2014


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 3/2014 und Sonderheft 2014 „25 Jahre Grünes Band Thüringen“ erschienen

(14.12.2014)

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Die Sumpfspitzmaus Neomys anomalus zählt in Thüringen zu den seltensten Säugetierarten, zu deren Verbreitung und Biologie kaum Kenntnisse vorliegen, weshalb sie oft mit der Wasserspitzmaus Neomys fodiens verwechselt wird. V. Knorre gibt ein genaues Verbreitungsbild für Thüringen und diskutiert akute Gefährdungen sowie Schutzmaßnahmen.
Auch die Alpen-Gänsekresse Arabis alpina ist in Thüringen eine seltene Art, die hier weit außerhalb ihrer typischen Siedlungsgebiete vorkommt. Derzeit sind in Thüringen am Südrand des Harzes nur zwei Standorte bekannt. Schwarzberg & Barthel (†) stellen die hierzulande unbekannte Art vor und geben einen historischen Abriß von der Entdeckung 1840 bis heute. Die beiden verbliebenen Wuchsorte werden vorgestellt und die Bemühungen zu deren Schutz erläutert.
Das Graue Langohr Plecotus austriacus ist eine ebenfalls vom Aussterben bedrohte Art in Thüringen. Gombert & Schorcht vergleichen die Ergebnisse von Winterquartierkontrollen in der Thüringer Vorderrhön und weisen dabei einen extremen Bestandseinbruch von über 90 Prozent für diese Fledermausart nach. Aktuell wird ein Artenhilfsprogramm erarbeitet, das als Grundlage zur Erhaltung der Art dienen soll.
Weiterte Beiträge informieren über die Ergebnisse der Tagung „Moorschutz und Moor-Revitalisierung in den Kammlagen des Thüringer Waldes“, neu gesicherte Naturschutzgebiete sowie über die Arbeit verschiedener Naturschutzverbände bzw. -vereine.

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Das diesjährige LNT-Sonderheft ist dem Grünen Band in Thüringen gewidmet. Sklenar würdigt den Wandel der ehemaligen Grenze vom unüberwindlichen Bollwerk zum heutigen Kleinod. Franz & Frobel berichten über die historische Entwicklung sowie die Bedeutung, die das sog. „Niemandsland“ der Grenze in Westdeutschland für Niederwild und seltene Vogelarten wie Raubwürger, Neuntöter und Braunkehlchen bereits in den 1970er-Jahren besaß. Unmittelbar nach der Grenzöffnung 1989 verfasste der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine heute noch gültige Resolution zum Schutz und zur Entwicklung des Grenzstreifens – der Begriff des „Grünen Bandes“ wurde geprägt. Franz, Püschel, Schrader & Werres stellen unter Mitarbeit von Schmidt die aktuelle Situation vor. Seit 2010 sind größere Teile des Grünen Bandes im Besitz der Stiftung Naturschutz Thüringen, die eine extensive Nutzung sicherstellt. Zwei Naturschutzgroßprojekte – „Grünes Band Eichsfeld – Werratal“ und „Grünes Band Rodachtal – Lange Berge – Steinachtal“ – werden exemplarisch im Heft dargestellt.
Schlumprecht dokumentiert seit 2011 die Entwicklung der Stiftungsflächen im „Grünen Band“ und wies dabei zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten nach. Bereits 20 Jahre führten Glätzer & Franz ein Brutvogelmonitoring im südlichen Landkreis Hildburghausen durch. Diese Langzeituntersuchung ermöglicht solide Aussagen zu den Bestandstrends der erfassten Arten. Die generelle Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt, vor allem deren Besonderheiten, beschreiben Fritzlar, Westhus, Grünberg & Korsch in ihrem Beitrag.


Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Europas Falken

Vortrag im Museum für Naturkunde Gera am 15. Januar (Beginn 19:00 Uhr)
(11.12.2014)

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(image-box-old: 2014/141211-2.jpg text: Gedenktafel Roland Bachmann layout: vertical)

Im Vortrag des ausgewiesenen Greifvogelkenners Torsten Pröhl (aus Kummer bei Schmölln im Altenburger Land) werden alle 11 europäischen Falkenarten einschließlich der Arten des nahen Ostens und Nordafrikas vorgestellt. Dabei reicht die Palette der von Falken besiedelten Lebensräume von den Eiswüsten der Arktis bis zu den Sand- und Steinwüsten der Sahara.
Der Besucher erfährt viel Interessantes über Jagd- und Ernährungsgewohnheiten, Brut und Jungenaufzucht sowie über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen.

Torsten Pröhl war ein „Schüler“ Roland Bachmanns und bekam von ihm viel Wissenswertes über unsere Greifvögel mit auf den Weg gegeben. Der Vortrag soll an die umfassende Naturschutzarbeit Roland Bachmanns (1950–1994) erinnern.


Koalitionsvertrag pro Natur

NABU Thüringen begrüßt Koalitionsvertrag
(20.11.2014)

Der NABU Thüringen sieht im Koalitionsvertrag der Parteien DIE LINKE, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eine Chance für den Naturschutz. Der Verband begrüßt vor allem die Einführung von zehn Meter Uferrandstreifen, die Verbesserung des Waldnaturschutzes , die Aufstockung des Förderprogramms „Entwicklung Natur und Landschaft“ (ENL) und die Verbesserung des Natura 2000-Schutzes.
„Die Koalition hat die Weichen für eine zukunftsfähige Natur- und Umweltschutzpolitik in Thüringen gestellt“, äußert sich Mike Jessat, Landesvorsitzender des NABU Thüringen. So ist z.B. die Einführung des Uferrandstreifens ein besonderer Zugewinn für die Natur. Die Parteien möchten mit dieser Maßnahme die eigendynamische Entwicklung der Fleißgewässer ermöglichen und Stoffeinträge u.a. aus der Landwirtschaft reduzieren. „Unsere Auen sind aber auch wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Die Reduzierung des Ackerbaus in den zehn Metern kommt dann auch Biber und Eisvogel zu Gute“, erklärt Mike Jessat.

„Auch die Entscheidung zur FSC-Zertifizierung des Thüringer Staatswaldes war längst überfällig. Unser Wald kann jetzt nach sozialen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten gleichermaßen bewirtschaftet werden“, erfreut sich Mike Jessat. Ebenso wichtig für den Naturschutz ist die Aufstockung des ENL-Förderprogramms, von derzeit vier auf fünf Millionen im ersten Jahr mit einem jährlichen Zuwachs von einer Million Euro bis zum Ende der Legislatur. „Diese Mittel sind für uns besonders wichtig, denn nur so können wir auch große Naturschutzprojekte stemmen. Aktuell läuft über dieses Förderprogramm zum Beispiel unser Wiesenbrüterprojekt, bei dem 50 Hektar Feuchtgebiete neu belebt werden.“

Im Verlauf der kommenden Wahlperiode sollen für alle NATURA 2000-Gebiete Managementpläne erstellt und eine Schutzgebietssteuerung z. B. durch zehn biologische Stationen erreicht werden. „Solche Managementpläne fordern wir schon eine halbe Ewigkeit. In den meisten Fällen haben die Schutzgebiete ihre Schutzziele noch nicht erreicht. Von unseren NABU-Gruppen wird dies auch ständig bestätigt. Ein besserer Schutz muss einfach gewährleistet werden und aus den Managementplänen müssen aktive Maßnahmen folgen“, stellt Jessat fest. Die biologischen Stationen sollen bei der Umsetzung dieser Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen. Viele der anvisierten Ziele lassen sich jedoch nur mit den Nutzern, insbesondere der Land- und Forstwirtschaft umsetzen. Es bleibt zu hoffen, dass die Aufteilung auf zwei Ministerien hier nicht zu einer Selbstblockade führt.


Jürgen Ehrhardt
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Thüringen e.V.


Schwalben willkommen

(15.11.2014)

(image-box-old: 2014/141115.jpg text: Foto: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.)

Am 19. Oktober wurde Familie Berg aus Schwaara (nordöstlicher Landkreis Greiz) mit der Auszeichung "Schwalben willkommen" geeehrt – wie übrigens im Sommer vorigen Jahres schon der benachbarte Hof der Familie Jürgen Matthes. Der Hof von Familie Berg ist seit vielen Jahrzehnte ein sicherer Einstand für Rauch- und Mehlschwalben.Der NABU sagt „Danke!“


Giftanschlag auf Biodiversität

Keine weitere Ausbringung von Giftweizen auf Ackerrandstreifen
(15.11.2014)

Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) hat verfügt, dass Maßnahmen zur Bekämpfung von Feldmäusen in Nichtkulturland bis Ende Dezember diesen Jahres erlaubt sind. Bereits seit September darf Ratron-Giftweizen unter anderem auch auf Ackerrandstreifen, Straßenrändern und Böschungen ausgebracht werden. Mike Jessat, Landesvorsitzender des NABU Thüringen, bezeichnet diese Vorgehensweise als einen Anschlag auf die Biodiversität: „Auf der einen Seite ergreift und fördert das Land Maßnahmen, um die Biodiversität in Thüringen zu erhalten. Auf der anderen Seite wird zugelassen, daß in unserer ausgeräumten Landschaft Gift in ökologisch wertvolle Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, ausgebracht wird.“ Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weist der in den Giftködern enthaltene Wirkstoff Zinkphosphid eine sehr hohe Giftigkeit gegenüber Vögeln und Säugetieren auf. Normalerweise wird Ratron mit Legeflinten in Mäuselöcher gesteckt. Ackerrandstreifen und Böschungen bieten aber auch Tieren, die auf der Roten Liste stehen, wertvolle Lebensräume. Dies gilt auch für die gefährdete Feldspitzmaus. „Feldspitzmaus und Feldmäuse nutzen oft dieselben Gänge. Es ist zu erwarten, dass Feldspitzmäuse nach längerer Zeit die vergifteten Kadaver als Nahrungsquelle nutzen. Ein solcher Einsatz von Giftmitteln kann gravierende Auswirkungen auf die sowieso schon schwachen Populationen haben“, erklärt Mike Jessat. Man sollte nicht von biologischer Vielfalt, Artenschutz und europäischer Verantwortung sprechen, wenn man so verantwortungslos mit Giften in der offenen Landschaft umgeht. Der NABU Thüringen fordert die Allgemeinverfügung der TLL schnellstens außer Kraft zu setzten.


Jürgen Ehrhardt
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Thüringen e.V.


Der Habicht – ein verfolgter Jäger

(28.10.2014)

(image-box-old: 2014/141028.jpg text: Fotos: Pröhl und Leo/fokus-natur.de)
Der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben den Habicht (Accipter gentilis) zum „Vogel des Jahres 2015“ gewählt. Auf den Grünspecht, Vogel des Jahres 2014, folgt damit ein Greifvogel, der wie viele andere seiner Verwandten immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt ist, obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er Jahren verboten ist.

