Kleine Schlafmaus ganz groß

- mit Luft anhalten durch den Winter!

Haselmaus (Muscardinus avellanarius) © Foto: Leo / fokus-natur.de

Haselmaus (Muscardinus avellanarius) © Foto: Leo / fokus-natur.de

Unsere Haselmaus (Muscardinus avellanarius) heißt zwar Maus, ist aber laut Zoologen ein Bilch.
Was sind die Unterschiede und warum sind die so wichtig?
Mäuse machen zum Beispiel keinen Winterschlaf (Hibernation) und müssen sich deshalb während des gesamten Winters um Nahrung kümmern, gelegentlich auch in unseren Häusern. Die Haselmaus aber legt sich einfach in ein Versteck im Boden, reduziert ihre Herzfrequenz und Körpertemperatur und hält die Luft an. Die Luft kann sie jeweils bis zu 11 Minuten lang anhalten! So schläft sie 6 Monate lang. Deshalb nennt man sie auch Schlafmaus. Natürlich muss sie sich vorher ordentlich Fettreserven angefressen haben. Ein anderes Unterscheidungsmerkmal ist ihr Schwanz: Er ist lang und dicht behaart. Mit ihm hält sie sich beim Klettern fest, wenn sie nachts auf Futtersuche geht. Sie frisst Knospen, Blüten, Insekten, Nüsse und Sämereien. Die unglaublich hübschen Tiere mit ihren Knopfaugen, dem sehr weichen Fell und den runden Ohren sind nur nachts unterwegs. Tagsüber schlafen sie gut versteckt zwischen den Ästen. Wir haben kaum eine Chance, jemals eines dieser für uns in keiner Weise problematischen Tiere zu entdecken. Alles, was sie brauchen, sind zusammenhängende Mischgehölze, wo sie sehr geschickt klettern und springen, ohne den Boden zu berühren. Wie viele andere Tiere, sind sie auf liegen gelassenes Laub und Zweige angewiesen und können im kurz geschorenen Rasen nicht überwintern. Wer die Möglichkeit hat, kann darauf achten, dass Gehölze nicht ständig dezimiert und verstümmelt werden sowie dass keine Katzen wildern können! In den Zweigen leben viele, viele Tiere, die wir niemals zu Gesicht bekommen werden und trotzdem da sind. Hoffen wir, dass im April wieder ein paar dieser friedlichen Tiere aus ihrem Winterschlaf erwachen werden und ihre Jungen aufziehen können!

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