Dringend: Petition zur EU-Agrar-Reform

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Liebe Naturfreunde,

die gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) muss dringend reformiert werden. Seit Jahrzehnten gibt es Direktzahlungen ohne Auflagen. Dies können wir nicht länger hinnehmen. Subventionen müssen der Umwelt und damit dem öffentlichen Interesse dienen – und nicht als Prämien für Landbesitz. Seit Freitag ist eine website (de.farmingfornature.eu) online auf der Interessierte eine E-Mail an ihre jeweiligen MdEP verschicken können. Ziel ist es das Abstimmungsverhalten der MdEP am 13.3.2013 (Plenumssitzung des EP) bezogen auf die GAP Reform so zu beeinflussen. Diese Kampagne läuft in 8 Ländern, deckt mehr als die Hälfte aller MdEP ab und wird europaweit von 40 (hauptsächlich Umweltorganisationen) unterstützt. Bisher haben rund 17.000 Menschen aus Polen, Spanien, Schweden, UK, Deutschland, Italien, Frankreich und Rumänien) Emails an ihre MdEP zu verhindern.
In Deutschland wird die Aktion vom BUND, NABU, EuroNatur und dem WWF getragen. Anbei die Pressemitteilung dazu:


Petition: Für eine starke Reform der EU-Agrarpolitik! Gemeinsame Pressemitteilung von BUND e.V., NABU und EuroNatur – Zeit für die 57-Milliarden-Euro-Reform (1. März 2013)
25 Umweltorganisationen starten Online-Petition für EU-Agrarreform

Berlin – Das Europäische Parlament entscheidet am 13. März über eine Agrarreform. Geht es nach dem Willen des Agrarausschusses wird der Entwurf von Agrarkommissar Dacian Ciolos gänzlich verwässert. 25 europäische Umweltorganisationen, darunter die deutschen Organisationen BUND, EuroNatur, NABU und WWF, wollen das verhindern. Sie fordern die 754 Abgeordneten des EU-Parlaments auf, ein klares Signal für eine Agrarreform zu setzen, bei der Subventionen in Zukunft nicht mehr mit der Gießkanne nach der Größe der Höfe vergeben werden. Stattdessen sollten mit Steuergeldern vorrangig Landwirte gefördert werden, die gesunde Lebensmittel erzeugen und die dazu beitragen, Umwelt, Landschaft und lebenswerte ländliche Räume zu erhalten.

Um dieser Idee Nachdruck zu verleihen, geben die Initiatoren allen Interessierten die Möglichkeit, ein Signal für eine starke Reform der EU-Agrarpolitik an die einzelnen EU Parlamentarier zu senden. Über die Website Farming for Nature können Europas Wählerinnen und Wählern ihren Volksvertretern signalisieren, dass sie von einer Landwirtschaft, die jährlich 57 Milliarden Euro an Steuermitteln kostet, mehr als die Bereitstellung von Lebensmitteln verlangen.

„Die große Linie für eine längst überfällige Reform der EU-Agrarpolitik lag mit dem Ciolos-Vorschlag eigentlich längst auf dem Tisch“, so die Initiatoren. Anachronistische Bauernverbände aus vielen EU Ländern hätten jedoch alles getan, um den Entwurf vollständig zu verhindern. Im 40-köpfigen Agrarausschuss des EU-Parlamentes blockiere eine länderübergreifende Mehrheit aus Landwirtschaftspolitikern alter Schule jeglichen Reformansatz.

Mit ihrer Initiative wollen die Umweltorganisationen auf die Bedeutung des Themas hinweisen und alle Parlamentarier in die Verantwortung nehmen. Die EU investiere Jahr für Jahr 40 Prozent ihres Haushalts in die Landwirtschaft. Angesichts dieser Investitionen sei es längst überfällig, den Sektor stärker in die Verantwortung zu nehmen. Die europäischen Bauern könnten erheblich zum Umwelt- und Naturschutz beitragen. Es sei im eigenen Interesse der Landwirte, sich dieser Aufgabe zu stellen, um die Natur und damit langfristig ihr Kapital zu schützen.

Die Online-Petition läuft vom 1.3.2013 bis zum 13.3.2013 in acht Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

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