„Illegal abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind nach wie vor trauriger Alltag. Es gibt immer noch einzelne Jäger, die ihn als Konkurrenten bei der Jagd auf Hasen und Fasane sehen. Auch bei Geflügel- und Taubenzüchtern ist der Habicht besonders unbeliebt. Jährlich stellen Polizisten und Tierschützer in Deutschland Habichtfangkörbe sicher – viele davon in der Nähe von Taubenhaltungen“, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz.

Weiterlesen auf nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres


Die Rückkehr der Wölfe nach Thüringen

Vortrag am 13. November im Museum für Naturkunde Gera
(22.10.2014)

(image-hero-old: 2014/141022.jpg text: Wolf (Canis lupus)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Noch vor 150 Jahren lebten Wölfe in ganz Europa neben dem Menschen. Sie gehörten zur gegeben Naturausstattung und hatten ihren Platz im ökologischen Gefüge. Mittels Verfolgung und Jagd rottete der Mensch jedoch fast den gesamten Wolfbestand in Mitteleuropa aus. So wurde im Jahre 1904 der letzte Wolf in Deutschland bei Hoyerswerda geschossen.
Seit gut einem Jahrzehnt bestehen im Osten Deutschlands kleinere Wolfsrudel. Zudem ist der Wolf gesetzlich streng geschützt, doch viele Vorbehalte gegenüber dieser Tierart existieren noch immer. Das über die Jahrhunderte geprägte Bild vom „bösen Wolf“, der Großmutter und Rotkäppchen frißt sowie Herden reißt, ersteht in Diskussionen wieder auf. Der NABU Gera-Greiz lädt am Donnerstag, den 13. November um 19.00 Uhr in das Naturkundemuseum Gera ein, um einen der besten hiesigen Kenner zu Wort kommen zu lassen.
Herr Silvester Tamás, Stellvertretender Vorsitzender des NABU Saale-Holzland-Kreis und zgl. Sprecher der „Landesarbeitsgemeinschaft Wolf“ des NABU Thüringen wird über die Kulturgeschichte, Biologie und Ökologie sowie die aktuelle Verbreitung des Wolfs in Deutschland sprechen und die Richtlinien zu seinem Schutz erläutern. Weiterhin werden der Managementplan Wolf des Freistaates Thüringen einschließlich Präventions- und Herdenschutzmaßnahmen sowie hierfür mögliche Förderungen vorgestellt.

Pressemitteilung zur Sonderausstellung im Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg


E. Titz rief und viele kamen: 37. Einsatz Kölbelwiese

(13.10.2014)

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Zum nun 37. (!) Einsatz auf der bekannten Kölbelwiese unterhalb von Arnsgrün hatte am 04.10.14 Eckardt Titz eingeladen und über 40 fleißige Helfer waren bei strahlendem Herbstwetter angerückt. Bei nunmehr verkleinerter Fläche, der Hauptteil wird erfolgreich beweidet, wurde der Einsatz schon nach 2 Stunden beendet und bei dem wie immer leckeren Frühstück, konnten angeregte Gespräche geführt werden. Die langjährige Pflege des botanisch äußerst wertvollen Feuchtgebietes ist eine Erfolgsgeschichte, welche dem beharrlichen Einsatz von E. Titz und vielen von ihm über die Jahre geworbenen Helfern zu verdanken ist.

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Wiesen wie diese, sind heute nur noch kleine Inseln inmitten des eintönigen „Grünlandes“ und deshalb in ihrem Wert nicht hoch genug zu bewerten. Bitte also schon jetzt für nächstes Jahr wieder vormerken und dann unter 036628/60452 anmelden.


Jahreshauptversammlung 2014

(23.09.2014)

(image-hero-old: 2014/140923.jpg text: Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.)
Die diesjährige Jahreshauptversammlung fand am 20.09. wie in den Vorjahren in Frießnitz statt, um nach der Versammlung auf kürzestem Weg zur Exkursion an den Frießnitzer See zu gelangen. Der Vorstandvorsitzende würdigte im Rechenschaftsbericht die vielfältig geleistete Arbeit – Stichwort Frießnitzer See, Wechselkröte, Lebensraum Kirchturm, Streuobst- und Orchideenwiesenpflege, Vogelzählung und -beringung, Amphibienzäune u.a.m. – und danke allen an- und abwesenden Mitgliedern hierfür herzlich. Der Kreisverband wuchs in den letzten Monaten kräftig und hatte per 31. August über 700 Mitglieder. Die Einbeziehung der neuen Mitglieder in unsere Arbeit war ein wesentlicher Diskussionsschwerpunkt. Hernach wurde der alte Vorstand entlastet und in fast unveränderter Besetzung erneut im Ehrenamt bestätigt. Für Dirk Höselbarth, der bedauerlicherweise beruflicher Gründe halber nach Erfurt ziehen muß, wodurch wir ein aktives Gründungsmitglied unseres Kreisverbands verlieren, wurde Mario Scholz als Beisitzer neu in den Vorstand gewählt. Wir danken Dirk Höselbarth für sein langjähriges Wirken im NABU Gera-Greiz. Der Naturschutz in und um Gera verliert damit einen der besten Kenner dieser Region.
Die anschließende Exkursion leitete Christoph Kummer, derzeit einer der Fachkundigsten des Frießnitzer Sees.


Pflegeeinsatz Kölbelwiese 2014

(23.09.2014)

(image-box-old: 2012/121008.jpg text: 67 motivierte Mitstreiter des letzten Einsatzes am 6. Oktober 2012
Foto: Eckhard Titz/Ortsgruppe Zeulenroda im NABU Gera-Greiz e.V.)

Am 4. Oktober findet wieder der traditionelle Pflegeeinsatz auf der Orchideenwiese an der Kölbelwiese bei Arnsgrün statt. Treffpunkt ist 7:30 Uhr auf dem Parkplatz am Friedhof in Zeulenroda bzw. 8:00 direkt an der Kölbelmühle. Das Ende wird zur Mittagszeit sein, ausreichend Frühstück wird bereit gestellt. Gummistiefel sind notwendig.

(image-box-old: 2012/121008-2.jpg text: Mähen sowie Abtransport des Mahdguts
Foto: Eckhard Titz/Ortsgruppe Zeulenroda im NABU Gera-Greiz e.V.)

Da in diesem Jahr nicht so viele Helfer zur Verfügung stehen, ist jede helfende Hand willkommen. Für Nachfragen steht Herr E. Titz von der NABU-Ortsgruppe Zeulenroda unter 036628/60452 zur Verfügung.


Mißachtung und Achtung der Natur

(03.09.2014)

(image-box-old: 2014/140903-2.jpg text: Foto: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.)

Im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen des Neubaus der B2 (sog. "Nordost-Tangente") bei Gera wurden zahlreiche Obstbäume entlang der Wirtschaftwege gepflanzt. Per Gesetz besteht für den Vorhabensträger eine dreijährige Pflegeverpflichtung. Danach kümmert sich in den meisten Fällen niemand mehr um die Bäume, die gerade in den ersten Jahren besonders pflegebedürftig sind. Fehlende Niederschläge und ausbleibender Obstbaumschnitt führ(t)en bereits zu zahlreichen Verlusten, sprich dem Absterben der Bäume. Am Wirtschaftsweg zwischen Schwaara und Dorna wurde innerhalb weniger Monate bereits zum zweiten Mal ein gesunder Baum vorsätzlich umgebrochen. Der NABU hat Anzeige beim Landratsamt Greiz erstattet und bittet um Hinweise, die zur Aufklärung führen können.

Ein ganz anderes, erfreuliches Bild stammt aus Negis (Stadt Gera) vom Hof der Familie Helmut Voigt, in dessen Stall zwischen 50–100 Schwalben nächtigen. Der NABU dankt für das Offenhalten der Stallfenster und die Achtung gegenüber der Natur.

(image-hero-old: 2014/140903.jpg text: Foto: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.)


Gentechnik-Newsletter IV/2014

(02.09.2014)

Vor wenigen Tagen erschien die vierte Ausgabe des Gentechnik-Newsletters, der vom Thüringer Ökoherz e.V. und dem Förderverein Deutsches Bienenmuseum Weimar e.V. herausgegeben wird.


Gentechnik-Newsletter IV/2014


Die bemerkenswerte Beobachtung …

(29.08.2014)

(image-hero-old: 2014/140829.jpg text: Foto: Hans Rohn)

… von sechs Weiß- und einem Schwarzstorch gelang Hans Rohn am 29.08.2014 auf dem frisch gemähten Grünland neben der Gasverdichterstation in Rückersdorf. Die sofortige Nutzung als Nahrungsfläche unterstreicht deutlich die Notwendigkeit der Erhaltung extensiv bewirtschafteter Grünflächen im nordöstlichen Landkreis Greiz.


Wir haben es satt

(27.08.2014)

(image-box-old: 2014/140827.jpg layout: custom)
Am Freitag, den 5. September 2014, findet in Erfurt die erste „Wir haben es satt! Agrarindustrie abwählen!“–Demonstration statt. Ein breites Bündnis aus ErzeugerInnen, VerbraucherInnen und über 20 Organisationen aus dem Bereich Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz sowie Tierschutz fordern eine Agrarwende. Für den NABU Thüringen wird Martin Schmidt, Stellvertretender Landesvorsitzender, sprechen.

Treffpunkt

um 14:30 Uhr zur Kundgebung und zum Demo–Start Am Anger in Erfurt.
um 16:30 Uhr Abschlusskundgebung mit Musik und Essen Am Domplatz in Erfurt.

Mehr Infos: www.wir-haben-es-satt.de/start/5-sept-demo-erfurt/


Ökumenischer Schöpfungstag in St. Petri zu Dorna (Stadt Gera)

am Freitag, den 5. September um 18:00 Uhr
(17.08.2014)

(image-box-old: 2014/140819.jpg text: Foto: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V. position: left)

„Staunenswert sind deine Werke“,
wundert sich schon der Psalmist (139,14) über die Schöpfung. Selbst nach Jahrhunderten intensiver Erforschung der Natur stehen wir noch immer vor vielen Rätseln. Vieles haben wir erforscht, einst tödliche Krankheiten besiegt und die Welt zu einem Dorf gemacht, in dem Informationen in Bruchteilen von Sekunden die halbe Welt erobern. Gleichzeitig hat uns die Forschung vor tiefe Abgründe gestellt. Die Atomforschung oder auch die Genforschung zeigen, wie eng Segen und Fluch beieinanderliegen.“ Mit diesen einleitenden Worten will die Arbeitgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland auf die Bedeutung des Schutzes der Natur aufmerksam machen. Als regionalem Thema wird die Veranstaltung der Bedeutung von Streuobstwiesen wie auch dem hierzu gehörigen Baum des Jahres 2013 – dem Wildapfel als Urahn heutiger Apfelsorten – gewidmet sein. Als Referenten werden U. Conrad und K. Schultheiß in die Thematik einführen. Die Veranstaltung, findet in Zusammenarbeit mit der Sektion Gehölzkunde der GFNG und dem NABU Gera-Greiz e.V. statt. Seien Sie herzlich eingeladen!


