fallen sie geringer aus als bislang angenommen“, sagte der Minister.

Kernstück der Agrarreform ist das so genannte Greening der Direktzahlungen. Als Voraussetzung für die Beihilfen müssen die Landwirte künftig ökologische Leistungen erbringen, zum Beispiel vielfältige Fruchtfolgen, Grünlanderhalt und die Bereitstellung ökologischer Vorrangflächen auf fünf Prozent der Ackerflächen. „Mit dem Greening wird die Gemeinsame Agrarpolitik auf eine neue, zukunftsfähige Grundlage gestellt. Dabei ist es uns gelungen, die Stilllegung von Flächen zu vermeiden und bisherige Umweltleistungen der Landwirte in Thüringen einzubeziehen“, sagte Reinholz.
Noch immer nicht entschieden sind einige Punkte, die gerade für die Thüringer Landwirtschaft wichtig sind. Dazu gehört die Kürzung und Kappung der Direktzahlungen für größere Betriebe. „Trotz langer Verhandlungen und guter Argumente ist das Thema der Kürzung nicht vom Tisch“, stellte Minister Reinholz bedauernd fest. „Die Thüringer Landwirte werden hier mit Einschnitten rechnen müssen, die zu Wettbewerbsnachteilen führen. Das ist umso ärgerlicher, weil sich Thüringen immer auch für eine Stärkung der kleineren Betriebe ausgesprochen hat.“ Künftig wird den Mitgliedsstaaten die Möglichkeit gegeben, für die ersten Hektare in den Betrieben einen Aufschlag zu gewähren sowie eine besondere Kleinlandwirteregelung einzuführen.

Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik wird wegen der vielfältigen neuen inhaltlichen und finanziellen Regelungen nicht zu einer Vereinfachung führen. Im Gegenteil, die bürokratischen Belastungen der Betriebe und der Verwaltung werden weiter ansteigen. Hierzu Minister Reinholz: „Damit ist ein wichtiges Ziel der Agrarreform verfehlt worden. Wir werden künftig weniger Mittel mit mehr Aufwand verwalten müssen.“
Am kommenden Dienstag werden die Agrarminister der Länder zusammen mit Bundesministerin Ilse Aigner in Berlin über die Entscheidungen und deren Umsetzung in Deutschland beraten. „Da, wo die EU-Mitgliedsstaaten noch Gestaltungsspielraum haben, werde ich mich weiterhin für die Anliegen der neuen Bundesländer und besonders Thüringens einsetzen“, sagte Reinholz.

Die Einigung von gestern steht noch unter dem Vorbehalt der formalen Zustimmung durch das Plenum des Europäischen Parlaments. Die Abgeordneten werden voraussichtlich erst im Herbst, nach Einigung zum Mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020, über das Paket abstimmen. Deshalb ist gestern erst eine wichtiges Etappenziel, aber noch nicht der Abschluss der Agrarreform erreicht worden.

Hintergrund

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist die älteste (seit 1962) und am weitesten gemeinschaftlich geregelte Politik innerhalb der Europäischen Union. Sie bindet etwa 40 Prozent des gesamten EU-Haushalts, rund 60 Milliarden Euro pro Jahr.
Für die neue Förderphase 2014 bis 2020 sind weitreichende Veränderungen der GAP vorgesehen. Vor dem Hintergrund sich wandelnder gesellschaftlicher Forderungen an die Landwirtschaft soll die GAP grüner und gerechter werden. Eckpunkte der Reform sind die Ökologiesierung der Direktzahlungen, das so genannte Greening, neue Regelungen für Jung- und Kleinlandwirte, die Umverteilungszahlung zugunsten kleiner Betriebe sowie die Kürzung der Direktzahlungen für größere Betriebe.

Andreas Maruschke
Pressesprecher“


Anmerkung: Diese Änderungen sind aus naturschutzfachlicher Sicht zu gering ausgefallen; der Artenverlust wird sich damit lediglich verlangsamen, aber nicht aufhalten lassen. Doch zeigt der Widerstand gegen diese bescheidenen Änderungen deutlich, wie es tatsächlich um die Wahrnehmung der Verantwortung der Landwirtschaft für den Erhalt der Natur steht …


Wundersame Wunderlichkeiten I

(03.07.2013)

Der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, abgekürzt TMLFUN – (man beachte die Reihenfolge der Zuständigkeitsbereiche – hat überraschend die ökologische Wertigkeit der vielerorts gründlich beseitigten oder infolge Pestizid- und Düngereinsatz zu intensivgrünlandähnlichen, artenarmen Grasgesellschaften veränderten Feldraine entdeckt.
Wie wohl seine Pressemitteilung inhaltlich korrekt ist, darf an der Bereitwilligkeit, hier tatsächlich eine – bezogen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche in Thüringen wohlgemerkt nur kleine – positive Veränderung zugunsten der Natur in Gang zu bringen, gezweifelt werden. Die bisherige Arbeit des TMLFUN läßt zum allmählichen Ende der Legislaturperiode hin keine andere Schlußfolgerung zu, leider. Aber: Es ist Wahljahr und man darf getrost annehmen, daß Herr Minister Reinholz, sollte er dann noch oder wieder Minister sein, sehr schnell vergessen haben wird, was er heute zu den Feldrainen gesagt hat.
Ach so, manchmal stehen im Feldrain auch Obst- und andere Bäume: Die Landesregierung unterläßt es vehement, hier Mindestabstandsregelungen zum Schutz der Bäume festzulegen. Es darf also weiterhin dicht angepflügt werden, meistens stören die Bäume oder Hecken sowieso …


Textquelle

„19.06.2013 Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz

Medieninformation

Reinholz: Feldraine stärker schützen

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz plädiert für einen stärkeren Schutz der Ackerrandstreifen in Thüringen. „Die Feldraine bieten Rückzugsräume für Tier- und Pflanzenarten, die aus der übrigen Agrarlandschaft oft schon verschwunden sind. Diese Inseln der Artenvielfalt müssen wir allein aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung erhalten“, sagte der Minister anlässlich der Vorstellung eines Merkblatts über Feldraine der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL).
Mit dem Faltblatt sollen Landwirte und Kommunalvertreter für die ökologischen Funktionen der Ackersäume sensibilisiert und zu einer gezielten Pflege angeregt werden. Bei der Pflege sind verschiedene Vorschriften des Eigentums-, Naturschutz- und Pflanzenschutzrechts sowie zu Cross Compliance zu beachten, über die das Merkblatt informiert. Weiterhin beschreibt es Pflegestrategien für artenreiche Ackerrandstreifen und Fördermöglichkeiten.

Die Bedeutung der Ackersäume liegt jedoch nicht nur in ihrem Artenreichtum. Sie können den Boden vor Erosion schützen, Biotope vernetzen und strukturieren die Landschaft. Dazu Minister Reinholz: „Neben Bäumen, Hecken, Gewässern oder Wegen sind Feldraine das, was unsere Kulturlandschaft reizvoll macht. Wer spaziert oder radelt denn nicht gerne an einem Blühstreifen vorbei, in dem es summt?“

Hintergrund

Feldraine sind jene Säume und Streifen, die zwischen oder am Rand von landwirtschaftlichen Nutzflächen liegen. Als Übergangsbereiche zwischen unterschiedlichen Lebensräumen gelten solche Saumbiotope allgemeinals sehr artenreich. Es können sich unterschiedliche Pflanzengemeinschaften ausbilden,die wiederum die Basis für das Vorkommen zahlreicher Tiere darstellen, denen derFeldrain als Nahrung, Deckung, Lebens- und Nistplatz, Flucht- und Überwinterungsmöglichkeitdient.

Durch die moderne Landwirtschaft verschwanden vielerorts die Acker­randstreifen, zumal sie keinen direkten wirtschaftlichen Ertrag liefern. Noch vorhandene Feldraine sind in ihrem Bestand stark gefährdet, zum Beispiel durch Verbuschung, Dünger- und Pflanzenschutzmittel-Eintrag, Befahren oder falsche Pflege.
Das Merkblatt Feldraine kann auch von der Internetseite der TLL www.tll.de/ainfo/pdf/rain0613.pdf herunter geladen werden.

Andreas Maruschke
Pressesprecher“


Bemerkenswerte Neuerscheinung

(03.07.2013)

(image-box-old: 2013/130703.jpg text: Deckblatt der Broschüre position: left layout: vertical)

Das Landratsamt Greiz hat eine vorzüglich gestaltete Wanderbroschüre „Das Vogtland um Greiz. Naturkundliche, kulturhistorische und geowissenschaftliche Entdeckungen“ herausgegeben. Der Autor und gebürtige Greizer Dr. D. Fricke hat 24 vortreffliche Wanderrouten beschrieben und jede einzelne ist eine Entdeckung wert.

Erhältlich ist die Broschüre u.a. im Amt für Umwelt des Landratsamtes Greiz (Dr.-Scheube-Straße 6 in 07973 Greiz).


