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Aktuelles


Nächste öffentliche Vorstandssitzung

(19.04.2017)

Die nächste öffentliche Vorstandssitzung wird am Montag, den 24. April 2016 um 19.00 Uhr in der Gaststätte „Museumsstuben“ in der Greizer Straße 37-39, 07545 Gera, stattfinden.

Die vorläufige Tagesordnung lautet wie folgt:

  • TOP 1 Begrüßung
  • TOP 2 Ablauf der ornitholog. Wanderung am 29.04.2017 um 9 Uhr am Frießnitzer See
  • TOP 3 Stellvertretung für das Mitglied Scholz, Mario im Naturschutzbeirat der Stadt Gera
  • TOP 4 Themen für das Netzwerktreffen “Umwelt und Naturschutz im Raum Gera” (Mittwoch, d. 26.04.2017 ab 19 Uhr in den Räumen des Kulturbundes Gera, Greizer Str. 39 in Gera)
  • TOP 5 Anfrage des Umweltverein Grünes Haus Gera e.V. - wg. Teilnahme am Umweltfest zum Umwelttag am Sonnabend, 10.06.2017 von 10 Uhr bis 14 Uhr / 15 Uhr in “Geras Neuer Mitte” (Museumsplatz / Platz vor dem KuK)
  • TOP 6 Erfahrungen/ Ausblicke "Pflegemaßnahmen Wechselkrötenbiotop Hirschfeld" im März 2017
  • TOP 7 Auswertung Vortrag Greifvogelverfolgung in Gera
  • TOP 8 Sonstiges
    • sonstige Informationen der Vorstandsmitglieder
    • Informationen, Fragen, Anregungen von Gästen

Einladung zur Sitzung / Tagesordnungspunkte


Stimmen Sie bis 2. Mai für eine bessere Agrarpolitik!

(11.04.2017)

Intensive Landwirtschaft
Foto: Leo/fokus-natur.de

Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

die industrielle Landwirtschaft ist die größte Bedrohung für unsere heimische Natur. Sie vernichtet den Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten. Und sie gefährdet durch den massiven Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln auch unsere eigenen Lebensgrundlagen. Wir haben jetzt die einmalige Chance, die hierfür verantwortliche EU-Agrarpolitik zu ändern! Daher wende ich mich heute persönlich an Sie und bitte Sie um Ihre Hilfe:

Geben Sie unter www.nabu.de/abstimmen Ihr JA für eine bessere Agrarpolitik
Retten Sie mit uns die Artenvielfalt Europas!

Wir wollen, dass Landwirte besonders unterstützt werden, wenn sie naturschonend wirtschaften. Doch bisher werden fast 60 Milliarden Euro Steuergelder pro Jahr überwiegend nach Größe der Betriebe verteilt. Die Folgen sind fatal: Durch die immer intensivere Bewirtschaftung der Flächen drohen Rebhuhn und Feldhamster auszusterben und die Bestände von Wildbienen und Schmetterlingen gehen massiv zurück. Das Grundwasser ist zunehmend mit Nitrat belastet und in unseren Lebensmitteln finden sich Rückstände von Pestiziden wie Glyphosat. Diese Situation besorgt mich sehr, denn wir tragen eine Verantwortung für zukünftige Generationen. Ich bin der Überzeugung: Landwirte, Verbraucher und Natur haben eine bessere Landwirtschaftspolitik verdient.

Noch bis zum 2. Mai 2017 sind alle EU-Bürgerinnen und -Bürger aufgerufen, online über eine Reform der EU-Agrarpolitik abzustimmen. Ich bitte Sie daher herzlich: Helfen Sie uns, bei den verantwortlichen Politikern ein starkes Zeichen für die Natur zu setzen! Geben Sie gemeinsam mit Naturfreunden in ganz Europa jetzt unter www.nabu.de/abstimmen Ihr JA für eine bessere Landwirtschaft.

Ich würde mich sehr freuen, wenn dieses Anliegen auch Deine / Ihre Unterstützung erfahren würde!

Euer / Ihr Christian Unselt
NABU-Vizepräsident


NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Charitéstraße 3
10117 Berlin
www.nabu.de


Umweltverbände starten Online-Aktion zur EU-Agrarpolitik

Zukunft der europäischen Landwirtschaft entscheidet sich jetzt - NABU zeigt dramatischen „Ausverkauf“ der Landschaft
(08.04.2017)

NABU-Pressemitteilung | Nr. 39/17 | 5. April 2017

Berlin – Die Verbände BUND, DNR, NABU und WWF setzen bei der Diskussion um die künftige EU-Agrarpolitik auf eine echte Bürgerbeteiligung. Mit Hilfe eines praktischen Online-Tools sollen alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, sich direkt an die EU-Kommission zu wenden, um einer Forderung nach einer verantwortungsbewussten Landwirtschaft Nachdruck zu verleihen.

Die Verbände fordern von EU-Agrarkommissar Phil Hogan einen drastischen Kurswechsel bei den milliardenschweren Agrarsubventionen, die immerhin 38 Prozent des EU-Haushalts ausmachen. Sie kritisieren, dass der Großteil der landwirtschaftlichen Fördergelder in pauschale, flächenbezogene Agrarsubventionen fließt. Dies zwinge die Landwirte zu immer intensiveren Produktionsmethoden, die erhebliche Schäden an Natur und Umwelt verursachen. Eine neue Landwirtschaftspolitik ab 2020 müsse fair zu Landwirten und Verbrauchern, ökologisch nachhaltig und global verantwortungsvoll ausgerichtet sein. Die Verbände fordern daher eine gezielte Förderung von Leistungen der Agrarbetriebe zum Beispiel im Naturschutz. Eine verbesserte Tierhaltung müsse unterstützt und aktiv vorangetrieben werden sowie der Einsatz von weniger Pestiziden und Düngemitteln. Wer die Forderungen der Umweltverbände unterstützt, kann sich ab heute daher in einem vereinfachten Verfahren auf der Internetseite www.nabu.de/abstimmen an Brüssel wenden. Im Februar hatte die EU-Kommission die öffentliche Befragung zur Zukunft der Agrarpolitik nach 2020 gestartet. Diese Befragung läuft noch bis zum 2. Mai.

Mit aufrüttelnden Motiven zeigt der NABU, wie dramatisch der „Ausverkauf“ der Landschaft, der Artenvielfalt und unserer Ernährungsgrundlagen ist. So ist der Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft mitverantwortlich für das massive Insektensterben. Rückstände von Pestiziden landen über die Lebensmittel auch auf unseren Tellern. Ein Apfel wird im konventionellen Obstanbau beispielsweise durchschnittlich 32 Mal vor der Ernte mit Pestiziden bespritzt. Besonders dramatisch ist der Mangel an Nahrung und Lebensraum in der Agrarlandschaft auch für das Rebhuhn. Seine Bestände sind in den letzten 25 Jahren um 94 Prozent zurückgegangen, heute ist der ehemals typische Agrarvogel nahezu ausgerottet.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Die Situation in der Agrarlandschaft ist alarmierend. Wir brauchen endlich eine neue, faire und umweltfreundliche EU-Agrarpolitik. Ziel muss es sein, den Pestizideinsatz einzudämmen und die Artenvielfalt auf Äckern zu fördern. Das schützt nicht nur die Insekten, Rebhuhn, Feldhamster und Co., sondern käme auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern zugute, die eine giftfreie und lebenswerte Umwelt wünschen. Leider bremst Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bislang alle Reformansätze für die dringend notwendige Agrarreform aus. Genau wie der Deutsche Bauernverband beharrt er alleine auf dem Status Quo der bedingungslosen Pauschalzahlungen nach dem Prinzip Gießkanne. „Davon profitieren vor allem die großen, intensiv wirtschaftenden Betriebe – und schaden der Natur und dem Steuerzahler. Wir als NABU sagen: Geben auch Sie Ihr JA für eine bessere Landwirtschaft für Mensch und Natur!“

NABU-Link zur Online-Aktion „Gib Dein JA für eine bessere Landwirtschaft“: www.nabu.de/abstimmen
Mehr Infos und NABU-Modell für eine alternative EU-Agrarförderung: www.nabu.de/agrarreform2021

Für Rückfragen:
Konstantin Kreiser, NABU-Leiter EU-Naturschutzpolitik, Tel. +49 (0)172-4179730, E-Mail: Konstantin.Kreiser@NABU.de


NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de


Frießnitzer Wasserbüffel haben neues Türschild für ihren Unterstand

OTZ-Beitrag vom 6. April 2017
(07.04.2017)

Tafel wurde mit Nabu-Logo angebracht. Präsident des größten deutschen Naturschutzverbandes am Frießnitzer See.

Nabu Präsident Olaf Tschimpke (von links nach rechts), im Gespräch mit Lutz Wolfram, Ingo Eckardt vom Nabu Kreisverband Gera-Greiz und dem Landesvorsitzenden Mike Jessat, besucht Naturschutzgebiet Frießnitzer See. Der Frießnitzer See ist besonders für seine artenreiche Vogelwelt bekannt. Seit 2011 bewahrt die NABU-Stiftung im Landkreis Greiz den acht Hektar großen Frießnitzer See und seine Umgebung, insgesamt 22,2 Hektar, für die Natur. Um die Artenvielfalt dort zu erhalten, ließ die NABU-Stiftung den See im Rahmen eines Revitalisierungsprojektes aufwendig sanieren. Auch Wasserbüffel wurden hier angesiedelt.
Foto: Peter Michaelis

Frießnitz. Etwa 20 Tiere leben am Frießnitzer See. Ihr Areal ist ungefähr 21 Hektar groß und bietet reichlich Nahrung, rohfaserreiche Pflanzen, zum Beispiel Schilf und Disteln. Wasserbüffel können bis zu 200 Kilogramm auf die Waage bringen und über 60 Stundenkilometer erreichen. An diesem Tag lagen sie friedlich im Gras oder haben sich auf dem Gelände sattgefressen, als ihr Stall ein neues Türschild bekam. Weithin ist seitdem das Nabu Logo mit dem Weißstorch darauf zu sehen. Diese Vogelart hat hier noch nicht gebrütet. Nisthilfen sind aber da.

Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes in Deutschland, kam an diesem Tag angereist. Der Chef überzeugte sich zugleich, was aus dem Areal geworden ist. "Hier hat sich ein wunderbares Vogelparadies entwickelt, das seinesgleichen sucht", stellte er fest. Bekassine, Blau- und Schwarzkehlchen, Rohrammer, Reiher- und Tafelenten sind zu entdecken, meist mit Fernglas. 80 verschiedene Brutvogelarten haben längst ihren Platz gefunden. Umgeben ist der Frießnitzer See von verschiedenen Gräsern und Pflanzen. Seit 2011 bewahrt die Nabu-Stiftung im Landkreis Greiz den acht Hektar großen See und seine Umgebung, insgesamt 22 Hektar.

"Die Werbeschilder sind wichtig, um die Leute auf unser Revitalisierungsprojekt aufmerksam zu machen", sagte Ingo Eckardt. Er engagiert sich seit 1991 im Naturschutzbund und ist im Nabu-Ortsverein Zeulenroda. Die wissenschaftliche Vogelberingung gehört zu einer der Aktivitäten des heute 50-Jährigen. Bei der Naturschutzjugend ist er als Gruppenleiter tätig. Er organisiert die Ornithologen-Camps auf Landesebene.

Eine intakte Umwelt zu bewahren

Das nächste ist vom 21. bis 23. April in Plothen. Die Begegnung mit Olaf Tschimpke war auch nicht ganz zufällig. Der Zeulenrodaer Ingo Eckhardt wurde im September vergangenes Jahres für sein Umwelt-Engagement in Berlin geehrt. Die Auszeichnung beinhaltete nicht nur ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro, sondern auch einen Tag mit einem nationalen Jury-Mitglied. Eckardt entschied sich für ein Treffen mit dem Präsidenten des Naturschutzbundes. Mit ihm war er vor dem Besuch in Frießnitz auch im Leutratal bei Jena. Dort stellt der 50-Jährige das Naturerlebnishaus vor, bei dessen Aufbau er mitgeholfen hat. Eine intakte Umwelt für die Nachwelt zu bewahren, ist ein Wunsch von Eckardt. Er hofft, dass mit Frießnitzer See/Struth so eine Natur-Oase erhalten werden kann.“

Ilona Berger / 06.04.17


Text- und Bildquelle

OTZ-Beitrag vom 6. April 2017: Frießnitzer Wasserbüffel haben neues Türschild für ihren Unterstand


Beispielhaftes Engagement für die Artenvielfalt

NABU-Präsident Olaf Tschimpke besucht den Frießnitzer See
(05.04.2017)

NABU Thüringen-Pressedienst

Einer der Gründe für den Besuch von Olaf Tschimpke war die Würdigung von Ingo Eckardt, dem Thüringer Preisträger der Initiative „HelferHerzen – Der dm-Preis für Engagement“.

04. April 2017 - Der Frießnitzer See im Landkreis Greiz ist besonders für seine artenreiche Vogelwelt bekannt. Seit 2011 bewahrt die NABU-Stiftung im Landkreis Greiz den acht Hektar großen Frießnitzer See und seine Umgebung, insgesamt 22,2 Hektar, für die Natur. „Hier hat sich ein wunderbares Vogelparadies entwickelt, das seines Gleichen sucht“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke am vergangenen Freitag während seiner Frühjahrsreise, die ihn unter anderem an den Frießnitzer See führte.

Einer der Gründe für den Präsidentenbesuch war die Würdigung von Ingo Eckardt, einem Vorstandsmitglied des NABU Gera-Greiz und Gruppenleiter der Naturschutzjugend Thüringen. Ingo Eckardt wurde 2016 von
der Initiative „HelferHerzen – Der dm-Preis für Engagement“ als Preisträger für sein Engagement im Bereich Umweltbildung und Artenschutz in Thüringen ausgezeichnet. „Wir haben in die Entwicklung des Frießnitzer Sees eine Menge Herzblut hineingesteckt. Von unserem Beobachtungsturm aus kann man das ganze Jahr über gut die Vogelwelt beobachten“, schwärmt Ingo Eckardt.
In dem Gebiet brüten unter anderem Bekassine, Kiebitz, Blau- und Schwarzkehlchen, Teich-, Drossel- und Sumpfrohrsänger, Rohrammer, Rohrweihe, Hauben- und Zwergtaucher, Stock-, Reiher- und Tafelenten. Um die Artenvielfalt am Frießnitzer See zu erhalten, ließ die NABU-Stiftung den See im Rahmen eines Revitalisierungsprojektes aufwendig sanieren. Wasserbüffel beweiden dort die Verlandungszonen und es ist ein großes Wasser- und Feuchtwiesenbrüterbiotop entstanden. „Ohne unsere vielen ehrenamtlichen Helfer könnten wir solche Projekte nicht stemmen. Ingo Eckardt ist ein gutes Beispiel für unermüdliches freiwilliges bürgerschaftliches Engagement“, erklärt der NABU-Präsident.

Der NABU Gera-Greiz nutzte den Besuch von Olaf Tschimpke um eine 3 Meter lange und 1,5 Meter hohe Tafel am Büffelstall mit dem NABU-Logo einzuweihen. Die Tafel soll in Zukunft weithin sichtbar auf das NABU-Projekt am Frießnitzer See aufmerksam machen.

Hintergrund:

Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Naturschutzjugend und im NABU wurde Ingo Eckardt aus Zeulenroda-Triebes als nationaler Preisträger für Thüringen der Sozialinitiative „HelferHerzen“ ausgezeichnet. Ihm ist es zum Beispiel zu verdanken, dass es seit über 20 Jahren die erfolgreichen Ornicamps für Kinder, Jugendliche und Familien, der Naturschutzjugend (NAJU) Thüringen gibt. Weiterhin beteiligt sich Ingo Eckardt am Aufbau des NaturErlebnisHauses im Leutratal, führt Artenschutzmaßnahmen im Landkreis Greiz vor allem auch am Frießnitzer See durch und ist als Beringer aktiv.


Jürgen Ehrhardt
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
NABU Thüringen e.V.
E-Mail: Juergen.Ehrhardt@NABU-Thueringen.de
thueringen.nabu.de


Textquelle


Aktiv im Verband!

(24.03.2017)

Liebe Mitglieder,

viel ist erreicht worden in den letzten Jahren und der Kreisverband Gera-Greiz hat sich stabilisiert. Trotzdem: Wir überaltern und sind immer noch zu wenig Aktive.

Da es uns als Vorstand nicht möglich ist, jedes Mitglied aufzusuchen und um Mitarbeit zu bitten, hier nochmals unser Appell: Wer mehr tun möchte, als nur Beitrag zu bezahlen, der melde sich!

Niemand wird verpflichtet und je nach Eignung und Interesse kann sich jeder Mann/Frau/Kind einbringen.

Der Vorstand


NABU zeigt Flagge am Frießnitzer See

(20.03.2017)

Mit gefälligem Interesse betrachten die Wasserbüffel ihr neues Türschild. Auch die den Offenstall ebenfalls bewohnenden Dohlen dürften mit der Anbringung des offiziellen NABU-Logos einverstanden sein. Weitere Untermieter sind herzlich willkommen, besonders erfreulich wäre der Zuzug des Wappenvogels auf der nebenan noch unbewohnten Nisthilfe.


Fotos: Olaf Hasselbacher, NABU Gera-Greiz e.V.


Neues von den Wanderfalken im Kirchturm St. Johannis zu Gera

(15.03.2017)

Reiner Rathmann hat am Einflug des Wanderfalken-Nistkastens im Kirchturm der Kirche St. Johannis in Gera das Wanderfalkenpaar, welches, salopp gesagt, scheinbar gerade über dem Eierlegen ist, beobachtet und uns dankenswerterweise die abgebildeten Fotos zugesandt. Dank des Engagementes der Kirchgemeinde und des NABU, die gemeinsam einen Brutplatz schufen, kann die Stadt Gera nun auch diese seltene und faszinierende Greifvogelart als heimisch verzeichnen, was vor wenigen Jahren noch undenkbar war.


Zweiter Arbeitseinsatz in Hirschfeld

(14.03.2017)

Am 11. März wurde in Hirschfeld der fast 300 m lange Amphibienschutzzaun an der Kreisstraße K 5 aufgebaut. Zeitgleich wurde am Wechselkröten-Laichgewässer, welches grundhaft saniert wird, weitergearbeitet. Dankbar nahmen die NABU-Aktiven die Hilfe von vier aus Syrien stammende jungen Männern, die mithelfen wollten, an. Rabah Amad, Khaled Ashami, Kor Ali Abd Alamanan und Ali Aboudabousa vom Geraer Verein Akzeptanz e.V. packten kräftig zu und ermöglichten es, daß alle Vorbereitungsarbeiten für das Verlegen der Teichfolie abgeschlossen werden konnten.

Der dritte und vorerst letzte Arbeitseinsatz in Hirschfeld findet am 18. März ab 9.00 Uhr statt. Helfer sind willkommen!


Gentechnik-Newsletter Thüringen I/2017

(11.03.2017)

Gestern erschien die erste Ausgabe des Gentechnik-Newsletters 2017, welcher vom Thüringer Ökoherz e.V. und dem Förderverein Deutsches Bienenmuseum Weimar e.V. herausgegeben wird.

Der Thüringer Ökoherz e.V. wünscht Ihnen eine spannende und aufschlussreiche Lektüre!


Gentechnik-Newsletter Thüringen I/2017


Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes Gera-Greiz im Gebiet Frießnitzer See

OTZ-Beitrag vom 04. März 2017
(08.03.2017)

Gehölze verschnitten, Weidezaun umgesetzt, Müll beräumt: Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes Gera-Greiz im Gebiet Frießnitzer See.

