Aktuelle Beiträge und Informationen zu regionaler und nationaler Naturschutzarbeit


NABU-Bundesvertreterversammlung wählt neue Verbandsspitze

Jörg-Andreas Krüger ist neuer NABU-Präsident

Einstimmig wurde Jörg-Andreas Krüger auf der NABU-Bundesvertreterversammlung am Samstag dem 9. November 2019 in Berlin zum neuen NABU-Präsidenten gewählt. Er folgt damit auf Olaf Tschimpke, der nach 16 Jahren nicht erneut für das Amt kandidiert hatte.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger © Foto: NABU/Die Hoffotografen

Weitere Informationen:
News NABU
Pressebericht

Ein erstes Interview der „Flugbegleiter" mit Jörg-Andreas Krüger findet Ihr hier:
Neuer NABU-Präsident: 2020 wird für Natur- und Klimaschutz „entscheidendes Jahr"

Das Interview der NABU Pressestelle mit dem neuen NABU-Präsidenten Jörg-Andreas Krüger steht unter der Überschrift „Lösungen für die Umweltprobleme finden wir nur gemeinsam“.


Sommerreise zu den Ausläufern des Himalayas

Pfeifhase (Ochotona) © Foto: Peter Romanow

Pfeifhase [Ochotona] © Foto: Peter Romanow

Am Montag, den 11. November 2019 findet eine neuerliche Veranstaltung des NABU Kreisverbandes Gera-Greiz e. V. statt. Um 19 Uhr startet Peter Romanow aus Lesnoj (Russland) seinen Bildervortrag mit fantastischen Fotos aus dem fernen Kasachstan und dem Bergland Kirgistans. Schon seit 40 Jahren besucht er diese bezaubernden Landschaften, unbesiedelte Weiten mit wilder Natur und einzigartiger faszinierender Tier- und Pflanzenwelt. Die Lebensgeschichten der dort lebenden Menschen beeindrucken Peter Romanow auf jeder Reise aufs Neue. Er dokumentiert alles mit seiner Kamera. Gehen Sie mit ihm auf die Reise zu Pfeifhasen, Steinböcken, Bachpfeifdrosseln, Isabellsteinschmätzern, Wacholderwäldern, bunten Blumenteppichen und exotischen orientalischen Märkten.

Der Vortrag findet im beheizten Gemeinderaum statt (direkt unterhalb der St. Petri Kirche in Gera-Dorna); Veranstaltungsdauer ca. 90 min. Der Eintritt ist frei; um eine Spende zur Deckung der Unkosten bzw. den Naturschutz vor Ort wird gebeten.

Adresse für das Navi: 07554 Gera Dorna Nr 2

Fragen: 0365 4208970

weitere Infos: gera-dorna.de/index.php/kirche-dorna/kirche1

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!
Im Namen des NABU-KV Gera-Greiz e. V. grüßt Sie sehr herzlich Annett Scholz.


Schaff‘ Dir Lebens(t)räume

Ratgeber für Vielfalt und Lebensqualität rund ums Haus

Die Natura 2000-Stadion „Osterland“ und das Amt für Umwelt Greiz haben, in Zusammenarbeit, 2019, diesen Ratgeber für Vielfalt und Lebensqualität rund ums Haus herausgebracht.

In Zeiten von Artensterben, fortschreitender Flächenversiegelung, steigendem Gifteinsatzes und anderer negativer Auswirkungen unseres menschlichen Handelns, zeigt uns diese gelungene Broschüre, viele interessante Alternativen auf, wie wir, in unserem direkten Wohnumfeld, mehr für die Artenvielfalt und letzten Endes auch für unser eigenes Wohlbefinden tun können.

Erhältlich ist die Broschüre über das Amt für Umwelt Greiz.

Der Inhalt dieser 44 seitigen Broschüre umfasst folgende Kapitel:

  • Die Einfriedung – Blühender Zaun oder steriles Bollwerk?
  • Der Gartenboden – Basis eines gesunden (Garten-) Lebens
  • Vielfalt der Fuge – Wege ohne Bitumen und Beton
  • Das grüne Kleid des Hauses – Erfrischend und belebend
  • Begrünte Dächer – Gut für Klima uns Arten
  • Der Innenhof – Abstellfläche oder Erlebnisraum
  • Die Trockenmauer – Gestaltungselement und Lebensraum
  • Ein Platz für Tiere – Rund ums Haus
  • Die Wildkrautecke am Haus – Ein Eldorado für Insekten
  • Totholz … in dem viel Leben steckt
  • Der Kleinteich – Perle des Gartens
  • Der Hausbaum – Symbol des Lebens

Impressum:
Herausgeber: Landschaftspflegeverband Altenburger Land e.V.
Text: Dr. Karli Coburger, Andreas Martius, Steffi Trensch
Fotos: fokus-natur.de - Frank Leo & Torsten Pröhl
Titel: stock.adobe.com - Artem Peretiatko, Thomas Jugel
Grafiken: Thomas Jugel
Gesamtgestaltung: IDEERAKETE.DE, Plauener Straße 28, 08491 Netzschkau

