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Honig & Bienen


Die Honigernte 2016 hat begonnen

Seinen Sie neugierig und probieren Sie den reinen Imkerhonig. Mit dem Erwerb – gegen eine Spende – unterstützen Sie zudem unsere Arbeit zur Erhaltung der Natur!
(03.08.2016)

Honigetikett für das Jahr 2016

„Wer ihn einmal probt, ihn dann immer lobt!“

Dieser alte Werbespruch trifft auch auf den NABU-Honig aus dem Rückersdorfer Naturschutzlehrobjekt zu.


Die Honigernte 2015 hat begonnen

Seinen Sie neugierig und probieren Sie den reinen Imkerhonig. Mit dem Erwerb – gegen eine Spende – unterstützen Sie zudem unsere Arbeit zur Erhaltung der Natur!
(17.06.2015)

Honigetikett für das Jahr 2015

„Wer ihn einmal probt, ihn dann immer lobt!“
Dieser alte Werbespruch trifft auch auf den NABU-Honig aus dem Rückersdorfer Naturschutzlehrobjekt zu.


Die Honigernte 2014 hat begonnen

Seinen Sie neugierig und probieren Sie den reinen Imkerhonig. Mit dem Erwerb – gegen eine Spende – unterstützen Sie zudem unsere Arbeit zur Erhaltung der Natur!
(02.07.2014)

„Wer ihn einmal probt, ihn dann immer lobt!“
Dieser alte Werbespruch trifft auch auf den NABU-Honig aus dem Rückersdorfer Naturschutzlehrobjekt zu.


Immer so weiter?

(26.06.2014)

Pestizide schädigen Bienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten – und zwar stärker als angenommen. Die Auswirkungen sind dramatisch.

www.spiegel.de/wissenschaft/natur/pestizide-schaedlingsmittel-bedrohen-viele-tiere-a-976838.html


Es zählt nur der Profit

Neonictinoide sind gefährlich wie DDT
(07.09.2013)

Eine beunruhigende Lektüre:

„Neonicotinoide sind hochwirksame, synthetisch hergestellte Pflanzenschutzmittel, die dem Nikotin ähneln und systemisch sind, d.h. sie werden gut über die Wurzeln aufgenommen und speichern sich als Kontakt- und Fraßgift dann in den Blättern der Pflanzen. Deshalb wurden sie bis vor kurzem auch als Saatgutbeize verwendet. Vor wenigen Jahren machten einige Substanzen als Bienengift Schlagzeilen. Mit diesem Argument wurden von der EU auch ab dem 1. Dezember 2013 die drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam zur Saatgutbehandlung, Bodenanwendung (Granulat) und Blattbehandlung bei Pflanzen die Bienen anziehen und Getreide (ausgenommen Wintergetreide) verboten. Dieses Verbot muss in den nächsten 2 Jahren überprüft werden und die Stimmen zur Wiederzulassung werden immer lauter.

Aber ihre Wirkung ist offenbar nicht auf Insekten beschränkt, sondern tiefgreifender und noch verheerender. Unter anderem weil diese Stoffe lange haltbar und wirksam sind, insbesondere im Wasser! Außerdem greifen sie offenbar das Immunsystem von Wirbeltieren an (auch von Säugetieren) und machen so den Weg frei für Krankheiten, die epidemische Ausmaße annehmen können. Man vergleicht Neonicotinoide bzgl. der Umweltrelevanz inzwischen mit der Wirkung von DDT. Anbei ein lesenswerter Übersichtsartikel zur Wirkung dieser Stoffe im englischen Original aus dem Journal of Environmental Immunology and Toxicology und in der deutschen Übersetzung.“


Immunsuppression durch neonikotinoide Insektizide


Die Honigernte 2013 hat begonnen

(03.07.2013)

Foto: A. Oehler, NABU Gera-Greiz e.V.

Seinen Sie neugierig und probieren Sie den reinen Imkerhonig. Mit dem Erwerb – gegen eine Spende – unterstützen Sie zudem unsere Arbeit zur Erhaltung der Natur!

„Wer ihn einmal probt, ihn dann immer lobt!“ Dieser alte Werbespruch trifft auch auf den NABU-Honig aus dem Rückersdorfer Naturschutzlehrobjekt zu.


Gute Honigernte 2012

(31. August 2012)

Das diesjährige Etikett

Im NABU-Bienenstand im Naturschutzlehrobjekt Rückersdorf (bei Ronneburg) fällt die Honigernte in diesem Jahr erfreulich gut und qualitativ hochwertig aus.

In Bälde wird an dieser Stelle eine Liste der Abgabestellen, wo für eine Spende der Honig erhältlich ist, veröffentlicht. Das diesjährige Motiv „Landschaft bei Rückersdorf“ für die Etiketten hat dankenswerterweise Herr Walter Gramms aus Fraureuth (Tel. 03761/884141, siehe auch www.kunstverein-pleissenland.de/walter_gramms.html) zur extra für die Gestaltung des Etiketts geschaffen. Der NABU dankt hierfür herzlich.