NABU zum Beschluss zur EU-Agrarreform: Überfälliger Kurswechsel mit gravierenden Schönheit

NABU-Präsident Tschimpke fordert nationale Nachbesserung
(27.06.2013)

(Berlin) Der NABU hat den Brüsseler Beschluss zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) als längst überfälligen Kurswechsel bezeichnet, der jedoch gravierende Schönheitsfehler enthalte. So würden erstmals ein Drittel der Agrarsubventionen an konkrete Umweltauflagen gebunden, der tatsächliche Nutzen für die Umwelt sei jedoch äußerst gering.„Mit dem ‚Greening‘ der Agrarpolitik sollen Subventionen zwar endlich stärker an Umweltauflagen gebunden werden, der Beschluss bleibt jedoch auf halbem Wege stecken. Viele wichtige Vorschläge sind im Laufe der Verhandlungen aufgrund des massiven Widerstands der Agrarlobby und zahlreicher Mitgliedstaaten wie Deutschland verwässert worden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Dazu zählten etwa Vorgaben zur Schaffung von ökologischen Vorrangflächen, der Schutz von Dauergrünland oder die Einhaltung einer Mindestfruchtfolge. Zugleich hatten die Staats- und Regierungschefs wenige Monate zuvor die Mittel für die zweite Säule der Agrarpolitik, aus der Maßnahmen für den ländlichen Raum und den Naturschutz finanziert werden, um fast 20 Prozent gekürzt.

Nach Auffassung des NABU zeige der Beschluss dennoch, dass ein Kurswechsel in der Agrarpolitik und damit die Abkehr vom bisherigen „Gießkannenprinzip“ der Agrarsubventionen unausweichlich sei. Zu den Erfolgen der Abschlussverhandlungen aus Umweltsicht zähle zudem, dass eine kostspielige Doppelförderung der Greening-Maßnahmen ausgeschlossen sei und artenreiches Grünland in Schutzgebieten flächendeckend von einer Ackerumwandlung ausgenommen werde. Der NABU appellierte an die Bundesregierung, nun sämtliche Möglichkeiten für eine Nachbesserung auf nationaler Ebene zu nutzen. So könnten 15 Prozent der Agrarsubventionen von den Direktzahlungen in die zweite Säule umgeschichtet werden. „Eine Neuausrichtung der Mittel nach dem Prinzip ‚Geld gegen Leistung‘ ist allein schon deshalb erforderlich, damit der Agrarhaushalt in den nächsten Jahren nicht drastisch gekürzt wird“, so Tschimpke.

Für Rückfragen: Florian Schöne, NABU-Agrarexperte, Tel. 030-284984-1615, mobil 0172-5966097

NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952, E-Mail: presse@nabu.de


Alarmierend: Glyphosat-Rückstände in Menschen

Logische Folge des ungehemmten Glyphosat-Einsatzes
(16.06.2013)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie die Zeitschrift „Ökotest“ haben am 13.06.2013 das Ergebnis europaweiter Stichproben von Glyphosat-Rückständen in der Bevölkerung vorgestellt. Das erschreckende Fazit: In 18 europäischen Staaten wurden Belastungen nachgewiesen, in Deutschland waren 70 Prozent der Proben auffällig.

„Es gibt schon seit langem den Verdacht, dass sich Pflanzenschutzmittel, die in der Landwirtschaft, im kommunalen Bereich und im Privatgarten eingesetzt werden, irgendwann über die Nahrungskette im menschlichen Organismus wiederfinden,“ erklärt dazu der agrar- und umweltpolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag, Dr. Frank Augsten. „Das Problem: Außer in wenig aussagefähigen Tierversuchen hat niemand je untersucht, welche Auswirkungen diese Umweltgifte in uns haben können. Die jetzt veröffentlichten Zahlen müssen alle Alarmglocken schrillen lassen, weil der Einsatz von Totalherbiziden wie Glyphosat von der Chemieindustrie als besonders umweltfreundlich angepriesen wird und vor allem im Ackerbau als 'gute fachliche Praxis' weit verbreitet ist.“

In diesem Zusammenhang sei auf die von kritischen Wissenschaftlern vertretene Auffassung verwiesen, wonach Glyphosat-Rückstände im menschlichen Körper Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson verursachen oder befördern können. Sie kritisieren zudem die aus ihrer Sicht viel zu hohen Grenzwerte.

„Das Ackern der Felder einzusparen und stattdessen alle Unkräuter weg zu spritzen, ist sicher lukrativ für die Landwirtschaft. Machen derart erzeugte Lebensmittel jedoch Menschen krank, ist ein Umdenken und Umsteuern gefordert“, so Augsten abschließend. „Wir brauchen verlässliche Zahlen zu den Belastungen unserer Lebensmittel, zu eventuellen Rückständen in der Bevölkerung und Forschung zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Pflanzenschutzmittelrückständen. Hier ist auch die Thüringer Landesregierung gefragt.“ – Ob diese sich nach den Forderungen von Dr. Augsten richten wird, ist wenig wahrscheinlich. Eher müssen noch viele erschreckende Folgen des Glyphosat-Einsatzes in das öffentliche Bewußtsein dringen – Stichwort DDT -, bevor staatlicherseits ein Umdenken erwartet werden darf …

Pressemitteilung – Alarmierend: Glyphosat-Rückstände in Menschen


Umfrage zur Populationsentwicklung (nicht nur) der Feldmaus

Rundbrief eines Schmöllner Naturfreundes
(02.06.2013)

(image-box-old: 2013/130602.jpg text: Feldmaus (Microtus arvalis)
Foto: Pröhl/fokus-natur.de position: left)

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Naturfreunde!

Wir alle erinnern uns noch deutlich an die Katastrophenmeldungen der Landwirte über Mäuseplagen und angebliche riesige Ernteausfälle im vergangenen Jahr. Durch ihren großen Einfluß erwirkten sie auch eine Genehmigung zur flächigen Ausbringung von Mäusegift, welches damit auch in unseren Nahrungskreislauf gelangte.
Seit Februar ist ein Zusammenbruch der Population zu beobachten, vollkommen natürlich und ohne Gift. Wer Haus, Hof und Garten hat wird auch bemerkt haben, dass die Spuren der Nagegeister wesentlich nachgelassen haben und zwar über Artgrenzen hinweg, auch die Haus-, Gelbhals- und andere Mäusearten haben sich wie durch Zauberhand zum kollektiven Sterben verabredet. Das ausgebrachte Gift hat also nichts gebracht, sondern nur noch vielen anderen Tieren einen qualvollen Tot durch inneres Verbluten.
Das sich dieses Phänomen [der Vermehrungszyklus der Feldmaus – der Webmaster] alle paar Jahre wiederholt, weiß jeder halbwegs naturgebildete Mensch, außer den Landwirten. Wir können uns schon in wenigen Jahren auf die Wiederholung des Trauerspiels mit dem Mäusegift vorbereiten, denn auch die Behörden und Politiker, welche über den Gifteinsatz zu entscheiden haben, können oder wollen nichts dazu lernen.

Nachstehend sende ich noch einen Aufruf der AG-Eulen zum Thema Mäusegift und Eulenbruten. Wer dazu Beobachtungen hat, bitte an untenstehende Adresse schicken.
Viele Grüße, Torsten Pröhl“

Umfrage der AG Eulen (Bundesarbeitsgruppe Eulenschutz des NABU, www.ageulen.de):

Schnellumfrage zu „Mäuse vergiften“

Liebe Eulenfreunde,

in der Tagespresse, Funk und Fernsehen war in den letzten Wochen von der Landwirtschaft wiederholt vor einer Explosion der Mäusepopulationen, besonders der Feldmäuse, gewarnt worden. In Thüringen wurde im April, wie auch schon im September 2012, eine Ausnahmegenehmigung zum Ausbringen von Rodentiziden (Ratron-Feldmausköder) im Streuverfahren erteilt. Besonders für Eulen und Greifvögel kann diese Aktion fatale Folgen haben, denn:

  • In den Populationszyklen der Kleinsäuger war 2013 nach den Gradationsjahren 2011 und 2012 ein Niedergangsjahr zu erwarten.
  • Umfragen bei Revierförstereien ergaben für Winter und Frühjahr nur geringe oder keine Mäusefraßschäden.
  • Nach der Schneeschmelze waren auf Wiesen und Feldern nur sehr örtlich Mäusegänge und belaufene Mäuselöcher zu beobachten.
  • Erste Umfragen bei Eulenberingern und eigene Beobachtungen zufolge ist bis jetzt die Zahl der Bruten äußerst gering: im Untersuchungsgebiet von Wilhelm Meyer im Kreis Saalfeld/ Rudolstadt beispielsweise nur eine einzige Rauhfußkauzbrut mit 3 Eiern!
  • 2011 und 2012 waren es dagegen jeweils 19 Bruten mit bis zu 9 Eiern.
  • Es ist bekannt, dass von den waldbewohnenden Eulenarten auch Rauhfußkäuze zur Nahrungssuche auf die waldrandnahe Feldflur ausweichen.

