Frießnitzer See


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Bedeutung

Was ist das Naturschutzgebiet Frießnitzer See – Struth?

1. Naturschutzgebiet (NSG)

Durch die Bundesländer werden Gebiete wegen ihrem hohen Wert für den Naturschutz streng geschützt. Dazu werden Rechtsverordnungen mit entsprechenden Behandlungsrichtlinien erlassen und Pflege- und Entwicklungspläne erstellt.
Unterschutzstellung 1995, Fläche 355 ha.

2. Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH)

Die Europäische Union verlangte von den Mitgliedsstaaten die Ausweisung von Gebieten für ein europäisches Schutzgebietssystem. Aufgrund ihres hohen naturschutzfachlichen Wertes werden bestehende NSG oft in dieses Netz integriert. Unseres wurde mit einer Fläche von 354 ha im Jahr 2000 als Nr. 146 an die EU gemeldet. Grundsätzlich darf damit das Gebiet nicht negativ verändert werden.

3. Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA)

Derartige Flächen dienen dem Schutz seltener und bedrohter Vogelarten, insbesondere Zugvögel, welche auf ihrer langen Reise auf sichere Nahrungs- und Rastplätze angewiesen sind. Es gilt das Veränderungsverbot wie im FFH-Gebiet. Die Aufnahme erfolgte 2007 als Nr. 40 und umfasst zusammen mit dem Gebiet Auma-Aue/Wolcheteiche eine Fläche von 843 ha.


Das Naturschutzgebiet

Das im nordwestlichen Bereich des Landkreises Greiz, in Ostthüringen, liegende Naturschutz- und FFH-Gebiet Nr.146, hat eine Größe von 355 Hektar. Es erstreckte sich über die Gemarkungen der Orte, Frießnitz, Großebersdorf, Struth, Birkhausen, Niederpöllnitz und Neundorf, in der Gemeinde Harth-Pöllnitz und Porstendorf, in der Gemeinde Triptis im Saale-Orla-Kreis.
Bei dem Gebiet “Frießnitzer See – Struth”, handelt es sich um das FFH-Gebiet Nr.146 und gleichzeitig ist es auch das Naturschutzgebiet 345.

Geographisch, liegt das Gebiet, am Südostrand der Saale-Sandsteinplatte, im Auslaugungsbereich des Zechsteins und am Nordrand des Schiefergebirges. Im Gegensatz zur ansonsten sehr waldreichen Saale-Sandsteinplatte stellen flachmuldige Senken wie die Struthniederung fast unbewaldete Offenlandschaften dar.

Die durch die NABU-Stiftung erworbene Fläche beträgt 22 Hektar, davon beträgt die Fläche des Frießnitzer Sees 8 Hektar. Durch die zahlreichen Gewässer, Verlandungsvegitationen, Moorbereiche und Grünlandflächen zeichnet sich das Schutzgebiet mit einer großen Vielfalt an Biotop-, Tier- und Pflanzenarten aus. Dadurch bietet es u.a. Lebensraum für Kammmolch, Schmale Windelschnecke, Wasserfledermaus, Fransenfledermaus, Bekassine, Moorfrosch, Hochmoor-Perlmuttfalter, Breitblättriges Knabenkraut, Weißes Schnabelried und Kriech-Weide. Der See ist umgeben von Röhrichten und Seggenrieden, Quellbereichen, Flachmooren, sowie Feucht- und Nasswiesen. Bei den Brutvögeln sind hier über 80 verschiedene Arten heimisch, vor allem Röhrichtbewohner, Wasservögel, Limikolen und Wiesenbrüter.
Der Frießnitzer See speist sich aus einem 40 Quadratkilometer großen Zuflussgebiet so wie dem Struthbach.

Der Birkhausener Teich, wird gespeist durch den Birkhausener Bach, welcher dann in den Struthbach übergeht, dieser speist den Frießnitzer See und wird dann zum Seebach, welcher oberhalb der Aumatalsperre in die Auma mündet.
Daten zu Persönlichkeiten, die in dem Gebiet aktiv waren.

  • Christian Ludwig Brehm
    • Geboren am 24. Januar 1787 in Schönau vor dem Walde.
    • Gestorben am 23. Juni 1864 in Renthendorf.
  • Alfred Edmund Brehm
    • Geboren am 02. Februar 1829 in Renthendorf.
    • Gestorben am 11. November 1884 in Renthendorf.
  • Prof. Karl Theodor Liebe
    • Geboren am 11. Februar 1828 in Moderwitz.
    • Gestorben am 5. Juni 1894 in Gera.
  • Dr. R. Müller
  • F. Heller
  • E. Völkel
  • K. Hirschfeld
  • J. Heyer
  • Hans Günter Baum
    • Geboren am 14. Mai 1952 in Gera.
    • Gestorben am 23. August 1997 in Frießnitz.