Ein junger Helfer beim Arbeitseinsatz in Frießnitz.
Foto: Lutz Wolfram

Frießnitz. Naturfreunde sind kürzlich dem Aufruf des Naturschutzbundes (Nabu) Gera-Greiz gefolgt und beteiligten sich am Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet Frießnitzer See. Die ortsansässigen Harth-Pöllnitzer erhielten tatkräftige Unterstützung aus Gera, Zeulenroda und Greiz. Besonders fleißig half der Naturschutznachwuchs, beseitigte altes Laub und beräumte den Müll rund um den Aussichtsturm am Seeufer.

Die etwas älteren verschnitten unterdessen verschiedene Gehölze und setzten einen Weidezaun um. Dies war erforderlich, weil die Wasserbüffel, auf ihrem Weg zu den "Grasmäharbeiten" den Damm des Struthbaches zum See in Mitleidenschaft gezogen hatten. Ist diese Form der Bodenbearbeitung an anderer Stelle im Naturschutzgebiet ausdrücklich erwünscht, um die Landschaft für bodenbrütende Vögel und andere Offenland bevorzugende Tiere freizuhalten, bleibt ein Damm ein Damm und hat die wichtige Funktion, das Bett des Baches zu begrenzen und den unkontrollierten Abfluss des Bachwassers in den See zu verhindern. Und da mit den Büffeln naturgemäß kein Arbeitsgespräch zu führen ist, wurde ihnen mit dem Umsetzen des Zaunes der Weg zum Damm kurzerhand abgeschnitten. Hier packten kräftige Männer an und die Arbeit konnte fachmännisch zum Abschluss gebracht werden.

Ein erfolgreicher Arbeitseinsatz, der zeigt, wie vielfältig Naturschutzarbeit ist, der nachweist, wie jeder, der Freude an einer solchen Betätigung hat, sich nach seinen Möglichkeiten einbringen kann und der einmal mehr die wirksame Verknüpfung des Naturschutzgebietes Frießnitzer See mit dem Nabu Gera-Greiz deutlich macht.

Die Ergebnisse der Naturschutzarbeit lassen sich bei der nächsten öffentlichen Führung mit dem Schwerpunkt "Ornithologisch betonte Wanderung vom Beobachtungsturm bis zum Wasserbüffelstall" am Samstag, dem 29. April anschauen.“

Lutz Wolfram / 04.03.17


Text- und Bildquelle

OTZ-Beitrag vom 4. März 2017: Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes Gera-Greiz im Gebiet Frießnitzer See


„Naturschutz geht uns alle an“

OTZ-Beitrag vom 25. Februar 2017
(08.03.2017)

Naturschützer setzen sich für nachhaltigen Umgang mit bedrohten Tierarten und Lebensräumen ein.

Auch die schwindende Population an Steinkäuzen in Ostthüringen bereitet den Naturschützern der Nabu-Ortsgruppe Zeulenroda Sorgen. Um dieses und weitere wichtige Projekte vorantreiben zu können, benötigt der Verein auch in Zukunft engagierte Mitglieder.
Archivfoto: Eckhard Jüngel

Zeulenroda-Triebes. Neues Jahr, neuer Kampf für den Naturschutz – so die einhellige Meinung der Mitglieder im Naturschutzbund (Nabu) der Ortsgruppe Zeulenroda-Triebes. Gut, das Jahr 2017 ist zwar schon knapp zwei Monate alt, die Probleme und Themenfelder sind aber oft die gleichen wie in der Vergangenheit. Und auch der unermüdliche Einsatz der im Kreisverband Gera-Greiz knapp 300 eingetragenen Naturschützer reißt nicht ab.

Vor allem um Nachhaltigkeit geht es bei ihrem Engagement für Mensch und Natur, bestätigt Nabu-Mitglied Eckhard Titz. Auch in diesem Jahr steht die Pflege von Feuchtwiesen und Streuobstwiesen der Region im Vordergrund, die nachgepflanzt werden müssen, um so den bedrohten Lebensraum beispielsweise von Steinkäuzen zu sichern. Schutztürme für bedrohte Vogelarten sollen entstehen, Teiche und Gewässer wie der Frießnitzer See sollen weiterhin - extensiv bewirtschaftet werden, und auch fachlich ist man gewillt, den Naturschutzbehörden künftig intensive Unterstützung anzubieten.

Im Rahmen ihrer fachkundigen Vortragsreihe, erstellt die Nabu-Ortsgruppe Zeulenroda jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm, um interessierten Besuchern die Möglichkeit zu geben, mehr über aktuelle Problemfelder zu erfahren, ausgewählte Schutzgebiete kennenzulernen oder einfach um Fragen zu stellen und - Antworten zu erhalten.

Gemeinsam stark machen für Natur und Mensch

All das funktioniert aber nur, wenn sich auch jedes Mitglied eigenverantwortlich einbringt und aktiv an der Gestaltung des Naturschutzbundes interessiert ist, gibt Eckhard Titz mit auf den Weg. Hier ist seiner Meinung nach noch mehr Initiative - gefragt, damit der Wirkungsgrad des Vereins vergrößert werden kann sowie der Einfluss auf politische Entscheidungen steigt. Schließlich sei es das gemeinsame Ziel aller Unterstützer, sich für bedrohte Tierarten und deren gefährdete Lebensräume stark zu machen. Dass sich der Einsatz lohnt, zeigen die bereits erfolgreich angeschobenen Großprojekte. So konnte der Frießnitzer See in umfangreichen Arbeiten revitalisiert werden oder der Bestand an Wechselkröten durch die Erschließung neuer Laichgewässer und einer breiten Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden.

"Aufgrund von Unwissenheit realisieren viele Menschen gar nicht, welchen Schaden unachtsames Verhalten in der Natur zur Folge haben kann", mahnt Titz. Um jene Unwissenheit und im schlimmsten Fall irreparable Schäden zu vermeiden, schreiben sich Eckard Titz sowie die Mitglieder der Ortsgruppe Zeulenroda auch auf die Fahnen, die Leute besser zu informieren und Aufklärung zu leisten. "Was man nicht kennt, das vermisst man auch nicht", beschreibt Titz das Dilemma vieler bedrohter Tierarten. "Naturschutz geht uns alle an, und die Auswirkungen haben letztlich auch alle zu tragen", so sein Appell. Am 14. März findet im Ratskeller von Zeulenroda der nächste Vortrag zum Thema "Mongolei" statt.“

Christoph Dolata / 25.02.17


Text- und Bildquelle

OTZ-Beitrag vom 25. Februar 2017: „Naturschutz geht uns alle an“


Nistkastenkontrolle im Greizer Park

(06.03.2017)

Am 25. Februar 2017 kontrollierten und reinigten NABU-Aktive im Greizer Park Dutzende Nistkästen. Dabei wurden die Hinterlassenschaften früherer Bewohner, so auch ein Hornissennest und ein verlassenes Kohlmeisengelege sowie alte Nester entfernt. Dies ist notwendig, um den Parasitenbefall gering zu halten. Die Gruppe, die sich über neue Mitstreiter freuen würde, trifft sich jeden dritten Freitag im Monat zum Stammtisch in der Gaststätte „Glück auf“.

Bei Interesse stehen Torsten Franke (green-t.franke@web.de) und Marianne Soerensen (mariannems@yahoo.com) als Kontaktpersonen zur Verfügung.


Erfolgreicher Arbeitseinsatz für die Hirschfelder Wechselkröten am 4. März

(05.03.2017)

Am Samstag, den 4. März 2017, fand der 1. Arbeitseinsatz des NABU Gera-Greiz e.V. zur Biotoppflege in Hirschfeld statt. Ein kleiner Tümpel, der der seltenen Wechselkröte, aber auch dem Laubfrosch als Laichgewässer dient, wurde entkrautet, vom Aufwuchs befreit und damit dem Gewässer zur neuer Vitalität verholfen. Zwölf Helfer erklärten sich bereit, bei herrlichstem Frühlingswetter kräftig mit anzupacken.

Über die Hälfte dieser wichtigen Arbeiten sind geschafft – für den übrigen Teil suchen wir für den kommenden Samstag, den 11. März, erneut Helfer; erneut von 9 bis 12 Uhr. Erst danach kann eine Folie eingebracht werden, um das für Laich und Kaulquappen überlebenswichtige Wasser ganzjährig zu halten.

An diesem Samstag soll auch der Krötenzaun gesetzt werden. Wir freuen uns über jede helfende Hand!
Zieladresse fürs Navigationsgerät: 07554 Hischfeld, Hirschfeld Nr. 2


Für Rückfragen:
Annett Scholz
Tel.: 03 65 / 42 08 97 0


Alle helfen mit – 1. Arbeitseinsatz des NABU Gera-Greiz e.V. 2017

(23.02.2017)

Die Tage werden länger, die Sonne schleckt mit ihren wärmenden Strahlen die letzten Schneereste weg und die Natur erwacht zu neuem Leben. Auch die Menschen werden aktiv, besonders die Naturfreunde, die am Sonnabend, den 18. Februar 2017, dem Aufruf des NABU Gera-Greiz gefolgt sind und am Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet Frießnitzer See teilnahmen. Die ortsansässigen Harth-Pöllnitzer erhielten tatkräftige Unterstützung aus Gera, Zeulenroda und Greiz. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, half besonders fleißig der Naturschutznachwuchs, beseitigte altes Laub und beräumte den Müll rund um den Aussichtsturm am Seeufer. Dafür ein respektvolles Dankeschön!