Um eine bessere Übersicht und ein belastbares Zahlenmaterial zu erhalten, bitten wir Sie mit dieser Schnellumfrage um folgende Angaben:

  • Die Lage Ihres Untersuchungsgebietes.
  • Die Lage Ihres Untersuchungsgebietes.
  • Zahl der festgestellten Eulenbruten im Vergleich zu 2012 mit Artangabe.
  • Wenn bekannt, Zahl der Eier oder Jungen im Vergleich zu 2012.
  • Beobachtungen zu Kleinsäugervorkommen in diesem Frühjahr.
  • Falls erhältlich, Angaben aus Forst- und Landwirtschaftsämtern Ihrer Region.

Im Voraus besten Dank für eine schnelle Antwort
sowie herzliche Kauzgrüße

Ihre Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Eulen e.V.

Antwort erbeten an unser Mitglied:
Wilhelm Meyer
Unterpreilipp Nr. 1
D-07407 Rudolstadt
E-Mail: meyer-preilipp@t-online.de


Anmerkung des NABU Gera-Greiz: Für den nordöstlichen Bereich des Landkreises kann analog zur Region Schmölln festgestellt werden, daß die Feldmauspopulation nach einer mehrjährigen, normalen Höherentwicklung (sprich Zunahme der Population) im Februar der natürliche Zyklusabschluß (sprich der Populationszusammenbruch) erfolgte. Der momentane Starkregen, der weithin große Flächen in der Landschaft unter Wasser setzt, trägt sein übriges dazu bei, daß Feldmäuse in Bälde wieder eine Rarität sein werden. Mäusebussarde z.B. fressen dann selbst Erdkröten, analog dem Sprichwort "In der Not frißt der Teufel Fliegen!" … Die Verärgerung des Schmöllner Naturfreundes ob der leider weit verbreiteten Lernunwilligkeit wohl der meisten industriellen Landwirte und vieler Politker, die deren Interessen vertreten, teilen viele NABU-Mitglieder.


Schleichende Gifte

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit warnt vor Gefahren für Bienen durch Insektizide
(31.05.2013)

(image-box-old: 2013/130304.jpg text: Honigbiene (Apis mellifera)
Foto: Leo/fokus-natur.de position: left layout: vertical)

Beitrag des DLF vom 21.01.2013

„Im Jahr 2008 fanden Wissenschaftler den Wirkstoff Clothianidin in zahlreichen toten Bienen in Baden-Württemberg. Landwirte hatten Mais ausgesät, der mit dem Pestizid gebeizt war. Seitdem ruht die Zulassung für diese Pflanzenschutzmittel – zumindest für die Behandlung von Maissaatgut. […]“

Zum Beitrag: www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1985530/


Spur der Wölfe

Wildlife-Kurs „Wolfsspur“ Vom 27.-29. September
(20.05.2013)

Liebe Natur- und Wildnisinteressierte, liebe Eltern,

wir möchten 12 bis 27 jährige auch in diesem Jahr wieder einladen, mit uns auf die Spur der Wölfe zu gehen. Vom 27.-29. September führen wir dazu einen Wildlife-Kurs „Wolfsspur“ in Thüringen durch. Wir leben wie Wölfe im Wald und versuchen, uns dementsprechend zu verhalten: Wir gehen anderen Menschen aus dem Weg, sind dämmerungs- und nachtaktiv und folgen leise den Spuren anderer Tiere. Dabei lernen wir die Vielfalt der Tierwelt um uns herum mit wölfischen Augen und Ohren kennen. Und wir erfahren, wie Wildtiere ihre Umwelt zum Leben nutzen und verändern … Aber auch Spiel und Spaß kommen auf der Veranstaltung nicht zu kurz.

Im Infoblatt finden Sie weitere Details der Veranstaltung (Ausrüstungsliste, genaue Zeiten usw.). Bei Interesse senden Sie uns bitte die Anmeldung rechtzeitig zu bzw. melden Sie sich bei Fragen (Anmeldeschluss ist der 30. August 2013).

Flyer und Anmeldeformular: Wildlife-Kurs


Marcus Orlamünder
Projektkoordinator „Wildlife-Waldleben“ der Naturschutzjugend Thüringen
www.naju-thueringen.de
Leutra 15, 07751 Jena
Tel.: 03641–215410


Öko-Radtour am 15. Juni oder „Regional ist erste Wahl“

Tour Natur am 26. Mai 2013
(20.05.2013)

Flyer: Öko-Radtour am 15. Juni


Im Tal der Feuersalamander – das Fuchstal bei Endschütz

Tour Natur am 26. Mai 2013
(20.05.2013)

(image-box-old: 2013/130520.jpg text: Feuersalamander (Salamandra salamandra)
Foto: Norman Schiwora, NABU)

Das Seitental der Weißen Elster beherbergt eines der individuenreichsten Feuersalamander-Vorkommen im Landkreis Greiz. Die Exkursion stellt die Art und ihren Lebensraum vor und vermittelt Wissenswertes zur Bachfauna und den Bach begleitenden Pflanzen.

Im Anschluss bietet Frau Susann Schmidt Kaffee & Kuchen an und präsentiert das Rittergut Endschütz, wo verschiedenen Veranstaltungen stattfinden und auch Übernachtungen im romantischen Ambiente gebucht werden können.

Dauer ca. 2 Stunden, Weglänge etwa 3,5 km. Treffpunkt am Rittergut Endschütz um 9.30 Uhr. Unkostenbeitrag 5 € pro Person (Kinder frei), Veranstalter: Dipl.-Pädagoge D. Tuttas und Dipl.-Biologin A. Geithner (Umweltbüro CLADONIA (www.umweltbuero-cladonia.de, Gera).


NATURA 2000: Fachgespräch verdeutlicht erhebliche Defizite

Pressemitteilung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen, 15. Mai 2013
(20.05.2013)

„Am 14. Mai 2013 lud die bündnisgrüne Landtagsfraktion zum Fachgespräch 'Alles in gutem Zustand? – NATURA 2000 und der Erhalt der biologischen Vielfalt in Thüringen' im Thüringer Landtag ein. Zu den Ergebnissen der Veranstaltung ... erklärt der naturschutzpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Frank Augsten: 'Thüringen wird seiner Verantwortung zum Schutz und Erhalt der Lebensräume sowie gefährdeter Arten laut der EU-Naturschutzrichtlinie nur unzureichend gerecht.'

Von vielen TeilnehmerInnen des Fachgesprächs wurden erhebliche Defizite sowohl beim Erreichen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) als auch der EU-Vogelschutzrichtlinie kritisiert. So sei in vielen Bereichen eine Verschlechterung des Zustandes der schützenswerten Lebensräume und der Population von gefährdeten Arten feststellbar. 'Das Handeln der Landesregierung zum Erhalt des europäischen Schutzgebietsnetzes kommt einem Komplettversagen gleich. Thüringen hat einen enormen Aufholbedarf und müsste eigentlich mehr Geld in die Hand nehmen, um das aufzuarbeiten, was bisher vernachlässigt worden ist. Angesichts der schwierigen Haushaltslage muss überprüft werden, in welchem Umfang die Defizite behoben und Prioritäten gesetzt werden können' ...
Um einen günstigen Zustand der Schutzgebiete zu gewährleisten, reicht es nicht aus, sie auszuweisen und an die EU zu melden. 'Über Managementpläne und die Umsetzung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen muss je nach Gebietszustand verhandelt werden. Dabei ist der Dialog zwischen den Landnutzern und -besitzern von großer Bedeutung. Zudem kann der Erhalt des europäischen Schutzgebietsnetzes über biologische Stationen nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalens in den Regionen abgesichert werden' ... 'Mit einem 'weiter so' werden die Ziele der Thüringer Biodiversitätsstrategie im Freistaat verfehlt werden. Im schlimmsten Fall droht ein Beschwerde- und Vertragsverletzungsverfahren im Zuge der Umsetzung der Vogelschutz- und FFH-Richtlinie' ...

Für Rückfragen:
Pressesprecherin Silke Fließ, Tel. (0361) 377 2666, (0151) 40 20 69 05
V.i.S.d.P. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen“

Dem ist aus Sicht des NABU Gera-Greiz, aus dessen Reihen ebenfalls ein Fachmann teilnahm, nichts hinzuzufügen. Die Verantwortung für die FFH-Gebiete liegt nach der skandalösen und selbstherrlichen Beseitigung der Staatlichen Umweltämter im Jahr 2007 durch die Althaus-Regierung (CDU) bei den Landkreisen bzw. kreisfreien Städten, denen aber angesichts noch immer fehlender Managementpläne, deren Erstellung Landesaufgabe ist, bei der Betreuung der Gebiete de facto die Hände gebunden sind. Zahlreiche Probleme z.B. im FFH-Gebiet Nr. 177 "Brahmeaue" sind nur schwer zu bearbeiten, da selbst grundsätzliche Bewirtschaftungsfestlegungen und z.B. Lebensraumtypen- und Artenerfassungen fehlen – was kein Zufall sein kann …


Aus dem Herzen gesprochen

(20.05.2013)

Die sogenannte „Energiewende“, die zumeist ein subventionsgetragener "neuer Markt" zur Profitmaximierung ist, trägt im Zeitraffer zur enormen Artenverarmung bei. Die gravierenden Folgen für die heimische Vogelwelt stellt der Artikel von Martin Flade hervorragend dar. Jeder Leser möge für sich selbst die notwendigen Schlüsse ziehen …

Artikel: Von der Energiewende zum Biodiversitäts-Desaster – zur Lage des Vogelschutzes in Deutschland


Gehölzfreunde zeigen Bäume und Sträucher in Gera

Veranstaltung des Museums für Naturkunde Gera
(20.05.2013)

(image-box-old: 2013/130520-2.jpg text: Blühende Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangiana) im Küchengarten
Foto: Klaus Schultheiß/GFNG position: left)

Die Gehölzfreunde der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V. (GFNG) unternehmen am Donnerstag, dem 30. Mai 2013, um 16 Uhr, einen Streifzug durch Gera-Untermhaus, um das Frühlingserwachen der Bäume und Sträucher näher kennen zu lernen. Die Führung übernimmt dazu Herr Manfred Fleischer.

