Werden in Thüringen weniger Finken gezählt?

Am Freitag startet die große NABU-Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“

Grünfink (Chloris chloris) © Foto: F.Hecker/NABU

Jena – Weißt du, wie viel Vöglein fliegen: Ab Freitag lädt der NABU Thüringen wieder zur „Stunde der Gartenvögel“ ein. Alle Naturfans können mitmachen – egal, wie groß oder klein das Natur-Wissen ist. Die Ergebnisse der Zählung liefern Aufschluss über die Entwicklung häufiger Arten in unseren Siedlungen. In diesem Jahr findet bereits die 22. Auflage der „Stunde der Gartenvögel“ statt und wird vom NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz, durchgeführt. Im vergangenen Jahr waren rund 58.000 Menschen deutschlandweit dabei und hatten über 1,1 Millionen Vögel gemeldet.

Buchfink (Fringilla coelebs) © Foto: F.Hecker/NABU

Fokus auf Finkenvögel

Ein besonderer Blick gilt in diesem Jahr den Finken. „Bundesweit wurden dem NABU in den vergangenen Monaten regional wiederholt tote Buchfinken, Gimpel und Stieglitze gemeldet. Auch in Thüringen wurden uns schon tote Finken gemeldet“, sagt Marcus Orlamünder, der Naturschutzreferent des NABU Thüringen. „Da diese meist an Futterstellen gefunden wurden, könnte es sein, dass sich wieder Trichomonaden ausbreiten, die besonders für Finken tödlich sein können.“ Die Ornithologen des NABU interessiert in diesem Jahr deshalb auch, ob weniger Finken gemeldet werden.
Marcus Orlamünder betont, dass Sauberkeit am Futterhaus wichtig ist, damit sich die Parasiten nicht so stark ausbreiten können. „Am besten ist es, wenn man Futtersäulen nutzt. Hier können die Vögel nicht durchs Futter laufen und es so verschmutzen. Wir empfehlen das Füttern bis zum nächsten Winter einzustellen – die Tiere finden jetzt genug in der Natur.“ Besser sei es, seinen Garten insgesamt vogelfreundlich zu gestalten, mit Wildobsthecken, heimischen Stauden, einer Wildblumenwiese, Kräuterbeet, Teich und Totholzhaufen. „In einem naturnahen Garten finden Vögel immer genug zu fressen und geschützte Brutplätze“, so der NABU-Naturschutzreferent.

Mitmachen ist einfach

Und so funktioniert die Vogelzählung: Von einem ruhigen Platz im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet oder gehört werden konnte. Welche Stunde im Laufe des Wochenendes vom 8. bis 10. Mai gewählt wird, ist egal. Die Beobachtungen können online unter NABU-Thueringen.de/stunde-der-gartenvoegel oder mit der kostenlosen NABU-Vogelwelt-App gemeldet werden. Meldeschluss ist der 18. Mai. Teilnehmende können zudem attraktive Preise gewinnen.

Hilfe steht zur Verfügung

Wer sich vorm Zählen über unsere Gartenvogelarten schlau machen will, findet viele Infos auf der Internetseite des NABU Thüringen, darunter Porträts der 40 häufigsten Gartenvögel, Vergleiche der am häufigsten verwechselten Vogelarten, einen Vogeltrainer sowie den Vogel-Podcast des NABU „Reingezwitschert“. Auf der Seite sind ab dem ersten Zähltag auch Zwischenstände und erste Ergebnisse abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden. Für Kinder bietet die NAJU die „Schulstunde der Gartenvögel“ vom 4. bis 8. Mai an.

Zählhilfe Stunde der Gartenvögel

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