Frießnitzer See


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NABU zeigt Flagge am Frießnitzer See

Mit gefälligem Interesse betrachten die Wasserbüffel ihr neues Türschild. Auch die den Offenstall ebenfalls bewohnenden Dohlen dürften mit der Anbringung des offiziellen NABU-Logos einverstanden sein. Weitere Untermieter sind herzlich willkommen, besonders erfreulich wäre der Zuzug des Wappenvogels auf der nebenan noch unbewohnten Nisthilfe.


Fotos: Olaf Hasselbacher, NABU Gera-Greiz e.V.


Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes Gera-Greiz im Gebiet Frießnitzer See

OTZ-Beitrag vom 04. März 2017

Gehölze verschnitten, Weidezaun umgesetzt, Müll beräumt: Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes Gera-Greiz im Gebiet Frießnitzer See.

Ein junger Helfer beim Arbeitseinsatz in Frießnitz.
Foto: Lutz Wolfram

Frießnitz. Naturfreunde sind kürzlich dem Aufruf des Naturschutzbundes (Nabu) Gera-Greiz gefolgt und beteiligten sich am Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet Frießnitzer See. Die ortsansässigen Harth-Pöllnitzer erhielten tatkräftige Unterstützung aus Gera, Zeulenroda und Greiz. Besonders fleißig half der Naturschutznachwuchs, beseitigte altes Laub und beräumte den Müll rund um den Aussichtsturm am Seeufer.

Die etwas älteren verschnitten unterdessen verschiedene Gehölze und setzten einen Weidezaun um. Dies war erforderlich, weil die Wasserbüffel, auf ihrem Weg zu den "Grasmäharbeiten" den Damm des Struthbaches zum See in Mitleidenschaft gezogen hatten. Ist diese Form der Bodenbearbeitung an anderer Stelle im Naturschutzgebiet ausdrücklich erwünscht, um die Landschaft für bodenbrütende Vögel und andere Offenland bevorzugende Tiere freizuhalten, bleibt ein Damm ein Damm und hat die wichtige Funktion, das Bett des Baches zu begrenzen und den unkontrollierten Abfluss des Bachwassers in den See zu verhindern. Und da mit den Büffeln naturgemäß kein Arbeitsgespräch zu führen ist, wurde ihnen mit dem Umsetzen des Zaunes der Weg zum Damm kurzerhand abgeschnitten. Hier packten kräftige Männer an und die Arbeit konnte fachmännisch zum Abschluss gebracht werden.

Ein erfolgreicher Arbeitseinsatz, der zeigt, wie vielfältig Naturschutzarbeit ist, der nachweist, wie jeder, der Freude an einer solchen Betätigung hat, sich nach seinen Möglichkeiten einbringen kann und der einmal mehr die wirksame Verknüpfung des Naturschutzgebietes Frießnitzer See mit dem Nabu Gera-Greiz deutlich macht.

Die Ergebnisse der Naturschutzarbeit lassen sich bei der nächsten öffentlichen Führung mit dem Schwerpunkt "Ornithologisch betonte Wanderung vom Beobachtungsturm bis zum Wasserbüffelstall" am Samstag, dem 29. April anschauen.“

Lutz Wolfram / 04.03.17


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OTZ-Beitrag vom 4. März 2017: Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes Gera-Greiz im Gebiet Frießnitzer See


Nachwuchs im Paradies: Im Naturschutzgebiet Frießnitzer See-Struth leben 20 Wasserbüffel

OTZ-Beitrag vom 10. Dezember 2016

Seit Juni 2014 leben am Frießnitzer See Wasserbüffel im Paradies. Es ist 21 Hektar groß. Norbert Strache kümmert sich um die Tiere.

Norbert Strache ist jeden Tag auf dem Gelände und für die Betreuung der imposanten Tiere verantwortlich.
Foto: Ilona Berger

Frießnitz. Norbert Strache staunte am Morgen des 4. Dezembers. Ein gesundes Kälbchen, ein Mädchen, lag im Stall. Gerda hat zum ersten Mal gekalbt. Der Vater ist der stattliche Bulle Ferdinand. "Er bringt etwa 650 Kilogramm auf die Waage", glaubt Strache.

In wenigen Tagen bekommt das Neugeborene einen Namen, der natürlich mit dem Buchstaben G beginnt wie der seiner Mutter. In einer Woche wird weiterer Nachwuchs erwartetet. Vicky steht kurz vor der Niederkunft. Auch Hella, Susi, Undine und Bärbel sind trächtig. Un­gefähr 310 Tage bleibt das Un­geborene im Mutterleib.

Sturer als mancher Dickschädel

Seit Juni 2014 leben am Frießnitzer See Wasserbüffel. Anfangs waren es acht Tiere, sechs Büffeldamen, darunter zwei trächtige, und zwei Bullen. Sie stammten von einem Bio-Bauern aus Taucha bei Leipzig. Inzwischen sind es 20 Tiere. Seit Beginn an werden sie von der Ervema ­Agrar Gesellschaft Wöhlsdorf betreut. Täglich schaut Norbert Strache aus Großebersdorf vorbei. "Ich bin der Wasserbüffelflüsterer", scherzt er, der die Tiere alle beim Namen kennt. Trudel und Bettina seien seine Lieblinge. "Die sind zahm und man kann sie streicheln. Aber alle ­haben einen eigenwilligen Charakter. Man kann ihnen nichts aufzwingen. Wenn die Büffel nicht wollen, wollen sie nicht. Sie sind sturer als mancher Dickschädel."