Die dendrologische Wanderung beginnt am Theatercafé, führt durch den anlässlich der Bundesgartenschau barock umgestalteten Küchengarten, in dem noch einige besondere Bäume, wie vor allem Tulpenbäume, Ginkgo, Tulpenmagnolien, Amur-Korkbäume erhalten geblieben sind. Anschließend geht es zu weiteren dendrologischen Seltenheiten im Park der Villa Hirsch und Biermann /Luboldt-Garten. Die Wanderung klingt aus an den Hausgärten westlich der Elster, wo auch interessante Gehölzen zu sehen sind.

Treffpunkt zu dieser ca. 2stündigen Exkursion ist der Eingang zum Küchengarten am Theater. Mitglieder und natürlich auch Gäste sind herzlich willkommen.


Thüringen braucht mehr Schwalbenfreunde

„Hier sind Schwalben willkommen!“ – auch 2013
(02.05.2013)

(image-box-old: 2013/130502.jpg text: Rauchschwalbe (Hirundo rustica)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Mit dem Frühling sind nun auch die Schwalben nach Thüringen zurück gekehrt. Seit einigen Tagen häufen sich die Beobachtungen von Rauch- und Mehlschwalben. Tino Sauer, der Schwalbenbeauftragte des NABU Thüringen ruft, dazu auf, jetzt die Stalltüren für die Rauchschwalben, die innen brüten, zu öffnen oder Nisthilfen und Schlammpfützen anzubieten. Außerdem zeichnet der NABU Schwalbenfreunde, die sich für den Schwalbenschutz einsetzen, mit einer Plakette aus.

Rauchschwalben bringen ihre Nester meist im Inneren von Gebäuden an. Aus Lehm und Pflanzenfasern bauen die Vögel in Ställen, Schuppen oder Garagen Nester, die nach oben offen sind. Als Nisthilfen reichen einfache Brettchen, die an die Wand geschraubt werden. Diese Stütze reicht aus, damit die Rauchschwalben schön darauf bauen können. Auch einfache Lehmpfützen helfen den Schwalben. Die Pfützen sollten vor allem zur Nestbauzeit im Mai und Juni immer feucht gehalten werden. Ist der Boden eher sandig empfiehlt es sich, ein wenig lehmiges Material in die Pfütze zu legen.

Mehlschwalbennester sind an Hausfassaden direkt unterhalb des Dachvorsprungs zu finden. Sie bestehen aus reinem Lehm und sind halbkugelförmig bis zur Decke hoch gebaut. Um den Nestbau an glatten Wänden zu erleichtern und ein Abbrechen des Nestes zu verhindern, können sie für Mehlschwalben einfache Nistsimse bauen.

Die Schwalbenbestände gehen seit Jahren zurück, deshalb ist es notwendig, den Vögeln zu helfen. Der NABU möchte Schwalbenfreunde in Thüringen dazu motivieren, sich für die Auszeichnung zu bewerben. Mittlerweile schmücken sich in Thüringen schon über 500 Häuser mit der Plakette.

Nähere Informationen: thueringen.nabu.de/projekte/schwalben/


Nächster Akt im Trauerspiel: Nichts gelernt – Giftausbringung auch 2013 legal

(29.04.2013)

Im „Grünen Herz Deutschlands“, wie sich Thüringen gerne selbst bezeichnet, darf weiter legal Gift ausgebracht werden (Quelle: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, 25.04.2013):

Sondergenehmigung zur Mäusebekämpfung in der Landwirtschaft erwirkt

Thüringer Landwirte dürfen ab sofort auf Antrag Ratron-Feldmausköder auf ihren Getreide- und Rapsfeldern streuen, wenn diese stark von Feldmäusen befallen sind. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 23. April dem Antrag Thüringens stattgegeben und die Ausbringung des Wirkstoffs Chlorphacinon im Streuverfahren im Freistaat für 120 Tage genehmigt. Die Aufwandmenge ist auf zehn Kilogramm Köder pro Hektar und 30 Tonnen für ganz Thüringen begrenzt.
Die Köder dürfen nur ausgebracht werden, nachdem das zuständige Landwirtschaftsamt die Anträge der Agrarbetriebe geprüft und die Behandlung angeordnet hat. Vor der Anordnung müssen die Landwirtschaftsämter die Zustimmung der unteren Naturschutzbehörden einholen. Damit soll eine Gefährdung wildlebender Vögel und Säugetiere vermieden werden. Die Ausbringung der Ratron-Feldmausköder wird nur bei starker Überschreitung der Bekämpfungsschwelle – nachzuweisen durch die Antragsteller – genehmigt.
Wie bereits im Herbst 2012 erfolgt in Thüringen keine flächendeckende Behandlung. Nur auf Teilflächen der am stärksten befallenen Gebiete dürfen die Köder in Weizen-, Gerste-, Roggen- und Rapskulturen ausgebracht werden. Anders als im Vorjahr ist die Genehmigung nicht auf bestimmte Landkreise begrenzt. Betroffene Betriebe können ab sofort Anträge bei den jeweils zuständigen Landwirtschaftsämtern stellen.

Trotz intensiver Bekämpfung im Herbst 2012 und im Frühjahr 2013 gibt es auf vielen Feldern Thüringens immer noch ein Massenauftreten von Feldmäusen. Die herkömmlichen Bekämpfungsmethoden wie die manuelle Ausbringung von Ködern mit Legeflinten oder das tiefe Pflügen konnten die Mäusepopulationen vielerorts nicht wirksam verkleinern. In dieser Notfallsituation hatte Thüringen erneut eine Ausnahmegenehmigung beim BVL beantragt.

Anne Holl, Stellvertretende Pressesprecherin“


Wer kontrolliert, ob die angegeben Flächen so stark 'befallen' sind, wie es angegeben wird? Wer kontrolliert die Einhaltung der zulässigen Höchstmenge pro Hektar, wer die Art der Ausbringung? – Im Vorjahr wurde durch den NABU Gera-Greiz e.V. festgestellt, daß im Landkreis Greiz stellenweise das Gift außerhalb der zulässigen Flächen bzw. Kulturen – und in illegaler Weise offen ausgestreut – ausgebracht wurde, zudem noch vor der Genehmigung der Giftausbringung durch das BVL.
Wer ermittelt die Folgen für den Naturhaushalt? – Eine Änderung der gegenwärtigen Landwirtschaftspolitik ist bitter nötig!

NABU Pressemitteilung: Mäuse gehören auch zum Acker


Erinnerung an Heinz Falkenberg (1923-1998)

(07.04.2013)

(image-box-old: 2013/130407-2.jpg position: left layout: vertical)

Am 5. Januar 2013 wäre Heinz Falkenberg – einer der besten Kenner der Flora (nicht nur) in und um Gera – 90 Jahre alt geworden.
Mit freundlicher Genehmigung des Museums für Naturkunde Gera und fügen wir den Nachruf von Dr. Zürndorf, erschien im Jahr 2000 im Heft 27 der „Veröffentlichungen Museum für Naturkunde der Stadt Gera. Naturwissenschaftliche Reihe“ bei.

Nachruf im Heft 27 der „Veröffentlichungen Museum für Naturkunde der Stadt Gera. Naturwissenschaftliche Reihe“


Vortrag „Verstehen durch Sehen? – Die Bildsprache der Biologie“

(07.04.2013)

(image-box-old: 2013/130407.jpg text: Ein historisches Modell des Kopfes eines Violetten Laufkäfers aus dem späten 19. Jahrhundert von der Firma Osterloh in Leipzig
Foto: Museum für Naturkunde Gera layout: vertical)

Vortrag am 18. April, Beginn 19.00 Uhr

Dr. Michael Markert von der Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Friedrich-Schiller-Universität Jena erörtert die Besonderheiten aktueller und historischer biologischer Bilder. Bei der Darstellung biologischer Sachverhalte greifen u.a. pädagogische, ökonomische, handwerkliche aber auch ästhetische Aspekte ineinander. Das Ergebnis sind Visualisierungen mit einer eigenen Bildsprache. Sie ermöglichen ein „Verstehen durch Sehen“, das an zahlreichen Beispielen aufzeigen wird.