Die etwas älteren Naturfreunde verschnitten unterdessen verschiedene Gehölze und setzten einen Weidezaun um. Dies war erforderlich, weil die tierischen Naturschützer, die Wasserbüffel, auf ihrem Weg zu den „Grasmäharbeiten“ den Damm des Struthbaches zum See in Mitleidenschaft gezogen hatten. Ist diese Form der Bodenbearbeitung an anderer Stelle im Naturschutzgebiet ausdrücklich erwünscht, um die Landschaft für bodenbrütende Vögel und andere Offenland bevorzugende Tiere freizuhalten, bleibt ein Damm ein Damm und hat die wichtige Funktion, das Bett des Baches zu begrenzen und den unkontrollierten Abfluss des Bachwassers in den See zu verhindern. Und da mit den Büffeln naturgemäß kein Arbeitsgespräch zu führen ist, wurde ihnen mit dem Umsetzen des Zaunes der Weg zum Damm kurzerhand abgeschnitten. Hier packten kräftige Männer an und die Arbeit konnte entsprechend fachmännisch zum Abschluss gebracht werden.

Ein erfolgreicher Arbeitseinsatz, der zeigt, wie vielfältig Naturschutzarbeit ist, der nachweist, wie jeder, der Freude an einer solchen Betätigung hat, sich nach seinen Möglichkeiten einbringen kann und der einmal mehr die wirksame Verknüpfung des Naturschutzgebietes Frießnitzer See mit dem NABU Gera-Greiz deutlich macht.

Wer sich die Ergebnisse der Naturschutzarbeit vor Ort und die vielfältige zu jeder Jahreszeit reizvolle Landschaft des Naturschutzgebietes Frießnitzer See selbst anschauen möchte, dem sei die nächste öffentliche Führung mit dem Schwerpunkt „Ornithologisch betonte Wanderung vom Beobachtungturm bis zum Wasserbüffelstall“ am 29. April 2017 empfohlen.


Text und Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.


Die Wanderfalken in Gera

(13.01.2017)

Am 12. Januar montierten Andreas Kastl und Torsten Pröhl in der Kirche St. Johannis in Gera an den dort im März 2016 eingebauten Wanderfalkenkasten außen noch ein Sitzholz an, um die Gefahr des Absturzes der Jungvögel im Bettelflugalter zu reduzieren. Reiner Rathmann hat, wie immer, für aussagekräfige Fotos gesorgt. Er konnte beide Altvögel mit Beute auf den Turmzinnen sichten.

Die Kirche St. Johannis in Gera eignet sich hervorragend für die Wanderfalkenbeobachtung, ohne zu stören. Das Quartier ist auch für die Falken vollkommen sicher. Denn eventuell aufmerksam werdende Dritte, können den Falken hoch oben in der Kirche nichts anhaben. Die Vögel zeigen sich gegenüber Menschen unten auf der Straße völlig unbeeinflußt. Hoffen wir auf eine erfolgreiche Brutsaison 2017!

Mehr zu dieser faszinierenden Art finden Sie unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/1971-wanderfalke/


„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Sonderheft 2016 erschienen

Invasive gebietsfremde Tiere und Pflanzen in Thüringen – Welche Arten bedrohen unsere heimische Natur?
(27.12.2016)

Deckblatt

Jeder, der nach Australien fliegt, wird schon bei der Ankunft am Flughafen merken, wie ernst man die Bedrohung der heimischen Lebewelt durch eingeschleppte Organismen dort nimmt. Aber auch in Thüringen spielen invasive gebietsfremde Arten, das sind Tier- und Pflanzenarten, die unter Mitwirkung des Menschen zu uns gelangt sind, eine bedeutende Rolle als Gefährdungsfaktor der biologischen Vielfalt.

Aufgrund dessen greift die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie deshalb in Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat für Arten- und Biotopschutz das Thema nach 2006 erneut auf. Die Autoren listen die in Thüringen als invasiv bzw. potenziell invasiv eingestuften Arten auf und bewerten ihr Gefährdungspotential. Es werden Empfehlungen zu Vorsorgemaßnahmen, Kontrolle und Bekämpfung gegeben. Ausführliche Darstellungen der derzeit zwölf gebietsfremden Tier- und 17 Pflanzenarten, von denen eine akute Gefährdung der biologischen Vielfalt ausgeht, folgen.

Das Spektrum der beschriebenen Tierarten reicht von bekannten Arten wie Waschbär, Regenbogenforelle und Spanischer Wegschnecke bis hin zu Mink, Chinesischer Teichmuschel und Marmorkrebs. Zu den invasiven Pflanzenarten gehören Riesen-Bärenklau, Kanadische Goldrute und Japanischer Staudenknöterich ebenso wie Eschen-Ahorn, Kaukasus-Fetthenne und Kanadische Wasserpest. Steckbriefhafte Beschreibungen und viele Fotos geben für jede Art eine Übersicht über Herkunft und Ausbreitung, Gefährdung der heimischen Natur sowie mögliche Maßnahmen des Naturschutzes. Darüber hinaus werden elf potenziell invasive gebietsfremde Tier- und 24 Pflanzenarten vorgestellt. Von diesen liegen begründete Annahmen vor, dass sie eine Gefährdung der biologischen Vielfalt Thüringens darstellen. Diese Arten bedürfen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die heimische Natur zukünftig einer besonderen Beobachtung.

Der aus Sicht des Naturschutzes zu empfehlende Umgang mit invasiven und potenziell invasiven Arten kann sehr unterschiedlich sein. Der Schwerpunkt muss in den meisten Fällen auf einer Vorbeugung liegen, d. h. einer vorausschauenden Vermeidung der Einführung und weiteren Ausbreitung. Hierzu zählen die Verhinderung einer unbeabsichtigten Ausbringung z. B. über die Entsorgung von Gartenabfällen und das Aussetzen von Tieren. Neben der Prävention, Früherkennung und sofortigen Tilgung fordert eine neue EU-Verordnung auch das Management von bereits weit verbreiteten invasiven gebietsfremden Pflanzen und Tieren. Einige der gelisteten Arten von EU-weiter Bedeutung kommen bereits in Thüringen vor und werden auch im Sonderheft genauer vorgestellt. Wegen der hohen Bedeutung vorbeugender Maßnahmen soll mit dem vorliegenden Heft für das Thema sensibilisiert werden.

Die Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ erscheint mit vier Heften jährlich und ist im Jahresabonnement für den günstigen Betrag von 13 € (inkl. Versand) oder in Einzelheften zu beziehen.

Bestellmöglichkeiten und weitere Informationen unter:
www.tlug-jena.de/de/tlug/presse_und_service/publikationen/lnt/


Inhaltsverzeichnis der Ausgabe
Leseprobe des LNT


NABU: Dem Artenschutz in Deutschland droht erhebliche Verschlechterung

Tschimpke: Geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes ohne Not und im Widerspruch zu EU-Recht
(16.12.2016)

NABU-Pressemitteilung | NR 150/16 | 19. DEZEMBER 2016

Berlin – Der NABU kritisiert die geplante Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes. Nach Ansicht der Naturschützer droht damit eine empfindliche Aufweichung der geltenden Schutzbestimmungen und des Artenschutzes insgesamt. Ein Schritt, der nach Auffassung des NABU vollkommen ohne Not geschieht. Zudem widersprechen entscheidende Passagen der Novelle geltendem EU-Recht. „Wir sehen absolut keine Notwendigkeit für die geplanten Änderungen. Wir fordern den Gesetzgeber auf, die Novelle so nicht zu verabschieden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Mit der Neufassung will das zuständige Bundesumweltministerium eigentlich die Naturschutzrichtlinien der EU in Deutschland besser umsetzen. Ein Ziel, das der NABU begrüßt und unterstützt. Doch dem Anspruch, praktikable Lösungen für den Naturschutz zu finden, wird die Novelle nicht gerecht. Zwar bietet sie Verbesserungen für den Meeres- und Biotopschutz. Doch beim Schutz von Arten drohen erhebliche Verschlechterungen.

Ein zentraler Kritikpunkt der Naturschützer: Die Novelle führt, insbesondere im Bereich Artenschutz, neue Begrifflichkeiten ein, die auf EU-Ebene nicht verankert sind. Dazu zählt unter anderem das geplante „Signifikanzkriterium“. Demnach müsste künftig, beispielsweise beim Bau von Windkraftanlagen oder Straßen, nicht mehr zwangsläufig überprüft werden, ob diese Bauten geschützte Arten beeinträchtigen. Stattdessen könnte eine „hinnehmbare Menge getöteter Tiere“ bestimmt werden – nach Ansicht des NABU absolut keine akzeptable Option für funktionierenden Artenschutz. Zudem wären aufgrund der unbestimmten Regelungstechnik Rechtsstreitigkeiten künftig vorprogrammiert.

Kritik übt der NABU auch am Vorgehen des Bundesumweltministeriums bei der Abstimmung der Novelle. Trotz der weitreichenden Auswirkungen im Artenschutzrecht wurden die Natur- und Umweltschutzverbände nicht frühzeitig beteiligt. Stattdessen wurde den Verbänden eine unangemessen kurze Frist zur Stellungnahme von zwei Wochen gewährt. Dies liegt deutlich unter den Empfehlungen für eine gute Gesetzgebung.

