2015


Der Feuersalamander – Lurch des Jahres 2016

Vortrag von Christianna Serfling
(12.11.2015)

(image-box-old: 2015/151112.jpg text: Foto: Leo/fokus-natur.de)
Am Sonntag den 15.11.2015 um 10.00 Uhr wird Christianna Serfling aus Hermsdorf (stellvertretende Vorsitzende des ART e.V.) in ihrem Vortrag interessierten Besuchern den „Feuersalamander – Lurch des Jahres 2016“ näher vorstellen.
Sie wird Sie mit der Lebensweise der Tiere, ihrer aktuellen Bedrohung und dem Schutz näher vertraut machen.

Die Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit des NABU Gera-Greiz e.V. mit dem Altertumsforschenden Verein zu Hohenleuben e.V. sowie dem ART e.V. Thüringen.

Wer mehr über die Arbeit des ART e.V. Thüringen erfahren möchte, kann sich hier informieren: www.amphibienschutz-thueringen.de

Ein Artbeschreibung des Feuersalamander (Salamandra salamandra) finden Sie hier:
www.amphibienschutz-thueringen.de/arten/amphibien/feuersalamander


Vortrag „Tschukotka – Das Land, wo der Tag beginnt“

im Museum für Naturkunde Gera
(30.10.2015)

(image-hero-old: 2015/151030.jpg text: Eiderenten beim Flug
Foto: Peter Romanov)

Museum für Naturkunde Gera
Pressemitteilung

Am 12. November 2015 lädt der NABU-Kreisverband Gera-Greiz um 19.00 Uhr zum Vortrag „Tschukotka — Das Land, wo der Tag beginnt“ in das Museum für Naturkunde Gera ein.

Die Tschuktschen-Halbinsel, die sich über 721.000 Quadratkilometer erstreckt, ist der letzte Zipfel Ostsibiriens, der an der Beringstraße liegt. Dort leben die Tschuktschen, ein Polarvolk, das von der Jagd auf Wale, Walrosse und Robben lebt. Im Auftrag des neu entstandenen Nationalparks „Beringia“ verbrachte der Vortragsreferent Peter Romanov dort zwei Monate und fotografierte Landschaft, Tiere, Pflanzen und Menschen. Allein über drei Wochen verbrachte er allein in einer kleinen Hütte an der Beringstraße, erreichte per Boot ferne Punkte in großen Lagunen und wanderte in der waldlosen Tundra. Die dabei entstandenen seltenen Aufnahmen von Kaisergänsen, Brilleneiderenten, Dickschnabellummen und Dreizehenmöwen werden genauso zu sehen sein, wie eine Bilddokumentation über das Leben der Tschuktschen.


„Alte Freunde kehren heim – Wölfe in Deutschland“

Vortrag von Claus Hermann
(24.10.2015)

(image-hero-old: 2015/151024-2.jpg text: Wolf (Canis lupus)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Am Freitag den 20. November 2015 im Bauernmuseum Nitschareuth, Beginn 18:30 Uhr berichtet Claus Hermann, NABU-Wolfsbotschafter, Mitglied in der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe und ehrenamtlicher Naturschutzhelfer des Landkreises Vogtland in Sachsen, über Biologie, Ökologie, Geschichte und die aktuelle Verbreitung des Wolfes in Deutschland.

Der Vortrag gewährt einen Einblick in die praktische Umsetzung des „Managementplanes für den Wolf in Sachsen“, mögliche Präventions- und Herdenschutzmaßnahmen in Sachsen und in die aktuelle Öffentlichkeitsarbeit für den Schutz des Wolfes in Deutschland und Europa. Interessierten Bürgern werden die offiziellen Ansprechpartner für das Land Thüringen benannt.


Einladung zum Vortrag


Umweltschutz in der Landwirtschaft kommt zu langsam voran

Presseinformation des Umweltbundesamts vom 12. Oktober 2015
(24.10.2015)

(image-hero-old: 2015/151024.jpg text: Intensive Landwirtschaft
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Artensterben geht weiter – Stickstoffeinträge zu hoch – weniger Pestizide im Grundwasser

Der Umweltschutz in der Landwirtschaft ist in den vergangenen 30 Jahren deutlich zu langsam vorangekommen. Viele alte Probleme – etwa die zu hohen Stickstoff-Einträge in Böden oder die Luft – sind trotz Verbesserungen ungelöst: So überschritten 1985 rund 90 Prozent der Flächen die kritischen Belastungsgrenzen für Stickstoff; aktuell sind es immer noch 50 Prozent. „Zu den alten Problemen treten leider neue hinzu – etwa durch Plastik oder Mikroplastik, das wir auf und in landwirtschaftlichen Böden finden. Dieses Thema stand 1985 noch gar nicht auf der Agenda“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA). Das UBA hatte in einer Studie untersuchen lassen, wie sich die Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft seit 1985 verändert haben.

Der Zustand des Grundwassers hat sich in den vergangenen Jahren aber verbessert: „Erfreulich ist der Rückgang der Pestizid-Belastung des Grundwassers. Das ist vor allem Folge der strengen Zulassung der Stoffe in Deutschland und der EU. Flüsse, Bäche und Seen sind aber nach wie vor betroffen, besonders wenn Landwirte ihre Feldspritzen in Gewässernähe oder auf dem Hof reinigen.“, sagte Krautzberger. Mit dem Waschwasser können Pestizidrückstände vom Hof in die Kanalisation gelangen; in den Kläranlagen werden die Mittel dann nicht ausreichend abgebaut.

Beim Stickstoff (chemisch: N) gibt es zwar ebenfalls Fortschritte, flächendeckend ist ein guter chemischer und ökologischer Zustand aber bei weitem noch nicht erreicht. Stickstoff ist unerlässlicher Nährstoff für alle Lebewesen. Zu viel Stickstoff schädigt jedoch die Umwelt. Zu viel Gülle lässt in viehstarken Regionen auch die Nitratkonzentrationen (NO3-) im Grundwasser über die Grenzwerte schnellen. Das UBA empfiehlt, sowohl Gülle als auch Mineraldünger schnell einzuarbeiten und ausreichenden Abstand zu Bächen, Flüssen und Seen zu halten. Überschüssige Gülle aus viehstarken Regionen sollte überregional gemäß guter fachlicher Praxis verwertet werden. Mit der Novellierung der Düngeverordnung soll die Anwendung von Düngemitteln, insbesondere von Gülle den Erfordernissen des Umweltschutzes besser angepasst werden. Mit der Verordnung für Anlagen zur Lagerung wassergefährdender Stoffe (AwSV) soll ein besserer Schutz gegen Leckagen aus Anlagen sichergestellt werden, die Jauche, Gülle und Silagesickersäfte lagern.

Stickstoff in Form von Ammoniak (NH3) belastet auch die Luft noch zu stark. Ammoniak ist ein Vorläufer des lungengängigen Feinstaubs, dessen Entstehung aus gesundheitlichen Gründen begrenzt werden muss. Beim Ammoniak gerät Deutschland zudem in Kollision mit EU-Recht: Gemäß der Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen darf Deutschland jährlich 550 Kilotonnen Ammoniak ausstoßen. Derzeit wird diese Obergrenze nicht zuverlässig eingehalten. Genehmigungsbedürftige Geflügel- und Schweineställe müssen daher künftig zu Recht mit einer Abluftreinigung ausgestattet werden. Laut UBA wäre es auch ratsam, bei Rinderställen eine entsprechende Pflicht einzuführen.

Der Schutz der Böden ist in Deutschland anders als noch 1985 sogar per Gesetz geregelt. Die Landwirtschaft kommt ihrer Pflicht zum vorsorgenden Bodenschutz dadurch nach, dass sie die gute fachliche Praxis beachtet: Direktzahlungen bekommt sie nur in vollem Umfang, wenn sämtliche Flächen in einem guten landwirtschaftlichen und guten ökologischen Zustand erhalten werden. In der Praxis findet Erosion, Schadverdichtung und Humusabbau aber immer noch statt. Enge Fruchtfolgen, spät schließende Reihenfrüchte oder schweres Gerät sind nach wie vor zulässig. Aber es gibt Lösungen, etwa eine konservierende Bodenbearbeitung, Streifenbearbeitung, ganzjährige Bodenbedeckung oder Zwischenfrüchte.