Pestizide spielen offenbar entscheidende Rolle beim Bienensterben – Neue Studien

(10. April 2012)

Von „Greenhouse Infopool“ erhielten wir die folgende Mitteilung: Pestizide spielen offenbar entscheidende Rolle beim Bienensterben – Neue Studien
Quelle: SPIEGEL ONLINE vom 30. März 2012

Massensterben – Pestizide setzen Bienen und Hummeln massiv zu

Von Menschen versprühte Giftstoffe spielen offenbar eine entscheidende Rolle beim Massensterben von Hummeln und Bienen. Das legen gleich zwei neue Studien nahe. Unter anderem stören die Pestizide demnach den Orientierungssinn der Insekten.

Honigbiene (Apis mellifera)
Foto: Leo/fokus-natur.de

Berlin – Bienen und Hummeln lassen in Massen ihr Leben. Das globale Sterben beschäftigt Biologen schon seit Jahren. Laut einen Uno-Bericht ist es längst ein globales Problem und könnte eine Nahrungsmittelkrise auslösen. Aggressive Milben sind als Schuldige ausgemacht worden, Parasiten-Fliegen gelten ebenfalls als Killer-Kanidaten – und Pestizide. Zwei neue Studien unterstreichen nun, wie gefährlich die chemischen Substanzen für die Insekten sind.

Zwei Expertenteams hatten die Wirkung von Neonicotinoiden erforscht. Das ist eine Gruppe gängiger Insektizide, die in zahlreichen Ländern im Einsatz ist. Wissenschaftler aus Frankreich berichten im Fachmagazin "Science", dass das Gift die Orientierung der Bienen stört: Die Tiere finden den Weg zu ihrem Volk nicht mehr. Ein Team aus Großbritannien entdeckte außerdem, dass die Insektizide Hummelvölkern stark zusetzen.

‚Einige Hummelarten sind enorm zurückgegangen. Beispielsweise in Nordamerika sind manche Arten mehr oder weniger komplett vom Kontinent verschwunden‘, schreibt der britische Forscher Dave Goulson von der schottischen Universität in Stirling. In Großbritannien seien bereits drei Arten ausgelöscht.

Goulsons Team setzte Hummelvölker dem Insektizid Imidacloprid aus. Die Dosis war jener ähnlich, der die Tiere in der Natur begegnen. In einer geschlossenen Umgebung hausten die Hummeln sechs Wochen lang unter natürlichen Bedingungen. Zu Beginn und am Ende des Experiments wogen die Forscher die Nester mit dem gesamten Inhalt: Hummeln, Wachs, Honig, Larven und Pollen. Die belasteten Kolonien waren im Durchschnitt acht bis zwölf Prozent kleiner als die Kontrollgruppe.

Außerdem entdeckten Goulson und seine Kollegen, dass die behandelten Hummeln etwa 85 Prozent weniger Königinnen hervorgebracht hatten. Dies sei ein wichtiger Punkt: Die Zahl der Königinnen beeinflusse die Zahl der neuen Nester im kommenden Winter.

Mickael Henry forscht am Institut National de la Recherche Agronomique im französischen Avignon. Er und sein Team klebten winzige Mikrochips an die Körper der Versuchsbienen. Einige der kleinen Tiere kamen in Kontakt mit dem Insektizid Thiamethoxam. Diese Bienen starben zwei- bis dreimal häufiger weit entfernt von ihrem Nest als die Tiere ohne Gift. Das Insektizid habe die Orientierung der Bienen gestört.

Die Daten aus den Mikrochips nutzten die Forscher, um Flugrouten zu berechnen. Offenbar hatten die belasteten Bienen irgendwann eine Entfernung erreicht, von der aus es schwierig war, zurückzufinden.

Freilich bereiten nicht nur Insektizide den Experten Sorge. Die aggressive Varroamilbe gilt als größter Feind der Honigbiene. Sie beißt sich an den Insekten fest, wie ein Blutegel bei Säugern – aber mit dramatischerer Wirkung. Durch die milden Temperaturen im vergangenen Jahr waren die Milben laut Experten sehr lange aktiv und verstärkten so ebenfalls das Bienensterben.“ chs/dpa


Mehr im Internet
Französische Wissenschaftler zum Bienensterben im Fachmagazin "Science"
www.sciencemag.org/content/335/6076/1555.summary

Studie britischer Wissenschaftler zum Bienensterben in "Science"
www.sciencemag.org/content/early/2012/03/28/science.1215025


Umstrittenes Pflanzenschutzmittel

taz – 26.03.2012
(01. April 2012)

Umstrittenes Pflanzenschutzmittel
Bienengift auf dem Mais-Acker

„Das als Bienenkiller bekannte Gift Clothianidin darf wieder eingesetzt werden. Es ist zwar nur vorübergehend erlaubt, doch das schon im dritten Jahr in Folge.“
VON SVENJA BERGT

