31. Deutscher Naturschutztag 2012

Ein Artikel der <a href="http://egeeulen.de" target="_blank">Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.</a>

Quelle: www.egeeulen.de/inhalt/nachrichten.php

März 2012
„In einem halben Jahr – vom 17.-21. September 2012 – findet in Erfurt der 31. Deutsche Naturschutztag statt. Das Leitthema lautet "Neue Energien – Neue Herausforderungen: Naturschutz in Zeiten der Energiewende". Die Energiewende als bislang eher auf Deutschland beschränktes Phänomen ist es gewiss wert, beim diesjährigen Deutschen Naturschutztag diskutiert und mehr noch reflektiert zu werden. Das wäre eine echte Herausforderung. Immerhin hat noch keine politische Wende schon nach so kurzer Zeit so unübersehbar das Gesicht der bundesdeutschen Landschaft gezeichnet wie die Förderung der regenerativen Energien Wind, Biogas und Photovoltaik. Dabei ist ihr Anteil an der Energieversorgung nach wie vor eher marginal.

Allerdings darf gefragt werden, ob die Veranstalter hierfür ein unvoreingenommenes Programm bieten werden. Veranstalter sind nämlich neben dem Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) zwei Mitveranstalter, die bei diesem Thema aus ihren Vorfestlegungen kaum herausfinden dürften:

    1. Das Bundesamt für Naturschutz, welches als dem Bundesumweltministerium nachgelagerte Behörde in dieser Frage kaum frei agieren kann.
    1. Der Deutsche Naturschutzring (DNR), der seit Jahren mit einer beispiellosen Imagekampagne für die gewünschte gesellschaftliche Akzeptanz der Windenergiewirtschaft sorgt. Am ehesten könnte noch das Umweltministerium des gastgebenden Landes Thüringen etwas Wein ins Wasser gießen. Die Landesregierung in Erfurt leistet sich nämlich einen bislang vergleichsweise kritischen Standpunkt zumindest zum Ausbau der Windenergiewirtschaft im Wald.

Die Haltung des BBN dürfte in der Sache so ganz ausgemacht nicht sein. Ein Großteil seiner Mitglieder ist in staatlichen Stellen abhängig beschäftigt oder profitiert gutachtend und planend von dem als "Energiewende" apostrophierten Landschaftswandel, den viele Landschaftsplaner "als Chance begreifen und mitgestalten" möchten. An Stelle des Quer-, Um-, Vor- oder wenigstens Nachdenkens werden die Erwartungen der Politik oft nur mitvollzogen und die Gewinnerwartungen mitgenommen. Das eine des Auskommens und das andere der ideellen Überzeugung wegen.

Der als ein Grund für die Energiewende bemühte Klimawandel war übrigens das Thema des vorletzten Naturschutztages 2008 und "eine neue Herausforderung für den Naturschutz im Umbruch". Der diesjährige Deutsche Naturschutztag wird den Verfechtern der Energiewende ein breites Forum und den Kritikern eher keines bieten. Alles andere wäre eine Überraschung, die dem Naturschutz in Deutschland zwar zu wünschen wäre, auf die er aber kaum mehr hoffen darf.“

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