Solche Visualisierungen – vom mikroskopischen Foto bis zum Datenplot – verraten viel über die Grundlagen biologischer Forschungstätigkeit. Voraussetzung für diese wissenschaftliche Arbeit ist eine spezifische Ausbildung, deren Bedeutung anhand der Entwicklung biologischer Lehrmittel im frühen 20. Jahrhundert aufgezeigt wird. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Wandtafeln und Modellen bekannter Firmen, die Generationen von Schülern und Studenten beim Lernen unterstützten.
Im Anschluss an den Vortrag können die ca. 120 spannenden Objekte der aktuellen Sonderausstellung „Biologieunterricht“ besichtigt und diskutiert werden. Darunter befinden die ästhetisch herausragende Wandtafeln, ein echtes menschliches Skelett und riesige Modelle von Insekten.


Kauernscher Teich wieder voll

(06.04.2013)

(image-box-old: 2013/130406.jpg text: Foto: Dirk Höselbarth, NABU Gera-Greiz e.V.)

Der „Große Teich“ bei Kauern, landläufig als „Kauernscher Teich“ bezeichnet, ist fast ein Jahr nach Abschluß der Entschlämmungsarbeiten randvoll gefüllt. Nun wird es nicht mehr allzu lange dauern, bis die ersten Kröten und Molche zu ihrem Laichgewässer wandern werden.


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


Frühblüher-Exkursion ins Brahmetal am 28. April

(02.04.2013)

(image-box-old: 2013/130402.jpg text: Aushang. Zur Vollansicht bitte klicken! position: left layout: vertical)

Das Waldgebiet zwischen Schwaara und Zschippach beidseits der ehemaligen Schmalspurbahn beherbergt einige kleine aber höchst interessante Schutzgebiete. Die erfahrenen Naturführer Frau Geithner und Herr Tuttas werden aber nicht nur auf Schönheiten der Flora und Fauna hinweisen sondern auch geologische und kulturelle Besonderheiten aufzeigen.

Treffpunkt um 9.30 Uhr an der Kirche in Schwaara, Dauer ca. 2,5 Stunden. Festes Schuhwerk erforderlich!


Vortrag: Das Leben der Dohle

Vier Jahrzehnte Erforschung und Schutz einer bedrohten Brutvogelart
(01.04.2013)

(image-box-old: 2013/130324.jpg text: Junge Dohlen im Kirchturm Dorna (18. Mai 2012)
Foto: Mario Scholz)

Am Freitag, den 12. April 2013 (Beginn 19.00 Uhr) wird der Vortrag „Das Leben der Dohle – vier Jahrzehnte Erforschung und Schutz einer bedrohten Brutvogelart“ in der Kirche St. Petri zu Dorna (Stadt Gera) gezeigt. Dazu lädt die Kirchgemeinde Dorna, der im vergangenen Jahr die Plakette "Lebensraum Kirchturm" des NABU (Naturschutzbund Deutschland) verliehen wurde, in Zusammenarbeit mit dem NABU Gera-Greiz herzlich ein. Der Referent, Herr Klaus Schmidt (Barchfeld) vom NABU-Kreisverband Wartburgkreis, wird über den praktischen Schutz der Dohle an Gebäuden berichten. Er ist einer der besten Kenner dieser Art in Thüringen und hat im Jahr 2012 eine bemerkenswerte Studie zur Verbreitung dieser Vögel in Südwest-Thüringen vorgelegt. Eine weitere Studie zur Verbreitung in Thüringen befindet sich in Vorbereitung. Seien Sie neugierig und herzlich willkommen!

Weitere Informationen auf insuedthueringen.de


Wir sind umgezogen!

(25.03.2013)

Ab sofort sind wir unter zu erreichen unter:

Über die „alten Seite“ (gera-greiz.nabu-thueringen.de) aufgerufene Links leiten automatisch auf die neue weiter. Alle bisherigen E-Mail Adressen funktionieren auch weiterhin.


Fledermäuse in Thüringen

(25.03.2013)

Ab sofort kann das Buch „Fledermäuse in Thüringen“ zum Preis von 30,00 (zzgl. Porto) unter dem Link fledermaeuse-in-thueringen.de/bestellung/ bestellt werden. Die Auslieferung erfolgt nach der offiziellen Buchvorstellung am 17.04.2013.

Bei Fragen:
Hartmut Geiger
Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie
Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Thüringen
Lindenhof 3, OT Seebach, 99998 Weinbergen
E-Mail: hartmut.geiger@fmk.thueringen.de
Internet: www.fmthuer.de


Informationen zum Buch


Ornicamp „Frühjahr“ im Plothener Teichgebiet

(24.03.2013)

„Liebe Vogelfreunde und Naturbegeisterte, liebe Eltern,

der Frühling ist da – zumindest auf dem Kalender – ,die ersten Zugvögel sind aus ihrem Winterquartier im Süden zurückgekehrt und viele der hiergebliebenen sind bereits mit dem Nestbau beschäftigt. Es wird wieder Zeit für ein Ornicamp der Naturschutzjugend.

Vom 19. bis 21. April 2013 wollen wir die Vogelwelt im Plothener Teichgebiet erleben und auf Entdeckungstour in die frühlingshafte Natur gehen. Gemeinsam wollen wir hier nicht nur unsere gefiederten Freunde, sondern auch Frösche, Krebse und anderes Getier aufstöbern. Alles wissenswerte und einen Anmeldezettel enthält das Infoblatt in der Anlage. Anmeldeschluss ist am 5. April.
Wir freuen uns auf alle, die mit uns die heimische Natur genießen möchten. Viele Grüße vom NAJU-Team aus Leutra.“

Naturschutzjugend Thüringen
Leutra 15, 07751 Jena
www.naju-thueringen.de


Ornicamp „Frühjahr“


Das Leben der Dohle

(24.03.2013)

(image-box-old: 2013/130324.jpg text: Junge Dohlen im Kirchturm Dorna (18. Mai 2012)
Foto: Mario Scholz)

Am Freitag, den 12. April 2013 wird der Vortrag „Das Leben der Dohle – vier Jahrzehnte Erforschung und Schutz einer bedrohten Brutvogelart“ in der Kirche St. Petri zu Dorna (Stadt Gera) gezeigt. Dazu lädt die Kirchgemeinde Dorna, der im vergangenen Jahr die Plakette "Lebensraum Kirchturm" verliehen wurde, in Zusammenarbeit mit dem NABU Gera-Greiz herzlich ein. Der Referent, Herr Klaus Schmidt (Barchfeld) vom NABU-Kreisverband Wartburgkreis, wird über den praktischen Schutz der Dohle an Gebäuden berichten. Er ist einer der besten Kenner dieser Art in Thüringen und hat im Jahr 2012 eine bemerkenswerte Studie zur Verbreitung dieser Vögel in SW-Thüringen vorgelegt. Eine weitere Studie zur Verbreitung in Thüringen befindet sich in Vorbereitung. Seien Sie neugierig und herzlich willkommen!

Weitere Informationen auf insuedthueringen.de


Literaturhinweis: RANA 14 (2013) erschienen

(23.03.2013)

(image-box-old: 2013/130323.jpg text: RANA 14 (2013) layout: custom)

Als „Mitteilungsblatt für den praktischen Amphibien- und Reptilienschutz in Berlin, Hauptstadt der DDR“ erschien 1983 die RANA 1. Was als klein begann, hat sich zu einem regelmäßig erscheinenden Periodikum entwickelt. Die RANA wird gemeinsam durch feldherpetologische Fachverbände, so auch dem Verein Amphibien- und und Reptilienschutz Thüringen e.V., herausgegeben und erscheint einmal jährlich Anfang März. RANA 14 enthält u.a. folgende Beiträge:

SCHNEIDER, R.: Wie viele Molche passen in einen Gartenteich? – Die Bedeutung anthropogener Kleingewässer als Lebensraum für den Teichmolch (Lissotriton vulgaris)

KRUG, A. & W.-R. GROSSE: Studie zum Verwandtschaftsverhältnis einer isolierten Population des Laubfrosches (Hyla arborea L.) in der Elster-Luppe-Aue bei Ermlitz/Sachsen-Anhalt

KRÜTGEN, J.: Vergleichende Untersuchung zum Einfluss von Huftieren auf das Vorkommen der Waldeidechse (Zootoca vivipara) in Randflächen eines degenerierten Hochmoores in Norddeutschland

Kurzbeiträge

BERG, G.: Der Bergmolch (Ichthosaurus alpestris L.) – ein Faunenelement des Flämings in der mitteldeutschen Tiefebene

BRANDT, T.: Spitzschlammschnecken (Lymnaea stagnalis) und Moderlieschen (Leucaspius delineatus) als Laich- und Kaulquappenprädatoren

DREWS, A.: Überwinternde Erdkröte (Bufo bufo) in einem Waldbach

KRONE, A.: Gefährdung von Ringelnattern (Natrix natrix) durch Böschungsmatten

Weitere Informationen, Bezug und Abo unter: www.rana-internet.de


Agrarreform braucht stärkere ökologische Ausrichtung

NABU Thüringen fordert: Agrarsubventionen müssen an echte gesellschaftliche Leistungen gebunden sein
(20.03.2013)

Die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) muss stärker ökologisch ausgerichtet werden; dies fordert der NABU Thüringen auf seiner Landesvertreterversammlung am Samstag in Nordhausen. Hintergrund für diese Forderungen ist die noch zu zögerliche Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik, die laut EU-Kommission auch der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Bekämpfung des Verlustes der biologischen Vielfalt dienen soll.

