Aktuelle Beiträge und Informationen zu regionaler und nationaler Naturschutzarbeit


Nistkastenkontrolle im Greizer Park

Am 25. Februar 2017 kontrollierten und reinigten NABU-Aktive im Greizer Park Dutzende Nistkästen. Dabei wurden die Hinterlassenschaften früherer Bewohner, so auch ein Hornissennest und ein verlassenes Kohlmeisengelege sowie alte Nester entfernt. Dies ist notwendig, um den Parasitenbefall gering zu halten. Die Gruppe, die sich über neue Mitstreiter freuen würde, trifft sich jeden dritten Freitag im Monat zum Stammtisch in der Gaststätte „Glück auf“.

Bei Interesse stehen Torsten Franke (green-t.franke@web.de) und Marianne Soerensen (mariannems@yahoo.com) als Kontaktpersonen zur Verfügung.


Alle helfen mit – 1. Arbeitseinsatz des NABU Gera-Greiz e.V. 2017

Die Tage werden länger, die Sonne schleckt mit ihren wärmenden Strahlen die letzten Schneereste weg und die Natur erwacht zu neuem Leben. Auch die Menschen werden aktiv, besonders die Naturfreunde, die am Sonnabend, den 18. Februar 2017, dem Aufruf des NABU Gera-Greiz gefolgt sind und am Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet Frießnitzer See teilnahmen. Die ortsansässigen Harth-Pöllnitzer erhielten tatkräftige Unterstützung aus Gera, Zeulenroda und Greiz. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, half besonders fleißig der Naturschutznachwuchs, beseitigte altes Laub und beräumte den Müll rund um den Aussichtsturm am Seeufer. Dafür ein respektvolles Dankeschön!

Die etwas älteren Naturfreunde verschnitten unterdessen verschiedene Gehölze und setzten einen Weidezaun um. Dies war erforderlich, weil die tierischen Naturschützer, die Wasserbüffel, auf ihrem Weg zu den „Grasmäharbeiten“ den Damm des Struthbaches zum See in Mitleidenschaft gezogen hatten. Ist diese Form der Bodenbearbeitung an anderer Stelle im Naturschutzgebiet ausdrücklich erwünscht, um die Landschaft für bodenbrütende Vögel und andere Offenland bevorzugende Tiere freizuhalten, bleibt ein Damm ein Damm und hat die wichtige Funktion, das Bett des Baches zu begrenzen und den unkontrollierten Abfluss des Bachwassers in den See zu verhindern. Und da mit den Büffeln naturgemäß kein Arbeitsgespräch zu führen ist, wurde ihnen mit dem Umsetzen des Zaunes der Weg zum Damm kurzerhand abgeschnitten. Hier packten kräftige Männer an und die Arbeit konnte entsprechend fachmännisch zum Abschluss gebracht werden.

Ein erfolgreicher Arbeitseinsatz, der zeigt, wie vielfältig Naturschutzarbeit ist, der nachweist, wie jeder, der Freude an einer solchen Betätigung hat, sich nach seinen Möglichkeiten einbringen kann und der einmal mehr die wirksame Verknüpfung des Naturschutzgebietes Frießnitzer See mit dem NABU Gera-Greiz deutlich macht.

Wer sich die Ergebnisse der Naturschutzarbeit vor Ort und die vielfältige zu jeder Jahreszeit reizvolle Landschaft des Naturschutzgebietes Frießnitzer See selbst anschauen möchte, dem sei die nächste öffentliche Führung mit dem Schwerpunkt „Ornithologisch betonte Wanderung vom Beobachtungturm bis zum Wasserbüffelstall“ am 29. April 2017 empfohlen.


Text und Fotos: Lutz Wolfram, NABU Gera-Greiz e.V.


Saisonende in der Naturschutz-Information des NABU in Waldhaus

Am letzten Oktober Wochenende wurde die NABU Naturschutz-Information in Waldhaus von freiwilligen Naturfreunden winterfest gemacht. 11 Erwachsene und 3 Kinder waren zum Arbeitseinsatz gekommen. Es wurden die Außenanlagen gereinigt, Schilder und Fahnenmasten abgebaut und Fische umgesiedelt.

Die Naturschutz-Information wurde am 01.05.2016 vom NABU Gera-Greiz übernommen und seitdem ist sie wieder zum „Besuchermagnet“ geworden. In dieser Saison 2016 kamen 4500 Naturfreunde aus vielen Teilen Deutschlands in die Info. Aber auch Besucher aus dem Ausland, wie aus Spanien, Niederlande, Bulgarien, Schweden sowie Peru! Gerne wurde das Angebot von Kindergartengruppen und Schulklassen zur Information zum Thema Natur und Umwelt in Anspruch genommen.