Die Belastung landwirtschaftlicher Böden mit Plastik und Mikroplastik war 1985 noch kein Thema. Vermutete Quellen sind Reste von in der Landwirtschaft eingesetzten Folien, Klärschlamm und Komposte. Hier sind aber zunächst valide Schätzungen zu den Eintragsmengen nötig, um effektive Minderungsstrategien zu entwickeln.

Anlass der neuen Studie ist das 30-jährige Jubiläum des Sondergutachens „Umweltprobleme der Landwirtschaft“, das der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) im Jahr 1985 veröffentlicht hatte. Das Gutachten hatte einige Verbesserungen bewirkt; auf manchen Gebieten kämpft Deutschland allerdings noch mit den altbekannten Problemen. Prof. Dr Wolfgang Haber, seinerzeit SRU-Vorsitzender, sagte: „Besonders beklagenswert ist, dass die angestrebte Trendwende beim Artenschutz verfehlt wurde. Arten und ihre Biotope sind in unseren Agrarlandschaften nach wie vor im Rückgang. Auf diese Weise geht ein bedeutender Teil unseres Artenreichtums verloren und ist nur schwer wieder zu ersetzen.“


Umweltbundesamt Hauptsitz
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Deutschland


Textquelle / Presseinformation 36/2015


Rund 50 Helfer unterstützen Einsatz auf Orchideenwiese

OTZ-Beitrag vom 11. Oktober 2015
(20.10.2015)

Mit Rechen, Mistgabeln und großen Planen machten sich am Sonnabend rund 50 fleißige Helfer zur Orchideenwiese bei Arnsgrün auf.

(image-hero-old: 2015/151020-2.jpg text: Das Mähgut von der Orchideenwiese wurde verladen.
Foto: Maike Scholz)

Arnsgrün. Die Nabu-Ortsgruppe Zeulenroda hat von der Unteren Naturschutzbehörde einen Pflegeauftrag für die Orchideenwiese und erhält Fördermittel vom Land Thüringen. „Das müsste der 37. oder 38. Arbeitseinsatz sein“, meinte Eckhard Titz, der diese seit über 30 Jahren organisiert.

„Die Orchideen blühen bis Ende Juli“, erklärte er. Die Wiese sei eine so genannte „Streuwiese“. „Unsere Vorfahren konnten das Gras nicht füttern. Die Bewirtschaftung sah also so aus, dass ein Mal im Jahr gemäht wurde. Das Mähgut wiederum wurde als Einstreu benutzt“, berichtete Titz und fügte an: „Wir machen es genauso. Im Prinzip ist es die Nachahmung einer alten Bewirtschaftungsweise zur Unterstützung der Artenvielfalt“. Würde sich um die Orchideenwiese nämlich nicht gekümmert, so könnten konkurrenzschwache Pflanzen nicht gefördert werden. „Dann hätten wir eine natürliche Sukzession. Hier würde also zum Beispiel sonst ganz schnell ein Fichtenwald entstehen“, verdeutlichte der Zeulenrodaer.

Umso stolzer sei er, dass sich seit Beginn dieses Projektes immer wieder freiwillige Helfer finden, die anpacken: „Ich bin stolz auf die Leute, die wissen, welche Bedeutung es hat, solch ein Biotop zu erhalten“. Die Helfer kommen nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung sondern auch aus Gera, Auma oder Weida.

Breitblättriges Knabenkraut, großes Zweiblatt, der Bergmolch, der Grasfrosch oder die Zwergmaus: Es gibt viele Arten an Pflanzen und Tieren auf der rund ein Hektar großen Orchideenwiese zu entdecken.“

Maike Scholz / 11.10.15


Text- und Bildquelle

OTZ-Beitrag vom 11. Oktober 2015: Rund 50 Helfer unterstützen Einsatz auf Orchideenwiese


Jahreshauptversammlung 2015 und Exkursion im Pöllwitzer Wald

(23.09.2015)

(image-hero-old: 2015/150923.jpg text: Beweidung im Pöllwitzer Wald)

(image-box-old: 2015/150923-3.jpg)

Die diesjährige Jahreshauptversammlung fand am 19. September in Dobia (bei Zeulenroda-Triebes) statt. Nach der Diskussion der geleisteten und der zuküftigen Naturschutzarbeit sowie weiteren Tagesordungspunkten wurden die NABU-Mitglieder Klaus Klehm und Christoph Kummer für ihre aktive Naturschutzarbeit mit der Ehrennadel des NABU ausgezeichnet. Nach der Sitzung führte die Exkursion in den Pöllwitzer Wald, wo u.a. der Erhalt der Heide- und weiterer Offenlandschaft mittels Beweidung vorgestellt wurde.


Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.


Landwirte zerstören sich selbst

Umweltexperten schlagen Alarm: Der Agrarsektor zerstört seine eigenen Produktionsgrundlagen. Unter anderem ist die Belastung des Grundwassers mit Nitraten hoch.
(20.10.2015)

(image-hero-old: 2015/151020.jpg text: Foto: Pröhl/fokus-natur.de)

„Die Gabe der Weissagung wurde für Kassandra zum Fluch. Niemand schenkte ihr Glaube, bis ihre unheilvollen Warnungen schließlich eintraten. Eine ähnliche Erfahrung hat Wolfgang Haber hinter sich. 1985 legte der Landschaftsökologe als Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) ein erstes Gutachten zu den gravierenden Auswirkungen der modernen Landwirtschaft auf Artenvielfalt und Ökosysteme, auf die Qualität der Böden und des Grundwassers, auf Belastungen für Lebensmittel, Seen und Flüsse vor. Kernbotschaft: Ohne tiefgreifende Veränderungen zerstöre der Agrarsektor – auch seinen eigenen – Lebensgrundlagen.

Nun, 30 Jahre später, kommen Haber, SRU und Umweltbundesamt (UBA) in einer Studie zu dem Ergebnis, dass die Kassandrarufe von einst weitgehend ungehört verhallt sind. Dem Gutachten zufolge hat es nur in wenigen Punkten, etwa der Pestizidbelastung in Lebensmitteln und Gewässern, messbare Verbesserungen gegeben. In ökologisch zentralen Bereichen wurde die Lage dagegen schlechter.

Artenvielfalt bedroht

„Anlass zum Feiern gibt es nicht, eine Erfolgsbilanz kann man das wirklich nicht nennen“, bedauert UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Die Artenvielfalt geht laut UBA bis heute weiter zurück. Beispiel Feldvögel: Mehr als 40 Prozent der Arten, die 1980 auf Deutschlands Äckern anzutreffen waren, seien verschwunden. Auch die absolute Zahl der Tiere habe sich annähernd halbiert. Ähnliches gilt, so das UBA, für Insekten, Wildkräuter, wirbellose Bodenbewohner und Mikroorganismen.

„Nicht viel besser stehe es um die Belastung des Grundwassers durch Nitrat, betont Alois Heißenhuber, emeritierter Agrarökonom der TU München. Ungeachtet regionaler Fortschritte habe die Gesamtbelastung zugenommen. Insbesondere in Bundesländern mit hohem Nutztierbestand hätten die Nitrateinträge ein nicht mehr tragfähiges Ausmaß erreicht. Denn die Massentierhaltungsbetriebe produzierten nitrathaltige Gülle in Mengen, die die Aufnahmekapazität ortsnaher Anbauflächen bei Weitem übersteigen. Das Material werde betriebsnah in viel zu hohen Mengen ausgebracht und verunreinige das Grundwasser weit über die Grenzwerte hinaus.

Auf der Bremse

„Wir brauchen Vorgaben, die die Betriebe zu einer ökologisch vertretbaren Verwendung des Gülle zwingen und wir brauchen wirksame Kontrollen der Vorschriften“, fordert Heißenhuber.

