Ohne Raupe kein Schmetterling!

Raupen des Tagpfauenauges (Inachis io) © Foto: Leo / fokus-natur.de

Das gutgemeinte Zitat Buddhas drückt leider eine Illusion aus:
„Lebet wie die Schmetterlinge, die nur von den Blumen naschen, aber weder ihren Duft rauben noch ihr Gewebe zerstören.“

Tagpfauenauges (Inachis io) © Foto: Wolfram

Denn jeder Schmetterling hat sich in seinem Raupenstadium (Larve) an seiner Wirtspflanze schadlos gehalten. Sofort nach dem Schlüpfen aus den vom Schmetterling an der Pflanze angehefteten Eiern beginnt die Raupe mit dem Fressen. Es ist ihre einzige Lebensaufgabe. In nur wenigen Wochen kann sie ihr Körpergewicht vertausendfachen. Dabei muss sie mehrmals ihre Haut wechseln, da diese nicht mit wächst. Wenn sie satt ist, schafft sie eine feste Schale, in der sie als sogenannte Puppe ihre Verwandlung zum Schmetterling (Imago) vollzieht. Das dauert bei den verschiedenen Arten von nur wenigen Wochen bis zu acht Jahren!
Die satt gefressene Raupe hinterlässt oft eine ramponierte Wirtspflanze, die entweder wieder neu austreibt oder daran zu Grunde geht. Doch auch für die Raupe ist noch nicht gesichert, dass sie zu einem Schmetterling wird, der für neue Nachkommen sorgen kann. Der komplexe Verwandlungsprozess hat unglaublich vielfältige Störanfälligkeiten.

Davon 2 Beispiele:
Wählerisch sind die Raupen des Tagpfauenauges. Sie können ausschließlich Brennnesseln fressen.

Es gibt zwei Probleme für die Raupen:
Zum Einen, ihre Pflanzen zu finden, die es kaum in aufgeräumten Gärten, Parks und früh gemähten Feldrändern gibt. Zum Anderen, werden Brennnesseln meist beseitigt, bevor die Raupen satt gefressen sind und sich verpuppen.

Fortsetzung folgt

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