Hilfe und Schutz den kleinen Stachelrittern

den Igeln

© Foto: Norman Schiwora

Die Familie der Igel (Erinaceidae) umfasst 26 Arten. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Eurasiens und Afrikas. Aus dieser Familie gibt es in Deutschland zwei Vertreter, den Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), welcher im ganzen Land verbreitet ist und den Nördliche Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus), welcher nur in wenigen Randgebieten Ostdeutschlands vorkommt.
Der Braunbrustigel gehört wie Spitzmäuse und Maulwürfe zu den Insektenfressern. Igel benötigen reich gegliederte Landschaften mit Hecken, Waldrändern und Gärten als Lebensraum. Igel ernähren sich von einer Vielzahl von bodenlebenden Wirbellosen, wie Regenwürmer und Insekten, Ohrwürmer, Käfer oder Kellerasseln.
Sie sind Einzelgänger mit einem festen Territorium, zeigen aber kein Territorialverhalten, sondern meiden Artgenossen. Sie sind vorwiegend nachtaktiv und verschlafen den Tag in selbst gebauten Nestern, in welchen sie auch Winterschlaf halten.
Waren Igel früher in reich strukturierten Landschaften häufig, findet man sie nun, nach dem immer schnelleren Verschwinden dieser strukturierten Lebensräume, fast ausschließlich in Siedlungsgebieten, vor allem in Gärten und Grünanlagen.

© Foto: Roger Cornitzius

Besonders im Herbst sehen wir Igel oft in den Abendstunden. Bis die Temperaturen dauerhaft um den Gefrierpunkt liegen, sind sie auf Nahrungssuche, um sich den nötigen Fettvorrat für den bald anstehenden Winterschlaf anzufressen. Da Igel sehr bekannt und wegen ihrer Erscheinung sehr beliebt sind, wollen viele Menschen den Tieren gerne helfen.
Grundsätzlich gilt: Igel sind Wildtiere, keine Haustiere. Zufüttern ist bei ihnen nur vor und nach dem Winterschlaf als kleine Unterstützung gerechtfertigt. Igelpflege im Haus ist nur in ganz wenigen Ausnahmefällen erforderlich und gesetzlich erlaubt. Igel wiegen je nach Jahreszeit und Geschlecht etwa 1000g. Erst wenn Tiere Anfang November weniger als 500 g auf die Waage bringen, sind sie als hilfsbedürftig einzustufen. Naturfreunde können den nützlichen Gartenbewohnern helfen, indem sie eine Tränke und eine Futterstelle aufstellen. Für den Futterteller eignet sich ein Gemisch aus Katzenfutter, Igeltrockenfutter und ungewürztem Rührei. Auf keinen Fall sollten Speisereste oder Obst gefüttert werden, auch Milch vertragen Igel absolut nicht. Schwachen Tieren flößt man mit einer Plastik-Einwegspritze (ohne Nadel) ungesüßten Fenchel- oder Kamillentee ein. Frisst der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht, muss der Tierarzt aufgesucht werden!
Das Hauptaugenmerk beim Igelschutz muss auf dem Lebensraum liegen. Gewähren Sie Igeln Durchgang in andere Gärten. Verzichten Sie auf Gifte und Pflanzenschutzmittel. Belassen Sie Unterschlüpfe. In Hecken, Gartenhäuschen, unter Büsche, Laubhaufen, Komposthaufen, Holzstapel oder Steinhaufen zieht sich der Igel gern zurück. Und: Verzichten Sie auf Rasenroboter, denn sie sind Todesfallen, nicht nur für den Igel.

© Foto: Lutz Wolfram

Der offizielle „Tag des Igels“ ist der 2.Februar. Gesunde Igel liegen zu dieser Jahreszeit normalerweise versteckt im tiefen Winterschlaf, erst im April, wenn auch nachts die Temperaturen nicht mehr unter 10° C fallen, ist es für sie Zeit, „aufzuwachen“!
Leider aber scheint die eigentlich unpassende Terminierung des „Gedenktages“ zunehmend sinnvoll zu werden. Denn wie alle Insektenfresser, so finden sich auch unsere kleinen, stacheligen Gartenkobolde seit einigen Jahren in einer dramatisch schlechten Lage. Sie leiden furchtbar und mit jedem Jahr nimmt das Leid weiter zu.
So kann es tatsächlich vorkommen, dass im Februar Igel zu sehen sind. Es sind Tiere, die bereits unterernährt und leidend in den Winterschlaf gegangen sind und die nun aufwachen, weil ihre Reserven und Kräfte vorzeitig zur Neige gegangen sind. Solche Tiere, die jetzt gefunden werden, sind i.d.R. schwer krank und benötigen dann fachkundige Hilfe.


Steckbrief

  • Alter
    • bis zu 7 Jahren
  • Gewicht
    • 350 - 1500 g
  • Stacheln
    • Charakteristisch für den Igel sind seine Stacheln, die der Verteidigung gegen Feinde dienen. Bei den Stacheln handelt es sich um verhornte Haare. Ein ausgewachsener Igel besitzt zwischen 6.000 und 8.000 Stacheln.
  • Laute
    • Grunzen
  • Nahrung
    • Insekten
    • Kleinvögel und Vogeleier
    • Wirbellose
    • Kleinsäuger
  • Feinde
    • Uhu
    • Dachs
    • Marder
    • Fuchs
  • Größe / Aussehen
    • Kopf-Rumpf-Länge von 22 bis 30 cm
    • etwa kaninchengroß
    • gedrungene Körperform

Bedrohung und Gefährdung

  • Durch das Verschwinden von strukturreicher Landschaft.
  • Entfernung von Büschen und Bäumen in den Gärten, wodurch Laubstellen unter den Gehölzen verloren gehen und damit verbunden Nahrungsquellen für die Tiere.
  • Rasenroboter, besonders bei einer Nutzung in der Nacht.
  • Straßenverkehr
  • Durch fehlende Nahrung, fehlender Lebensraum, fehlende Verstecke.

Hilfe

  • Pflanzen Sie Büsche und Bäume.
  • Verzichten Sie auf exotische Pflanzen und gefüllte Blüten, die keinen Nektar produzieren.
  • Anlegen und Erhalt von Wasserstellen.
  • Anlegen von Totholzhaufen.
  • Schaffung einer Strukturreichen Landschaft mit Gehaltsstreifen.
  • Holzhaufen für Oster- oder Hexenfeuer erst am Tag des Feuers aufschichten oder vor dem Anbrennen noch einmal umschichten.

Quellen, weitere Informationen und Tipps findet Ihr hier:

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