„BERLIN taz | Von Mitte März bis Mitte Juli dürfen Landwirte wieder das Insektizid Clothianidin einsetzen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine befristete Zulassung für sechs Bundesländer erteilt. Der Wirkstoff ist umstritten: Das Julius-Kühn-Institut, das dem Agrarministerium untersteht, wies nach dem Tod von Millionen Bienen im Jahr 2008 Clothianidin in den toten Bienen nach. Ursache des Sterbens sei eine Vergiftung durch Abrieb des Pflanzenschutzmittels gewesen, so das Institut damals. Die nun erteilte Genehmigung ist eine sogenannte Zulassung für Notfallsituationen. Die Behörde kann sie maximal für 120 Tage erteilen, wenn eine „Gefahr nicht anders abzuwenden“ ist. In diesem Fall geht es um den Drahtwurm im Mais. Die Anwendung ist laut BVL auf Flächen beschränkt, die von Starkbefall bedroht sind. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits acht solcher Zulassungen erteilt, im vergangenen Jahr waren es 35. Auch damals war Clothianidin dabei, genauso wie im Jahr davor. Diese wiederholte Notfallzulassung kritisiert das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN). „Unter dem Deckmantel der Notfallsituation werden Jahr für Jahr Ausnahmen für verbotene Pestizide genehmigt. Hier wird den ökonomischen Interessen Einzelner Vorrang vor Umwelt- und Naturschutz eingeräumt“, sagt Geschäftsführerin Carina Weber.

Imker hadern
Das Netzwerk hatte im vergangenen Jahr europaweit ausgewertet, wie die Ländern mit den Notfallzulassungen umgehen. Das Ergebnis: Innerhalb von vier Jahren sei die Zahl der Genehmigung von 59 auf 310 gestiegen. Ausweichmöglichkeiten sieht Imker Manfred Hederer vom Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund nicht. „Wo sollen wir denn hin?“, fragt er. Bienen hätten einen Flugradius von 3 bis 5 Kilometern, in Ausnahmen auch bis zu 10 Kilometern. Das BVL argumentiert, dass sich bei dem in der Vergangenheit genutzten Mittel viel Staub gebildet habe, der beispielsweise auf Obstbäume gelangt sei – die sind eine der Hauptnahrungsquellen der Bienen. Das sei bei dem nun zugelassenen Mittel nicht zu erwarten. Trotzdem gebe es Auflagen: Etwa müssten sich Landwirte eine Notwendigkeit der Nutzung vom örtlichen Pflanzenschutzamt bestätigen lassen, nur dann gebe es einen Berechtigungsschein zum Kauf der Substanz. Darüber hinaus müssten Imker informiert werden, wenn sie in einem Umkreis von 60 Metern des behandelten Feldes Bienenstände haben.“


Textquelle


1. Weimarer Bienensymposium zur Zukunft der Imkerei

Sonntag, 6. November 2011 im Deutschen Bienenmuseum von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr
(04. November 2011)

Honigbiene (Apis mellifera)
Foto: Leo/fokus-natur.de

Um die Zukunft der Imkerei geht es beim 1. Weimarer Bienensymposium, das am kommenden Sonntag, dem 6. November, im Deutschen Bienenmuseum stattfindet. Wegen des anhaltenden Bienensterbens und des Rückgangs der Zahl der Imker lädt der Bioimker Jürgen Binder aus Burgwenden zu dieser gemeinsam mit dem Thüringer Imkerbund und dem Deutschen Berufsimkerbund veranstalteten Konferenz ein.

Dr. Josef Hoppichler vom Österreichischen Ministerium für Bergbauernfragen referiert über „Genverschmutzung und Gentechnikfreiheit“ und schildert, wie es in Österreich gelungen ist, vollkommen gentechnikfrei zu produzieren und dadurch Marktvorteile und bessere Preise für die landwirtschaftlichen Produkte zu erzielen.
Marcus Haseitl vom Netzwerk Blühende Landschaft zeigt auf, was Landwirte und Städte tun können, um den Bienen mit blühenden Wiesen, Randstreifen und Verkehrsinseln ein gesundes Überleben sichern zu können. Insbesondere für touristisch ausgerichtete Städte sind bunte innerstädtische Blühflächen anstatt grüner, kurz abgemähter Graswüsten eine interessante Verschönerungsmaßnahme.

Über die Bedeutung eines dem Bienenvolk angepassten Brutraumes wird Imkermeister Hans Beer aus Heideck referieren. Beer hat in vielen Vorträgen in ganz Europa schon vielen Imkern geholfen, mit einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen ihre Betriebsweise so zu ändern, daß sie gesunde und leistungsfähige Bienenvölkern halten können. Der Imkermeister bezieht sein wissen von dem Bienenwissenschaftler Prof. Ludwig Armbruster, dessen Lebensleistung aufgrund seines Berufsverbotes im Dritten Reich beinahe in Vergessenheit geraten wäre.

Die Veranstaltung geht von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr und kostet inclusive Verpflegung 40 Euro Eintritt.

