Aktuelle Beiträge und Informationen zu regionaler und nationaler Naturschutzarbeit


Ein Manifest der Nabu-Arbeit in Gera

Artikel aus der OTZ vom 27. Dezember

Das große Warten darauf, dass bald Bewohner einziehen: Der Artenschutzturm bei Bad Köstritz ist fertig

Die engagierten Mitglieder das Nabu Gera-Greiz, die sich für den Artenschutzturm eingesetzt haben von links: Kurt Kühn, Konrad Schmeißer, Kerstin Schmeißer, Knut Kahnt, Thomas Pandorf. Foto: Julia Löffler

Bad Köstritz. Auf einem Feld bei Bad Köstritz, zwischen der Bundesstraße 7 und der Weißen Elster steht er, der neue Artenschutzturm. Er wurde durch den Verein Nabu Gera-Greiz möglich. Der weiße Putz strahlt im Tageslicht, so dass man als Fußgänger oder Autofahrer fast unumgänglich auf den Turm schauen muss.

Nach nur sechs Wochen Umbauzeit ist der Turm nun fast fertig. Die wichtigsten Arbeiten sind erledigt. Dank vieler Spender und Fördermittel des Thüringer Landesverwaltungsamts konnte das Projekt realisiert werden. Der Nabu hatte die Nutzungsrechte für das ehemalige Trafohäuschen schon lange. Doch niemand nahm das Projekt in die Hand. Das änderte sich dieses Jahr, als Konrad und Kerstin Schmeißer aus Gera bemerkten, dass es in der Region keinen Artenschutzturm gab. Das Ehepaar liebt es, Vögel zu beobachten, sei es im eigenen Garten oder auf Reisen und Ausflügen. Also nahmen sie sich der Sache an, sammelten Spenden, suchten Handwerker, organisierten den Ablauf.

Binnen kurzer Zeit erledigten Dachdecker Stefan Kowollik und Maurer Silvio Roggemann die nötigen Arbeiten. Bis zu 15 Ehrenamtliche halfen in ihrer Freizeit. Es wurden Eisenteile abgebaut, geflext, gestemmt, gebohrt und gehämmert. Mindestens 400 Arbeitsstunden seien da zusammengekommen, weiß Kerstin Schmeißer zu berichten.

Nun ist das Gebäude bereit zum Einzug vieler Vögel, Insekten und Fledermäuse. 40 dop­pelte Mehrschwalbennester, 24 Dohlenkästen, 24 Fledermauskästen, vier Nischenbrüterkästen und 24 Nistkästen für Stare und Singvögel stehen für zukünftige Bewohner bereit.

Schon während der Bauarbeiten hätten sie viele Menschen auf den Turm angesprochen, gefragt, was dort entstehe, berichtet Kerstin Schmeißer. Sie freut sich über das Interesse. Neben dem Artenschutz an sich, verfolge man eben auch die Intention, mit dem Turm Aufmerksamkeit für den Naturschutz und den Naturschutzbund zu generieren. Und natürlich könne man dort auch die heimischen Vögel beobachten. Für die Zukunft träumen die Nabu-Mitglieder davon, Kameras im und am Turm anzubringen, so dass man dessen Bewohner beobachten kann, zum Beispiel beim Schlüpfen des Nachwuchses.

Konrad Schmeißer kann diesbezüglich berichten, dass schon einige Kohlmeisen über den Turm geflogen seien. Das könnten erste Erkundungsflüge sein, hoffen die Vereinsmitglieder. Genaueres zu möglichen Bewohnern könne man aber erst ab dem kommenden Frühjahr sagen.

Dann auch, wenn die Witterung wieder besser ist, sollen die restlichen Arbeiten erledigt werden. Im Inneren des Turms sind noch Maurer- und Aufräumarbeiten notwendig. Einige Nistkästen und Rauchschwalbennester werden noch angebracht. Und die Fassade des Turms soll Farbe bekommen. Fest stehe aber noch nicht, sagt Kerstin Schmeißer, ob die Fassade einen Komplettanstrich erhalten oder mit einer Gestaltung versehen werde, beispielsweise von einem Graffitikünstler.

