2016


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Sonderheft 2016 erschienen

Invasive gebietsfremde Tiere und Pflanzen in Thüringen – Welche Arten bedrohen unsere heimische Natur?
(27.12.2016)

(image-box-old: 2016/161227.png text: Deckblatt)

Jeder, der nach Australien fliegt, wird schon bei der Ankunft am Flughafen merken, wie ernst man die Bedrohung der heimischen Lebewelt durch eingeschleppte Organismen dort nimmt. Aber auch in Thüringen spielen invasive gebietsfremde Arten, das sind Tier- und Pflanzenarten, die unter Mitwirkung des Menschen zu uns gelangt sind, eine bedeutende Rolle als Gefährdungsfaktor der biologischen Vielfalt.

Aufgrund dessen greift die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie deshalb in Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat für Arten- und Biotopschutz das Thema nach 2006 erneut auf. Die Autoren listen die in Thüringen als invasiv bzw. potenziell invasiv eingestuften Arten auf und bewerten ihr Gefährdungspotential. Es werden Empfehlungen zu Vorsorgemaßnahmen, Kontrolle und Bekämpfung gegeben. Ausführliche Darstellungen der derzeit zwölf gebietsfremden Tier- und 17 Pflanzenarten, von denen eine akute Gefährdung der biologischen Vielfalt ausgeht, folgen.

Das Spektrum der beschriebenen Tierarten reicht von bekannten Arten wie Waschbär, Regenbogenforelle und Spanischer Wegschnecke bis hin zu Mink, Chinesischer Teichmuschel und Marmorkrebs. Zu den invasiven Pflanzenarten gehören Riesen-Bärenklau, Kanadische Goldrute und Japanischer Staudenknöterich ebenso wie Eschen-Ahorn, Kaukasus-Fetthenne und Kanadische Wasserpest. Steckbriefhafte Beschreibungen und viele Fotos geben für jede Art eine Übersicht über Herkunft und Ausbreitung, Gefährdung der heimischen Natur sowie mögliche Maßnahmen des Naturschutzes. Darüber hinaus werden elf potenziell invasive gebietsfremde Tier- und 24 Pflanzenarten vorgestellt. Von diesen liegen begründete Annahmen vor, dass sie eine Gefährdung der biologischen Vielfalt Thüringens darstellen. Diese Arten bedürfen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die heimische Natur zukünftig einer besonderen Beobachtung.

Der aus Sicht des Naturschutzes zu empfehlende Umgang mit invasiven und potenziell invasiven Arten kann sehr unterschiedlich sein. Der Schwerpunkt muss in den meisten Fällen auf einer Vorbeugung liegen, d. h. einer vorausschauenden Vermeidung der Einführung und weiteren Ausbreitung. Hierzu zählen die Verhinderung einer unbeabsichtigten Ausbringung z. B. über die Entsorgung von Gartenabfällen und das Aussetzen von Tieren. Neben der Prävention, Früherkennung und sofortigen Tilgung fordert eine neue EU-Verordnung auch das Management von bereits weit verbreiteten invasiven gebietsfremden Pflanzen und Tieren. Einige der gelisteten Arten von EU-weiter Bedeutung kommen bereits in Thüringen vor und werden auch im Sonderheft genauer vorgestellt. Wegen der hohen Bedeutung vorbeugender Maßnahmen soll mit dem vorliegenden Heft für das Thema sensibilisiert werden.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


NABU: Dem Artenschutz in Deutschland droht erhebliche Verschlechterung

Tschimpke: Geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes ohne Not und im Widerspruch zu EU-Recht
(16.12.2016)

NABU-Pressemitteilung | NR 150/16 | 19. DEZEMBER 2016

Berlin – Der NABU kritisiert die geplante Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes. Nach Ansicht der Naturschützer droht damit eine empfindliche Aufweichung der geltenden Schutzbestimmungen und des Artenschutzes insgesamt. Ein Schritt, der nach Auffassung des NABU vollkommen ohne Not geschieht. Zudem widersprechen entscheidende Passagen der Novelle geltendem EU-Recht. „Wir sehen absolut keine Notwendigkeit für die geplanten Änderungen. Wir fordern den Gesetzgeber auf, die Novelle so nicht zu verabschieden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Mit der Neufassung will das zuständige Bundesumweltministerium eigentlich die Naturschutzrichtlinien der EU in Deutschland besser umsetzen. Ein Ziel, das der NABU begrüßt und unterstützt. Doch dem Anspruch, praktikable Lösungen für den Naturschutz zu finden, wird die Novelle nicht gerecht. Zwar bietet sie Verbesserungen für den Meeres- und Biotopschutz. Doch beim Schutz von Arten drohen erhebliche Verschlechterungen.

Ein zentraler Kritikpunkt der Naturschützer: Die Novelle führt, insbesondere im Bereich Artenschutz, neue Begrifflichkeiten ein, die auf EU-Ebene nicht verankert sind. Dazu zählt unter anderem das geplante „Signifikanzkriterium“. Demnach müsste künftig, beispielsweise beim Bau von Windkraftanlagen oder Straßen, nicht mehr zwangsläufig überprüft werden, ob diese Bauten geschützte Arten beeinträchtigen. Stattdessen könnte eine „hinnehmbare Menge getöteter Tiere“ bestimmt werden – nach Ansicht des NABU absolut keine akzeptable Option für funktionierenden Artenschutz. Zudem wären aufgrund der unbestimmten Regelungstechnik Rechtsstreitigkeiten künftig vorprogrammiert.

Kritik übt der NABU auch am Vorgehen des Bundesumweltministeriums bei der Abstimmung der Novelle. Trotz der weitreichenden Auswirkungen im Artenschutzrecht wurden die Natur- und Umweltschutzverbände nicht frühzeitig beteiligt. Stattdessen wurde den Verbänden eine unangemessen kurze Frist zur Stellungnahme von zwei Wochen gewährt. Dies liegt deutlich unter den Empfehlungen für eine gute Gesetzgebung.

Zu den möglichen Auswirkungen der Novelle im Detail:

  • Artenschutz: Hier sollen neue, unbestimmte Rechtsbegriffe eingeführt werden. Damit würde das sorgfältige Prüfen möglicher Folgen von Eingriffen in die Natur weniger verlässlich, dem Artenschutz droht insgesamt eine Aufweichung.
  • Biotopschutz: Hier wird eine Gesetzespassage konkretisiert zum Schutz von Tieren während der Brutzeit. Bisher war es nicht erlaubt, Hecken und Sträucher zurückzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Einem aktuellen Gerichtsurteil zufolge fiel ein komplettes Entfernen von Hecken oder Sträuchern jedoch nicht darunter. Dies soll nun geändert werden. Außerdem werden jetzt auch Höhlen und Stollen in die Liste der gesetzlich geschützten Biotope aufgenommen.
  • Biotopverbund: Hier wird ein Zieljahr genannt bis zu dem die Länder den Biotopverbund auf zehn Prozent ihrer Landesfläche umsetzen müssen. Aufgrund fehlender Sanktionsmöglichkeiten des Bundes hat dies jedoch rein deklaratorischen Charakter.
  • Meeresschutz: Hier nimmt die Novelle sinnvolle Verweise auf die Ziele der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie auf. Dabei fehlen jedoch präzisere Regelungen, zum Beispiel zur Frage der Kompensation von Eingriffen im Bereich der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Die geplante Privilegierung von Windkraftanlagen gegenüber anderen Eingriffsvorhaben lehnt der NABU ab.
  • Was komplett fehlt: Der Gesetzgeber lässt die Chance ungenutzt, mithilfe der Novelle auch anderen Handlungsbedarf im Naturschutzrecht „abzuräumen“. So fehlt die dringend notwendige Konkretisierung der „guten fachlichen Praxis“ in Land- und Forstwirtschaft. Auch der Schutz von Vögeln an Freileitungen wurde nicht an den aktuellen Stand der Technik angepasst.

Die komplette Stellungnahme des NABU finden Sie hier:
www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/naturschutz/naturschutzrecht/161216_nabu-stellungnahme_bnatschg-novelle2017.pdf


NABU-Pressestelle
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Der Feuersalamander ein „Minidrache mit Warnweste“ – Lurch des Jahres 2016

(15.11.2016)

(image-box-old: 2016/161115.jpg text: Feuersalamander (Salamandra salamandra)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Vortrag im Museum für Naturkunde Gera am 8. Dezember 2016 um 19.00 Uhr

Einst war der Feuersalamander auch im Gebiet der Stadt Gera sowie dem Landkreis Greiz ein an geeigneten Lebensräumen häufig vorkommender Lurch. Heute existieren noch kleine Vorkommen bei Unterröppisch und Untermhaus. Im Elstertal, vor allem am Fuchsbach bei Endschütz, aber auch im Weida- und Leubatal gibt es weitere, teilweise erfreulich große, Bestände. Aufgrund seines auffälligen Äußeren ist er seit altersher eine vom Menschen besonders beachtete und sagenumwobene Art.

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), die eng mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) zusammenarbeitet, hat den Feuersalamander zum Lurch des Jahres 2016 ernannt. Auf diese Weise wird eine der auffälligsten und in Europa derzeit noch verbreiteten Amphibienarten in den Blickpunkt des Naturschutzes gerückt. Deutschland trägt für den Erhalt des Feuersalamanders eine besondere Verantwortung, da hier ein bedeutendes Hauptverbreitungsgebiet liegt. In den Roten Listen einiger Bundesländer wird der Feuersalamander bereits als gefährdet eingestuft, weil er vielerorts einen rückläufigen Bestandstrend zeigt. Heute leidet er unter der Vernichtung seiner Lebensräume durch Intensivnutzung von Laubmischwäldern, deren Zerschneidung durch Straßenbau sowie den Gewässerausbau und Besatz mit Fischen in den Larvengewässern. Auch ein tödlicher Hautpilz bedroht den Lurch.