Weitere Informationen bei:
Jürgen Binder
0170-185 74 24
binder@honigmanufaktur.com

Zum Hintergrund:
Bienen sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Agrochemikalien, Monokulturen, Parasiten und falsche imkerliche Praktiken haben die Bienen weltweit – und auch bei uns in Deutschland – stark geschwächt. Dem immer öfter auftretende Phänomen des Bienensterbens können wir nicht mehr mit eindimensionalen Erklärungen und Handlungsrezepten begegnen. Die Biene hat mit ihrer Bestäubungsleitung eine über die Flurgrenzen einzelner Betriebe hinausgehende verbindende Funktion innerhalb der Landwirtschaft und einen enormen Einfluss auf die Biodiversität unserer Kulturlandschaft. Das „Weimarer Bienensymposium zur Zukunft der Imkerei“ will einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bienen und der Kompetenz von Landwirten und Imkern leisten. Der Vortrag „Ökologisch Imkern im angepassten Brutraum“ ist praxisorientiert.


GRÜNE LIGA Thüringen e.V.
Landesgeschäftsstelle
Goetheplatz 9b
99423 Weimar

Presseankündigung „Weimarer Bienensymposium zur Zukunft der Imkerei“
Programm zur Veranstaltung am Sonntag den 6. November 2011


Herbe Niederlage für Monsanto & Co.

Wegweisendes Urteil bezügl. Gentechnik gefällt
(07. September 2011)

Honigbiene (Apis mellifera)
Foto: Leo/fokus-natur.de

Der Europäische Gerichtshof hat mit seinem Urteil zum Schutz der Verbraucher vor gentechnisch verunreinigten Nahrungsmitteln ein klares Signal gesetzt.

Dieses Urteil ist ein Meilenstein bezügl. des Schutzes der Menschen und damit auch der Natur vor der lediglich profitlogisch ausgerichteten, aus ethischer Sicht unvertretbaren, Unternehmensstrategie der Gentechnikkonzerne wie z.B. Monsanto. Doch darf die Freude über dieses Urteil nicht darüber hinweg täuschen, daß damit die Versuche von Monsanto & Co., die Gentechnik weiterhin an- und technisch auszubauen, beendet sein werden – im Gegenteil.

Der NABU Gera-Greiz gratuliert dem Verein „Mellifera – Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung e.V.“ zu diesem Erfolg und hofft, daß die ausdauernde Anstrengung, mit der dieser Verein unbeirrt seinen Weg gegangen ist, für andere Natur- und Umweltschutzverbände Ansporn sein wird, gleichfalls zielstrebig und kompromißlos für den Erhalt einer intakten Natur, auch als Lebensgrundlage zukünftiger Generationen, einzutreten.


Pressemitteilung zum Artikel: Biene sticht Gentechnik


Artgemäße Bienenhaltung ist aktive Naturschutzarbeit

(07. September 2011)

Die Tafel zum NABU-Bienenstand Rückersdorf
Ansicht der Projekttafel als PDF-Dokument

Seit Juni diesen Jahres betreibt der NABU Gera-Greiz auf ehrenamtlicher Basis eine kleine Imkerei im Naturschutzlehrobjekt Rückersdorf. Der Bestand von anfänglich zwei Völkern soll in den kommenden Jahren um weitere sechs aufgestockt werden, um im Naturschutzlehrobjekt selbst wie auch der umliegenden Region die bislang bestehende Bestäubungslücke zu schließen.

Die Lehrtafel wurde mit Unterstützung der Firma Natur im Bild, die auch die Herstellung übernahm, geschaffen. Dargestellt wird die Herkunft der Honigbiene Apis mellifera, die Gliederung des Bienenvolkes, der Ablauf eines Bienenjahres wie auch die Gewinnung von Honig und Bienenwachs.

Der NABU-Honig kann bereits jetzt im Reformhaus in Greiz (Löwen-Reformhaus, Brauhausgasse 3, 07973 Greiz) erworben werden. Weitere Abgabestellen sollen in den Bioläden in Gera eingerichtet werden und auch im Naturschutzlehrobjekt selbst kann der Honig erworben werden, bitte einfach am Bienenstand klopfen! Hier allerdings wird hier zumeist nur am Wochenende, und da auch nicht an jedem, unser NABU-Imker öffnen. Schauen Sie einfach einmal im Naturschutzlehrobjekt vorbei ...


Hat die Honigbiene eine Zukunft?

Ohne Änderung der Agrarpolitik wohl kaum!
(03. Juli 2011)

Ansicht des Artikels als PDF-Dokument

Dankenswerterweise erhielten wir von der Redaktion der Zeitschrift „Nationalpark“ die Genehmigung, den als PDF-Datei beigefügten, äußerst lesenswerten Artikel des Imkers Matthias Rühl zu veröffentlichen. Er beleuchtet kritisch die aktuelle Situation der Bienenhaltung in Deutschland einschließlich der Diskussion über das Bienensterben.
Die verheerenden Folgen des Verschwindens der Honigbiene aus unserer Kulturlandschaft sollte jeden Naturfreund zum Nachdenken und zum Protest gegen diese unhaltbaren Zustände anregen.