Zu den möglichen Auswirkungen der Novelle im Detail:

  • Artenschutz: Hier sollen neue, unbestimmte Rechtsbegriffe eingeführt werden. Damit würde das sorgfältige Prüfen möglicher Folgen von Eingriffen in die Natur weniger verlässlich, dem Artenschutz droht insgesamt eine Aufweichung.
  • Biotopschutz: Hier wird eine Gesetzespassage konkretisiert zum Schutz von Tieren während der Brutzeit. Bisher war es nicht erlaubt, Hecken und Sträucher zurückzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Einem aktuellen Gerichtsurteil zufolge fiel ein komplettes Entfernen von Hecken oder Sträuchern jedoch nicht darunter. Dies soll nun geändert werden. Außerdem werden jetzt auch Höhlen und Stollen in die Liste der gesetzlich geschützten Biotope aufgenommen.
  • Biotopverbund: Hier wird ein Zieljahr genannt bis zu dem die Länder den Biotopverbund auf zehn Prozent ihrer Landesfläche umsetzen müssen. Aufgrund fehlender Sanktionsmöglichkeiten des Bundes hat dies jedoch rein deklaratorischen Charakter.
  • Meeresschutz: Hier nimmt die Novelle sinnvolle Verweise auf die Ziele der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie auf. Dabei fehlen jedoch präzisere Regelungen, zum Beispiel zur Frage der Kompensation von Eingriffen im Bereich der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Die geplante Privilegierung von Windkraftanlagen gegenüber anderen Eingriffsvorhaben lehnt der NABU ab.
  • Was komplett fehlt: Der Gesetzgeber lässt die Chance ungenutzt, mithilfe der Novelle auch anderen Handlungsbedarf im Naturschutzrecht „abzuräumen“. So fehlt die dringend notwendige Konkretisierung der „guten fachlichen Praxis“ in Land- und Forstwirtschaft. Auch der Schutz von Vögeln an Freileitungen wurde nicht an den aktuellen Stand der Technik angepasst.

Die komplette Stellungnahme des NABU finden Sie hier:
www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/naturschutz/naturschutzrecht/161216_nabu-stellungnahme_bnatschg-novelle2017.pdf


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Landwirtschaft verursacht massenhaftes Tiersterben

Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom 27. Oktober 2016
(03.11.2016)

Die Artenvielfalt in Deutschland hat weiter abgenommen, Hauptursache laut WWF: intensive Landwirtschaft.
Foto: Leo/fokus-natur.de

  • Die Bestände vieler Tierarten haben sich weltweit seit 1970 mehr als halbiert. Derzeit schrumpfen die Populationen um etwa zwei Prozent pro Jahr.
  • Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Umweltorganisation WWF, der "Living Planet Report".
  • Die Umweltschützer machen unter anderem die intensive Landwirtschaft für das Massensterben verantwortlich, aber auch Überfischung oder Urbanisierung.

„Die Bestände vieler Wirbeltierarten haben sich in den vergangenen 40 Jahren weltweit im Schnitt mehr als halbiert, jedes Jahr schrumpfen die Populationen um weitere zwei Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der "Living Planet Report" der Umweltorganisation WWF und der Zoologischen Gesellschaft London. Die biologische Vielfalt, erfasst durch den sogenannten "Living Planet Index", sei seit 1970 um 58 Prozent gesunken. Bis 2020 drohe ein Minus von 67 Prozent.

Für die Studie beobachten Forscher langfristig die Populationen von 3700 Wirbeltierarten, dazu zählen Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien. Zwei Drittel der untersuchten Bestände seien besorgniserregend geschrumpft. Besonders dramatisch sei der Rückgang demnach in Flüssen oder Seen: Die Populationen von Reptilien oder Fischen in Süßwasser schrumpften demnach zwischen 1970 und 2012 durchschnittlich um 81 Prozent. Bei den an Land lebenden Arten betrug der Rückgang mehr als ein Drittel.

An Land verschlechtere sich der Lebensraum rapide, beklagt der WWF - nicht nachhaltige Landwirtschaft, Verkehrsprojekte und das Heranwachsen neuer Siedlungen und Gewerbegebiete lassen den Tieren immer weniger Raum. In den Weltmeeren setzt vor allem die Überfischung den Arten zu. Aber auch der Klimawandel trägt bereits zum Verschwinden von Arten bei. Besonders im Meer zwingen höhere Temperaturen viele Tiere dazu, ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete zu verlassen.

Jede dritte heimische Art ist im Bestand gefährdet

Den Daten zufolge spielt sich das Massensterben nicht nur in entlegenen Weltregionen ab. Etwa jede dritte der 32 000 in Deutschland heimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sei in ihrem Bestand gefährdet, warnt der WWF. Rebhuhn und Kiebitz etwa gelten bereits als sehr selten. 5,6 Prozent der heimischen Arten sind bereits ausgestorben. Dafür macht der WWF vor allem eine zu intensive Landwirtschaft verantwortlich. So leidet die Biodiversität etwa unter dem Stickstoffüberschuss infolge des Einsatzes von Kunstdünger. Auch importiert der deutsche Agrarsektor besonders viel Soja aus Südamerika, um Fleisch zu erzeugen. Dafür wird im Ausland eine Anbaufläche von zwei Millionen Hektar gebraucht, das entspricht der Gesamtfläche von Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt.

Die Naturschützer werfen der Bundesregierung vor, den Klimaschutz nicht mehr ernsthaft zu verfolgen. Bei der konkreten Umsetzung von internationalen Klimavereinbarungen gehe der deutschen Politik die Luft aus, sagt Christoph Heinrich vom WWF Deutschland. "Der Entwurf des Klimaschutzplans 2050 wird gerade bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt."

Wie der Bericht zeigt, verbraucht die Menschheit pro Jahr rechnerisch die Ressourcen von 1,6 Erden. Zum Beispiel wird mehr Holz in den Wäldern geschlagen als nachwachsen kann. Leben die Menschen weiter wie bisher, wären demnach im Jahr 2030 zwei Erden nötig, um den jährlichen Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.“

©Süddeutsche.de/chrb/dpa/fehu


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Süddeutsche Zeitung-Artikel vom 27. Oktober 2016: Landwirtschaft verursacht massenhaftes Tiersterben


Wie Rotkäppchen dem Wolf schadet – Wissenswertes gab es in Triebes

OTZ-Beitrag vom 10. Oktober 2016
(17.10.2016)

Wie erkenne ich einen Wolf? Was macht ihn aus? Und was hat er mit seiner Darstellung in den Märchen wirklich gemein? Diesen und anderen Fragen ging ein Vortrag am Sonnabend in Triebes nach.

Claus Hermann aus Reichenbach mit Stoffwolf Alan und Kindern, die den Vortrag interessiert verfolgten.
Foto: Katja Krahmer

Zeulenroda-Triebes. 15 kleine wie große Gäste folgten der Einladung am Sonnabendnachmittag an den Triebeser Stau, wo sich im Vereinsheim der Angler alles rund um den "Lupus canis canis", den Wolf drehte. "Wir hatten die Idee, weil wir oft auf das Thema angesprochen wurden", berichtete Veranstalterin Uta Wagner, die mit Claus Hermann aus Reichenbach einen fachkundigen Referenten eingeladen hatte.

Der Nabu-Wolfsbotschafter führte anschaulich in die Welt des Wolfes ein, stellte klar, dass das Tier aus dem Märchen wenig mit dem in der Realität gemein hat, und lieferte so einige wissenswerte Informationen. So erfuhren die Teilnehmer, dass der Wolf nicht nur gut hören und sehen, sondern auch schwimmen kann. Dass er lebenslang monogam bleibt und in das Territorium seines Rudels keinen weiteren Wolf hinein lässt. Dass seine Losung meist Haare und Knochenstücke enthält und bis zu 40 Zentimeter lang sein kann. Und dass er von der Evolution her für die Jagd prädestiniert ist. An einem Beispiel erläuterte Hermann, dass der Wolf in der Nahrungskette benötigt wird: "Aufgrund des großen Nahrungsangebotes, etwa Mais, vermehrt sich das Schwarzwild sehr stark", erläuterte Hermann. Der Wolf sei dazu auserkoren, den Bestand aufrecht zu erhalten, indem er etwa das kranke Wild durch seine Hetz selektiert.

Bei seinen Ausführungen bediente sich der Reichenbacher immer wieder seiner Handpuppe Alan und gestaltete den Vortrag damit auch für die Kinder unter den Gästen sehr anschaulich. Das gelang schließlich auch durch die mobile und interaktive Ausstellung des Nabu über den Wolf, die Hermann mitgebracht hatte.

Diese ist ab morgen und bis 16. Oktober auch im Städtischen Museum Zeulenroda zu sehen. Des Weiteren wird es unter dem Titel "Rotkäppchen lügt ..." am Dienstag, dem 11. Oktober, von 10 bis 15 Uhr, einen Aktionstag mit Claus Hermann geben, bei dem der Wolfsbotschafter mit vielen Spielen, Erklärungen und Informationen zur aktuellen Situation der Wölfe im Vogtland aufwartet.“

Katja Krahmer / 10.10.16


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OTZ-Beitrag vom 10. Oktober 2016: Wie Rotkäppchen dem Wolf schadet – Wissenswertes gab es in Triebes


Naturfreunde kämpfen weiter um Schutzstatus für die „Lasur“

OTZ-Beitrag vom 19. September 2016
(26.09.2016)

In dem artenreichen Gebiet im Südosten Geras trafen sich am Sonnabend Mitglieder des Naturschutzbundes Gera-Greiz mit der Thüringer Umweltministerin Anja Siegensmund.

Die aus Gera stammende Umweltministerin Anja Siegesmund (vorn links) mit ihrer einstigen Biologielehrerin Ingeburg Kinast in der Lasur.
Foto: Marcel Hilbert

Gera. Die "Lasur" in Gera steht auf einer Liste potenzieller Gebiete, die einen Naturschutzstatus erhalten können. Diese Aussage habe sie nach Rücksprache mit dem Landesverwaltungsamt erhalten. Und damit wollte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) beim Vor-Ort-Termin am Sonnabend, zu dem sich der Naturschutzbund (Nabu) Gera-Greiz traf, den Geraer Naturfreunden den Rücken stärken, die sich seit Jahren für die Unterschutz-Stellung des Gebietes im Südosten der Stadt stark machen.

Allerdings, schränkte Siegesmund auch gleich ein, dauere so ein Verfahren seine Zeit, weil in der Behörde nur wenige Mitarbeiter mit der Prüfung und Ausweisung solcher Gebiete im ganzen Freistaat betraut seien. Deshalb auch, meinte später ein Mitglied des Nabu, müssten die Geraer nicht nur die Schutzwürdigkeit der "Lasur" nachwiesen, sondern auch die Schutzbedürftigkeit, zum Beispiel wegen drohender Gefährdungen.