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ 2/2014 erschienen

(12.08.2014)

(image-box-old: 2014/140812.jpg text: Deckblatt position: left layout: vertical)
Themenschwerpunkt ist der Erhaltungszustand der Arten und Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie in Thüringen, der alle sechs Jahre für die nach FFH-Richtlinie geschützten Arten und Lebensräume ausgewertet und dem Bund bzw. der EU-Kommission gemeldet werden muß. Aufbauend auf einem Monitoring der Berichtsperiode von 2007–2012 geben die Autoren einen Überblick über die aktuellen Erhaltungszustände im Vergleich zur Berichtsperiode 2001–2006. Dafür standen erstmals bundesweit einheitliche Erfassungs- und Bewertungsmethoden und eine im Rahmen des Monitorings gewonnene breitere Datenbasis zur Verfügung. Die Bilanz fällt für das „grüne Herz Deutschlands“ beschämend aus.

MUSCHE et al. beschäftigen sich mit der Entwicklung eines Konzeptes für ein Monitoring der Auswirkungen des Klimawandels auf die biologische Vielfalt Thüringens. Dazu wurden einerseits geeignete Indikatoren vorgestellt und andererseits bestehende Thüringer Monitoringprogramme auf ihre Verwendbarkeit hierfür geprüft und Verbesserungsempfehlungen formuliert. Veränderungen der Phänologie, die Populationsentwicklung klimasensitiver Arten, die Verschiebung von Verbreitungsgebieten und die Veränderung der Zusammensetzung von Artengemeinschaften sind geeignete Indikatoren.

MÄCHLER weist in seinem Betrag auf die Gefahren von Straßenentwässerungssystemen für Lurche und Kriechtiere hin. Die bei Wartungs- und Reinigungsarbeiten im Stadtgebiet Arnstadt gesammelten Daten verdeutlichen die Gefahrenpunkte. Es werden Empfehlungen zum technischen Amphibienschutz gegeben sowohl für bestehende Systeme, als auch für den Neubau.

BEHRENS & HOFFMANN stellen das Studienarchiv Umweltgeschichte in Neubrandenburg als einen zentralen Ort zur Bewahrung und Aufarbeitung ostdeutscher Landschafts- und Umweltgeschichte und DIEM den Verein „Jungdo-Hütte im Röthengrund e.V.“ Sonneberg vor. Persönliches zum Gedenken an W. SCHRÖDTER, Literaturempfehlungen und Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen der TLUG runden das Heft ab.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


NABU-Prüfsteine auf dem Weg zur Landtagswahl

Aktion „www.natürlich-wählen.de“ für mehr Transparenz in der Natur- und Umweltschutzpolitik
(17.07.2014)

(image-box-old: 2014/140717.jpg text: Plakat
Ansicht des Plakats als PDF-Dokument)

Im Vorfeld der Landtagswahl 2014 startete der NABU Thüringen seine Aktion „natürlich-wählen.de“. Anhand sogenannter Wahlprüfsteine wollte der Naturschutzverband erfahren, wie die derzeit im Landtag vertretenen Parteien in Zukunft mit dem Schutzgut Natur ressourcenschonend umgehen möchten.

„Wir können anhand der Antworten sehen, dass unsere Forderungen, die wir zur Landtagswahl 2014 herausgegeben haben, ernst genommen werden und die Parteien unsere Auffassungen in mal mehr und mal weniger Punkten teilen. Insbesondere bei der Frage von Hochwasserschutz und Gewässerrenaturierung negieren manche Parteien die aktuelle Brisanz. Andere wiederum sehen, dass hier schnell die Ärmel hochgekrempelt werden müssen, sagt Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen. Laut NABU ist der Zustand der meisten Gewässer in Thüringen als kritisch zu betrachten und nicht zuletzt sind verbaute Gewässer ein Auslöser für Hochwasserereignisse. Trotz vieler Anstrengungen des Freistaates sind die Gewässer in Thüringen weiterhin stark belastet. Diffuse Einträge aus der Landwirtschaft, die Entsorgung von salzhaltigen Laugen in die Werra und der Wegfall eines wirksamen Schutzes von Uferrandstreifen sind nur einige Faktoren, die eine Verbesserung des Gewässerzustandes verhindern. „Ebenso sollte das Hochwasser 2013 gezeigt haben, dass in punkto nachhaltiger Hochwasserschutz viel getan werden muss.

Für die Fließgewässerauen müssen Landnutzungsformen festgeschrieben werden, die die Belange des Hochwasserschutzes, des Naturschutzes und der Gewässerreinhaltung gleichermaßen erfüllen. Unser Dreistufenplan zum nachhaltigen Hochwasserschutz gibt hierbei ein gutes Konzept vor“, sagt Jessat. Immerhin wollen sich alle befragten Parteien diesen aufgeführten Problemen im Falle einer Wahl stellen – wenn auch mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung.

Die Geister scheiden sich bei der Frage zum Konzept des Landes zur Schaffung von nutzungsfreien Waldflächen. „Aus unserer Sicht geht die Umsetzung viel zu langsam vor sich und das Versprechen 25.000 Hektar Wald aus der Nutzung zu nehmen, muss in den nächsten 3 Jahren umgesetzt werden. Wir wollen vor allem große zusammenhängende Waldflächen mit alten Baumbeständen retten, in denen die natürliche Prozesse der Waldentwicklung ungestört ablaufen können“, stellt Jessat klar.

Einige Parteien unterstützen im Wesentlichen die NABU-Forderung und lehnen klar die Einbeziehung von Einzelbäumen und Splitterflächen mit rein statistischen Effekten in die Flächenkulisse ab.

Vor allem der Mangel an artenreichen Blütenpflanzen in der freien Landschaft machen Honig- und Wildbienen sowie vielen anderen Insekten neben zunehmenden Umweltbelastungen das Leben schwer. „Mit dem Verlust der Artenvielfalt verlieren wir Menschen auch einen Teil unserer Lebensgrundlagen und ohne die Bestäubungsleistung der Bienen können viele Wild- und Kulturpflanzen weder Samen noch Früchte bilden“, bemängelt Mike Jessat. Um das Überleben der Bienen zu fördern, fordert der NABU einen Mindestanteil von 10 Prozent ökologischen Vorrangflächen einschließlich Blühstreifen und Ackerrainen. Zwar erkennen alle befragten Parteien die Verantwortung der Landwirtschaft in diesem Bereich an, die Schlussfolgerungen reichen allerdings von einer weiteren Ursachenforschung, über eine Fortführung bestehender Förderprogramme bis zu einer grundlegenden Neujustierung der Agrarförderung.

Alle Fragen des NABU an die Parteien und deren Antworten können unter www.natürlich-wählen.de eingesehen werden.

Mit dieser Aktion möchte der NABU für mehr Transparenz in der Natur- und Umweltschutzpolitik sorgen und es den Thüringer Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, sich über die Sicht der Parteien zu Natur- und Umwelschutz zu informieren. „Wer auch immer die künftige Regierung stellen wird. Wir werden dessen zukünftige Arbeit auch anhand der abgegebenen Versprechen in den nächsten 5 Jahren aufmerksam, konstruktiv und wo nötig kritisch begleiten“, so Jessat abschließend.


Jürgen Ehrhardt
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Thüringen e.V.


Rote Listen in der Thüringer Museumslandschaft

Museum Hohenleuben-Reichenfels von Schließung bedroht
(09.08.2014)

Die "Rote Liste" war bisher Ausdruck der Gefährdung bestimmter Pflanzen- oder Tierarten. Nun gibt es neue, andere "Rote Listen". Über die Grenzen Thüringens hinaus sorgte die drohende Schließung des Museums Burg Ranis für Aufsehen. Ebenso akut bedroht ist das Museum Hohenleuben-Reichenfels (MHR), welches, obwohl eine einzigartige Sammlung beherbergend, weniger bekannt ist, weshalb die skandalösen Vorgänge um die drohende Schließung bisher nur verhaltene öffentliche Resonanz fanden. Ein Paukenschlag war die Einstufung des Museums als gefährdet durch den Deutschen Kulturrat: www.kulturrat.de/dokumente/Rote_Liste_4_2014.pdf

Das MHR wurde 1950 eröffnet, nachdem das Museumsgebäude zur Aufnahme der Bibliothek und Sammlung des 1825 gegründeten Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins zu Hohenleuben (VAVH) ab 1938 errichtet wurde. Sowohl Bibliothek als auch Sammlung wurden – im Gegensatz z.B. zur Bibliothek des Naturkundlichen Museums MAURITIANUM Altenburg, die nach 1949 in alle Winde zerstreut wurde – niemals getrennt oder zerrissen; ein Glücksfall hinsichtlich dieser wissenschaftlich für Westsachsen und Ostthüringen hochbedeutenden Bibliothek und Sammlung sowie in Anbetracht der an manchen Orten stattgefundenen Vernichtung solchen Kulturgutes im Zweiten Weltkrieg fast unglaublich.

Im Jahr 1990 nahm der VAVH seine Arbeit wieder auf und hat seitdem in hohem Maße durch wissenschaftliche und weitere, immer ehrenamtliche Arbeit den Erhalt und die Entwicklung des Museums gefördert. Doch dem VAVH allein wird es nicht möglich sein, das Museum zu erhalten. Die Stadt Hohenleuben, der Landkreis Greiz wie auch der Freistaat Thüringen sind in der Pflicht, eine ausreichende Finanzausstattung sicherzustellen, um dieses auch hinsichtlich der Landeskunde und des Naturschutzes überregional bedeutende Museum dauerhaft zu erhalten. Es wird gebeten, den beigefügten Aufruf des VAVH zu unterzeichnen und an den VAVH, Reichenfels 1a in 07958 Hohenleuben zu senden.


Nitratbelastung im Grundwasser: Kommission fordert Deutschland zum Handeln auf

Die Europäische Kommission hat Deutschland am 10. Juli erneut ermahnt, stärker gegen die Verunreinigung von Wasser durch Nitrate vorzugehen.
(15.07.2014)

„Sie hat die zweite Stufe im laufenden Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet und kann im nächsten Schritt Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einreichen, wenn Deutschland nicht binnen zwei Monaten reagiert. Trotz einer zunehmenden Nitratbelastung des deutschen Grundwassers und der Oberflächengewässer, einschließlich einer Eutrophierung vor allem der Ostsee, hat Deutschland nicht genug für die Reduzierung oder Prävention der Nitratbelastung getan. Das schreibt das geltende EU-Umweltrecht aber vor.