Frau Christianna Serfling, eine der besten Kennerinnen der Thüringer Amphibien und Reptilien, wird in ihrem Vortrag die Lebensweise und die Fortpflanzung, die Gefährdung und den Schutz dieses wunderschönen „Minidrachens mit Warnweste“ kurzweilig vorstellen. Veranstalter ist der NABU Gera-Greiz e.V.


Gentechnik-Newsletter Thüringen V/2016

(02.11.2016)

Vor wenigen Tagen erschien die fünfte Ausgabe des Gentechnik-Newsletters, welcher vom Thüringer Ökoherz e.V. und dem Förderverein Deutsches Bienenmuseum Weimar e.V. herausgegeben wird.

Der Thüringer Ökoherz e.V. wünscht eine spannende und aufschlussreiche Lektüre!


Gentechnik-Newsletter Thüringen V/2016


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 3/2016 erschienen

Der Fachbeirat für Arten- und Biotopschutz & Artenschutz zwischen Anspruch und Wirklichkeit
(25.10.2016)

(image-box-old: 2016/161025.jpg text: Deckblatt)

Das Heft 3 des Jahrgangs 2016 leiten Frank Fritzlar et al. mit einem Überblick zur erfolgreichen, 25-jährigen Arbeit des Fachbeirates für Arten- und Biotopschutz von seiner Gründungzeit bis heute ein. Als Expertengremium berät der Beirat die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie. Die Beiratsmitglieder koordinieren Gemeinschaftsprojekte in Zusammenarbeit mit Fachvereinigungen, Museen und Hochschulen und treten als Bindeglied zwischen Fachanstalt und Fachkundigen bzw. zwischen haupt- und ehrenamtlichen Naturschutz auf. Der Beitrag informiert über die fachlichen Schwerpunkte der Mitglieder und beschreibt ausgewählte Projekte wie die Erstellung von Roten Listen, Landesfloren und -faunen, Arten- und Biotopschutz-Konzepten.

Andreas Heck stellt am Beispiel der Neugestaltung des Bahnhofsareals in Bad Salzungen die Vollzugspraxis für den Artenschutz im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit am Beispiel der Zauneidechse Lacerta agilis dar. Unterschiedliche Projektträger und Zuständigkeiten, Kommunikation und Zeitplanung ergaben Herausforderungen für die Naturschutzbehörde und lieferten wichtige Erkenntnisse für die Zukunft.

Jana Wäldchen et al. beschreiben die Entwicklung der halbautomatischen Bestimmungs-App „Flora Incognita“, mit der per Smartphone Pflanzenarten Thüringens bestimmt und für eine Datenerfassung weitergeleitet werden – eine wegweisende Anwendung. Klaus Lieder & Torsten Pröhl stellen erfolgreiche Artenhilfsmaßnahmen für den vom Aussterben bedrohten Steinschmätzer Oenanthe oenanthe in Ostthüringen vor. Erwin Schmidt berichtet über den Wiederfund des Straßen-Gänsefußes Chenopodium urbicum in Thüringen nach 30 Jahren, Heiko Korsch über die Hainichtagung 2016, bei der über den Stand und die Chancen einer nachhaltigen und langfristigen Forschung in bewirtschafteten und unbewirtschafteten Laubmischwäldern diskutiert wurde, und Denis Kalemba & Dörthe Mahnke über die Umwelt-App für Thüringen, die ein umfassendes Angebot an Umweltinformationen und Erlebnismöglichkeiten aufzeigt aber auch Meldemöglichkeiten bietet. Hartmut Geiger gibt Auskunft über die Arbeitshilfe zur Berücksichtigung des Fledermausschutzes bei der Genehmigung von Windenergieanlagen in Thüringen und Rolf Knebel über die Fördermöglichkeiten einer naturschutzgerechten Teichbewirtschaftung in Thüringen. Weiterhin informiert Marco Häslich über die Zerstörung des über 300 Jahre alten Naturdenkmales „Bergulme“ am Grenzhammer Ilmenau im Juli 2015 durch ein Unwetter. Christoph Treß & Martin Biedermann gedenken Jan A. Fischer und seinem Lebenswerk. Die Vorstellung neuer Literatur beschließt das Heft

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

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Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


Naturfreunde kämpfen weiter um Schutzstatus für die „Lasur“

OTZ-Beitrag vom 19. September 2016
(26.09.2016)

In dem artenreichen Gebiet im Südosten Geras trafen sich am Sonnabend Mitglieder des Naturschutzbundes Gera-Greiz mit der Thüringer Umweltministerin Anja Siegensmund.

(image-hero-old: 2016/160926.jpg text: Die aus Gera stammende Umweltministerin Anja Siegesmund (vorn links) mit ihrer einstigen Biologielehrerin Ingeburg Kinast in der Lasur.
Foto: Marcel Hilbert)

Gera. Die "Lasur" in Gera steht auf einer Liste potenzieller Gebiete, die einen Naturschutzstatus erhalten können. Diese Aussage habe sie nach Rücksprache mit dem Landesverwaltungsamt erhalten. Und damit wollte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) beim Vor-Ort-Termin am Sonnabend, zu dem sich der Naturschutzbund (Nabu) Gera-Greiz traf, den Geraer Naturfreunden den Rücken stärken, die sich seit Jahren für die Unterschutz-Stellung des Gebietes im Südosten der Stadt stark machen.

Allerdings, schränkte Siegesmund auch gleich ein, dauere so ein Verfahren seine Zeit, weil in der Behörde nur wenige Mitarbeiter mit der Prüfung und Ausweisung solcher Gebiete im ganzen Freistaat betraut seien. Deshalb auch, meinte später ein Mitglied des Nabu, müssten die Geraer nicht nur die Schutzwürdigkeit der "Lasur" nachwiesen, sondern auch die Schutzbedürftigkeit, zum Beispiel wegen drohender Gefährdungen.

Die "zweifelsfreie" Schutzwürdigkeit brauche niemand mehr nachzuweisen, meinte er und verwies auf Ausführungen von Wolfgang Klemm vom Naturschutzbeirat Gera und Ingeburg Kinast vom Nabu. Sie hatten von Hunderten nachgewiesenen Tier- und Pflanzenarten in der "Lasur" berichtet, von denen wiederum zahlreiche besonders geschützt seien oder gar auf der Roten Liste stünden. Orchideen, Waldvöglein, Braunroter Sitter oder Nestwurz waren nur einige Beispiele, die genannt wurden. "Eine Menge Arten sind schon verschwunden", sagte Wolfgang Klemm: "Wir bemühen uns um den Schutzstatus, eh auch die letzten Arten verschwinden."

Um diesen Schutzstatus der "Lasur" – auch "Roter Hang" genannt wegen der Farbe des als "Rotliegend" bezeichneten Gesteins – werde laut Klemm im Prinzip seit 1935 gekämpft, mit mal mehr mal weniger Intensität. So sei man nach dem Krieg lange davon ausgegangen, dass die "Lasur" ein Naturschutzgebiet ist, ehe die fehlende Aktenlage dies widerlegt habe. 2006, so Klemm habe man für ein rund 53 Hektar umfassendes Gebiet der "Lasur" ein Schutzwürdigkeits-Gutachten in Auftrag gegeben, das 2010 vorlag.

Anja Siegesmund, die wie erwähnt um Verständnis für die Dauer des Verfahrens warb, erklärte aber auch, dass das formale Verfahren nur das eine sei. Das andere sei der Diskussionsstand. "Wie ist die öffentliche Meinung dazu?", fragte sie und regte eine öffentliche Diskussion dazu mit entsprechenden Behördenvertretern im Ortsteilrat Zwötzen an. Diese Idee soll nun wohl aufgenommen werden, hieß es.“

Marcel Hilbert / 19.09.16


Text- und Bildquelle

OTZ-Beitrag vom 19. September 2016: Naturfreunde kämpfen weiter um Schutzstatus für die „Lasur“


Rückblick auf die Jahreshauptversammlung 2016

(17.09.2016)

(image-hero-old: 2016/160918-2_zugeschnitten.jpg)

Zur Jahreshauptversammlung (JHV) wurde Herr Frank Leo für seine langjährige aktive Naturschutzarbeit mit der silberen Ehrennadel des NABU ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Frau Franziska Hermsdorf vom NABU Thüringen e.V. Im Vorstand des Kreisverbandes löste Frau Annett Scholz den langjährigen Stellvertreter, Herrn Sebastian Schopplich, ab, der familiärer und beruflicher Gründe halber pausieren muß.

(image-box-old: 2016/160918.jpg)

Nach der JHV führten Frau Ingeborg Kinast und Herr Dr. Wolfgang Klemm die Teilnehmer über die Lasur, einem der naturschutzfachlich wertvollsten Gebiete der Stadt Gera. Hierbei waren Thüringens Umweltministerin Frau Anja Siegesmund und Herr Klaus Schultheiß, Leiter der AG Gehölzfreunde in der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V., als Gäste anwesend.


Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.


Helfer-Herzen: Zeulenrodaer Ingo Eckardt in Berlin für Umwelt-Engagement

OTZ-Beitrag vom 15. September 2016
(17.09.2016)

(image-hero-old: 2016/160917.jpg text: Der Zeulenrodaer Ingo Eckardt zeigt voller Stolz seine in Berlin vom Bundespräsidenten Joachim Gauck erhaltenen.
Foto: Jens Pachmann)

„Ingo Eckardt hat allen Grund, stolz zu sein. Denn der Zeulenrodaer gehört zu den 13 nationalen Preisträgern von „HelferHerzen – Der dm-Preis für Engagement“. Die Auszeichnung fand in Berlin statt.