„Um die vereinbarten Biodiversitätsziele der EU bis 2020 zu erreichen, ist es vor allem wichtig die Förderkulisse in Richtung artenreiches Dauergrünland zu lenken und sinnvolle Rand- und Uferrandstreifenprogramme aufzulegen“, fordert Mike Jessat der Landesvorsitzende des NABU Thüringen. Ökologische Leistungen müssen die Voraussetzung von Agrarsubventionen sein und zukünftig in der Beratung der Landwirtschaftsbetriebe durch die Agrarverwaltung des Freistaates eine deutlich wichtigere Rolle spielen.

Martin Schmidt, Mitglied im NABU-Landesvorstand, unterstreicht dies in seinem Beitrag über mögliche Thüringer Schwerpunkte in der neuen Förderperiode. „Artenreiches Dauergrünland trägt besonders zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Unsere Mittelgebirge brauchen die Bergwiesenpflege genauso dringend wie die Ackerebene Rand- und Uferstreifenprogramme. In unserer ausgeräumten Landschaft finden dort bedrohte Arten noch letzte Rückzugsräume.“ Laut Auffassung des NABU sind auch verstärkt Maßnahmen zur Reduzierung diffuser Stoffeinträge in die Gewässer und in das Grundwasser zur ergreifen. Hierfür ist vordringlich das Pflanzenschutz- und Düngerecht zu schärfen anstatt zusätzlich zu den flächendeckenden Direktzahlungen weitere Steuergelder auszuschütten.

Die Delegierten der Versammlung begrüßten ebenfalls die gemeinsame Position von NABU und den Thüringer Imkerverbänden, zur Situation der bestäubenden Insekten. In dieser fordern die Verbände unter anderem von der Landesregierung einen Aktionsplan für blühende Landschaften. Denn zunehmende Umweltbelastungen und der Mangel an artenreichen Blütenpflanzen machen Honigbienen, Wildbienen und vielen anderen Insekten das Leben schwer. Der Aktionsplan muss über alle Naturräume und Landnutzungsformen hinweg einen Mindestanteil von 10 Prozent ökologischer Vorrangflächen sichern. Das gilt in erster Linie für das Offenland. Durch ökologische Vorrangflächen soll die Biodiversität gefördert werden. Blühstreifen und Ackerraine mit regionaltypischen und insektenfreundlichen Pflanzen können dazu beitragen.


Steinernes Meer unter Gera

Ausstellung im Naturkundemuseum Gera 8.3. bis 31.08.2013
(20.03.2013)

(image-box-old: 2013/130320.jpg text: Freipräparierte Brachiopoden der Gattung Pterospirifer dicht gedrängt in ihrem steinernen Grab – einer Kalksteinplatte aus Gera-Trebnitz
Foto: Museum für Naturkunde position: left layout: vertical)

Als vor ca. 255 Millionen Jahren das „Zechstein-Meer“ noch bis nach Gera reichte, lebten auf dessen Grund – wie in vielen noch älteren Meeren der Erdgeschichte – sog. Brachiopoden bzw. „Armfüßer“. Diese Tiere sehen auf den ersten Blick aus wie Muscheln, gehören jedoch nicht zu den Weichtieren, sondern bilden einen eigenen Tierstamm mit tausenden Arten im Erdaltertum.

Die in und um Gera reichlich auffindbaren Überreste solcher Tiere stammen aus dem letzten „Moment“ ihrer reichhaltigen Verbreitung auf der Erde. Mit dem Ende des Zechsteinmeeres und damit dem Übergang vom Perm- in das Triaszeitalter vor 251,4 Millionen Jahren kam das Ende der meisten Brachiopoden. Infolge des damaligen, größten nachgewiesenen Artensterben der Erdgeschichte verschwanden die meisten Brachiopoden-Gattungen. Heute leben in den Meeren unseres Planeten nur noch wenige Brachiopoden-Arten.

Der Geraer Fossiliensammler Thomas Hahn hat sich diesen Tieren mit Leib und Seele verschrieben. Er sammelt Brachiopoden von weltweiten Fundstellen und insbesondere die vielerorts in seiner Heimatstadt reichlich zu findenden Arten der Zechstein-Zeit. Während des Baus der Geraer Nord-Tangente (Umgehungsstraße) 2006 bis 2007 konnte er große Mengen an Fundmaterial sichern. Erst später – Abend für Abend am Küchentisch – befreite Thomas Hahn mit Nadel und Pinsel die unter hartem Gestein erhaltenen urzeitlichen Lebewesen, die uns heute nur noch erahnen lassen, welches Leben sich einst in dem Meer, das heute versteinert unter Gera liegt, tummelte.

Die schönsten von ihm freipräparierten Funde zeigt die neue Kabinettausstellung im Geraer Museum für Naturkunde. Zum Teil handelt es sich um Exemplare, deren Qualität alles bisher Gesammelte übertrifft. Sie gewähren einen Einblick in eine längst vergangene Welt kurz vor ihrem Untergang.

Öffnungszeiten Museum für Naturkunde Gera: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 11.00 bis 18.00 Uhr


Umweltgespräche: Baum- und Grünflächenpflege in Gera

(20.03.2013)

Am Mittwoch, 27. März 2013, 19.00 Uhr im „Bürger-Treff“ im Steinweg 8

Das Stadtbild von Gera wird in nicht unerheblichem Maße von Grün geprägt: Bäume an Straßen und in Anlagen, Parks und Grün-flächen sowie andere Grünstrukturen, welche auch eine wichtige stadtökologische Funktion erfüllen.
Diesen Grünbestand gilt es im Sinne einer nachhaltigen Stadtent-wicklung zu erhalten, zu pflegen und zu erweitern.

Zu Gast ist Frau Fischer, Leiterin des städtischen Eigenbetriebes Stadtgrün, Forsten und Friedhöfe. Neben der persönlichen Vorstellung sollen Struktur und Aufgaben vor allem des Fachbereiches Stadtgrün sowie inhaltliche Zielstel-lungen erläutert werden. Selbstverständlich werden Umwelt- und Naturschutzthemen im Zusammenhang mit Pflege und Erhalt von Bäumen und Grünflä-chen angesprochen und diskutiert.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen!

Kontakt: Johannes Freytag (Tel. 0365 / 800 25 35), Matthias Röder (Tel. 0365 / 800 24 34) oder E-Mail an das Grüne Haus Gera (mat.roeder@gmx.de)


Einladung zur Einweihung eines Ginkgo-Baumes

zum Gedenken an den Heimatfreund und Dendrologen Joachim Wittig
(14.03.2013)


„Joachim Wittig (1935 – 2012) war für die Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V. (GFNG) und ihre Sektion Gehölzkunde ein engagierter Heimatfreund und Dendrologe, der sich durch fachliche Kompetenz, Zielstrebigkeit und Hilfsbereitschaft große Verdienste auch über die Grenzen der Stadt hinaus erworben hat. In seinem Wohnort Wünschendorf engagierte er sich aktiv im Heimat- und Verschönerungsverein Wünschendorf e.V.

Ihm zu Ehren haben die Gehölzfreunde der GFNG mit Unterstützung der Stadtverwaltung Gera, Fachdienst Stadtgrün, einen Ginkgo-Baum und einen Gedenkstein zur Erinnerung an sein Wirken gesetzt. Unser Dank gilt auch weiteren Sponsoren:
Herrn Wolfgang Srock, Geschäftsführer der Firma Winter Grünanlagenbau GmbH und Herrn Dieter Beyer, Steinmetz.

Anlässlich des ersten Todestages von Joachim Wittig findet am Samstag, dem 23. März 2013 um 10 Uhr auf der Festwiese in Wünschendorf (vor der Getreidemühle Eduard Schulze) eine Zusammenkunft zum Gedenken an sein Wirken statt.

Anschließend laden Vertreter des Heimat- und Verschönerungsvereins Wünschendorf e.V. zu einer kleinen Führung zu den dendrologischen Besonderheiten in Wünschendorf sowie zur Holzbrücke und Veitskirche ein.

Dazu möchten wir Sie herzlich einladen!