SRU-Generalsekretär Christian Hey kritisierte: „Deutschland steht immer auf der Bremse, wenn es darum geht, die EU-Agrarpolitik stärker an den Interessen von Umwelt und Verbrauchern auszurichten.“ Noch immer zahle die EU jährlich 50 Milliarden Euro ohne Gegenleistungen in Form nachhaltigen Wirtschaftens an die Landwirte. Mit dem Gießkannenprinzip, nach dem die EU 300 Euro pro Hektar und Jahr an die Betriebe ausschütte, müsse Schluss sein. Hey: „Öffentliche Mittel dürfen nur noch für öffentliche Güter ausgegeben werden, nicht länger als voraussetzungslose Einkommenszuschüsse für die Landwirte.““

12.10.2015 / Stefan Sauer


Textquelle

Frankfurter Rundschau-Beitrag vom 12. Oktober 2015: Landwirte zerstören sich selbst


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 2/2015 erschienen

(19.10.2015)

(image-box-old: 2015/151019.jpg text: Deckblatt position: left)

Die Bärlappgewächse sind unter den Gefäßpflanzen eine der am stärksten gefährdeten Pflanzengruppen. Alle zehn in Thüringen heimischen Bärlapp-Arten werden in der Roten Liste Thüringens geführt. Zum effektiven Schutz haben die Autoren KARSTEN HORN, HEIKO KORSCH und WERNER WESTHUS alle in Thüringen vorkommenden Bärlapp-Arten untersucht und den ökologischen Ansprüchen der jeweiligen Art angepasste Pflege- und Managementvorschläge erarbeitet. Die ausgewerteten Hinweise, die Ergebnisse der im Rahmen der Arbeit durchgeführten und Informationen aus weiteren Kartierungen sowie die über Herbarbelege zusammengetragenen Nachweise werden detailliert dargestellt. Ein halbseitiger Steckbrief für jede der zehn Bärlapp-Arten ermöglicht es, sich schnell einen Überblick über die Verbreitung, die Bestandssituation und die Verantwortung zu verschaffen. Ergänzend stellen die Autoren die modellhafte Umsetzung der erarbeiteten Pflegemaßnahmen an einigen bedeutsamen Wuchsorten dar und berichten über die Aktivitäten im Rahmen einer ausführlichen Öffentlichkeitsarbeit.

Für die Wiederansiedlung des in Thüringen ausgestorbenen Haselhuhns setzen sich die Autoren SIEGFRIED KLAUS, HARTMUT HOFFMANN & Prinz REUß HEINRICH XII im Bereich des Grünen Bandes an der Grenze zu Bayern ein. Im Projektgebiet wurde dazu der Lebensraum dieser Art durch gezielte Waldumgestaltung optimiert und über 190 Tieren freigesetzt. Die Autoren berichten über die ersten Erfolge aus diesem Projekt.

JULIANE HELM zeigt in ihrem Artikel, dass die nährstoffarmen Kiefernforste über Muschelkalk bei Jena ein Refugium für geschützte und gefährdete Pflanzenarten bieten. So konnte die Autorin das in Thüringen als „stark gefährdet“ eingestufte Kriechende Netzblatt sowie die als „gefährdet“ aufgeführte Große Händelwurz nachweisen. Die Untersuchung unterstreicht somit die Bedeutung von Kalk-Kiefernforsten auf trockenwarmen Standorten als Lebensraum für gefährdete Pflanzenarten und deren Wert für den Naturschutz.

Weiterhin stellt ANKE ROTHGÄNGER im Heft Empfehlungen und Forderungen zum Schutz des Feldhamsters resultierend aus einem nationalen Expertentreffen zum Schutz des Feldhamsters vor, MANFRED KLÖPPEL und ANDREAS MARTIUS berichten über die Ausbildung zu Zertifizierten Natur- und Landschaftsführern im Landkreis Greiz. JÜRGEN PUSCH und KATJA SCHAPPMANN informieren über die invasive Orientalische Zackenschote und ANDREAS GMINDER schaut auf die 32. Internationale Tagung über die Schleierlinge in Oberhof zurück. Ein erfolgreiches Beispiel für die Umsetzung eines Managementplanes im FFH-Gebiet „Kammerforst–Himmelsberg–Mühlberg“ beschreiben ASTRID KOSCHORRECK und SARAH BACKHAUS, während MARTIN HELLMANN von der Fledermaustagung in Erfurt berichtet. HANS-HEINER BERGMANN und JOCHEN WIESNER würdigen die Naturschutzarbeit von Dr. SIEGFRIED KLAUS, der das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland erhielt, und FRANK FRITZLAR dankt GÜNTER KÖHLER zum 65. Geburtstag für sein Naturschutz-Engagement. Tipps zu neuer Literatur aus Flora und Fauna runden das Heft ab.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


Mahd in der Brahme-Aue bei Roschütz (Stadt Gera)

(11.09.2015)

(image-hero-old: 2015/150911-2.jpg text: Die Brahmewiesen bei Roschütz
Foto: M. Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.)

Das FFH-Gebiet Nr. 177 "Brahme-Aue" umfaßt, wie schon der Name ausdrückt, die Aue der Brahme, die mancherorts trotz vieler Begradigungen und Flurausräumungen noch naturnahe Abschnitte aufweist. Im Rahmen den Umsetzung der Wasser-Rahmen-Richtlinie (WRRL) sollen alle natürlichen Gewässer in einen möglichst natürlichen Zustand gebracht werden sollen, um die Wassserqualität zu verbessern und natürliche Speicherräume für Hochwasserereignisse zu schaffen. Hierzu gehört für die NABU-Fläche westlich von Roschütz eine einschürige Mahd im Spätsommer, auch um die Regeneration der natürlichen Auenwiesen zu ermöglichen. Diese Arbeit erledigten dankenswerterweise die NABU-Aktiven M. Scholz und E. Schmeißer.


Der heiße Sommer lockt seltene Gäste an

(06.09.2015)

(image-box-old: 2015/150906.jpg text: Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos))

Diesen Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) entdeckte Frau K. Schultze aus Röpsen (Stadt Gera) am 31. August am Bienenstock ihres Vaters. Diese Art ist ein Wanderfalter, der aus dem südlichsten Europa bei geeigneten Bedingungen nach Mittel- und und z.T. sogar Nordeuropa fliegt. Bienenstöcke dienen ihnen als "Tankstelle", wobei sie nicht als fremd erkannt werden, da sie sich mittels der Abgabe von speziellen Geruchstoffen als Biene tarnen. In Anbetracht des Klimawandels werden solche Sommergäste zukünftig wohl häufiger zu sehen sein.


Gentechnik-Newsletter Thüringen IV/2015

(04.09.2015)

Vor wenigen Tagen erschien die vierte Ausgabe des Gentechnik-Newsletters, der vom Thüringer Ökoherz e.V. und dem Förderverein Deutsches Bienenmuseum Weimar e.V. herausgegeben wird.


Gentechnik-Newsletter Thüringen IV/2015


Neue Publikation des Museums für Naturkunde Gera

(24.07.2015)

(image-hero-old: 2015/150724.jpg text: Titelbild (rechts): Museum für Naturkunde Gera im Schreiberschen Haus, Foto: Frank Hrouda, 2014
Abbildungen Rückseite: siehe unten)

Am 23. Juli wurde der interessierten Öffentlichkeit das Heft 39 der renommierten Publikationsreihe des Museums für Naturkunde Gera vorgestellt. Das lang erwartete Heft enthält u.a. mehrere interessante Beiträge zum Thema "Das Museum für Naturkunde Gera und seine Sammlungen". Erstmalig steht das Museum selbst mit seinen Sammlungen in den Mittelpunkt. Präsentiert werden sowohl interessante zoologische und mineralogische Sammlungen als auch Sammlerpersönlichkeiten mit ihren Biografien – damit können vor allem bedeutende Neuzugänge bekannt gemacht werden. Wichtige Beiträge widmen sich auch der herausragenden Bausubstanz von Schreiberschem Haus, dem heutigen Museum für Naturkunde, und dem Turmhaus im Botanischen Garten, ebenso der wissenschaftlichen Museumsbibliothek und Naturschutzthemen wie dem Fischotter um Gera oder einer Blut-Buche als Totholzbiotop im Botanischen Garten.


Abbildungen Rückseite:

  • Goldschwanzsylphe (Sappho sparganura Shaw, 1812), Familie Kolibris, Männchen,
  • Standpräparat, Sammlung Feustel, Museum für Naturkunde Gera, Inv. Nr. IA4/79, s. S. 36, Foto: F. Hrouda
  • Quarz Var. Bergkristall (Fadenquarz), Kleine Windgälle (Berg), Maderanertal, Kanton Uri, Schweiz, 3,9 x 3,5 cm, Sammlung Schröder, Museum für Naturkunde Gera, Inv. Nr. 680/81 2730, s. S. 4, Foto: F. Hrouda
  • Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata Linnaeus, 1761), Sammlung Museum für Naturkunde Gera, Foto: Foto-Schmidt Gera
  • Fischotter (Lutra lutra Linnaeus 1758), Männchen, gefunden 06.04.2011, Gera-Rubitz, Standpräparat, Sammlung Museum für Naturkunde Gera, Inv. Nr. IA5/442, s. S. 47, Foto: F. Hrouda

Gentechnik-Newsletter Thüringen III/2015

(02.07.2015)

Gestern erschien die dritte Ausgabe des Gentechnik-Newsletters, der vom Thüringer Ökoherz e.V. und dem Förderverein Deutsches Bienenmuseum Weimar e.V. herausgegeben wird.


