Stille Schönheiten und zwei verfeindete Rieseninsekten, die sich nie begegnen werden

Holzwespen-Schlupfwespe (Rhyssa persuasoria) Sie ist fast ebenso groß wie ihr Wirtstier, ihr überragender Legebohrer verdoppelt ihre Körperlänge nahezu
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In vielen Gärten kann man die hübschen Kegel der Zuckerhutfichten sehen. Ihre Zweige bilden eine dichte Oberfläche, die vollkommen aus den duftenden Nadeln besteht. Die aus Nordamerika stammende Weißfichte (Picea glauca Conica), ist zu Kleinwuchs (max. 4m) und Kegelform gezüchtet worden. Die mittelgrünen weichen Nadeln geben dem Garten besonders im Winter etwas wundervoll Märchenhaftes. Ihre Vorteile für die Gartenbesitzer sind: langsames Wachstum, weder Rück- noch Formschnitt notwendig, keine herunter fallenden Pflanzenteile, Sichtschutz. Doch spenden sie keinen Schatten und brauchen Platz. Für Tiere ist es von Nachteil, dass die trockenen Äste im Inneren ein undurchdringliches Geflecht bilden und der Baum weder echten Blüten noch Früchte ausbildet. So kommt sie ohne Insektenbesuch still und sanft durch alle Jahreszeiten. Doch halt, es gibt ein spannendes Rieseninsekt, was Fichten zum Fressen gern hat. Das sollten wir kennenlernen!

Weibliche Riesenholzwespe (Urocerus gigas) Sie hat weder Stachel noch Giftapparat, nur einen auffälligen Legebohrer!
© Foto: Foto: Holger Gröschl/ Wikimedia, CC BY-SA 20
Es handelt sich um die in Europa verbreitete, im Wald lebende und selten zu beobachtende Riesenholzwespe (Urocerus gigas). Mit ihrer bis 4cm Körperlänge, den leuchtenden Farben in gelb und orange, einem scheinbar riesigen Stachel sowie lauten Fluggeräuschen wirkt sie sehr bedrohlich. Doch hat sie weder Stachel noch Giftapparat. Die Weibchen legen mit ihrem auffälligen Legebohrer 400 bis 500 Eier unter die Rinde von Nadelbäumen, wie wir es eher von Käferarten kennen. Von dort aus fressen sich die Larven tief ins Holz. Da diese aber die Zellulose des Holzes nicht verdauen können, infiziert das Weibchen das Holz mit einem holzverdauenden Pilz, dem Tannenschichtpilz (Amylostereum chaileti). So bohren sich die Larven bis zu 40cm lange Gänge und ernähren sich von Holzinhaltsstoffen und Pilzfäden. 2 bis 6 Jahre verbringen sie im Stamm in Symbiose mit dem Pilz. Vorher haben sie ihre Eingänge mit Sägemehl verschlossen, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Ob sie sich tatsächlich erfolgreich zu neuen Riesenholzwespen entwickeln, erfahren wir im folgenden Beitrag.