Bitte lesen Sie hier: Artikel: Hat die Honigbiene eine Zukunft

Matthias Rühl ist seit 40 Jahren Hobby-Imker und Kreisvorstand der Imker im Landkreis Neustadt/ Aisch-Bad Windsheim. Nach einer Lehre als Landschaftsgärtner und einem Studium der Raumplanung arbeitet er seit 1992 als selbständiger Stadtplaner.

Weitere Informationen zu dieser bedrohlichen Entwicklung finden Sie hier:

Ohne Bienen droht ein Mangel an pflanzlichen Vitaminen und Mineralien


EU-Umweltbüro – 29.06.2011
Studie: Monokulturen führen zum Verlust von Wildpflanzen

Textquelle

Deutsche WissenschafterInnen weisen nach, dass durch den Anbau von Monokulturen auch die Bestäubung von Wildpflanzen durch Bienen in Nachbarfeldern negativ beeinflusst wird. Eine neue Studie [1] der Universität Würzburg, der Georg-August Universität in Göttingen und des UFZ Helmholtz Centre for Environmental Research in Leipzig untersucht die indirekten Folgen der intensiven Landwirtschaft auf das Fortbestehen von Wildpflanzen. Die WissenschafterInnen wiesen in einem groß angelegten, einjährigen Feldversuch mit Rapspflanzen nach, dass die Bestäubung von Wildpflanzen in der Natur durch die Intensivlandwirtschaft indirekt negativ beeinflusst wird, da die Bienen die großen Rapsfelder bevorzugten und die in der Umgebung wachsenden Wildpflanzen vernachlässigten. Die StudienautorInnen warnen davor, dass der großflächige Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Biotreibstoffen so indirekt auch zu einem größeren Verlust der Biodiversität führen kann.

Studie: Expansion of mass-flowering crops leads to transient pollinator dilution and reduced wild plant pollination (en)
rspb.royalsocietypublishing.org/content/early/2011/04/01/rspb.2011.0268.full


Weitere Informationen zum Thema (Red.):

England: Bienensterben nicht aufzuhalten – weiterhin große Verluste
eu-umweltbuero.at/cgi-bin/neu/cont.pl?contentart=eunews#3026

Ohne Bienen droht ein Mangel an pflanzlichen Vitaminen und Mineralien
idw-online.de/pages/de/news429715


Bienenstand des NABU Gera-Greiz im Naturschutzlehrobjekt Rückersdorf eingeweiht

Erstbelegung mit 2 Bienenvölkern, Erweiterung geplant
(11. Juni 2011)

NABU-Bienenstand in Rückersorf
Foto: Christiane Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V.

Am 10. Juni wurde der Bienenstand des NABU Gera-Greiz e.V. im Naturschutzlehrobjekt Rückersdorf eingeweiht. Die Erstbelegung erfolgte mit 2 Bienenvölkern, wobei für 7 weitere Völker im Bienenstand Platz ist. In den kommenden Jahren soll die Belegung Schritt für Schritt ausgeweitet werden, da das Naturschutzlehrobjekt mit seiner reichhaltigen Biotopausstattung in heute leider nicht mehr gewöhnlicher Vielfalt Blütenpflanzen beherbergt und somit ein ausreichendes Pollenaufkommen für die Bienen gewährleistet ist.

Naturfreunde während der Einweihung im Gespräch
Foto: Christiane Schopplich, NABU Gera-Greiz e.V.

Die Einbindung des Bienenstandes in den naturkundlichen Unterricht ist ebenso beabsichtigt wie die Popularisierung des Imkerns, um den immer weiter fortschreitenden Rückgang dieser wichtigen Tätigkeit aufzuhalten.

Der gewonnene NABU-Honig wird an verschiedenen Stellen gegen eine Spende zur Deckung der Unkosten erhältlich sein; die Abgabestellen werden an dieser Stelle in Bälde veröffentlicht.

„Wenn die Biene von der Erde verschwindet,
dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben,
keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr,
keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr,
keine Menschen mehr...“

Albert Einstein


Quelle: Nationalpark, Nr. 152 [2/2011], www.nationalparkzeitung.de


Eine bittere Ergänzung zu einem vorherigen Artikel „Leider kein verspäteter Aprilscherz!“

Pestizide mitschuldig am Bienensterben in der Agrarlandschaft

NABU und BUND: Agrarlobby verbreitet falsche Informationen

Honigbiene (Apis mellifera)
Foto: Leo/fokus-natur.de

PRESSEDIENST 15.4.2011, Gentechnik / Artenschutz

Berlin – „Keine Entwarnung für Pestizide – sie stehen auch weiterhin im Verdacht, wesentlich zum Bienensterben beizutragen“. So fasst BUND- Vorsitzender Hubert Weiger die aktuellen Kenntnisse über die Auswirkungen synthetischer Pflanzenschutzmittel auf die Artenvielfalt zusammen. „Das gewaltige Bienenvölkersterben 2008 in Baden-Württemberg, das durch Neonikotinoide ausgelöst wurde, ist dafür Mahnung genug“, betont Weiger.

