Aktuelle Beiträge und Informationen zu regionaler und nationaler Naturschutzarbeit


Saisoneröffnung des Naturschutzkabinetts in Waldhaus

Beitrag der OTZ vom 4. Mai

Lehrtafel zu 14 heimischen Amphibien erstellt

Andreas Martius (4. von links) und Torsten Franke mit Besuchern an der Lehrtafel. Foto: Christian Freund

„Waldhaus. Anlässlich der Saisoneröffnung des Naturschutzkabinetts des Naturschutzbundes Gera-Greiz in Waldhaus wurde am 1. Mai eine neue große Lehrtafel mit dem Titel „Grenzgänger zwischen den Elementen – Amphibien im Landkreis Greiz“ vorgestellt. Die Besucher staunten nicht schlecht, als der Nabu-Vorsitzende Andreas Martius ihnen die 14 heimischen Amphibien mit ihren ganz speziellen Eigenschaften vorstellte, darunter Exemplare, von denen sie bis dahin noch nie etwas gehört hatten, wie zum Beispiel der Wanderfreudige, der Regenmann, der grüne Bastard oder der Blaumann, der sich auf Brautschau tatsächlich kurzzeitig leuchtend blau präsentiert.

Die Lehrtafel wurde über das Programm zur Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen mit Fördermitteln unterstützt. Daran mitgewirkt haben Thomas Jugel von Ideerakete.de der die Gestaltung übernahm, Frank Leo und Torsten Pröhl von fokus-natur.de stellten die Fotografien zur Verfügung. Andreas Martius verfasste die lehrreichen, gut verständlichen Texte.

Dass diese Tafel eine Bereicherung ist, unterstrich auch Torsten Franke vom Nabu, der sich um alles rund um das Naturschutzkabinett kümmert und über die große Besucherresonanz freut. Immerhin besuchten bisher in jedem Halbjahr rund 5000 Besucher dieses Kabinett. Ihm ist es wichtig, dass die Einrichtung seit der Übernahme durch den Naturschutzbund vom einstigen Verein der Ornithologen weiterhin als Informationszentrum über die heimische Tierwelt erhalten bleibt.

„Diese Tafel sehe ich auch deswegen als effektiv an, weil sie wenig Platz in unserem nicht allzu großen Naturschutzkabinett einnimmt und eine Ergänzung darstellt. Denn bisher hatte hier die Vorstellung der Amphibien unserer Region gefehlt“, ergänzt Martius .

„Das Naturschutzkabinett ist eine super Einrichtung. Ich bin eine Naturliebhaberin. In meinem Garten hatte ich im letzten Sommer ein Wespennest entdeckt und konnte es bisher nicht zuordnen. Der Vergleich mit einem hier ausgestellten Exemplar ergab, dass es ein Nest der Waldwespen war“, erklärte Christine Grunewald , die sich von Gera aus nach Waldhaus auf den Weg gemacht hatte.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr, Sonnabend von 12 bis 18 Uhr, Sonntag von 14 bis 18 Uhr.“

Christian Freund / 04.05.19


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Dokumentarfilm „Die Wiese“ im Geraer Metropol

Jetzt im Kino vom 2. bis 8. Mai!

Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)
Foto: Leo/fokus-natur.de

Liebe Naturfreunde,

im Geraer Metropol Kino (Leipziger Str. 24) startet am 2. Mai 2019 als Dokumentarfilm des Monats der nachfolgende Film. Wir können ihn Ihnen nur ans Herz legen!

„Die Wiese“ ist eine Ode an die Natur und warnt gleichzeitig vor ihrer Zer­brech­lich­keit. Der Film zeigt eine faszinierende Biodiversität und die Macht des Menschen über diese und kritisiert die massiven Eingriffe der Landwirtschaft in die Natur, die von Steuer-Geldern unterstützt werden und Lebensräume zerstören. Jan Haft prangert jedoch nicht nur die gegenwärtigen Zustände und das Wegsehen der Politik an, sondern präsentiert konstruktiv Lösungsansätze.

