Blume des Jahres 2021

Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)

Großer Wiesenknopf [Sanguisorba officinalis] © Foto: Lutz Wolfram / NABU Gera-Greiz e.V.

Die „Blume das Jahres 2021“ gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Ihre winzig kleinen roten Blüten bilden bis zu 3 cm lange Blütenköpfe, welche für das Überleben der beiden Tagfalterarten „ Wikipedia / Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling“ und „Wikipedia / Helle Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling“ als Raupenfutterpflanze überlebenswichtig sind.
Der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) wächst vor allem auf schonend genutzten Feucht- und Moorwiesen und zeigt wechselfeuchte Bedingungen an. Diese Standorte zählen zu den artenreichsten Lebensräumen. Es sind wertvolle und gleichermaßen schützenswerte Lebensräume für Pflanzen, Pilze und Tiere. Diese wichtigen Biotope gingen aber in den letzten Jahren massiv verloren.
Um auf den Verlust solcher wertvollen Flächen aufmerksam zu machen, wurde der Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), ein wertvolles Wildkraut zur „Blume das Jahres 2021“ gewählt.

Aussehen:

  • Wuchshöhe
    • von 30 bis zu 120 Zentimetern
  • Stängel
    • Aufrecht
    • Rund
    • gerillt und kahl
    • manchmal ist die Basis behaart

Blatt © Foto: Lutz Wolfram / NABU Gera-Greiz e.V.

Pflanze © Foto: Lutz Wolfram / NABU Gera-Greiz e.V.

  • Laubblätter

    • grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet
    • gestielt und unpaarig gefiedert, mit drei bis sechs Fiederpaaren
    • Blattoberseite ist dunkelgrün
    • Unterseite blaugrün
  • Nebenblätter

    • Grundständig
    • braun und häutig
    • Am Stängel sind die Nebenblätter groß, krautig und spitz gesägt.

kopfige Blütenstände © Foto: Lutz Wolfram / NABU Gera-Greiz e.V.

  • Blütenstand
    • aufrechte kopfige Blütenstände
    • Länge von 1 bis 6 Zentimetern
    • Durchmesser von 0,5 bis 1 Zentimetern
    • etwa 20 bis 40 Blüten je Blütenstand
    • blühen von der Spitze her zur Basis hin auf
    • Die Tragblätter sind lanzettlich und kürzer bis fast so lang wie die Kelchblätter.
    • Deckblätter sind vorhanden
    • Die zwittrigen Blüten sind reduziert.
    • Die vier Kelchblätter sind dunkel rot-braun, purpur- bis rosafarben, rot oder weiß.
    • Kronblätter fehlen
    • Die vier Staubblätter besitzen dünne Staubfäden, die halb bis gleich lang sind wie die Kelchblätter.
  • Samen
    • Die Frucht wird vom vierrippigen Blütenbecher umhüllt.

Die Blütezeit und Fruchtreife liegt zwischen Juli und November.

  • Standort:

    • wechselfeuchten Nasswiesen
    • Moor- und Sumpfwiesen
    • Feuchte Bergweiden
      Pflanzensoziologisch wird sie den Pfeifengraswiesen (Molinion) und den Sumpfdotterblumenwiesen (Calthion) zugeordnet.
  • Verbreitungsgebiet:

    • Eurasien

Pflanzenheilkunde:

  • Der botanische Gattungsname Sanguisorba (sanguis für Blut und sorbere für einsaugen) weist auf eine blutstillende Wirkung hin.
  • Die Wirkstoffe sind vor allem Saponine, Flavonoide, Sterole, Tannine, Triterpene sowie Gerbstoffe (Casuarinin und Sanguinin) und Vitamin C.
  • Die Samen sind ölhaltig und enthalten Linol- und Linolensäure.
  • In den Wurzeln sind Sanguisorbine (Triterpene) enthalten.

In der Volksmedizin schätzt man sie vor allem bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Menstruationsbeschwerden so wie Blutungen.
Auch wurden Kraut und Wurzel aufgrund des Gerbstoffanteils zur Wundbehandlung sowie gegen Durchfall eingesetzt. Auch die blutrote Farbe der Blütenköpfchen galt gemäß der Signaturenlehre als Zeichen für die blutstillenden Eigenschaften der auch Blutströpfchen genannten Pflanze. In vielen Gegenden ist der Große Wiesenknopf Bestandteil der Kräuterweihe.
Homöopathische Zubereitungen nutzt man heute noch bei Krampfaderleiden, bei Blutungen im Klimakterium und bei Durchfallerkrankungen. Die frischen jungen Blätter und Triebe verwendet man noch gelegentlich als Salatbeigabe oder als Gemüse.
In der Schulmedizin wird sie trotz ihrer Inhaltsstoffe und der blutstillenden, entzündungshemmenden, antiseptischen und stopfenden Wirkung nur noch wenig verordnet.


Das Haupvorkommen des Großen Wiesenknopfes im Landkreis Greiz befindet sich im Greizer Park. Hier ist er als Bestandteil artenreicher Wiesen, die eine Fläche von mehreren Hektar einnehmen. Die Art gehört dort zu einer Pflanzengesellschaft, die kennzeichnend für die Mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) ist, ein aufgrund seiner Gefährdung gemäß der EU FFH-Richtlinie unter besonderem Schutz stehender Wiesentyp.
Dieses Vorkommen ermöglicht, der letzten im Landkreis Greiz noch vorhandenen Population des Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius), das Überleben.
Vom Helle Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling (Phengaris teleius) gibt es im Landkreis Greiz aktuell keine bekannte Population mehr.


Quelle und weiterführende Links:

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