Nitrate sind für das Wachstum von Pflanzen erforderlich und werden häufig als Düngemittel eingesetzt. Überhöhte Mengen können jedoch in Süßwassergewässern und in der Meeresumwelt Schäden verursachen, da sie das Wachstum von Algen fördern, die anderes Leben ersticken (Eutrophierung). Zudem verursacht die Entfernung von Nitraten aus dem Trinkwasser hohe Kosten.

In Deutschland ist die Düngeverordnung das Hauptinstrument zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie. Deren Vorgaben werden jedoch bisher klar verfehlt: Die jüngsten von Deutschland vorgelegten Zahlen zeigen, dass der vorgeschriebene Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser zwischen 2008-2011 an über der Hälfte (50,3 Prozent) aller Messstellen überschritten wurde, unverändert gegenüber dem Zeitraum 2004-2007. Im Vergleich zu 2004-2007 stieg die Nitratbelastung sogar an 40 Prozent aller Messstellen. Dennoch wurden seitens Deutschlands keine Sofortmaßnahmen ergriffen, um gegen die Nitratbelastung im Wasser vorzugehen, wie es die EU-Nitratrichtlinie vorsieht. Dazu könnten laut Richtlinie eine stärkere Begrenzung der Ausbringung von Düngemitteln auf landwirtschaftlichen Flächen oder ein Verbot für das Ausbringen bestimmter Düngemittel während bestimmter Zeiträume zählen.

Am 18. Oktober 2013 hatte die Kommission Deutschland ein Fristsetzungsschreiben übersandt, die erste Stufe eines Vertragsverletzungsverfahrens. Da seitdem aus Sicht der Kommission seitens Deutschland keine adäquaten zusätzlichen Sofortmaßnahmen zur Verringerung der Nitratbelastung erfolgten, hat die Kommission auf Empfehlung des EU-Umweltkommissars Janez Potočnik heute die zweite Stufe eingeleitet und eine mit Gründen versehene Stellungnahme übermittelt. Deutschland wird darin aufgefordert, die EU-Vorschriften einzuhalten. Falls Deutschland nicht binnen zwei Monaten reagiert, kann die Kommission Deutschland vor dem Gerichtshof der Europäischen Union verklagen.

Mehr Informationen (in englischer Sprache) zur EU-Nitratrichtlinie hier, die Richtlinie selbst finden Sie hier.

Allgemeine Informationen zu Vertragsverletzungsverfahren hier.“


Quelle der Pressemitteilung: ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12542_de.htm


Schatzkammer der Natur in neuem Gewand

(07.07.2014)

Das im Zuge eines ENL-Projektes komplett neu ausgeschilderte Naturschutzlehrobjekt Rückersdorf, eine Schatzkammer der Natur, wurde am 5. Juli im Rahmen der TourNatur symbolisch eröffnet:

Der Besuch ist überaus lohnenswert!


Herbizidresistente, gentechnisch veränderte Pflanzen beschleunigen den Biodiversitätsverlust

(30.06.2014)

Bern/Bonn/Wien, 27. Juni 2014: Das Bundesamt für Naturschutz Deutschland (BfN) und die Umweltbundesämter Österreichs und der Schweiz ziehen eine kritische Bilanz zu den Auswirkungen des langjährigen Anbaus von herbizidresistenten, gentechnisch veränderten Pflanzen. Solche Kulturen treiben die Intensivierung der Landwirtschaft und damit den Biodiversitätsverlust weiter, so die drei Institutionen.

Das deutsche Bundesamt für Naturschutz, das österreichische Umweltbundesamt und das schweizerische Bundesamt für Umwelt haben im Rahmen einer Literaturstudie untersuchen lassen, wie sich der langjährige Anbau herbizidresistenter gentechnisch veränderter Pflanzen (GV) auf die Umwelt auswirkt. Im Rahmen dieser Arbeit wurden Anbaupraktiken von GV-Pflanzen in Übersee und die Auswirkungen ihrer Bewirtschaftung auf die Ackerbegleitflora sowie die biologische Vielfalt analysiert.

Eine intensive Landbewirtschaftung inkl. der Verwendung hoher Mengen an Pflanzenschutzmitteln sind Hauptursachen für den Verlust von Biodiversität. In Nord- und Südamerika werden seit knapp 20 Jahren gentechnisch veränderte Pflanzen mit Resistenzen gegen verschiedene Totalherbizide (z.B. Glyphosat) großflächig angebaut. Die Studie zeigt, dass im Verlauf dieser Zeit der Herbizidverbrauch kontinuierlich ansteigt. Die Folge ist eine deutliche Abnahme der Biodiversität auf und neben den Ackerflächen.

Auswirkungen von herbizidresistenten Nutzpflanzen

Der intensive, langjährige Anbau von herbizidresistenten Pflanzen und der damit verbundene Einsatz von Totalherbiziden führen zum Aufkommen von herbizidresistenten Ackerbeikräutern. Es werden daher zunehmende Mengen von Totalherbiziden, meistens Glyphosat und weitere Herbizide eingesetzt. Die intensive Verwendung von Pflanzenschutzmitteln führt auch zu einem Verlust von Tierarten in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen. Die ExpertInnen gehen davon aus, dass dieser Effekt eine der Ursachen für den Rückgang auch von geschützten Arten, wie z.B. dem Monarchfalter in Amerika, darstellt.

Der umfassende Bericht "Agronomic and environmental aspects of the cultivation of genetically modified herbicide-resistant plants" ist zu finden unter: www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/skript362.pdf

Franz August Emde
Referat Presse/Öffentlichkeitsarbeit
Konstantinstraße 110, 53179 Bonn
E-Mail: presse@bfn.de


Quelle der Pressemitteilung:
www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=4952


Öffentlichkeitsarbeit vor Ort

(30.06.2014)

(image-hero-old: 2014/140630.jpg text: NABU-Stand
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.)

Am 28.06. fand traditionell der "Tag der offenen Tür" der WISMUT GmbH bei Ronneburg statt. Ein herzlicher Dank sei den NABU-Aktiven P. Schramm. L. Wolfram, M. Scholz, R. Kochinka, A. Oehler und E. Schmeißer für ihre Betreuung des NABU-Standes ausgesprochen, an dem die Anliegen des NABU von vielen Besuchern wahrgenommen wurden.


Insekten – Leben auf sechs Beinen. Biologie und Sammlungsschätze

Neue Sonderausstellung im Museum für Naturkunde Gera
(23.06.2014)

(image-box-old: 2014/140623_Flyer_Insekten_DRUCK_V.jpg layout: vertical)

Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 26. Juni 2014, um 16.00 Uhr im Museum für Naturkunde Gera statt.

Den Eröffnungsvortrag wird Herr Ronald Bellstedt, Vorsitzender des Thüringer Entomologenverbandes e.V. halten. Entsprechend der Regelung der Eintrittspreise der Museen der Stadt Gera wird ein Sondereintritt von 2,50 Euro erhoben. Mitglieder der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V., der Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde sowie Leihgeber und Sponsoren haben selbstverständlich freien Eintritt.

Für Rückfragen: Kornelia Meyer, Wiss. Mitarbeiterin am Museum für Naturkunde Gera, Nicolaiberg 3 in 07545 Gera, E-Mail: meyer.kornelia@gera.de


Pressetext


„… sind im Garten“ – Wulf Kirsten liest im Klostergarten Mildenfurth

(17.06.2014)

Am 6. Juli (Beginn 17.00 Uhr) wird Kirsten im Klostergarten Mildenfurth Gedichte, Geschichten und Anekdoten rund um den Garten vortragen, wobei dieser als Lebensort im Mittelpunkt steht. Neben der eigenen Beziehung zum Garten wird er u.a. von der Gartenliebe Johann Gottfried Herders berichten und sein Wissen über Gartenschönheiten Weimars mitteilen.

Wulf Kirsten arbeitete ab 1965 als Lektor im Aufbau Verlag in Weimar. Seit 1987 freischaffend, engagierte er sich vor und während der Wendezeit in der Bürgerbewegung. Sein Schaffen ist maßgeblich geprägt von der tiefgreifenden Natur- und Landschaftszerstörung infolge der Einführung der industriellen Produktion ab ca. 1960 („Kollektivierung der Landwirtschaft“). Als Chronist der heute weitestgehend verschwundenen kleinbäuerlich geprägten Kulturlandschaft wies Kirsten schon früh auf die gravierenden ökologischen Folgen dieser Landschaftsverheerungen hin.

Kartenbestellungen können unter 036603 / 22876 vorgenommen werden.


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ 1/2014 erschienen

(17.06.2014)

(image-box-old: 2014/140617.jpg text: Deckblatt position: left layout: vertical)

Auch im neuen Heft werden verschiedenste Aspekte der Thüringer Naturschutzarbeit kompetent vermittelt. F. PETZOLD & F. FRITZLAR stellen in „Basiserfassungen zur Libellenfauna – Landesweites Probestellennetz für ein Libellenmonitoring in Thüringen“ die Ergebnisse der ersten untersuchten Landkreise vor. Deren naturräumlichen Eigenheiten bedingen regionale Unterschiede im Artenspektrum. Erhebliche Defizite in der natur- und artenschutzgerechten Bewirtschaftung der Gewässer werden deutlich. Wenige herausragende Gewässer mit guter Habitatausstattung prägen die Biodiversität der Libellenfauna, während die Normallandschaft von strukturarmen, mehr oder minder intensiv genutzten, stark verarmten Gewässern charakterisiert ist. J. SCHINDHELM stellt in ihrem Beitrag „Wertvolle Heidekrautheiden und Trockenrasenbiotope im geschützten Landschaftsbestandteil „Heideflächen bei Rotheul“ in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

„Der Dörnaer Platz bei Mühlhausen – Ein bedeutendes Vorkommen der Gelbbauchunke Bombina variegata (Linnaeus, 1758) in Thüringen“ wird von E. LEHNERT beschrieben. Das ehemalige Militärgelände bot den Unken einen geeigneten Ersatzlebensraum. Seit der Einstellung der militärischen Nutzung wird ein stetiger Populationsrückgang beobachtet, dessen Ursachen und mögliche Erhaltungsmaßnahmen diskutiert werden.

In weiteren Beiträgen stellt J. RETTIG eine seltene Flechte in Thüringen vor, A. THIELE begleitet die Ilm-Kreis-Bereisung des Naturschutzbeirats, W. SAUERBIER & A. ROTHGÄNGER berichten über die Europäische Fledermausnacht 2013 im Kyffhäusergipskarst, J. ruft zum Schwalbenprojekt „Schwalben willkommen!“ des NABU Thüringen auf, G. VOGEL & A. ROTHGÄNGER informieren über einen Pflegeeinsatz der Landeskundlichen Exkursionsgruppe Weimar im Hochmoor „Saukopfmoor“ und R. TISCHBIER wirbt für den Umbau von Trafohäusern und anderen Gebäuden zu Artenschutztürmen.

