Den Tisch gedeckt für Meisen, Gimpel und Co.

NABU Thüringen gibt Tipps zur Vogelfütterung

Grünfinken am Futtersilo © Foto: Ingo Ludwichowski

Jena – Bei dem Schnee und der Kälte aus den letzten Tagen denken viele Menschen an unsere gefiederten Freunde in Gärten oder auf dem Balkon. Der NABU Thüringen rät dazu, Vögel hauptsächlich dann zusätzliche Nahrung anzubieten, wenn der Boden gefroren ist oder eine geschlossene Schneedecke liegt. „Bei Frost und Schnee nehmen Vögel besonders gerne das zusätzliche Futterangebot an“, sagt Klaus Lieder, der Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie im NABU Thüringen. „Zudem ist es eine besondere Freude für Jung und Alt, wenn man Vögel am Futterhaus auch mal ganz aus der Nähe beobachten kann.“

Wer möchte, dass Spatz, Kleiber und Kohlmeise und seltenere Gäste wie Erlenzeisige, Weidenmeise oder Gimpel an die heimische Futterstelle flattern, der bietet verschiedene Futterarten an. „Finken, Sperlinge und Ammern kommen mit harten Samen wie Sonnenblumenkernen, Hanf und mit Freiland-Futtermischungen klar“, erklärt der NABU-Vogelexperte. „Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Meise, Amsel und Zaunkönig mögen eher nicht so harte Kost. Sie freuen sich über Rosinen, Obst, Haferflocken, Kleie und Meisenknödel.“ Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. Wer Meisenknödel und ähnliche Produkte kauft, sollte aber darauf achten, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verfangen und schwer verletzen. Mittlerweile gibt es auch gute Meißenknödelhalter im Handel oder man kann diese auch selbst bauen. Keinesfalls sollte salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln angeboten werden. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt. Wer es vielen Vogelarten recht machen möchte, der bietet sowohl Weichfutter, Körnermischungen als auch Fettfutter an. Damit ist für fast alle Wintervögel ein brauchbares Futter vorhanden. Klaus Lieder nutzt selbst zum Beispiel kleingehackte Haselnüsse, Sonnenblumenkerne und Haferflocken und hängt zusätzlich noch Meisenknödel auf.

Bei der Wahl des Futterspenders empfiehlt Klaus Lieder am besten Futtersilos. In ihnen verdirbt das Futter nicht so schnell wie in anderen Spendern. Futterspender müssen zudem so gebaut und angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt, da es sonst verdirbt oder vereist. „Wichtig ist es, den richtigen Platz für den Futterspender zu finden. Damit Vögel nicht gegen die Scheiben fliegen, sollten die Futterspender mindestens zwei Meter Abstand zur nächsten Glasscheibe haben. Es empfiehlt sich auch, eine übersichtliche Stelle zu wählen, damit unsere Piepmätze nicht zur leichten Beute für Katzen werden“, sagt Klaus Lieder. Entscheidet man sich für ein herkömmliches Futterhäuschen, muss dieses auf jeden Fall regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt und es sollte täglich nur wenig Futter nachgelegt werden.
Wer Vögeln sonst noch helfen möchte, der kann dies mit einem naturnahen Garten tun. Außerdem sind zum Beispiel Altgrasbestände, Wegränder die nicht abgemäht werden und Stoppeläcker, auf denen Restkörner liegen bleiben für Vögel hilfreich. Weitere Informationen unter www.NABU-Thueringen.de

Vier goldene Regeln zur Winterfütterung in Kürze

  1. Keine Speisereste, kein Brot, verdorbenes Futter oder gesalzene Speisen wie Nüsse anbieten
  2. Kleine Futterspender sind besser als große und Futtersilos besser als offene Vogelhäuschen oder Futterbretter
  3. Verschiedene Futterarten für die einzelnen Bedürfnisse der Vogelarten beachten
  4. Futterstellen an einem übersichtlichen Ort platzieren, damit sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können

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