Klaus Schultheiß
Sektion Gehölzkunde“


Dringend: Petition zur EU-Agrar-Reform

(11.03.2013)

(image-hero-old: 2013/130311.jpg text: Bildquelle)

Liebe Naturfreunde,

die gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) muss dringend reformiert werden. Seit Jahrzehnten gibt es Direktzahlungen ohne Auflagen. Dies können wir nicht länger hinnehmen. Subventionen müssen der Umwelt und damit dem öffentlichen Interesse dienen – und nicht als Prämien für Landbesitz. Seit Freitag ist eine website (de.farmingfornature.eu) online auf der Interessierte eine E-Mail an ihre jeweiligen MdEP verschicken können. Ziel ist es das Abstimmungsverhalten der MdEP am 13.3.2013 (Plenumssitzung des EP) bezogen auf die GAP Reform so zu beeinflussen. Diese Kampagne läuft in 8 Ländern, deckt mehr als die Hälfte aller MdEP ab und wird europaweit von 40 (hauptsächlich Umweltorganisationen) unterstützt. Bisher haben rund 17.000 Menschen aus Polen, Spanien, Schweden, UK, Deutschland, Italien, Frankreich und Rumänien) Emails an ihre MdEP zu verhindern.
In Deutschland wird die Aktion vom BUND, NABU, EuroNatur und dem WWF getragen. Anbei die Pressemitteilung dazu:


Petition: Für eine starke Reform der EU-Agrarpolitik! Gemeinsame Pressemitteilung von BUND e.V., NABU und EuroNatur – Zeit für die 57-Milliarden-Euro-Reform (1. März 2013)
25 Umweltorganisationen starten Online-Petition für EU-Agrarreform

Berlin – Das Europäische Parlament entscheidet am 13. März über eine Agrarreform. Geht es nach dem Willen des Agrarausschusses wird der Entwurf von Agrarkommissar Dacian Ciolos gänzlich verwässert. 25 europäische Umweltorganisationen, darunter die deutschen Organisationen BUND, EuroNatur, NABU und WWF, wollen das verhindern. Sie fordern die 754 Abgeordneten des EU-Parlaments auf, ein klares Signal für eine Agrarreform zu setzen, bei der Subventionen in Zukunft nicht mehr mit der Gießkanne nach der Größe der Höfe vergeben werden. Stattdessen sollten mit Steuergeldern vorrangig Landwirte gefördert werden, die gesunde Lebensmittel erzeugen und die dazu beitragen, Umwelt, Landschaft und lebenswerte ländliche Räume zu erhalten.

Um dieser Idee Nachdruck zu verleihen, geben die Initiatoren allen Interessierten die Möglichkeit, ein Signal für eine starke Reform der EU-Agrarpolitik an die einzelnen EU Parlamentarier zu senden. Über die Website Farming for Nature können Europas Wählerinnen und Wählern ihren Volksvertretern signalisieren, dass sie von einer Landwirtschaft, die jährlich 57 Milliarden Euro an Steuermitteln kostet, mehr als die Bereitstellung von Lebensmitteln verlangen.

„Die große Linie für eine längst überfällige Reform der EU-Agrarpolitik lag mit dem Ciolos-Vorschlag eigentlich längst auf dem Tisch“, so die Initiatoren. Anachronistische Bauernverbände aus vielen EU Ländern hätten jedoch alles getan, um den Entwurf vollständig zu verhindern. Im 40-köpfigen Agrarausschuss des EU-Parlamentes blockiere eine länderübergreifende Mehrheit aus Landwirtschaftspolitikern alter Schule jeglichen Reformansatz.

Mit ihrer Initiative wollen die Umweltorganisationen auf die Bedeutung des Themas hinweisen und alle Parlamentarier in die Verantwortung nehmen. Die EU investiere Jahr für Jahr 40 Prozent ihres Haushalts in die Landwirtschaft. Angesichts dieser Investitionen sei es längst überfällig, den Sektor stärker in die Verantwortung zu nehmen. Die europäischen Bauern könnten erheblich zum Umwelt- und Naturschutz beitragen. Es sei im eigenen Interesse der Landwirte, sich dieser Aufgabe zu stellen, um die Natur und damit langfristig ihr Kapital zu schützen.

Die Online-Petition läuft vom 1.3.2013 bis zum 13.3.2013 in acht Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.


Naturschutz hat Geschichte

Heft „Studienarchiv Umweltgeschichte“ Nr. 17 (2012) erschienen
(08.03.2013)

(image-box-old: 2013/130308-2.jpg text: Deckblatt layout: vertical)

Längst eine gefragte Publikation: Die Reihe „Studienarchiv Umweltgeschichte“ des Institutes für Umweltgeschichte und Regionalentwicklung e.V. (www.iugr.net) an der Hochschule Neubrandenburg:
www.iugr.hs-nb.de/fileadmin/IUGR/Publikationen/Studienarchiv_Umweltgeschichte/Stug17_A5_green.pdf

Die Lektüre auch des neuen Heftes lohnt sich in jedem Fall!


„Mit 20 Tonnen Gift gegen Mäuse“

Aus der Ostthüringer Zeitung (OTZ) vom 18. Februar
(05.03.2013)

(image-box-old: 2013/130305.jpg text: OTZ Artikel position: left layout: custom)

Erfurt/Sömmerda. An der umstrittenen Mäuse-Gift-Aktion haben sich 60 Thüringer Landwirtschaftsbetriebe/Bauern beteiligt. Wie das Landwirtschaftsministerium MDR THÜRINGEN sagte, wurden im bewilligten Zeitraum insgesamt 20,4 Tonnen Mäusegift auf den Felder ausgestreut.
Ungeachtet der harschen Kritik von Naturschützern hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit den Thüringer Bauern für 120 Tage erlaubt, ein Ködergift auszulegen. Hintergrund war die Mäuseplage im vergangenen Jahr, die bei einigen Landwirten im Thüringer Becken und Norden zu dramatischen Ernteausfällen führte.
Ansonsten ist in der EU das oberirdische Auswerfen des Mäusegifts seit 2010 verboten wegen der negativen Folgen für Greifvögel, Gänse, Kraniche oder Feldhamstern. Erlaubt ist dagegen nur das Einbringen von Giftlinsen in Mäusegänge. Bei Landwirten gilt die Methode aber als zu teuer, weil personalintensiv. Welche Wirkung die zurückliegende Aktion der Thüringer Landwirte tatsächlich für die Feldmauspopulation hat, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.“

OTZ


Einladung zur Eröffnung des 8. Ostereiermarktes am 07.03.2013

(05.03.2013)

„Sehr geehrte Damen und Herren,

auch der 8. Ostereiermarkt wird Sie wieder mit einer liebevoll gestalteten Kabinett-Ausstellung im Museum für Naturkunde Gera überraschen. Das Natur-Ei steht im Mittelpunkt der Präsentation und wird in immer neuer Vielfalt künstlerischer Gestaltungstechniken zu erleben sein. Bekannte Ostereiergestalter sind natürlich vertreten, aber auch Neues und Interessantes ist hinzugekommen. Ein besonderes Eier-Quiz lädt zum Mitmachen ein.

Zur Eröffnung der Ausstellung zum 8. Ostereiermarkt in Gera laden wir Sie und Ihre Freunde am Donnerstag, dem 7. März 2013, 17.00 Uhr, herzlich ins Museum für Naturkunde ein. Nach einer Einführung zur Ausstellung wird Herr Rainer Michelsson, Präparator des Museums für Naturkunde, in einem Kurzvortrag Einblicke in die Vogeleiersammlung des Hauses geben und natürlich dazugehörige Vogelarten zeigen.

Öffnungszeiten der Ausstellung im Museum für Naturkunde: 8. März bis 7. April 2013, Dienstag – Sonntag, Feiertage 11 – 18 Uhr

8. Ostereier-Markttage im Botanischen Garten: 16./17. März 2013, 11 – 17 Uhr

Vorführung und Verkauf, Eier gestalten unter künstlerischer Anleitung, Floristik – und dazu Kaffee und Kuchen im frühlingshaften Botanischen Garten. Der Freundeskreis Ostereiermarkt und das Museum für Naturkunde Gera würden sich sehr freuen, Sie bereits zur Eröffnung der Ausstellung in unserem Haus begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Kornelia Meyer“


Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stadtverwaltung Gera/Fachdienst Kultur
Museum für Naturkunde und Botanischer Garten
Nicolaiberg 3, 07545 Gera


Die Lasur in Gera – ein Naturkleinod im jahreszeitlichen Wandel

Vortrag am 28.02.2013
(15.02.2013)

„Liebe Mitglieder unserer Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V., liebe Freunde des Museums für Naturkunde Gera,

wir möchten Sie herzlich zu unserer nächsten Vortragsveranstaltung am Donnerstag, 28.02.2013, um 19.00 Uhr, ins Museum für Naturkunde Gera einladen. Im Mittelpunkt des Abends steht die Lasur in Gera, ein Gebiet, das dringend der Unterschutzstellung bedarf. Mit unseren Aktivitäten möchten wir des Thema noch stärker auch ins öffentliche Bewusstsein tragen, ebenso wie mit der erschienenen Publikation in der Naturwissenschaftlichen Reihe des Museums für Naturkunde.

Wir würden uns über Ihr Interesse sehr freuen. Auch Gäste sind herzlich willkommen.
Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

Kornelia Meyer”


Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stadtverwaltung Gera
Fachdienst Kultur
Museum für Naturkunde und Botanischer Garten
Nicolaiberg 3, 07545 Gera
E-Mail: meyer.kornelia@gera.de

Pressetext


Neue Tümpel braucht das Land!