Die Wasserbüffel leben hier wie im Paradies. Es ist 21 Hektar groß. Sie können ungestört rohfaserreiche Pflanzen wie Disteln, Schilf und Rohrglanzgras wiederkäuen. Das wächst nämlich im Naturschutzgebiet Frießnitzer See-Struth viel zu dicht. Kein Problem. Die Büffel haben guten Appetit. Durch ihre Naturpflege konnten sich wieder Bodenbrüter, Amphibien und Vögel ungestört niedergelassen.

Seit Ende November werden die Wasserbüffel zugefüttert, darum kümmert sich auch Norbert Strache. "Zwischen 150 und 200 Kilogramm Stroh und Heu pro Tag", schätzt er, "stehen auf dem Speiseplan." Das Heu würden die Tiere lieber mögen, weil da noch ein paar Kräuter drin sind und vergleicht: "Mir schmeckt gemischter Salat auch besser." Sprießt im März das erste Grün, finden die Büffel wieder ihr saftiges Futter. Das Frühjahr sei für sie die schönste Jahreszeit. "Hitze mögen die Tiere überhaupt nicht", erklärt der Büffelflüsterer. "30 oder 35 Grad sind für sie viel zu warm. Dann liegen sie im Wasser und sind selbst mit Fernglas nicht zu entdecken. Jedes Tier hat seine Lieblingsstelle."

Tiere sind alle kerngesund

Bei nass-kaltem Wetter leiden die Jungtiere, weiß Strache. "Wir lieben ja auch kein Schmuddelwetter." Die Kälber finden dann in einem massiven Stall auf dem Gelände Schutz. Das ist umfriedet. Ob der Zaun in Ordnung ist, danach schaut Norbert Strache täglich. Er ist gern in der Natur, weil es täglich etwas Neues zu entdecken oder zu beobachten gibt, wie im Herbst der Vogelzug.

Und wenn es den Tieren gut geht, geht es auch dem Büffelflüsterer gut. "Alle Geburten sind bisher problemlos verlaufen. Der Bestand ist kerngesund. Das bescheinigen die regelmäßigen Kontrollen durch den Tierarzt. Es gab noch keine Krankheiten und keine Verletzungen", berichtet Strache.

Vicky, die trächtige Büffel­dame, kommt gemächlich auf Strache zu. Sie legt ihren Kopf auf seinen Arm. Ein Zeichen von Vertrauen.“

Ilona Berger / 12.12.16


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OTZ-Beitrag vom 10. Dezember 2016: Nachwuchs im Paradies: Im Naturschutzgebiet Frießnitzer See-Struth leben 20 Wasserbüffel


Schautafeln entlang des Lehrpfades im Naturschutzgebiet

OTZ-Beitrag vom 23. November 2016

Lutz Wolfram, ehrenamtlicher Schutzgebietsbetreuer des Naturschutzgebietes Frießnitzer See-Struth, vor einer Schautafel am Aussichtsturm.
Foto: Ilona Berger

„Frießnitz. Begeistert erzählt Lutz Wolfram über das Naturschutzgebiet Frießnitzer See-Struth. Mit Christoph Kummer betreut er ehrenamtlich dieses Areal. "Zurzeit führt der See wenig Wasser. Der Weidaer Angelverein e.V. fischt ihn ab."

In der kalten Jahreszeit finden weniger Besucher den Weg hier her. Dennoch sind sie fasziniert. Auf dem Aussichtsturm kann man stundenlang verweilen und der weite Blick sorgt für Über raschungen, merken Besucher an. Der zwei bis drei Kilometer lange Lehrpfad führt von Frießnitz nach Großebersdorf, vorbei an den Wasserbüffeln. "Diese bleiben das ganze Jahr im Freien", berichtet Lutz Wolfram. Jetzt sind sie wieder zu sehen. "Die Tiere haben weniger Probleme mit der Kälte. Ist es heiß, gehen sie baden." Zudem ist im Sommer die Vegetation in den Feuchtwiesen sehr hoch, deshalb verschwinden die Wasserbüffel im Schilf. 14 Tiere, darunter ein Bulle, seien im Gebiet. Dass im Naturschutzgebiet immer mehr seltene Vogelarten leben, beweisen Fotos von Rainer Rathmann vom Nabu Altenburg. Er hielt in diesem Jahr den Zwergstrandläufer und den Dunklen Wasserläufer mit der Kamera fest.

Ein ornithologisches Gutachter von 2015 bescheinigte, dass unter anderem Bekassinen, Blaukehlchen, Wendehals und Feldlerche am Frießnitzer See Brutvorkommen haben.

Wolfram spricht auch Probleme an. Er ärgert sich, dass Randbereiche des Naturschutzgebietes zur illegalen Müllentsorgung genutzt werden. Erst im Herbst wurde im Bereich des Sandberges die Große Telekie mit ihren Pfahlwurzeln bekämpft. "Sie wurde eingeschleppt und hatte sich auf einer Fläche von zwei bis sechs Metern ausgebreitet, wird die Pflanze nicht vernichtet, verdrängt sie einheimische Arten", klärt Lutz Wolfram auf. Nachwuchssorgen bereiten dem Ehrenamtlichen ebenso Kopfzerbrechen. "Wem sollen die Älteren ihre Artenkenntnisse weiter vermitteln?" Die im Sommer dieses Jahres gegründete Facebookgruppe "Tiere im Naturschutzgebiet Frießnitzer See" soll junge Leute anlocken.“

Ilona Berger / 23.11.16


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OTZ-Beitrag vom 23. November 2016: Schautafeln entlang des Lehrpfades im Naturschutzgebiet


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