„Eindeutig widersprechen wir der Fördergemeinschaft für nachhaltige Landwirtschaft (FNL), die allein der Bienenmilbe Varroa die Schuld an den Völker- verlusten gibt“, unterstreicht NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Das weltweite Bienensterben habe komplexe Ursachen, wie eine neue Studie [1] der UN-Umweltorganisation UNEP belegt: Demnach schwächen der Verlust der Biodiversität, ausgeräumte Agrarlandschaften und der Einsatz von Pestiziden die Bestäuber ganz erheblich, und zwar sowohl Wildbienen und Hummeln als auch Honigbienen. „Statt auf seriöse Fakten zu bauen, missbraucht die industrienahe FNL das Deutsche Bienenmonitoring (DEBIMO) für ihre tendenziösen Botschaften“, kritisiert Tschimpke.

Die beiden Umweltverbände fordern die zügige Weiterentwicklung des Bienenmonitorings, um die komplexen Zusammenhänge des Bienensterbens besser zu erfassen. Das Monitoring von staatlichen Bieneninstituten, Imkerbund und Industrie habe nur drei Jahre lang bei lediglich fünf Prozent der beteiligten Imker das Bienenbrot auf Rückstände untersucht. Obwohl dabei 42 verschiedene Pestizide gefunden wurden, ist mit dieser geringen Anzahl an Proben keine verlässliche Aussage zum Einfluss von Pestiziden auf die Bienengesundheit möglich. NABU und BUND fordern nun dringend die weitere Erforschung, welchen Einfluss die Kombinationswirkung einer Vielzahl von Pestiziden auf Bienen habe.

Synthetische Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen die Biodiversität in der Agrarlandschaft erheblich. Das belegen nicht zuletzt aktuelle Forschungen an der Universität Göttingen. Die Agrarwissenschaftler fanden im Rahmen einer Studie [2] in acht europäischen Ländern heraus, dass die Hauptursachen für die Verringerung der Tier- und Pflanzenvielfalt Spritzmittel wie Insektizide und Herbizide sind.

Für Rückfragen:
Tomas Brückmann, BUND
Tel. 030-275 86-240

Dr. Steffi Ober, NABU
Tel. 0172-5254198

Siehe auch Weniger Wildbienen, weniger Blütenpflanzen


Links [Red.]

[1] unep.org/Documents.Multilingual/Default.asp?DocumentID=664&ArticleID=6923
[2] eu-koordination.de/umweltnews/news/landwirtschaft-gentechnik/175


NABU-Pressestelle
E-Mail: presse@nabu.de
Redaktion: Karin Deckenbach, Britta Hennigs, Jasmin Singgih


Leider kein verspäteter Aprilscherz!

www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-01/aigner-zulassung-pestizide

DDT-GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP)
Sind die verheerenden Folgen der weltweiten DDT-Ausbringung schon vergessen?

Die Zeit – 27.01.2011

Aigner will Zulassung von Pestiziden vereinfachen

Nach Medienberichten will Verbraucherschutzministerin Aigner die Hürden bei der Zulassung von Pestiziden senken. Das Vetorecht des Umweltbundesamtes soll entfallen.

Nach Informationen des ARD-Magazins Monitor soll das Umweltbundesamt bei der Zulassung von Pestiziden künftig kein Veto-Recht mehr haben, wenn dieses Pestizid bereits in einem anderen EU-Land zugelassen wurde. Konkret geht es dabei um die Länder der sogenannten Mittleren EU-Zone. Dazu zählen unter anderem Rumänien, Polen, Österreich und Großbritannien. Dies geht aus einem Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hervor.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisiert das geplante Gesetz als "schweren Schlag für den Umwelt- und Verbraucherschutz", so NABU-Sprecher Florian Schöne. Die Organisation befürchtet, dass "das hohe deutsche Schutzniveau erheblich verwässert wird, indem Altwirkstoffe aus anderen Mitgliedstaaten, die im hohen Maße toxisch, krebserregend und gefährlich sind, plötzlich auf dem deutschen Markt zugelassen werden."

Das Landwirtschaftsministerium bestätigte gegenüber Monitor die Existenz des Gesetzentwurfes. Im EU-Zulassungsverfahren sollten auf nationaler Ebene "doppelte Prüfungen vermieden werden".

Allein im Jahr 2010 hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium 150 Zulassungsanträge nach Pflanzenschutzgesetz befürwortet. 32 dieser Anträge wurden vom Umweltbundesamt jedoch per Veto gestoppt, wegen zu hoher Risiken. Damit habe, so NABU-Sprecher Schöne, das UBA dem "industriefreundlichen Bundeslandwirtschaftsministerium Paroli geboten".


www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2011/0127/uba.php5

WDR/Monitor – 27.01.2011

Bald noch mehr Gift im Essen?