Gentechnik-Newsletter Thüringen III/2015


Wichtiges Positionspapier des Bundesamts für Naturschutz

(31.07.2015)

(image-box-old: 2015/150731-Artikel.png layout: vertical)

Die ausführliche Fassung des kürzlich veröffentlichten wichtigen Positionspapiers des Bundesamtes für Naturschutz ist unter www.bfn.de abrufbar (siehe unten für den direkten Link zur Publikation als PDF-Dokument).


Artenschutz-Report, Mai 2015


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 1/2015 erschienen

(31.07.2015)

(image-box-old: 2015/150731.jpg text: Deckblatt position: left)

Auch wer sich häufig in der Natur aufhält bekommt sie kaum zu Gesicht – unsere heimischen Flusskrebse. Das ist unter anderem ihren Hauptaktivitätszeiten in der Dämmerung und der Nacht sowie ihrer Lebensweise als Einzelgänger geschuldet. Wer die beiden Arten Edel- und Steinkrebs gezielt sucht muss heutzutage ebenfalls genauer hinschauen. Rolf Kleemann & Wolfgang Zimmermann stellen in der neuen Ausgabe der „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ die Ergebnisse einer vierjährigen Recherche zur Flusskrebsfauna vor. Nach der Begutachtung der Thüringer Gewässer wird die aktuelle Verbreitung den historischen Nachweisen gegenüber gestellt. Ein drastischer Rückgang, vor allem des Edelkrebses, wird ebenso deutlich, wie die starke Zunahme der eingeführten Krebsarten Kamber- und Signalkrebs und mittlerweile auch des Roten Amerikanischen Sumpfkrebses. Neben dem Konkurrenzdruck durch die Neozoen reduziert die durch die „Amerikaner“ eingeschleppte Krebspest die Bestände von Edel- und Steinkrebs drastisch. Ganze Vorkommen sind vom Aussterben bedroht. Die Autoren greifen die Schwierigkeiten beim Schutz der einheimischen Flusskrebse auf und unterbreiten Vorschläge zur Sicherung der Vorkommen.

Norbert Grosser, Valeska Krebs und Werner Schäfer stellen die gewonnenen Ergebnisse von Entbuschungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet „Flachstal“ zur Sicherung des Zielbiotops „Halbtrockenrasen“ vor. Die Effektivität der Maßnahme wurde anhand von zoologischen Leitarten aus drei Indikatorgruppen, Tagfalter, Heuschrecken und Vögel, überprüft. Im Rahmen der Untersuchung bestätigten die Autoren die heraus ragende Wertigkeit des Gebietes anhand der hohen Anzahl von Arten der Roten Listen Deutschlands und Thüringens.

Matthias Krüger, Stefanie Griebsch und Martin S. Fischer stellen eindeutige Merkmale zur Abgrenzung von Wild- und Hauskatze vor. Die Aussagen beruhen auf der Vermessung von knapp 140 Totfunden in Verbindung mit genetischen Untersuchungen. Für Hybride sind die vorgestellten Merkmale nicht geeignet.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


Mehlschwalben-Kunstnester sind begehrt …

(08.06.2015)

(image-box-old: 2015/150608.jpg text: Junge Zaunkönige im Mehlschwalben-Kunstnest
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.)

nicht nur bei Mehlschwalben: Im Hof eines NABU-Mitglieds in Rohna (bei Weida) brütete der Zaunkönig ungewöhnlicherweise in einer für Mehlschlwalben angebrachten Nisthilfe.


Lebt das Mittelalter in Thüringen fort?

(01.06.2015)

(image-box-old: 2015/150601.jpg)

Die Menschen des Mittelalters hatten vielfältigsten Vorstellungen, was man tun muß, um böse Geister zu bannen oder Schaden abzuwenden. Rabenvögel waren aufgrund der christlichen Mythologie intensiver Verfolgung ausgesetzt, deren Auswirkungen bis in die heutige Zeit, allerdings unter anderem Vorzeichen, reichen. Trotz des gesetzlichen Schutzes, den die Aaskrähe (Corvus corone), eine Singvogelart aus de Familie der Rabenvögel (Corvidae) genießt, werden immer wieder illegale Tötungen dieser Art aktenkundig. Der hier abgebildete Fall, angesiedelt in der Region westlich von Weida, hatte polizeiliche Ermittlungen zur Folge, die zur Klärung dieser nicht nur juristisch sondern auch ethisch verabscheuungswürdigen Straftat führten.


Mehr Informationen zur Biologie, Ökologie u.a.m. der Rabenvögel sind unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/rabenvoegel/00520.html zu finden.


Eine Bank der Generationen

(31.05.2015)

(image-box-old: 2015/150531.jpg text: Impressionen vom Birkhäuser Teich, aufgenommen am 20. Mai von Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.)

Mit der akustischen Untermalung rufender Wasserfrösche und eines Kuckucks, so wie der kritischen Beobachtung einer Feldsperlings- und Starenfamilie, welche in den Nistkästen am Aussichtsturm ein Heim für ihr Familienleben gefunden haben, führten 5 Naturbegeisterte am 9. Mai einen Arbeitseinsatz im Bereich der Aussichtsturmes am Frießnitzer See durch.

Da der NABU seit der Eröffnung des renaturierten Naturschutzgebietes immer wieder den Hinweis von Familien erhalten hatte, daß kleinere Kinder nicht über die Brüstung des Turmes schauen können, wurde – aus Sicherheitsgründen an der inneren Brüstung -, unterhalb der Schautafeln, für diese eine Bank angebracht. Nun können alle Generationen von Besuchern von hier aus die Vogelwelt auf dem See beobachten. Zudem wurden die letzten Wildrosen in die Erde gebracht.

(image-box-old: 2015/150531-2.jpg text: Impressionen vom Birkhäuser Teich, aufgenommen am 20. Mai von LLutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V. layout: vertical)

Eine bemerkenswerte Überraschung hatte dieser Tag auch noch zu bieten. Bei der Entfernung eines in den Seebach gestürzten Baumes wurde im Wurzelstock ein Europäischer Flußkrebs gefunden. Dieser Fund entfachte eine Diskussion darüber, wie der Europäische Flußkrebs (Astacus astacus) vom Kamberkrebs (Orconectes limosus) unterschieden werden kann. Auch wurden die Probleme, welche unser Flusskrebs durch seinen aus Amerika eingeschleppten Verwanden hat, besprochen.


Tiere und Pflanzen des Geraer Zechsteinmeeres vor 255 Millionen Jahren – Vortrag in der Kirche St. Petri zu Dorna

(30.05.2015)

(image-box-old: 2015/150530.jpg text: Der Referent, Herr F. Hrouda, mit einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung, die u.a. Fossilien aus der Sammlung des Museums für Naturkunde Gera beschreibt.
Foto: Museum für Naturkunde Gera/R. Michelsson)

Am Freitag, den 10. Juli 2015 (Beginn 18.00 Uhr), wird Herr Frank Hrouda vom Museum für Naturkunde Gera über ein spannendes Kapitel der Erdgeschichte sprechen: Die Zechsteinzeit, die vor 257 bis 251 Millionen Jahren erdgeschichtlich in unserer Region prägend war, ist der letzte Abschnitt einer gewaltigen Epoche in der Entwicklung der Erde, die man Erdaltzeit nennt.
Durch Absenkungsvorgänge wurden weite Bereiche Europas einschließlich von Teilen Großbritanniens, Polens und Deutschland durch ein flaches Meer überflutet. Dieses Meer, dessen Grenzen nicht konstant blieben, erreichte zeitweise auch die Gegend des heutigen Gera. In den heutigen Gemarkungen von Trebnitz und Schwaara befand sich der Uferbereich. Zeitweise tummelte sich hier ein vielfältiges Leben im – aus erdgeschichtlicher Sicht – kurzlebigen Zechsteinmeer. Fische, Muscheln, Armfüßer, Moostierchen und sogar Seeigel lebten in ihm. An Land wuchsen unter sengender Sonne Pflanzen wie Nadelbäume, die an Trockenheit und Hitze angepasst waren. Stürme verbrachten Zweige und Zapfen ins Meer. Daß dieses idyllische Bild keine Fantasie ist, beweisen die zahlreichen Fossilien, die an vielen Stellen in Gera, Trebnitz oder Schwaara bis heute gefunden werden.