Die genauen Spielzeiten (ca. 1 Woche nachmittags) können Sie dem Programm des Metropol Gera entnehmen.

Einen guten Kinonachmittag wünscht Ihenen herzlichst Annett Scholz vom NABU Gera-Greiz e.V.


Titel: Die Wiese – Ein Paradies nebenan
Regie: Jan Haft

Sie ist das Paradies nebenan - die Wiese. Nirgendwo ist es so bunt, so vielfältig und so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und anderen Tieren leben zwischen den Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern der Wiese. Das Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken gibt. Eine faszinierende Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen-und Tierarten zu Hause ist.In nie gesehenen Bildern und mit großem, technischen Aufwand gedreht, stellt die Dokumentation einige der schönsten, liebenswertesten und skurrilsten Bewohner unserer Wiese vor. Die Hauptdarsteller des Filmes sind junge Reh-Zwillinge, die ein Leben zwischen Waldrand und Wieseführen und den Zuschauer mitnehmen auf ihre Abenteuer. "Die Wiese - ein Paradies nebenan" führt die Zuschauer in eine Welt, die jeder zu kennen glaubt, und die doch voller Wunder und Überraschungen steckt. (Quelle: Verleih)


Ornithologische Wanderung am Frießnitzer See am 4. Mai

Am Samstag, den 4. Mai 2019, ab 9 Uhr, lädt der Naturschutzbund NABU Gera-Greiz e. V. erneut zu seiner ornithologischen Führung in das Naturschutzgebiet „Frießnitzer See“ am Ortsausgang Frießnitz ein.

Treffpunkt ist der Aussichtsturm am Teich.

Fachkundig und mit einem Spektiv ausgerüstet, übernehmen Frau Kinast, Herr Jende und Herr Eckardt die Führung. Die Teilnehmer können viel Wissenswertes und Interessantes über das Schutzgebiet erfahren, welches ein vielfältiges Mosaik aus Wasserflächen, Verlandungszonen, Röhricht, Mähwiesen und Büffelweiden bildet. Mit etwas Glück werden neben den gemütlichen Wasserbüffeln auch seltene Vogelarten wie die Bekassine zu sehen sein – deshalb nicht das Fernglas vergessen.

Ein Unkostenbeitrag wird erhoben. Voranmeldung unter 0365 4208970 erwünscht; Adresse für Navi: 07570 Harth-Pöllnitz, Ortsteil Frießnitz


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Katastrophale Abstimmung im EU-Agrarausschuss

Selbstbedienung der Agrarindustrie muss ein Ende haben

Intensive Landwirtschaft
Foto: Leo/fokus-natur.de

„Statt die Weichen für mehr Artenvielfalt und Umweltschutz in der Landwirtschaft zu stellen, fährt der EU-Agrarausschuss heute alle positiven Impulse gegen die Wand. Wir fordern den Neustart der GAP-Verhandlungen und die Neuordnung der Zuständigkeiten.

April 2019 Es war zu befürchten, dass die heutige Abstimmung im EU-Agrarausschuss nicht allzu positiv für Artenvielfalt und Umwelt ausfallen und der Agrarausschuss den Vorstoß des Umweltausschusses von vor wenigen Wochen verwässern würde. Doch mit ihren derart katastrophalen Entscheidungen hat die Mehrheit der Abgeordneten im Agrarausschuss klar gemacht: Sie wollen keine umweltverträgliche Landwirtschaft. Sie wollen wie seit Jahrzehnten weiter Subventionen an die Agrarindustrie verteilen.

Mit der heutigen Abstimmung ignorierten die meisten Ausschussmitglieder das alarmierende Insektensterben, die Kritik des Europäischen Rechnungshofs an den flächenbasierten Direktzahlungen sowie das Votum der EU-Bürger für mehr Umweltschutz in der Agrarpolitik. Die schwachen Versuche der EU-Kommission, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2021 in eine naturverträgliche Richtung zu lenken, sind damit vorerst gescheitert.