Die Mitglieder des Nabu Gera-Greiz sind stolz auf das mit den Spendern, Handwerkern und Unterstützern Erreichte. „Das ist das erste Manifest der Nabu-Arbeit im Raum Gera“, stellt Vereinsmitglied Knut Kahnt fest.

Im Blick haben die Nabu-Mitglieder übrigens schon ein neues Projekt. Wieder soll aus einem Trafohaus ein Artenschutzturm werden. Wo, wird aber noch nicht verraten. “

Julia Löffler / 27.12.18


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OTZ-Artikel vom 27. Dezember 2018: Ein Manifest der Nabu-Arbeit in Gera


Bad Köstritz: Altes Trafohaus wird zum Vogelschutzturm

Artikel aus der OTZ vom 6. November

Der Nabu Greiz stattet Artenschutzturm mit Dach und Nistkästen aus

Der neue Artenschutzturm auf Bad Köstritzer Flur nimmt Formen an. Foto: Peter Michaelis

Bad Köstritz. Das ging fix: Kaum hatten die Mitstreiter vom Naturschutzbund Gera-Greiz verkündet, unmittelbar vor Bad Köstritz einen Artenschutzturm für Vögel einrichten zu wollen, ging es los mit den Bauarbeiten. Kerstin Schmeißer, eine der Initiatoren des Projektes, vermeldete Ende vergangener Woche bereits den Arbeitseinsatz von Handwerkern und Vereinsmitgliedern. Und tatsächlich, auch von Weitem wird deutlich: hier tut sich was.

Auf das alte, lange stillgelegte Trafohäuschen hatte man schon den neuen Dachstuhl für ein Spitzdach gesetzt, der komplette Turm war eingerüstet. „Auch einen Großteil der Nistkästen haben wir eingemauert. Wenn alles gut geht, folgt Anfang dieser Woche das Auflegen der Dachziegel“, verrät Schmeißer.

Mit dem erklärten Nabu-Ziel, etwas gegen die weltweit stetig zurück gehende Artenvielfalt zu tun, hat man sich das große Projekt auf die Fahnen geschrieben. Zwei Firmen aus der Region, ein Maurer und ein Dachdecker aus Greiz, hatten zügig gearbeitet. Unterstützt von einigen Vereinsmitstreitern geben sie dem Turm ein frisches Gesicht und eine neue Bestimmung. „Unsere Mitglieder und Helfer übernehmen kleinere Arbeiten wie das Vorstanzen der Löcher in der Fassade und das Einsetzen von Nistkästen in alte Türen und Fenster“, erklärte Kerstin Schmeißer.

Sie freut sich, dass bisher auf das Spendenkonto schon 1500 Euro eingegangen sind. Für die Fassadenarbeiten und weitere Sanierungsschritte werden trotzdem noch 3500 Euro benötigt. „Auf den letzten OTZ-Beitrag zu dem Projekt haben sich auch Leute gemeldet, die sich künftig in die Betreuung des Artenschutzturmes einbringen wollen“, sagt sie. Auch Informationen darüber, wie Tierfreunde im eigenen Garten etwas für den Vogelschutz tun können, wurden nachgefragt und gern beantwortet.

Spenden an Nabu Gera-Greiz e.V. unter dem Zweck „Spende Artenturm Bad Köstritz“

Sparkasse Gera-Greiz
IBAN: DE12 8305 0000 0000 0951 25“

Christine Schimmel / 06.11.18


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OTZ-Artikel vom 6. November 2018: Bad Köstritz: Altes Trafohaus wird zum Vogelschutzturm


NABU baut in Bad Köstritz einen Artenschutzturm für Vögel

OTZ-Beitrag vom 27. September 2018

Nabu Gera-Greiz e.V. initiiert einen Artenschutzturm in Bad Köstritz. Das CWK Chemiewerk überlässt ein altes Trafohäuschen zum Umbau.