Wie jedes Jahr war die NABU-Info eine Station der Waldjugendspiele des Thüringen Forst sowie der Globus-Markt Kette. Eine erfolgreiche Saison geht zu Ende, doch ab Mai 2017 wird mit neuen Ideen und Projekten wieder geöffnet.


Landwirtschaft verursacht massenhaftes Tiersterben

Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom 27. Oktober 2016

Die Artenvielfalt in Deutschland hat weiter abgenommen, Hauptursache laut WWF: intensive Landwirtschaft.
Foto: Leo/fokus-natur.de

  • Die Bestände vieler Tierarten haben sich weltweit seit 1970 mehr als halbiert. Derzeit schrumpfen die Populationen um etwa zwei Prozent pro Jahr.
  • Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Umweltorganisation WWF, der "Living Planet Report".
  • Die Umweltschützer machen unter anderem die intensive Landwirtschaft für das Massensterben verantwortlich, aber auch Überfischung oder Urbanisierung.

„Die Bestände vieler Wirbeltierarten haben sich in den vergangenen 40 Jahren weltweit im Schnitt mehr als halbiert, jedes Jahr schrumpfen die Populationen um weitere zwei Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der "Living Planet Report" der Umweltorganisation WWF und der Zoologischen Gesellschaft London. Die biologische Vielfalt, erfasst durch den sogenannten "Living Planet Index", sei seit 1970 um 58 Prozent gesunken. Bis 2020 drohe ein Minus von 67 Prozent.

Für die Studie beobachten Forscher langfristig die Populationen von 3700 Wirbeltierarten, dazu zählen Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien. Zwei Drittel der untersuchten Bestände seien besorgniserregend geschrumpft. Besonders dramatisch sei der Rückgang demnach in Flüssen oder Seen: Die Populationen von Reptilien oder Fischen in Süßwasser schrumpften demnach zwischen 1970 und 2012 durchschnittlich um 81 Prozent. Bei den an Land lebenden Arten betrug der Rückgang mehr als ein Drittel.

An Land verschlechtere sich der Lebensraum rapide, beklagt der WWF - nicht nachhaltige Landwirtschaft, Verkehrsprojekte und das Heranwachsen neuer Siedlungen und Gewerbegebiete lassen den Tieren immer weniger Raum. In den Weltmeeren setzt vor allem die Überfischung den Arten zu. Aber auch der Klimawandel trägt bereits zum Verschwinden von Arten bei. Besonders im Meer zwingen höhere Temperaturen viele Tiere dazu, ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete zu verlassen.

Jede dritte heimische Art ist im Bestand gefährdet

Den Daten zufolge spielt sich das Massensterben nicht nur in entlegenen Weltregionen ab. Etwa jede dritte der 32 000 in Deutschland heimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sei in ihrem Bestand gefährdet, warnt der WWF. Rebhuhn und Kiebitz etwa gelten bereits als sehr selten. 5,6 Prozent der heimischen Arten sind bereits ausgestorben. Dafür macht der WWF vor allem eine zu intensive Landwirtschaft verantwortlich. So leidet die Biodiversität etwa unter dem Stickstoffüberschuss infolge des Einsatzes von Kunstdünger. Auch importiert der deutsche Agrarsektor besonders viel Soja aus Südamerika, um Fleisch zu erzeugen. Dafür wird im Ausland eine Anbaufläche von zwei Millionen Hektar gebraucht, das entspricht der Gesamtfläche von Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt.

Die Naturschützer werfen der Bundesregierung vor, den Klimaschutz nicht mehr ernsthaft zu verfolgen. Bei der konkreten Umsetzung von internationalen Klimavereinbarungen gehe der deutschen Politik die Luft aus, sagt Christoph Heinrich vom WWF Deutschland. "Der Entwurf des Klimaschutzplans 2050 wird gerade bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt."

Wie der Bericht zeigt, verbraucht die Menschheit pro Jahr rechnerisch die Ressourcen von 1,6 Erden. Zum Beispiel wird mehr Holz in den Wäldern geschlagen als nachwachsen kann. Leben die Menschen weiter wie bisher, wären demnach im Jahr 2030 zwei Erden nötig, um den jährlichen Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.“

©Süddeutsche.de/chrb/dpa/fehu


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Süddeutsche Zeitung-Artikel vom 27. Oktober 2016: Landwirtschaft verursacht massenhaftes Tiersterben


Wie Rotkäppchen dem Wolf schadet – Wissenswertes gab es in Triebes

OTZ-Beitrag vom 10. Oktober 2016

Wie erkenne ich einen Wolf? Was macht ihn aus? Und was hat er mit seiner Darstellung in den Märchen wirklich gemein? Diesen und anderen Fragen ging ein Vortrag am Sonnabend in Triebes nach.