Zeulenroda-Triebes. Eine prominent besetzte Jury zeigte sich beeindruckt vom ehrenamtlichen Einsatz des 49-Jährigen, der die Ehrung für den Freistaat Thüringen in Empfang nahm. Im feierlichen Rahmen des Bürgerfests des Bundespräsidenten Joachim Gauck im Schloss Bellevue wurden die Kandidaten gewürdigt. Die Auszeichnung beinhaltet ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro sowie einen Tag mit einem nationalen Jury-Mitglied. Gemeinsame Preise gab es für Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen sowie Berlin und Brandenburg.

Treffen mit Präsidenten des Naturschutzbundes

„Ich habe mich für Olaf Tschimpke, den Präsidenten des Naturschutzbundes Deutschland, entschieden. Das wird bestimmt sehr spannend. Wir werden dann im kommenden Jahr verschiedene Projekte im Landkreis Greiz besichtigen“, freut sich Eckardt schon jetzt auf die Begegnung mit dem in Peine geborenen Tschimpke, der bereits mit 22 Jahren in den Naturschutzbund (Nabu) eingetreten war. Vor seiner Tätigkeit beim Nabu widmete er sich Forschungsarbeiten über Umweltprobleme und Fragen der umweltverträglichen Landnutzung in Sri Lanka und in Tansania.

Von der Auszeichnungsveranstaltung in der Hauptstadt zeigt sich Eckardt noch immer beeindruckt, obwohl diese schon ein paar Tage zurückliegt: „Für mich ist es eine große Ehre, diesen Preis in Empfang nehmen zu können. Bei der Veranstaltung war so viel Prominenz da, das war schon beeindruckend. Auch das Rahmenprogramm und die Rede des Bundespräsidenten waren etwas Besonderes. Nicht weniger beeindruckend war der Rundgang im Schloss Bellevue. Das erlebt man mit Sicherheit nicht alle Tage.“

Vor 25 Jahren ist Ingo Eckardt zur Naturschutzjugend (Naju) gekommen. Dort ist er als Gruppenleiter tätig, ist Leiter der Ornithologen-Camps auf Landesebene in Plothen, Herbsleben und Kelbra. Auch im Nabu-Orts- und Kreisvorstand ist er aktiv, kümmert sich dort um die Finanzen. Beim Aufbau des Naturerlebnishauses im Leutratal bei Jena ist er ebenfalls mit von der Partie. Und auch die wissenschaftliche Vogelberingung für Arten, die auf der Roten Liste stehen, ist ein Teil seines weitreichenden Engagements im Freistaat.

Zur nationalen Jury, die die nicht einfache Aufgabe hatte, die Preisträger auszuwählen, gehörte auch Hannes Jaenicke, der nicht nur einer der gefragtesten deutschen Schauspieler ist, sondern er schreibt seit 2010 auch spannende Debattenbücher zu Themen, die ihn beschäftigen. 2007 begann er, Umweltskandale, die direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen heute haben, aufzudecken. Sein Bücher „Wut allein reicht nicht“ und „Die große Volksverarsche“ sind Bestseller.

Weltmeisterin Nia Künzer sitzt im Gremium

Auch Nia Künzer saß im Gremium. Sie wurde 1980 in Botswana geboren und wuchs im hessischen Wetzlar auf, wo auch ihre Karriere als Fußballerin begann. Nachdem sie für die deutsche Nationalmannschaft entdeckte wurde, erlangte sie 2003 als Schützin des "Golden Goals" im WM-Finale gegen Schweden internationale Bekanntheit und machte Deutschland erstmals zum
Frauenfußball-Weltmeister.

Ingo Eckardt jedenfalls hat die Stunden in der Hauptstadt in vollen Zügen genossen, viele schöne Eindrücke mitgenommen und vor
allem weiteren Rückenwind für sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement bekommen.“

Jens Pachmann / 15.09.16


Text- und Bildquelle

OTZ-Beitrag vom 15. September 2016: Helfer-Herzen: Zeulenrodaer Ingo Eckardt in Berlin für Umwelt-Engagement


Ehrung für Naturschutzurgestein Eckhard Titz aus Zeulenroda

(13.09.2016)

(image-hero-old: 2016/160913.jpg)

Am 7. September wurde in Erfurt unter dem Motto „Langer Atem für die Natur“ der 5. Thüringer Naturschutzpreis der Stiftung Naturschutz Thüringen verliehen.

Die Ehrung erfolgte durch die Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz, Frau Anja Siegesmund, im Rahmen eines Festaktes im Collegium Maius. Den 3. Preis teilten sich 4 Preisträger, zu denen auch unser NABU-Mitglied Eckhard Titz aus Zeulenroda gehörte. Herr Titz wurde für seine Jahrzehnte (seit 1978!) lange Pflege der botanisch weit bekannten „Wiese an der Kölbelmühle“ geehrt. Dieses Hangquellmoor mit seinen für Ostthüringen besonderen botanischen Kostbarkeiten, kann Herr Titz zurecht als sein Lebenswerk betrachten. Dabei brauchte es mehr als nur einen langen Atem. Der diesjährige Einsatz ist am 01.10.2016.

Anmeldungen unter: 03 66 28 / 60 45 2


Einladung zur 25. Fachtagung Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa

(12.09.2016)

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie hiermit zur Jubiläumsveranstaltung, 14. – 16. Oktober 2016 in Bad Blankenburg, recht herzlich einladen und übersenden Ihnen diesbezüglich das Tagungsprogramm und das Anmeldeformular.

In 25 Vorträgen werden aktuelle Themen des Artenschutzes im nationalen wie auch internationalen Rahmen abgehandelt. Ein Schwerpunkt sind beispielsweise die Raubsäuger Mitteleuropas sowie die Belange des Lebensraumschutzes zahlreicher Tierarten von Insekten über Fische bis zum Wolf.

Gern kann diese Information auch an Interessierte weitergeleitet werden.

Mit freundlichen Grüßen
Angela Lukaszczyk


Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V.
07745 Jena, Thymianweg 25
Tel.: 03641 / 617454
Fax: 03641 / 605625
www.ag-artenschutz.de


Tagungsprogramm
Anmeldeformular


Gentechnik-Newsletter Thüringen IV/2016

(05.09.2016)

Vor wenigen Tagen erschien die vierte Ausgabe des Gentechnik-Newsletters, welcher vom Thüringer Ökoherz e.V. und dem Förderverein Deutsches Bienenmuseum Weimar e.V. herausgegeben wird.
Aus aktuellem Anlass wird in dieser Ausgabe unter anderem über die Vertragsverhandlungen von CETA und TTIP berichtet.

Der Thüringer Ökoherz e.V. wünscht eine spannende und aufschlussreiche Lektüre!


Gentechnik-Newsletter Thüringen IV/2016


NATURA-2000-Station in Grünberg/Altenburger Land eröffnet

(12.08.2016)

(image-hero-old: 2016/160812.jpg text: Eröffnung der Station in Grünberg und Exkursion nach Löbichau)

(image-box-old: 2016/160812-2.jpg)

Am 11.08.2016 wurde die 4. Thüringer NATURA-2000 Station eröffnet. Träger ist der Landschaftspflegeverband Altenburger Land. Die Grünberger betreuen nun 26 NATURA-2000-Gebiete und verschiedene FFH-Objekte in den Landkreisen Altenburger Land und Greiz, der Stadt Gera sowie einem kleinen Bereich des Saale-Holzland-Kreises. Nach der Eröffnung wurde das Areal des NABU Altenburger Land bei Löbichau, wo seit ca. 10 Jahren eine vorbildliche und beispielhafte Naturschutzarbeit geleistet wird, besichtigt.


Fotos: A. Oehler / NABU Gera-Greiz


Kabinettausstellung „GRANAT – Mineralarten und Fundstellen auf fünf Kontinenten“

… im Museum für Naturkunde Gera
(16.07.2016)

(image-hero-old: 2016/160723.jpg text: Grüner, pinkfarbener und brauner Granat aus dem Ural und dem Fernen Osten in Russland und aus Mexiko.
Foto: Frank Hrouda, Museum für Naturkunde Gera)

Bis zum 31. Dezember 2016 zeigt das Museum für Naturkunde Gera ab sofort die neue Kabinettausstellung „GRANAT – Mineralarten und Fundstellen auf fünf Kontinenten“ als Ergänzung der Dauerausstellung im Mineralienhöhler des Schreiberschen Hauses.

Der Begriff Granat erinnert in erster Linie an einen roten Schmuckstein. Der legendäre heilige Brustschild des jüdischen Hohenpriesters Aaron (ca. 520 v. Chr.) trug einen prächtigen Granat. Auch in der Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation sitzt ein als einzigartig empfundener Granat (”Der Waise”) zentral zwischen anderen Edel- und Schmucksteinen. Besonders populär ist Granat im 19. Jahrhundert in Form des böhmischen Granatschmucks aus Pyrop.

Die Kabinettausstellung „GRANAT“ zeigt, dass sich hinter dem Begriff eine ganze Gruppe von Mineralien mit einer Reihe ähnlicher Grundeigenschaften verbirgt, die sog. Granat-Supergruppe. Die Vertreter kristallisieren im selben Kristallsystem und bilden oft Formen mit 12 oder 24 Kristallflächen. Ganz unterschiedlich ist jedoch ihre Farbe, die von schwarz, über braun, gelb, rot bis zu grün reicht. Granat-Minerale sind nicht selten. Jedoch zeigt die Kabinettausstellung besonders gut ausgebildete und spektakulär gefärbte, seltene Exemplare von besonderen Fundstellen auf fünf Kontinenten.

So erwarten die Besucher unter den ca. 60 Exponaten exzellenter Almandin von einem kleinen Bauernhof in Brasilien/Süd-Amerika, pink-schwarzer Grossular aus Mexiko/Nord-Amerika, Spessartin aus Granithügeln in Süd-Ost-China/Asien, Demantoid aus den Alpen in Italien/Europa und Melanit aus Marokko/Afrika.


