NABU Thüringen fordert zügige Umsetzung des Natürliche-Infrastruktur-Gesetzes

Offener Brief des NABU an Abgeordnete des Deutschen Bundestages aus Thüringen

Hochwasser © Foto: Lutz Wolfram

Jena - In einem offenen Brief fordert der NABU Thüringen Abgeordnete des Deutschen Bundestages aus Thüringen auf, sich für das vereinbarte Natürliche-Infrastruktur-Gesetz (NatInfG) einzusetzen und es schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. „Das Gesetz bietet Land- und Forstbetrieben, die Leistungen für den Biodiversitäts-, Klima- und Wasserschutz erbringen, die Chance, dass diese künftig besser unterstützt werden. Diese Möglichkeit für Landnutzende darf nicht vergeben werden“, sagt Marcus Orlamünder, der Naturschutzreferent des NABU Thüringen.
Problematisch sieht der NABU die Behauptungen von einigen Lobbyisten von Landnutzungsverbänden, das NatInfG würde land- und forstwirtschaftliche Flächen innerhalb der Kulisse der Natürlichen Infrastruktur mit zukünftigen Nutzungseinschränkungen belegen und damit faktisch eine klassische Schutzgebietskulisse schaffen. Diese Behauptungen treffen schlicht weg nicht zu und führen nur zu Unsicherheiten und letztendlich zu Ertragseinbußen bei Landnutzenden die dringende Maßnahmen für Biodiversitäts-, Klima- und Wasserschutz umsetzen möchten.
„Das Natürliche-Infrastruktur-Gesetz ist kein abstraktes Gesetz, das man boykottieren sollte. Es eröffnet vielmehr konkrete Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort, um den Hochwasserschutz, die Vernetzung von Lebensräumen, die Artenvielfalt, den Schutz wertvoller Ökosysteme, den Hitzeschutz, sauberes Trinkwasser und viele andere Ökosystemleistungen auszubauen. Liegt den Abgeordneten unsere heimatliche Natur am Herzen, sollten sie sich auch dafür einsetzen, dass diese in ihrer Funktionalität erhalten bleibt“, appelliert Marcus Orlamünder.

Hintergrundinfos zum Gesetz: nabu.de/natur-und-landschaft/aktionen-und-projekte/37433.html

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