Nachwuchs im Paradies: Im Naturschutzgebiet Frießnitzer See-Struth leben 20 Wasserbüffel

OTZ-Beitrag vom 10. Dezember 2016

Seit Juni 2014 leben am Frießnitzer See Wasserbüffel im Paradies. Es ist 21 Hektar groß. Norbert Strache kümmert sich um die Tiere.

Norbert Strache ist jeden Tag auf dem Gelände und für die Betreuung der imposanten Tiere verantwortlich.
Foto: Ilona Berger

Frießnitz. Norbert Strache staunte am Morgen des 4. Dezembers. Ein gesundes Kälbchen, ein Mädchen, lag im Stall. Gerda hat zum ersten Mal gekalbt. Der Vater ist der stattliche Bulle Ferdinand. "Er bringt etwa 650 Kilogramm auf die Waage", glaubt Strache.

In wenigen Tagen bekommt das Neugeborene einen Namen, der natürlich mit dem Buchstaben G beginnt wie der seiner Mutter. In einer Woche wird weiterer Nachwuchs erwartetet. Vicky steht kurz vor der Niederkunft. Auch Hella, Susi, Undine und Bärbel sind trächtig. Un­gefähr 310 Tage bleibt das Un­geborene im Mutterleib.

Sturer als mancher Dickschädel

Seit Juni 2014 leben am Frießnitzer See Wasserbüffel. Anfangs waren es acht Tiere, sechs Büffeldamen, darunter zwei trächtige, und zwei Bullen. Sie stammten von einem Bio-Bauern aus Taucha bei Leipzig. Inzwischen sind es 20 Tiere. Seit Beginn an werden sie von der Ervema ­Agrar Gesellschaft Wöhlsdorf betreut. Täglich schaut Norbert Strache aus Großebersdorf vorbei. "Ich bin der Wasserbüffelflüsterer", scherzt er, der die Tiere alle beim Namen kennt. Trudel und Bettina seien seine Lieblinge. "Die sind zahm und man kann sie streicheln. Aber alle ­haben einen eigenwilligen Charakter. Man kann ihnen nichts aufzwingen. Wenn die Büffel nicht wollen, wollen sie nicht. Sie sind sturer als mancher Dickschädel."

Die Wasserbüffel leben hier wie im Paradies. Es ist 21 Hektar groß. Sie können ungestört rohfaserreiche Pflanzen wie Disteln, Schilf und Rohrglanzgras wiederkäuen. Das wächst nämlich im Naturschutzgebiet Frießnitzer See-Struth viel zu dicht. Kein Problem. Die Büffel haben guten Appetit. Durch ihre Naturpflege konnten sich wieder Bodenbrüter, Amphibien und Vögel ungestört niedergelassen.

Seit Ende November werden die Wasserbüffel zugefüttert, darum kümmert sich auch Norbert Strache. "Zwischen 150 und 200 Kilogramm Stroh und Heu pro Tag", schätzt er, "stehen auf dem Speiseplan." Das Heu würden die Tiere lieber mögen, weil da noch ein paar Kräuter drin sind und vergleicht: "Mir schmeckt gemischter Salat auch besser." Sprießt im März das erste Grün, finden die Büffel wieder ihr saftiges Futter. Das Frühjahr sei für sie die schönste Jahreszeit. "Hitze mögen die Tiere überhaupt nicht", erklärt der Büffelflüsterer. "30 oder 35 Grad sind für sie viel zu warm. Dann liegen sie im Wasser und sind selbst mit Fernglas nicht zu entdecken. Jedes Tier hat seine Lieblingsstelle."

Tiere sind alle kerngesund

Bei nass-kaltem Wetter leiden die Jungtiere, weiß Strache. "Wir lieben ja auch kein Schmuddelwetter." Die Kälber finden dann in einem massiven Stall auf dem Gelände Schutz. Das ist umfriedet. Ob der Zaun in Ordnung ist, danach schaut Norbert Strache täglich. Er ist gern in der Natur, weil es täglich etwas Neues zu entdecken oder zu beobachten gibt, wie im Herbst der Vogelzug.

Und wenn es den Tieren gut geht, geht es auch dem Büffelflüsterer gut. "Alle Geburten sind bisher problemlos verlaufen. Der Bestand ist kerngesund. Das bescheinigen die regelmäßigen Kontrollen durch den Tierarzt. Es gab noch keine Krankheiten und keine Verletzungen", berichtet Strache.

Vicky, die trächtige Büffel­dame, kommt gemächlich auf Strache zu. Sie legt ihren Kopf auf seinen Arm. Ein Zeichen von Vertrauen.“

Ilona Berger / 12.12.16


Text- und Bildquelle

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