Einladung zum Sommercamp für die Vielfalt 2016

(16.07.2016)

(image-box-old: 2016/160716.jpg text: Sommercamp-Poster)

„Liebe Freunde des Grünen Bandes,

auch in diesem Jahr wird das Sommercamp für die Vielfalt wieder rund um Titschendorf im schönen Thüringer Schiefergebirge stattfinden.

Beim Sommercamp für die Vielfalt 2016 kommen Jung und Alt aus nah und fern im Grünen Band zusammen, um gemeinsam die wertvolle Natur rund um Titschendorf zu erleben und zu erhalten! Handsensen lernen mit dem Sensenlehrer, gemeinsam anpacken bei der Wiesen- & Heidenpflege, Ausflüge in die schöne & geschichtsträchtige Region am Grünen Band! Das alles und noch mehr gibt es von 29. Juli bis 07. August 2016. Die Teilnahme ist nach Rücksprache auch an einzelnen Tagen möglich. Wir freuen uns über Anmeldungen unter www.stiftung-naturschutz-thueringen.de. Ein Teilnehmerbeitrag wird nicht erhoben. Für Verpflegung und Unterbringung bitten wir um Spenden.

Das Team der Umsetzungspartner aus Landschaftspflegeverband, Naturpark und Stiftung Naturschutz Thüringen lädt Sie und euch ganz herzlich ein und wünscht erholsame Sommerferien!

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
Stella Schmigalle
Liegenschaften und Projektmanagement“


Stiftung Naturschutz Thüringen
Hallesche Straße 16 | 99085 Erfurt
www.stiftung-naturschutz-thueringen.de


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 2/2016 erschienen

Artenschutz durch Bergwiesenpflege & Letzter Aufruf für die Geburtshelferkröte
(15.07.2016)

(image-box-old: 2016/160715.jpg text: Deckblatt position: left)

Hartmut Endreß zieht im vorliegenden Heft positive Bilanz aus über 40 Jahren Bergwiesenpflege und zeigt Perspektiven des botanischen Artenschutzes durch geeignete Biotoppflege auf. Der Autor beschreibt die wechselvolle Nutzungsgeschichte der Bergwiesen und berichtet von den Anstrengungen und Erfolgen beim Erhalt von gefährdeten Pflanzengesellschaften und typischen, seltenen Bergwiesen-pflanzen. Einige Arten fanden in den Südthüringer Mittelgebirgslagen Rückzugräume, die über die Landesgrenzen hinaus große Bedeutung erlangten, so z.B. Weißzunge Pseudorchis albida, Frühlingsenzian Gentiana verna und Holunder-Knabenkraut Dactylorhiza sambucina. Weiterhin reflektiert der Autor verschiedene Pflegemaßnahmen wie Mahd und Beweidung und zeigt Möglichkeiten sowie Grenzen der Pflege auf.

Aus Heiko Uthlebs Beitrag wird deutlich: Viel Zeit bleibt uns nicht mehr, einige unserer einheimischen Amphibien- und Reptilienarten vor dem Aussterben zu bewahren! Besonders die Geburtshelferkröte Alytes obstetricans braucht dringend die Etablierung wirksamer Maßnahmen, aber auch um Kreuzotter Vipera berus, Kreuzkröte Epidalea calamita und Gelbbauchunke Bombina variegata steht es schlecht. Der Autor beschreibt die Rückgangsursachen und zeigt Handlungsfelder auf, die zu einer Stabilisierung der Bestände führen können.

Walter Schlöffel & Dietrich von Knorre geben Praxisvorschläge zur Entwicklung von Feldhamsterlebensräumen in Thüringen durch bestandsfördernde Maßnahmen z.B. durch Blühstreifen in Verbindung mit Lebensraumparzellen. Die Autoren stellen die Thüringer Begrünungs- und Blühmischungen vor und gehen dabei vertiefend auf die für den Feldhamster geeigneten Blühmischungen ein. Sie berichten von deren Implementierung in der aktuellen KULAP-Förderperiode.

Ein Kurzbeitrag von Kerstin Mammen & Colette Henrichmann thematisiert ebenfalls den Feldhamster. Die Autorinnen berichten über die Einbeziehung von Landwirten in die Maßnahmenerarbeitung im Rahmen der Erstellung eines Artenhilfskonzeptes für den Feldhamster in Thüringen. Darüber hinaus stellt Edgar Reisinger die ersten Natura 2000-Stationen in Thüringen vor, Karli Coburger & Kay Steudel ziehen eine erste Erfolgsbilanz aus Maßnahmen gegen den Riesen-Bärenklau Heracleum mantegazzianum im Landkreis Greiz, Karl-Heinz Graef berichtet über die Tagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Eulen (AG Eulen) e.V. in Oberhof sowie Andreas Thiele & Andreas Mehm informieren über die achte Fledermausnacht in Dosdorf. In zwei weiteren Beiträgen gibt einerseits Thomas Fitzke Einblicke in die Arbeit des Heimatbundes Thüringen e.V. sowie Günter Köhler gratuliert Dr. habil. Gottfried Jetschke zum 65. Geburtstag. Die Vorstellungen von vier Neuerscheinungen beschließen das Heft.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


Gentechnik-Newsletter Thüringen III/2016

(14.07.2016)

Vor wenigen Tagen erschien die dritte Ausgabe des Gentechnik-Newsletters, welcher vom Thüringer Ökoherz e.V. und dem Förderverein Deutsches Bienenmuseum Weimar e.V. herausgegeben wird.
Aus aktuellem Anlass wird dieses mal verstärkt über das Thema Glyphosat berichtet. Dabei geht es nicht nur um die aktuelle Zulassungsdebatte, sondern auch um neue Studien zu den Risiken für Mensch und Natur.

Der Thüringer Ökoherz e.V. wünscht eine spannende und aufschlussreiche Lektüre!


Gentechnik-Newsletter Thüringen III/2016


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 1/2016 erschienen

(26.06.2016)

(image-box-old: 2016/160626.jpg text: Deckblatt)

Neue Sichtweisen auf die Biotoppflege im zoologischen Artenschutz eröffnen die Ergebnisse zweier Pilotstudien an Zikaden in Thüringen. Die Ausführungen von Herbert Nickel et al. schlagen grundlegend eine übergreifende Optimierung der Naturschutzmaßnahmen vor. Wie weiterführend, neben den Zikaden als geeignete Indikatorgruppe, anhand von Wiesenbrütern, Reptilien und Amphibien dargestellt, verdoppelte sich die zoologische Artenvielfalt auf ganzjährig extensiv mit Heck-Rindern und Konik-Pferden beweideten Flächen bereits nach nur fünf Jahren, die Individuendichte stieg deutlich an – besonders in den wiedervernässten Bereichen. Welche Vorzüge und Möglichkeiten eine extensive Beweidung mit geeigneten Tierrassen bietet, wird detailliert dargestellt.

Jens Kramer thematisiert in seinem Beitrag die Wanstschrecke Polysarcus denticauda, für die Thüringen eine besondere Verantwortung trägt. Deren und die Vorkommen weiterer, seltener Heuschreckenarten wurden erfasst und ausgewertet. Die wertvollsten Lebensräume befinden sich in Schutzgebieten entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf langgrasigen Glatthaferwiesen mit hohem Anteil krautiger Pflanzen.

Christoph Unger et al. beschreiben die Wiederbesiedlung Südthüringens durch den Biber Castor fiber in den Kreisen Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen und Sonneberg. Seit dem ersten Nachweis im Kreis Hildburghausen im Jahr 2011 breitete sich die Art recht schnell im thüringisch-bayerischen Grenzbereich aus.

Andreas Martius erläutert einen fahrlässigen Verstoß gegen den Artenschutz durch den tödlichen Einsatz von Netzen. Karl-Friedrich Abe & Volker Bausch stellen die neue Ausstellung „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie – Das Grüne Band und die Biosphäre Rhön“ in der Gedenkstätte Point Alpha vor. Sabine Fritzlar & Juliane Balmer berichten über die Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Junge Ornithologen“ und Erwin Schmidt informiert über die ebenfalls neu gegründete Stiftung des Vereins Thüringer Ornithologen. Ein vom BUND Thüringen erfolgreich gesichertes Fledermauswinterquartier stellt Bettina Ermer vor.

Hinweise über neu erschiene Literatur zur Vogelwelt im Nationalpark Hainich sowie über den Nationalpark Hainich als Weltnaturerbe, über Eulen im Porträt und über Naturprojekte und Aktionen für Kinder und Jugendliche runden das Heft ab.

Seit 25 Jahren führt die TLUG die Herausgabe der Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ (LNT) fort, deren erstes Heft 2016 im inzwischen 53. Jahrgang nun vorliegt. Nach wie vor ist LNT als Mittler zwischen behördlichem und ehrenamtlichem Naturschutz unverzichtbar.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe


EU-Kommission verklagt Deutschland vor dem Gerichtshof der EU wegen anhaltender Gewässerverunreinigung durch Nitrat

(04.05.2016)

Brüssel, 28. April 2016

Deutschland wegen Wasserverschmutzung und Nitrat vor Gericht.

Die Europäische Kommission verklagt Deutschland vor dem Gerichtshof der EU, weil es versäumt hat, strengere Maßnahmen gegen die Gewässerverunreinigung durch Nitrat zu ergreifen. Nitrat ist für das Wachstum von Pflanzen von entscheidender Bedeutung und wird häufig als Düngemittel eingesetzt. Allerdings führen überhöhte Mengen zu starken Wasserverunreinigungen – mit entsprechenden Folgen für die menschliche Gesundheit, die Wirtschaft und die Umwelt. Der heutige Beschluss folgt auf eine mit Gründen versehene Stellungnahme, die den deutschen Behörden im Juli 2014 übermittelt wurde.

