Ohne Raupen keine Schmetterlinge - Teil 2

Brauner Bär (Arctia caja) © Foto: Leo / fokus-natur.de

Raupen vom Braunen Bär (Arctia caja) © Foto: Leo / fokus-natur.de

Der Nachtfalter Brauner Bär und seine Raupen haben beide ein beeindruckendes Äußeres. Leider können wir sie kaum bewundern, da sie selten geworden sind. Bei dieser Art sind es Falter und Raupe, die Probleme haben. Eine Ursache sind unsere vielen Lampen. An einen Lebensraum in der Dunkelheit angepasst, fliegt der Falter nachts und orientiert sich, wie die meisten Nachtfalter, am Mondlicht. Inzwischen gibt es aber so viele „Mondlichter“(Lichtverschmutzung), dass sie orientierungslos stundenlang bis zur Erschöpfung um Lampen flattern. Sie sterben, ohne ihre Hauptaufgabe, die Paarung, erfüllt zu haben. Es liegt in unserer Hand, Lampen, besonders in unseren Gärten, auf Balkonen und Terrassen während unserer Schlafenszeit auszuschalten. Dies nützt auch allen anderen nachtaktiven Lebewesen, z.B. Glühwürmchen, Igel und Fledermäusen.

Die Raupen des Braunen Bären fressen an verschiedenen Bäumen und Sträuchern. Hier liegt das Problem beim Fehlen der Futterpflanzen. Es gibt kaum Gärten und öffentliche Flächen, die geeignete Sträucher und Bäume für sie anbieten. Überall sieht man gebietsfremde Pflanzen (Neophy-ten), wie Forsythie (kein Nektar, keine Pollen), Flieder (kein Nektar, keine Pollen), Schmetterlingsstrauch, Kirschlorbeer, Japanischer Spindelstrauch, viele Spierstraucharten, Koniferen u. v. a. Obwohl manche von ihnen Nektar oder Pollen anbieten, finden Raupen nichts.
Laut Bundesamt für Naturschutz gibt es aktuell in Deutschland 441 Pflanzen, die bei uns gebietsfremd sind. Viele von ihnen haben sich längst bei uns eingefügt und sind eine Bereicherung für Gärten und Parks.
Aber 46 Arten wurden 2026 von der EU sogar als gefährlich für die Artenvielfalt Europas eingestuft.

Und leider wird dort, wo heimische Sträucher vorhanden sind, jedes Jahr viel zu stark zurückge-schnitten.

Jeder kann selbst entscheiden, ob er verantwortungsvoll handelt. Vielleicht gibt es in der nächsten Pflanzzeit mit einem kleinen Bäumchen, das hier zu Hause ist, einen Anfang. Oder es ist der Weg zum Lichtschalter.

Ganz nach Albert Schweizer:

„Das Wenige, was du tun kannst, ist viel“

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