Einen Blick ins Heft gibt es unter fokus-natur.de


DieTurteltaube ist der Vogel des Jahres 2020

Der gefiederte Liebesbote steht auf der globalen Roten Liste

Federzeichnung Turteltauben © Zeichnung: Stefanie Gendera

Vogel des Jahres 2020 - die Turteltaube
© Foto: Ralf Thierfelder

Sie ist ein Symbol für die Liebe, ihre Lebensbedingungen sind aber wenig romantisch: Die Turteltaube wurde vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) zum „Vogel des Jahres 2020“ gewählt. Damit wollen die Verbände darauf aufmerksam machen, dass die Turteltaube stark gefährdet ist. „Seit 1980 haben wir fast 90 Prozent dieser Art verloren, ganze Landstriche sind turteltaubenfrei“. „Unsere kleinste Taube findet kaum noch geeignete Lebensräume. Zudem ist sie durch die legale und illegale Jagd im Mittelmeerraum bedroht.“

„Früher hat man das markante Gurren der Turteltaube an jedem Dorfrand oder Flussufer gehört“. „Wildkräutersamen an Feldwegen und Feldfrüchte aus Zwischensaaten boten ausreichend Nahrung. Heute brüten Turteltauben häufig auf ehemaligen Truppenübungsplätzen oder in Weinbauregionen, wo sie noch geeignete Lebensbedingungen vorfinden.“

Die Turteltaube ist der erste vom NABU gekürte Vogel, der als global gefährdete Art auf der weltweiten Roten Liste steht. Heute brüten bei uns nur noch 12.500 bis 22.000 Paare. Die meisten der höchstens 5,9 Millionen Paare Europas leben in Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien. Turteltauben sind die einzigen Langstreckenzieher unter den Taubenarten Mitteleuropas. Sie verlassen zwischen Ende Juli und Anfang Oktober Europa, um südlich der Sahara zu überwintern.

Die 25 bis 28 Zentimeter großen Vögel mit ihrem farbenfrohen Gefieder ernähren sich fast ausschließlich vegan. Sie bevorzugen Wildkräuter- und Baumsamen. Dem Jahresvogel schmecken Samen von Klee, Vogelwicke, Erdrauch und Leimkraut. Diese Pflanzen wollen Landwirte nicht auf ihren Feldern haben. Darum hat sich die Taube seit den 60er Jahren angepasst und ihre Nahrung umgestellt. Der Anteil von Sämereien aus landwirtschaftlichen Kulturen macht nun in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets mehr als die Hälfte der Nahrung aus statt wie früher nur 20 Prozent. Im Gegensatz zu Wildkrautsamen stehen diese aber nur für kurze Zeit bis zur Ernte zur Verfügung und fehlen während der kritischen Phase der Jungenaufzucht.

Die Intensivierung der Landwirtschaft verschlechtert die Lebensbedingungen der Turteltauben enorm – ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Jahresvögeln teilt. Die Ausweitung von Anbauflächen geht mit einem Verlust von Brachen, Ackersäumen, Feldgehölzen und Kleingewässern einher. Damit verschwinden Nistplätze sowie Nahrungs- und Trinkstellen. Viele Äcker werden außerdem mit Herbiziden von „Unkraut“ befreit. Doch von genau diesen Ackerwildkräutern ernährt sich die Turteltaube. Außerdem ist chemisch behandeltes Saatgut vergiftete Nahrung für die Tauben. Der NABU kämpft seit Jahren für eine EU-Förderung der Landwirtschaft, die Natur erhält statt sie zu schädigen.

Eine zusätzliche Bedrohung ist die Vogeljagd im Mittelmeerraum. „Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die jährlich mehr als 1,4 Millionen in der EU legal geschossenen Turteltauben von der Art nicht mehr verkraftet werden können. Besonders skandalös: In manchen Ländern gilt das Schießen der stark gefährdeten Turteltauben als ,Sport‘ zum eigenen Vergnügen“. Gegen Spanien und Frankreich wurden im Juli bereits Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission wegen des schlechten Erhaltungszustands der Art eingeleitet. Gegen vier weitere EU-Länder liegen offizielle Beschwerden vor. Dies ist notwendig, obwohl auf einem Treffen aller Mitgliedsstaaten im Mai 2018 ein Aktionsplan zum Schutz der Europäischen Turteltaube verabschiedet wurde.

Um den gefiederten Liebesboten zu schützen, fordert der NABU Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit einer Petition mitmachen.nabu.de/turteltauben-retten auf, sich neben einer verbesserten Landwirtschaftspolitik auch für das dauerhafte Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Mitgliedsstaaten einzusetzen.

Weitere Infos unter Vogel-des-Jahres.de,
LBV.de oder www.fokus-natur.de

Video- und Audiomaterial zur Turteltaube: seafile.nabu.de/d/c6e778d0b7

Die Farbbroschüre „Vogel des Jahres 2020 – Die Turteltaube“, DIN A5, 50 Seiten gibt es im NABU-Shop unter NABU-shop.de sowie unter lbv-shop.de

Petition gegen Abschuss von Turteltauben in der EU:
mitmachen.nabu.de/turteltauben-retten

Weitere Infos zur Agrarpolitik:
neueagrarpolitik.eu


Kontakt

NABU-Kreisverband
Gera-Greiz e.V.

c/o Ingo Eckardt
Franz-Philipp-Straße 9
07937 Zeulenroda-Triebes
vorstand@nabu-gera-greiz.de

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