Aigners toxischer Gesetzentwurf

Bericht: Markus Schmidt, Andreas Maus, Sascha Adamek

Sonia Seymour Mikich: "In ihrem Ministerium übt Ilse Aigner tagtäglich einen Spagat. Sie soll oberste Verbraucherschützerin sein und ist zugleich oberste Patronin der Landwirte. Aber Spagate können einen bekanntlich schwer ins Wackeln und Zittern bringen. Noch ist der Dioxin-Skandal nicht aufgearbeitet, da droht Ilse Aigner neue Kritik. MONITOR liegt ein brisanter Gesetzentwurf aus ihrem Hause vor. Und darin geht es um die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, von Pestiziden. Markus Schmidt, Andreas Maus und Sascha Adamek berichten, warum die Chemie- und Agrarlobby sich bedanken kann."

Frühling 2008, das Land in voller Blüte. Dann starben die Insekten – massenhaft – von Basel bis Karlsruhe im Rheintal, überall tote Bienen. Für die Imker eine Katastrophe. Ekkehard Hülsmann erinnert sich.

Ekkehard Hülsmann, Imker: "Das Sterben mit Nervengift geht sehr langsam. Die Bienchen starben so über Stunden. Das war wirklich grausam. Es war eine beängstigende Stille in der Natur. Es haben die Schmetterlinge gefehlt, es haben die Hummeln gefehlt, es haben die Wespen gefehlt, es haben die Mücken gefehlt und auch die Bienen."

Die Ursache damals ein Nervengift, ausgebracht über ein Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge im Maisanbau. Pflanzenschutzmittel, Pestizide, allzu oft ein Problem für Boden, Luft und Wasser und damit für uns Menschen. Pestizide stehen oft am Anfang, wenn es um unsere Lebensmittel geht. Für Lebensmittel ist sie die zuständige Ministerin. Und für Verbraucherschutz. Grüne Woche, lächeln. Ilse Aigner hat gerade einen Lebensmittelskandal zu managen: Dioxin in der Nahrung – wieder mal – und die Ministerin kündigt strengere Kontrollen an – wieder mal.

Ilse Aigner, Bundestag 19.01.2011: "Vorsorgender Verbraucherschutz muss vor allen wirtschaftlichen Interessen stehen. Der Schutz der Gesundheit hat die höchste Priorität."

Verbraucherschutz vor wirtschaftlichen Interessen? Ist das wirklich Aigners Ziel? Beim Thema Pestizide sind Zweifel angebracht. Denn hinter den Kulissen haben ihre Beamten einen Gesetzentwurf zum Pflanzenschutz entworfen, der der Industrie erheblich nützt. MONITOR liegt das bislang unveröffentlichte Papier vor. Und darum geht es. Wer entscheidet, welche Pestizide in Deutschland versprüht werden dürfen? Ein Markt, den sich in Europa große Konzerne der Agrochemie teilen. Ganz vorne dabei die deutschen Firmen Bayer und BASF, es geht um Milliardenumsätze. Und wie begründet die Ministerin in dem Papier den Gesetzentwurf? Nicht zuletzt mit dem Abbau von Wettbewerbsverzerrungen in Europa – es geht also um Profit. Dem stand diese Behörde häufig im Wege – das Umweltbundesamt. Für die Pestizid-Industrie eine unbequeme Behörde, denn sie hat bei der Zulassung ein Vetorecht. Im Jahr 2010 lehnte es in 150 Anträgen der Industrie, die die Aigner-Beamten zunächst befürwortetet hatten, am Ende 32 Anwendungen ab.

Florian Schöne, Naturschutzbund Deutschland: "Nach unseren Erfahrungen hat das Umweltbundesamt regelmäßig von seinem Vetorecht Gebrauch gemacht und damit dem doch ziemlich industriefreundlichen Bundeslandwirtschaftsministerium Paroli geboten. Das hat dazu geführt, dass besonders umwelt- und verbraucherschutzkritische Pflanzenschutzmittel die Zulassung verweigert wurde."

Und was macht Ministerin Aigner? Sie will das Umweltbundesamt entmachten. Unter Berufung auf eine neue EU-Verordnung will sie der Industrie einen Weg ebnen, bei dem das industriekritische Umweltbundesamt umgangen werden kann. So steht es im Artikel 34 Beteiligungen. Der Trick: Hersteller, die in Europa schon eine Zulassung haben, etwa in Österreich, Tschechien, Polen, haben nun Anspruch auf ein verkürztes Verfahren in Deutschland. Und in diesem Verfahren hat Ilse Aigner dem Umweltbundesamt sein Vetorecht ohne Not gestrichen. Hier kann das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), eine Aigner-Behörde, in Zukunft allein entscheiden. Das bestätigt man uns beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, dessen Expertise bei der Bundesregierung sonst sehr gefragt ist.

