„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 1/2016 erschienen

Deckblatt

Neue Sichtweisen auf die Biotoppflege im zoologischen Artenschutz eröffnen die Ergebnisse zweier Pilotstudien an Zikaden in Thüringen. Die Ausführungen von Herbert Nickel et al. schlagen grundlegend eine übergreifende Optimierung der Naturschutzmaßnahmen vor. Wie weiterführend, neben den Zikaden als geeignete Indikatorgruppe, anhand von Wiesenbrütern, Reptilien und Amphibien dargestellt, verdoppelte sich die zoologische Artenvielfalt auf ganzjährig extensiv mit Heck-Rindern und Konik-Pferden beweideten Flächen bereits nach nur fünf Jahren, die Individuendichte stieg deutlich an – besonders in den wiedervernässten Bereichen. Welche Vorzüge und Möglichkeiten eine extensive Beweidung mit geeigneten Tierrassen bietet, wird detailliert dargestellt.

Jens Kramer thematisiert in seinem Beitrag die Wanstschrecke Polysarcus denticauda, für die Thüringen eine besondere Verantwortung trägt. Deren und die Vorkommen weiterer, seltener Heuschreckenarten wurden erfasst und ausgewertet. Die wertvollsten Lebensräume befinden sich in Schutzgebieten entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf langgrasigen Glatthaferwiesen mit hohem Anteil krautiger Pflanzen.

Christoph Unger et al. beschreiben die Wiederbesiedlung Südthüringens durch den Biber Castor fiber in den Kreisen Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen und Sonneberg. Seit dem ersten Nachweis im Kreis Hildburghausen im Jahr 2011 breitete sich die Art recht schnell im thüringisch-bayerischen Grenzbereich aus.

Andreas Martius erläutert einen fahrlässigen Verstoß gegen den Artenschutz durch den tödlichen Einsatz von Netzen. Karl-Friedrich Abe & Volker Bausch stellen die neue Ausstellung „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie – Das Grüne Band und die Biosphäre Rhön“ in der Gedenkstätte Point Alpha vor. Sabine Fritzlar & Juliane Balmer berichten über die Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Junge Ornithologen“ und Erwin Schmidt informiert über die ebenfalls neu gegründete Stiftung des Vereins Thüringer Ornithologen. Ein vom BUND Thüringen erfolgreich gesichertes Fledermauswinterquartier stellt Bettina Ermer vor.

Hinweise über neu erschiene Literatur zur Vogelwelt im Nationalpark Hainich sowie über den Nationalpark Hainich als Weltnaturerbe, über Eulen im Porträt und über Naturprojekte und Aktionen für Kinder und Jugendliche runden das Heft ab.

Seit 25 Jahren führt die TLUG die Herausgabe der Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ (LNT) fort, deren erstes Heft 2016 im inzwischen 53. Jahrgang nun vorliegt. Nach wie vor ist LNT als Mittler zwischen behördlichem und ehrenamtlichem Naturschutz unverzichtbar.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


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