Die von Deutschland zuletzt im Jahr 2012 übermittelten Zahlen sowie mehrere Berichte deutscher Behörden aus jüngster Zeit zeigen eine wachsende Nitratverunreinigung des Grundwassers und der Oberflächengewässer, einschließlich der Ostsee.

Trotz dieser Entwicklungen hat Deutschland keine hinreichenden Zusatzmaßnahmen getroffen, um die Nitratverunreinigung wirksam zu bekämpfen und seine einschlägigen Rechtsvorschriften entsprechend den für Nitrat geltenden EU-Vorschriften zu überarbeiten (Richtlinie 91/676/EWG des Rates). Da die Kommission der Auffassung ist, dass die Verunreinigung der Gewässer durch Nitrat auch im Rahmen der laufenden Überarbeitung des nationalen Aktionsprogramms nicht ausreichend angegangen wird, hat sie beschlossen, Deutschland vor dem Gerichtshof der EU zu verklagen.

Hintergrund

Die Nitratrichtlinie (Richtlinie 91/676/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991) hat zum Ziel, die Wasserqualität in Europa zu verbessern, indem die Verunreinigung von Grund- und Oberflächenwasser durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen verhindert und der Einsatz beispielhafter landwirtschaftlicher Verfahren gefördert wird. Die Mitgliedstaaten müssen ihre Gewässer überwachen und jene bestimmen, die durch Verschmutzung bedroht sind. Des Weiteren müssen sie geeignete Aktionsprogramme einrichten, um derartige Verunreinigungen zu verhindern und zu verringern. Die Richtlinie stellt einen wesentlichen Bestandteil der Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG) dar und ist eines der Schlüsselinstrumente für den Schutz der Gewässer vor Belastungen durch die Landwirtschaft.

Überhöhte Nitratwerte können das Süßwasser und die Meeresumwelt schädigen, indem sie Algenwachstum begünstigen und dadurch anderes Leben ersticken. Dieser als Eutrophierung bezeichnete Prozess hat eine gravierende Verschlechterung der Wasserqualität und einen Verlust an biologischer Vielfalt zur Folge. Eine Nitratkonzentration von über 50 mg/l kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere auf schwangere Frauen und Kleinkinder, haben. Die Entfernung von Nitrat aus Trinkwasser ist sehr kostspielig; sie wird vor allem durch Haushalte und Behörden finanziert.

Weitere Informationen:


IP/16/1453

Priesmeier: Strafzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe drohen – Deutschland braucht endlich ein wirksames Düngerecht

Heute hat die EU-Kommission offiziell Klage gegen Deutschland vor dem EU Gerichtshof wegen des langjährigen Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie erhoben. Die EU-Nitratrichtlinie ist ein wichtiger Baustein der EU-Wasserrahmenrichtlinie. „Leider hat mich die EU heute in meinen Forderungen bestätigt: Wertvolle Zeit ist ungenutzt ins Land gegangen mit dem Ergebnis, dass uns nun Strafzahlungen von rund einer Viertel Millionen Euro pro Tag drohen! Im schlimmsten Fall bedeutet das für den Steuerzahler, dass er für mehrere hundert Millionen Euro Strafe aufkommen müsste! Das Bundeslandwirtschaftsministerium und die CDU/CSU müssen nun endlich bei der Novellierung des Düngerechts einen Gang zulegen. Es darf nicht dazu kommen, dass am Ende die EU-Gerichte vorgeben, was zu tun ist. Wir brauchen endlich wirksame Regelungen und Maßnahmen, die EU-konform sind. Es führt kein Weg an der Einführung einer flächenbezogenen Hoftorbilanz vorbei, um realistische Daten zu sammeln und wirksame Maßnahmen ergreifen zu können. Auch müssen diese unsinnigen Vorschläge wie die pauschalisierte Anrechenbarkeit von Futterverlusten ganz schnell wieder verschwinden, wenn wir nicht den letzten Kredit bei der EU verspielen wollen. Daher müssen wir jetzt alle EU-Vorgaben zu Nitrat, Phosphat und Ammoniak mit einbeziehen, damit die Landwirte auch Planungssicherheit erhalten. Die Zeit der Spielchen ist vorbei und wir können nicht alle Jahre wieder das Düngerecht aufmachen“, so der agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dr. Wilhelm Priesmeier.

Die Mitteilung der EU-Kommission finden Sie hier: europa.eu/rapid/press-release_IP-16-1453_de.htm

Umweltverbände und Sachverständigenräte fordern strengere Düngeverordnung

Mit zehn Forderungen zur aktuellen Novelle der Düngeverordnung appellieren bereits im Oktober 2014 der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Greenpeace, GRÜNE LIGA, Naturschutzbund Deutschland (NABU), WWF Deutschland und der Deutsche Naturschutzring (DNR) an die Bundesregierung, die Nitrat- und Phosphatbelastung zu minimieren:

wrrl-info.de/docs/positionspapier_duengeverordnung.pdf

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) geht in seinem Sondergutachten „Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem“ (2015) davon aus, dass mindestens eine Halbierung der Stickstoffeinträge in Deutschland und der EU notwendig wäre, um nationale und internationale Umweltqualitätsziele zu erreichen. Es besteht daher gerade im Hauptverursachersektor Landwirtschaft ein immenser Handlungsbedarf. In einem gemeinsamen mit dem Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) und dem Wissenschaftlicher Beirat für Düngungsfragen (WBD) verfassten offenen Brief werden die aktuellen Defizite des Düngerechts aufgelistet: wrrl-info.de/docs/vortrag_sem48_offenerbrief.pdf

Während in der Wasserwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten immense Erfolge bei der Reduktion der Nährstoffeinträge in die Gewässer erzielt wurden (u.a. Umsetzung der Kommunalabwasser-RL), hält im Landwirtschaftssektor die Überdüngung von Natur und Landschaft quasi ungebremst an – und nimmt aktuell sogar wieder zu!

„Ein guter Weg, die sich in der Gesundheits- und Sterbestatistik wiederspiegelnde Ammoniakemission aus der Landwirtschaft zu reduzieren wäre, bei der Gülleausbringung die Einarbeitungszeit in den Boden auf eine statt vier Stunden zu verkürzen. Diese relativ einfache und kostengünstige Maßnahme sollte in der Novelle der Düngeverordnung verankert werden.“ fasst Michael Bender, Leiter der GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser die Ergebnisse eines Fachgesprächs vom 17. März zusammen. „Neben der verpflichtenden Einführung der Hoftorbilanz zur Nährstoffbilanzierung im Düngegesetz muss bei der Phosphatdüngung auch die Verfügbarkeit im Boden und beim Stickstoff der Herbst-Nmin-gehalt berücksichtigt werden, um die gnadenlose Überdüngung einzugrenzen. Dazu sind dann nicht nur ordnungsrechtlich bewehrte Regelungen notwendig, sondern auch eine Verwaltung, die entsprechende Kontrollen durchführt.“

Vorträge und Programm von Fachgespräch und Podiumsdiskussion:

wrrl-info.de/site.php4


GRÜNE LIGA Thüringen e.V.
Landesgeschäftsstelle
Goetheplatz 9b
99423 Weimar


Ehrenamt im Joch der DBU

(24.04.2016)

(image-hero-old: 2016/160424-2.jpg text: Die Moorrenaturierungsflächen im Pöllwitzer Wald sind u.a. Habitat der Kreuzotter. Hier ist die Bewirtschaftung auf ein Minimum reduziert. Doch andernorts im Pöllwitzer Wald fehlt diese Rücksichtnahme auf die Belange der Natur – obwohl die DBU Flächeneigentümerin ist.
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.)

Die „DBU Naturerbe GmbH“, eine Untergliederung der „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ (DBU), einer Stiftung der Bundesrepublik Deutschland, hat für die ehrenamtliche Forschungsarbeit auf stiftungseigenen Fläche eine Festlegung erlassen (siehe die Hervorhebungen in der PDF im Anhang), die aus unserer Sicht eine völlig unverhältnismäßige und größtenteils (Ausnahme sind z.B. Munitionsaltlastenflächen) unbegründete Bevormundung und Knebelung der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit z.B. im Pöllwitzer Wald bedeutet.

(image-box-old: 2016/160424-3.jpg text: Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.)

Wie diese Monopolisierung der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit und der Forschungsdatenverwendung mit dem Umweltinformationsgesetz und dem gemeinwohlverpflichteten Kernanliegen der DBU in Übereinstimmung gebracht werden kann, bleibt ein großes Rätsel, so wie auch die Art und Weise der Bewirtschaftung hiesiger DBU-Flächen, die die Distanz zur naturnahen Waldbewirtschaftung schmerzlich aufzeigt.


Erteilung einer Forschungsgenehmigung und Genehmigung von ehrenamtlichen Datenerhebungen auf DBU-Naturerbeflächen


Tour-Natur 2016

(24.04.2016)

(image-box-old: 2016/160424.jpg link: documents/2016/160424-TourNatur_2016_Flyer_Webversion.pdf text: Flyer zur Tour-Natur 2016)

Auch 2016 wurden für die Veranstaltungsreihe „Tour-Natur“ zahlreiche Termine für hautnahe Naturerlebnisse im schönen Vogtland zusammengestellt.

Die Veranstaltungsreihe wurde 2011 durch das Regionalmanagement der Region Greiz sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Greiz ins Leben gerufen. Vom Frühling bis in den Herbst hinein bieten fachkundige Referenten thematisch abwechslungsreiche Wanderungen in die Vogtländische Natur an. Bei den Exkursionen stehen landschaftlich besonders reizvolle Orte ebenso wie die Tier- und Pflanzenwelt im Blickpunkt.