(image-box-old: 2015/150530-2.jpg text: Ein prähistorisches Meerestier ist der Armfüßer Horridonia horrida, gefunden in Trebnitz, mit vorzüglich erhaltenen Stacheln. 15 x 10 cm
Sammlung: Museum für Naturkunde Gera
Foto: Museum für Naturkunde Gera/R. Michelsson)
Die schönsten und aussagekräftigsten von ihnen werden im Vortrag vorgestellt und erläutert. Darunter befinden sich fossile Schalen der seltsamen Armfüßer mit skurrilen Formen und merkwürdigen Stacheln, aber auch Muscheln, Schnecken, weiterhin Zähne und Schuppen von Fischen wie dem „Kupferschieferhering“, von Haien und Quastenflossern als auch trichter- und fächerartige Kolonien fragiler Moostierchen. Weltweite Berühmtheit erlangte insbesondere Trebnitz durch Funde ausgezeichnet erhaltener Landpflanzen der Zechsteinzeit. Vortrefflich erhaltene Zweige, Blätter, Zapfen und Holzreste werden daher ebenso präsentiert. Gleichfalls bedeutsam sind die sog. Culmklippen bei Schwaara, wo der Durchbruch der Bahntrasse der Wuitzer Kleinbahn durch diese heute als Flächennaturdenkmal geschützt ist.

Der Referent wird zudem nach dem Vortrag gerne seitens der Besucher selbst gefundene Fossilien bestimmen. Zögern Sie daher nicht, Ihre Fundstücke mitzubringen!

Die Veranstaltung wird von der Kirchgemeine Dorna in Zusammenarbeit mit dem NABU Gera-Greiz e.V. getragen. Der Eintritt ist frei; um Spenden für den Erhalt der Kirche St. Petri zu Dorna wird gebeten.


Rechtsstreit um Bayer-Pestizide beigelegt: Bienengefährlich – ja oder nein?

vom 20. April 2015
(03.05.2015)

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) darf Pestizide des Pharma-Konzerns Bayer als bienengefährlich bezeichnen. Die Diskussion hatten beide Parteien bis vor Gericht ausgefochten. Jetzt ist der Streit endgültig beigelegt. Ein Bayer-Sprecher sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), das Unternehmen verzichte auf eine Berufung gegen ein Urteil des Düsseldorfer Landgerichts. Hintergrund des Streits waren Äußerungen des BUND, der im vergangenen Jahr eine Broschüre mit dem Titel "Pestizidverkauf in Bau- und Gartenmärkten – BUND-Einkaufscheck" veröffentlicht hatte. Mit dieser wollen die Umweltschützer darauf aufmerksam machten, dass Verkäufer in Garten- und Baumärkten die Kunden sehr häufig falsch über den Einsatz verschiedener Unkraut- und Insektenbekämpfungsmittel informieren würden. In der Broschüre hatte der BUND Pflanzenschutzmittel von Bayer mit dem Wirkstoff Thiacloprid als für Bienen gefährlich bezeichnet.

Gericht: „Äußerungen sind durch Tatsachenkern gedeckt“

Bayer hatte wegen der Äußerungen eine einstweilige Verfügung gegen die Umweltschutz-Organisation erwirkt. Die hatte das Düsseldorfer Landgericht aber in einem Eilverfahren Mitte März wieder aufgehoben. Die Richter urteilten, der BUND dürfe die Aussage der Bienengefährlichkeit wiederholen, weil sie durch einen "Tatsachenkern" gedeckt seien.
Bayer hatte zunächst angekündigt, eventuell juristisch dagegen vorzugehen, will aber nun doch nicht in Berufung gehen. Nach Angaben des Bayer-Sprechers hat das Gericht mit seiner Entscheidung zwar das Recht auf Meinungsfreiheit gestärkt. Eine Einschätzung zur Qualität der Produkte liege damit aber nicht vor. Die Produkte seien „nach wie vor sicher“.

BUND: Produkte müssen vom Markt

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger rief Bayer und sein Tochterunternehmen CropScience dagegen dazu auf, die Produkte umgehend vom Markt zu nehmen. Die Gefährlichkeit der Pflanzenschutzmittel für Bienen sei "wissenschaftlich belegt". Konkret geht es um die Schädlingsbekämpfungs-Produkte "Schädlingsfrei Calypso" und "Zierpflanzenspray Lizetan" des Pestizidherstellers Bayer CropScience. Beide beinhalten den Wirkstoff Thiacloprid. Dieses gehört zur Klasse der Neonikotinoid-Wirkstoffe. Sie gelten mit als Auslöser des weltweit zu beobachtenden Bienenvölkersterbens. Daher hatte die EU-Kommission ab 1. Dezember 2013 die Zulassung für drei Neonicotinoide zunächst für zwei Jahre für bienenrelevante Kulturen wie zum Beispiel Raps eingeschränkt. Dagegen klagen die Hersteller Bayer und Syngenta derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof.

Jede zehnte Bienenart bedroht

Eine Studie im Auftrag der EU-Kommission kam kürzlich zu dem Schluss: Jede zehnte Bienenart in Europa ist vom Aussterben bedroht. EU-Umweltkommissar Karmenu Vella machte dafür die Intensivlandwirtschaft und den Einsatz von Insektiziden sowie Düngemitteln verantwortlich.

Der Großteil aller angebauten Pflanzen muss bestäubt werden um Qualität und Erträge zu steigern – laut Studie gilt das für 84 Prozent der wichtigsten Anbaupflanzen in Europa. Der geschätzte Wert der Bestäubung von Kulturpflanzen durch Bienen beträgt laut Studie jährlich weltweit rund 153 Milliarden Euro, in Europa sind es rund 22 Milliarden Euro. Die Studie wurde im Rahmen der Europäischen "Roten Liste" der Weltnaturschutzunion (IUCN) veröffentlicht und fasst erstmals Daten über alle 1.965 Wildbienenarten in Europa zusammen.

EU: weitere Studien zu umstrittenen Pesiziden notwendig

Die EU will derweil die Wirkung der umstrittenen Pesizide erneut unter die Lupe nehmen. Bis Ende Mai sollen laut der EU-Kommission neue wissenschaftliche Ergebnisse zu den Neonicotinoiden gesammelt werden. Eine Untersuchung des Wissenschaftsnetzwerks Easac kommt zu dem Schluss, dass die Nervengifte Honigbienen, aber auch anderen wichtigen Insekten erheblich schaden können.
Es sei noch zu früh, um zu sagen, was das Ergebnis dieses Prozesses sein könne, hieß es bei der EU-Behörde. Eine Gruppe von Wissenschaftlern sichtete für den neuen Bericht mehr als 100 Studien. Es gebe mehr und mehr Hinweise
darauf, dass der Einsatz dieser Wirkstoffe Folgen für eine Reihe von Organismen im Ökosystem habe, berichtete Easac, ein Verbund von Nationalakademien in Europa. Beispiele seien Hummeln, aber auch Wespen,
Käfer oder Regenwürmer.


Quelle: dpa, KNA, epd


Gentechnik-Newsletter Thüringen Nr. 2/2015

(02.05.2015)

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

anbei die zeite Ausgabe des Gentechniknewsletters in diesem Jahr, der ab 2015 wieder vom ‚Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen‘ herausgegeben wird.

Eine interessante und aufschlussreiche Lektüre wünschen
Frank Augsten und Claudia Schneider“


Gentechniknewsletter II/2015 (April 2015)


Becker nennt Befunde einer Studie des Umweltbundesamtes alarmierend: Thüringen braucht eine nachhaltige und regionale Landwirtschaft

Presseerklärung der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag
(20.04.2015)

Erfurt, 8. April 2015. Eine kürzlich vorgelegte Studie des Umweltbundesamtes sorgt derzeit für Aufsehen. Danach verursacht die Agrarindustrie in ihrer bisherigen Form massive Umweltschäden: www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltbelastende-stoffeintraege-aus-der

„Die Landwirtschaft ist ein wichtiger und auch künftig unverzichtbarer Bestandteil der Thüringer Wirtschafsstruktur“, heißt es im Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün. „Dies kann aber nicht heißen, dass die Landwirte ohne Rücksicht auf Wasser, Boden und Luft wirtschaften“, sagt Dagmar Becker, die landwirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag. Der Tenor einer Studie der Umweltbundesamtes spreche leider eine andere Sprache: Danach gehöre die Landwirtschaft nach der Industrie zum zweitgrößten Verursacher von Treibhausgasen. Stickstoff, Phosphor und Schwermetalle belasteten die Umwelt zusätzlich, Schädlingsbekämpfungsmittel töteten nicht nur Schädlinge, sondern auch nützliche Insekten. „All das muss uns als Bürger und Verbraucher alarmieren, denn hier wird Schindluder mit unserer Umwelt, aber auch mit den Tieren betrieben“, so Becker heute.