„Die Reformunwilligkeit des Agrarausschusses ist Wahnsinn. Wie viele Belege brauchen wir denn noch, dass die bisherige Agrarpolitik desaströs ist? Vögel verschwinden, Insekten sterben, Höfe machen dicht. Wissenschaftler drängen vehement auf eine Kehrtwende, die Bevölkerung ebenso. All das ignoriert der Agrarausschuss. Daher darf man ruhig mal fragen, in wessen Interesse dieses Gremium eigentlich agiert? In dem der kleinen und mittelständischen Landwirte, der Natur und der Steuerzahler sicherlich nicht!“

— Olaf Tschimpke, NABU-Präsident

NABU fordert Neustart der Verhandlungen nach der Europawahl

Um die Naturschutz- und Klimaziele einzuhalten, ist laut NABU ein grundlegend anderer Gesetzesvorschlag nach den EU-Wahlen notwendig. Dabei darf es nicht mehr primär um das Einkommen einer kleinen Gruppe von Empfängern innerhalb der Landwirtschaft gehen und um die Wahrung der Geschäftsinteressen der Pestizid- und Düngemittelindustrie, sondern um das Gemeinwohl.

Seit Jahrzehnten sind die Agrarressorts durchsetzt von Besitzstandswahrern. Ihr Zugriff auf den größten EU-Haushaltsposten muss daher erheblich beschnitten werden. Dieses System ist nur reparabel, wenn die Zuständigkeiten für diese weitreichenden Entscheidungen künftig in Hände gelegt werden, die sich dem Gemeinwohl mehr verpflichtet fühlen.

Das bedeutet, dass die EU-Agrarpolitik zukünftig auch von den Ressorts für Regionalentwicklung, Verbraucherschutz, Wettbewerb und Umwelt verhandelt werden muss.

Positiver Vorstoß des Umweltausschusses im Keim erstickt

Wichtige Impulse für den Übergang in eine naturverträgliche Politik hatte vor wenigen Wochen der Umweltausschuss aufgezeigt. Mitte Februar hatten die Mitglieder parteiübergreifend gefordert, ab 2021 deutlich stärker in den Schutz von Arten und Lebensräumen zu investieren. Sie empfehlen, von den derzeit 58 Milliarden Euro des EU-Agrarbudgets 15 Milliarden künftig gezielt in den Schutz der Natur fließen zu lassen. Diese Summe ist pro Jahr nach Schätzungen der Umweltverbände mindestens erforderlich, um das rasante Artensterben in Europa zu stoppen.

Doch statt diese erforderliche Summe zu bestätigen, rührte der Agrarausschuss heute weiter Beton an für die höchst ineffizienten Direktzahlungen. Sie machen derzeit mehr als 70 Prozent des Agrarhaushalts aus und fördern vor allem den Besitz von Fläche – egal ob auf darauf hochintensiv oder naturschonend gearbeitet wird. Darüber hinaus strichen die überwiegend konservativen und liberalen Mitglieder geltende Umweltstandards innerhalb der GAP schamlos, wie etwa die verpflichtenden produktionsfreien Flächen zur Förderung der Artenvielfalt. Nach den Plänen des Agrarausschusses soll damit künftig sogar noch weniger Geld für den Umweltschutz zur Verfügung stehen als bislang.

Agrarministerin Klöckner weiterhin taten- und ideenlos

Der NABU kritisiert, dass auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner keine Ambitionen zeigt, den dringend erforderlichen Kurswechsel anzugehen. Auch ein Jahr nach Amtsantritt hat sie noch immer keinen Vorschlag vorlegt, wie sie sich eine umweltverträgliche EU-Agrarpolitik vorstellt. Bis heute ignoriert sie zudem die Empfehlungen des Europäischen Rechnungshofs und die ihres eigenen wissenschaftlichen Beirats, die unmissverständlich ein Ende der Direktzahlungen fordern.“


Volltext und Qulle


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NABU-Kreisverband
Gera-Greiz e.V.

c/o Ingo Eckardt
Franz-Philipp-Straße 9
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vorstand@nabu-gera-greiz.de

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