„Stehendes Totholz“ als Lebensraum in Gera-Dorna erhalten


© Foto: Annett und Mario Scholz/NABU Gera-Greiz e.V.
© Foto: Annett und Mario Scholz/NABU Gera-Greiz e.V.
© Foto: Annett und Mario Scholz/NABU Gera-Greiz e.V.

Durch das Eschentriebsterben war der NABU KV Gera-Greiz e.V.  gezwungen, im November 2020 auf einer Pachtfläche nahe Gera-Dorna Pflegemaßnahmen an Eschen durchzuführen. Um diese z. T. stattlichen Bäume dennoch für die Natur zu erhalten, entschied man sich dafür, die Bäume nur im unbedingt erforderlichen Maße zu stutzen. So blieben trotz erheblichen Baumschnittarbeiten und Totholzentfernungen der Großteil der Eschenstämme in unterschiedlichen Längen erhalten. An diesen Restenden konnten in diesen Wintertagen durch die Schmöllner Naturfreunde verschiedenartige Nistkästen angebracht werden. Insgesamt 12 Kästen wurden z. B. für Fledermäuse, Dohlen und verschiedene Singvögel an den Stümpfen befestigt. Und zudem benötigen auch Specht und Kleiber hohe absterbende Bäume. Dass auch Insekten auf diese angewiesen sind, erklärt sich von selbst. Stehendes Totholz ist ökologisch wichtiger als liegendes - im ewigen Kreislauf der Natur vom Werden und Vergehen.

Dieses Beispiel soll zum Nachahmen anregen, denn es wäre ein Leichtes gewesen, diese kompakten Stämme in Minutenschnelle einem privaten Kamin zu übergeben. Für die Naturfreunde aus Schmölln und Gera ist aber die sinn- und respektvolle Weiternutzung und der Erhalt von natürlichen Ressourcen ein Muss. Unsere Vorfahren pflanzten diese Bäume, die über Jahrzehnte in den Himmel wachsen durften. Wie lange dauert es und welcher Mühe bedarf es in diesen trockenen und heißen Sommern, bis ein solcher Baum nachgewachsen ist? Gefragt sind Ideenreichtum und Achtung von der Natur und das Aufstehen gegen die unersättliche Gier nach Holz. Da das Angebot an Nistmöglichkeiten immer schlechter wird, hoffen die Naturfreunde bereits im Frühjahr auf regen Zuspruch der einheimischen Brüter.

© Fotos: Annett und Mario Scholz/NABU Gera-Greiz e.V.


Quelle: OTZ

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