Die "zweifelsfreie" Schutzwürdigkeit brauche niemand mehr nachzuweisen, meinte er und verwies auf Ausführungen von Wolfgang Klemm vom Naturschutzbeirat Gera und Ingeburg Kinast vom Nabu. Sie hatten von Hunderten nachgewiesenen Tier- und Pflanzenarten in der "Lasur" berichtet, von denen wiederum zahlreiche besonders geschützt seien oder gar auf der Roten Liste stünden. Orchideen, Waldvöglein, Braunroter Sitter oder Nestwurz waren nur einige Beispiele, die genannt wurden. "Eine Menge Arten sind schon verschwunden", sagte Wolfgang Klemm: "Wir bemühen uns um den Schutzstatus, eh auch die letzten Arten verschwinden."

Um diesen Schutzstatus der "Lasur" – auch "Roter Hang" genannt wegen der Farbe des als "Rotliegend" bezeichneten Gesteins – werde laut Klemm im Prinzip seit 1935 gekämpft, mit mal mehr mal weniger Intensität. So sei man nach dem Krieg lange davon ausgegangen, dass die "Lasur" ein Naturschutzgebiet ist, ehe die fehlende Aktenlage dies widerlegt habe. 2006, so Klemm habe man für ein rund 53 Hektar umfassendes Gebiet der "Lasur" ein Schutzwürdigkeits-Gutachten in Auftrag gegeben, das 2010 vorlag.

Anja Siegesmund, die wie erwähnt um Verständnis für die Dauer des Verfahrens warb, erklärte aber auch, dass das formale Verfahren nur das eine sei. Das andere sei der Diskussionsstand. "Wie ist die öffentliche Meinung dazu?", fragte sie und regte eine öffentliche Diskussion dazu mit entsprechenden Behördenvertretern im Ortsteilrat Zwötzen an. Diese Idee soll nun wohl aufgenommen werden, hieß es.“

Marcel Hilbert / 19.09.16


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OTZ-Beitrag vom 19. September 2016: Naturfreunde kämpfen weiter um Schutzstatus für die „Lasur“


Helfer-Herzen: Zeulenrodaer Ingo Eckardt in Berlin für Umwelt-Engagement

OTZ-Beitrag vom 15. September 2016
(17.09.2016)

Der Zeulenrodaer Ingo Eckardt zeigt voller Stolz seine in Berlin vom Bundespräsidenten Joachim Gauck erhaltenen.
Foto: Jens Pachmann

„Ingo Eckardt hat allen Grund, stolz zu sein. Denn der Zeulenrodaer gehört zu den 13 nationalen Preisträgern von „HelferHerzen – Der dm-Preis für Engagement“. Die Auszeichnung fand in Berlin statt.

Zeulenroda-Triebes. Eine prominent besetzte Jury zeigte sich beeindruckt vom ehrenamtlichen Einsatz des 49-Jährigen, der die Ehrung für den Freistaat Thüringen in Empfang nahm. Im feierlichen Rahmen des Bürgerfests des Bundespräsidenten Joachim Gauck im Schloss Bellevue wurden die Kandidaten gewürdigt. Die Auszeichnung beinhaltet ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro sowie einen Tag mit einem nationalen Jury-Mitglied. Gemeinsame Preise gab es für Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen sowie Berlin und Brandenburg.

Treffen mit Präsidenten des Naturschutzbundes

„Ich habe mich für Olaf Tschimpke, den Präsidenten des Naturschutzbundes Deutschland, entschieden. Das wird bestimmt sehr spannend. Wir werden dann im kommenden Jahr verschiedene Projekte im Landkreis Greiz besichtigen“, freut sich Eckardt schon jetzt auf die Begegnung mit dem in Peine geborenen Tschimpke, der bereits mit 22 Jahren in den Naturschutzbund (Nabu) eingetreten war. Vor seiner Tätigkeit beim Nabu widmete er sich Forschungsarbeiten über Umweltprobleme und Fragen der umweltverträglichen Landnutzung in Sri Lanka und in Tansania.

Von der Auszeichnungsveranstaltung in der Hauptstadt zeigt sich Eckardt noch immer beeindruckt, obwohl diese schon ein paar Tage zurückliegt: „Für mich ist es eine große Ehre, diesen Preis in Empfang nehmen zu können. Bei der Veranstaltung war so viel Prominenz da, das war schon beeindruckend. Auch das Rahmenprogramm und die Rede des Bundespräsidenten waren etwas Besonderes. Nicht weniger beeindruckend war der Rundgang im Schloss Bellevue. Das erlebt man mit Sicherheit nicht alle Tage.“

Vor 25 Jahren ist Ingo Eckardt zur Naturschutzjugend (Naju) gekommen. Dort ist er als Gruppenleiter tätig, ist Leiter der Ornithologen-Camps auf Landesebene in Plothen, Herbsleben und Kelbra. Auch im Nabu-Orts- und Kreisvorstand ist er aktiv, kümmert sich dort um die Finanzen. Beim Aufbau des Naturerlebnishauses im Leutratal bei Jena ist er ebenfalls mit von der Partie. Und auch die wissenschaftliche Vogelberingung für Arten, die auf der Roten Liste stehen, ist ein Teil seines weitreichenden Engagements im Freistaat.

Zur nationalen Jury, die die nicht einfache Aufgabe hatte, die Preisträger auszuwählen, gehörte auch Hannes Jaenicke, der nicht nur einer der gefragtesten deutschen Schauspieler ist, sondern er schreibt seit 2010 auch spannende Debattenbücher zu Themen, die ihn beschäftigen. 2007 begann er, Umweltskandale, die direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen heute haben, aufzudecken. Sein Bücher „Wut allein reicht nicht“ und „Die große Volksverarsche“ sind Bestseller.

Weltmeisterin Nia Künzer sitzt im Gremium

Auch Nia Künzer saß im Gremium. Sie wurde 1980 in Botswana geboren und wuchs im hessischen Wetzlar auf, wo auch ihre Karriere als Fußballerin begann. Nachdem sie für die deutsche Nationalmannschaft entdeckte wurde, erlangte sie 2003 als Schützin des "Golden Goals" im WM-Finale gegen Schweden internationale Bekanntheit und machte Deutschland erstmals zum
Frauenfußball-Weltmeister.

Ingo Eckardt jedenfalls hat die Stunden in der Hauptstadt in vollen Zügen genossen, viele schöne Eindrücke mitgenommen und vor
allem weiteren Rückenwind für sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement bekommen.“

Jens Pachmann / 15.09.16


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OTZ-Beitrag vom 15. September 2016: Helfer-Herzen: Zeulenrodaer Ingo Eckardt in Berlin für Umwelt-Engagement


Der NABU Thüringen verurteilt illegale Greifvogelverfolgung

Straftaten gegen Greifvögel müssen effektiv registriert, aufgeklärt und geahndet werden
(19.08.2016)

Mäusebussard im Fangkorb
Foto: Komitee gegen den Vogelmord

„Der NABU Thüringen nimmt den Tot der vier Milane bei Clingen, im Kyffhäuserkreis, zum Anlass, um auf die Problematik der illegalen Greifvogelverfolgung aufmerksam zu machen.

Von Zeugen wird vermutet, dass die Tiere durch menschlichen Einfluss ums Leben gekommen sind.
Obwohl alle Greifvogelarten in Deutschland seit den 1970er Jahren unter strengem Schutz stehen, werden immer noch jedes Jahr Hunderte Greifvögel illegal verfolgt. Vergiftungen, Fang, Abschuss und die Zerstörung von Nestern verhindern die weitere Erholung der durch jahrhundertelange Verfolgung dezimierten Bestände und die Wiederbesiedlung verwaister Brutgebiete.

Seit 2004 haben NABU und das Komitee gegen den Vogelmord 869 Straftaten gegen Greifvögel dokumentiert, bei denen 1373 Vögel von 18 verschiedenen Greifvogel- und drei Eulenarten bundesweit getötet wurden. Die Dunkelziffer unentdeckter Taten ist wesentlich höher. Laut NABU müssen Straftaten gegen Greifvögel effektiv registriert, aufgeklärt und geahndet werden.“


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OTZ-Beitrag vom 17. August 2016: Unbekannte erschlugen vier geschützte Milane bei Clingen


Bisher einmalige Straftat in Thüringen: Storchennest störte in Windkraftgebiet – jetzt ist es weg

Artikel aus der Thüringer Allgemeinen vom 13. August 2016
(15.08.2016)

Brutplatz der geschützten Vögel hätte Bau von 212 Meter hohen Windrädern verhindert. Umweltbehörde sieht Zusammenhang. Polizei ermittelt.

Schwarzstorch (Ciconia nigra)
Foto: Pröhl/fokus-natur.de

Kraftsdorf. Hans Heindel steht vor der Kiefer, die wieder aussieht wie jede im Wald. "Hier war der Schwarzstorch-Horst", sagt der 73-Jährige, der den Brutplatz kürzlich entdeckte. "Da oben, in 15 Meter Höhe. Das waren Profis. Nichts ist mehr da, es gibt auch keine Kletterspuren." Die Polizei ermittelt.

Der Kriminalfall von Kraftsdorf, Landkreis Gera, ist ein Rätsel. Man weiß nur eines: wem es nützt, wenn solch ein Horst verschwindet. Wo der Schwarzstorch brütet, darf in der Regel im Abstand von drei Kilometern kein Windrad errichtet werden.

Für Kraftsdorf wurde überlegt, 62 Hektar als Vorrangfläche auszuweisen. Mehrere über 200 Meter hohe Windräder wurden schon beantragt. Erst sollten zwei rotieren, später bis zu 20. Das war der Plan, bevor man wusste, wo genau der Schwarzstorch brütet. Dieses Wissen veränderte alles: Der Brutplatz hätte jedes Windrad weit und breit verhindert.