Die Zeitschrift "Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen" erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


„Langer Tag der Natur 2014“ am 13. und 14. Juni 2014

(01.06.2014)

Am 13. und 14. Juni 2014 findet der vierte „Lange Tag der Natur“ in Thüringen statt. Der NABU Thüringen und die Stiftung Naturschutz Thüringen möchten mit dieser Aktion Menschen zusammenführen, die sich für die Natur begeistern.Die Themen zum „Langen Tag der Natur“ in diesem Jahr sind wieder sehr spannend und breit gefächert.

Wer sich über den „Langen Tag der Natur“ informieren möchte, der findet alle Veranstaltungen unter www.langer-tag-der-natur.de oder bestellt beim NABU Thüringen das Faltplakat zur Aktion.

Kontakt:
NABU Thüringen
Leutra 15, 07751 Jena
Telefon: 03641-605704
E-Mail: lgs@nabu-thueringen.de
www.nabu-thueringen.de.


Unterstützer gesucht!

Werbeaktion im Landkreis Greiz und der Stadt Gera
(27.05.2014)

(image-hero-old: 2014/140527.jpg text: Werbeteam NABU Gera-Greiz
Foto: Jürgen Ehrhardt, NABU Thüringen)

Im Landkreis Greiz und der Stadt Gera sind ab heute (v.l.n.r.) Ronny Parchert, Michael Werner, Marco Apel, Dirk Just und Andreas Zscharschuch mit Team-Leiter Marko Frech unterwegs, um Werbung für den NABU zu machen. Das Werbeteam ist in der gesamten Region unterwegs, um neue Fördermitglieder zu gewinnen. „Wir dürfen kein Bargeld entgegennehmen“ sagt Marko Frech. Es geht darum Aktive und Fördermitglieder zu werben, welche dem NABU eine stärkere Lobby geben. Mit den Geldern werden dann die Projekte des NABU unterstützt.

Besondere Anstrengungen wurden in den letzten Jahren im Landkreis Greiz für die Revitalisierung des Frießnitzer Sees, des Birkhäuser sowie des Kauernschen Teiches oder im Amphibienschutz unternommen. Weiterhin engagiert sich der NABU Gera-Greiz im Rahmen des Projektes „Lebensraum Kirchturm“ für den Schutz von gebäudebewohnenden Arten wie Dohle, Schleiereule, Mauersegler oder Turmfalke sowie Fledermäusen. Mit den eingeworbenen Fördergeldern wollen die Naturschützer im vor Ort auch zukünftig zahlreiche Projekte unterstützen, wobei die Erhaltung und Pflege von Streuobstwiesen sowie das Steinkauz-Artenschutzprojekt weitere Arbeitsschwerpunke darstellen. Auch ein NABU-Imker, der den NABU-Bienenstand im Naturschutzlehrobjekt Rückersdorf betreut, unterstützt diese Vorhaben. „Wir hoffen, dass wir nach der Werbeaktion weitere 20 aktive Unterstützer aber auch 100 neue Fördermitglieder gefunden haben“ sagt der stellvertretende Vorsitzende des NABU Gera-Greiz, Sebastian Schopplich auf Nachfrage. „Denn nur mit einem starken Kreisverband können wir die Interessen des Naturschutzes in der Region zielgerichtet umsetzen.“


Dohlenberingung 2014 in Gera und im nordöstlichen Landkreis Greiz

(25.05.2014)

(image-box-old: 2014/140525-4.jpg text: Foto: Annett Scholz, NABU Gera-Greiz e.V. layout: vertical)

Am 23.05. wurden durch Herrn Köhler in den Kirchen St. Petri zu Dorna (Stadt Gera) und in der Dorfkirche Brahmenau-Groitschen insgesamt 29 Dohlenjunge beringt. Dieses erfreuliche Reproduktionsergebnis verdankt sich den Bemühungen des NABU Gera-Greiz, in den hiesigen Kirchen Nistplätze für Dohlen und andere gebäudebewohnende Tierarten (z.B. Turmfalken und Schleiereulen) zu schaffen. In den letzten Jahrzehnten gingen vielerorts Nistmöglichkeiten verloren, wodurch der Dohlenbestand stark abnahm.

(image-box-old: 2014/140525-5.jpg text: Foto: Annett Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.)

Erst ab 2009, als mit der Umsetzung der Schutzmaßnahmen begonnen wurde, kehrten die Dohlen in ihre einstigen Lebensräume zurück.


Zauneidechsen-Projekte umgesetzt

(25.05.2014)

(image-hero-old: 2014/140525-3.jpg text: Foto: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.)

Im dem durch den NABU extensiv bewirtschafteten Pfarrgarten zu Dorna (Stadt Gera) und auf einer großen Streuobstwiese bei Hirschfeld, ebenfalls extensiv genutzt, bestehen seit Jahren kleine aber stabile Populationen der Zauneidechse. Um deren Habitatbedingungen zu verbessern, wurden auf beiden Flächen neben einer teilweisen Entbuschung im Winter mehrere Holz- und Steinhaufen angelegt. Zusätzlich erfolge die Schaffung von Eiablagenplätzen (Fotos).

(image-box-old: 2014/140525-2.jpg text: Foto: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V. position: left layout: vertical)

Einst war die Zauneidechse im nördlichen Landkreis Greiz bzw. der Stadt Gera eine "Allerweltsart". Infolge erheblicher Umweltverschlechterungen (z.B. zunehmende Landschaftszerschneidung durch Straßen, intensive Landwirtschaft oder starke Bewaldung des Bahndammes zwischen Schwaara und Zschippach) sind viele Vorkommen erloschen oder stark gefährdet. Als Art des Anhangs IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie genießt die Zauneidechse – als Schirmart für viele Arten mit ähnlichen Lebensraumansprüchen – besonderen Schutz und gilt als Art von gemeinschaftlichem Interesse.


NAJU-Veranstaltungen im Juni

Ornicamp und Erlebnis Bergwiese
(24.05.2014)

„Liebe Eltern,

im Juni bieten wir für Kinder und Jugendliche zwei Veranstaltungen in der Thüringer Natur an. Am Wochenende vom 20. bis 22. Juni können Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren beim Ornicamp "Nestflüchter" das Herbslebener Teichgebiet erleben. Im Fokus steht dabei die vielfältige Vogelwelt und das spielerische Erforschen von Fauna und Flora. Auf Entdeckungstour durch die Bergwiesen um Zella-Mehlis können Kinder und Jugendliche von 8 bis 14 Jahren zum Erlebniscamp "Bergwiese" gehen. Am Wochenende vom 27. bis 29. Juni geht es dabei auf die Suche nach Insekten und Amphibien, um viele Geheimnisse dieser Tiergruppen kennen zu lernen. Alles weitere kann den Infoblättern in der Anlage entnommen werden.

Wir freuen uns über viele interessierte Kinder und Jugendliche – am besten gleich anmelden!

Viele Grüße vom NAJU-Team.“


Naturschutzjugend Thüringen
Leutra 15, 07751 Jena
www.naju-thueringen.de


Informationen und Anmeldung zum Erlebniscamp Bergwiese
Informationen und Anmeldung zum Ornicamp Nestflüchter


Problematischer Neubürger

Rasante Ausbreitung des Orientalischen Zackenschötchens
(18.05.2014)

(image-hero-old: 2014/140518.jpg text: Naturschutzgebiet Pennicketal (Jena))

Wer diese Tage aufmerksam durch das Land fährt, wird die vielerorts üppig blühenden Bestände des Orientalischen Zackenschötchens (Bunias orientalis) wahrnehmen – nicht mit Raps zu verwechseln, dessen Blüte bald vorbei ist. Die Art hat sich in den letzten Jahren in Ostthüringen rasant ausgebreitet. Die Ursachen sind vielfältig. Diskutiert werden veränderte Landnutzung, massive Nährstoffeinträge, jahrelange Untätigkeit seitens Landmanagern und Behörden sowie weitere Faktoren.
Dr. G. Brehm von der Universität Jena schreibt hierzu: "Wer die Pflanze für harmlos hält, weil sie vorwiegend ohnehin nährstoffreiche Standorte bevorzugt (die naturschutzfachlich weniger interessant sind) sollte sich im Saaletal umschauen. Die Pflanzen erobern von den fetteren Standorten auch die trockeneren Wiesen und Halbtrockenrasen. Ungünstige Pflegeregime mit Schafen, ungünstige Mahdzeitpunkte und Mulchen haben die Ausbreitung beschleunigt. Durch 'kontaminierte' Bodentransporte finden sich die Pflanzen inzwischen an jeder Baustelle in Jena, an jedem Verteilerkasten und Telegrafenmasten, der neu gesetzt wird. Feldrandstreifen bestehen vielfach nur noch aus Zackenschoten und ein paar Gräsern und Brennessel.

Anbei ein Bild aus dem Naturschutzgebiet Pennickental in Jena für einen Eindruck, was passieren kann. Das sieht hübsch aus, ist aber ein Desaster für die biologische Vielfalt des Gebietes.

In Thüringen muss bei diesem Problem dringend gehandelt werden. Zum einen müssen wir die Naturschutzgebiete und andere wertvolle Naturflächen vor dem weiteren Vordringen bewahren. Zum anderen muss durch Aufklärung und andere Maßnahmen erreicht werden, dass der extremen Ausbreitungsdynamik der Pflanze ein Riegel vorgeschoben wird. Wir haben in Jena z.B. ein Informationsblatt aufgelegt und führen Bekämpfungsaktionen mit Freiwilligen durch. Zudem haben wir mit den städtischen Betrieben und vielen Landbesitzern über die richtige Mahd von Bunias gesprochen. Da das Problem auch viele andere Gebiete in Thüringen betrifft, sollte dies aber weitere Kreise auf Landesebene ziehen.

Das Faltblatt (elektronisch) finden Sie hier (eine Auflage für andere Gebiete ist nach Absprache problemlos möglich und kostengünstig):
www.phyletisches-museum.uni-jena.de/ausstellung-aktuelles.html

Konkret für dieses Jahr empfehlen wir Bunias ab sofort und so flächendeckend wie möglich zu mähen. Zur Zeit sind die Pflanzen gut zu erkennen und sie haben noch keine Samen ausgebildet. Im optimalen Fall werden die Pflanzen zu einem Zeitpunkt gemäht, an dem sie keinen zweiten Blühtrieb mehr bilden (im Raum Jena rechnen wir damit um die Monatswende zum Juni, eine ca. 2wöchige Phase). Andernfalls ist eine weitere Mahd (ggf. selektiv) erforderlich. Eine Mahd nach Einsetzen der Samenreife ab ca. Anfang Juni führt zu weiterer Vermehrung der Pflanzen. Der 'worst case' ist das Mulchen im Juli, welches die Ausbreitung maximal begünstigt. Weiterentwicklung zu Wald ist eventuell punktuell eine Option.