Warum das alles?

Wir wissen es alle, doch ignorieren wir es meistens: Vor unseren Augen gehen die Artenzahlen von Tieren und Pflanzen weiter rasant zurück. Schauen wir auf die Rote Liste Thüringens – also die traurige Auflistung schwindender Arten – so sehen wir, daß 35% der Vögel, 45% der Säugetiere, 81% der Fledermäuse und 52% der Lurche gefährdet sind. Aber nicht nur „höhere“ Tiere, auch die Kleinen sind betroffen: Über die Hälfte der Bock-, Blatt- oder Prachtkäfer, Bienen, Grabwespen oder Tagschmetterlinge, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Wo liegt der Wert?

Auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich, ist das Gebiet durch seine Vielfalt verschiedenster Biotope gekennzeichnet: Teiche, Kleingewässer, Feucht- und Nasswiesen, ehemalige Sandgruben, Flachmoore, Sumpf- und Moorwälder bieten ein reiches Mosaik an Lebensräumen. Nirgends im Landkreis gibt es solche großen Röhrichtgebiete wie hier. Und schließlich ist der Frießnitzer See ein historisch bekanntes Vogelparadies.

Wann entstand was?

Der Frießnitzer See ist mit einer Burgruine vergleichbar, sind doch erste Hinweise auf sein Bestehen bereits seit dem Hochmittelalter bekannt. Auch wurde im Laufe der Jahrhunderte seine Gestalt vielfach verändert. Der hohe Sedimenteintrag des Buntsandsteins führte zu einer wechselnden Verlandung/Entschlammung, Vergrößerung/Verkleinerung und schließlich Dammaufschüttung, so dass der „See“ eigentlich ein Teich wurde – ein von Menschenhand geschaffener Biotop. Sein hoher Wert für die Natur wurde früh erkannt und schon im 19. Jahrhundert botanisch und ornithologisch untersucht, wobei die Ornithologie zu dieser Zeit vor allem mit der Flinte betrieben wurde. Erwähnt seien hier der „Vogelpastor“ Christian Ludwig Brehm, der Vater des berühmten Alfred Brehm, und Karl Theodor Liebe. In der DDR wurde am See eine Entenmast eingerichtet mit den negativen Folgen hoher Eutrophierung. Auch die Vegetation unterlag vielfältigen Veränderungen. So verhinderte die Trinkwasserzone im Verlandungsbereich lange Jahre eine wirkungsvolle Beweidung. Vor und nach der deutschen Wiedervereinigung hatte sich der Frießnitzer
Ornithologe Hans Günter Baum für das Gebiet eingesetzt und seine Unterschutzstellung voran getrieben. In den letzten Jahren wurden u. a. erfolgreich Schilf eingebracht und neue Kopfweiden gesteckt. In all der Zeit ist der See/Teich ein Hotspot der Ornithologie in Thüringen und ein Mekka für Birdwatcher geblieben, die heute das Spektiv anstatt der Flinte zum Einsatz bringen.
Mit der 2013 erfolgten Entschlämmung und einer extensiven Beweidung wird eine erhebliche Verbesserung des Biotopwertes, nicht nur für Vögel, zu erwarten sein.

Was ist zu beachten?

Sie befinden sich an der Markierung auf der Karte. Weitere Info-Tafeln zu Arten und Lebensräumen sind entlang der Wege zu finden. Ein Fernglas ist nützlich. Der Aussichtsturm befindet sich am Südufer. Wir bleiben auf den Wegen und halten Hunde an der Leine. Wir lärmen nicht und lassen keinen Abfall liegen. Pflanzen pflücken wir nicht und Tiere werden nicht gestört.
Für die leibliche Stärkung vor oder nach der Wanderung können die Gaststätten in Frießnitz und Mittelpöllnitz vorzüglich empfohlen werden.


Karte des Naturschutzgebietes


Das Spiel – die Homepage

Auf den 10 Info-Tafeln um den See befinden sich je eine Frage, deren Antwort einen Teil des Lösungswortes darstellt. Dieses ist zugleich das Passwort für die hier gesperrten Seiten und so einen Anreiz darstellen den See zu besuchen und sich näher mit den Tafeln zu befassen.
Die Homepage bietet neben diesem Überblick über das NSG umfangreiche Informationen und Fotografien zu den darin beheimateten Arten.

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