„Die vorliegende Studie zeigt klar und deutlich auf, dass die größten Agrarumweltprobleme mit der räumlich konzentrierten Intensivtierhaltung in Großbetrieben – umgangssprachlich oft als Massentierhaltung bezeichnet – verbunden sind“, konstatiert Becker. Die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag bekenne sich klar zur Notwendigkeit der Landwirtschaft – aber eben auch zu einer anderen, ökologisch verträglicheren Landwirtschaft und Tierhaltung. „Nachhaltig und regional, so muss Landwirtschaft heute sein, damit sie von aufgeklärten Verbrauchern akzeptiert wird“, sagt Becker.


Franzisca Friedrich
Stellvertretende Pressesprecherin
Tel.: 0361/377 2339


Eröffnung der Sonderausstellung „Biologische Invasionen. Verschleppte Tiere und Pflanzen verändern die Welt“

(16.04.2015)

(image-box-old: 2015/150416.jpg)

„Liebe Freunde des Museums für Naturkunde Gera,

Zur Eröffnung der Sonderausstellung „Biologische Invasionen. Verschleppte Tiere und Pflanzen verändern die Welt“
am Donnerstag, 23. April 2015, um 17.00 Uhr im Museum für Naturkunde Gera, Nicolaiberg 3, laden wir Sie herzlich ein.

Den Vortrag zur Eröffnung hält Herr Dr. Gunnar Brehm vom Phyletischen Museum an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.“

Faltblatt zur Ausstellung


Kornelia Meyer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Museum für Naturkunde und Botanischer Garten
Nicolaiberg 3, 07545 Gera


NABU Thüringen: Giftköder gegen Mäuse dürfen nicht gestreut werden

(15.04.2015)

Der NABU Thüringen lehnt den Einsatz von Feldmausködern im Streuverfahren prinzipiell ab. „Es zählt nicht für umsonst zur guten fachlichen Praxis, Mäusegift in die Mäuselöcher zu streuen und diese dann zu verschließen“, sagt Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen. „Giftköder zu streuen ist unverantwortlich. Giftköder können direkt aufgenommen werden und verendende Mäuse werden von Greifvögeln, Eulen, Störchen, aber auch von Hunden und Katzen als erste erbeutet. Gerade jetzt, wo Eulen ihre Jungen aufziehen, kann dieser Einsatz katastrophale Folgen haben.“ Dem NABU liegen in diesem Jahr Meldungen von bis zu sechs Jungen beim Waldkauz vor. Viele Mäuse in der Natur führen auch zu größeren Jungenzahlen bei Greifvögeln und Eulen – eine natürliche Gesetzmäßigkeit. Der in den Giftködern enthaltene Wirkstoff Chlorphancinon weist laut Umweltbundesamt eine sehr hohe Giftigkeit gegenüber Vögeln und Säugetieren auf.

Trotz der Warnung des Bundesumweltamtes, diese Giftköder nicht auf die Oberfläche aufzubringen, versucht die Thüringer Bauernschaft regelmäßig das Streuverfahren genehmigt zu bekommen. “Es ist verständlich, dass ein Landwirt seine Ernte optimieren will, man hört jedoch meist von Rekordernten, guten Jahren und besten Ergebnissen. Doch zu welchem Preis? Wir registrieren regelmäßig, dass es wieder weniger Feldraine, Hecken und andere Landschaftsstrukturen geworden sind.“ so Jessat. „Zum Schluss versucht die Agrarwirtschaft das ansonsten illegale Streuen von Giftködern legalisieren zu lassen. Bizarrerweise muss man schon hoffen, dass die Mäuse einige Fehlstellen im Raps- oder Getreidefeld bewirken, damit Kiebitz, Feldlerche und Rebhuhn Brutplätze im monotonen Acker erhalten und Rotmilan und Schleiereule Mäuse für ihre Jungen jagen können,“ äußert sich Jessat verärgert. Selbst Wildkatzen auf Wanderschaft und die Restbestände des Feldhamsters können betroffen sein. Beides Arten, für die Thüringen eine besondere Verantwortung trägt.

Laut den Naturschützern müsse man endlich anerkennen, dass Mäuse eine wichtige Rolle im Naturhaushalt spielen. Die Schwankungen in den Beständen sind völlig normal und müssen einkalkuliert werden. Die Forderung, sich hier mit Gift einmischen zu dürfen, offenbart die Unkenntnis der natürlichen Abläufe auf dem Feld und ist nicht tragbar. Im vergangen Jahr hat die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) sogar verfügt, dass Maßnahmen zur Bekämpfung von Feldmäusen in Nichtkulturland wie Ackerrandstreifen, Straßenrändern und Böschungen möglich sind. „Die letzten Rückzugsflächen werden damit zur Todesfalle,“ so der NABU-Landesvorsitzende.


Jürgen Ehrhardt
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Thüringen e.V.


Die Rieseneidechsen der Kanarischen Inseln – verschollen und wiederentdeckt

Vortrag im Museum für Naturkunde Gera am 16. April um 19.00 Uhr(06.04.2015)

Am 16. April (Beginn 19.00 Uhr) berichtet Herr Wolfgang Bischoff (Magdeburg) über die Rieseneidechsen der Kanarischen Inseln. Auf den Inseln La Gomera und El Hierro leben Eidechsen, die deutlich größer sind, als die auf dem Festland heimischen Eidechsenarten: Die La-Gomera-Rieseneidechse (Gallotia bravoana) und die El-Hierro-Rieseneidechse (Gallotia simonyi), die bis 75 cm lang werden können. Diese Arten sind endemisch, d.h. sie leben nur auf diesen Inseln, weshalb sie besonders gefährdet sind und bis vor ca. 50 Jahren bereits als ausgestorben galten.

Ihre Geschichte – schon in der Antike wurden sie von dem berühmten Schriftsteller Plinus dem Älteren erwähnt –, ihre Wiederentdeckung und die umfangreichen Bemühungen um ihren Schutz stellen ein außergewöhnlich spannendes Stück naturwissenschaftlicher und naturhistorischer Forschung dar, zu dessen Vorstellung der NABU Gera-Greiz e.V. herzlich einlädt.


Lesen Sie hier einen 2007 erschienen Bericht des Referenten über die Kanarischen Rieseneidechsen


Fledermausschutz: Opfersuche zeigt Wirkung – März 2015

(28.03.2015)

(image-hero-old: 2015/150328.jpg text: Fledermäuse als Windenergieopfer © Justus Maierhofer)

Dass Naturschutzverbände etwas bewirken können und selbst gegenüber der oft übermächtig erscheinenden Windenergiewirtschaft keineswegs erfolglos sein müssen, zeigt die Initiative der Karl Kaus Stiftung für Tier und Natur, der Kreisgruppen des BUND und des NABU Lüchow-Dannenberg, des Vereins Naturkunde Lüchow e.V. und der Avifaunistischen Arbeitsgemeinschaft Lüchow-Dannenberg.

Diese Organisationen finanzierten die Suche nach Fledermäusen, die an Windenergieanlagen in dem niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg zu Tode gekommen sind. Die beauftragten Fledermausfachleute Frank Manthey und Justus Maierhofer ermittelten 40 bis 50 tote Fledermäuse je Windpark und Saison. Unter diesen Voraussetzungen hätten die Anlagen nie in Betrieb gehen dürfen.

Die Naturschützer konfrontierten die Betreiber der Anlagen und den Landkreis, der den Anlagenbetrieb zugelassen hatte, mit den Zahlen. Wie nahezu alle in Deutschland errichteten 25.000 Windenergieanlagen sind die Anlagen ohne vorherige Untersuchungen der Fledermausfauna in Betrieb gegangen. Dass Fledermäuse an Windenergieanlagen ums Leben kommen können, hatten sich selbst Fledermausfachleute zunächst kaum vorstellen können. Sie lagen schlichtweg daneben. Heute schätzen Fachleute, dass an den bisher in Deutschland errichteten Anlagen jährlich eine Viertelmillion Fledermäuse sterben. Bedenkt man, dass viele Fledermausweibchen während der Jungenaufzucht buchstäblich der Schlag trifft und Fledermäuse nur ein Junges pro Jahr zur Welt bringen, wird das dramatische Ausmaß der Verluste ansatzweise sichtbar.