In Jena beginnen wir jetzt auch mit einer wissenschaftlichen Bearbeitung des Phänomens Zackenschote. Bitte leiten Sie diese Informationen wenn möglich auch an andere zuständige Behörden, Landnutzer, Naturschützer etc. weiter."


Für Rückfragen: Dr. Gunnar Brehm, Institut für Spezielle Zoologie mit Phyletischem Museum
Vor dem Neutor 1, 07743 Jena
gunnar.brehm@uni-jena.de

www.phyletisches-museum.uni-jena.de


NABU erbringt Wolfsnachweis in Thüringen

(18.05.2014)

Herrn S. Böttner von der Landesarbeitsgruppe Wolf des NABU Thüringen gelang kürzlich der nun auch amtlich bestätigte Nachweis eines Wolfes a m Rand des Truppenübungsplatzes (TÜP) Ohrdruf. „Wir freuen uns sehr über diesen neuen Nachweis. Er zeigt, dass Thüringen für Wölfe durchaus attraktiv ist. Jetzt geht es darum, die formulierten Ziele des Wolfsmanagementplanes für Thüringen umzusetzen und endlich eine Richtlinie zu erstellen, welche die Förderung der Präventionsmaßnahmen und Entschädigung von Nutztierhaltern regelt“, fordert Mike Jessat, Vorsitzender des NABU Thüringen.

Dass es sich eindeutig um einen Wolf handelt, wurde auch vom Wildbiologischen Büro LUPUS, dem Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, bestätigt. Der TÜP in Ohrdruf stellt ein geeignetes Areal dar, in dem sich ein Wolfsrudel ansiedeln könnte. Silvester Tamás, Sprecher der Landesarbeitsgruppe (LAG) Wolf, der sich vor Ort selbst ein Bild machte, bestätigt dies. „Das Gebiet hat durchaus Ähnlichkeiten mit den TÜP in der Wolfsregion Lausitz. Falls sich der Wolf hier ansiedeln sollte, müssen wir uns langfristig an seine Präsenz gewöhnen“, so Tamás. Wölfe sind scheue Tiere und zeigen sich dem Menschen selten. Trifft man trotzdem auf einen Wolf, sollte man auf keinen Fall in Panik verfallen, sondern den Moment genießen und das Tier in respektvollem Abstand beobachten. Hat man dabei ein ungutes Gefühl, kann man auch laut rufen, in die Hände klatschen und langsam Distanz zum Wolf aufbauen.

Rund um Ohrdruf gibt es auch viele Weidetierhalter. „Um Schäden an den Schafherden durch potentielle Räuber zu vermeiden, werden passive Herdenschutzmaßnahmen wie ausreichend hohe Elektrozäunung mit Untergrabungsschutz und Flatterbändern empfohlen. Ebenso kann der Herdenschutz um aktive Maßnahmen wie Herdenschutzhunde oder Yaks erweitert werden. Werden die Maßnahmen des Herdenschutzes konsequent angewandt, bleiben Schäden durch Raubtiere aus“, rät der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf.

Aus Sicht des NABU Gera-Greiz ist eine sofortige präventive und umfassende staatliche Unterstützung der Schafhalter der Region und solchen, in denen eine Wolfsansiedlung zu erwarten ist, notwendig. Beginnend z.B. bei der Förderung des Erwerbs wolfssicherer Elektrozaunnetze samt Zubehör, der Unterstützung der Ausbildung und Haltung von Herdenschutzhunden oder dem Aufbau eines dichten Netzes anerkannter Rißgutachter, die in Verdachtsfällen kurzfristig vor Ort sein müssen. Ebenso muß die versicherungsrechtliche Schadensregulierung geklärt sein, wobei hier der Freistaat Thüringen z.B. durch die Schaffung eines speziellen Entschädigungsfonds vorangehen muß.
Die Landschaftspflege mittels Beweidung ist für den Erhalt der Thüringer Kulturlandschaft und der heimischen Artenvielfalt – zu der auch der Wolf gehört – unverzichtbar. Aber die begrüßenswerte Wideransiedlung einer ausgerotteten Art, die im Sinne des Gemeinwohls einen Biodiversitätszuwachs darstellt, darf nicht einseitig zu Lasten der Schäfer bzw. Schaf- und Weidetierhalter gehen. Diese sind ohnehin schon mit vielfältigen (nicht nur) EU-bürokratischen Problemen, die für viele Betriebe existenzbedrohend sind, belastet. Der beängstigende Rückgang der in Thüringen gemeldeten Schafe und schafhaltenden Betrieben seit 1990 zeigt dies deutlich. In Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Thüringen, dem Verein Thüringer Schafhalter e.V. und weiterer Berufsverbände sowie den anerkannten Naturschutzverbänden muß es schnellstmöglich gelingen, die Zukunft der Thüringer Schäfereien und Schafhalter im Hinblick auf den Altneubürger Wolf problemlos zu gestalten. Denn nur wer selbst Schäfer ist oder Weidetiere hält, kennt diese Arbeit und deren notwendige kostenintensive materialtechnische Voraussetzungen.

Mehr Informationen zum Wolf in Thüringen: thueringen.nabu.de/tiereundpflanzen/wolf


Einladung – „Von den Anden bis Galapagos“

Diavisionsschau mit Herrn Bernhard Bräuner
(03.05.2013)

Einladung


Belastetes Trinkwasser in Deutschland

Es stinkt zum Himmel
(16.04.2014)

(image-hero-old: 2014/140416.jpg text: Bildquelle s.u.)

Zum Artikel:
www.sueddeutsche.de/gesundheit/belastetes-trinkwasser-in-deutschland-es-stinkt-zum-himmel-1.1935790


Die hier aufgezeigte Problematik war eines der brennenden Umweltthemen in den Jahren 1989 und 1990. Die Schließung vieler volkseigener Anlagen und die umfassenden Investitionen in das Trinkwassernetz sowie die -schutzgebiete führte zu einer raschen Änderung. Nun zeigt sich erneut, daß die sog. "Energiewende" eine Umverteilung der Subventionsfördertöpfe ist, ungeregelt und chaotisch, dabei im Energieverbrauch aufwendig, Ressourcen fressend und alles andere als nachhaltig.


Veranstaltungs-Tipps im April

(12.04.2013)

In den folgenden Wochen erwarten Sie interessante Veranstaltungen:

  • Frühblüherwanderung in Bad Köstritz – 13. April
  • Osterspaziergang auf der „Lasur“ am Ostermontag – 21. April
  • Kräuterführung Plothen – 27. April

Weitere Informationen zum Inhalt sowie der Anmeldung entnehmen Sie bitte dem beigefügten Flyer.


Tipps im April


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Sonderheft 2013 erschienen: Vogelmonitoring in Thüringen

(02.04.2014)

(image-box-old: 2014/140402.jpg text: Deckblatt)

In Thüringen beteiligen sich aktuell 300 bis 400 Beobachter an der avifaunistischen Datensammlung. Während vielfach die Freude am Beobachten im Vordergrund steht, gibt es auch gesetzliche Verpflichtungen zum Vogelmonitoring. In Thüringen besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach und dem Verein Thüringer Ornithologen sowie dem Landesfachausschuss Ornithologie des NABU. Ziel dieser Kooperation ist es, die Beobachtungen einzelner Ornithologen bzw. der regionalen Fachgruppen zu bündeln und für verschiedene Fragestellungen auszuwerten.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.thueringen.de/th8/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


Artenschutz in Deutschland mangelhaft!

BUND und NABU legen vergleichende Länderanalyse vor. Größere Anstrengungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt gefordert
(25.03.2014)

(image-box-old: 2014/140325.jpg text: Artenreiche Streuobstwiesen werden vor allem wegen Siedlungsausweitungen immer seltener
Foto: Peter Lock, NABU)

In keinem von dreizehn untersuchten Bundesländern werden Tiere, Pflanzen und Lebensräume so geschützt, dass der Verlust der Artenvielfalt in Deutschland bis 2020 gestoppt und gefährdete Lebensräume wieder hergestellt werden können. In zehn von 13 Bundesländern wurde weniger als ein Drittel der Naturschutzziele erreicht. Nur in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen und dem Saarland sehen die Naturschützer erste Fortschritte beim Schutz seltener Arten. Das ist das Ergebnis einer vergleichenden Länderanalyse zum Schutz der biologischen Vielfalt, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) veröffentlicht hat.

Die Länder setzten beschlossene Schutzmaßnahmen nur unzureichend um und stellten für den Artenschutz zu wenig Geld bereit, kritisierten die beiden Verbände. Vor allem versagten sie beim Schutz von naturbelassenen Wäldern und bei der Einrichtung neuer, streng geschützter Wildnisgebiete.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: „Es ist ein Armutszeugnis, was die Länder beim Schutz der Artenvielfalt vorweisen können. Es fehlen jegliche Ambitionen, um die selbst gesteckten Ziele beim Erhalt wertvoller Arten und Lebensräume zu erreichen. Positive Ansätze in einzelnen Bundesländern können nicht über den kläglichen Gesamtzustand des Naturschutzes in Deutschland hinwegtäuschen.“

Die Flächenversiegelung durch Industrie- und Verkehrsbauten sowie die industrielle Landwirtschaft schreite weiter voran. Umgepflügt würden sogar bedrohte artenreiche Wiesen und Weiden in Schutzgebieten. Durch den Einsatz von Pestiziden und die damit verbundene Vernichtung von Insekten befänden sich Bienen und Amphibien weiter auf dem Rückzug.

Olaf Tschimpke, NABU-Präsident: „Wir rufen die Länder auf, eine gemeinsame Naturschutzinitiative mit dem Bund zu starten, die echte Fortschritte für die biologische Vielfalt ermöglicht. Der Schutz der Arten und Lebensräume muss ein Kernanliegen der Landesregierungen werden. Erforderlich ist dafür auch eine ausreichende finanzielle Ausstattung. Und bei der Umsetzung der Agrarreform müssen die Länder ihren Widerstand gegen mehr Naturschutz aufgeben.“

Der Artenverlust könne bis 2020 nur gestoppt werden, wenn Schutzmaßnahmen tatsächlich konsequent vor Ort durchgeführt würden. Das bedeute auch, dass das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 von den Ländern endlich ernst genommen werden müsse. Für alle dafür infrage kommenden Gebiete müssten entsprechende Managementpläne erstellt und umgesetzt werden. Mit Naturschutzdaten und Zahlen über die Finanzmittel müsse außerdem deutlich transparenter umgegangen werden.