Windkraftanlagen sind wie Gelddruckmaschinen – für Betreiber wie für Flächeneigentümer. In Thüringen können sie mit Pachteinnahmen von 35000 bis 75000 Euro jährlich rechnen. Bei einer Pachtdauer von 20 Jahren kann sich das auf 1,5 Millionen Euro summieren.

Den Betreibern winkt noch höherer Gewinn, zumal die Windräder selbst dann Einnahmen garantieren, wenn die Rotoren ruhen. Deshalb geben sich Vertreter von Betreiberfirmen bei Flächeneigentümern oft die Klinken in die Hand. Auch in Kraftsdorf sei das so.

Zufall? Sabine Nagler glaubt daran nicht. "Ich sehe einen direkten Zusammenhang", sagt die Sachgebietsleiterin der unteren Naturschutzbehörde des Saale-Holzland-Kreises: Seit 13 Jahren zog es den Schwarzstorch frühjahrs wie sommers in die Region. "Bisher ist nie etwas passiert. Jetzt, da die Bauanträge für die Windkraftanlagen vorliegen, wird der Horst entfernt."

In Kraftsdorf leben auch Skeptiker, die zweifeln, dass dort ein Schwarzstorch brütete. "Ich habe ihn noch nicht gesehen. Man kann auch etwas erfinden, wenn man das braucht", sagt Andreas Rothe – Eigentümer einer Fläche, die Windkraftbauer gern hätten.

Der Schwarzstorch, als scheuer Waldbewohner bekannt, brüte wohl kaum in Sichtweite einer viel befahrenen Autobahn, gibt Rothe zu bedenken.

Drei Menschen, kannten den genauen Standort

Ungewöhnlich sei das tatsächlich, räumt Wolfgang Jeschonnek ein, Gründungsmitglied der renommierten Arbeitsgruppe Artenschutz und einer der erfahrensten Ornithologen des Landes: "Ich kann bestätigen, dass der Schwarzstorch in dieser Kiefer gebrütet hat. Der Horst war frisch und relativ klein. Der Schwarzstorch hat ihn vermutlich das erste Mal benutzt."

Nur drei Menschen, zunächst jedenfalls, kannten den genauen Standort: Heindel, Jeschonnek und Sabine Nagler.

Dabei blieb es aber nicht. "Ich musste die exakten Koordinaten der unteren Naturschutzbehörde des Nachbarkreises mitteilen", sagt Sabine Nagler. "Die hatten schon gedrängelt."

Im Juli gab es dann noch die Versammlung, in der die Bürgerinitiative das Ende aller Windkraftpläne freudig mit der Botschaft verkündete: "Bei uns brütet ein Schwarzstorch."

"Das war ein Fehler", sagt Heindel. "Auch viele Windkraftfreunde waren im Raum."

Was in Kraftsdorf geschah, passiert seit Jahren in ganz Deutschland, so oder ähnlich: Wo Windräder geplant sind, verschwinden plötzlich streng geschützte Vögel, die den Bau verhindern könnten. Dutzende Fälle hat die Deutsche Wildtierstiftung dokumentiert. Vor einem Jahr gab es erste Fälle in Thüringen. Das war rund um Weira und betraf junge Milane.

Auch bei Kraftsdorf brüten Milane. Der Weg zum Windradbau bleibt deshalb verstellt.“

Frank Schauka / 13.08.16


Textquelle

Thüringer Allgemeine-Artikel vom 13. August 2016: Bisher einmalige Straftat in Thüringen: Storchennest störte in Windkraftgebiet – jetzt ist es weg


Ehrenamt im Joch der DBU

(24.04.2016)

Die Moorrenaturierungsflächen im Pöllwitzer Wald sind u.a. Habitat der Kreuzotter. Hier ist die Bewirtschaftung auf ein Minimum reduziert. Doch andernorts im Pöllwitzer Wald fehlt diese Rücksichtnahme auf die Belange der Natur – obwohl die DBU Flächeneigentümerin ist.
Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

Die „DBU Naturerbe GmbH“, eine Untergliederung der „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ (DBU), einer Stiftung der Bundesrepublik Deutschland, hat für die ehrenamtliche Forschungsarbeit auf stiftungseigenen Fläche eine Festlegung erlassen (siehe die Hervorhebungen in der PDF im Anhang), die aus unserer Sicht eine völlig unverhältnismäßige und größtenteils (Ausnahme sind z.B. Munitionsaltlastenflächen) unbegründete Bevormundung und Knebelung der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit z.B. im Pöllwitzer Wald bedeutet.

Foto: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.

Wie diese Monopolisierung der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit und der Forschungsdatenverwendung mit dem Umweltinformationsgesetz und dem gemeinwohlverpflichteten Kernanliegen der DBU in Übereinstimmung gebracht werden kann, bleibt ein großes Rätsel, so wie auch die Art und Weise der Bewirtschaftung hiesiger DBU-Flächen, die die Distanz zur naturnahen Waldbewirtschaftung schmerzlich aufzeigt.


Erteilung einer Forschungsgenehmigung und Genehmigung von ehrenamtlichen Datenerhebungen auf DBU-Naturerbeflächen


Die Geraer Gehölzfreunde erarbeiteten einen neuen Dendrologischen Wanderführer „Bäume in Gera“

(23.04.2016)

Die Arbeitsgruppe der Geraer Gehölzfreunde präsentiert den neuen Dendrologischen Wanderführer „Gehölze in Gera“ im Museum für Naturkunde Gera
2. v. r. Klaus Schultheiß, Leiter der Geraer Gehölzfreunde
3. v. r. Michael Stumm, Grafiker
Foto: Museum für Naturkunde

In ehrenamtlicher Arbeit wurden von den 10 Mitgliedern der Arbeitsgruppe rund 500 Stunden aufgebracht für der Erfassung des Gehölzbestandes einschließlich der wissenschaftlichen Art-Bestimmung, die Ausarbeitung der Planunterlagen mit den Eintragungen der Bäume, die Gestaltung des Wandertextes und der Artenliste sowie die Abstimmungen mit Grafiker und Druckerei sowie für die Kennzeichnung der Bäume.

Informationen zur Arbeitsgruppe der Geraer Gehölzfreunde

Bereits 1999 war ein Vorgänger-Faltblatt „Dendrologische Wanderung – Bäume in Gera“, damals in Regie des Kulturbundes ausgearbeitet worden und hatte großen Anklang in der Bevölkerung gefunden.

Es gab in den letzten 15 Jahren viele Veränderungen, insbesondere im Zuge der BUGA 2007, mit den neu gestalteten Parkanlagen Hofwiesenpark, Küchengarten, Ufer-Elster-Park, Gessental und auch durch neue Straßenführungen. Eine Neuauflage war also dringend geboten. Aufgenommen wurden Detailpläne für das Stadtzentrum und die Parkanlagen Küchengarten, Hofwiesenpark, Ost- und Südfriedhof, Botanischer Garten und Bieblacher Park.

Erfasst wurden nunmehr insgesamt 185 (vormals 151) unterschiedliche Arten einschließlich Formen und Sorten, darunter viele bekannte Arten, aber auch eine Vielzahl dendrologischer Besonderheiten.

Über 500 Bäume wurden - entsprechend den Festlegungen der Denkmalsschutzbehörde - auf hellgrauem Untergrund mit schwarzen Zahlen gekennzeichnet. Anhand dieser Zahlen ist mit dem Wanderführertext wie mit dem Artenverzeichnis eine eindeutige botanische Bestimmung der gefundenen Gehölze möglich. Zugleich wird in dem Begleittext viel Wissenswertes zu Ökologie, geschichtlichen Hintergründen und Besonderheiten der Gehölze vermittelt. Die Baum-Nummern des alten Faltblattes stimmen übrigens wegen vieler neu hinzugekommener Arten nicht mit den jetzigen überein – man braucht also das neue Faltblatt!

Erste Exemplare des neuen Faltblattes wurden der Oberbürgermeisterin Frau Dr. Viola Hahn und dem Vorsitzendes der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V., Herrn Klaus Peter Creter, übergeben. Die Stadtführer, die 26 Schulen in Gera sowie Naturschutzverbände erhalten kostenlose Exemplare. Weitere Faltblätter sind zu einer Schutzgebühr von 2,00 € erhältlich z.B. im Museum für Naturkunde, im Stadtmuseum, der Gera-Information, im H 35 und Fr. Brendel‘s Buchhandlung.


Klaus Schultheiß
Leiter der Sektion Gehölzkunde
Tel: 0365.8005222
E-Mail: schultheiss-gera@web.de


Die Botaniker Thüringens

(19.01.2016)

Bucheinband Vorderseite

Ende 2015 erschien als Ergebnis langjähriger Forschungsarbeit das Buch „Die Botaniker Thüringens“ (PUSCH, BARTHEL & HEINRICH 2015) als Beiheft 18 der Zeitschrift „Haussknechtia“. Es werden 581 Biografien der wichtigsten Botaniker in Thüringen vorgestellt, reich illustriert mit zahlreichen Porträts, Herbaretiketten und Briefen. Darunter befinden sich zahlreiche Floristen, die deutschlandweit tätig waren und Weltruhm erlangt haben (z.B. J. Thal, C. Haussknecht, T. Irmisch, T. Kützing, K. Mägdefrau u.a.).

Das vortreffliche Werk (932 Seiten, solide gebunden) kann zum Preis von 60,- Euro inkl. Versand und Verpackung bei Dr. Jürgen Pusch (Rottlebener Straße 67 in 06567 Bad Frankenhausen, Tel.: 034671 55689, E-Mail: j.pusch@kyffhaeuser.de) erworben werden.


