NABU Artenschutzturm Zschippach



Vom Antennenhäuschen zum Artenschutzturm

Der Turm nach der Umgestaltung zum Artenschutzturm © Foto: Leo / fokus-natur.de

Im Jahr 1980 wurde auf der Streuobstwiese am südlichen Rand von Zschippach durch Einwohner Zschippachs ein hoher Stahlgittermast zur Aufnahme von Antennen errichtet. Daneben baute man ein kleines Gebäude in dem die zugehörige Technik untergebracht war. Offiziell diente die Anlage - eine sogenannte „Gemeinschaftsantennenanlage“ - der Empfangsverbesserung der DDR-Fernsehprogramme. Tatsächlich aber waren damit auch die Programme von jenseits der innerdeutschen Grenze störungsfrei und in guter Qualität zu empfangen, was für die meisten freiwilligen Helfer der Hauptgrund der Mitarbeit gewesen sein dürfte.
Im Jahr 1985 wurde die ausgedehnte Streuobstwiese als Flächennaturdenkmal (FND) „Kalkbruch Zschippach (Plantage)“ ausgewiesen. Der Antennenmast samt zugehöriger Technik wurde infolge veränderter Empfangstechnik nach 1990 stillgelegt und 1998 abgebaut.

Antennenhäuschen vor dem Umbau © Foto: Johann Schopplich / NABU Gera-Greiz e.V.

Das „Antennenhäuschen“ blieb stehen und verfiel trotz sporadischer Nutzung als Schafstall, bis der NABU Gera-Greiz es im Herbst 2010 für 20 Jahre von der Gemeinde Brahmenau pachtete. Nach vielen Vorbereitungen konnte dann Ende 2012 dank einer kurzfristigen Förderung durch das Land Thüringen sowie bedeutender Spenden der Köstritzer Schwarzbierbrauerei, der Sparkasse Gera-Greiz und der Firma Naturschutzbedarf Stobel der lange geplante Umbau zum Artenschutzturm realisiert werden. Hierfür wurde das bestehende Mauerwerk verstärkt, mit einem Ringanker versehen und eine zweite Etage in verbrettertem Fachwerk aufgesetzt. Durch diese Maßnahme sind zahlreiche Fledermausquartiere sowie Nistplätze z.B. für Schleiereule, Star, Mehlschwalbe, Steinkauz, Feld- und Haussperling entstanden. Weiterhin wurden auch ein Winterquartier für Amphibien und Eiablageplätze für Wildbienen geschaffen. Trotz beständiger Pflege werden in den kommenden Jahren zahlreiche alte Obstbäume der Streuobstwiese ihr Lebensende erreicht haben. Bis die z.T. schon erfolgten Nachpflanzungen als Höhlenbäume zur Verfügung stehen, wird der Artenschutzturm ein unverzichtbarer Quartiergeber sein und diese Funktion beibehalten.

Der NABU Kreisverband Gera-Greiz e.V. dankt den vielen Unterstützern des Projektes.


Pressemitteilungen:

PDF - Naturschutzarbeit im Brahmetal - Vom Antennenhäuschen zum Artenschutzturm

Quelle:
Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft „Am Brahmetal“, Ausgabe 07 - Seite 17 - "Naturschutzarbeit im Brahmetal - Vom Antennenhäuschen zum Artenschutzturm"


PDF - Umbau realisiert - Vom Antennenhäuschen zum Artenschutzturm

Quelle:
Naturschutz in Thüringen Heft 2/2013 - Seite 10 - "Umbau realisiert - Vom Antennenhäuschen zum Artenschutzturm"

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