Die Umweltverbände hatten die Bundesländer (ausgenommen die Stadtstaaten) dahingehend überprüft, in welchem Umfang diese ihre politisch gesetzten Naturschutzziele bisher erreicht hatten. Zu den Zielen zählen unter anderem, Wildnis auf zwei Prozent und Wälder mit dauerhaft natürlicher Entwicklung auf fünf Prozent der Fläche Deutschlands zuzulassen. Außerdem sollte die ökologische Landwirtschaft von zehn auf 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ausgeweitet werden.

Das Hintergrundpapier „Biodiversitäts-Check der Bundesländer“ samt Länderdossiers finden Sie als pdf zum Download unter www.nabu.de/biodiv-ampel2014.


Ornicamp für Familien im Plothener Teichgebiet

(14.03.2014)

Liebe Familien und Vogelfreunde,

am Wochenende vom 11. bis 13. April 2014 bieten wir unser Ornicamp im Plothener Teichgebiet für Familien an. Kleine und große Naturentdecker können hier die faszinierende Thüringer Vogelwelt und das Land der Tausend Teiche erleben. Untergebracht sind wir in der Jugendherberge Plothen. Neben Exkursionen zur Vogelbeobachtung wird ein vielseitiges Programm geboten: Ausflug mit Teilnahme an Vogelberingung und Spaziergang durch Tiergehege, Besichtigung Hausteichhaus, Vogelquiz, Abendwanderung sowie Lichtbildvortrag zum Vogel des Jahres 2014.

Ausführliche Details zum Ornicamp für Familien und der Anmeldezettel finden Sie im angehäfteten Dokument.
Bis spätestens 28. März kann sich für die Veranstaltung angemeldet werden.

Naturschutzjugend Thüringen
Leutra 15 in 07551 Jena
Tel.: 03641-215410
www.naju-thueringen.de


Informations- und Anmeldeblatt des Ornicamps für Familien


Vor der Zeit? – „Hier sind Schwalben willkommen!“ …

immer, muß man sagen, denn die Liebe und Achtung zur Natur ist jahreszeitenunabhängig.
(05.03.2014)

(image-box-old: 2014/140305.jpg)

Anfang Februar wurden die Familien Voigt und Schellenberg, beide in Negis (Stadt Gera) ansässig, durch den NABU Gera-Greiz mit der Plakette "Hier sind Schwalben willkommen!" ausgezeichnet. In den Höfen beider Familien brüten seit vielen Jahrzehnten Mehl- und Rauchschwalben. Ziehen diese im Herbst nach Süden, werden die Nester belassen in der Hoffnung auf die Rückkehr der flinken Flugkünstler, die das Ende des Winters verkünden. Jahrhunderte lang gehörten sie ganz selbstverständlich in jedes Dorf, auf jeden Bauernhof und auch in jede Stadt.

(image-box-old: 2014/140305-2.jpg)

Fotos: Übergabe der Auszeichnung durch A. Scholz vom NABU Gera-Greiz an Familie H. Voigt und an Familie F. Schellenberg (Fotos: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.)


Vortrag über die Thüringer Naturschutzgebiete

Am 27.02. 2104 um 19.00 Uhr im Naturkundemuseum Gera
(24.02.2014)

(image-hero-old: 2014/140224.jpg text: Naturschutzgebiete in Thüringen)

„Liebe Mitglieder in der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera,
liebe Freunde des Museums für Naturkunde,

im Namen der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V. möchten wir Sie herzlich zu einem interessanten Vortragsabend (s. Pressetext) am Donnerstag, 27.02.2014, 19 Uhr, mit Herrn Holm Wenzel von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie über die Naturschutzgebiete Thüringens ins Museum für Naturkunde Gera einladen.Vorgestellt werden Schätze aus unserer vielfältigen heimatlichen Landschaft, im Anschluss besteht natürlich auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Gäste sind herzlich willkommen.

Mit freundlichen Grüßen,
Kornelia Meyer“


Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Museum für Naturkunde und Botanischer Garten
Nicolaiberg 3, 07545 Gera
E-Mail: meyer.kornelia@gera.de


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 3/2013 erschienen

„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ 3/2013 knüpft direkt an den Übersichtsartikel über das Förderprogramm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL)
(16.02.2014)

(image-box-old: 2014/140216.jpg text: Deckblatt)

… von EDGAR REISINGER in Heft 2/2013 an. MIKE JESSAT (Naturkundliches Museum MAURITIANUM Altenburg) stellt dafür in seinem Beitrag weitere Projekte aus diesem Förderprogramm vor, die z.B. auf den Erhalt und die Bestandsverbesserung des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings ausgerichtet sind. Weitere vorgestellte ENL-Projekte im Altenburger Land fördern den Biotopverbund zugunsten u.a. des Nördlichen Kammmolches, des Fischotters, des Laubfrosches oder der Wechselkröte.

PETER SCHOLZ berichtet über die Flechtenflora im Biosphärenreservat Rhön. Sein Artikel verdeutlicht die kritische Situation unserer heimischen Flechten: Von ca. 250 festgestellten Arten sind über ein Drittel gefährdet!
Die Pilzflora auf Uranbergbaufolgeflächen in Ostthüringen stellen HARTMUT SÄNGER & EVA TÜNGLER vor. Diese unterscheidet sich in ihrem Artenspektrum lokal erheblich von der in vergleichbaren Biotopen im Umland. Auf Grund ihrer sehr vielseitigen Biotopausstattung, der teilweise flächenhaften Ausdehnung und den heterogenen abiotischen Standortbedingungen sind diese Standorte aus mykologischer Sicht als regional bedeutsam einzustufen.
Die Friedhofsmauer in Gera-Dorna als einen bedeutenden Flechtenstandort beschreibt JÜRGEN RETTIG in seinem Beitrag. ULRICH VAN HENGEL stellt den Werdegang der landesweiten Offenland-Biotopkartierung dar und informiert über den vorläufigen Abschluss der Geländearbeiten.

CHRISTIANNA SERFLING informiert über das diskussionsreiche Seminar zur Betreuung von Amphibienschutzeinrichtungen in Thüringen.

Und wie gewohnt folgen am Ende des Heftes Hinweise auf neu erschienene Literatur.

Die Zeitschrift "Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen" erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den bescheidenen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen. Jedem an der Naturschutzarbeit n Thüringen interessiertem Naturfreund sei sie wärmstens empfohlen!

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:

www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis


Obstbaumschnittkurse 2014 auf Schloß Tonndorf

Um die Kunst, Obstbäume richtig zu schneiden, …
(14.02.2014)

zu beherrschen, bedarf es vielerelei Wissens und viel Übung. Zu oft werden Schnellkurse, z.B. an einem Sonnabend Vormittag angeboten, die angeblich alles notwendige Wissen und Können hierzu vermitteln. Hernach meint man, den Obstbaum schneiden zu können. Wie oft ist das scheinbar so Einfache schwieriger als gedacht und tatsächlich eine Kunst, die es zu Lernen und zu Üben gilt – z.B. auf Schloß Tonndorf.


Flyer – Obstbaumschnitt Kursangebot 2014 Seite 1
Flyer – Obstbaumschnitt Kursangebot 2014 Seite 2


Ressourcenschonender Umgang mit der Natur

Forderungen des NABU Thüringen zur Landtagswahl 2014
(13.02.2014)

Der NABU Thüringen stellt seine Forderungen zur Landtagswahl 2014 vor. „Zunehmende Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung machen es notwendig, mit dem Schutzgut Natur ressourcenschonend umzugehen. Biologische Vielfalt und ein konsequenter Umweltschutz sind wichtige Voraussetzungen hierfür“, sagt Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen.

Vor allem in puncto Biologische Vielfalt muss laut NABU noch viel getan werden. „Mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt schützen wir unsere Lebensgrundlagen. Die Naturschutzpolitik in Thüringen muss daher dem Schutz und der Förderung der Biologischen Vielfalt mehr Raum geben. Maßnahmen der Natur- und Landschaftsentwicklung benötigen finanzielle Förderungen“, so Mike Jessat. Eine Möglichkeit könnte die schrittweise Erhöhung des Stiftungskapitals der Stiftung Naturschutz Thüringens innerhalb der nächsten Legislaturperiode und die Stärkung dieser Stiftung durch mehr Eigenständigkeit sein.

Zum Schutz der Biologischen Vielfalt muss unter anderem ein „Aktionsplan für blühende Landschaften“ erstellt werden. „Aus unserer Sicht ist über alle Naturräume und Landnutzungsformen hinweg ein Mindestanteil von 10 Prozent ökologischer Vorrangflächen einschließlich Blühstreifen und Ackerraine zu sichern“, so Jessat. Auch sollte die Vereinbarung aus der letzten Legislaturperiode, 25.000 Hektar Wald aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen, in den nächsten 3 Jahren umgesetzt werden. „Vor allem fordern wir vorwiegend zusammenhängende alte Waldflächen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Ein Netzwerk von kleineren Flächen, wie es Thüringen zum Teil anstrebt, kann zwar die Vielfalt der Wälder auf den verschiedenen Standorten bedingt schützen, darf aber kein Ersatz für große zusammenhängende Wälder werden, in denen natürliche Prozesse der Waldentwicklung wieder ungestört ablaufen können“, erklärt der Landesvorsitzende.

Auch im Gewässer- und Auenschutz sieht der NABU Thüringen noch erheblichen Nachholbedarf. Der Zustand der meisten Gewässer in Thüringen ist immer noch als kritisch zu betrachten. Jessat: „Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um den Schadstoffeintrag konsequenter zu reduzieren und naturnahe Gewässerstrukturen zu schaffen. Die Hochwasserereignisse mahnen, dass endlich den Flüssen und Bächen ihre Auen zurückgegeben werden müssen. Nur mit einer naturnahen und eigendynamischen Gewässerentwicklung, die Vorrang vor allen anderen Nutzungen hat, kann auch nachhaltiger Hochwasserschutz betrieben werden.“

Bei der Energiewende muss Thüringen zum Schutz der biologischen Vielfalt den Ausbau von erneuerbaren Energien zügig in Richtung naturverträgliche Energiewende lenken. Vor allem die Energieeffizienz von Industrie, Gewerbe und Privathaushalten kann stärker gefördert werden. „Durch den effizienten Einsatz von Energie und die Nutzung von technologischen Einsparungspotentialen, insbesondere im Verkehrs- und Wärmesektor, kann man noch viel Energie sparen. Die entsprechenden Maßnahmen, die dazu notwendig sind, muss das Land fördern“, verlangt Jessat. Beim weiteren Ausbau von Windkraft zur Energieerzeugung sollen Windkraftanlagen bevorzugt auf Offenlandstandorten errichtet werden. Fracking ist generell zu verbieten. Einen wichtigen Baustein für eine nachhaltige Zukunft sieht der NABU in der Kinder- und Jugendbildungsarbeit sowie in der Unterstützung des ehrenamtlichen bürgerschaftlichen Engagements. Ohne Förderung durch das Land brechen wichtige Standbeine für das gesellschaftliche Leben in Thüringen weg.