Prof. Wolfgang Köck, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig: "Rechtlich bedeutet der Wegfall des Vetorechts, dass es auf das Votum des Umweltbundesamtes nicht mehr ankommt, dass auch gegen den Willen des Umweltbundesamtes eine Entscheidung getroffen werden kann."

Das bedeutet ganz neue Möglichkeiten für die Industrie. Hat sie beispielsweise eine Zulassung in Rumänien, kann sie diese nun für Deutschland beantragen – ohne das Veto des Umweltbundesamtes fürchten zu müssen. Ein Beispiel aus dem Weinbau: der Wirkstoff Chlorpyriphos-Methyl. In Österreich, in Rumänien zugelassen. Die Aigner-Behörde (BVL) hatte den Wirkstoff auch in Deutschland zulassen wollen, doch das Umweltbundesamt hatte sein Veto eingelegt, weil es diesen Stoff in Boden und Wasser für besonders giftig hält.

Prof. Klaus Kümmerer, Umweltchemiker, Universität Lüneburg: "Chlorperyphos-Methyl leitet sich von einer Stoffgruppe ab, die auch Nervenkampfstoffe umfasst. Und darauf beruht auch seine insektizide Wirkung.
Und eine starke Hemmung, Toxizität gegenüber dem Nervensystem auch bei Menschen. Durch diesen Stoff wird die Reizleitung in den Nerven unterbrochen."

Das Aigner-Papier, und das könnten die Konsequenzen sein bei Stoffen wie dem gefährlichen Chlorpyriphos-Methyl.

Prof. Klaus Kümmerer, Umweltchemiker, Universität Lüneburg: "Es ist eigentlich absurd, dass man hier jahrelang gekämpft hat, erfolgreich gekämpft und auch aus guten Gründen vor allen Dingen dafür gesorgt hat, dass bestimmte Stoffe bei uns nicht mehr zugelassen sind, dass die jetzt praktisch jetzt ohne Not durch die Hintertür wieder auf den deutschen Markt kommen können."

Wie klang das noch mal aus dem Munde Aigners?

Ilse Aigner, Bundestag 19.01.2011: "Vorsorgender Verbraucherschutz muss vor allen wirtschaftlichen Interessen stehen."

Gerne hätten wir die Ministerin gefragt, warum sie das Umweltbundesamt entmachten will. Kein Interview. Schriftlich verweist ihr Ministerium auf eine neue EU-Verordnung. Ziel sei, den Verbraucherschutz bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zu erhöhen. Das unterstütze sie. Sie setze sich für eine unabhängige, effiziente Prüfung ein. Gleichzeitig heißt es: Aktuell ist vorgesehen, dass doppelte Prüfungen vermieden werden. Das offensichtliche Eingeständnis der Ministerin, dass sie die Befugnisse des Umweltbundesamtes beschränken will. Was das bedeuten kann, zeigt diese Liste. Darauf besonders gefährliche Wirkstoffe, die in Nachbarländern Deutschlands zugelassen und in Deutschland nicht zugelassen sind.

Florian Schöne, Naturschutzbund Deutschland: "Die Gefahr ist, dass in Zukunft das hohe deutsche Verbraucherschutzniveau ganz erheblich verwässert wird, indem Altwirkstoffe aus anderen Mitgliedsstaaten, die also in hohem Maße toxisch oder krebserregend oder anderweitig gefährlich sind, plötzlich auch auf dem deutschen Markt zugelassen werden."

Imker Hülsmann hatte damals seine Bienenvölker verloren. Er hat zu spüren bekommen, was es bedeutet, wenn Pestizide eingesetzt werden, die die Umwelt vergiften. Er warnt davor, Hürden womöglich abzubauen, die Gefahr zu leicht zu nehmen.

Ekkehard Hülsmann, Imker: "Das ist für mich die eigentliche Tragik. Die Pestizidanwendung hat da Dimensionen überschritten der menschlichen Vorstellungskraft und das kann so nicht weitergehen."

Video der Sendung:
www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2011/0127/uba.php5


Mehr zum Thema:

WDR: MONITOR-Pressemeldung vom 27.01.2011: Streit um neue Pestizidverordnung aus dem Aigner-Ministerium
www.wdr.de/tv/monitor//presse/2011/110127.php5

WDR: MONITOR-Dossier: Umwelt
www.wdr.de/tv/monitor//dossiers/klimapolitik.php5

BMELV: Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
www.bmelv.de

NABU: Naturschutzbund Deutschland
www.nabu.de

Greenpeace: Bürgerinformationen gegen Dioxinpanscher
www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/nachrichten/artikel/buergerinformation_gegen_dioxinpantscher/

Umweltbundesamt: Dioxin in Futtermitteln: Quelle der Verunreinigung nicht völlig geklärt
www.uba.de/uba-info-presse/2011/pd11-002_dioxin_in_futtermitteln_quelle_der_verunreinigung_nicht_voellig_geklaert.htm

Umweltbundesamt: Chemikalienpolitik und Schadstoffe, REACH – Dioxine
www.umweltbundesamt.de/chemikalien/dioxine.htm


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