Rettungsaktion in letzter Minute – neues Schlagopfer in Gera-Rusitz

Durch einen Telefonanruf aus der Bevölkerung wurde zwei NABU-Mitgliedern am 13.04.2019 mitgeteilt, dass sich unter dem Windrad in Gera-Rusitz erneut ein Schlagopfer befindet. Bei einer sofortigen Begehung stellten sie fest, dass, ungefähr 24 Meter vom Windradfuß in südlicher Richtung, ein Rotmilan, wahrscheinlich ein Weibchen, regungslos auf dem Feld lag. Das Tier lebte noch und hatte Verletzungen an einem Auge und am Flügel.

Es war Sonnabend Nachmittag und die beiden NABU-Mitglieder fuhren sofort zum Tierarzt. In der Tierarztpraxis Spindler in Münchenbernsdorf wurde das Tier notversorgt und einige Tage später operiert. Nachdem sich sein Gesundheitszustand stabilisiert hatte, wurde das Tier zur weiteren Pflege zu einer erfahrenen Falknerin gebracht.

Zwischenzeitlich steht der rote Milan wieder auf eigenen Füßen und frisst selbstständig. Das Augenlicht hat er auf einem Auge verloren; auch der Heilungsprozess am Flügel dauert noch an.

Seither ist nur noch ein einzelner roter Milan, wahrscheinlich das Männchen, am Himmel über Gera-Rusitz zu beobachten.

Es wäre noch anzumerken: Das Windrad, ca. 100 Meter hoch, ist seit Januar 2017 in Betrieb.

Am 14.08.2018 wurde dort bereits ein toter Bussard gefunden und am 14.02.2019 ein toter Turmfalke.

Am 15.05.2016 fand man bei einem Windrad bei Pölzig einen toten Bussard. Die genannten Todfunde sind allesamt Zufallsfunde.

Wir vom NABU Kreisverband Gera-Greiz e.V. danken an dieser Stelle den beteiligten beherzten Rettern – insbesondere auch den Bürgern, die unsere NABU-Mitglieder unverzüglich informierten.


Meldebogen für Anflugopfer an Windenergieanlagen

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