Informationsveranstaltung zum Wechselkröten-Projekt am Freitag, den 1. Februar 2013 um 19.00 Uhr im Pölziger Kleinbahnhof (Hauptstraße 110 in 07554 Pölzig)
(05.01.2013)

(image-box-old: 2012/130105.jpg text: Wechselkröte (Bufo viridis)
Foto: Pröhl/fokus-natur.de)

Im Rahmen des ENL-Projektes „Bestandsstärkung der Wechselkröte (Bufo viridis) im nördlichen Landkreis Greiz“ stehen für die Anlage neuer Gewässer Fördermittel zur Verfügung. Jeder Naturfreund, der Landeigentümer ist, kann über diese Förderung ohne Eigenkosten Kleingewässer anlegen oder entschlämmen lassen. Auch für den Ankauf von Flächen für die Neuanlage von Gewässern und Landlebensräumen stehen dem NABU Fördermöglichkeiten offen.
Bereits im Amtsblatt vom 22. Juni 2012 (S. 11-12) wurde über die Wechselkröte, früher auch als Grüne Kröte bezeichnet, und deren notwendigem Schutz berichtet. Inzwischen wurden die seit 2010 gesammelten Daten ausgewertet. Dadurch konnte ein erster Überblick der Verbreitung der Wechselkröte im nordöstlichen Landkreis Greiz erstellt werden. Ebenso wurden wichtige Laichgewässer und Landlebensräume sowie die ungefähre Abschätzung der Ausbreitungs- und Wanderungsrichtungen ermittelt. Immer wieder stellt sich die Gewässerarmut unserer Region als entscheidendes Problem dar, da die Wechselkröte – neben geeigneten Landlebensräumen – zur Fortpflanzung Laichgewässer benötigt.

(image-box-old: 2012/130105-2.jpg text: Wechselkröte (Bufo viridis)
Foto: Pröhl/fokus-natur.de position: left)

Im Jahr 2012 war das südliche Becken der momentan noch stillgelegten, aber in der Ertüchtigungsphase zur Wiederinbetriebnahme befindlichen Güllestapelanlage östlich von Söllmnitz (direkt an der Kreisgrenze gelegen) ein bedeutsamer Laichplatz der Wechsel- und Erdkröte sowie des Laubfrosches. Mitte Juni wurde hier eine hohe Zahl von frisch geschlüpften Wechselkrötenkaulquappen festgestellt, woraufhin die Bauarbeiten bis Ende Oktober gestoppt werden mussten, um der streng geschützten Art die ungehinderte Entwicklung zu ermöglichen. Doch im Jahr 2013 wird dieser Laichplatz nicht mehr bestehen. Ein Ersatzgewässer im räumlichen Zusammenhang ist bisher über den Planungsstand nicht hinausgekommen. Auch werden Kleingewässer bei Pölzig, die bisher als Laichplatz dienten, bei einem erneut so niederschlagsarmen Frühjahr wie 2012 austrocknen und können nicht als Laichablageplatz genutzt werden. Ein weiterer, wichtiger Laichplatz war der 2009 neu angelegte Teich östlich von Hirschfeld, der aber aufgrund des illegalen Einsatzes von Fischen und zunehmenden Bewuchs nicht mehr den Lebensraumansprüchen der Wechselkröte genügt. Daher ist die Anlage neuer Gewässer, sprich Tümpel oder Weiher, für den Erhalt nicht nur der Wechselkröte in unserer Region entscheidend.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den:
NABU Gera-Greiz e.V.
c/o Sebastian Schopplich
Groitschener Berg 12
07554 Brahmenau
Tel. 036695/31325
E-Mail: vorstand@nabu-gera-greiz.de


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


Einladung: Tag der Landwirtschaft 16.02.2013

(30.01.2013)

„Sehr geehrte Damen und Herren,

die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Thüringen (AbL) und die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V. laden zu einem Tag der Landwirtschaft am 16.02.2013 von 09.00 bis 17.00 Uhr ins Weimarer Bienenmuseum ein.

Thema ist die EU-Agrarreform. In Vorträgen und Diskussionen werden die Möglichkeiten eines Strukturwandels in der Landwirtschaft, der Erhalt der Biodiversität und Alternativen im Umgang mit dem wertvollen Kulturgut Boden näher beleuchtet. Eine sich anschließende Podiumsdiskussion mit Vertretern der Politik und aus der Landwirtschaft
bietet die Möglichkeit, die politischen Strategien für die Thüringer Landwirtschaft zu hinterfragen. Gleichzeitig werden 2 Ausstellungen zur Getreide- und Apfelvielfalt präsentiert.

Nähere Informationen: Einladung Tag der Landwirtschaft

Mit herzlichen Grüßen!
i.A. Daniela Kersten“


Thüringer Landesverband der
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.
E-Mail: mail@ra-kersten.de
nabu-gera-greiz.de/text


Privatisierungswahn stoppen!

Wasser und sanitäre Grundversorgung sind ein Menschenrecht!
(19.01.2013)

„Wasser ist ein Öffentliches Gut, keine Handelsware – Wir fordern die Europäische Kommission zur Vorlage eines Gesetzesvorschlags auf, der das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung entsprechend der Resolution der Vereinten Nationen durchsetzt und eine funktionierende Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung für alle Menschen fördert. Diese EU-Rechtsvorschriften sollten die Regierungen dazu verpflichten, für alle Bürger und Bürgerinnen eine ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser sowie eine sanitäre Grundversorgung sicherzustellen. Wir stellen nachdrücklich folgende Forderungen:

  • Die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Bürger und Bürgerinnen das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung haben.
  • Die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen darf nicht den Binnenmarktregeln unterworfen werden. Die Wasserwirtschaft ist von der Liberalisierungsagenda auszuschließen.
  • Die EU verstärkt ihre Initiativen, einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung zu erreichen.   “

Hintergrund: „Geheimoperation Wasser“ – Wie die EU-Kommission Wasser zur Handelsware machen will.
www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

Dieser Link ist ein etwa 10-minütiger Beitrag von Monitor über den Beschluss der EU, die Wasserrechte zu privatisieren. Sollte die EU dies verwirklichen, könnte es langfristig zu erheblichen Preisanstiegen führen (Portugal hat bereits seine Rechte veräußert und der Wasserpreis ist um 400% gestiegen). Wasser könnte ein Exportgut werden und die Wasserqualität ist nicht mehr gängigen Maßstäben verpflichtet. Bis Mitte Januar werden 1.000.000 Gegenstimmen benötigt, dass die EU sich hierzu erklären muss.
(auch zu finden unter youtube.com/watch)

Satzungsgemäß ist der NABU auch dem Schutz des Menschen vor schädlichen Umwelteinflüssen verpflichtet!


Textquelle


Naturschutz in Thüringen 1/2013

(16.01.2013)

Die soeben erschienene Zeitschrift "Naturschutz in Thüringen" 1/2013 zeigt einen kleinen Ausschnitt der vielfältigen NABU-Arbeit auf. Das Heft Naturschutz in Thüringen 1/13 wird in Bälde als Einleger in der Zeitschrift "Naturschutz heute" 1/2013 allen NABU-Mitgliedern per Post ins Haus flattern.


An alle Freunde der Streuobstwiesen

Jahresprogramm der Thüringer Obstbaumschnittschule
(13.01.2013)

(image-hero-old: 2011/2011-50.jpg text: Blühende Streuobstwiesen sind wie ein Stückchen vom Vorhof zum Paradies …
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Naturgemäßer Obstbaumschnitt am Hochstamm. Kurse mit Dipl.-Ing. agr. Michael Grolm und dem Pomologen Hans-Joachim Bannier

Thüringer Obstbaumschnittschule auf Schloss Tonndorf: www.öschbergschnitt.de

Jahresprogramm der Thüringer Obstbaumschnittschule
Jahresprogramm der Thüringer Obstbaumschnittschule


Steigender Wasserstand

(06.01.2013)

(image-box-old: 2012/130106.jpg text: Foto: Dirk Höselbarth, NABU Gera-Greiz e.V.)

Das Bild zeigt den Kauernschen Teich am 3. Januar. Durch den anhaltenden Regen ist der Wasserstand inzwischen weiter gestiegen. Somit zeigt sich, daß der Name "Himmelsteich", der Jahrhunderte lang für Gewässer, die nur durch Niederschlagswasser gespeist wurden, eine alte Wahrheit aufzeigt.

Bis zur nächsten Laichperiode werden sich die Bedingungen für Erdkröte & Co. weiter verbessern und allen "Unkenrufen zum Trotz" zeigt sich erneut, wie überfällig die Entschlämmung des Teiches war …


Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


Kontakt

NABU-Kreisverband
Gera-Greiz e.V.

c/o Ingo Eckardt
Franz-Philipp-Straße 9
07937 Zeulenroda-Triebes
Tel.: 03 66 28 / 83 24 4
Mobil: 0175 / 779 158 8
vorstand@nabu-gera-greiz.de

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