Herdenschutz statt Wolfsjagd

Der NABU Thüringen appelliert an die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat, eine Petition gegen Wolfsjagd zu unterstützen

© Foto: Jürgen Borris

Jena – Der Wolf steht unter politischem Beschuss. Der NABU Thüringen ruft deshalb die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat auf, sich für ein Miteinander von Wolf und Mensch stark zu machen und die Petition gegen eine geplante Wolfsjagd zu unterzeichnen.

Hintergrund ist, der Wolf soll laut Bundesregierung wieder gejagt werden – obwohl Herdenschutz wirkt und die Risszahlen bundesweit sinken. Auch die Landesregierung, insbesondere Thüringens Umweltminister Tilo Kummer, sowie Ministerpräsident Mario Voigt, setzen sich für eine flächendeckende Jagd auf Wölfe ein. „Mit der geplanten Novelle des Bundesjagdgesetzes dürfen Wölfe ohne konkreten Anlass einfach abgeschossen werden. Dadurch ist abzusehen, dass der Wolf letztendlich wieder bei uns ausgerottet wird”, sagt Silvester Tamás vom NABU Thüringen. Klar ist: Weniger Wölfe bedeuten nicht weniger Risse. Abschüsse können Rudelstrukturen zerstören – und Risszahlen sogar ansteigen lassen, weil die Tiere ihr Jagdverhalten ändern. Gleichzeitig zeigt die Praxis: Wirksamer Herdenschutz senkt die Zahl der Risse deutlich. Der NABU Thüringen sieht hinter der Forderung zur Jagd auf Wölfe eine gezielt politisch motivierte Kampagne einer kleinen Minderheit von lobbygesteuerten Landnutzern, die auf Biegen und Brechen Wölfe jagen und schießen möchten.

Um das sinnlose Töten von Wölfen zu verhindern, hat der Bundesfachausschuss Große Beutegreifer des NABU eine Petition gestartet. Die Forderungen aus der Petition richten sich an die Bundesregierung und den Bundestag:

  1. Keine Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz
    – keine reguläre Jagd, keine anlasslose Bestandsreduktion.
  2. Herdenschutz konsequent ausbauen und vollständig finanzieren
    – Übernahme der Kosten für Zäune, Hunde, Arbeitsaufwand und Beratung, flächendeckend und verlässlich.
  3. Gezielte Entnahmen nur als eng begrenzte Ausnahme
    – ausschließlich bei einzelnen auffälligen Tieren, nach strenger naturschutzrechtlicher Prüfung.
  4. Moderner Artenschutz statt Symbolpolitik
    – Wolfsmanagement muss evidenzbasiert, praktikabel und EU-konform bleiben.

Der NABU Thüringen bittet alle, die dem Wolf auch zukünftig eine Chance geben möchten, die Petition zu unterzeichnen.
Infos dazu finden sich unter: www.NABU-Thueringen.de/wolf

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