Die an den Anlagen im Landkreis Lüchow-Dannenberg ermittelten Todeszahlen können kaum folgenlos bleiben: Bei solchermaßen hohen Verlusten sind die Behörden befugt, ja sogar verpflichtet, unverzüglich Abschaltzeiten für die Anlagen festzulegen – und zwar für die Betreiber entschädigungslos. Mit Abschaltregelungen kann die Zahl der Todesopfer deutlich verringert werden. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg als Zulassungsbehörde strebt nun solche nachträglichen Beschränkungen an.

In Lüchow-Dannenberg liegt der symbolträchtige Ort Gorleben, der als Standort für ein geplantes atomares Endlager bekannt ist. Angesichts des in dieser Region großen Widerstandes gegen die Atomwirtschaft könnte man verstehen, wollten Politik und Bevölkerung hier mit Windenergieanlagen ein Zeichen für eine alternative Energiepolitik setzen. Tatsächlich ist die örtliche Bevölkerung um energiepolitische Vernunft bemüht und nicht bereit, der Windenergiewirtschaft vorbehaltslos noch mehr Flächen für Windenergieanlagen zu opfern. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg am Rande der ehemaligen deutsch-deutschen-Grenze haben sich vergleichsweise viele schöne Landschaften und Vorkommen seltener Arten erhalten. Die Bewohner der Region wissen um diesen Wert.

Dank der Ergebnisse des Schlagopfermonitorings werden die Opfer der Windenergiewirtschaft nun sichtbar und hoffentlich bald die notwendigen Abschaltregelungen getroffen. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (EGE) hat die Initiative der Fledermausschützer als beispielhaft herausgestellt. Das Beispiel sollte Schule machen. Was könnte für die Sache des Fledermausschutzes erreicht werden, würden andere Naturschutzvereinigungen dem Beispiel aus dem Landkreis-Lüchow-Dannenberg folgen? Was, wenn Landes- und Bundesverbände von NABU und BUND nur 1 Prozent ihres jährlichen Spendenaufkommens für solche Untersuchungen bereitstellten? Zug um Zug könnte der Anlagenbetrieb fledermausfreundlich nachgesteuert werden. Leichter lassen sich Fledermäuse nicht schützen. Die Windenergiewirtschaft streicht zwar enorme Gewinn ein, ist aber zu einem Schlagopfermonitoring, das zu nachträglichen Abschaltregelungen führen könnte, bisher nicht bereit.

Wie gefährlich die Ergebnisse einer Opfersuche sein können, zeigt das vom Bundesumweltministerium geförderte Forschungsvorhaben zur "Entwicklung von Methoden zur Untersuchung und Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen". An den untersuchten Anlagen waren hohe Fledermausverluste von bis zu 57 Tieren je Anlage zwischen Juli und September eines Jahres festgestellt worden. Dort kam es bisher nur deswegen zu keinen nachträglichen Beschränkungen, weil die universitären Biologen sich zuvor gegenüber den Betreibern verpflichtet hatten, die betreffenden Anlagen geheim zu halten. Das Bundesumweltministerium hatte die Untersuchungen mit mehr als einer Million Euro finanziert. Die EGE hatte diesen Skandal im August 2013 öffentlich gemacht, was ein großes Medienecho auslöste. Bundes- und Landesverbände der großen Naturschutzvereinigungen indessen haben zu dem Vorgang geschwiegen.


Text- und Bildquelle


Kleine Arbeiten für heimische Vogel- und Fledermausarten

(21.03.2015)

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Am 19. März wurden verschiedene Vogelnist- und Fledermauskästen im Baumbestand der Brahme-Aue in Gera-Roschütz fachgerecht angebracht. Infolge langjähriger Übernutzung und mangelder Pflege ist der vorhandene Kopfweidenbestand überaltert.

(image-box-old: 2015/150321.jpg position: left layout: vertical)
Die vor 3 Jahren durch den NABU Gera-Greiz neu gepflanten Weiden werden erst in vielen Jahren zu Höhlenbäumen, weshalb die Anbringung von Kästen eine sinnvolle Alternative zur Überbrückung dieser Zeitspanne ist.


Fotos: Mario Scholz, NABU Gera-Greiz e.V.


Erstes Treffen der NAJU im NABU Gera-Greiz in Zeulenroda

(19.03.2015)

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Ein unvergeßlichen Tag mit aufgeschlossenen Teilnehmern erlebten wir am 14. März zum ersten NAJU-Treffen in Triebes am Stau. Hier waren sich 12 Kinder und 10 Erwachsene einig, daß sie mit viel Spaß, guter Zusammenarbeit, tollen gemeinsamen Erlebnissen, Abenteuer und Freude an der Teamarbeit die Natur kennenlernen und erleben wollen. Die Wünsche der Kinder für die Zukunft reichten noch weiter – vom Spaß am Lernen, über Angeln bis hin zu Besuchen von Bergwerken und Steinbrüchen. Die Begeisterung aller Teilnehmer für unser gemeinsames Ziel – die Nachhaltigkeit in unserem Tun – hat die Organisatoren Uta Wagner und Jens Lösche förmlich überwältigt.

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Ihr Fazit: „Wir werden unser Bestes geben, alle Wünsche zu erfüllen, damit die neue NAJU-Gruppe Bestand haben und wachsen wird. Ganz vielen lieben Dank an alle Helfer und Teilnehmer!“


Fotos und Text: Uta Wagner & Jens Löschel/NAJU im NABU Gera-Greiz


Naturschutzgeschichte Thüringens erschienen – Einladung zum Kolloquium

Buchvorstellung und Kolloquium am 15. März im Museum Reichenfels-Hohenleuben(18.02.2015)

(image-box-old: 2015/150218.jpg text: Quelle: Studienarchiv Umweltgeschichte layout: vertical)

Die „Naturschutzgeschichte Thüringens. Lexikon der Naturschutzbeauftragten, Band 4: Thüringen“ ist das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeiten des Institutes für Umweltgeschichte und Regionalentwicklung e.V. (siehe www.iugr.net) an der Hochschule Neubrandenburg unter Federführung von Prof. Dr. Behrens.
Im Rahmen eines Kolloquiums wird es am 15. März um 10.00 Uhr im Museum Reichenfels-Hohenleuben (Reichenfels 1A in 07958 Hohenleuben) der Öffentlichkeit vorgestellt. Vortragsthemen werden die Naturschutzgeschichte Thüringens, unter besonderer Berücksichtigung Ostthüringens, aber auch die zu erwartende Neuausrichtung des Naturschutzes unter seit dem 5. Dezember 2014 amtierenden Regierung (angefragt) sein.

Das Lexikon enthält Biogramme zu allen (Kreis-) Naturschutzbeauftragten Thüringens seit 1906 bis heute. Es gibt tiefschürfend Auskunft über das Wirken einer großen Gruppe von „Schlüsselakteuren“ im Bereich des Naturschutzes und beinhaltet eine landesbezogene Naturschutzbibliographie. Besonders hervorzuheben ist die 450 Seiten umfassende Einleitung, die die vielschichtige Geschichte des Naturschutzes in Thüringen von den Anfängen im 19. Jahrhunderts bis heute profund darstellt.

Organisator des Kolloquiums ist der Vogtländischen Altertumsforschenden Verein zu Hohenleuben e.V., das Museum Reichenfels-Hohenleuben und der NABU Gera-Greiz. Der Eintritt ist frei, Interessenten sind herzlich willkommen.


