Beim Osterfeuer Wildtiere im Blick behalten

NABU Thüringen: Tipps für wildtierfreundlichere Osterfeuer und einen lebendigeren Garten

Osterfeuer © Foto: Jan Piecha

Grasfrosch (Rana temporaria)
© Foto: Leo / fokus-natur.de

Jena – Igel, Zaunkönig und Co. nutzen die für die Mai- und Osterfeuer aufgeschichteten Holz- und Reisighaufen als Unterschlupf und Nistmöglichkeit. „Was für uns Menschen eine lieb gewonnene Tradition geworden ist, kann für Wildtiere zur Todesfalle werden. Für Vögel, Igel, Hasen, Mäuse, Insekten, Amphibien und weitere Wildtiere wird das Osterfeuer oft zum Scheiterhaufen, in dem sie leidvoll ums Leben kommen“, sagt Marcus Orlamünder der Naturschutzreferent des NABU Thüringen. „Deshalb empfehlen wir, das Material entweder erst kurz vor dem Abbrennen aufzuschichten oder es am Tag des Feuers umzuschichten, damit sich darin versteckte Tiere rechtzeitig retten können.“

Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) © Foto: Lutz Wolfram

Holzabfälle, wie alte lackierte Schränke, Spanplatten, ausgediente Sessel oder sonstiger Müll, haben auf dem Osterfeuer nichts zu suchen. Dafür gibt es in Thüringen genügend offizielle Entsorgungsmöglichkeiten. Laut des NABU-Experten wird der Termin für die Osterfeuer von manchen dazu genutzt, um noch kurz vorher Hecken und Gebüsche zu schneiden und den Rückschnitt dann mit zu verbrennen. Davon rät Marcus Orlamünder ab: „Viele Vögel haben bereits mit dem Nestbau begonnen. Wer jetzt noch Hecken und Sträucher schneidet, nimmt unseren gefiederten Freunden wertvollen Lebensraum oder zerstört ihre Nester.“

junger Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) © Foto: Lutz Wolfram

Lebensraum statt Feuerzauber
Außerdem sind Gehölzrückschnitt und Reisig viel zu schade, um aus Spaß verbrannt zu werden. Schnittholz und abgeschnittene Äste lassen sich viel sinnvoller im Garten verwenden. Ein von Brombeeren oder Wildrosen überwucherter Reisighaufen, ein Holzstapel im dichten Gebüsch sind ausgesprochen wertvoll. Mit wenig Aufwand, etwas Fantasie und gutem Willen, lässt sich so ein Stück Natur in den Garten zurückholen. Durch diese einfachen Maßnahmen schafft man Lebensraum für Vögel und Kleintiere, die zum Teil dringend auf Totholz sowie Versteckmöglichkeiten angewiesen sind, und wirkt gleichzeitig der Strukturarmut in der Landschaft entgegen.

Blauviolette Scheibenbock (Callidium violaceum) © Foto: Lutz Wolfram

Das Verbrennen oder Entsorgen des Materials würde diese wertgebenden Elemente in Landschaft und Garten zu schnell beseitigen und mögliche Lebensräume gehen verloren.

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