Amphibienzaun


Amphibienschutzzäune stehen

Amphibienschutzzaun bei Schömberg
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

Die vom NABU Gera-Greiz betreuten Amphibienschutzzäune bei Schömberg und bei Hirschfeld wurden unlängst Tagen aufgebaut und die Kontrollen aufgenommen. In Hirschfeld konnte schon am 10.04.12 eine Wechselkröte umgesetzt werden.

Bundesweit betreut der NABU Schutzzäune mit einer Gesamtlänge von derzeit über 60km! So wichtig und löblich dieser enorme Einsatz ist, so nachdrücklich muß aber darauf hingewiesen werden, daß der Schutz der heimischen Amphibien eine staatliche Aufgabe ist, die bewußt vernachlässigt wird.
Ohne das hohe Engagement vieler Naturfreunde, die der sinnlosen Tötung von ungezählten Frösche, Kröten und Molchen nicht tatenlos zusehen wollen, würde die Bilanz in Deutschland noch erheblich schlechter aussehen. Dabei gleichen die Kosten für die Errichtung stationärer Amphibienschutzeinrichtungen den berühmten „Peanuts“…


Helfer gesucht!

Betreuung des Hirschfelder Amphibienzaunes im Frühjahr 2013

Ein Erdkrötenpaar auf dem Weg zum Laichgewässer. Das Weibchen trägt das Männchen.
Foto: Leo/fokus-natur.de

Erstmals wurde 2012 an der Ortsverbindungsstraße zwischen Hirschfeld und Söllmnitz, im Bereich des Teiches am Fuße der südlich der Kreisstraße 105 gelegenen Streuobstwiese, ein Amphibienschutzzaun aufgebaut. Dank des Einsatzes engagierter Betreuer aus Brahmenau, Gera, Hirschfeld, Pölzig, Ronneburg und Söllmnitz konnten insgesamt mehr als 1500 Erd-, Wechsel- und Knoblauchkröten, Gras- und Laubfrösche, Berg-, Kamm- und Teichmolche vor dem Verkehrstod gerettet werden.

Da die Betreuung des Amphibienzaunes je nach Witterungsverlauf von März bis Mai personell abgesichert werden muss, ist der NABU Gera-Greiz dringend auf weitere Helfer angewiesen, die uns bei den erforderlichen täglichen Kontrollen des Zaunes unterstützen werden. Um Anfahrtswege und Zeitaufwand in Grenzen zu halten, wäre es günstig, wenn die Helfer aus Hirschfeld, Pölzig, Brahmenau, Caasen oder Söllmnitz kämen. Aber natürlich sind weiter entfernt wohnende Helfer, denen der Anfahrtsweg nichts ausmacht, ebenso willkommen. Neben der Freude an der Naturschutzarbeit zusammen mit anderen Naturfreunden, ergibt sich für die Helfer die Möglichkeit, unsere heimischen Amphibien genauestens kennen zu lernen. Denn wem ist bekannt, dass die Erdkröte (Bufo bufo) „Lurch des Jahres 2012“ war und in welcher Häufigkeit sie in unserer Region vorkommt?

Bei Interesse oder Fragen melden Sie sich bitte bei Sebastian Schopplich, Groitschener Berg 12, 07554 Brahmenau, Tel. 036695/31325 oder Ingo Giebner, Nr. 2 in 07554 Hirschfeld, Tel. 036695/20767 als den örtlichen Vertretern des NABU Gera-Greiz und Organisatoren des Schutzprojektes (E-Mail: (email: vorstand@nabu-gera-greiz.de), siehe auch gera-greiz.nabu-thueringen.de).

Im NABU-Bericht „Amphibienschutz an Straßen“ heißt es: „Der Schutz wandernder Amphibien an Straßen ist bei der vorhandenen Dichte des Straßennetzes in Mitteleuropa eine unverzichtbare Schutzmaßnahme. Wandernde Amphibien müssen vielerorts Straßen überqueren, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Die Verkehrszunahme auch auf ehemals gering befahrenen Straßen hat eine große Zahl überfahrener Amphibien zur Folge. Untersuchungen haben ergeben, dass schon bei einer Verkehrsdichte von 30 Autos pro Stunde fast 50 Prozent der wandernden Erdkröten überfahren werden.
Die Betreuung von Krötenzäunen ist aufwendig. Die Fangzäune müssen während der Wanderungszeit täglich betreut werden. … Um zu helfen, sind keine Spezialkenntnisse erforderlich. Begleiten Sie einen erfahrenen Zaunbetreuer und Sie werden schnell in der Lage sein, selbständig zu arbeiten.
Viele Straßenabschnitte an denen Amphibien überfahren werden, sind den zuständigen Naturschutzbehörden noch nicht bekannt.“

Wenn Sie einen Amphibienwechsel entdecken, der noch nicht betreut wird, informieren Sie bitte die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Greiz (Tel. 03661/876-603 oder umweltamt@landkreis-greiz.de) und zusätzlich auch den NABU Gera-Greiz (Tel. 03 65 / 42 04 31 7 oder vorstand@nabu-gera-greiz.de).


NABU-Amphibienzaun bei Hirschfeld steht

Beim Aufbau des Zaunes
Foto: R. Kochinka, NABU Gera-Greiz e.V.

Am 13.03. wurde bei Hirschfeld der NABU-Amphibienschutzzaun aufgebaut. Aufgrund der noch kühlen Temperaturen wird es noch einige Tage dauern, bis die Wanderung einsetzen wird. Eine erste Erdkröte fand sich aber gestern schon im Eimer.

Weitere Informationen zum Amphibienschutz in Deutschland finden sie unter www.amphibienschutz.de.


Rückwanderungszaun am Hirschfelder Teich wurde aufgebaut

Der Aufbau des Rückwanderungszaunes beginnt. Im Hintergrund der Obere Teich.
Foto: Reinhold Kochinka, NABU Gera-Greiz e.V.

Am 11. April wurde am Hirschfelder Teich der Rückwanderungszaun aufgebaut, nachdem schon in der vergangenen Woche mehrfache Erdkröten auf dem Weg in die Sommerlebensräume beobachtet wurden. Für den raschen Aufbau sei allen Beteiligten herzlich gedankt! Ebenso allen Helfern, die die Betreuung des Zaunes zweimal täglich absichern, trotz der bis vorgestern widrigen Wanderungsbedingungen (anhaltende Trockenheit und Kälte), die die Wanderung stark verzögern.

Bisher wurden am Hirschfelder Amphibienzaun viele Erd- und einige Wechselkröten, einige Gras- und Laubfrösche sowie Teich-, Berg und Kammolche sicher zum Laichgewässer transportiert.


Kontakt

NABU-Kreisverband
Gera-Greiz e.V.

c/o Ingo Eckardt
Franz-Philipp-Straße 9
07937 Zeulenroda-Triebes
vorstand@nabu-gera-greiz.de

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