Fast jede Woche gibt es die Möglichkeit, unsere heimische Natur näher kennenzulernen!

Flyer zur Tour-Natur 2016


Die Geraer Gehölzfreunde erarbeiteten einen neuen Dendrologischen Wanderführer „Bäume in Gera“

(23.04.2016)

(image-box-old: 2016/160423.jpg text: Die Arbeitsgruppe der Geraer Gehölzfreunde präsentiert den neuen Dendrologischen Wanderführer „Gehölze in Gera“ im Museum für Naturkunde Gera
2. v. r. Klaus Schultheiß, Leiter der Geraer Gehölzfreunde
3. v. r. Michael Stumm, Grafiker
Foto: Museum für Naturkunde)

In ehrenamtlicher Arbeit wurden von den 10 Mitgliedern der Arbeitsgruppe rund 500 Stunden aufgebracht für der Erfassung des Gehölzbestandes einschließlich der wissenschaftlichen Art-Bestimmung, die Ausarbeitung der Planunterlagen mit den Eintragungen der Bäume, die Gestaltung des Wandertextes und der Artenliste sowie die Abstimmungen mit Grafiker und Druckerei sowie für die Kennzeichnung der Bäume.

Informationen zur Arbeitsgruppe der Geraer Gehölzfreunde

Bereits 1999 war ein Vorgänger-Faltblatt „Dendrologische Wanderung – Bäume in Gera“, damals in Regie des Kulturbundes ausgearbeitet worden und hatte großen Anklang in der Bevölkerung gefunden.

Es gab in den letzten 15 Jahren viele Veränderungen, insbesondere im Zuge der BUGA 2007, mit den neu gestalteten Parkanlagen Hofwiesenpark, Küchengarten, Ufer-Elster-Park, Gessental und auch durch neue Straßenführungen. Eine Neuauflage war also dringend geboten. Aufgenommen wurden Detailpläne für das Stadtzentrum und die Parkanlagen Küchengarten, Hofwiesenpark, Ost- und Südfriedhof, Botanischer Garten und Bieblacher Park.

Erfasst wurden nunmehr insgesamt 185 (vormals 151) unterschiedliche Arten einschließlich Formen und Sorten, darunter viele bekannte Arten, aber auch eine Vielzahl dendrologischer Besonderheiten.

Über 500 Bäume wurden - entsprechend den Festlegungen der Denkmalsschutzbehörde - auf hellgrauem Untergrund mit schwarzen Zahlen gekennzeichnet. Anhand dieser Zahlen ist mit dem Wanderführertext wie mit dem Artenverzeichnis eine eindeutige botanische Bestimmung der gefundenen Gehölze möglich. Zugleich wird in dem Begleittext viel Wissenswertes zu Ökologie, geschichtlichen Hintergründen und Besonderheiten der Gehölze vermittelt. Die Baum-Nummern des alten Faltblattes stimmen übrigens wegen vieler neu hinzugekommener Arten nicht mit den jetzigen überein – man braucht also das neue Faltblatt!

Erste Exemplare des neuen Faltblattes wurden der Oberbürgermeisterin Frau Dr. Viola Hahn und dem Vorsitzendes der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V., Herrn Klaus Peter Creter, übergeben. Die Stadtführer, die 26 Schulen in Gera sowie Naturschutzverbände erhalten kostenlose Exemplare. Weitere Faltblätter sind zu einer Schutzgebühr von 2,00 € erhältlich z.B. im Museum für Naturkunde, im Stadtmuseum, der Gera-Information, im H 35 und Fr. Brendel‘s Buchhandlung.


Klaus Schultheiß
Leiter der Sektion Gehölzkunde
Tel: 0365.8005222
E-Mail: schultheiss-gera@web.de


Eröffnung der Kabinettausstellung „Bäume in Gera“ und Präsentation des neuen Dendrologischen Wanderführers

am 28. April 2016, 18.00 Uhr
(19.04.2016)

(image-box-old: 2016/160419.jpg text: Naturdenkmal „Kalte Eiche“ in Gera-Ernsee
Foto: Klaus Schultheiß)

Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich der Neuerscheinung des Dendrologischen Wanderführers „Bäume in Gera“ laden das Museum für Naturkunde Gera und die Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V. Sie und Ihre Freunde am Donnerstag, 28. April 2016, 18.00 Uhr, herzlich in den Barocksaal des Museums für Naturkunde Gera ein. Mit der Präsentation der neuen Publikation wird an diesem Abend gleichzeitig die Kabinettausstellung „Bäume in Gera“ eröffnet.

Gera ist seit jeher eine „grüne Stadt“ mit einem umfang- und artenreichen Gehölzbestand in Park- und Gartenanlagen, Alleen und im Stadtwald an den westlichen Talhängen der Weißen Elster. Der von einer Arbeitsgruppe der Geraer Gehölzfreunde erarbeitete „Dendrologische Wanderführer – Bäume in Gera“ ist ein Wegweiser zu diesen dendrologischen Besonderheiten und will Einheimischen und Besuchern die Schönheiten der Gehölze in der Stadt Gera nahe bringen.

In einem Vortrag werden von Klaus Schultheiß wichtige Stationen des im Faltblatt aufgezeigten Wanderweges durch die Stadt Gera und ihre Parkanlagen vorgestellt.
Die Kabinettausstellung „Gehölze in Gera“ dokumentiert anhand originaler Sachzeugen, wie Baumscheiben, Hölzern, Zapfen und Früchten sowie Herbarbelegen diesen Naturschatz in unserer Stadt.

Zu einer ersten Führung auf dendrologischem Wanderpfad wird im Anschluss an die Saisoneröffnung des Botanischen Gartens am Samstag, 30. April 2016, 10.00 Uhr, ab Turmhaus mit Ziel Küchengarten herzlich eingeladen.

Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag

Kornelia Meyer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Museum für Naturkunde und Gesellschaft von Freunden der

Klaus Schultheiß
Leiter Sektion Gehölzkunde
Botanischer Garten Naturwissenschaften in Gera e.V.


Museum für Naturkunde Gera
Öffnungszeiten: Mi. – So., Feiertage 12.00 bis 17.00 Uhr

Nicolaiberg 3
07545 Gera
Tel.: 0365/52003
E-Mail: meyer.kornelia@gera.de


Eröffnung der Sonderausstellung
„GLÜCK AUF! – Mineralogische Kostbarkeiten der Uranerzlagerstätte Ronneburg“

am 7. April 2016, 18.00 Uhr
(31.03.2016)

(image-box-old: 2016/160331.jpg text: Plakatentwurf)

Vom 8. April 2016 bis 29. Januar 2017 präsentiert das Museum für Naturkunde Gera in zwei Räumen die Sonderausstellung „GLÜCK AUF! – Mineralogische Kostbarkeiten der Uranerzlagerstätte Ronneburg“. Im Mittelpunkt stehen dabei die spektakulären Mineralfunde der Uranerzlagerstätte Ronneburg im Osten Thüringens, die noch nie zuvor so umfassend gezeigt wurden. Die etwa 110 ausgestellten Stufen wurden aus dem Besten von 14 Sammlungen ausgewählt. Darunter befinden sich neben Privatsammlern auch das Museum für Naturkunde Berlin, das Naturhistorische Museum Schloss Bertholdsburg Schleusingen, das Institut für Mineralogie der TU Bergakademie Freiberg und das Museum für Naturkunde Gera selbst.

Von 1950 bis 1990 wurde rund um die bei Gera gelegene Kleinstadt Ronneburg die mit Abstand größte Uranerzlagerstätte Europas durch die Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) Wismut bzw. ab 1953 die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut abgebaut. Etwa 113.000 Tonnen Uran wurden gewonnen. Heute ist die Uranerzlagerstätte Ronneburg unter Sammlern wegen ihrer Fülle an prächtigen, aber auch sehr seltenen Mineralen weltbekannt. Es wurden bisher ca. 250 verschiedene Mineralarten nachgewiesen. Der Umgang mit Mineralfunden war bei der „Wismut“ klar geregelt, die private Mitnahme und der Handel mit Mineralen waren verboten. Trotzdem gelangten auf „dunklen Wegen“ typische Minerale der Uranerzlagerstätte Ronneburg in bester Qualität in zahlreiche private Sammlungen von Bergleuten und Mineraliensammlern. Nach der deutschen Wiedervereinigung begann ab 1990 eine umfassendere Beschäftigung mit den Mineralfunden (Lapis 7/8 1998). Viele private Sammlungen gelangten an das Licht der Öffentlichkeit. Im Rahmen der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Bergbaugebiet Ronneburg wurden zahlreiche bisher nicht entdeckte, seltene Mineralien festgestellt. Viele davon gehören zu Mineralneubildungen, die durch verschiedene Prozesse in und auf den Halden entstanden waren. Zu den spektakulärsten Entdeckungen gehört das neue Mineral Ronneburgit, dessen Erstbeschreibung 2001 erfolgte (Lapis 11 2001) und dessen Typlokalität dementsprechend die ehemalige Absetzerhalde im Bergbaugebiet Ronneburg ist.

In der Ausstellung ist eine Auswahl prächtigster Exemplare klassischer Ronneburger Minerale zu sehen. Dazu gehören Wavellit als radialstrahlige Kluftfüllung in verschiedenen Farben und als handflächengroße Verwachsungen bis kirschgroßer rundum kristallisierter, kugeliger Aggregate und der ähnliche Variscit als bis erbsengroße, fast transparente, hellgrüne Sphaerolithe. Vor allem aus den Bergwerken Paitzdorf und Beerwalde stammen die prächtigen und oft verzwillingten Exemplare des organischen Minerals Whewellit in weißer, hellgrauer bis fast schwarzer Farbe. Unter den ausgestellten Whewelliten sind vor allem die Exemplare herauszuheben, die glücklicherweise noch auf Matrix sitzen und somit attraktive Stufen mit typischer Paragenese bilden.
Äußerst formenreich und z. T. mit beachtlicher Größe sind die ausgestellten Baryte, darunter auch mehrere Exemplare der einmalig 1981 auf der 300-Meter-Sohle des Bergwerkes Paitzdorf gefundenen kegelförmigen Baryte oder einige sehr schöne Beispiele der berühmten, 1983 auf der 360-Meter-Sohle des Bergwerkes Beerwalde geborgenen, meißelförmigen Schwerspäte.