Kerstin und Konrad Schmeißer zeigen das Trafohaus unweit der Elster in Bad Köstritz, welches zum Artenschutzturm umgebaut werden soll.
Foto: Peter Michaelis

Bad Köstritz/Greiz. Um etwas gegen die weltweit stetig zurück gehende Artenvielfalt zu tun, hat sich der Naturschutzbund Nabu Gera-Greiz ein großes Projekt auf die Fahnen geschrieben. Er will auf Bad Köstritzer Flur einen stattlichen Artenschutzturm bauen und damit den Lebensraum der Tiere in der Region zu erweitern.

„Die nächsten Artenschutztürme, die uns bekannt sind, stehen in Untitz und Schmölln“, berichtet Konrad Schmeißer. Der Geraer ist mit seiner Frau Kerstin seit mehr als vier Jahren im Nabu aktiv. „Wir sind für die Erhaltung der Natur ganz allgemein, lieben aber Fledermäuse und Vögel im besonderen“, begründen die beiden ihr Engagement für das neue Projekt, das vor allem auf Vögel abzielt.

Bei ihrer Suche nach einem geeigneten Platz für den Artenschutzturm stießen die Nabu-Leute auf das alte Trafohäuschen auf einem Feld in Bad Köstritzer Gebiet, direkt an der Weißen Elster gelegen. „Dieser ruhig gelegene Standort auf der Feldflur ist ideal. Das Trafohaus wurde zu DDR-Zeiten recht stabil gebaut, so dass wir es ausbauen können“, so Schmeißer. Er freut sich, etwas Bestehendes nutzen zu können. Abgesehen davon, wer hätte einen kompletten Neubau finanzieren können?

Nutzungsvertrag mit dem CWK steht

Also gingen die Mitglieder des Nabu Gera-Greiz zu den bekannten Artenschutztürmen der Region und beobachteten dort, was es alles braucht für eine funktionierende Wohnstätte für diverse Vögel und Insekten. Ein entsprechender Nutzungsvertrag für das Trafohäuschen in Bad Köstritz hatte der Nabu bereits mit dem ortsansässigen CWK Chemiewerk Bad Köstritz schon vor etwa vier Jahren verabredet, dem das Grundstück mit dem kleinen Gebäude gehört. „Jetzt endlich kommen wir zur Umsetzung dieser Idee, nachdem wir um das Objekt herum schon Fledermäuse ausgemacht haben“, berichten die Schmeißers.

Beide freuen sich schon auf den Einzug von Schleiereulen, Schwalben, Turmfalken und Fledermäusen sowie von Staren und Singvögeln. Wahrscheinlich sollen auch Mauersegler hier einen neuen Platz finden, auch für sie werde man spezielle Öffnungen zum Einfliegen in den Turm schaffen. Überhaupt muss nun erst einmal gebaut werden. Die fünf Türen des Gebäudes werden verschlossen, alte Eisenanbauten entfernt und dann kommt ein neues Spitzdach auf das jetzt noch abgeflachte Haus. Das Dach ist vor allem für Fledermäuse und Schleiereulen nötig, die kleine, dunkle Räume zum Schlafen bevorzugen. „Insgesamt etwa 50 verschiedene Nistkästen sollen am Ende den Artenschutzturm zum neuen Zuhause für die Bewohner machen. Zum Teil werden sie außen hängend angebracht, andere befinden sich im Innern des Turmes“, verrät Konrad Schmeißer.