Claus Hermann aus Reichenbach mit Stoffwolf Alan und Kindern, die den Vortrag interessiert verfolgten.
Foto: Katja Krahmer

Zeulenroda-Triebes. 15 kleine wie große Gäste folgten der Einladung am Sonnabendnachmittag an den Triebeser Stau, wo sich im Vereinsheim der Angler alles rund um den "Lupus canis canis", den Wolf drehte. "Wir hatten die Idee, weil wir oft auf das Thema angesprochen wurden", berichtete Veranstalterin Uta Wagner, die mit Claus Hermann aus Reichenbach einen fachkundigen Referenten eingeladen hatte.

Der Nabu-Wolfsbotschafter führte anschaulich in die Welt des Wolfes ein, stellte klar, dass das Tier aus dem Märchen wenig mit dem in der Realität gemein hat, und lieferte so einige wissenswerte Informationen. So erfuhren die Teilnehmer, dass der Wolf nicht nur gut hören und sehen, sondern auch schwimmen kann. Dass er lebenslang monogam bleibt und in das Territorium seines Rudels keinen weiteren Wolf hinein lässt. Dass seine Losung meist Haare und Knochenstücke enthält und bis zu 40 Zentimeter lang sein kann. Und dass er von der Evolution her für die Jagd prädestiniert ist. An einem Beispiel erläuterte Hermann, dass der Wolf in der Nahrungskette benötigt wird: "Aufgrund des großen Nahrungsangebotes, etwa Mais, vermehrt sich das Schwarzwild sehr stark", erläuterte Hermann. Der Wolf sei dazu auserkoren, den Bestand aufrecht zu erhalten, indem er etwa das kranke Wild durch seine Hetz selektiert.

Bei seinen Ausführungen bediente sich der Reichenbacher immer wieder seiner Handpuppe Alan und gestaltete den Vortrag damit auch für die Kinder unter den Gästen sehr anschaulich. Das gelang schließlich auch durch die mobile und interaktive Ausstellung des Nabu über den Wolf, die Hermann mitgebracht hatte.

Diese ist ab morgen und bis 16. Oktober auch im Städtischen Museum Zeulenroda zu sehen. Des Weiteren wird es unter dem Titel "Rotkäppchen lügt ..." am Dienstag, dem 11. Oktober, von 10 bis 15 Uhr, einen Aktionstag mit Claus Hermann geben, bei dem der Wolfsbotschafter mit vielen Spielen, Erklärungen und Informationen zur aktuellen Situation der Wölfe im Vogtland aufwartet.“

Katja Krahmer / 10.10.16


Text- und Bildquelle

OTZ-Beitrag vom 10. Oktober 2016: Wie Rotkäppchen dem Wolf schadet – Wissenswertes gab es in Triebes target: _blank class: arrow


Der NABU Thüringen verurteilt illegale Greifvogelverfolgung

Straftaten gegen Greifvögel müssen effektiv registriert, aufgeklärt und geahndet werden

Mäusebussard im Fangkorb
Foto: Komitee gegen den Vogelmord

„Der NABU Thüringen nimmt den Tot der vier Milane bei Clingen, im Kyffhäuserkreis, zum Anlass, um auf die Problematik der illegalen Greifvogelverfolgung aufmerksam zu machen.

Von Zeugen wird vermutet, dass die Tiere durch menschlichen Einfluss ums Leben gekommen sind.
Obwohl alle Greifvogelarten in Deutschland seit den 1970er Jahren unter strengem Schutz stehen, werden immer noch jedes Jahr Hunderte Greifvögel illegal verfolgt. Vergiftungen, Fang, Abschuss und die Zerstörung von Nestern verhindern die weitere Erholung der durch jahrhundertelange Verfolgung dezimierten Bestände und die Wiederbesiedlung verwaister Brutgebiete.

Seit 2004 haben NABU und das Komitee gegen den Vogelmord 869 Straftaten gegen Greifvögel dokumentiert, bei denen 1373 Vögel von 18 verschiedenen Greifvogel- und drei Eulenarten bundesweit getötet wurden. Die Dunkelziffer unentdeckter Taten ist wesentlich höher. Laut NABU müssen Straftaten gegen Greifvögel effektiv registriert, aufgeklärt und geahndet werden.“


Text- und Bildquelle

OTZ-Beitrag vom 17. August 2016: Unbekannte erschlugen vier geschützte Milane bei Clingen


Kontakt

NABU-Kreisverband
Gera-Greiz e.V.

c/o Ingo Eckardt
Franz-Philipp-Straße 9
07937 Zeulenroda-Triebes
vorstand@nabu-gera-greiz.de

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