Innerhalb der „Klassiker“ der Uranerzlagerstätte Ronneburg werden außerdem Vivianit, Calcit, Quarz, Galenit, Siderit, Dolomit, Gips, Chalkopyrit und Cinnabaryt gezeigt.
Zu den Mineralen der Lagerstätte gehört eine ganze Palette von zum Teil höchst seltenen sekundären Bildungen, die während der Sanierung der Haldenflächen entdeckt wurden. Auch solche Raritäten werden zu sehen sein. Dazu zählen eine der besten Ronneburgit-Stufen, Hummerit, Lyonsit, Rambergit, Metahewettit, Shcherbinait und Spheniscidit. Das seltene Sulfat Bazhenovit wurde bisher nur von fünf Fundstellen der Erde nachgewiesen. In Ronneburg gelang ein einmaliger Fund, das beste Exemplar ist in der Ausstellung zu sehen.
Darüber hinaus erwartet die Besucher eine Übersicht zur Literatur über die Minerale der Ronneburger Lagerstätte, Fossilien und vieles mehr.

Zur Eröffnung der Ausstellung wird ein Sondereintrittspreis von 2,50 € erhoben (ausgenommen Aussteller, Leihgeber und Sponsoren)


Museum für Naturkunde Gera
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, Feiertage 12.00 bis 17.00 Uhr

Nicolaiberg 3
07545 Gera
Tel.: 0365/52003
E-Mail: hrouda.frank@gera.de


Vortragsankündigung: „Biomanipulation im Stausee Hohenfelden“ und „Krebskartierung Thüringen – Probleme mit amerikanischen Krebsarten“

Probleme mit amerikanischen Krebsarten
(17.03.2016)

(image-hero-old: 2016/160317.jpg text: Edelkrebs (Astacus astacus)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Am Donnerstag, den 21. April 2016 um 19.00 Uhr, wird Referent Uwe Müller (TLUG) zwei spannende Vorträge im Museum für Naturkunde Gera (Nicolaiberg 3) halten:


1. Vortrag: „Krebskartierung Thüringen – Probleme mit amerikanischen Krebsarten“
Es wird die derzeitige Verbreitung der in Thüringen einheimischen Krebsarten – Edelkrebs und Steinkrebs – dargestellt und auf die Probleme mit den amerikanischen Krebsarten (u. a. Überträger der Krebspest) eingegangen.

2. Vortrag: „Biomanipulation im Stausee Hohenfelden“
Hier werden Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte im Rahmen der fischereilichen Bewirtschaftung vorgestellt.


Die Dauer beträgt in etwa 30 Minuten je Vortrag. Eintritt: 2 €

Weitere Informationen zur Veranstaltung: www.freizeitkalender.eu/out/show/id/422493


„Wildes Vogtland“: Vortrag

buchbarer Vortrag von Andreas Martius (16.03.2016)

(image-hero-old: 2016/160316.jpg text: Hüttchenbergbrüche
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Im Vortrag „Wildes Vogtland“ präsentiert Andreas Martius eine Rundreise „durch die Naturräume des Landkreises Greiz mit ca. 190 Tier- und Pflanzenarten. In Zusammenarbeit mit der Foto-Datenbank „Fokus-Natur.de“ der beiden bekannten Naturfotografen Torsten Pröhl und Frank Leo entstand ein Vortrag, der dem Zuschauer bislang wohl kaum gesehene Bilder von der Vielfalt der Lebewelt unserer Heimat und Einblicke in das komplexe Netzwerk Natur vermittelt. Nach diesen zwei Stunden werden Sie nicht nur mehr wissen, sondern auch unsere Natur mit anderen Augen sehen.“

(image-box-old: 2016/160316-2.jpg text: Muffelwild (Europäische Mufflons Ovis ammon musimon)
Foto: Leo/fokus-natur.de)

Bei Interesse und Fragen zum Vortrag/zur Buchung:
www.natuerlich-vogtland.de/wissen/naturexperten/andreas-martius.html


Totfund eines Luchses

Medieninformation der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie vom 19. Januar 2016
(21.01.2016)

Das besenderte Luchsweibchen mit der Bezeichnung „F5“, lebt nicht mehr. Es hatte im Mai 2015 bei Bockelnhagen fünf Jungtiere zur Welt gebracht. Das Skelett mit dem Sendehalsband wurde am 05.12.2015 an einem Waldweg bei Bockelnhagen (Eichsfeldkreis) gefunden.

Neben der ersten Untersuchung des Kadavers erfolgte auch die Begutachtung des Umfeldes des Fundortes. Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) hat die Überreste zur Untersuchung dem IZW – Leibnitz Institut für Zoo und Wildtierforschung Berlin übergeben. Eine eindeutige Ermittlung der Todesursache war aufgrund des fortgeschrittenen Zersetzungsprozesses nicht mehr möglich. Weder bei der Computer Tomografie noch bei der Sektion wurden Geschosspartikel festgestellt.

Aufgrund des fehlenden Gewebes (Aasfresser, bakterielle Zersetzung) war auch eine Untersuchung auf Krankheiten oder Gifteinwirkung nicht mehr möglich. Es wurden Proben für eine genetische Untersuchung sichergestellt.

Der Sender der Luchsin hatte, bedingt durch die begrenzte Lebensdauer der Batterie, zuletzt im August 2015 Daten übermittelt. Zuletzt gesehen wurde die Luchsin mit ihren fünf Jungluchsen am 29.09.2015. Dokumentiert wurde, wie die Luchsin ihre Jungen durch Rufen lockt, wobei drei Jungtiere fotografiert werden konnten. Weitere Hinweise liegen der TLUG bisher nicht vor; normalerweise würden die Jungluchse noch bis zum Frühjahr 2016 bei der Mutter verbleiben.“

19.01.2016

Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit


Textquelle

Medieninformation der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie vom 19. Januar 2016: Totfund eines Luchses


Die Botaniker Thüringens

(19.01.2016)

(image-box-old: 2016/160119.jpg text: Bucheinband Vorderseite position: left layout: vertical)

Ende 2015 erschien als Ergebnis langjähriger Forschungsarbeit das Buch „Die Botaniker Thüringens“ (PUSCH, BARTHEL & HEINRICH 2015) als Beiheft 18 der Zeitschrift „Haussknechtia“. Es werden 581 Biografien der wichtigsten Botaniker in Thüringen vorgestellt, reich illustriert mit zahlreichen Porträts, Herbaretiketten und Briefen. Darunter befinden sich zahlreiche Floristen, die deutschlandweit tätig waren und Weltruhm erlangt haben (z.B. J. Thal, C. Haussknecht, T. Irmisch, T. Kützing, K. Mägdefrau u.a.).

Das vortreffliche Werk (932 Seiten, solide gebunden) kann zum Preis von 60,- Euro inkl. Versand und Verpackung bei Dr. Jürgen Pusch (Rottlebener Straße 67 in 06567 Bad Frankenhausen, Tel.: 034671 55689, E-Mail: j.pusch@kyffhaeuser.de) erworben werden.


NABU fordert Planung statt Chaos beim Windkraftausbau

Die ergänzende Windpräferenzraumstudie fördert Konflikte statt Klarheit
(10.01.2016)

Jena – Der NABU Thüringen hält die ergänzende Windpräferenzraumstudie zum Ausbaupotenzial für Windenergie für fragwürdig. „EU-Vogelschutzgebiete, Biosphärenreservate und Naturparke dürfen nicht dem Ausbau von Windkraftanlagen geopfert werden“, fordert Martin Schmidt, der stellvertretende Vorsitzende des NABU Thüringen.

Die jetzt veröffentlichte Studie des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft soll den Regionalen Planungsgemeinschaften als Arbeitsgrundlage für die Fortschreibung der Regionalpläne dienen. Weil sowohl die Kriterien der Basisstudie als auch die nachgeschobene Ergänzung nicht mit dem Entwurf des Windkrafterlasses übereinstimmen, schafft dieses Vorgehen jedoch mehr Zündstoff als Klarheit. Ein besonderes Konfliktpotential sieht der NABU vor allem bei Windkraftanlagen in EU-Vogelschutzgebieten und Biosphärenreservaten. Die Studie weist zwar selbst in den Einzelbewertungen immer wieder auf mögliche Konflikte hin, verschweigt dies allerdings in der Zusammenfassung. „Von konfliktarmen Flächen kann man in EU-Vogelschutzgebieten nicht sprechen. Durch den Bau von Windkraftanlagen sind die Erhaltungsziele dieser Schutzgebiete in Gefahr und lassen sich kaum auf Ebene der Raumordnung ausräumen“, gibt Schmidt zu bedenken.

Auch sehen die Naturschützer die Ziele von Biosphärenreservaten, unter anderem den Erhalt der biologische Vielfalt und der Kulturlandschaften, gefährdet. „In Biosphärenreservaten mit einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft, in der Mensch und Natur Ruhe finden sollen, dürfen aus unserer Sicht keine Windkraftanlagen stehen“, so Schmidt. Biosphärenreservate sind Modelle für eine besonders nachhaltige Naturnutzung. „Diese Tatsache darf man aber nicht nur mit ökonomischen Interessen gleichsetzen. Die Erholungsfunktion und die Schönheit der Landschaft in diesen Gebieten sind nachhaltige Werte, die deren Einzigartigkeit ausmachen“, erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende.