Titelblatt des Lexikons der Naturschutzbeauftragten Bd. 4


Positionspapier des 32. Deutschen Naturschutztages

(11.01.2015)

Das „Positionspapier des 32. Deutschen Naturschutztages“ fordert deutlich verstärkte gesamtgesellschaftliche Anstrengungen für eine Stärkung und Ausweitung des Umwelt- und Naturschutzes, da dieser nicht Selbstzweck ist, sondern der Sicherung der Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft verpflichtet ist. Das Statement spricht uns aus dem Herzen. Lesen Sie hier:


Positionspapier des 32. Deutschen Naturschutztages


Junge Bäume für einen uralten Weg

(05.01.2015)

(image-box-old: 2015/150105.jpg text: Titelbild layout: vertical)

Beim Betrachten alter Land- oder Flurkarten unserer Region und dem Vergleich der damals vorhandenen vielfältigen Landschaftsstrukturen (wie z.B. kleinen Feldgehölzen, Sand- und Lehmgruben, Steinbrüchen, Feuchtwiesen, frei mäandernden Bächen, Tümpeln oder Hohlwegen) mit den noch heute sichtbaren, wird deutlich, wie radikal sich das Antlitz unserer Heimat verändert hat. Vor allem infolge der sog. Kollektivierung der Landwirtschaft und der damit verbundenen Ausräumung der Feldflur sowie der systematischen Melioration ab ca. 1960, wurde die einst reich gegliederte und lebendige Landschaft zwecks Schaffung maschinengerechter Großschläge nivelliert. Nach 1990 beschleunigte sich die Zersiedlung der Dörfer durch die Anlage großer Eigenheim- oder Gewerbegebiete, denen ebenfalls alte Kulturflächen – Felder, Weiden und Streuobstwiesen – zum Opfer fielen. Der Straßenneubau und aktuell die Errichtung von Windkraftanlagen führen zu weiteren, tiefen Einschnitten in das Landschaftsbild. Doch auch der Mensch braucht für sein Wohlbefinden eine Umwelt, die nicht ausschließlich von Technik, Rentabilität und Zweckmäßigkeit bestimmt ist.

(image-hero-old: 2015/150105-2.jpg)

In Brahmenau hat sich ein bedeutendes Landschaftselement, welches zudem lokalgeschichtlich bemerkenswert ist, erhalten: Die „Culmer Hohle“; ein alter, schon nach 1800 auf Urkatasterkarten verzeichneter Hohlweg, der von Culm auf das Plateau des Wachhügels, von da aus als Feldweg, später z.T. als Straße weiter nach Wüstenhain oder Söllmnitz führt. Nur noch als flache Mulde im Feld ist die verfüllte Lehmgrube nördlich der Culmer Hohle, die zur Deckung des einst großen Bedarfs dieses vielseitig verwendeten Baumaterials diente, zu erahnen. Der Wachhügel, 283,5 m hoch und damit höchster Punkt in der Gemarkung Brahmenau, läßt schon vom Namen her erkennen, welche Bestimmung er einst hatte. Die Wege, die früher direkt über ihn führten, sind heute untergepflügt, die alte Feldscheune abgerissen.

Hohlwege sind alte Wege, die sich infolge jahrhundertelanger Benutzung durch Mensch, Vieh und Wagen tief in die Geländeoberfläche eingeschnitten haben. Die durch diese Belastung bedingte Bodenverdichtung verhindert das Versickern von Niederschlagswasser, welches daher vornehmlich oberflächlich abfließt und dabei Bodenteile wegspült, so daß eine stetige Wegvertiefung zu verzeichnen ist. Die Vegetation kann sehr variabel sein und reicht von nahezu vegetationslosen Rohboden- oder Gesteinsaufschlüssen über Gras- und Staudenfluren bis zu Gebüschen, Feldgehölzen oder Wäldern. Nach § 18 des Thüringer Naturschutzgesetztes sind Hohlwege, die mindestens 1 m tief eingeschnitten sind und an ihrer steilsten Stelle mehr als 30° Böschungsneigung aufweisen, einschließlich ihrer Steilböschung und der Streifen entlang der Böschungsoberkante, als „Besonders geschützte Biotope“ unter Schutz gestellt. Dies gilt generell ohne den Erlaß einer einzelnen Rechtsverordnung. – Warum?

Hohlwege sind v.a. als Lebensraum für Tiere und Pflanzen bedeutsam. Ca. 400 Tierarten sind auf diesen Biotoptyp mit seinem spezifischen Kleinklima angewiesen. Die Besiedlung ist abhängig von den herrschenden Bodenverhältnissen, der Steilheit der Wände und der Intensität der Sonneneinstrahlung. Rohbodenaufschlüsse sind ein wertvoller Lebensraum für Wildbienen, die in das lockere Hangmaterial Erdhöhlen graben oder bereits vorhandene Hohlräume als Nistplatz nutzen. Artenreiche Staudenfluren oder blütenreiche Sträucher sind ein wichtiges Nahrungshabitat für Tagfalter. Zudem ist die Krautschicht Lebensraum verschiedener Kleinsäuger wie der Waldspitz- oder Gelbhalsmaus, dem Maulwurf und dem Igel, von Reptilien, z.B. der Zauneidechse und Ringelnatter, oder Amphibien – wie dem Grasfrosch oder der Erdkröte. Der Baumbestand beherbergt eine Vielzahl von Flechten und Moosen. Für Fledermäuse sind die Hohlwege, insbesondere ihre Baumreihen, unentbehrliche Orientierungsstrukturen in der ansonsten ausgeräumten Feldflur. Die Baumhöhlen dienen ihnen als Sommerquartiere. Zahlreiche höhlenbrütende Vogelarten, wie z.B. unser Feldsperling, sind auf diese alten Bäume angewiesen.

(image-box-old: 2015/150105-3.jpg text: Titelbild)

Die in der Culmer Hohle noch vorhandenen hochstämmigen Obstbäume, fast ausnahmslos Apfelbäume, lassen die vormalige Nutzung der Hangflächen deutlich werden. Neben dem Obstanbau wurden diese beweidet und zur Heugewinnung genutzt. Auch sind an mehreren Stellen die Auffahrten auf die höher gelegenen Felder zu erkennen. Infolge fehlender Nutzung und Pflege drohte ein allmähliches Verschwinden der alten Obstbäume, die der Culmer Hohle im oberen Bereich früher ein alleeähnliches Aussehen gaben. Gepflanzt wurden diese Bäume wahrscheinlich zwischen 1930 – 1950. Apfelbäume können bei günstigen Standortbedingungen und guter Pflege über 100 Jahre, Birnbäume bis 200 Jahre alt werden. Daher ist die Erhaltung alter Obstbäume und die Sorge um die Nachpflanzungen eine generationsübergreifende Aufgabe und Pflicht für das Gemeinwohl. Denn erst in ca. 20 Jahren werden diese 44 Apfel-, Birn- und Kirschbäume reichlich Früchte tragen. Mit den nun erfolgten Pflanzungen einschließlich der gesicherten mehrjährigen Pflege wird ein wertvolles Kulturlandschaftselement in seiner Struktur erhalten und verjüngt. Außerdem wurde eine vor Jahrzehnten beseitige Obstbaumreihe am westlichen Ende der Culmer Hohle neu angelegt und auf dem Plateau des Wachhügels Birnbäume nachgepflanzt. Bewußt wurden alte Obstsorten wie die Peters-, Pastoren- und Conference Birne sowie Williams Christ, bei den Äpfeln Gravensteiner, Luxemburger Renette oder Grahams Jubiläumsapfel gepflanzt, um zum Erhalt alter Obstsorten beizutragen. Die Pflege der Altbäume mittels fachgerechtem Erhaltungsschnitt ist für Anfang 2015 vorgesehen. Möglich wurde dies durch gemeinsame Bemühungen der Unteren Naturschutzbehörde Greiz, der Gemeinde Brahmenau und des NABU Gera-Greiz e.V., dem die Organisation und Projektkoordination oblag, um die Erfüllung dieses Generationenvertrages zu gewährleisten. Mit einer Spende zugunsten des NABU Gera-Greiz e.V. (IBAN: DE12 8305 0000 0000 0951 25, BIC: HELADEF1GER, Stichwort Culmer Hohle) können Sie die Fortführung dieser Arbeiten unterstützen. Später können Sie auf Wunsch für einen Obstbaum Ihrer Wahl eine Patenschaft zur Deckung der Pflegekosten übernehmen und dafür im Herbst das Obst Ihres Patenbaumes ernten. Weitere Informationen über die Natur im und um das Brahmetal und andernorts im Landkreis Greiz erhalten Sie in der vortrefflichen Broschüre „Natur erleben im Landkreis Greiz. Teil II“, die Sie in der Unteren Naturschutzbehörde Greiz (Dr.-Scheube-Straße 6 in 07973 Greiz, Tel. 03661/876-603, E-Mail: umwelt@landkreis-greiz.de) anfordern können.

Kontakt

NABU-Kreisverband
Gera-Greiz e.V.

c/o Ingo Eckardt
Franz-Philipp-Straße 9
07937 Zeulenroda-Triebes
Tel.: 03 66 28 / 83 24 4
Mobil: 0175 / 779 158 8
vorstand@nabu-gera-greiz.de

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