Weil neben Gartenrotschwänzchen auch zahlreiche Insekten und Hornissen das Trafohaus schon jetzt bevölkern, planen Konrad und Kerstin Schmeißer auf jeden Fall auch ein Insektenhotel als Bestandteil des Artenschutzturmes. Auch sprechen sie von Plänen für eine Schautafel oder sogar Führungen für Schulklassen und Interessierte – doch das ist noch Zukunftsmusik.

Ausbau des Trafohauses ab Ende des Jahres

Erst einmal soll der Turm ab Ende Oktober/Anfang November ausgebaut werden und ab 2019 zweimal jährlich von den Nabu-Mitgliedern kontrolliert werden. Im Verein Gera-Greiz, der momentan rund 1300 Mitglieder zählt (vor zwei Jahren waren es noch 700 Unterstützer), hofft man darauf, dass Vandalismus kein Thema sein wird und vertraut auf die Bevölkerung, die das Artenschutzprojekt wohlwollend aufnimmt.

Finanziert werden soll das Vorhaben aus 85 Prozent Fördermitteln des Landes Thüringen, die vordergründig die Handwerker- und Bauleistungen decken. Den Rest wird der Nabu Gera-Greiz in Eigenleistung für Fassadenfarbe und die Nisthilfen aufwenden. Dabei wären sie über jeden gespendeten Euro für das Projekt froh, denn es müssen noch einmal rund 5000 Euro zusammenkommen. Auf folgendem Spendenkonto können Naturfreunde und Befürworter des Artenschutz-Projektes in Bad Köstritz ihre Unterstützungen an den Empfänger Nabu Gera-Greiz e.V. hinterlassen:

Sparkasse Gera-Greiz
IBAN: DE12 8305 0000 0000 0951 25
Verwendungszweck: Spende Artenturm Bad Köstritz“

Christine Schimmel / 27.09.18


otz.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Nabu-baut-in-Bad-Koestritz-einen-Artenschutzturm-fuer-Voegel-605973190

OTZ-Beitrag vom 27. September 2018: NABU baut in Bad Köstritz einen Artenschutzturm für Vögel


Fledermäuse in Ostthüringen – Vorkommen, Gefährdung, Schutz

Ein Vortrag zu einheimischen Fledermäusen in der St. Petri Kirche zu Dorna/bei Gera

Freitag, 24.08.2018, 19.00 Uhr, Kirche Dorna
Referent: Harry WEIDNER

Fledermäuse gelten auch in der heutigen Zeit als geheimnisvolle Lebewesen. Durch ihre dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise bleiben sie vielen Menschen verborgen oder werden von ihnen, vor allem während des Fluges, nicht als solche erkannt.

Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
Foto: Harry Weidner

Wir, der NABU Kreisverband Gera-Greiz e. V. und die Kirchgemeinde Dorna möchten Sie hiermit zu einem Vortrag über die einheimische Fledermauswelt einladen.

Unser Referent, Herr Harry WEIDNER aus Großenstein, befasst sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich mit dem Schutz und der Erfassung der Fledermäuse - vorwiegend in den Kreisen Greiz, Saale-Holzland-Kreis und der Stadt Gera. Der Vortrag selbst beinhaltet neben einem kurzen historischen Abriss über die Erforschung der Fledermäuse, allgemeine Fakten zur Biologie, den Artbestand im Untersuchungsgebiet, das Erkennen und den Schutz von Fledermausquartieren.

Darüber hinaus werden wissenschaftliche Methoden und Bücher vorgestellt. Nach dem Vortrag werden wir im unmittelbaren Umfeld der Kirche mit einem Detektor nach Fledermäusen suchen.

Der Eintritt ist frei; um eine Spende für den Naturschutz vor Ort wird herzlich gebeten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und lehrreiche 90 min.

Annett Scholz vom der NABU Kreisverband Gera-Greiz e. V.


Kontakt

NABU-Kreisverband
Gera-Greiz e.V.

c/o Ingo Eckardt
Franz-Philipp-Straße 9
07937 Zeulenroda-Triebes
vorstand@nabu-gera-greiz.de

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