Artenrückgang in Europa oder „Eine ökologische Katastrophe im ländlichen Raum“

Beitrag des Deutschlandfunks vom 12.01.2016
(15.01.2016)

„Rebhuhn, Feldlerche, Kiebitz und andere Arten seien bald für immer aus Deutschland und Europa verschwunden, warnt Konstantin Kreiser vom Naturschutzbund. Er fordert im DLF ein Ende der "pauschalen Gießkannensubventionen" für Landwirte und eine Neuausrichtung der EU-Förderpolitik.“

Ganzer Beitrag: www.deutschlandfunk.de/artenrueckgang-in-europa-eine-oekologische-katastrophe-im.697.de.html?dram:article_id=342256

Lutschetal (zwischen Brahmenau und Schwaara)
Foto: Leo/fokus-natur.de

Konstantin Kreiser im Gespräch mit Britta Fecke

[…]

Britta Fecke: Bei den Impressionisten waren sie ein beliebtes Motiv, Mohnblumen, die ein Weizenfeld rot färbten, Kornblumen, die sich im Wind wiegten, blau wie das Meer. Diese Motive findet man bei Monet, Renoir, auf französischen, spanischen oder deutschen Getreideflächen sieht man sie kaum noch. Wenn, dann beim Biobauern. Doch ein Großteil der europäischen Ackerflächen wird inzwischen konventionell bewirtschaftet und das beinhaltet eine derart intensive Nutzung des Bodens, einen so hohen Einsatz von Pestiziden, chemischem Dünger und Gülle, dass Kamille, Kornblume und Co. keine Chance mehr haben, […]
Zur Stunde wird in Berlin die europäische Studie zur Artenerosion in Europas Agrarlandschaften vorgestellt. Einer der Referenten ist Konstantin Kreiser, Teamleiter für EU-Naturschutzpolitik beim NABU. Herr Kreiser, wie steht es denn um die Biodiversität auf europäischen Äckern und landwirtschaftlich genutzten Grünlandflächen?

Konstantin Kreiser: […] Wir haben es mit einem sich tatsächlich beschleunigenden Artenschwund zu tun, vor allem in der landwirtschaftlich geprägten Landwirtschaft. Denn während unsere Naturschutzgebiete und auch EU-finanzierten Artenhilfsprogramme zu wirken beginnen, macht die Art, wie unser Land überwiegend bewirtschaftet wird, diese Erfolge zum großen Teil wieder zunichte, oder wie gesagt verschärft sogar das Artensterben weiter. Wir haben Bestände von Arten, die früher jeder kannte, die häufig waren, wie das Rebhuhn, das auch gern gegessen wurde, das in Kochbüchern auftaucht, wie die Feldlerche, den Kiebitz. Diese Bestände befinden sich im freien Fall. In den letzten 25 Jahren sind 94 Prozent der Rebhühner bei uns verschwunden, ein Drittel der Feldlerchen, drei Viertel der Kiebitze. […]

60 Milliarden Euro Steuergeldern pro Jahr – ohne Gegenleistung

Fecke: Wie hat sich denn die EU-Förderpolitik geändert in den letzten zehn Jahren, sodass das Artensterben damit einhergehen konnte?

Kreiser: Die EU-Förderpolitik, die EU-Agrarpolitik wird im Prinzip alle sieben Jahre reformiert und überprüft und diskutiert und immer wieder wurde daran herumgeschraubt. Zunächst einmal wollte man die Butterberge und Milchseen eindämmen, hat dann nicht mehr die direkte Produktion gefördert, sondern verteilt die Steuergelder jetzt pro Hektar. Es ist jetzt so: Ein Hektar Agrarfläche erhält in Deutschland circa 300 Euro vom Steuerzahler, egal was dort passiert, ohne wesentliche Gegenleistungen. Gleichzeitig schaffen wir es nicht, nicht mal die 80 Euro pro Hektar aufzubringen, die ein Naturschutzgebiet bräuchte, um wirklich geschützt zu werden. […]“


Landwirte zerstören sich selbst

Umweltexperten schlagen Alarm: Der Agrarsektor zerstört seine eigenen Produktionsgrundlagen. Unter anderem ist die Belastung des Grundwassers mit Nitraten hoch.
(20.10.2015)

Foto: Pröhl/fokus-natur.de

„Die Gabe der Weissagung wurde für Kassandra zum Fluch. Niemand schenkte ihr Glaube, bis ihre unheilvollen Warnungen schließlich eintraten. Eine ähnliche Erfahrung hat Wolfgang Haber hinter sich. 1985 legte der Landschaftsökologe als Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) ein erstes Gutachten zu den gravierenden Auswirkungen der modernen Landwirtschaft auf Artenvielfalt und Ökosysteme, auf die Qualität der Böden und des Grundwassers, auf Belastungen für Lebensmittel, Seen und Flüsse vor. Kernbotschaft: Ohne tiefgreifende Veränderungen zerstöre der Agrarsektor – auch seinen eigenen – Lebensgrundlagen.

Nun, 30 Jahre später, kommen Haber, SRU und Umweltbundesamt (UBA) in einer Studie zu dem Ergebnis, dass die Kassandrarufe von einst weitgehend ungehört verhallt sind. Dem Gutachten zufolge hat es nur in wenigen Punkten, etwa der Pestizidbelastung in Lebensmitteln und Gewässern, messbare Verbesserungen gegeben. In ökologisch zentralen Bereichen wurde die Lage dagegen schlechter.

Artenvielfalt bedroht

„Anlass zum Feiern gibt es nicht, eine Erfolgsbilanz kann man das wirklich nicht nennen“, bedauert UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Die Artenvielfalt geht laut UBA bis heute weiter zurück. Beispiel Feldvögel: Mehr als 40 Prozent der Arten, die 1980 auf Deutschlands Äckern anzutreffen waren, seien verschwunden. Auch die absolute Zahl der Tiere habe sich annähernd halbiert. Ähnliches gilt, so das UBA, für Insekten, Wildkräuter, wirbellose Bodenbewohner und Mikroorganismen.

„Nicht viel besser stehe es um die Belastung des Grundwassers durch Nitrat, betont Alois Heißenhuber, emeritierter Agrarökonom der TU München. Ungeachtet regionaler Fortschritte habe die Gesamtbelastung zugenommen. Insbesondere in Bundesländern mit hohem Nutztierbestand hätten die Nitrateinträge ein nicht mehr tragfähiges Ausmaß erreicht. Denn die Massentierhaltungsbetriebe produzierten nitrathaltige Gülle in Mengen, die die Aufnahmekapazität ortsnaher Anbauflächen bei Weitem übersteigen. Das Material werde betriebsnah in viel zu hohen Mengen ausgebracht und verunreinige das Grundwasser weit über die Grenzwerte hinaus.

Auf der Bremse

„Wir brauchen Vorgaben, die die Betriebe zu einer ökologisch vertretbaren Verwendung des Gülle zwingen und wir brauchen wirksame Kontrollen der Vorschriften“, fordert Heißenhuber.

SRU-Generalsekretär Christian Hey kritisierte: „Deutschland steht immer auf der Bremse, wenn es darum geht, die EU-Agrarpolitik stärker an den Interessen von Umwelt und Verbrauchern auszurichten.“ Noch immer zahle die EU jährlich 50 Milliarden Euro ohne Gegenleistungen in Form nachhaltigen Wirtschaftens an die Landwirte. Mit dem Gießkannenprinzip, nach dem die EU 300 Euro pro Hektar und Jahr an die Betriebe ausschütte, müsse Schluss sein. Hey: „Öffentliche Mittel dürfen nur noch für öffentliche Güter ausgegeben werden, nicht länger als voraussetzungslose Einkommenszuschüsse für die Landwirte.““

12.10.2015 / Stefan Sauer


Textquelle

Frankfurter Rundschau-Beitrag vom 12. Oktober 2015: Landwirte zerstören sich selbst


Neue Publikation des Museums für Naturkunde Gera

(24.07.2015)

Titelbild (rechts): Museum für Naturkunde Gera im Schreiberschen Haus, Foto: Frank Hrouda, 2014
Abbildungen Rückseite: siehe unten

Am 23. Juli wurde der interessierten Öffentlichkeit das Heft 39 der renommierten Publikationsreihe des Museums für Naturkunde Gera vorgestellt. Das lang erwartete Heft enthält u.a. mehrere interessante Beiträge zum Thema "Das Museum für Naturkunde Gera und seine Sammlungen". Erstmalig steht das Museum selbst mit seinen Sammlungen in den Mittelpunkt. Präsentiert werden sowohl interessante zoologische und mineralogische Sammlungen als auch Sammlerpersönlichkeiten mit ihren Biografien – damit können vor allem bedeutende Neuzugänge bekannt gemacht werden. Wichtige Beiträge widmen sich auch der herausragenden Bausubstanz von Schreiberschem Haus, dem heutigen Museum für Naturkunde, und dem Turmhaus im Botanischen Garten, ebenso der wissenschaftlichen Museumsbibliothek und Naturschutzthemen wie dem Fischotter um Gera oder einer Blut-Buche als Totholzbiotop im Botanischen Garten.


Abbildungen Rückseite:

  • Goldschwanzsylphe (Sappho sparganura Shaw, 1812), Familie Kolibris, Männchen,
  • Standpräparat, Sammlung Feustel, Museum für Naturkunde Gera, Inv. Nr. IA4/79, s. S. 36, Foto: F. Hrouda
  • Quarz Var. Bergkristall (Fadenquarz), Kleine Windgälle (Berg), Maderanertal, Kanton Uri, Schweiz, 3,9 x 3,5 cm, Sammlung Schröder, Museum für Naturkunde Gera, Inv. Nr. 680/81 2730, s. S. 4, Foto: F. Hrouda
  • Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata Linnaeus, 1761), Sammlung Museum für Naturkunde Gera, Foto: Foto-Schmidt Gera
  • Fischotter (Lutra lutra Linnaeus 1758), Männchen, gefunden 06.04.2011, Gera-Rubitz, Standpräparat, Sammlung Museum für Naturkunde Gera, Inv. Nr. IA5/442, s. S. 47, Foto: F. Hrouda

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