Der NABU Thüringen hat in seiner Stellungnahme zum Entwurf des sogenannten Windenergieerlasses in Thüringen unter anderem die Aufweichung der Schutzgebietsverordnungen von Biosphärenreservaten, Naturparks und Landschaftsschutzgebieten zugunsten der Windkraft entschieden abgelehnt. Die Naturschützer fordern die Landesregierung nun auf, lieber zügig einen wirksamen Erlass für die Auswahl von Windvorranggebieten zu verabschieden und zeitnah eine Ergänzung für den Umgang mit Arten- und Landschaftsschutz auf Ebene der Anlagengenehmigung zu schaffen als mit immer neuen Studien für Verwirrung zu sorgen.


Jürgen Ehrhardt
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Thüringen e.V.


natuerlich-vogtland.de stellt das Vogtland im Internet wundervoll vor

OTZ-Beitrag vom 7. Januar 2016
(08.01.2016)

(image-hero-old: 2016/160108-3.jpg)

Greiz. Tipps und Anregungen für einen Besuch im Vogtland findet man ab sofort auf der neuen Vogtland-Internetseite www.natuerlich-vogtland.de. Nach einer Studie zum großen Potenzial der Naturerlebnisse im nördlichen Vogtland 2012 hatten sich die verschiedensten Akteure entschlossen, diese Naturvielfalt auf einer Internetseite zu präsentieren.

(image-box-old: 2016/160108-2.jpg text: Die Internetseite www.natuerlich-vogtland.de
Foto: NABU Gera-Greiz e.V. position: left)

Neben allgemeinen Informationen zu Naturbereichen im thüringischen Vogtland, touristischen Aktivitäten auf dem Rad oder zu Fuß beziehungsweise auch am oder im Wasser bietet die Internetplattform Informationen und Hinweise zu Veranstaltungen in der Natur. Die Angebote reichen von geführten Wanderungen, Hofläden, Kreativwerkstätten bis hin zu Freizeittipps für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Zudem hat jeder Nutzer die Möglichkeit, seinen „persönlichen Rucksack“ zu packen, mit allem, was er für seine nächste Natur-Tour für nützlich hält: Ausflugsziele, Veranstaltungstipps und Routen.

Darüber hinaus kann jeder Interessierte selbst einen Beitrag leisten, um die Webseite aktuell zu halten und zu erweitern, indem er noch nicht aufgeführte Geheimtipps in der Natur verrät oder unter der Rubrik „Mitmachen“ selbst Naturerlebnisse vorschlägt.“

Besuchen Sie www.natuerlich-vogtland.de!

07.01.16


Textquelle

OTZ-Beitrag vom 7. Januar 2016: Internetseite stellt Vogtland vor


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Sonderheft 2015 erschienen

(08.01.2016)

(image-box-old: 2016/160108.jpg text: Deckblatt position: left)

Auf vier leisen Sohlen – Streng geschützte Säugetiere in Thüringen

Neben den Fledermäusen sind sieben weitere Säugetierarten in Thüringen heimisch, die als Arten der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie europäischem Schutz unterliegen. Dieses Sonderheft stellt diese sieben FFH-Säugetierarten vor: Biber, Feldhamster, Wildkatze, Fischotter, Luchs, Haselmaus und Wolf. Für jede Tierart wird in einem separaten Beitrag die Biologie und Ökologie, ergänzt durch die Auflistung der Gefährdungsursachen und Schutzmaßnahmen, beschrieben. Der Leser erhält darüber hinaus einen Überblick über die Verbreitung der Arten innerhalb Thüringens mit Bezug zum gesamten Bundesgebiet, über die Bedeutung der Thüringer Vorkommen sowie über laufende und abgeschlossene Thüringer Projekte, die im Kontext einer langfristigen Erhaltung der Arten und ihrer Lebensräume stehen.

Lebensraumverlust, verminderte Lebensraumqualität sowie eine zunehmende Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege verstärken den Rückgang bzw. erschweren die Wiederkehr von Wildkatze, Luchs und Wolf. Gehölz-, Saum- und Heckenstrukturen sollen den Austausch zwischen den einzelnen Populationen erleichtern und wiederherstellen, so auch für die Haselmaus. Besonders für die Akzeptanz von Luchs und Wolf in der Bevölkerung ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit von großer Bedeutung wie sie beispielsweise mit der Förderrichtlinie Wolf und dem Wolfsmanagementplan für die letztgenannte Art Umsetzung findet.

Erfreulicherweise erholten sich die deutschen Bestände von Fischotter und Biber in den letzten Jahrzehnten und beide Arten breiteten sich nach Thüringen aus, da die benötigten naturnahen Gewässerstrukturen mit ausreichender Nahrungsverfügbar-keit und Versteckmöglichkeiten durch die Umsetzung zahlreicher Lebensraum-optimierungen zunahmen. Weitere Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung sind nichtsdestotrotz zur Förderung dieser Arten genauso wichtig, wie die Etablierung geeigneter Bauwerke und Brücken zum Schutz des Fischotters.

Nur eine FFH-Säugetierart Thüringens besiedelt die thüringische Agrarlandschaft: der Feldhamster. Früher als Agrarschädling intensiv verfolgt, ist er inzwischen in Deutschland und Thüringen vom Aussterben bedroht. Thüringen besitzt eine besondere Verantwortung beim Schutz des Feldhamsters, gehören doch die Thüringer Vorkommen zu einem der Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland.
Es gilt, für alle hier beschriebenen Tierarten ein konstruktives Miteinander der Akteure des Naturschutzes mit denen der Land-, Fischerei- und Forstwirtschaft sowie des Straßenbaus auszubauen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Das Sonderheft leistet hierzu einen entscheidenden Beitrag.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 3/2015 erschienen

(07.01.2016)

(image-box-old: 2016/160107.jpg text: Deckblatt position: left)
Der Mittelspecht im Nationalpark „Hainich“ & 20 Jahre Stiftung Naturschutz Thüringen

Im Gegenzug zum Buntspecht Dendrocopos major bekommt man den im Erscheinungsbild ähnlichen Mittelspecht Dendrocopos medius selten zu Gesicht. Dabei handelt es sich beim Mittelspecht um einen echten Europäer. 95% des Weltbestandes ist in Europa ansässig, wobei Deutschland eine hohe Verantwortung trägt. Der Nationalpark „Hainich“ bietet dem Mittelspecht als typischen Laubwaldbewohner gute Lebensbedingungen und Forschern ausgiebige Untersuchungsmöglichkeiten. CHRISTIN LORAN und ANDREAS HENKEL erläutern in ihrem Beitrag die ausschlaggebenden Faktoren für die Besiedlung des Nationalparks „Hainich“ durch den Mittelspecht. Dabei stellen die Autoren die Bedeutung von Ahornen und Linden sowie eine Kombination von Ahornen und Eichen fest und postulieren daraufhin eine besondere Habitateignung der östlichen Nationalparkflächen für die Art.

Die STIFTUNG NATURSCHUTZ THÜRINGEN kann auf eine 20-jährige Naturschutzarbeit zurückblicken. DIETER FRANZ und BEATE SCHRADER stellen in ihrem Beitrag den Werdegang in diesen 20 Jahren vor. Die Autoren stellen die bislang geförderten Projekte in den Mittelpunkt des Beitarges. Dabei werden seit 2008 ebenfalls Eigenprojekte umgesetzt, wie die Moorrevitalisierung im Alperstedter Ried, die Entwicklung der Werraaue zwischen Frankenroda und Falken sowie nicht zuletzt die zahlreichen Maßnahmen am Grünen Band.

GÜNTER KÖHLER et al. zeigen die ambivalente Rolle der Buchenwollschildlaus Cryptococcus fagisuga in den thüringischen Buchenwäldern auf. Einerseits verursacht eine punktuell starke Vermehrung der Art in Kombination mit anderen exogenen Faktoren das partielle Absterben von Bäumen, andererseits entstehen durch diesen Absterbeprozess, solang die abgestorbenen Bäume nicht entnommen werden, wieder wertvolle Lebensräume.

Über interessante Spinnenneufunde im Leutratal bei Jena berichten MICHAEL MEYER und BÄRBEL FABIAN. Das im Rahmen der Begleituntersuchungen zum Rückbau der BAB A4 ermittelte Arteninventar der Webspinnen und Weberknechte bietet eine Grundlage zur Einschätzung des Einflusses von Autobahnen auf die Fauna.

SEBASTIAN SCHOPPLICH informiert über die öffentliche Vorstellung des Buches „Naturschutzgeschichte Thüringens“ des Instituts für Umweltgeschichte und Regionalentwicklung e.V. und nimmt dabei Bezug zur gegenwärtigen Entwicklung der ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutzarbeit, SIEGFRIED KLAUS et al. schildern ihre Beobachtungen eines Zwergschnäppers Ficedula parva im Nationalpark „Hainich“ und OLAF BELLSTEDT stellt die Erosionsschutzanlage Bruchstedt als Modellprojekt zur Landschaftsgestaltung vor. Weiterhin berichtet RAINER SCHRADER über die Sommertour der Naturschutzministerin ANJA SIEGESMUND, KARL-FRIEDRICH ABE et al. blicken auf 25 Jahre Nationalparkprogramm zurück und ILKE MARSCHALL et al. stellen die Inhalte der Tagung „Landschaftsbild und Erneuerbare Energien“ vor. DÖRTHE MAHNKE beschreibt den neuen interaktiven Kartendienst der TLUG und STELLA SCHMIGALLE resümiert zusammen mit BEATE SCHRADER über das Artenspektakel zum Langen Tag der Natur im Wartburgkreis. Eine Rezension zum Werk „Thüringens Orchideen“ von HEINRICH et al. rundet das Heft ab.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

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