Der rege Wurm- der stärkste Wurm der Welt

© Foto: Lutz Wolfram

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Regen mag er nicht. Vibrationen der Regentropfen treiben ihn nach oben, wo er wahrscheinlich sterben wird (durch UV-Licht oder den Appetit eines Vogels). Der Regenwurm hat nichts mit Regen zu tun, sondern mit „rege“, weil er so fleißig ist! Er ist ständig am Arbeiten, um Futter herzustellen. Pro Tag frisst er etwa die Hälfte seines Eigengewichts. In einer Nacht holt er ca. 20 Blätter und klebt sie in seiner Wohnröhre mit Schleim fest, damit sie von Bakterien und Pilzen für ihn mundgerecht zersetzt werden. Er gilt als der beste Untermieter, den wir uns im Garten wünschen können. Freiwillig gräbt er um, kompostiert und düngt mit seinem Kot die Erde und belüftet sie. Beim Umgraben kann er das 50- bis 60fache seines Körpergewichtes stemmen. Dabei ist er blind, gehörlos und stumm. Regenwürmer sind Zwitter, d.h. jeder besitzt Hoden und Eierstöcke. Die Paarungsbereitschaft erkennt man an einem Gürtel nahe des Kopfes. Während mehrerer Stunden liegen sie dicht beieinander, jeweils Kopf zu Schwanz. Durch klebrigen Schleim zusammen haltend, kann jeder Wurm seinen Samen in die Samentaschen des anderen drücken. Dann entsteht ein gelblicher weizenkorngroßer Kokon. Aus diesem schlüpfen je nach Wurmart und Temperaturen nach 16 Tagen bis 4 Monaten junge Regenwürmchen. Die Anzahl der gebildeten Kokons schwankt bei den verschiedenen Wurmarten erheblich. Beim Kompostwurm können es 140 sein. Das ist eine sehr hohe Vermehrungsrate. (NABU Djuke Nickelsen)
Diese ist auch notwendig, denn wirklich viele Tiere haben großen Appetit auf Regenwürmer! Beispiele sind zahlreiche Vögel, Igel und andere Kleinsäuger. Am gierigsten ist dabei der Maulwurf. Da er keinen Winterschlaf hält, muss er einen Vorrat für die kalte Jahreszeit anlegen. Pro Winter braucht ein Maulwurf bis 2 kg Regenwürmer! Wie macht er sie haltbar? Er verletzt sie so am Kopf, dass sie nicht flüchten können, aber auch nicht sterben. Da die Verletzung wieder verheilt, können alle Würmer, die er bis zum Frühjahr nicht gefressen hat, wieder ihrer Wege kriechen. (Farina Grassmann)

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