Infos: www.natürlich-wählen.de


Jürgen Ehrhardt
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Thüringen e.V.


NABU legt Studie zum Umweltrisiko Glyphosat vor

Gift gelangt in Oberflächengewässer und gefährdet Amphibien
(02.02.2014)

Das Totalherbizid Glyphosat wird gerade einer Neubewertung in der EU unterzogen. Deutschland hat dafür die Verfahrensprüfung übernommen. Das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfiehlt Glyphosat zur weiteren Genehmigung als Pflanzenschutzmittel – trotz eingeräumter Bedenken mit Blick auf den Schutz der biologischen Vielfalt. Damit wird das auf Pflanzen wirkende Totalherbizid vermutlich weitere zehn Jahre lang auch in Europa eingesetzt werden dürfen.

Vor diesem Hintergrund erneuert der NABU seine Kritik und legt die Kurzstudie „Umweltrisiko Glyphosat“ vor. Sie untersucht die Belastung von Gewässern mit Glyphosat und anderen Pestiziden in Brandenburg. Das Ergebnis ist alarmierend: Neben Glyphosat sind weitere bedenkliche Pestizide in Gewässern zu finden, die Amphibien und aquatische Ökosysteme schädigen. Der Nachweis im Jahr 2013 von Gewässerbelastungen in westlichen Landkreisen Brandenburgs belegt, dass es sich bei bereits dokumentierten Pestizideinträgen aus den Vorjahren nicht um regional begrenzte Einzelfälle handelt. Erneut wurde in den beprobten Stillgewässern das Totalherbizid Glyphosat sowie dessen Abbauprodukt AMPA und Terbuthylazin, ein hauptsächlich im Maisanbau verwendeter, ökotoxikologisch bedenklicher Herbizidwirkstoff, dokumentiert. Es wurden Missbildungen bei Kaulquappen registriert, die sich ursächlich mit den Herbiziden in Verbindung bringen lassen.

Angesichts der Zunahme von Biogasanlagen und dem damit verbundenen Maisanbau, der mit einer beachtlichen Steigerung des Pestizideinsatzes verbunden ist, sieht der NABU wachsende Gefahren für die Umwelt. „Es besteht der dringende Verdacht, dass der Einsatz von Glyphosat akut und langfristig aquatische Ökosysteme und Böden gefährdet. Vorschläge für die Reduktion des Pestizideinsatzes und die Ausweitung von Gewässerrandstreifen, wie sie das Umweltbundesamt vorschlägt, sind Mindestanforderungen. Dass allerdings die negativen ökologischen Folgen bei der Neuzulassung von Glyphosat in Brüssel nicht beachtet werden, ist skandalös“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

In Deutschland werden alljährlich etwa 34.000 Tonnen Pestizidwirkstoffe verbraucht. Herbizide sind mengenmäßig mit etwa 60 Prozent dabei die wichtigste Gruppe. Weltweit der Verkaufs-Renner unter den Herbiziden ist der Wirkstoff Glyphosat, der für eine Vielzahl von Kulturen und für den Einsatz in der sogenannten pfluglosen Bodenbearbeitung propagiert wird, sei es in Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft oder im Siedlungsbereich. Auch in Brandenburg ist Glyphosat der am häufigsten verkaufte Pestizidwirkstoff, Tendenz steigend.

„Wir wissen kaum, wie Glyphosat und dessen Metabolit AMPA sich in Lebensräumen von Amphibien verhalten. Die wenigen Daten dazu stammen überwiegend aus Ländern außerhalb Europas. Untersuchungen in Deutschland – etwa in Sachsen, Niedersachsen, Bayern oder in Brandenburg – weisen darauf hin, dass auch in Deutschland die Belastung von Oberflächengewässern mit Glyphosat und AMPA ebenso wie mit weiteren Pestiziden beträchtlich ist. Solange der Verdacht besteht, dass Glyphosat z.B. für Missbildungen bei Amphibien verantwortlich ist, muss das Vorsorgeprinzip gelten. Die erneute Zulassung für eine weitere Dekade ist daher fahrlässig“, so NABU-Expertin Steffi Ober.

Die Studie ist im Internet zu finden unter: www.nabu.de/themen/landwirtschaft/pflanzenschutz/roundup/16524.html

Für Rückfragen:

Dr. Steffi Ober
NABU-Referentin für nachhaltige Forschungspolitik
steffi.ober@nabu.de


TLUG veröffentlicht Bericht zum Hochwasser Mai/Juni 2013

Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) hat auf ihrer Homepage den Bericht zum Hochwasser im Mai und Juni 2013 veröffentlicht. Der Bericht schildert die hydro-meteorologische Ausgangslage und den Ablauf des Hochwassers im Freistaat aus wasserwirtschaftlicher Sicht.
(02.02.2014)

Es wird dargestellt, wie die ungewöhnlich hohen und anhaltenden Niederschläge zu außerordentlichen Abflüssen führten, die vielerorts als Jahrhunderthochwasser beziehungsweise hundertjährliches Hochwasser eingeordnet werden können. Eine Vielzahl von Luftbildern sowie kartographische Aufbereitungen veranschaulichen die Pegelhöchststände und Schäden an Flüssen und landeseigenen Einrichtungen. Neben der Darstellung der hydrologischen Situation in den Thüringer Fließgewässern wird auf die Auswirkungen des Hochwassers auf zahlreiche Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken sowie deren Bewirtschaftung während des Ereignisses eingegangen.

Diese Retrospektive verdeutlicht erneut die Dringlichkeit der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtliene.

www.tlug-jena.de/de/tlug/umweltthemen/wasserwirtschaft/


Pressemitteilung: www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/pressemitteilungen/data/76741/content.html


Mehr Gift, weniger Ertrag

Artikel der Süddeutschen vom 15.01.2014
(26.01.2014)

Nur mit Gentechnik auf dem Acker lasse sich die wachsende Weltbevölkerung ernähren, behaupten die großen Agrarkonzerne. Eine Studie zeigt nun aber, dass die Ernte keinesfalls größer ist als in der normalen Landwirtschaft – es werden sogar mehr Pestizide eingesetzt:

www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gentechnik-in-der-landwirtschaft-mehr-gift-weniger-ertrag-1.1869788


Sünden der Bauern kosten die Deutschen Milliarden

Prägnanter Artikel der WELT vom 15.01.2014 über die Folgen der gegenwärtigen Landwirtschaft
(26.01.2014)

Die Gewinne der industriellen Landwirtschaft verursachen zugleich hohe Folgekosten, die die Allgemeinheit trägt:

www.welt.de/politik/deutschland/article123884172/Suenden-der-Bauern-kosten-die-Deutschen-Milliarden.html


Presseinformation der Universität Göttingen: Hohe Artenverluste in der Kulturlandschaft Nord- und Mitteldeutschlands

Forscher aus Göttingen und Görlitz untersuchen Entwicklung der Artenvielfalt über Jahrzehnte
(22.01.2014)

(image-box-old: 2014/140122.jpg text: Foto: Leo/fokus-natur.de)

„(pug) Die Intensivierung der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten hat zu einem hohen Verlust der Artenvielfalt in den Kulturlandschaften in Nord- und Mitteldeutschland geführt. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz herausgefunden. Auf rund 1.000 Untersuchungsflächen – Ackerland, Grünland und Fließgewässer – wiederholten die Forscher Vegetationsaufnahmen aus den 1950er- und 1960er-Jahren, um den Wandel zu analysieren.

Dabei stellten sie unter anderem fest, dass die Fläche artenreichen Grünlands auf frischen bis feuchten Böden in den vergangenen 50 Jahren um rund 85 Prozent abgenommen hat – heute dominieren artenarme intensiv gedüngte Grünländer. Ackerwildkräuter, die in den Fünfzigerjahren noch fast die gesamte Ackerfläche bedeckten, wachsen heute aufgrund von Düngung und Pestiziden nur noch auf knapp fünf Prozent der Ackerfläche. Die Zahl der Pflanzenarten ging im Grünland um 30 Prozent zurück, im Ackerland im Inneren der Felder um 71 Prozent und in Fließgewässern um 19 Prozent; die Häufigkeit der einzelnen Pflanzenarten ist in ähnlichem Ausmaß rückläufig. Zunahmen registrierten die Forscher lediglich bei sieben anpassungsfähigen Arten im Grünland, bei 18 Arten im Ackerland und bei zwei Arten in Fließgewässern.

Auch an konkreten Beispielen fehlt es in den Studien nicht: Vor rund 50 Jahren standen Grünland-Pflanzen wie das Wiesen-Schaumkraut und die Kuckucks-Lichtnelke auf fast jeder Wiese. Heute sind nur noch Restbestände von weniger als fünf Prozent im Vergleich zu damals vorhanden, vielerorts sind die Pflanzen ausgestorben. Auch im Ackerland betragen die Bestandsverluste vielfach zwischen 95 und 99 Prozent – ehemals weit verbreitete Arten wie der Acker-Rittersporn, die Knollen-Platterbse und das Sommer-Adonisröschen sind heute floristische Seltenheiten. Frühere Studien haben vergleichbare Verluste auch für Vögel im Acker- und Grünland gezeigt. Die Entwicklung bei anderen Organismengruppen wie beispielsweise Insekten ist bislang weniger bekannt.

„Unsere Studien zeigen, dass die bisherigen Maßnahmen des Biodiversitätsschutzes in der Agrarlandschaft bei weitem nicht ausreichend waren und in vielen Regionen den Zusammenbruch der Agrar-Lebensgemeinschaften nicht verhindern konnten“, sagt der Pflanzenökologe Prof. Dr. Christoph Leuschner von der Universität Göttingen. „Da sich Deutschland im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie zum Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft verpflichtet hat, müssen die politischen Entscheidungsträger dringend handeln.““

Nr. 11/2014 – 17.01.2014

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Christoph Leuschner
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Biologie und Psychologie – Abteilung Pflanzenökologie und Ökosystemforschung
Untere Karspüle 2, 37073 Göttingen
E-Mail: cleusch@gwdg.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/71395.html


Textquelle


Lebensmittelproduzenten belasten die Umwelt

(14.01.2014)

Zu viel Dünger, zu hoher Fleischkonsum, zu viel Müll, wenig ökologische Landwirtschaft: Die Produktion und Verschwendung von Lebensmitteln belasten die Umwelt stark, warnen Umweltbundesamt und Verbraucherzentralen eindringlich. Doch wer mit dem Finger nur auf die industrielle Landwirtschaft zeigt, vergißt, daß der Handel und die "Verbraucher" infolge der hiesigen Ernährungsgewohnheiten dazu beitragen, diese Art von Produktion profitabel zu halten …

www.spiegel.de/wirtschaft/service/hohe-umweltbelastung-vzbv-kritisiert-lebensmittelproduzenten-a-943647.html


Kontakt

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c/o Ingo Eckardt
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