Überlebenskünstler im Frost- Wie überwintern unsere Insekten? – Teil 2
Die Florfliege (Chrysopa carnea)

Florfliege (Chrysopa carnea) © Foto: Leo / fokus-natur.de
Die Florfliege (Chrysopa carnea) ist trotz ihres zarten Aussehens ein robuster Überlebenskünstler. Gern überdauert sie an geschützten Orten, doch überlebt sie Frost auch so, wie auf diesem Foto zu sehen ist. Gut getarnt, wird sie wohl nicht so leicht verspeist, unter anderem weil einige ihrer Fressfeinde Winterschlaf halten.
So zum Beispiel Fledermäuse: Sie finden Florfliegen sehr schmackhaft und orten diese, wie alle ihre Beutetiere, mittels Ultraschall. Aber Florfliegen sind nicht nur Überwinterungskünstler, sondern haben noch eine andere besondere Fähigkeit. Sie sind in der Lage, diese Ultraschall-Wellen wahrzunehmen. Sie reagieren darauf, in dem sie die Flügel eng an den Körper legen und sich auf den Boden fallen lassen. Mit etwas Glück rettet sie dieses Verhalten vor dem einen ihrer vielen Fressfeinde. Auch im Larvenstadium haben sie einen Trick: sie tarnen sich mit leeren Hüllen ihrer von ihnen ausgesaugten Beutetiere, die an ihrer borstigen Behaarung haften bleiben und werden damit geradezu unsichtbar. Florfliegenlarven fressen in riesigen Mengen Blatt- und Schildläuse sowie Milben und gelten als biologische Schädlingsbekämpfer. Die voll ausgebildeten Insekten (Imago) leben von Honigtau (Ausscheidungsprodukt der Läuse), Pollen und Nektar. Damit sind sie wichtige Bestäuber unserer Kultur- und Wildpflanzen. Sie leben nachtaktiv und werden leider häufig Opfer unserer Lichtquellen im Garten, da sie von ihnen angezogen werden und das Fressen vergessen.